Fridays for Future - Arzttöchter erklären die Welt

Clemens Traub, als ehemaliger „Fridays for Future“-Demonstrant weit davon entfernt, den Klimawandel zu leugnen, distanziert sich von der Bewegung. Seine These: Sie treibt die soziale Spaltung unserer Gesellschaft voran. Ein Auszug seiner Streitschrift.

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Ist sich ihrer Privilegien nicht bewusst: Die FfF-Bewegung / dpa

Autoreninfo

Clemens Traub ist Politik-Student an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz und SPD-Mitglied. Momentan ist er Werkstudent beim ZDF in der "heute"-Redaktion.

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Das typische Milieu der meisten „Fridays for Future“- Demonstranten kenne ich gut. Es ist in gewisser Weise mein eigenes und das meines jetzigen Freundeskreises: großstädtisch, linksliberal, hip. Arzttöchter treffen darin auf Juristensöhne. Gin-Tasting und Diskussionen über plastikfreies Einkaufen und Zero Waste stehen nebeneinander auf der Tagesordnung. Veganismus zählt ebenso zum unausgesprochenen Kodex des Hip-Seins wie der Einkauf im Secondhand-Laden. Und der Bioladen um die Ecke wertet die Lage der eigenen Wohnung selbstverständlich auf.

Akademikerkinder bleiben unter sich. Ein Querschnitt der Gesellschaft also, den die Klimaproteste abbilden? Weit gefehlt! „Fridays for Future“ ist die Rebellion der Privilegierten, und die Bewegung bietet ihnen die perfekte Möglichkeit, ihren eigenen kosmopolitischen Lebensstil und das eigene Talent zur Schau zu stellen.

Geburtsfehler von „Fridays for Future“

Viele meiner klimabegeisterten Freunde fragen sich, warum die soziale Herkunft der Demonstranten überhaupt eine Rolle spiele. Sei das nicht absolut unwichtig? Hauptsache, die Erde werde gerettet, so ihre Überzeugung. Von wem, sei dabei doch egal. Lange genug habe die Bevölkerung geschwiegen, und jetzt müsse endlich aufgestanden werden.

Ich gebe zu, der Gedanke ist in seiner Konsequenz natürlich überaus reizvoll und die gesellschaftliche Herkunft als Argument gegen eine Gruppe zu verwenden natürlich unsinnig. Auch mich packte der skizzierte Kampfgeist anfangs. Zu Beginn meiner Teilnahme an „Fridays for Future“ zählte für mich nur die Weltrettung, wer an meiner Seite stand, das war mir egal. Und das wäre es mir bis heute.

Doch was mir nicht egal ist, das sind das Verhalten und die Argumentation der Menschen, mit denen ich gemeinsam demonstriere. Und hier schließt sich der Kreis, denn der soziale Background sagt dann eben doch mehr über die Bewegung aus, als den Demonstranten lieb ist.

Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die soziale Herkunft der jungen Protestler der eigentliche Geburtsfehler von „Fridays for Future“ ist: Die Bewegung war von Anfang an viel zu homogen, viel zu elitär und entsprechend viel zu abgehoben, als dass sie dies selbst überhaupt auch nur bemerkt hätte. Nur wem es materiell gutgeht, der hat letztlich die Zeit und auch die Muße, den Klimaschutz als das persönlich wichtigste und auch einzige politische Thema unserer Zeit zu betrachten und ihm alles andere unterzordnen.

Klimaschutz auf Kosten der sozial Schwächeren

Die Bewegung in ihrem Elfenbeinturm merkt dabei gar nicht, dass ihre Kritik den Lebensstil vieler sozial Schwächerer betrifft, die aus finanziellen Gründen nicht immer die freie Wahl haben. Sie werden als Klimasünder gebrandmarkt, weil sie nicht im Bioladen einkaufen, sondern beim Discounter. Dass es Menschen gibt, bei denen die Sorgen angesichts immer höherer Strom- und Mietpreise die Diskussion über den Verzicht auf Flugreisen von vornherein obsolet machen, das kommt den Demonstranten gar nicht in den Sinn.

Wie auch? In ihrer wohlbehüteten Lebenswelt ist das alles ganz weit weg. Gerade das macht die Bewegung aber zu einem Risiko, denn sie setzt den sowieso schon fragilen Zusammenhalt unserer Gesellschaft aufs Spiel. Für einen großen Teil der Bevölkerung überwiegen jedoch andere, dringlichere Alltagssorgen. Wer angesichts der Ankündigungen der Industrie Angst hat, von Jobabbau betroffen zu sein, für den ist im Moment die Brandrodung im tropischen Regenwald zweitrangig.

Genauso ist das Aussterben exotischer Tierarten für jemanden weit entfernt, der sich jeden Tag den Kopf über seine spätere Rente zerbricht. Das bedeutet nicht, dass Alltagssorgen den Blick auf die Probleme des Klimawandels komplett verstellen dürfen, aber es erklärt, dass der Klimawandel für Menschen mit ganz existenziellen Sorgen nicht die erste Priorität darstellt.

Es erklärt auch, warum Forderungen zur Rettung des Klimas sozial ausgewogen sein müssen. Und es erklärt, warum sich immer mehr Menschen fragen, wann endlich für ihre Alltagssorgen auf die Straße gegangen werde: für bezahlbare Wohnungen, für gerechte Renten... Themen gibt es viele.

Pulverfass voller sozialem Sprengstoff

Der gesamte politische Diskurs, sowohl innerhalb der Parteien als auch außerhalb der Parlamente, auf der Straße, geht an der Lebensrelität vieler Menschen in Deutschland komplett vorbei! Und ich kann mir gut vorstellen, dass das kein gutes Gefühl für viele ist. Die oftmals alltagsfern geführten Diskussionen grenzen weniger privilegierte Menschen in der öffentlichen Debatte aus. Die Folge: Wir alle sitzen auf einem Pulverfass voller sozialem Sprengstoff.

Ich stamme selbst nicht originär aus dem großstädtischen Milieu, sondern komme aus einer Region, die gern als „Provinz“ abgetan wird. Zeitschriften wie „Landlust“ und „Landleben“ erfüllen zwar die Sehnsucht der Städter nach der reinen Natur, doch scheint dieser Traum indes nur für jene Menschen zu gelten, die sich bewusst für ein Wochenendhaus im Wald entscheiden. Wer jedoch in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen ist, wird davon kaum profitieren.

Meine Eltern leben in der Pfalz. Dort bin ich auch aufgewachsen. Mein Herz hängt an der Region, sie ist landschaftlich wunderschön. Ein Weindorf reiht sich an das nächste. Doch für einen großstädtischen Selbstverwirklicher muss es der größte Albtraum sein. Denn wer die Pfalz nicht kennt: Bei uns gibt es Schlachtfeste statt Whiskey-Verkostung. Die wenigsten Wohnungen sind im Landhausstil eingerichtet. In meinem Heimatdorf werden keine Dokumentarfilme über Gentrifizierung gedreht. Vielleicht verirrt sich mal ein Kamerateam bei einer Saumagen-Kerwe in eines unserer vielen Dörfer. Doch das ist selten genug.

Klimarevolution in der Provinz nur zweitrangig

Verschlafene Dörfer bieten die perfekte Kulisse, um groß zu werden. Eine heile, idyllische Welt. Doch je älter ich wurde, desto stärker zog es auch mich in die Großstadt. Ich hatte Sehnsucht nach einem Ort, der lebendiger war als die Pfalz. Der mir mehr Abenteuer und Chancen auf dem Weg ins Erwachsenwerden bieten konnte. Eben die große, weite Welt, wie ich dachte. Und deren Vorzüge ich genieße. Immer wenn ich heute nach Hause fahre, habe ich das Gefühl, dass zwei Welten aufeinanderprallen, die nicht wirklich viel miteinander zu tun haben.

Kurz nachdem ich meine ersten „Fridays for Future“-Kundgebungen besucht hatte, stattete ich einmal mehr meiner alten Heimat einen Besuch ab – diese werden immer seltener. Als ich meinen Bekannten dort begeistert von meinen Erlebnissen bei den jüngsten „Fridays for Future“-Demonstrationen erzählte, merkte ich schnell, wie wenig es sie interessierte. Aus reiner Freundschaft und Höflichkeit hörten sie mir mit halbem Ohr zu.

Das überraschte mich total. Was in meiner Unistadt das am heißesten diskutierte Gesprächsthema der letzten Wochen war, stieß hier unter meinen alten Schulfreunden auf absolute Gleichgültigkeit. Sie interessierten sich mehr für den letzten Bundesligaspieltag oder ihr letztes Tinderdate als für die große Klimarevolution.

Kapieren die das denn nicht?

Ehrlich gesagt, reagierte ich zunächst enttäuscht und dann zunehmend wütend auf dieses Desinteresse. Während wir jungen Menschen in den Großstädten versuchen, unseren Planeten zu retten, lassen uns die Menschen in meinem Heimatdorf im Stich, dachte ich. Kapieren die denn nicht, dass auch sie nur einen Planeten zur Verfügung haben, genau wie wir von „Fridays for Future“? Zum Glück behielt ich aus Höflichkeit diese Gedanken für mich.

In den Tagen darauf bekam ich immer häufiger verächtliche Kommentare über „Fridays for Future“ zu hören. In den Augen meiner alten Freunde war die Bewegung eine „Ökosekte“, eben die Selbstinszenierung großstädtischer, linker Spinner. Greta Thunberg nannte jemand „gestörte Nervensäge“. Neben Beleidigungen hörte ich auch heraus, dass sie das bevormundende Auftreten vieler „Fridays for Future“-Demonstranten, die Dieselfahrer und Fleischesser zu Menschen zweiter Klasse machten, immer mehr störte.

Je häufiger dies vorkam, desto tiefer wurde der Keil zwischen mein aktuelles Großstadtleben und meine Herkunft aus dem pfälzischen Heimatdorf getrieben. Zwischen meine alte und meine neue Welt. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich damals nur noch froh, als ich zurück in die Großstadt fahren konnte: Endlich wieder die heile Welt, wenn diese auch kurz vor dem Untergang stand.

Ungeteilte Begeisterung

Seit diesem Besuch reagierte ich ziemlich überempfindlich, wann immer meine „Fridays for Future“-Begeisterung nicht zu 100 Prozent geteilt wurde. In meinen Augen gab es auf einmal nur noch Klimahelden auf der einen Seite oder Klimasünder auf der anderen. Das total Gute oder das absolut Böse. Nichts dazwischen! Ich merkte erst später, wie sehr ich damals bereits beeinflusst von der „Fridays for Future“-Bewegung war.

Am Anfang hatte ich nur Vorwürfe für meine alten Bekannten übrig. Ich unterstellte ihnen, sie seien unpolitisch und ohnehin zu uninformiert über die Welt. Ein Ausgrenzungsmechanismus, der bei „Fridays for Future“ sehr verbreitet ist, wie ich später merkte. Schließlich verspottete ich an der Uni meine alten Bekannten sogar als Provinzler, was ich selbst immer gehasst hatte, wenn meine neuen Freunde aus den Metropolen mich damit aufgezogen hatten.

Doch es war so viel einfacher, sie schlicht als uninformierte „Provinzler“ abzutun, statt mit ihnen zu diskutieren und sie ernst zu nehmen. Warum meine Freunde aus der alten Heimat „Fridays for Future“ als überheblich oder abgehoben sahen, das fragte ich nicht, das war mir damals egal. Mögliche Selbstzweifel konnten so gar nicht erst aufkommen.

Erbitterter Streit über Plastikgeschirr

Was ich noch nicht ahnte: In den kommenden Wochen arbeitete es ordentlich in mir! Immer häufiger dachte ich über die Erlebnisse in meiner Heimat nach. Sie ließen mich einfach nicht los. Woher nur kommt die Ablehnung gegenüber „Fridays for Future“ fragte ich mich. Woher die Gleichgültigkeit angesichts der drängenden weltweiten Klimaprobleme? Das gab es doch einfach nicht, dass meine Freunde diese nicht sahen. Dass sie den Ernst der Lage nicht erkannten. Ich suchte nach Antworten, fand aber keine.

An meiner Universität gab es fortan jeden Freitag über mehrere Wochen hinweg in der Mensa kein Plastik-Geschirr mehr. Mit dieser Geste sollte in Anlehnung an die „Fridays for Future“-Demonstrationen ein Zeichen für den Umweltschutz gesetzt werden. Was in der Theorie Begeisterungsstürme hervorrief, bedeutete jedoch in der Praxis ein Chaos der ganz besonderen Art: ein Himbeertorten-Stück nur auf der bloßen Hand ohne Telleruntersatz zu balancieren, ist schwieriger, als es sich anhören mag. Als dann das erste Stück Kuchen runterfiel, brach in der Mensa schnell eine Diskussion über den Plastikboykott aus.

Prompt stellte sich heraus, dass die Kassiererinnen über das in ihren Augen idiotische Plastikverbot nur lachen konnten. Für viele meiner Kommilitonen, die große „FfF“-Anhänger sind, sorgten ihre Äußerungen für heftigstes Entsetzen. Statt mit einem humorvollen Small Talk reagierten meine Kommilitonen mit bitterstem Ernst.

Im Eifer des Gefechts kam es schließlich sogar zu überaus herablassenden Beleidigungen gegenüber den Kassiererinnen. Nie werde ich vergessen wie meine Kommilitonen im vermeintlichen Kampf für den Klimaschutz an diesem Tag jeden menschlichen Anstand verloren. Zum ersten Mal merkte ich, wie fanatisch und überheblich viele meiner „FfF“-Bekannten längst geworden waren.

Ein Wendepunkt

Nach diesem Ereignis änderte sich in mir tatsächlich etwas. Doch ich wollte es mir zunächst nicht eingestehen. Aber je häufiger ich bei „Fridays for Future“ mitdemonstrierte, desto fremder wurde mir die Bewegung. Heute weiß ich: Es brauchte ein Ereignis wie in der Uni-Mensa oder den Aufenthalt in meiner alten Heimat, um die Augen geöffnet zu bekommen.

Um zu merken, wie wichtig es ist, andere Lebenswelten verstehen zu wollen, bevor man Menschen einfach abstempelt. Eine Erkenntnis, der sich „Fridays for Future“ in seinem ausgrenzenden Größenwahn verschließt. Doch nur wer auf andere Menschen zugeht, sie ernst nimmt, ihren Alltag verstehen möchte, dem wird auch zugehört. Der kann etwas verändern. Im besten Fall sogar unseren Planeten retten!

Während „Fridays for Future“ in meinem Heimatdorf keinen Stich machen konnten, waren die Medien umso interessierter. Im Fernsehen kamen immer häufiger Interviews mit Aktivisten. Die Talkshows konnten gar nicht genug von ihnen bekommen. „Markus Lanz“, „Anne Will“ oder „Hart aber Fair“: Alle hatten mindestens einmal eine „FfF“-Aktivistin zu Besuch. Je häufiger ich sie sah, desto mehr störte mich ihr arrogantes Auftreten. Menschen, die ich vor wenigen Monaten noch als inspirierende Persönlichkeiten sah, schaltete ich auf einmal weg. Andauernd hoben sie mahnend den Zeigefinger. Blickten aus dem Elfenbeinturm auf alle Menschen, die anderer Meinung waren, herab.

Bewegung des sozial privilegierten Nachwuchses

Dieser Zeigefinger wurde langsam, aber sicher das Wiedererkennungsmerkmal der Bewegung. Ihre Feindbilder waren glasklar. Ihr Weltbild gefährlich eindimensional. Meine Großstadtfreunde bekämpften plötzlich alle, die in ihren Augen eine Mitschuld am Elend der Welt trugen: die Fleischesser, die Plastiktütenträger, die Dieselfahrer, die Kurzstreckenflieger, die Langstreckenflieger, die Kreuzfahrttouristen, die Landwirte und natürlich die bösen SUV-Besitzer. Aber ganz ehrlich: Gehören wir nicht alle immer mal wieder zu einer dieser Gruppen?

Als sie auf einmal begannen, jeden Menschen zu verfluchen, der aus Versehen ein Klimasündchen beging, und sei es auch nur, den Müll falsch zu trennen, hatte ich das Gefühl, sie befänden sich im ultimativen Kampf gegen den Rest der Menschheit. Elitäre Selbstüberschätzung, wohin ich blickte. In ihrer moralischen Überheblichkeit war (und ist) ihnen gar nicht bewusst, wie viele „normale“ Menschen sie damit vor den Kopf stießen.

Meine Einschätzung, bei „Fridays for Future“ handle es sich vor allem um eine Bewegung des sozial privilegierten Nachwuchses, ist inzwischen mit entsprechenden Zahlen belegt. Das Berliner „Institut für Protest- und Bewegungsforschung“ ging der sozialen Zusammensetzung der Klimabewegung auf den Grund. Dabei befragte es am 15. März 2019 „Fridays for Future“-Demonstrierende bei Kundgebungen in Berlin und Bremen. Finanziert wurde die Studie von der Bündnis 90/Die Grünen-nahen „Heinrich Böll Stiftung“.

Kein Querschnitt der Gesellschaft

Die Studie spricht Bände: Demnach gaben über 90 Prozent der Befragten an, mindestens das Abitur (beziehungsweise die Fachhochschulreife) gemacht zu haben oder dies gerade anzustreben. Eine überwältigende Mehrheit von 90 Prozent! Eine Hauptschule besuchte nicht einmal 1 Prozent der Demonstranten. Knapp zwei Drittel der Schüler rechneten sich selbst der oberen Mittelschicht zu. Auch zuvor hatte ich schon keinen Zweifel daran, dass „Fridays for Future“ eine Bewegung der Bessergestellten ist. Aber was ich in dieser Studie zu lesen bekam, übertraf meine Vermutungen noch. „Fridays for Future“ verkörpert damit nicht einmal ansatzweise den Querschnitt der Gesellschaft, wie so oft behauptet wurde.

Mich wunderte, wie wenig das ernüchternde Ergebnis der Studie dann jedoch diskutiert wurde. Dabei musste die Gesellschaft doch aufgeklärt werden über den privilegierten Background und die daraus folgende Abgehobenheit der jungen Protestler. Verändert dies nicht den gesamten Blickwinkel auf die bestimmende gesellschaftliche Debatte der letzten Monate?

Gerade die Aushängeschilder der Bewegung kommen allesamt aus „bürgerlichsten“ Verhältnissen. Da haben wir zum Beispiel Luisa Neubauer, die bekannteste deutsche „Fridays for Future“-Aktivistin. Aufgewachsen ist sie im recht gut betuchten Elbvorort Iserbrook in Hamburg. Alle Hamburger wissen: Nicht gerade eine Wohngegend, die bekannt ist für ihren sozialen Wohnungsbau. Ihr Abitur machte sie in Hamburg-Blankenese.

Es ist das Hamburger Villenviertel schlechthin. Sightseeing-Busse bieten inzwischen Rundfahrten durch das Viertel an, um den neugierigen Touristen die Prachtvillen zu präsentieren. Sie ist Stipendiatin der parteinahen Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen und auch Mitglied der Partei. Einer Politikerkarriere steht also nichts im Wege, das sagt sie auch selbst. „Eine Karriere als Politikerin möchte ich nicht ausschließen“, erzählte sie beispielsweise „Zeit Campus“.

Perfekte Selbstvermarktung 

Rebellion von unten sieht anders aus. Perfekte Selbstvermarktung trifft es wohl eher. Die Inszenierung als Underdog bekommt jedenfalls Risse. Heute erreicht man Luisa Neubauer nur noch über ihr Management! Demonstranten als Popstars! Und die kann man natürlich auch nicht mehr einfach auf der Straße ansprechen, wenn man zusammen demonstriert. Jedenfalls nicht bei „Fridays for Future“. Also bitte, was für eine naive Vorstellung! Zwar gibt es auch innerhalb der „Fridays for Future“-Bewegung Kritiker der ausufernden Personeninszenierungen, doch eine wirkliche Veränderung ist nicht in Sicht.

Aus der Klimabewegung ist zwischenzeitlich vor allem eines geworden: ein Karrieresprungbrett für den ehrgeizigen Elitennachwuchs. „Fridays for Future“ ist die perfekte Bühne, um von sich Reden zu machen. Vielen der gebildeten Akademikersprösslinge ist das natürlich bewusst. Je mehr mediale Aufmerksamkeit, desto attraktiver ist es, in der ersten Reihe zu stehen. Vermeintlich idealistischer Aktivismus lässt sich inzwischen sehr gut vermarkten.

Doch nicht nur die Aushängeschilder wie Luisa Neubauer möchten etwas vom öffentlichen Scheinwerferlicht abbekommen. Immer mehr „Neubauer-Jünger“ versuchen ihr Glück in der Profilierungsmaschine „Fridays for Future“. Da hätten wir, um nur ein paar Beispiele zu nennen, Linus Steinmetz, Carla Reemtsma oder Sebastian Grieme.

Einmal einen Auftritt in einer Talkshow ergattern oder zumindest einmal den eigenen Namen in der Zeitung lesen können – all das kann zur Chance des Lebens werden. In vorderster Reihe dabei zu sein fühlt sich nicht nur wahnsinnig gut an, es ist auch eine Art Freifahrtschein für das spätere Berufsleben. Und als wenn das nicht schon ausreichen würde: Eine Flut neuer Instagram-Follower ist natürlich auch noch eine traumhafte Begleiterscheinung. In diesem Sinne: Volle Fahrt voraus!

Rebell zum eigenen Vorteil

Was lässt sich auch dagegen einwenden? Jeder Mensch ist auf der Suche nach Anerkennung. Möchte nicht jeder die Chancen in seinem Leben nutzen? Und schließlich braucht jede Gesellschaft ihren ehrgeizigen Nachwuchs, der Politik, Wirtschaft und Kultur später bereichern wird.

Menschen, die im Mittelpunkt stehen wollen, tragen im besten Fall ja auch Verantwortung für sich und andere. Soweit kein Problem, könnte man im ersten Moment meinen.

Doch wie werden es wohl viele Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten empfinden, wenn jene Rebellen, die permanent auf den Lebensstil anderer eindreschen, daraus für sich selbst Vorteile ziehen? Während viele Bürger in ihrem Alltag neue Klimakosten hinnehmen müssen, erleben sie zugleich, wie eine Luisa Neubauer einen Aufsichtsratsposten bei Siemens angeboten bekommt. Angesichts dessen wird der Verdacht vieler Menschen nur allzu verständlich, dass Klimaaktivisten gerade auf Kosten anderer Bürger Karriere machen.

„Kosmopoliten“ und „Kommunitaristen“

Mich treiben darüber hinaus auch noch andere Sorgen um. In unserer Zeit wächst nämlich der Verdruss über die Eliten. Das „Wutbürger-Phänomen“ ist zu einem der meistdiskutierten Themen dieses Jahrzehnts geworden. Intellektuelle weltweit machen sich Gedanken über die Ursache dieser besorgniserregenden Entwicklung. Unsere Gesellschaft erlebt zurzeit einen „Riss“ zwischen zwei großen Bevölkerungsgruppen. Die Politik- beziehungsweise Sozialwissenschaftler Wolfgang Merkel, Ruud Koopmans und Michael Zürn unterscheiden in einem von ihnen herausgegebenen Sammelband zwischen „Kosmopoliten“ und „Kommunitaristen“.

Es gibt jene, die von der Zukunft profitieren und ihr deswegen gelassen gegenüberstehen. Sie sehen in ihr vor allem die Chancen und betrachten die Globalisierung unserer Welt mit Optimismus. Diese Gruppe wird als Kosmopoliten bezeichnet. Doch viele Menschen haben auch Angst vor Veränderungen. Sie glauben, die Zukunft wird nichts Gutes und gegebenenfalls nur den stets möglichen gesellschaftlichen Abstieg für sie bereithalten. Angesichts der „Öffnung“ der Welt sehen die Kommunitaristen insbesondere die Gefahren. Sie haben oftmals das Gefühl, von den Eliten der Gesellschaft nicht wirklich wahrgenommen zu werden.

Die bekannte Unterscheidung in „anywheres“ und „somewheres“ des britischen Journalisten und Autors David Goodhart stützt diesen Befund. Goodhart unterscheidet „anywheres“, die gebildet und wohlhabend sind und sich auf der ganzen Welt in ihren Kreisen wohlfühlen werden, sowie „somewheres“. Sie sind ganz anderen sozialen Milieus zugehörig und an einen bestimmten Ort verwiesen, an dem sie arbeiten, leben, ihre Freunde haben und mühsam ihren Status behaupten müssen.

Die Elite von morgen

Die allermeisten „Fridays for Future“-Aktivisten wissen: Ihnen gehört die Zukunft. Viele haben die klassische Biografie eines Kosmopoliten. Ihnen wurde durch ihre soziale Herkunft alles in die Wiege gelegt, um zum Profiteur unseres Systems zu werden. Einfach alles stimmt: das Auftreten, das soziale Umfeld und natürlich die Bildung.

Obwohl sie den Weltuntergang als permanente Drohung vor sich hertragen, bereitet ihnen ihre Zukunft keine Angst. Warum denn auch? Für sie stehen die Türen sehr weit offen. Sie beherrschen die komplizierten Regeln unserer individualisierten Wissensgesellschaft ganz genau. Sie werden ihr Praktikum in Brüssel und nicht in Bottrop machen. Lieber EU-Kommission als Einzelhandel. Der wird zukünftig eh keine Chance mehr haben. Und außerdem: Connections regeln! Ihr englischer Wortschatz ist meist größer als der deutsche. Perfekt vorbereitet also auf die Zukunft, komme was wolle. Denn sie sind die Elite von morgen. Das Gefährliche daran: All das ist den Demonstranten meist gar nicht bewusst.

Die gut ausgebildeten „Fridays for Future“-Aktivisten sehen sich selbst lieber als unverstandene Außenseiter der Gesellschaft. Außenseiter sein, erst das macht das Rebellentum sexy. Dabei denke ich mir: Was muss ein sozial Abgehängter denken, wenn sich auf einmal wohlhabende Kosmopoliten in der Rolle des Außenseiters gefallen! Und sie gefallen sich nicht nur in ihr. Nein, sie inszenieren sie regelrecht.

Die klassische Rollenverteilung zwischen „Täter“ und „Opfer“ im gesellschaftlichen Kontext wird dadurch gleichsam in fahrlässiger Art und Weise auf den Kopf gestellt: Nicht länger die alleinerziehende Mutter und Multijobberin wird als Opfer der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse gesehen, sondern der klimabewusste Stipendiat und Einser-Abiturient, der erleben muss, wie Billigfleisch-Konsum unsere Umwelt gefährdet.

Alles eine Frage des Lebensstils

Doch damit nicht genug: statt den Sorgen hart arbeitender Menschen Gehör zu schenken, wird diesen auch noch ihr umweltfeindliches Dieselauto, das sie für die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz benötigen, zum Vorwurf gemacht.

Statt Gerechtigkeitsfragen bei „Fridays for Future“ mit zu bedenken, reduzierte sich die Bewegung von Anfang an rein auf Fragen des Lebensstils. Auch in meinem Freundeskreis ist Artensterben einfach cooler als Altersarmut. Ist das Thema Gender hipper als Grundrente.

Vor allem Privilegierte kennen den sozialen Kodex des neuen „moralisch guten“ Lebens. Der neue grün-bürgerliche Habitus regelt das Freund-Feind-Schema der Klimadebatte. Ein Ausgrenzungsmechanismus, der ohnehin schon schlechter gestellte Mitbürger oft noch weiter ins Abseits befördert. Ein guter Mensch ist längst nur mehr, wer ein ökologisch einwandfreies Führungszeugnis vorzeigen kann. Das existenzielle Gefühl vieler, einfach nur irgendwie über die Runden kommen zu müssen, kommt in der Lebenswelt des (groß-)bürgerlichen Nachwuchses nicht vor.

In der Klimadiskussion der letzten Monate treffen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Welten, die sich immer weiter auseinander bewegen.

Auszug aus: Future for Fridays? Streitschrift eines jungen „Fridays for Future"-Kritikers, Quadriga, 14,90 Euro.

Hansgeorg Voigt | So, 20. September 2020 - 08:45

Die FFF Bewegung ist ein künstlich geschaffene von alten 68'ern initiierte Bewegung, die ihren Ursprung wohl in Schweden bei einem Asperga Kind, ihren Eltern und einer PR-Kampagne genommen hat. Diese Gruppe hat sich zu Multimillionären gemacht.
Die Frage, die sich stellt ist, warum ist FFF in Deutschland so stark und warum folgt die Politik den Forderungen.
Aus meiner Sicht ganz einfach:
Die Grünen haben nach 2015 ein neues Thema gesucht, eine "satte" Jugend sucht nach Orientierung und in Deutschland ist eine Regierung der Opportunisten und Ideologen am Werk. Dazu eine künstliche Öko Industrie, die nur von staatlichen Subventionen lebt. Mit Louisa Neubauer war von Vorne herein klar, dass hier keine Jugendbewegung am Werk war, sondern die gelangweilten Selbstverliebten aus der upper Class. Mit XR, "Ende Geländer" und Antifa wurde die Bewegung gekapert. Was die FFF noch nicht verstanden haben, mit Ökosozialismus führt der Weg nach unten - auch für die sorglose Jugend, aber mit Stil.

Fehlanzeige bei Erbschaftsansprüchen.

Die Aktivist_innen, so bei den Altachtundsechzigern, ebenso wie bei den gutbürgerlichen Blumenkindern und heutigen Olivgrünen, den w/m Jüngern der geschäftstüchtigen indischen Asketen, wie auch heute der materiell und sozial begüterten Töchter und Söhne der „Fridays for Future“ stellt sich erst mit zukünftigen Erbschaften die Frage nach dem Sinn und Zweck ihrer, heute als humanistisch verbrämten Klima und Weltrettung.

Geht es letztlich um die eigenen materiellen Ansprüche für die weitere Gestaltung der persönlichen Zukunft, dann werden alle Ideale über Bord geworfen. Siehe doch die Geburtswehen der GRÜNEN, der ostdeutschen Bürgerbewegung und deren (bürgerlichen) Linken. Selbst die einst pseudo- marxistisch-leninistischen und nationalistisch-maoistischen Aktivist_innen haben zumeist mit ihrer materiellen und sozialen Karriere im Kapitalismus und Imperialismus alle weltanschaulichen Grundsätze über die Reling geworfen.

und die anmaßende Herrschaft der Kindsköpfe. Wer mit dem güldenen Löffelchen im Mund geboren wurde und dann einfachen Leuten aus dem Volk vorwirft, sie lebten auf Kosten ihrer Kinder und deren Zukunft, hat für mich weder Anstand, noch Durchblick und Realitätssinn! Die Reemstma-Enkelin Luisa Neubauer hat noch keinen Cent für ihren Lebensunterhalt erarbeitet, will aber lebens- und leiderfahrenen Menschen erzählen, wie das Leben geht? Aber das scheint bei grün-links verbogenen Gören wohl so üblich zu sein: dass man als Wegweiser den Weg aufzeigt, ihn aber nicht mit geht, weil man ja soooo wichtig ist - Klima & Umwelt retten muss! Je primitiver und durchschaubarer das Ganze, um so interessanter für die linksdominierten Medien. Man ist verwundert und fragt sich: wem und wozu nutzt das, wenn unser Land destabilisiert und die Wirtschaft zerstört wird? Hier wird mit Fleiß das Pferd von hinten aufgezäumt: Erfahrung und Kompetenz ist hier nicht mehr gefragt, sondern nur noch infantile Hörigkeit!

helmut armbruster | So, 20. September 2020 - 08:52

es ist ja gut und wünschenswert, dass Jugend Idealismus hat und noch glaubt sie könne damit irgend etwas bewegen.
Dass die Jugend verwöhnt ist und sich nicht einmal vorstellen kann, dass die Zeiten nicht immer so üppig waren wie diejenige, in welcher sie gerade aufwachsen, das ist nicht gut.
Ich kenne keinen Jugendlichen, der jemals darüber nachgedacht hat, dass sich alles ständig ändert. Ein solcher Gedanke liegt der Jugend vollkommen fern.
Deshalb ist der Gesichtskreis vieler Jugendlicher so eng und so beschränkt. Und das Schlimme ist, dass gerade das der Jugend selbst in keiner Weise bewusst ist.

Dieter Freundlieb | So, 20. September 2020 - 08:53

Einerseits begrüße ich es sehr, dass es noch Menschen gibt wie den Autor dieses Buchs, der als ehemaliger Anhänger plötzlich psychologisch, soziologisch und politisch wichtige Einsichten darüber gewonnen hat, um was für eine elitäre Bewegung es sich bei den FfF-Klimaalarmisten handelt.

Was in dem hier abgedruckten Auszug allerdings völlig fehlt, ist eine m. E. noch viel notwendigere Kritik. Nämlich die Kritik an dem quasi-religiösen Glauben der Anhänger an das, was von den sogenannten Klimawissenschaftlern als 'Konsens' der Wissenschaft verbreitet wird. Und leider zeigt sich bei ihm selbst noch, dass er gar nicht unterscheidet zwischen der ubiquitären Umweltzerstörung und den Ursachen der Erderwärmung. Weder die Brandrodung von Regenwäldern noch das Aussterben exotischer Tierarten hat etwas mit den Ursachen des Klimawandels zu tun. Wie es scheint, glaubt er noch immer, dass die vom IPCC und in Deutschland vom PIK propagierten Ansichten wissenschaftlich zweifelsfrei sind.

Werner Baumschlager | So, 20. September 2020 - 20:52

In reply to by Dieter Freundlieb

Vor allem hat Klima nichts mit Plastik oder Bio zu tun. Im Gegenteil. Bio braucht 4x soviel Ressourcen pro Kilokalorie Nährwert. Die verwenden "Klima" einfach als Überbegriff für jeden Frevel gegen ihren Ökogott.

Stefan Bauer | So, 20. September 2020 - 09:07

... zum Aufgewacht-Sein.

Man muss kein "Klimagegner" sein, um diese ganze Bewegung längst als albern und aufgrund der beschriebenen elitären Übertreibung als kontraproduktiv zu erkennen.

"How dare you", der Welt aus dem Elfenbeinturm derart unrealistische und abgehobene Forderungen unterbreiten zu wollen.

Urban Will | So, 20. September 2020 - 09:26

oder gar Neues, eher Bagatellen, vor allem zu Beginn. Dann jedoch wird es doch interessant.
Vor allem freut es mich, dass (süd-)pfälzischer Freigeist letztendlich über FfF – Sekten - Irrsinn gesiegt hat.

Ein wenig erstaunt es mich, dass es Herrn Traub zur SPD verschlagen hat, die zum fast schon erbärmlichen Anhängsel dieser Bewegung verkommen ist.
Die Roten hängen an den Grünen, dem politisch sehr mächtigen Arm der Weltenrettungssekte, und verraten täglich ihre eigentliche Klientel, so dass nach Wegsterben der alten Stammwähler fast nichts mehr von ihnen übrig bleiben wird.

Die Grünen: Hier liegt das Problem, denn diese ebenfalls eher sektenartig auftretenden überheblichen Gesinnungschauvinisten haben inzwischen sehr viel Macht, sitzen in den Parlamenten, sind extrem stark vertreten bei den Leitmedien (Dauergäste bei Will) und werden u.U bald den Kanzler stellen, zumindest mitregieren.
Dann wird noch mehr Irrsinn zu Politik gemacht.

Die SPD-Gruppierung rennt in Sachen Klima (und nicht nur in diesem Punkt),der VDG hinterher.Die FFF-"Bewegung" kann getrost als eine Jugendorganisation der VDG angesehen werden.Die SPD-Gruppierung ist Deutschlands Blindgänger.Sieht lebt politisch gesehen in der schäbigen Kellerwohnung.Die VDG hingegen in der Belle Etage.

gerhard hellriegel | So, 20. September 2020 - 09:26

Ein sympathischer und ehrlicher artikel. Und er hat bestimmt einen wunden punkt erwischt. Trotzdem: als die suffragetten für das frauenwahlrecht kämpften, kamen denn die aus allen schichten? Oder waren nicht auch da die (mäßig) privilegierten überrepräsentiert? Oder noch allgemeiner: war es nicht immer schon so, dass im zuge sich entwickelnder arbeitsteilung es zunehmend mehr menschen gab, die dadurch in privilegierten verhältnissen die möglichkeit zu grundlegenden überlegungen hatten - und die welt veränderten?
Die alten griechen, diese alten sklavenhalter? Die mönche? Das gehobene bürgertum? Darwin? Marx und engels? Die akademiker? Privilegiert, aber nicht so, dass es einen korrumpiert: braucht man das nicht, um einen freieren kopf zu bekommen? Und bildung, um über den tellerrand hinaus blicken zu können? Warum war es den südstaaten-sklaven verboten, lesen und schreiben zu lernen? Die klimakrise ist abstrakt, corona und bundesliga nicht. Das selektiert.

gabriele bondzio | So, 20. September 2020 - 09:26

Nun , Herr Traub, da steckt schon Wahrheit in der Aussage. Denn die Erfolge von Gruppierungen und gewissen politischen Parteien sind ja hier konzentriert.
„Die Rebellion der Privilegierten, und die Bewegung bietet ihnen die perfekte Möglichkeit, ihren eigenen kosmopolitischen Lebensstil und das eigene Talent zur Schau zu stellen.“ ...ansonsten würde „die große Langeweile“ zuschlagen.
Die Menschen auf dem Lande leben die Arbeit im Zyklus der vier Jahreszeiten. Und haben kaum Zeit sich mit hippen, linksradikale-angesagte Ideen auseinander zu setzen, zumal sie ihr schwere Arbeit weiter kompliziert. Selbiges trifft auch auf die Erwerbsbevölkerung der unteren Schichten zu. Sie sagen es ja auch richtig, Klimaschutz wird hauptsächlich auf dem Buckel der Schwächeren gelegt. Und so Einiges wo Klimaschutz darauf steht, ist bei näherer Betrachtung keiner drinnen.
Zusammengefasst zu sagen, gestützt mit hochtrabenden Varianten die eigne Lobby in den Vordergrund zu rücken.

Ernst-Günther Konrad | So, 20. September 2020 - 09:39

Wow, ein erschreckend ehrlicher, selbstkritischer und realistischer Artikel. Inzwischen braucht man Mut, um als ehem. "Insider" aus dem Innenleben solcher Bewegungen auszubrechen und zu berichten.
Nein, sie sprechen nicht aus der Sicht von außen, Sie sprechen von selbsterlebtem, aus der Innenansicht. Es war kein Fehler, bei FfF mitzumachen, es war eine lebenswichtige Erfahrung. Nur wer ausprobiert, versucht, Grenzen für sich erkennt, es für sich analysiert und hinterfragt, der sammelt Erfahrung für sein Leben. Das haben Sie getan und ich kann Ihnen nur gratulieren, zu diesem sachlichen und unaufgeregten Artikel.
Niemand bestreitet den Klimawandel. Streit gibt es, ob er menschengemacht ist und wenn, wie man ihn abmildern kann.
Ich lese aber noch etwas anderes. Sie fuhren in Ihre "Heimat" und wurden mit dem "Wahren" Leben konfrontiert. Ja, Heimat, Bodenständigkeit, Herkunft und Kindheitszufriedenheit, Eltern und Schulfreunde sind alles Parameter auf dem Weg erwachsen zu werden.

Hermann Kolb | So, 20. September 2020 - 09:56

Wenn man auch nur das Offensichtliche anspricht, dass FfF weitgehend ein Elitenprojekt in ein paar westeuropäischer Staaten, dominiert von Grossstadtgymnasiastinnen ist , kann das bei liberalen Medien wie ZEIT online durchaus zur Sperrung des accounts führen.

Maria Mazur | So, 20. September 2020 - 15:11

In reply to by Hermann Kolb

nicht nur dort. Ich wurde auch Zeit meines Lebens bei Welt online gesperrt, da ich ähnlich, wie in diesem (ganz großartig verfassten) Artikel argumentierte.

Teils wurde hier bemängelt, dass zu wenig Kritik innerhalb des Artikels geübt wurde. Finde ich aber richtig. Der Beitrag an sich ist eine einzige Kritik. Weiter so!

Alfred Bucher | So, 20. September 2020 - 21:17

In reply to by Hermann Kolb

ist die Zeit schon lange nicht mehr. Sie haben vergessen die "Anführungszeichen" zu setzen.

Dieter Freundlieb | Mo, 21. September 2020 - 09:21

In reply to by Hermann Kolb

...und zwar wegen meiner politisch inkorrekten Kritik am Klimaalarmismus. Anscheinend auf Lebenszeit. Dabei hatte ich in keiner Weise normale Nettigkeitsregeln verletzt.

Danach hat man mehrmals versucht, mich zu einem Abonnement auf die Printausgabe überreden. Ganz schön dreist, dachte ich.

Als einige Wochen danach in der ZEIT ein Nachruf auf Raimund Fellinger erschien (Cheflektor bei Suhrkamp und dem Insel Verlag, Ehrendoktor der Uni Greifswald), den ich aus Studienzeiten noch persönlich kannte und zu dessen Ehren ich einen Leserkommentar schreiben wollte, hat man auch das abgelehnt. 'Klimaleugnern' kann man solche Rechte nicht geben bei ZEIT Online.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 20. September 2020 - 10:09

gerade auch als Fridays for Future Aktivist.
Sie haben da einen bemerkenswerten Text geschrieben und zwar den ersten, der mir zeigt, dass das besondere Kennzeichen von FfF NICHT "the lack of intelligence" ist oder nur zum Teil.
Hoffentlich bleiben Sie der SPD verbunden, denn Ihre Analyse zeigt sehr viel mehr für Ihre Zukunft und herrje, warum sollte die entsprechende gesellschaftliche Intelligenz nicht in die CDU/CSU hineinwachsen.
Intelligenz, ich sage immer, sie ist sozial oder sie ist nicht, weshalb klar sein sollte, dass ich bei FfF keine vermutete und deshalb Angst vor dann für mich eher "Mob" bekam, Intelligenz fällt durch Umgebung auf, die sie schafft, nicht die, von der sie profitiert oder protegiert wird.
Sie sollten aber auch keine Bange haben, dass die Wut auf FfF anwachsen wird.
Nur dann, wenn man "die Kleinen" als "nicht intelligente Marionetten wahrnimmt" und sich fragt, warum durch Steuergelder finanziert wird, was Gesellschaft zuletzt"verachtet".
VIVA Traub FfF

Ist für mich Friday for Firebugs. Es sind weitere willfährige Id... nein Marionetten.
Denn sie wissen nicht was sie tun, werte Frau Sehrt-Irrek.
Aber wenn einer der führenden Geistesgrößen nur Wind von dem Buch bekommt, (lesen wird es eh keiner, wie bei Sarrazin)wird ein Sturm losbrechen und Ihre gewünschte Zuneigung zur SPD, die Sie Herrn Traub wünschen, wird von den führenden Nullen der SPD schon verhindert. Glauben Sie mir.
Ansonsten allen einen schönen Restsonntag.

Gerhard Fiedler | So, 20. September 2020 - 10:09

Großartig, Herr Traub, was Sie da zu und über "FfF" geschrieben haben. Sehr lang und dennoch spannend! Bleibt zu hoffen, dass Sie trotz Werkstudent beim ZDF, SPD-Mitgliedschaft und einer möglichen späteren Karriere auch künftig zu solchen Äußerungen, aus welchen Gründen auch immer, noch fähig sind. Unsere Gesellschaft braucht solche Menschen wie Sie derzeit sind. Ich sage bewusst "derzeit", denn man ändert sich mit der Zeit. War selbst 16 Jahre in einem Stadtrat einer Kleinstadt als Vorsitzender der Grünen tätig, die meiste Zeit als Parteiloser. Heute will ich von diesen Träumern nichts mehr wissen. Bleiben auch Sie weiterhin nachdenklich!

Hans Page | So, 20. September 2020 - 10:10

FfF hochkommen. Früher (70er) standen die linken Studenten vor den Werkstoren um die Arbeiter zu agitieren und zu „befreien“; hat natürlich nicht geklappt. Was mich umtreibt ist wieso FfF so viel Unterstützung von Medien/Politik bekommt. Wer benutzt da wen oder ist es einfach weil die FfF Aktivisten eben die Kinder der Eliten in Medien/Politik sind? Wäre man gegenüber der FfF Bewegung auch so offen wenn die Aktivisten eben nicht hüpfende hübsche Mädchen wären sondern muskulöse Unterschichten Prolljungs? Wieviel Sexismus steckt in der Sympathie für FfF? Und wieviel politische Förderung erfährt FfF damit andere ihre eigenen politischen Ziele durchsetzen können; ist FfF nicht schon längst instrumentalisiert und von wem und warum? Wieso redet jemand wie Merkel mit FfF Protagonisten und nicht mit Pegida o.ä. die ja auch ernste gesellschaftliche Anliegen haben. Warum grenzt Merkel rücksichtslos große Teile der Bevölkerung aus und fördert alles was früher auf der extrem links war?

Sexualität?
Habe ich da nie gesehen.
Für mich sind mittlerweile selbst hochgradig Erwachsene Kinder.
Aber wie ich zuvor schrieb, scheinbar setzten die Medien auf Leute dieser Bewegung, die mich an deren Zuständigkeit für solche Fragen zweifeln liess.
Das hat sich jetzt mit diesem Text geändert und lässt hoffen.
Vielleicht kann man Aktivitäten irgendwann auf die Nachmittagsstunden des Freitag verlegen.
Wenn man "keinen" Bildungshintergrund bzw. Bildungswillen erkennen kann, sondern eher auf Kinderfeste oder Teenieparties tippt, dann wäre das schade, obwohl auch das seinen Platz haben will.
Intelligenz macht einen Unterschied, ich denke den der ernstfaften Befassung mit etwas...

Maria Arenz | So, 20. September 2020 - 10:19

Danke für den Abdruck dieses Beitrags. Ich habe schon länger den Verdacht, daß FfF in Deutschland das Sammelbecken für genau diese so treffend beschriebene Sorte "Jeunessse dorée" ist. Ich nenne sie "LDWWs" (Leute, die woanders wohnen). Die z.B. nicht auf billige Altautos angewiesen sind, um zu einer Arbeit zu fahren, die zu schlecht bezahlt ist, um sich Bio-Fleisch leisten zu können und viel zu wenig Freizeit lässt, um -als Alternative zum Fleisch- ausgewogenen vollwertig-Veganes zuzubereiten. Verzogene Fratzen, die trotz ihrer großartigen Bildung offenbar zu dumm sind um zu begreifen, daß auch ein Deutschland nach den Vorstellungen eines Herrn Morgenthau den weltweiten CO 2 -Ausstoß nicht einmal um 0,05 % reduzieren würde. Aber es geht ihnen ja im Grunde garnicht um die Welt- es geht dieser Spezies nur darum, sich als Elite zu fühlen und auf die tumbe Masse herunterschauen zu können. Für die Erarbeitung von Lösungen für reale Probleme sind sie deshalb unbrauchbar.

Hubertus Elster | So, 20. September 2020 - 10:22

Schön zu lesen der Buchauszug. Gratulation Herr Traub zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Fähigkeit eine eigene gesetzte Meinung zu korrigieren und diese Entwicklung auch öffentlich zu machen. Inhaltlich stimme ich Ihrer Analyse der FfF-Aktivisten und -Unterstützer voll zu. Nun könnte man sagen das die Jugend schon immer rebelliert hat, Veränderung oder Verbesserung bestehender Verhältnisse verlangte. Aber heute ist leider etwas Entscheidendes anders. Große Teile der Politik sowie der überwiegende Teil der Presse (Cicero und NZZ zum Glück nicht) stimmt in dieses Kanon der egoistischen Möchtegern-Weltverbesserer ein und unterstützt und treibt sogar die im Grunde völlig unsozialen Themen von FfF. Wo bleibt die Vernunft, die Weitsicht, die Forderung nach Ausgewogenheit den "normalen" Bürgern gegenüber seitens der "Erwachsenen" in Verantwortung? Wo sind sie? Da liegt die viel größere Gefahr weil das Gegengewicht und die Korrektur fehlt. Am Ende geht es immer um das Gleiche, Macht und Geld.

Ms Frei | So, 20. September 2020 - 10:49

die arroganten Bohemiens der FfF, aber auch der linken politischen Hetzer in den US haben nach meiner festen Überzeugung Trump zu verantworten. Die riesengroße Mehrheit drüben wie hüben lebt das so schön beschrieben reale Leben zwischen Sorgen und auch Freudendes Alltags.
Wie bitte benennt man heute einen dunkelhäutigen Afrikaner korrekt? Dürfen Roma-Tomaten noch verkauft werden? Ich habe das gestern meinen sichtlich verwirrten Gemüsebauern gefragt -aber nur im Scherz.

Mich erstaunt am meisten, dass diese winzige Gruppe großstädtischer verwöhnter Großmäuler und Nixleister überhaupt solches Gehör findet.
Wo bitte ist eine bodenständige CDU? Eine lesitungsorientierte FDP? Eine den Arbeitern verbundene SPD?
Grüne, Linke: Geschenkt.

Erklären Sie aber mal einem "Normalo" der schweigenden Mehrheitsgesellschaft die angebliche Konstruktion von 60 Geschlechtern.
Hej, Jungs und Mädels wollen abends feiern und flirten. Gott sei Dank!

Walter Müller | So, 20. September 2020 - 10:55

Hervorragender Beitrag über die arrogante Verlogenheit der Öko-Evangelikalen und ihrem Selbstverständnis. Für mich war es lange ein Rätsel, warum diese Szene von den Medien ausgerechnet in Deutschland so gehätschelt und gepäppelt wird. Doch nach und nach dämmerte es: im moralisch hochgerüsteten Deutschland gilt jeder, der für etwas vermeintlich Gutes eintritt als bewunderns- und förderungswürdig. Und zwar in jeder Hinsicht. Die zugehörige PR-Maschinerie funktioniert vor allem im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Für die Politik ist dies ein Glücksfall: Sie greift einfach je nach Lage und Stimmung ins Regal der gerade angesagten moralischen Werte und surft einfach auf der Welle der Guten mit. Dies macht übrigens unsere Bundeskanzlerin seit Jahre sehr geschickt: Prinzipen und Fachwissen sind im modernen Politbetrieb bedeutungslos geworden, die Macht sichert allein das geschickte Verstärken aktueller Stimmungen bzw. deren Inszenierungen. Dieses Muster fällt offenbar kaum jemandem auf.

Dr Oliver Strebel | So, 20. September 2020 - 11:00

Sie haben es nur nicht erkannt. Ohne ihr gut situiertes Milieu sind sie nicht existenzfähig. Ihr Milieu ist jedoch ohne die Gesellschaft der Bundesrepublik nicht überlebensfähig. Deren Existenz wiederum hängt davon ab, dass im "Sweat Shop Germany" Menschen, von denen 40% sinkende Realeinkommen haben, mit den klimadesinteressierten Chinesen um die Wette schuften. Scheitern diese Menschen aufgrund falscher gesetzlicher Rahmenbedingengen, verschwindet das FfF-Milieu spurlos im Kampf um die eigene Existenz.

Kosmopolit oder Anywhere kann man mE. ab einem Vermögen von 2-3 Mio EUR aufwärts sein. Nur dann hat man sicher die Mittel, sich jederzeit woanders auf der Welt niederzulassen und nicht beim nächsten Ortswechsel in der Gosse zu landen.

Viele Ziele der Anywheres haben mit dem Klima nichts zu tun. Die gewöhnlichen jungen Somewheres haben noch nicht erkannt, dass es sich bei der FfF-Bewegung um eine geschickte internationale PR-Kampagne handelt. Für die Versorgung der jungen Mitläufer sind noch die Eltern zuständig und bei den mitlaufenden Lehrern der Staat. Viele Eltern werden bald merken, dass diese grüne Kampagne ein Angriff auf unsere Wirtschaft und damit auf viele Arbeitplätze ist. Die Anywheres (Millionäre) suchen sich dann einen neuen schicken, steuerlich günstigen Ort zum Moralisieren aus der Ferne, Golfen und Flanieren.

Manfred Bühring | So, 20. September 2020 - 11:05

FfF ist eine elitäre Bewegung weltuntergangs-besorgter, aber verwöhnter Jugendlicher aus den städtischen Milieus, die im Kern undemokratisch ist. Nicht umsonst stammt der Kopf der Bewegung, Luisa Neubauer aus dem Hamburger als Nobelvorort Blankenese. Galt im vorigen Jahrhundert noch die "Diktatur des Proletariats" als notwendig zur Rettung der Arbeiterklasse, so verkörpert heute die "Diktatur der grünen Weltenretter" den Zeitgeist. Nicht umsonst werden die Corona-Einschränkungen unserer bürgerlichen Freiheitsrechte von den Grünen als Blaupause zur Durchsetzung der aus ihrer Sicht notwendigen Maßnahmen zur Rettung der Welt vor dem unmittelbar bevorstehenden Klimakollaps angesehen und deshalb auch vorbehaltlos mitgetragen. Und nicht zufällig plädieren die Grünen für die Herabsetzung des Wahlalters für den BT auf 16, weil das genau ihr Milieu betreffen würde. Wann endlich regt sich Widerstand auch in der Parteienlandschaft gegen dieses Dauerfeuer von Weltuntergangsszenarien?

Holger Jürges | So, 20. September 2020 - 11:23

...nimmt plärrend den wirtschaftlichen Absturz "der Mitte" in Kauf. - Arroganz contra Vernunft: Das militante Schreien nach sofortigem Wandel begräbt die Ratio und eine reale Wahrnehmung unter sich, und die Kanzlerin klatscht dazu, selig besoffen von ihrer Offenheit "für die Jugend".

Wenn VdL 90 Prozent Emissionseinsparung fordern würde, wäre es der pseudo-avantgardistischen Klicke noch immer zu wenig. - Es graut einen geradezu vor dieser monströsen Erbarmungslosigkeit einer selbst ernannten Elite ! - Dieses unduldsam-rigorose Eintreten für eine Sache, die ohne rationale Lösungen unsere Gesellschaft wirtschaftlich töten würde, stört besagte Klicke mitnichten, in der selbstgewählten Gefangenschaft ihres von Fanatismus getränkten Elfenbeinturms. - Die vernünftigen Kräfte der Gesellschaft sind aufgerufen, sich diesem dekadenten Unsinn entgegenzustemmen...

Wolfgang Jäger | So, 20. September 2020 - 11:31

Ein wirklich notwendiger Text. Vielen Dank für die Veröffentlichung! Man sieht, wie gerade dieses Buch offenbar tabuisiert wird. In den Buchhandlungen jedenfalls liegt es nach meinen Erfahrungen meist nicht sichtbar obenauf. Wann wird Herr Traub mal in eine der etablierten Talkrunden eingeladen? Ich fürchte, nie. Und das sagt einiges aus über den Zustand unserer Gesellschaft und Medienlandschaft.

Maria Fischer | So, 20. September 2020 - 11:34

Am Freitag bekam ich eine Mail von einer Kollegin, die ich um die Verschiebung eines Termins gebeten hatte.
Mail:„Das passt super, dann kann ich früher zur Klimademo.“

In Erinnerung an Monty Pythons „Steinigung“ antwortete ich mündlich:
“ Ich gehe direkt zur Steinigung, das ist konsequenter".

Bernd Muhlack | So, 20. September 2020 - 14:42

In reply to by Maria Fischer

Zur Klimademo?

Ist ihrer Kollegin nach Chelmerei zumute?
Chleudert diese Purschin zu Poden!

Frau Fischer, Ihnen ist sicherlich bekannt, dass Weibsvolk bei einer Steinigung nichts zu suchen hat, oder?

In diesem Sinne:
Always look to the bright side of life!

Der Herr Traubs ist in der SPD und praktiziert beim ZDF?
Dann kann er doch auch bei FfF bleiben!

Gleichwohl ein lesenswerter Artikel, das Buch brauche ich jedoch nicht. Wozu?

Christa Wallau | So, 20. September 2020 - 11:39

eines "Geheilten" zu lesen.
Wenigstens e i n e r hat ganz klar begriffen, was die FFF-Bewegung im Kern ist: Eine Luxus-Veranstaltung von Priviligierten!
Mein Gott, wo ist der Realismus geblieben???
Wo die Vernunft?
Wo der gesunde Menschenverstand?
Das Bewußtsein für das Durchschnittsleben der
Bürger?
Unsere Parteien sind weit weg vom Leben und den Sorgen der Menschen in Deutschland, und die
Medien und NGOs nicht weniger. Bei uns gibt es eine "ELITE" - jedenfalls hält sie sich dafür -, die
mich an die Königsfamilie und den Adel in Frankreich vor der Revolution erinnert:
Total abgehoben!
Wo bleibt das Volk, das sich dagegen erhebt?
Immerhin gibt es "Revolutionäre" im Bundestag, die flammende Reden gegen den Irrsinn der "Eliten" halten, aber kein Fernsehen sendet diese Reden zur besten Sendezeit und keine Zeitung druckt sie ab. Das Volk soll das alles nicht hören. Das ist doch abscheulicher "Nazi-Kram"!
Und der nicht sehr helle deutsche Michel tut der "Elite" brav den Willen...

Romuald Veselic | So, 20. September 2020 - 11:56

genannt als Flippin' for Fools), ist in 95 Prozent der Länder auf dem Globus, kein Thema. Mehr als 2/3 der EU-Länder, bezogen auf die Bevölkerung, halten nichts davon. Mild-defensiv geäußert.
Ich glaube, die FfF-Jünger würden anderswo ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, falls sie in Budapest oder Zagreb protestiert hätten. Nicht durch "Police Brutality", sondern durch die indigene Bevölkerung selbst, denn ihre Existenzbasis, mit Wirklichkeit zu tun hat, und nicht mit FfF-Phantasien. Dann handeln sie hemdsärmelig und mit geballten Fäusten.
Was in Zukunft/in 50 Jahren los wird, müssen die künftigen, noch nicht geborenen Generationen selbst lösen/bewältigen. Bis dahin, werden die aktuellen FfF-Hüpfer, selbst alte/weiße Mann/Frau & LGBTQ+ sein.

Werner Kistritz | So, 20. September 2020 - 11:57

Fridays for future spaltet also die Gesellschaft.
Wenn Sie Friedrich März fragen würden, würde er sagen: "Wir brauchen Eliten!"
Und sind nicht die Studenten von heute die Entscheider von morgen? Ist es nicht toll, daß es gerade dort diese fortschrittlichen Gedanken gibt?
Mein lieber Herr Traub: Die Gesellschaft i s t gespalten! Das könnte man wissen, wenn man in der SPD ist.
"warum sich immer mehr Menschen fragen, wann endlich für ihre Alltagssorgen auf die Straße gegangen werde"
Man könnte auch wissen, daß ich nicht erwarten kann, daß jemand für mich auf die Straße geht. Ich muß den A... schon selber bewegen (Internationale: "es rettet uns kein höhres Wesen..."). Nochmal zum mitschreiben: es gibt ein oben und ein unten, und jeder macht sein Ding, bzw. die unten machen nix. Muß ich da Mitleid haben?

Heidrun Schuppan | So, 20. September 2020 - 13:05

In reply to by Werner Kistritz

Von denen da unten hat auch keiner je eine Chance, in den Bundestag gewählt zu werden, ein Herr Blasius und eine Frau Neubauer schon. Und von denen da unten hat auch keiner je eine Chance, in eine Talkshow eingeladen zu werden, die beiden genannten schon. Denn sie treten anders auf, reden geschliffener – das ist in den Medien gewünscht. Ist halt so und wird sich auch niemals ändern. Cindy aus Marzahn war da die Ausnahme – aber eher so als Alibi-Frau aus dem Kiez. Eine Bewegung ist daraus nicht geworden.

Günter Johannsen | So, 20. September 2020 - 16:25

In reply to by Werner Kistritz

... stimmt so nicht ganz!
Denn: Heute hat fast jeder Bürger Angst, als Nazi identifiziert zu werden. In einem Klima des Hasses und der Angst wird die Meinungsfreiheit erstickt und die Gemeinschaft vergiftet. Und ich befürchte, das ist die Absicht gewisser linksextremistischen Ideologen. Sprache allein verrät, wes Geistes Kinder hinter linker und rechter Hetze - vom Hass angestachelt - steckt! In einem politischen Klima der Alternativlosigkeit laufen selbst Journalisten Gefahr, zu Hofberichterstattern oder Staats-Propagandisten zu werden!

Reinhard Getzinger | So, 20. September 2020 - 18:32

In reply to by Werner Kistritz

Mitleid ist die Ertränkung des Rechts im Mistloch der Gnade
Die da unten machen auch ihr Ding, und denen da oben gefällt gar nicht, was sie da sehen.
Wenn die da oben auf die Straße gehen, werde sie von den Medien als Helden gefeiert.
Wenn die da unten ihren Arsch bewegen, bekommen sie von den Medien einen Tritt in denselben...

Werner Baumschlager | So, 20. September 2020 - 20:47

In reply to by Werner Kistritz

Mit den Machtlosen da unten, die täglich um ihre materielle Existenz kämpfen müssen, musst du kein Mitleid haben.

Maria Fischer | So, 20. September 2020 - 12:12

Vielen Dank für Ihre Analyse, aber bitte keine Schwarz-Weiß Malerei. Es gibt viele Ärzte, Anwälte, Elektriker, Installateure, Unternehmer, Intellektuelle, die keinesfalls Kinder haben, die unter einen Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom leiden.
Und das mit der „Provinz“ ist eine Frage der Perspektive: Was glauben Sie, wie Provinziell die deutschen Grünen, Esken&Co oder Fridays for Future Aktivisten aus der Perspektive Paris, Wien, London, Provence, Den Haag, Madrid, Rom oder Milano ausschauen?
Viele Menschen dort haben wesentlich mehr Gemeinsamkeiten mit der Pfalz als mit manchen Möchtegern Aktivisten in Berlin oder Köln.
Wissen Sie wie spießig Blankenese sein kann?
Wechseln Sie die Perspektive: Packen Sie ihre Koffer und leben Sie für eine Zeit woanders, lesen Sie Shakespeare, atmen Sie seine moralische Indifferenz ein, essen Sie gute Produkte und erweisen Sie, ob mit oder ohne Fleisch, dem Klima und diesen Kulturen die Ehre."Das Provinzielle" ist immer eine Frage der Perspektive.

Brigitte Simon | So, 20. September 2020 - 12:36

Ich kann mich nur nochmals bedanken. Ihre Ge-dankenwelt - gepaart mit Selbstkritik - macht ihr Buch für mich sehr wertvoll. Was soll ich dazu noch sagen? In meiner überfüllten Bibliothek muß ein Buch in der obersten Reihe weichen. Platz machen für "Clemens Traub.

Hans-Jürgen Ott | So, 20. September 2020 - 12:54

Sie kennen weder Hunger noch arbeiten müssen am eigenen Leibe, das wäre auch viel zu profan.

Edgar Timm | So, 20. September 2020 - 13:02

ist das Problem, sondern auch die Forderung nach "Offenen Grenzen" (kein Mensch ist illegal) geht auf Kosten der sozial Schwächeren. Es ist eine ungeheure Arroganz, wenn Spitzenverdiener in ihren Villen, Luxuswohnungen in gehobenen Lagen oder Bischofssitzen die hart arbeitenden aber finanziell schlechter gestellten Mitbürger als Nazis bezeichnen, weil sie nicht die Lasten tragen wollen, die Ihnen die Gutmenschen aufbürden.

dieter schimanek | So, 20. September 2020 - 13:06

Wer einen Globus zu Hause hat u. nach DE sucht, der wird feststellen, es ist ein kleiner Fleck im großen Rund. Wer dann immer noch meint, er könnte mit diesem minimalistischen Fleck die Welt retten, ist der gebildet? Während der Kommunalwahlen sprach ich mit einigen Grünen, die den Wahlstand betrieben. Ich fragte nach dem CO2 Gehalt der Luft, den Grenzwerten für NOX und wie viel % Wald DE besitzt. Keiner der Wahlkämpfer hatte die geringste Ahnung. Die Antwort: Wir studieren ja auch Jura. Bei ähnlichen Fragen an die Beteiligten der FfF Demos kam zu der Frage nach dem CO2 Gehalt der Luft die Antwort: Zwischen 40 u. 60% in dem Fall gebe es keine Demos mehr. Das ist die Bildung von Teilnehmern der Umweltdemos. Wie man Strom in Leitungen speichert u. den Kobold in den Tank packt, das weiß die grüne Elite.

Städtler Michael | So, 20. September 2020 - 13:32

Selber finde ich diesen Bericht und die Erkenntniss völlig richtig, doch der Schaden ist Groß den die FF-Bewegung in Wirtschaft und Landwirtschaft angerichtet hat.

Gisela Fimiani | So, 20. September 2020 - 14:00

Kompliment, Herr Traub, für Ihren Realitätssinn und Ihren kritischen Verstand. Offenbar fühlen Sie sich der (ganzen) Wahrheit verpflichtet, wofür ich Ihnen dankbar bin. Ihre Diagnose trifft aber nicht nur auf FfF zu. Sie beschreibt ebenso zutreffend einen großen Teil der Medien-Akteure. Allen voran die ÖR Medien, die, wohlversorgt durch Krankenschwester und Kassiererin, „glasklare Feindbilder, ein eindimensionales Weltbild, eine elitäre Selbstüberschätzung, moralische Überheblichkeit.....“ (Fortsetzung zu lang) an den Tag legen. Auch hier ist Realitätsverweigerung kennzeichnend, denn hier versorgt nicht der Juristenvater oder die Arztmutter sondern Vater Staat, der seine Bürger dafür heranzieht. Es sind deshalb diese Medien, die FfF hypen. Während man den Jugendlichen noch Naivität zugestehen kann, bezeichne ich die eitlen, manipulativen Halbwahrheiten der Medien als Verbrechen gegen die Wahrheit und Verachtung der Bürger...deren Brot sie gern und reichlich essen.

Günter Johannsen | So, 20. September 2020 - 14:09

Danke für diesen Beitrag, der aufzeigt, welches Klientel aus welcher Perspektive heraus dem Souverän das Leben erklären will.
Das ist das gleiche abscheulich-arrogante Niveau, auf dem das berüchtigte Kinderlied "Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau" entstehen konnte und vom WDR-Kinderchor "kunstvoll" im TV in Szene gesetzt wurde! Einfach unterirdisch!

Fritz Elvers | So, 20. September 2020 - 14:30

wird nicht dadurch falsch, weil sie von privilegierten Jugendlichen kommt. Man muss sich schon mit den Inhalten auseinandersetzen.

Wenn man das nicht kann oder will, sollte man doch lieber was anderes machen. So einfach ist das.

Gabriele Graunke | So, 20. September 2020 - 14:42

An welcher Uni gibt es heute noch Plastik-Geschirr? Die Himbeertorte wird auf der Hand balanciert? Gibt es an der Uni keine Teller?
Das Ganze kommt mir wie ein netter Erlebnisaufsatz vor! Trotzdem gratuliere ich Herrn Traub, dass er den Absprung von FfF gefunden hat. Mir war noch nie klar, warum die diversen Gallionsfiguren von FfF, die vor allem angelesene Luftblasen von sich geben, so hofiert wurden und noch werden.

Jürgen Keil | So, 20. September 2020 - 14:52

Herr Traub hat nur die halbe rote Pille (Matrix) genommen, aber er ist den ersten Schritt gegangen. Nun müsste der Zweite folgen, die Auseinandersetzung mit dem quasireligiösen Glauben an die Ausschließlichkeit "menschengemachten" Klimawandels.

Yvonne Stange | So, 20. September 2020 - 16:25

... "Karriere" macht der Verfasser ja trotzdem noch, beim ZDF. Hat doch super geklappt. Bestimmt ist auch ein Posten in der SPD drin, man sollte nur darauf achten, von Pferd zu steigen, wenn es tot ist....
Mein Anmerkung zum Artikel. Viel Neues bietet er nicht, für die, die die ganze Sache schon lange durchschaut haben... Man sollte gut darauf, wer einen lobt. Wenn das Lob von dieser Regierung kommt und die Ermunterung, weiter zu machen, dann macht man auf jeden Fall etwas falsch!!
Ein guter Artikel auf "Rubikon", er heißt "Der Niedergang", sehr lesenswert.

Simone Büchl | So, 20. September 2020 - 16:52

aber zumindest in diesem Ausschnitt Ihres Buches, vermisse ich Folgendes:

Vielleicht gehören viele der FfF-Demonstranten zur jungen Elite. Trotzdem werden sie nicht nur vom "Proletariat" sondern auch vom "Bildungsbürgertum" kritisiert.
Erstere Kritiker haben Sie sehr gut beschrieben. Zweitere sehen jedoch die Hypokratie der FfF-Bewegung.
Veganiamus ist nicht unbedingt das beste Mittel gegen den Klimawandel (Avocados, Jackfruits, etc. wachsen nun einmal nicht in Deutschland).
Auch Second Hand ist nicht klimaneutral. Das Fliegen wird auch nicht sauberer, nur weil es teurer wird.
E-Autos benötigen auch knappe Ressourcen...
Bzgl. FfF finde ich folgendes Zitat von Herrn Schopenhauer sehr treffend:
"Gesunder Menschenverstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber kein Grad von Bildung den gesunden Menschenverstand."

Günther Gaida | So, 20. September 2020 - 18:17

Kam nicht auch ein großer Teil der 68er RAF
Aktivisten aus diesen gutbürgerlichen Kreisen.
Wer um 6 uhr oder früher aufsteht um 8 Stunden zu arbeiten,kommt nicht auf solche Ideen

PS Warum müssen( Student*innen)um 9 Uhr aufstehen?
Weil Penny um 10 UHr schließt.
Leistet mal was außer dreimal das Studium zu wechseln.

Bernd Muhlack | So, 20. September 2020 - 18:42

Ja, ich habe diesen Mega-Artikel gelesen.
Informativ, aber wozu sollte ich das Buch kaufen?

Ich lebe schon länger hier, habe in 1981 abiturt.
Wir waren 114 "Oberprimaner", außer KR haben alle bestanden.
Die Eltern waren von der Putzfrau, Hilfsarbeiter bis zum Unternehmer, Arzt, Jurist und Ingenieur aufgestellt.

Ich will hier eine Lanze für die Arzttöchterchen brechen!
Conny und Biggi (alias) waren ganz tolle, liebe Mädels, keinerlei Dünkel oder "Kohle heraus hängen!"
Ein oller Käfer und ein rostiger Fiat Bambino.
Mein bester Kumpel FKB war ebenfalls (Chef)-Arzt-Sohn.
Wir waren ein Dream-Team, Pferdestehler!

Damals gab es keine "Schule ohne Rassismus, gegen Rechts und Gedöns".
Schönes Schild, tolles Motto!
Aber wat zählt is auffem Platz, gell?

Waren wir deswegen Ignoranten?
Bereits als Jugendliche ewig Gestrige?

Weltoffen, tolerant?
Na klar.
ABER "unsere Quadriga" ist nicht dem "Weltrettungs-Hype" verfallen!
Leider sieht man sich nur noch selten.
("Schau mir in die Augen Kleines!")

Stephan Kraa | So, 20. September 2020 - 20:21

Danke für Ihre Analyse, Herr Traub. Vieles davon konnten sich Menschen mit klarem Verstand ohnehin schon denken. Und jetzt bringen Sie das mal, in Kurzform, bei Ihrer jetzigen Praktikumsstelle als Kommentarvorschlag. Ich glaube, das würden die Herrschaften dort nicht so toll finden. Ebenso wie Ihre Parteigenossen. Es geht im Leben nicht nur darum, aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen, sodern auch, dann entsprechend zu handeln. Aber ich denke bei Ihnen besteht Hoffnung.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Kraa

So erwähnenswert die Läuterung des SPD-Youngstesr Traub auch ist, aber ihn hier als "Heilsbringer" auf den Schild zu heben, ist etwas abwegig. Er und seine Mitläufer haben genau das mit zu verantworten, was er jetzt selbst beklagt nach dem Motto "Haltet den Dieb". Eigentlich ist es schlimm, dass ein wohl aufgeweckter Jugendlicher erst jetzt zu solchen Erkenntnissen kommt.

Anka Dubiel | Mo, 21. September 2020 - 00:36

Inhaltlich und sprachlich ein gelungener Beitrag. Man kann zwar anmerken, dass die Zeit, in der Abitur und Umzug in eine Unistadt etwas Elitäres hatte mindestens seit 25 Jahren vorbei ist, ebenso, dass einem mit einem Hochschulabschluss die Welt offen stand, aber das sind Kleinigkeiten. Man kann verteidigend feststellen, dass das Phänomen, dass Menschen in der Oberstufe oder im ersten Semester glauben sie könnten und müssten anderen die Welt erklären, ist so alt wie die Oberstufe und die Uni selbst. FFF ist da also wirklich nichts Neues. Aber auch das ist nicht so entscheidend.

Wichtiger ist es mir hinzufügen, dass eine Gruppe ausgespart wurde. Die Gruppe der Unprivilegierten, die dabei sind, weil sie die Welt der Privilegierten fasziniert, aber lediglich als Stichwortgeber, Wasserträger und Kulisse missbraucht werden und das nicht einmal merken.

Gunther Freiherr von Künsberg | Mo, 21. September 2020 - 15:28

Sowas ähnliches wie in diesem Artikel beschrieben, hatten wir schon mal, auch die
“ systemkritischen“ 68-er stammten im Wesentlichen aus Akademikerhaushalten. Wenn auch die Methoden sich deutlich voneinander unterscheiden, so waren doch die wesentlichen Mitglieder der RAF Kinder aus Akademikerhaushalten und/oder auch selbst Akademiker. Z.B.
Andreas Baader, Vater Kunsthistoriker (im Krieg verschollen)
Ulrike Meinhof, Eltern Kunsthistoriker
Gudrun Enßlin, Pfarrerstochter
Jan Carl Raspe, Fabrikantensohn
Horst Mahler, Zahnarztsohn
Wolfgang Grams, Vater Waffen-SS
Brigitte Mohnhaupt, Vater Verlagskaufmann.
Ein wesentlicher Unterschied zur 68-er Situation ist der, dass die heute modern erscheinenden Systemkritiker sich der Verbreitungsmedien Fernsehen und Internet bedienen können um ihre unrealistischen Forderungen darzustellen, ohne damit eine strafrechtliche Verfolgung zu riskieren.