Coronakrisenküche - Mutter aller Pasta: Spaghetti aglio e olio

Allseits beliebt und in der Krise massenhaft gekauft: Pasta. Das Teigprodukt hat seinen Ursprung im Süden Italiens und ist aus Deutschland nicht wegzudenken. Und selbst wenn das Rezept mit drei Zutaten überschaubar ist, hat die Zubereitung klare Regeln.

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Reisebeschränkungen zwingen zum kulinarischen Urlaub / dpa

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Während Berliner Spitzenköche im Berliner Tagesspiegel über ausbleibende Gourmet-Touristen aus aller Welt und gestörte Lieferketten für lebenden bretonischen Hummer und abgehangenes Nebraska-Rind jammern haben jene Zeitgenossen, deren Interesse an lebenden bretonischen Hummern und abgehangenem Nebraska-Rind eher überschaubar ist, ganz andere Probleme.

„Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Kochkompetenz der Deutschen drastisch sinkt", beklagte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), in der vergangenen Woche. „Der Wegfall des Angebots von Schnellrestaurants, Pommes-Buden und Italiener-um-die-Ecke wirft die Leute nun dramatisch zurück auf ihre eigenen Kochkünste, und die sind begrenzt."

Das Wissen, wie man sich aus mehreren Komponenten eine Mahlzeit zubereitet, werde in den Familien kaum noch vermittelt. Eine Fertigpizza könne noch jeder in den Ofen schieben, aber schon eine Kartoffel zu kochen, sei eine Herausforderung. „Da müssen Sie wissen: Mit oder ohne Schale kochen? Wenn ja, wie viel Salz muss da ins Wasser rein? Wie lange muss ich die dann kochen?", so Minhoff. An karg gefüllten Vorratsregalen liegt es jeden jedenfalls nicht, wenn die Krise in der Küche ausbricht.

Starker Anstieg der Pasta-Verkaufszahlen

Laut BVE-Erhebungen wurden im März zum Beispiel 170 Prozent mehr Nudelteigwaren verkauft als im Vorjahresmonat. Selbst beim legendären Klopapier waren es „nur“ 118 Prozent. Nun dürfte es kaum jemanden überfordern, Spaghetti irgendwie zu kochen, eine erwärmte Fertigsoße darüber zu kippen und das ganze mit Parmesan aus der Tüte zuzuschütten.

Doch wer sich auch nur einen minimalen Rest an Genussempfinden bewahrt hat und essen nicht nur als Sättigung begreift, wird davon ziemlich schnell die Nase voll haben. Die Vorstellung, damit dauerhaft die 170 prozentigen Übermenge an Pasta-Vorräten zu verarbeiten, ist jedenfalls wenig verlockend. Wir machen das besser! Das Stammland von Spaghetti, Tagliatelle, Fusilli, Penne & Co aus Hartweizengrieß – also Pasta – ist der Süden Italiens.

Grundregeln der Nudelzubereitung

Italienische Arbeitsmigranten etablierten Pasta auch in Deutschland, wo sie die traditionellen Eiernudeln inzwischen weitgehend verdrängt haben. Gute Pasta zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie den Geschmack ihrer Beigaben sehr gut aufnehmen und „transportieren“ kann. Kaum ein Grundnahrungsmittel auf der Welt kennt so viele dokumentierte Zubereitungsarten.

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Karsten Paulsen | Sa, 2. Mai 2020 - 19:01

Wie oben beschrieben, ein gutes Trüffelöl drüber, Salz aus der Mühle drüber ... fertig.

Michaela 29 Diederichs | Sa, 2. Mai 2020 - 19:16

Die frische Chili ersetze ich bei nur 2 Personen durch Chiliflocken. Lässt sich in der Schärfe besser dosieren und man behält keine halbe Schote zurück.

Barbara Piele | So, 3. Mai 2020 - 14:40

In reply to by Michaela 29 Di…

...um ein wunderbar simples Pasta-Gericht. Meine ich.
Das war, ist und bleibt mein sog. "Notessen", wenn ich keine Lust oder keine Zeit habe. --- Ich kann Ihnen trotzdem nur frische Schoten empfehlen. Das ist dann schon noch geschmacklich eine etwas andere Hausnummer.
Kennen Sie übrigens das Rezept (auch ganz simpel):

https://www.stern.de/genuss/essen/rezept-cacio-e-pepe---fuer-diese-geni…

Das ist dann das noch schnellere "Notessen." Nach der Devise: Verschlungen ist die Pasta. - Ansonsten: Uffpasse wie der Hesse sagt.

Wolfgang Dubbel | So, 3. Mai 2020 - 08:17

ich koche sie in einem 3x kleineren topf, breche sie auch durch, 1 stück butter dazu ...... mir ist noch keine sauce auf dem teller zurückgeblieben...

Wolfgang Dubbel | So, 3. Mai 2020 - 08:17

ich koche sie in einem 3x kleineren topf, breche sie auch durch, 1 stück butter dazu ...... mir ist noch keine sauce auf dem teller zurückgeblieben...

helmut armbruster | So, 3. Mai 2020 - 08:39

Ja, schauen Sie ruhig im Wörterbuch nach.
Ich mache mich nur ein bisschen lustig über die Cicero Redaktion, die sich in diesen Zeiten nicht zu schade ist über Kochrezepte zu philosophieren. Hauptsache das Volk ist beschäftigt und bleibt ruhig.

Ich empfinde die Beiträge als wunderbare Bereicherung meines Alltags. Manches koche ich anders, manches kenne ich noch gar nicht oder habe mich noch nicht herangetraut, aber immer sind die Artikel mit Hintergrund garniert. Mir gefällt das sehr gut!!!

Es war der Wunsch einiger Ciceronen, dem Herr Balcerowiak nach kommt lieber Herr Armbruster. Ich denke tiefgeistige Kost gibt es hier genug, sieht man mal vom Geplapper eines einzelnen Foristen ab. Jedenfalls fördert es die Zerstreuung und fördert das Hungergefühl. Auch das ist übrigens Debatte, wenn auch keine politische. Ich hole mir natürlich hier gern Hunger, gegessen wird zu Hause. Jede Kochidee hier ist jedenfalls besser, wie so mancher Kommentator.
Bleiben Sie alle gesund. Das Rezept dürfte jeder überleben.:)

„Spaghetti nach Huren-Art“. Die Geschichte der Namensgebung des Gerichts ist strittig. Fest steht jedoch, dass es köstlich ist.

So, fertig, Ende Gelände. Ich richtig gewusst. Und Flasche leer.
Und es schmeckt köstlich.

Mir ist ansonsten das Gedöns über Pasta Aglio e Olio wirklich überdreht. Also wenn, dann Schwierigkeitsgrad erhöhen. Das wird sonst langweilig.

LG Barbara Piele

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 4. Mai 2020 - 10:47

die italienischen Farben, Nudeln für weiss, Tomaten für rot und Basilikum für grün, also die Pizza Margherita?
Aber ein sehr schöner Artikel, der mich auch des Knoblauchs wegen an die Naturheilkunde erinnert.
Wenn ich richtig gelesen habe zählt auch Knoblauch entfernt zu den antiviralen Möglichkeiten der Natur und manchmal entstehen doch auch antivirale Medikamente in Anlehnung an natürliche Vorbilder?
Gestört hat mich nicht nur, dass ein Krieg ausgerufen wurde, gestört hat mich auch, dass man ein bisschen so tat, als gebe es rein gar nichts, das uns helfen könnte, bis ein Impftoff gefunden wäre.
Da war ein Shutdown dann das einzig mögliche.
Ich halte ihn nach wie vor für die damals richtige Entscheidung, WEIL man nicht frühzeitig reagiert hatte und NICHT vorbereitet war auf eine Pandemie.
Las nur mal jetzt zu antivarlen Medikamenten, zu denen auch Remdesivir zählt.
Es gibt einige Ansatzmöglichkeiten, auch über die Naturheilkunde, mindestens uns die Zeit zu verschaffen bis zur Impfung

Heidemarie Heim | Mo, 4. Mai 2020 - 12:18

Als Pfälzerin und bekanntermaßen deshalb "Grumbeer-Esser" kann ich mich auch was den Sättigungsfaktor betrifft, wenn überhaupt für Nudeln, dann für die oben zubereiteten begeistern;).
Denn sie sind wie eine gute Pellkartoffel mit Quark ein einfacher Genuss, der in seiner Geschmackskombination jeder Zutat seine Eigenwertigkeit belässt. Oft lasse ich mir meine original auf den Punkt zubereitete Aglio e Olio vom Italiener um die Ecke liefern und bleibe dann im Schnitt 1-2 Tage ungeküsst;(. Aber sie sind es wert! MfG