Der Sceenshot einer Szene aus dem ZDF-Nachrichtenmagazin «heute journal» vom 11.09.2020 mit Moderator Claus Kleber zeigt im Hintergrund eine Person in blauer Schutzkleidung und mit roten Gummihandschuhen.
Eine Kunstaktion aus dem Jahr 2020 im „heute journal“ / dpa

Berichterstattung in der Corona-Krise - „Die Medien haben eine Mitschuld“

Der Medienforscher Stephan Ruß-Mohl wirft den deutschen Medien vor, in der Corona-Krise überzogene Angst geschürt und Druck auf die Politik ausgeübt zu haben. Ein Gespräch über die Zwänge der Aufmerksamkeitsökonomie und was dagegen getan werden muss.

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Ulrich Thiele

Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl, geboren 1950, ist emeritierter Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano. Zuletzt erschien der von ihm herausgegebene Band „Streitlust und Streitkunst: Diskurs als Essenz der Demokratie“ im Halem Verlag.

Professor Ruß-Mohl, voriges Jahr haben Sie geschrieben: „Nicht die Regierenden haben die Medien vor sich hergetrieben, wie das Verschwörungstheoretiker so gerne behaupten. Vielmehr haben die Medien mit ihrem grotesken Übersoll an Berichterstattung Handlungsdruck in Richtung Lockdown erzeugt, dem sich die Regierungen in Demokratien kaum entziehen konnten.“ Sind die Medien schuld an Lockdowns?
Sie haben eine Mitschuld. Und das ist etwas, was sie partout nicht bereit sind zu konzedieren, worüber ich mich wundere. Der Tenor hat sich natürlich im Laufe der Zeit verändert, die Berichterstattung ist von regierungslammfromm zu vielfältigeren Perspektiven gelangt. Aber gerade in der Anfangszeit schürte allein schon die exzessive Menge an Berichten Panik.

Was genau ist das Problem?
Die bloße Menge ist das primäre Problem. Die Medien sind im Grunde genommen nicht in der Lage, uns vorzuschreiben, was wir denken. Aber sie sind in der Lage, uns sehr stark dahingehend zu beeinflussen, worüber wir nachdenken und womit wir uns beschäftigen. Und wenn 60 bis 70 Prozent der Nachrichten und dazu noch Sondersendungen im Anschluss an die Nachrichtensendungen sich einem einzigen Thema widmen, dann ist das eben das Thema, das die Menschheit beschäftigt. So viel wurde nicht einmal über 9/11 berichtet – und das war nun wirklich ein historischer Einschnitt.

Ist das nicht verständlich? Die Corona-Krise ist eine globale Krise, die sich unmittelbar auf etliche soziale Bereiche auswirkt.
Ja, 9/11 war natürlich ein einzelnes Ereignis, während die Pandemie, wie Sie selbst gerade gesagt haben, weltweit aufgetreten ist. Aber es ist schon auffällig, wenn man sich die Phasen der Berichterstattung anschaut: Am Anfang wurden diejenigen, die die Pandemie für gefährlich gehalten haben, als Aluhutträger klassifiziert. Dann kam der große Schwenk von einem Tag zum anderen einhergehend mit der Situation in Bergamo und den Toten, die sich in den Kühlhäusern von New York gestapelt haben. Und dann kam monatelang die Dauerberieselung mit Zahlen, die völlig irrelevant waren, die aber täglich kommuniziert wurden und die in ihrer Häufung Angst gemacht haben. Daraufhin wurden die Berichte etwas differenzierter, aber es war immer noch viel zu viel.

Stephan Russ-Mohl
Stephan Ruß-Mohl / Muphovi

Zwei Journalisten kritisierten Sie dafür, nicht darauf einzugehen, worum sich die Berichte drehten – etwa um soziale Konsequenzen der Pandemie.
Ich bleibe nach wie vor dabei, dass die exzessive Menge ein Problem ist. Die Kritik, die von wenigen Journalisten zu diesem Artikel gekommen ist, steht übrigens im totalen Gegensatz zu den Reaktionen der Leser. Ich habe in meiner 50-jährigen Karriere als Beobachter noch nie so viel positives Echo gekriegt wie auf diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Und das waren gebildete Leser, die man nicht in die Aluhut-Ecke drängen kann.

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Tomas Poth | Mi, 7. Juli 2021 - 14:50

Schuld ist ein richtendes Wort, der Henker steht an der Guillotine und wartet.
Auf alle Fälle haben die Medien ihren Anteil dazu beigetragen die Verängstigung zu schüren, wo Besonnenheit angezeigt wäre!
Leider ist es systemimmanent (68er-Wort) das die Medien immer die Erregung, die Sensation und damit die Aufmerksamkeit suchen, um sich zu verkaufen.
Angeblich/vorgeblich sollen/wollen die Medien politisch unabhängig sein.
Wer aber die Lieder des Gesangsbuches Nato, EU, Euro, Russenfeindschaft und vieles mehr mitsingt, der kann gar nicht politisch unabhängig sein. Der ist zwangsläufig und faktisch alternativlos, merkt es nicht und weigert sich den möglichen Alternativen Raum zu geben, verkürzt wer Christ ist wird nicht den Islam predigen.
Die bunte offene Gesellschaft ist geschlossen für Alternativen.

Manfred Sonntag | Mi, 7. Juli 2021 - 14:54

Diese Aussagen von Herrn Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl treffen den Nagel auf den Kopf. Besser geht es nicht. Viele Journalisten und ihre Verlage sind eine Symbiose mit den Politikern eingegangen. Ihre Artikel mit Erwartungs- und Erlösungsvorschlägen der stark ideologisierten RRG Szene, welcher sie meist selbst angehören, treiben die Politiker vor sich her. Da diese Menschen wiederum sehr oft sehr medienaffin sind versuchen sie diese journalistischen Dekrete in Gesetze etc. überzuleiten. Dafür gibt es dann viel Lob von den Medienvertretern und die gebauchmiezelten Politiker ersinnen als Dank Gesetze und Anordnungen um die "Arbeits- und Lebensbedingungen" von Freigeistern in der Journalistenszene zu erschweren. Der Medien- und Politikbetrieb hat sich fast komplett von der eigenen Basis entfernt. Dadurch das die Tageszeitungen aus Geldmangel ca. 80% der Politikseiten auch vereinheitlichen (z.B.: nur dpa Meldungen) haben wir bei den Medien die gleichen Ergebnisse wie in der DDR vor 32 Jahren.

Sie, Herr Sonntag, sonnen sich in Ihrer permanenten Anklage, die BRD sei nichts anderes als eine kosmetisch aufgebesserte DDR.
Unterschiedslos, so wie sie es gelernt haben, scheren Sie alles über einen Kamm, was nicht Ihrem Kram entspricht.
Überall dominiert selbstverständlich RRG. Zwischen konservativ, liberal, sozialdemokratisch, grün oder links zu differenzieren, schaffen Sie schon lange nicht mehr - Sie sehen links der AfD nur noch "Volksfeinde".

Ihr neustes goldenes Ei: Die Impfungen. Damit sollen die Menschen wohl systematisch vergiftet werden. Und bei den Covidioten-Treffs erkennen Sie ein Widererstehen der DDR-Demonstrationen, also ausgerechnet da, wo sich Neo-Nazis, Reichsbürger, Rechtsextremisten und Entrückte nebst sonstiger Spinner vereinigen und UNSERE gewählten Volksvertreter in den Kerker schmeißen möchten.

Dabei ist Ihr angebliches Hintergrundwissen selbst nicht mehr als eine Summe ständiger Manipulation.

Was unschwer zu übersehen ist. Ausser für Sie selbt natürlich.

Herr Lenz, Albert Einstein sagte einmal: "Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde."

Hans Meiser | Mi, 7. Juli 2021 - 19:02

In reply to by Manfred Sonntag

Gut gemeint, Herr Sonntag - aber der Adressat wird nicht in der Lage sein, die Botschaft zu verstehen. Noch weniger, sich selbst entsprechend zu reflektieren und seine Einstellung mit den Tatsachen abzugleichen.
Leider.

Nun ja, ich bin zwar nicht in allem Herrn Sonntags Ansichten, aber bzgl. der quasi Gleichheit der Parteien möchte ich ihm doch zustimmen.

Sie, werter Herr Lenz, sind ja nun so etwas wie DAS Paradebeispiel dafür stets alles irgendwie nach rechter Ideologie zu durchleuchten, um in nahezu jedem Komm. von Ihnen gegen die AfD zu wettern.

Für mich sind also Sie derjenige der hier alles über den einen Kamm schert.

Romuald Veselic | Mi, 7. Juli 2021 - 15:35

vernünftig. Die Nüchternheit ist in Krisen erforderlich u. keine reißerischen, spekulativen, in Weltendzeit-Szenario getakteten Berichte, die weiter Unsicherheit schüren. Nicht jeder bewegt sich in intellektueller Oberliga.
2x Beispiel der Nichtberichterstattung:
1) 3-4 Tage zuvor über Waldbrände in Kanada m. dem niedergebrannten Dorf an der Pazifikküste in BritCol Provinz. Kein Wort darüber dass kleines Dorf weniger Einw. hatte, als ein Campingplatz an der Adria. Und weiter: Das die Sibiriens Wälder, die erheblich größer sind als in Kanada, an mehreren Stellen brannten, dennoch wurde kein Wort darüber verloren, obwohl der Schaden u. Umfang größer war u. ist.
2) In gleicher Zeit wurden in Nordnigeria erneut von Klerikal-Banditen ca. 140 Schüler (keine Moslem) entführt, ohne einer medialen Randnotiz in D-Medien. Was steckt dahinter? Es wiederholt sich das Nichtberichten, ähnlich als 276 Schülerinnen ebendort entführt waren, ohne Vermerk, dass es Nichtmuslimas waren.

Maria Arenz | Mi, 7. Juli 2021 - 15:36

Da hab ich aufgehört zu lesen. Was soll denn noch alles als Schulfach gelehrt werden? Ich komme mit dem guten alten "Cui bono"aus. Wem nutzt es? Die Panikmache des ÖR in Sachen Corona z.B. nutzte der Regierung ungemein, die auf diesem Schlitten mittels des "Bundesnotzuchtgesetzes" von Kiel bis Berchtesgaden den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und die eigentlich nach der bisher geltenden Gerichtsverfassungsordnung gegebene Erstzuständigkeit der Landes-Verwaltungsgerichte für Beschwerden gegen Grundrechtseinschränkungen abgeschafft hat. Mit schlimmen Folgewirkungen auch für das Thema "Klimaschutz"-wir werden es sehen. Daß der ÖR das Geschäft der Regierung besorgt, nützt aber auch dem ÖR ungemein, weil die Politik sich so lange hüten wird, diesem inzwischen als Selbstbedienungsladen ohne jeden journalistischen Anstand agierenden Vielfraß an's Geld zu gehen, solange er die Anliegen der Regierung unterstützt. Motto: Halt Du sie dumm, ich halt Dich reich.

Bernd Muhlack | Mi, 7. Juli 2021 - 17:03

Das Buch ist sicherlich interessant; ich werde es mir gönnen.

“ Sind die Medien schuld an Lockdowns?

"Sie haben eine Mitschuld. Und das ist etwas, was sie partout nicht bereit sind zu konzedieren, worüber ich mich wundere. Der Tenor hat sich natürlich im Laufe der Zeit verändert, die Berichterstattung ist von regierungslammfromm zu vielfältigeren Perspektiven gelangt."

Regierungslammfromm?
HURZ!
"Das Lamm, der Wolf auf der grünen Wiese!"
der olle HAPE Kerkeling

Was ist SCHULD?
Juristen sagen, dass Schuld subjektiv vorwerfbares Handeln sei.
Danach wird es schrill - die Meinungen teilen sich wie auf einer Gleisharfe, einem Güterbahnhof.
Selbst die letzte Mindermeinung findet ihr Abstellgleis.
Bei Philosophen etc ist es wohl ebenso, oder?

Schuld, also subjektive Vorwerfbarkeit, würde ich dem ÖR-TV (insgesamt) nicht attestieren.
Sie leben schlicht in ihrer eigenen Welt, sind die Meister des "Fakens", der Nachrichten sui generis.
Sie sind ja beamtengleich gesichert.
= ein anderes Thema

Hanno Woitek | Mi, 7. Juli 2021 - 17:07

der Mann hat Recht. Unser Journalismus besteht auch nach meinem Empfinden zu fast 100 % aus Selbstdarstellungsgeilheit.

Klaus Funke | Mi, 7. Juli 2021 - 18:10

da hat sich bei mir schon ein bedingter Reflex ausgebildet. Kaum seh´ ich ihn, schon schwupps fährt meine Hand zur Fernbedienung. Komisch, war doch früher nicht so. Da konnte man die Fernsehheinis noch beinahe alle ertragen, aber jetzt... Mitschuld!? Ich würde sagen, es ist Gehorsam. Sie kriegen schließlich von Staat komplett ihr Geld. Ich muss auch machen, was mein Arbeitgeber sagt. Bloß der Irrtum ist: der Arbeitgeber sind wir - die Gebührenzahler!!

... könnte man ihm ja mal einen anderen (wenn auch schlechter bezahlten) Posten anbieten. Zumindest stressfreier und das ist in seinem/meinem Alter (ich bin ja noch etwas älter) auch was wert.
PS Schau oder besser hör ihn mir nicht nur aus o.g. Gründen schon länger nicht mehr an

Walter Bühler | Mi, 7. Juli 2021 - 18:16

Die Medien / das Medium: "Zwischen" wem stehen sie?

Eigentlich erwartet man, dass sie die "Öffentlichkeit", den Bereich zwischen Politik und Bürger bespielen.

Ich erlebe aber ständig etwas anderes:

Die Medien sind in ihrer Masse Parteigänger der herrschenden politischen Meinung. Journalist und Politiker sitzen bei den "Talk Shows" beide auf der gleichen Seite der Kamera. Beide streben nach Prominenz (was die Medien bewirken können) und nach Einfluss (was die Politiker verschaffen können).

Hinzu kommt heute, dass Politiker und Journalisten meist einen gemeinsamen Bildungsgang absolvieren (wozu oft das gemeinsame Studium der "Politikwissenschaften" gehört). Dort werden sie heute mit einer einheitlichen Ideologie ausgerüstet.

Der Bürger, der nicht zu diesen beiden Berufen (Politiker/Möchtegern-Politiker) gehört, darf höchstens den Claqueur spielen oder eine Zeile Leserbrief absondern. Meinungsfreiheit gibt es nur für die andere Seite der Fernsehkamera.

Natürlich gibt es Ausnahmen!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 7. Juli 2021 - 18:32

m.E. eher so stark und so gewichtet, wie es politisch zugelassen und honoriert wurde.
Deshalb schaue ich nicht sehr auf die Medien.
Die entscheiden nichts.
Ich schaue zuallererst auf Frau Merkel und ihren Kanzleramtschef, Herrn Prof.Dr. Braun und meine ganz vorsichtig und mit allem Vorbehalt als medizinischer Laie, Kompetenz geht anders.
Evtl. Druck auf die Stiko auszuüben, genannten Beiden einen "Freifahrtschein" auszustellen, wäre ein absolutes Ding der Unmöglichkeit.
Wenn Frau Merkel und Herr Braun sich scheuen sollten, Verantwortung zu übernehmen, spreche ich gerne als Laie.
Insofern es sich gezeigt hat, dass das Corona-Virus nur für wenige Menschen höchst gefährlich ist, gemessen am Gesamtaufkommen von Sterblichkeit etc. bei Erkrankungen, gerade Kinder eher nicht gefährdet sind, Jugendliche zwar häufiger erkranken, aber nicht besonders stark, die Dunkelziffer der unbemerkt Erkrankten sehr hoch sein könnte laut n-tv, dürfte eine Impfung ALLER unproblematisch, aber sinnvoll sein.

meine derzeitige Haltung deutlich wurde.
Covid könnte ein eher nicht hochgradig gefährliches Virus sein, entsprechend gefahrlos dürfte eine Impfung sein oder etwaige Folgen.
So wie man die direkten Folgen der Impfung offensichtlich mit Paracetamol oder Ibuprofen abmildern kann, so sehe ich die Bedeutung dieser beiden Mittel auch für längere Nachwirkungen.
Schon seitens der Ärzte überprüft in Bezug auf Longcovid-Folgen?
Dann könnte man vielleicht auch auf Impfungen verzichten, besonders bei Jugendlichen und Kindern?
Ich würde es nur nicht vorschreiben, die Impfungen aber empfehlen, DENN, kennen wir die Langzeitfolgen von Coronaerkrankungen oder die Wirkung durch häufige Coronaerkrankungen?
Ich vermute, dass die Menschheit enorm an Lebensqualität hinzugewinnen kann durch genau diese Impfung, besonders in den medizinisch nicht so entwickelten Ländern.
Der Prozentsatz wirklich gesunder Menschen oder gesundlebender Menschen dürfte weltweit noch gering sein.
Also impfen und bewußt leben...

Rob Schuberth | Mi, 7. Juli 2021 - 19:14

Das Regierungen in D die Medien zu etwas getrieben hätten habe ich so noch nie gehört.

Die These ist vollkommen falsch.

Diametral wird ein Schuh daraus.

Daher ja auch die sich längst eingebürgerte Bezeichnung für die Medien = die 4. Gewalt, in Analogie zu unserer (3) Gewaltenteilung.

Wer macht den hardcoremäßig, gegen seinen RF-Staatsvertrag unbekümmert einen Haltungs- u. Erziehungs-Journalismus?
Das ist dem ÖRR zwar untersagt, aber der schert sich nicht darum.

Und die Politiker lassen ihn gewähren.
Ist es doch oft in ihrem Sinne (man muss ja den "Kampf gegen rächst" führen *lol*
Dadurch kann man auch so schön von dem Linksextremismus ablenken.

Es wäre gut der ÖRR würde endlich nur noch reine Fakten senden und das Framing u. Weglassen relevanter Themen zu Gunsten zweitrangiger Meldungen, beenden.

Zugegebenermaßen macht der ÖRR es recht geschickt.

Es gibt kaum das EINE beweisende Bsp. seiner Linkslastigkeit. Daher kommt die Frage danach auch sofort als Totschlagsargument.

Ernst-Günther Konrad | Do, 8. Juli 2021 - 09:10

Die Medien tragen Mitverantwortung für diese Panikmache, keine Frage. Aber von Schuld sprechen, möchte ich nicht. Da hat sich einen Panikorchester mit unterschiedlichsten Musikern zusammen gefunden und jeder hat den anderen "inspiriert". Journalisten, die ob ihrer persönlichen politischen Einstellung gelenkt, haben sich aufgeschwungen, endlich "Haltung" zeigen zu müssen und sich im jeweiligen politischen Lager damit "verdient" gemacht. Die Politik wiederum dankt es mit durchgestochenen Informationen, Werbeschaltungen, Corona Hilfen usw.
Die Medien dankten es mit wohlwollenden, nicht hinterfragenden Artikeln. Und das orchestrierte Publikum ließ sich in den medialen Bann ziehen und übernahm ohne selbst zu denken, alles was die Presse hergab.
An einem Punkt bin ich anderer Meinung. Das Vertrauen in die Mainstreammedien ist nicht gestiegen, sondern das Angebot der alternativen Medien und der Verlust an Lesern/Abonnenten hat auch die Msm gezwungen, andere Meinungen und Kritik zu zulassen.

Reinhard Benditte | Do, 8. Juli 2021 - 09:22

H.F. Friedrich sagte einst: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört." Dieses Credo sagt eigentlich alles über die heutigen Journalisten, denn sie können es nicht!

Und es ist auch noch viel schlimmer: Die Medien nehmen die Meldungen, die Ihnen von den zwei bzw. drei großen Nachrichtenagenturen, die auch wiederum einigen wenigen Investoren aus dem Großkapital gehören, vorgesetzt werden, ohne Selbstreflexion zur Kenntnis und veröffentlichen diese Meldungen ohne weitere Recherchen.

Dazu kommt, dann noch in Deutschland das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) als Redaktion für überregionale Inhalte der Verlagsgesellschaft Madzak, deren größter Anteilseigner die SPD eigene Verlagsgesellschaft Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft ist.

helmut armbruster | Do, 8. Juli 2021 - 10:55

für mich ist völlig klar, dass der Mensch andauernd irgend welchen Beeinflussungsbestrebungen ausgeliefert ist.
Das fängt schon mit der Erziehung in der Kindheit an, setzt sich in der Schule fort, ist später abhängig von unserem Umgang und der gesellschaftlichen Schicht, in der wir uns bewegen.
Dann die tägliche sogenannte Informationsflut (besser: Informationsmüll), Werbung, der aktuelle Zeitgeist usw. usf...
Alles, wirklich alles zielt darauf ab uns zu beeinflussen und uns zu formen.
Wer keinen oder wenig Freiheitssinn besitzt, wird ein Opfer dieser Beeinflussungen. Nur ein starker Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit kann uns davor schützen. Denn so wenig es mein Freiheitsinn dulden kann, dass man mir körperliche Fesseln anlegt, so wenig duldet er, dass man mich in geistige Fesseln schlägt.
Aber diese Freiheit muss man sich erkämpfen. Hat man sie einigermaßen erreicht kümmert einen Journalistengeschwätz und Medienhype nur noch wenig.