Willkommen auf der Denunziationsmesse: Am 19. Oktober hat die Frankfurter Buchmesse begonnen - politisch besonders korrekt / dpa

„Code of Conduct“ der Buchmesse - Schaden für die literarische Kultur

Die diesjährige Frankfurter Buchmesse lockt mit unzähligen Werken – und einem „Code of Conduct“, der wie ein Damokles-Schwert über allen Beteiligten hängt. Das kann der Börsenverein des deutschen Buchhandels nun jederzeit auf jene runterfallen lassen, die anderen ein Dorn im Auge sind. Ein eigens eingerichtetes „Awareness-Team“ hilft dabei. Willkommen auf der Denunziationsmesse.

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Zuletzt erschien „Vom Wald. Eine Philosophie der Freiheit“ bei Claudius.

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Wenn schon die Branche darbt und unter Leserschwund ebenso stöhnt wie unter hohen Papierpreisen, dann muss zumindest die moralische Fassade stimmen – dachte man sich offensichtlich beim Börsenverein des deutschen Buchhandels und gab der seit Mittwoch geöffneten Frankfurter Buchmesse einen „Code of Conduct“. Denn: „Die Messe steht für Diversität; sie lebt von der Vielfalt ihrer Aussteller*innen und Besucher*innen und einem Austausch auf Augenhöhe im offenen Dialog.“

Wer nun denkt: Prima. Endlich geht die Messeleitung gegen linke Aktivisten vor, die 2017 nicht nur vor politisch unliebsamen Verlagen demonstrierten, sondern auch deren Stände und Auslagen demolierten, ist entweder naiv oder hat sich zumindest einen gesunden Sarkasmus bewahrt.

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Rainer Mrochen | Sa., 22. Oktober 2022 - 09:11

sondern die Gesellschaft in Gänze.
Denn besser, als mit derartigen Methoden, lässt sich eine Gesellschaft nicht spalten.
Verfeindete Positionen stehen sich gegenüber, die, so denke ich, in der Radikalisierung der jeweiligen Position enden. Wer den Angriff führt ist allerdings unzweideutig zu erkennen. Gegenwehr ist notwendig und legitim.
Erst wenn am Ende eines solchen Prozesses die Opferzahl unerträglich geworden sein wird, der ohnehin fragiler gewordene Rechtsstaat endgültig ausgehölt ist, also gewissermassen der Nulldurchgang, gleichsam dem Ende eines (Kultur)Krieges, erreicht sein wird, kann wieder Vernunft einkehren. Das sind sehr betrübliche, rückwärtsgewandte, Entwicklungen, die Parallelwelten entstehen lassen, wo doch die vermeintlich "Guten" das "eine Welt Prinzip" als letzte Erkenntnis der Weisheit für sich beanspruchen und mit Radikalmethoden durchzusetzen versuchen. Das muss Scheitern.

Johannes Rausch | Sa., 22. Oktober 2022 - 09:30

Nun haben wir also "entartete" LIteratur von der anderen Seite, aber mit der gleichen Aggressivität und Intoleranz.

Christa Wallau | Sa., 22. Oktober 2022 - 17:07

Antwort auf von Johannes Rausch

und zugleich wiederum seltsam beruhigend, dass die Methoden, welche aggressive und höchst gefährliche Ideologen anwenden, um ihre Macht abzusichern, stets dieselben bleiben?
So kann man als jemand, der in der Geschichte bewandert ist, den weiteren Verlauf dieser
neuen „Buchmessen-Mentalität“
ziemlich genau voraussagen.

dass Sie unserer gewählten Regierung zumindest indirekt Nazi-Methoden vorwerfen?

So, als habe die Ampel höchstpersönlich die Aussonderung (ja die Vernichtung) mißliebiger Literatur "befohlen"?

Nach solchen Aussagen dürfen Sie sich im nächsten Beitrag wieder dafür grämen, dass AfDler "diffamiert" werden...

Günter Johannsen | Sa., 22. Oktober 2022 - 09:36

Buchmesse des Betreuten Denkens? Danke, Herr Dr. Grau, für diesen guten und zutreffenden Beitrag. Ich selbst kann das nur bestätigen: Linksextrem darf alles (auch Propaganda veröffentlichen), aber Autoren mit eigener (von linX abweichender) Meinung werden geschnitten und ausgeschlossen. Genau so ergeht es Verlagen auf der Buchmesse, die von linksextremen "Stiftungen" als rechts geoutet wurden (https://www.adiz.info/2020/04/07/der-gerhard-hess-verlag-der-inoffiziel…). Mein Buch "Als das Rote Meer grüne Welle hatte" (Gerhard Hess Verlag) wird in den Buchhandlungen nicht ausgelegt, weil die Buchhändler einen "Besuch" der linksextremistischen Antifa befürchten, wie schon passiert. Für diese gewisse linXe Stiftung wird unser Steuergeld verschleudert: jährlich ca. 2,5 Millionen EURO! Dabei gehört rechts ebenso zur Demokratie wie links. Ohne die Rechte (Konservative) wäre Deutschland eine Diktatur wie die untergegangene DDR. Allerdings gehören Extremisten ausgeschlossen!

Manfred Bühring | Sa., 22. Oktober 2022 - 09:45

Den Schaden hat nicht nur die literarische Kultur, sondern unsere Demokratie. Es wird immer abstruser und vor allem bedrohlicher, wie unsere freiheitliche Demokratie von sog. „Aktivisten“ gegen alles Mögliche aus den Angeln gehoben wird. Wir befinden uns inmitten einer Kulturrevolution, wie wir sie nur von den jungen Garden in der Maozeit kennen, nur das es jetzt die rot-grünen Garden sind. Erschreckend! Als nächstes werden Bücher verbrannt!

Karl-Heinz Weiß | Sa., 22. Oktober 2022 - 09:59

Bitte leiten Sie meine Beschwerde an den Börsenverein weiter: auf der Homepage wird über den Vorstand des Börsenvereins in der rein männlichen Form berichtet. Unerhört und für den diesjährigen Preisträger unzumutbar! Er/Sie/Es ist nachhaltig traumatisiert.

Wolfgang Jäger | Sa., 22. Oktober 2022 - 10:08

Man sieht, wie weit wir in diesem Land schon in Richtung woke-grün-roter, ökosozialistischer Einheitsrepublik gediehen sind. Merkels Saat geht wunderbar auf. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil. Bücherverbrennungen sind der nächste Schritt. Bald brauchen wir dann auch das „Awareness-Team“ nicht mehr. Hat sich dann erledigt. Vor dem Eingang: Gesinnungs- und Haltungskontrolle. Alles ist harmonisch und brät im links-woke-grünen ideologischen Saft, besoffen von Selbstgerechtigkeit und moralischer Hybris. Was nicht passt, wird einfach gecancelt. Und man hat vor allem das Gefühl: Die Welt ist um ein großes Stück reicher geworden. Kants Postulat der Aufklärung hat sich damit auch erledigt. Willkommen im woke-ökosozialistisch-totalitären Bullerbü! Willkommen in der Diversitätsrepublik, in der Offenheit Geschlossenheit bedeutet, Andersdenkende diffamiert und ausgegrenzt werden, willkommen in der perfekten Wohlfühlblase! Gegen diesen Irrsinn m u s s man sich zur Wehr setzen!

Maria Arenz | Sa., 22. Oktober 2022 - 10:33

"Literarische Kultur" kann eh weg. Braucht kein Mensch mehr. Wir Recht (d.h. links)-Gläubigen haben es endlich geschafft, daß wir überall, wo es mit dem Steuergeld all der bornierten Spießer richtig schön warm für unsereins reinkommt, nur noch unter uns sind. Mit der Seligsprechung eines Kim d'Horizon haben wir einen Festgottesdienst der "Diversität", veranstaltet, daß ihnen Hören und Sehen verging. Daß dank der vor allem von uns seit Jahren betriebenen Energiepolitik demnächst in Deutschland die Lichter ausgehen- auch geschenkt, wir hatten jedenfalls Recht. Ist doch nicht unsere Schuld, daß die Scheiß-Physik zu stur ist, mitzuspielen. Wie nah man mit diesen "Awareness-Teams" bei den aktuell so populären iranischen Sittenwächtern gelandet ist, drängt sich ja auch nur noch Leuten auf, die mit einem"leistungsrassistischen" Abstraktionsvermögen gestraft sind und von denen gibt es bei uns Wachen ja zum Glück schon lange keine mehr. Nichts also kann unser Glück noch stören.

Ronald Lehmann | Sa., 22. Oktober 2022 - 17:52

Antwort auf von Maria Arenz

Naja, die neuen Generationen haben sowie so Probleme mit dem lesen bzw. Lust am lesen, geschweige Inhalte zu verstehen & eigene Fragen, Rückschlüsse oder Antworten zu haben oder krieren.

Eben GLÜCHE STAATS-KONSUMENTEN alla Huxley

PS: Hatte mal vor 1,5 Jahren in der Corona-Zeit unter 40 gefragt, wer Orwell 1984 gelesen oder gesehen hat.
Erschreckend, ca. 80-90% nicht gesehen oder gelesen ?
(Wer nicht zeitgemäß ?)

Romuald Veselic | Sa., 22. Oktober 2022 - 11:04

Dann soll es so sein, Herr Grau, und dann wird's nur linke Buchmessen geben, wo sich die linke Verlage in ihrem Linkssein gegenseitig überbieten werden. Ich versichere Ihnen, solche Messen werden keinen interessieren.
Ich weiß; wovon ich rede; denn in Realsozismus gab es sog. Rote Ecken in den Bibliotheken u Buchläden. Wo meistens gesammelte Werke v Lenin u anderen kommunistischen Idioten aufgestellt waren. Und wissen sie was?
Keiner interessierte sich dafür. Abgesehen davon, dass man sie gelegentlich abstauben musste, bis diese Politkretins es merkten, dass auch die Kundschaft es merkt u sich darüber lustig macht, was politisch kontrarevolutionär war, gleichzeitig aber der unverfälschte Stimmungsmesser dafür, dass niemand sich f Kommunismus, seine Ideale u strahlende, klassenlose u nichtkriminelle Zukunft begeisterte. Er wurde verhöhnt, m besten Politwitzen.

Nach Code of C, wenn ich's richtig interpretiere, sind dann Politwitze nicht mehr zulässig wg gezieltem Lächerlichmachen.

Dominik Roth | Sa., 22. Oktober 2022 - 11:27

Schriftkontrolle ist Sprachkontrolle ist Denkkontrolle.
Tschüss, Aufklärung, es war schön mit dir.

Walter Bühler | Sa., 22. Oktober 2022 - 11:34

"Deine Sprache verrät Dich." Das gilt doch wohl auch für deutsche Buchhändler und Verleger.

Deutsche wissen ja, wie toll das schulische Bildungsniveau in Berlin ist. Dennoch führt der Suchbegriff "Berlin School of" (kurz: BSo) zu einem unendlichen Kosmos von Einrichtungen, die auf der Werbewirksamkeit der Wortfolge BSo ... aufbauen: BSo Coffee, .. economics and law, .. creative leadership, .. Integrative Oncology, .. business etc etc. ad infinitum.

Herr Grau, schauen Sie sich die Website
https://sustainable-futures.berlin/de/home/ an. Dort finden Sie die Dummquatscherei, die sie im „Code of Conduct“ entdeckt haben.

Wir erleben aktuell, was aus Kultur, Politik, Literatur und Bildung wird, wenn sich die Sprache der Dummen durchsetzt.

Sicherheitshalber: Ich liebe die englische Sprache, und bedaure, dass ich sie nicht besser beherrsche. Wie alle Sprachen können sich aber auch die englische und die deutsche nicht dagegen wehren, wenn sie im Interesse der Dummheit verhunzt werde

Günter Johannsen | Sa., 22. Oktober 2022 - 11:42

"Willkommen auf der Denunziationsmesse ... Im Ergebnis haben wir jetzt die weltanschauliche betreute Buchmesse, achtsam, sensibel und auf Linie gebracht ... Den Schaden hat die literarische Kultur."
Das ist ein weiterer Schritt hin zu Bücherverbrennungen. Diesmal linksmotiviert und von rot-grün-woke initiiert!

René Maçon | Sa., 22. Oktober 2022 - 11:52

Die Geburt des neuen Menschen steht unmittelbar bevor!

Wohl dem Land, das - wieder einmal - der Welt zeigt, wie so etwas gemacht wird!

Ernst-Günther Konrad | Sa., 22. Oktober 2022 - 12:29

Stimme Ihnen wieder einmal uneingeschränkt zu. Wer stellt fest, was unangebracht ist und wann man sich "diskriminiert" fühlt? Noch hat die Messeleitung Angst davor, das sich gedisste Verlage einklagen, Schadenersatz fordern könnten oder öffentlichkeitswirksam Urteile erringen, in denen der Messeleitung als Beklagte gerichtlich aufgezeigt wird, wo Meinungsfreiheit anfängt und aufhört. Wer den Stand der "Jungen Freiheit" nicht sehen will, soll wegschauen oder umgehen. Das machen sicher auch konservative Menschen, wenn sie Stände der woken links-grünen Verlage erkennen.
Und damit die Messeleitung noch ein Hintertürchen offen hat, ja Herr Grau, da liegen Sie genau richtig, hat man diese "Denunzianten Sammelstelle" eingerichtet. Vielleicht findet sich ja aktuell ein Grund, irgendjemand wegen irgendwas, gerne wegen "Diskriminierung" tagesaktuell auszuschließen. Und was kommt als nächstes? Kleben sich "Aktivisten" an den Ständen fest? Werden die Stände demoliert und die Bücher verbrannt?

Eine gewisse Linksaußen-Stiftung hat den Verlag, der mein Buch 2021 veröffentlichte, als "rechten Verlag" diffamiert bzw. abgestempelt. Nun legen die Buchhändler Bücher dieses Verlages nicht mehr aus, weil sie vor "handfesten Besuchen" linksextremistischer Gruppierungen Angst haben. Ist schon mehrfach passiert. Wenn ein Opfer eines solchen Besuches Glück hat, ersetzt den angerichteten Schaden die Versicherung. Wenn nicht .... Pech gehabt?!
Das kommt einer Bücherverbrennung (diesmal von Linkfaschisten) schon sehr nahe!

W.D. Hohe | Sa., 22. Oktober 2022 - 12:37

Kann, darf, muss, könnte, möchte, dürfte... Ihnen zustimmen
Herr Grau

Günter Johannsen | Sa., 22. Oktober 2022 - 19:21

Antwort auf von W.D. Hohe

Jede Diktatur entwickelte bisher seine eigene Sprache: das dritte Reich („LTI – Sprache - Viktor Klemperer) oder DDR-Sprech (Stephan Heym „Aktuellen Kamera“!) Heute ist es die „Politische Korrektheit“, mit der man unser Denken wieder in ein enges Korsett zwängen will. So erziehen uns die neuen-alten Volkspädagog*innen das selbständige Denken ab und pressen uns in ihren kleinlich-engstirnigen Denk-Horizont. Dazu gründete man eine Stiftung zur Kontrolle der „Sprachhygiene“, die von einer ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiterin der Stasigeführt wird. Jeder Diktator weiß, dass man zuerst Sprache und Medien unter seine Gewalt bringen muss, damit man nachhaltig Macht und Kontrolle ausüben kann. Bald kleben sich gut bezahlte "Aktivisten" an den Ständen fest? Es werden Stände demoliert und die Bücher verbrannt ...
Wer aus der Geschichte nichts lernt ... !

Gerhard Lenz | Sa., 22. Oktober 2022 - 12:55

der ewige Lebenssaft des Ciceros? Zumindest hält man den hier vorherrschenden Durchschnittstypus des Cicero-Foristen damit mühelos bei Betriebstemperatur.

Denn der empört sich selbstverständlich ausschließlich darüber, dass jene Literatur, in denen er seine Wahrheiten zu finden glaubt, angeblich gemaßregelt wird: Im Extremfall umfasst das jegliche Schmiererei aus dem Reichsbürger-, Neonazi- oder sonstigem rechtsextremistischen Lager. Wahrscheinlich sollten auch Anders Breiviks Manifest oder ein wiederbelebter "Stürmer" erscheinen dürfen.

Gilt solche Toleranz, die angeblich für die Freiheit der literarischen Kultur unerlässlich ist, auch für linksextremistische Propaganda oder ins Deutsche übersetzte, muslimische Bekehrungsaufrufe? Wahrscheinlich nicht.

In einer idealen Welt würde der Aufgeklärte die ganze, ideologisch aufgeladene Schmiere links oder rechts liegen lassen. So wie er nicht DKP oder AfD wählen würde.

Aber dem ist nicht so, daher: Demokratie muss sich wehren können.

Mit aehnlichen Argumenten, Herr Lenz, wurde der Terror rechtfertigt.
"Demokratie muss sich wehren können" - mit den Massnahmen, die Sie gutheissen, wird die Demokratie langsam erstickt, denn diese Massnahmen sind Zugestaendnisse an die Diktatur.
Und, glauben Sie mir, ich weiss ganz genau, was eine Diktatur ist. Aus eigener Erfahrung.

Wolfgang Borchardt | Sa., 22. Oktober 2022 - 12:59

... gibt es endlich ein Museum für "Entartete Kunst" mit anschließender Bücherverbrennung? Es sollte nur eine Frage der Zeit sein

Bernd Windisch | Sa., 22. Oktober 2022 - 13:02

Jedes Detail könnte man eigentlich unterschreiben. So wie es aufgeschrieben ist wirkt der Code of Conduct jedoch bedrohlich, destruktiv und übergriffig.

Ich werde diese Messe nicht besuchen und möchte auch mit diesen Menschen möglichst nichts zu tun haben.

"I Can’t Breathe" in diesem geistigen Klima. Vielen Dank Herr Grau fürs hingehen.

Gerhard Lenz | Sa., 22. Oktober 2022 - 14:05

Da beklagt ein Autor Zensur, und anschließend werden Zuschriften, die nicht dem allgemeinen Empörungsfuror entsprechen, zensiert.

Urban Will | Sa., 22. Oktober 2022 - 20:35

vorstellen kann, wo der im Artikel beschriebene „Code of Conduct“ überhaupt Anwendung finden sollte (im Gegensatz zu vielleicht einem Fußballspiel oder einer Show – Catcher-Veranstaltung), frage ich mich, warum es einen solchen überhaupt braucht.
Um wirklich irgendwelche Hooligans, die sich an der Tür geirrt haben, wieder raus zu werfen?
Wohl kaum.
Eher befriedigt man mal wieder – es ist doch schon längst zwanghaft – den links – grünen Gutmenschengeist.
Da tut es kaum etwas zur Sache, wenn man politisch missliebige Stände wieder schließt, bzw. sich Gründe schafft, diese zu schließen.
Es ist ein Zeitgeist, dem hier gefrönt wird. Das Signal an die Welt da draußen: auch wir gehören dazu zum Kreis der Guten! Auch wir schließen jeden aus, der u n s nicht gefällt (denn kaum wohl wird dieser Code auf einen Schwarzen Anwendung finden, der einen Weißen ob dessen Hautfarbe verspottet). Und wir bestimmen die Regeln!
Die Büchse der Pandora ist längst geöffnet.

Kai Hügle | So., 23. Oktober 2022 - 10:15

Herr Grau und die Ciceronen sorgen sich mal wieder um die Meinungsfreiheit, weil der Veranstalter der Buchmesse sich gezwungen sieht, auf Verhaltensregeln hinzuweisen, die auch beim Besuch eines Fußballspiels gelten und auf die man Besucher und Aussteller einer Buchmesse eigentlich nicht explizit hinweisen müsste.
Was Graus Sorgen um den gesellschaftlichen Diskurs und den Wettbewerb von Ideen angeht, so hätte ich folgenden Vorschlag: Wenn er der Meinung ist, dass z. B. der Antaios-Verlag oder andere Stimmen, die vom Verfassungsschutz entweder beobachtet werden oder bereits als gesichert rechtsextrem eingestuft worden sind, nicht hinreichend Gehör finden, so könnte er doch mal Herrn Sellner interviewen oder Herrn Kubitschek. Oberst Reisner scheint für Herrn Grau ja nicht mehr so interessant zu sein, seit die russische Armee sich auf dem Rückzug befindet - und verbrannte Erde und gefolterte und/oder massakrierte Zivilisten hinterlässt.