Bettina Stark-Watzinger (FDP), Bundesministerin für Bildung und Forschung, kommt zum Bildungsgipfel / picture alliance

Bettina Stark-Watzinger - Keine Macht, kein Geld, aber viele Probleme

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger (FDP) hat weder die finanziellen Möglichkeiten noch den politischen Einfluss, das Bildungssystem zu reformieren. Kein Wunder, dass sich die eigentlich Zuständigen für ihren „nationalen Bildungsgipfel“ kaum interessieren.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Schon bevor die Veranstaltung überhaupt begonnen hatte, war die Blamage perfekt. Zu einem nationalen „Bildungsgipfel“ hatte Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger (FDP) heute nach Berlin geladen. Aber die eigentlich Zuständigen, die Bildungsminister der Länder, zeigten Stark-Watzinger durch weitreichende Abwesenheit: den Stinkefinger.

Gründe für einen nationalen Bildungsgipfel gibt es indes viele: miserable Schülerleistungen schon seit Jahren, Unterrichtsausfall aller Orten und ein Digitalisierungsprogramm, das – eigentlich zum Glück für echte Bildung – nicht so recht voran kommen will. Stark-Watzinger hat sich daher vorgenommen, die Bildungsrepublik endlich auf Vordermann zu bringen.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 14. März 2023 - 14:48

stimmt die Zahl, 630 000 Jugendliche?
Das geht nicht.
Sie waren Bildungsminister in Mecklenburg-Vorpommern, verehrter Herr Brodkorb.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Ihre Kompetenz in Zuständigkeitsfragen erschöpft.
Mittlerweile verorte ich Sie auch ganz klar SPD und ein bisschen Changieren schadet nicht.
Melden Sie sich doch bitte wieder zum Dienst.

Gerhard Lenz | Di., 14. März 2023 - 15:08

Frau Stark-Watzinger, ausgerechnet die FDP!

Will die etwa Bildungspolitik wettbewerbsfreundlicher machen? Etwa, indem die Restschule "Hauptschule" mit dem Gymnasien um die besten Schüler konkurriert?

Die FDP bleibt ja bei der Organisation der Schulformen ausgesprochenen schwammig, tendiert aber in manchen Bundesländern dazu, die Uhren zurück zu stellen und das viergliedrige Bildungssystem wiederzubeleben. Eben aus Gründen des Wettbewerbs, damit jede(r) seine/ ihre passende Schulform findet.
Völliger Blödsinn.

Oder hat FDP-Bildungspolitik wirklich etwas zu bieten? Ausser ständigem Gerede über Digitalisierung (gegen die keiner was hat) oder Unterrichtsausfälle (die gleichfalls keiner will) nichts, gar nichts. Null neue Impulse, keine Ideen.
In NRW hatte zuletzt die FDP das Schulministerium inne. Das Resultat? Fast grenzenloses Chaos, eine völlig überforderte Bildungsministerin.
Selbst wenn Stark-Watzinger qualifizierter ist: Was soll da rauskommen?

Jürgen Rachow | Mi., 15. März 2023 - 18:00

Antwort auf von Gerhard Lenz

Sie denken dabei an die grünen Bildungsimpulse "Schreiben nach Gehör" oder Gendererziehung im Kindergarten, Herr Lenz?

Albert Schultheis | Di., 14. März 2023 - 15:41

Am Ende kommen da noch Schüler mit mittlerer Reife raus, die sich über die Doofheit der Bildungspolitiker!nnen und deren Regierungskolleg!nnen totlachen!

Hans Jürgen Wienroth | Di., 14. März 2023 - 16:34

"Denn ein bisschen originärer Sachverstand in Sachen Bildung wäre neben der Macht, Entscheidungen durchzusetzen, ja auch nicht schlecht."
Gilt das nicht generell für alle Ministerien?

gabriele bondzio | Di., 14. März 2023 - 19:02

hätten im Jahr 2021 entweder keinen Schulabschluss, keine Ausbildung oder keinen Arbeitsplatz gehabt."

Muss frau sich auf der Zunge zergehen lassen.
Oh je...der Staat pfeift aus dem letzten Loch, um es mal salopp auszudrücken.

Er schafft nicht mal mehr die Allgemeinbildung und will daher gestandene Facharbeiter(nach denen alle rufen) importieren.
Seit einem Jahrzehnt ist hier etwas gewaltig schief gelaufen.

Kommt auch daher das jedes Land seine eigenen Stiefel besohlt und viel Geld für unsinnige Reformen verbraten wurde.
Noch dazu sind die Schülerzahlen explodiert, innerhalb weniger Jahre.
Die Lehrer haben da nicht mitgehalten.

Es ist mir sehr glaubhaft, Herr Brotkorb, ..."Und trotzdem sind die Interessenunterschiede zwischen den einzelnen Ländern einfach zu groß, als dass man jemals auf eine sinnvolle Einigung hoffen könnte."

Die Parteien, welche bisher am Ruder waren, haben alle eine Mitschuld an diesem Desaster.
Und außer reden und Konferenzen...passiert nichts.

Ingo Frank | Di., 14. März 2023 - 21:01

Man kann fast die Uhr danach stellen, aller 14 Tage kommt das Thema im Cicero auf den Tisch oder besser in Form eines Artikels. Egal wer darüber schreibt, egal wer kommentiert, es wird sich nichts ändern. So lange das „antiquierte“ Leistungsprinzip, und nicht wieder Zugangsvoraussetzungen (entsprechender Notenschnitt) für das Abitur eingeführt werden, ändert sich nichts.
Im übrigen, haben die beiden geständigen „Kindermörder“ ihre Verhaltens- Inkompetenz nicht auch ihre Uhrsachen im Versagen des Bildungssystems? Ein nachdenken darüber lohnt, wenn man bedenkt welche „Werte“ unserer Jugend in der Schule gelehrt, oder besser, gerade n i c h t gelehrt werden.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

René Maçon | Mi., 15. März 2023 - 02:08

...ein Bildungsniveau zu verhelfen, das sie mit asisatischen Schülern und Studenten wieder konkurrenzfähig macht, hat das deutsche Bildungssystem - auch auf auf der Seite des Bundesbildungsministerium - doch noch gar nicht erkannt. Lieber setzt man Hochschulen mit Mittelkürzungsdrohungen unter Druck, die Standards in Fachbereichen mit zu hohen Durchfallquoten zu senken.

Was aber gut klappt, auch von Seiten des Bundesbildungsministeriums, ist die große Transformation des gesamten Bildungssystems zur politischen Umerziehunganstalt der Nation durch die Unterstützung eines ministeriellen Netzwerks von politischen Aktivisten unter der Bezeichtung "Nationaler Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung". Motto: Unsere Schüler und Studenten sind jetzt zwar nicht mehr so kompetent wie früher, dafür sind sie jetzt aber bessere Menschen, die wissen, was politisch richtig ist!

Ernst-Günther Konrad | Mi., 15. März 2023 - 08:18

Wie wichtig ein Konsens in der Bildungspolitik ist wurde ja nun erneut mit dem Wegbleiben der meisten Minister belegt. Da will keiner Kompetenzen oder Macht abgeben. Und ja, aufgrund des förderalen Aufbaues hat sie null "Macht". Aber mal ehrlich, vielleicht stand ja in der Einladung, das nur Politiker erwünscht sind, die einen Bildungsabschluss mit anschließendem pädogogischem Studium und Erfahrung im Lehrberuf von mind. 3 Jahren aufweisen, damit eine gewissen Fachkompetenz vertreten ist. Und da dürfte auch der Hase im Pfeffer liegen. Wer der 16 Bildungsstrategen der Länder kann so etwas aufweisen und damit Fachkompetenz aufweisen? Wozu ist also das Bundesbildungsministerium überhaupt notwendig? Geld zuweisen kann auch das Finanzministerium mit einer eigenen kleinen Abteilung.

Brigitte Simon | Mi., 15. März 2023 - 15:38

Um dies festzustellen, benötigte Bildungsministerin Stark-Watzinger die bisherige Regierungszeit ab 08.12.2021 bis 04.03.2023. Wie unwichtig Bildung dieser Regierung ist, beweist das Ranking der Themen im Koalitionsvertrag. Innerhalb 13 wichtiger Themen steht Bildung auf Platz 9. Nach Migration. Ausgerechnet Kevin Kühnert, Studien-Abbrecher-Fan, macht Hoffnung. "Die Minister*innen müßten intellektuell darauf vorbereitet sein, sollten ihre Fähigkeiten nicht der Realität und den Verträgen entsprechen, den Platz zu wechseln".

Der Bildungsnotstand begann nach Röttgen (1998-2005) als Merkel 2005 die grüne Quoten-Frauen-Politik der Bildung opferte. Fähige männliche Bildung/Forschungs-Minister wurden zu einem Tabu.

Stark-Watzinger setzt nunmehr auf eine Gründung "Old School" und "Taskforce Bildung".
Denn das diesjährige Format ihres Bildungs-Gipfels wurde der Dimension den Heraus-Forderungen nicht gerecht. Wenn 14 Landespolitiker absagen, darf dies nicht partei-politisch motiviert werden.

Karl Marxen | Mi., 15. März 2023 - 17:41

Die von Merkel vergurgte Republik läuft in allen Bereichen auf dem Zahnfleisch.
Jeden Tag muß diese FDJ-Schranze in den Medien verbal verprügelt werden, bis sie sich freiwillig ausbürgert. Alt-Kanzler-Apanage gehört gestrichen!

Jürgen Rachow | Mi., 15. März 2023 - 17:47

Zitat: Und sie sagte außerdem: Es gebe kein Erkenntnisproblem, sondern alle wüssten in Wahrheit, „wo wir ansetzen müssen.“

Da habe ich doch erhebliche Zweifel, ob sich die Bildungspolitiker der etablierten Parteien jemals eingestehen werden, daß die Zuwanderung vornehmlich bildungsferner Migranten eine unmittelbare und dauerhafte Bedrohung für unser Bildungssystem darstellt.

Brigitte Simon | Mi., 15. März 2023 - 21:21

Unsere Bildung leidet unter dem Zustrom von Zuwandererfamilien schreibt sogar die linke SZ
heute. Fehlende Lehrkräfte und überbordende Klassenräume. Das Leistungsniveau, die steigende Zahl fremdländischer Kinder mit unterschiedlichsten Kulturen stellen die Schulen und Pädagogen vor unzumutbare Herausforderungen

Die WELT steht bereits mit einem Bein im Gefängnis. Sie intensiviert den SZ Artikel und zeigt Mut. "Keine Institution leidet so unter der Zuwanderung wie die Schulen. Der IQB-Bildungstrend zeigt: Das Niveau deutscher Grundschüler sinkt dramatisch. Naheliegender Grund ist, daß sich viele Kinder mit Migrationshintergrund schwertun, schon wegen der Spache. Die brisante Frage lautet nun: Machen sie womöglich auch die deutschen Schüler schlechter? Ein öffentliches Tabu ist bisher diese Tatsache, daß wohl keine unserer Institutionen seit 2015 so gelitten haben wie die Integrationsagentur Schule".
Die Fluchtfolgen der Ukrainer übertrifft bei weitem die Flüchtlingskrise 2015/2016.