68er - Daniel Cohn-Bendit blickt zurück

Im Mai 1968 war Daniel Cohn-Bendit der „bekannteste Student der Welt“. In Frankreich führte er die Revolte der Studenten an, und auch in Deutschland prägte er mit seinem Mitstreiter Joschka Fischer die Debatte. 50 Jahre später interviewt ihn die „New York Review of Books“

Daniel Cohn-Bendit 1968
Leise Töne waren nie seine Sache: Daniel Cohn-Bendit 1968 / picture alliance

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Constantin Wißmann leitet Cicero Online.

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Wenn wir in Deutschland über 68 und die Folgen reden, wird oft vergessen, dass der Einschnitt, den das Jahr repräsentiert, in Frankreich wohl viel stärker spürbar war als hierzulande. Die Revolte begann dort etwas verspätet im Mai des Jahres, fiel dann aber umso heftiger aus. In Paris wird jetzt zum Jubiläum darüber mit einer Schärfe debattiert, als wären die Studenten und streikenden Arbeiter erst gestern auf die Straße gegangen. Der Mai 68 fegte nicht nur eine alte Gesellschaftsordnung hinweg, sondern verankerte den Rechts-Links-Gegensatz fest in der französischen Gesellschaft.

Einer der wichtigsten Protagonisten von 68 in Deutschland und Frankreich war Daniel Cohn-Bendit. Man hat den heutigen Grünen-Politiker einmal den „bekanntesten Studenten der Welt“ genannt, er selbst sagt über sich „in Deutschland bin ich bekannt, in Frankreich eine Ikone“. Er war Anführer der Pariser Mai-Revolte von 1968 und ging mit einem Foto, auf dem er einen Polizisten anlachte, in die europäische Bildgeschichte ein. Nun hat sein Weggefährte Claus Leggewie ihn für das Intellektuellenblatt New York Review of Books interviewt. Auch dort zeigt sich „Dany le Rouge“ wie man ihn kennt: Frei von Selbstzweifeln („Ich bin der Psychoanalytiker der Franzosen geworden“), aber auch mit interessanten Einsichten. Etwa der, dass man Rudi Dutschke eine Teilverantwortung für den Terror der RAF nicht absprechen kann. Vor allem aber zeigt das Gespräch der älteren Männer, dass, bei aller Überzeugung ihrer damaligen Fortschrittlichkeit, ihre Epoche vorbei ist. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist 1968 geboren, und sein Ideal eines „vertikalen Staates“  ist das ziemliche Gegenteil studentischer Selbstbestimmung.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 4. Mai 2018 - 16:40

deshalb sei eine andere Seite von mir kundgetan.
Herrn Cohn-Bendit hielt ich immer für einen couragierten, intelligenten und gutaussehenden Mann.

Dimtri Gales | Fr, 4. Mai 2018 - 17:00

dass er heute zum Establishment gehört, weit entfernt vom Geist der 68iger-Bewegung. Nun ja, er ist eben an den Fleischtöpfen der Gesellschaft angekommen.

wolfgang spremberg | Fr, 4. Mai 2018 - 17:50

sind hart, schnell, unsolidarisch.....frei nach dem roten Danny. War das Quatsch ? Oder ist das das Ziel ?

Thomas Brosius | Fr, 4. Mai 2018 - 21:09

Nach dem Rausschmiß aus Frankreich im Mai 1968 sammelte er -mit dem SDS- ca.3000 Studenten an der Uni Saarbrücken ein und marschierte auf die französische Grenze zu . Die frz.Regierung wollte ihn aber nicht wieder reinlassen und hatte 100 Soldaten(CRS) an der frz. Grenze positioniert.-
100 gegen 3.000 .Wie soll das gehen ? Es ging . Mit 100 Maschenpistolen .
( Ich weiß es, weil ich neben Cohn-Bendit direkt vor ihnen stand).

Fritz Gessler | Fr, 4. Mai 2018 - 22:22

mit dem herrn 'dany-le-rouge'? schon wieder taxfrei vergessen, die heftige liebe so mancher rebellen zur shrankenlosen sexuellen befreiung... woilten sich die damen der '68er-revolte ein bisserl an ihre heftigen jugendzeiten erinnern: #metoo! :))

Wolfgang Dewor | Sa, 5. Mai 2018 - 09:21

Ich komme selbst von den 68ern. Ich kenne DCB als einen Typen, der anderer Leute Eigentum vernichtet und Polizisten angegriffen hat. Seit er sich im EuroParlament etabliert hat habe ich von ihm ausser viel heisser Luft nicht viel gehört, von validen Ergebnissen mal ganz angesehen. Wie viele seinesgleichen ist er längst etabliert und kann mit dummem Geschwätz seinen Lebensunterhalt verdienen. Bemerkenswert ist dieser Kerl keineswegs.