Einsatzkräfte stehen am 31. Oktober am Unfallort in Berlin-Wilmersdorf. Hier wurde eine Radfahrerin von einem Betonmischer überrollt, kurze Zeit später verstarb sie / dpa

Tod einer Radfahrerin - Bilanz eines Medienversagens

Tragen die Berliner Klimaaktivisten eine Mitschuld am Tod einer Frau, die von einem Betonmischer überrollt wurde? Eines ist klar: Die Berichterstattung bestimmter Medien, allen voran der Süddeutschen Zeitung, ist ein Fall für den Presserat.

Autoreninfo

Jens Peter Paul war Zeitungsredakteur, Politischer Korrespondent für den Hessischen Rundfunk in Bonn und Berlin, und ist seit 2004 TV-Produzent in Berlin. Er promovierte zur Entstehungsgeschichte des Euro: Bilanz einer gescheiterten Kommunikation.

So erreichen Sie Jens Peter Paul:

„Ihr Körper war durchbohrt von tausenden Metallstäben, die ihre völlig zertrümmerten Knochen stabilisierten. Und unzählige Schläuche endeten in ihrer Haut. Ich hielt vorsichtig ihren Kopf. Ich habe mich dann von ihr verabschiedet, soweit das möglich war.“

Anja Umann, Zwillingsschwester der am 31. Oktober in Berlin durch einen Betonlastwagen getöteten Radfahrerin Sandra, im Gespräch mit dem Spiegel.

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Gerhard Lenz | So., 13. November 2022 - 12:21

genannte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei wird im Tagesspiegel vom 4. November wie folgt zitiert:
„Die Klima-Klebenden haben den grauenhaften Unfall am Montag nicht verursacht und ob das Leben der Radfahrerin bei schnellerem Eintreffen des Rüstwagens der Feuerwehr hätte gerettet werden können, ist momentan rein spekulativ.“

https://www.tagesspiegel.de/berlin/radfahrerin-nach-unfall-in-berlin-ge…

Oder, noch mal Jendro:
"In der Mitte jeder Straßenblockade sind die Menschen nie festgeklebt, sodass sie aufspringen können“.

Dass die Aktion der Klimaktivisten die Situation erschwert hat, darf man annehmen, wie sehr, ist allerdings gar nicht so sicher.

Wäre der Unfall nicht passiert, hätte man nur mal wieder über die von den Ökos verursachten Staus gemeckert.

Ohne jede Frage: Auch Klimaaktionen, die zweifellos ihre Berechtigung haben, dürfen niemals Menschen gefährden.

glaube ich nicht daran, dass die Linken, SPD und die Grünen abgestraft werden. Dazu geht es dem Michel im Westen des Landes (2/3) noch zu gut. Fragen Sie mal was das Stück Butter vor einem Jahr kostete und was Sie heute bezahlen. Sie werden erstaunt sein …… Im Osten sieht da die Welt ganz anders aus weil immer noch einige Leben, die die DDR erlebten mit Gleichschaltung, individueller Freiheit, Mangelwirtschaft &&& zum einen, und andererseits das finanzielle Polster im Osten, prozentual eben bei weitem nicht so hoch ist
Wenn Sie mit „Quittung“ weitere Zuwächse der AfD meinen, gebe ich ihnen Recht genau wie letztlich begründet, dieser Zuwachs in den Fehlern von links grün zu sehen sind. Über Energiewende, Bürgergeld, Inflation, Energiepreise, Russlandsanktionen, Zuwanderung in die Sozialsysteme, Terror bei der letzten Generation usw. usw. usw. als mögliche Ursachen ist genug bekannt u. beschrieben..
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik .

was sagen Sie eigentlich zu Ihren kirchlichen Kollegen, die in Leipzig an den Kirchen gegen die braunen Fußtruppen plakatieren - also gegen Ihre neuen Verbündeten...

Sind das jetzt auch alles SED-treue Kommunisten?

Mein lieber Herr Johannson, Sie sind ganz schön vom Weg abgekommen..

Ingo Frank | Mo., 14. November 2022 - 13:43

Antwort auf von Gerhard Lenz

Ist anzuzweifeln. Und auch in diesem System haben sich auch „Kirchenfürsten“
dem System der SED & Stasi angedient, so wie es eben heute auch praktiziert wird. Das macht keinen aber auch gar keinen Unterschied.
Und H. Johannson ist nicht der einzige ehemalige Oppositionelle der vorsichtig ausgedrückt, mit dieser Art Demokratie weder einverstanden ist noch, das Ganze versteht. Und warum ist das so? Ganz einfach Herr Lenz, er und viele viele andere Ostler, die in den 60+ Jahren sind, können im Gegensatz zu ihnen den direkten Vergleich beider Systeme ziehen, und haben ihr Wissen um die rote Ideologie aus eigenem Erfahren gemacht und nicht wie Sie, es sich angelesen oder an den Träumen längst vergangener DKP Ideologen noch hängen. Die Geschichte hat’s bewiesen wohin linke Ideen führen. In Armut, Mangel- und Misswirtschaft und sehr starken Einschränkungen der persönlichen Freiheiten. Wer aber auf der Sonnenseite im Westen lebte, hat davon „0“ Ahnung!
Gehe heute wieder zur Demo erst recht!

Ronald Lehmann | So., 13. November 2022 - 19:52

Antwort auf von Gerhard Lenz

Als erstes jedoch eine einfache, aber ehrliche Anteilnahme für die Hinterbliebenen, denen garantiert jegliches wenn & aber sicherlich z.Zt. am aller Wertesten vorbei geht.
Trost in vielen Mengen für die Familie, Angehörigen & Freunde.

Herr Lenz, wie wäre ihr Artikel ausgefallen, wenn sich ein Herr Höcke mit AFD-Mitgliedern oder Pegida in Dresden sich auf die Straße festgeklebt hätten?
Wäre da ihre Kommentare zu diesen Thema auch so Salbungsvoll ausgefallen?

Viele Grüße aus dem dunklen, aber heiteren Dresden & wie sagte der kleine Lord: " Lieber spät als nie"

Markus Michaelis | So., 13. November 2022 - 12:48

Mein Bauchgefühl ist, dass Staus zum Alltag gehören. Wer mutwillig Staus verursacht trägt zu diesem Übel mit bei (der Sinn der Aktion sind ja Staus), allerdings ist es auch keine Maßnahme, die prinzipiell über Alltagserscheinungen hinausgeht. Dass die SZ das einseitig darstellt ist unschön, es gibt sicher auch eine Mitschuld der Aktivisten, aber nicht so prinzipiell, dass nurt deswegen die Aktionen ganz prinzipiell zu verdammen wären. Jede angemeldete Demo könnte denselben Effekt haben.

Die großen Argumente bleiben für mich: ist der Push für die "gute Sache" mehr oder der Schaden an der Demokratie. Und noch mehr: ist Kima DAS EINE große apokalyptische Menschheitsthema (wenn ja, dann ist der Protest eher zu schwach), oder ist Klima ein (wichtiges!) Thema unter vielen, die abgewogen werden müssen und andere Gefahren könnten viel früher eskalieren - z.B. destabilisierte Gesellschaften, besonders im globalen Süden und einigen kritischen Staaten. Aber auch andere Dinge.

Bei Ihrer kühnen Behauptung Herr Michaelis, Staus seien Teil des alltäglichen Verkehrsaufkommens haben Sie wohl gänzlich übersehen, dass es dazu sowohl sicherheitsrelevante als auch justiziable Regeln für Verkehrsteilnehmer gibt. Dazu gehört in erster Linie das Bilden einer Rettungsgasse, Verstöße dagegen werden hart bestraft. Also hören Sie doch auf mit dieser Bagatellisierung von Straßenblockaden. Damit nimmt jeder dieser Teilnehmer vorsätzlich in Kauf, dass Menschen zu Schaden kommen, genau wie Autofahrer, die eine Rettungsgasse im Stau blockieren. Punkt.

Jens Böhme | So., 13. November 2022 - 13:06

Rettungswagen werden auf dem Weg zu Unfallorten aufgehalten, behindert, festgesetzt und Deutschland philosophiert über Notwendigkeit und Nutzen von Rettungsmaßnahmen, um Gesetzesbrecher reinzuwaschen. Allein beim Festsetzen des Rüstfahrzeug hätte man mit Zeugen und Kamera festhalten können, die Straßenbesetzer von der Straße zu räumen. Denn hier gilt das Prinzip, was hat Priorität, die zarten, beklebten Hände der Störer der öffentlichen Ordnung oder das Unfallopfer unter einem Betonmischer. Es fehlt den Bürgern die nötige Zivilcourage.

Urban Will | So., 13. November 2022 - 14:18

Umstände, mehr noch: für die Zusammenfassung dessen, was dieses Land an „Qualitätsjournalismus“ derzeit zu bieten hat.
Die Umbenennung in „Gagaland“ sollte höchste Priorität bekommen.
Dass zur juristischen Bewertung der Schuldfrage in diesem Fall (wie in jedem anderen zur Verhandlung stehenden auch) die genauen Details wichtig sind, steht außer Frage, aber was daraus gemacht wurde, ist himmelschreiend.
All das Geplappere von „keine Absicht“, „Rüstwagen halt leider zu breit für Rettungsgasse“... all der Quatsch. Das haut einem aus den Socken.
Ich denke, wir stehen am Beginn einer „Macht kaputt was euch kaputt macht“ - Bewegung, die neben medialer (wie die Mehrheit dort tickt, ist bekannt) auch von offensichtlich bereits ebenfalls links – grün durchsetzter Juristerei Rückendeckung bekommen wird.
Da es den Protagonisten dieser Klebebewegung meist ebenso an Verstand wie an der Notwendigkeit, ihr Leben mit Arbeit bestreiten zu müssen fehlt, können wir uns auf einiges gefasst machen.

Die Rot-Grüne Einheitsfront hat das von langer Hand vorbereitet: „Macht kaputt was euch kaputt macht“! Journalismus, Juristerei, Politik ... wenn man die im Griff hat, kann man das Rad der Geschichte zurückdrehen. Vorwärts, wir schreiten zurück hinter 1989 - diesmal aber auf breiter Front (Gesamtdeutschland)!
Wer das verhindern will, muss zur Neu-Wahl - die hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lässt - berücksichtigen. Für freiheitliche Demokratie in Verbindung mit sozialer Marktwirtschaft ist Grün-Rot-Wählen ein absolutes Tabu. Nur SO werden wir unser Land retten können: Es ist Spitz auf Knopf!

Wenn die sogenannte gute Absicht für alles herhält, um Nötigung und Gefährdung im Straßenverkehrs zu verharmlosen und allzu milde Richter findet, dann dürfen wir uns nicht wundern wenn unsere Rechtsordnung sich auflöst.
Es sind Mitglieder einer gläubigen Sekte die in ihrem Irrsinn bereit sind andere zu Opfern und sich dabei im Recht fühlen.
Dabei finden sie dann auch noch rücksichtsvolle Unterstützung in den einschlägigen Parteien und Medien.
Deutschland leidet an RotGrüner Psychopathie.

Heidemarie Heim | So., 13. November 2022 - 15:29

Für diese "Handlanger" aus Politik und Medien, die solche Tatumstände, besser Zusammenhänge bestreiten und so lange relativieren, Verantwortung leugnen, sich deren entheben bis die Opfer am Schluss wahrscheinlich noch selbst an ihrem Unfalltod schuld sind. Warum hat sie auch nicht den zugeparkten Fahrradweg wie "vorgeschrieben"
genutzt? Und überhaupt war das Bein ja eh schon so hin und die Verletzungen so multipel, dass man noch mal drüber rollen kann. Oder kein Pathologe der Welt wird beweisen können z.B. im Fall einer Embolie mit tödlichem Ausgang bzw. Sauerstoffunterversorgung des Gehirns und Herzstillstand, von welchem Knochensplitter oder zermatschten Gefäß diese ausging. Das gleiche erleben Opfer und deren Angehörige auch immer wieder vor Gericht, die das Pech hatten von einer Gruppe Täter zusammengeschlagen und gern an den Kopf getreten worden zu sein. Von welchem Tritt von wem wurde das Opfer denn nun zum Krüppel oder verstarb? Gerechtigkeit, Sühne? Fehlanzeige wie so/zu oft.

Werner Peters | So., 13. November 2022 - 15:48

Den Presserat können Sie vergessen. Der wird niemals gegen politisch korrekte Medien vorgehen. Hat er nicht einmal bei der taz gemacht, die Polizisten auf den Müll werfen wollten. Und bei der SZ erst recht nicht.

Günter Johannsen | So., 13. November 2022 - 16:11

Davon rede ich schon lange. Aber es betrifft noch weitere "Öffentlich Rechtliche" wie z.B. das ZDF und in Teilen ARD! Die linksradikale Vereinigung "Letzte Generation" im Background wird nun vom Amtsrichter ermuntert, es weiter und schlimmer zu treiben, weil er als Staatsbeamter Angst vor Rufmord mit Berufsverbot durch die linksdominierten Behörden hat?
Es ist kriminell, wenn die linksradikale Hintergrund-Organisation "Letzte Generation" Kids zu kriminellen Handlungen verleitet. Eine Frau ist den verführten Jugendlichen schon zum Opfer gefallen! Reicht das nicht?
Dem muss man endlich nachgehen, statt eine angehende Terrororganisation salonfähig zu machen. Wieweit dürfen die noch gehen?
Unterstützt die Regierung und gewisse Medien jetzt Tötung durch linksradikal-vernebelte Jugendliche als Kollateralschaden???
Die "Letzte Generation" muss endlich als terroristische Organisation verboten werden!

Gisela Hachenberg | So., 13. November 2022 - 19:40

Nein, nein, nein, ich glaube das alles nicht mehr, was in diesem Gagaland passiert!
Sie, werter Herr Paul, haben sich, wie immer, sehr viel Arbeit mit der Recherche gemacht! Dank dafür! Fakt ist, es geht um ein Menschenleben. Der ganze Vorgang wird instrumentalisiert bis zum Erbrechen. Und das nur, weil diese verbrecherischen Festkleber daran beteiligt waren. Und die ganze Presse stürzt sich auf dieses Geschehen. Zum Teil relotiusmässig! Die auf schreckliche Art und Weise zu Tode gekommene Frau interessiert niemand! Und diese ganze grünlinke Mischpoke mischt mit. Es ist nur noch zum Fremdschämen. Menschenleben interessieren in dieser Twitter-, Handy-Instagram-, Krimi bis zum Erbrechen- Gesellschaft nicht mehr! Geiz und Drama sind geil! Ich hatte gehofft, dass durch das ganze Corona-Drama die Menschen etwas demütiger oder rücksichtsvoller miteinander umgehen würden. Aber das Gegenteil ist der Fall! Danke an Sie, Herr Paul, für diesen tollen Artikel!

BHZentner | So., 13. November 2022 - 23:27

Als die Polizei in Koblenz Ende Dez.21,weg.ihres vermeintl.Wohlverhaltens gegenüber Coronamaßnahmengegnern-hatten die Versammlungsleitungen bei Spaziergängen,,von Amts wegen"übernehmen müssen-in die Schlagzeilen der,,meinungsbildenden" Leitmedien geriet,hat sie unter Druck der RLP-Regierung bei nächster Gelegenh. ca.103 Straf verfahren zusammengetrieben.Der SWR sperrte kurz danach die Kommentarfunktion zu seiner einseitigen Berichterstattung-hatten wohl jetzt erst gemerkt,daß die Kommentare oft kritisch mit dieser umgegangen waren. Die Rolle der Polizei in Bln ist,Herr Paul,ebenso stärker zu beleuchten:Warum räumt sie die Kleblinge (immernoch!)nicht unverzüglich u.schnell von der Straße-auch unter Anwendung von ,,unmittelbarem Zwang"(hier:Gefahr im Verzug!). Das was sie mMn.tut ist Unterlassung im Amt (Anzeige?). Einen solchen Richter(wie ihn die taz feiert) pflegte der Coronapräsidentvonwelt Montgomery als,,kleines Richterlein"-ungestraft- zu titulieren...gaaanz anderer Zusammenhang?

Dirk Weller | Mo., 14. November 2022 - 11:43

in diesem Falle der Frau das Leben gerettet hätte, ist praktisch irrelevant.
Allein die unbetreitbare Tatsache, dass vorsätzlich durchgeführte Blockaden der "Klimaaktivisten" Rettungseinsätze behindern KÖNNTEN, ist entscheidend.
Selbst wenn man die Absichten der Blockierer durchaus nachvollziehen kann, ist es daher durch absolut nichts zu rechtfertigen, die "Klimaaktivisten" in Schutz zu nehmen.
Die entsprechenden einschlägigen "EX-Qualitäts-Medien", welche durch "Schwurbeleien" das aber gerade versuchen, machen sich nur lächerlich.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 14. November 2022 - 12:48

Weder die Klimakleber, noch die sie verehrenden und relativierenden Medien. Und wie die anderen Foristen auch, habe ich nur noch wenig bis kein Vertrauen mehr in unsere Justiz, dass das juristisch neutral beurteilt wird. Und was den Presserat anbetrifft, denen traue ich nichts aber auch gar nichts mehr zu. Das sitzen von langer Hand vorbereitet die journalistischen Chefideologen auf gut dotierten Plätzen bzw. von den Verlagen und Medienhäusern gesteuerte regierungsfreundliche Karrieristen.
Obgleich Sie lieber Herr Paul alles versuchen, die schwarzen Medien zu outen, wird sie letztlich niemand erhören, solange sich in der Politik nichts ändert. Die machen einfach weiter so und selbst der geachtete Tom Buhrow läuft jetzt Spießruten, weil er sich gewagt hat eine Reform laut zu denken. Und solange Politik dies finanziert und wir es mit Zwangsabgaben tun, haben die tatsächlich wenig Grund zu journalistischen Grundprinzipien zurückzukehren. An die Opfer und Hinterbliebenen denkt keiner.