Die Sprache der „taz“ - Menschen als Müll

Die „taz“ schickt Polizisten auf den Müll – das sorgt für Empörung. Doch die wirkt gemildert, weil die Hetze von links kommt. Käme sie von rechts, wäre das Ausmaß schlimmer. Misst Deutschland mit zweierlei Maß?

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Menschen als Müll – sieht so unsere Gesellschaft aus? / dpa

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

So erreichen Sie Frank A. Meyer:

In der Online-Ausgabe der Taz erörterte Hengameh Yaghoobifarah die Frage, wozu man Polizisten gebrauchen könne, sollte die Polizei dereinst abgeschafft werden. Der Kolumnistin fiel keine Ersatzbeschäftigung für die arbeitslosen Beamten ein. Sie stellte fest: „Streng genommen möchte man sie nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen.“

Als Lösung schlug die Taz-Autorin schliesslich vor: „die Mülldeponie“. Allerdings nicht für eine Tätigkeit als Müllmänner, „sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“

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Werner Peters | Sa, 4. Juli 2020 - 19:26

Bin ganz bei Ihnen Herr Meyer. Interessant sind die Stimmen von links, die Sie schon zitiert haben. So nannte z.B. der DLF den taz-Artikel eine "polizei-kritische Meinungsäußerung." Gell, alles halb so wild. Selbst Herr Söder, eigentlich (noch) kein Linker, fand eher verharmlosende Worte über den Artikel: das sei "kein guter Stil." (MM von heute). Was muss Herr Söder für eine glückliche Kinderstube gehabt haben, dass er Hass mit Stilfragen vermischt.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 4. Juli 2020 - 19:30

Mehr gibt es nicht zu sagen!

Michael Andreas | Sa, 4. Juli 2020 - 20:03

Je nun, das ist jetzt der 13. Beitrag in Cicero, der sich ganz oder teilweise dem Stück von Frau Y. widmet.

Hat es damit zu tun, dass menschenfeindlicher Dreck dieses Kalibers für die Linksalternativen untypischer ist und deutlich seltener auftritt als anderswo? Und man die seltene Gelegenheit glaubt nutzen zu müssen, sich lang und breit darüber zu mokieren?

Fragjanur.

Ja, Herr Andreas, das Thema ist dem Cicero scheinbar wichtig. Und, falls von Herrn Meyer verfasst, würde ich sicher auch noch eine 33. Version dazu lesen.
Ich entnehme Ihren Worten, dass Sie den Artikel von Frau Y. für "menschenfeindlichen Dreck" von besonderen Kaliber halten. Sehe ich auch so!
Aber wie kommen Sie darauf, dass dieser für Linksalternativen untypisch ist?
Die meisten Gewaltexzesse der letzten Jahre waren doch links verortet?

Sind Sie da ganz sicher? So ganz selten, wie Sie meinen, ist das aber nun wirklich nicht. Ganz im Gegenteil. Gerade in der taz werden schon seit Jahren Texte der Frau Yaghoobifarah veröffentlicht, die zwar seitens der taz stets zur Satire verklärt werden, in Wirklichkeit aber primär Beleidigungen und Verunglimpfungen der hiesigen Bevölkerung sind, also menschenfeindlicher Dreck. Vielleicht fehlt mir der nötige Humor, um so etwas stillschweigend zu ertragen. Finden Sie nicht, dass man in einer Demokratie über so etwas sprechen muss?

Der Grund ist meiner Meinung nach die Tatsache , das die Linksalternativen (und ein Großteil der Medien) typischerweise sofort die Entlassung oder die komplette Ausgrenzung von Personen fordern, die ähnlichen "Dreck dieses Kalibers" aus der rechten Ecke heraus schreiben.
Kommt so ein "Dreck" jedoch von Links, wird plötzlich die "Pressefreiheit" und "Meinungsfreiheit" eingefordert.
Solange diese einseitige Sichtweise vorhanden ist, solange sind Artikel wie der obige notwendig.
Ich warte übrigens seit dem Erscheinen des Artikels in der TAZ darauf, das sich Frau Y. mal selbst zu ihrem "Machwerk" äussert.

Jetzt dieses dümmliche Geschwafel der Frau, die sich Hengameh Yaghoobifarah nennt, auch noch mit Ulrike Meinhof zu vergleichen, hat jene, trotz ihrer monströsen Verbrechen, eigentlich nicht verdient.

Helmut Biehl | Sa, 4. Juli 2020 - 20:27

Der Autor vergisst zu erwähnen, dass nach der Ankündigung einer Anzeige durch den Innenminister gegen H. Yaghoobifarah eine Solidarisierungswelle für die Autorin durch das Netz rollte, welche die Täter-Opfer Rolle geschickt verdrehte.
In Form eines offenen Briefes an BKin Merkel mit dem Titel "Pressefreiheit statt Polizeigewalt" sahen zahlreiche Medienschaffende (Jan Böhmermann u.a.), Menschen aus dem künstlerisch-kreativen Bereich und weitere Personen Innenminister Seehofer als das Problem an, das die Pressefreiheit bedrohe. Sie zeigten sich "erschüttert" und verlangten nicht nur, Seehofer solle die Anzeige sofort zurückziehen, sondern auch, er, der Innenminister müsse sich entschuldigen.
Unterzeichnet von 600 Personen, u.a. von Margarete Stokowski, Autorin; Carola Rackete, Naturschutzökologin und Seenotretterin; Enissa Amani, Stand-Up-Comedian; Sibylle Berg, Autorin; Fatma Aydemir, Journalistin und Schriftstellerin

was ein zukünftiger Parteivorsitzender der CDU aber auch ff, also aller Parteien können muss.
Entweder es gar nicht zu solchen "Entgleisungen" kommen zu lassen durch das glaubwürdige Vertreten politischer Kultur oder es klug zurückzufahren, was Herrn Seehofer zunächst nicht gelang.
In jedem Fall müssen Parteivorsitzende und Politiker generell so etwas aushalten als Teil einer politischen Öffentlichkeit und deutlich machen, wo sie Grenzen überschritten sehen.
Wer sagt denn heute noch Grenzen, sagen wir also, wo sie andere bedroht sehen, zumal diejenigen, denen sie als Dienst/Herr/Frau/Person verpflichtet sind.
Letzteres hat Herr Seehofer evtl. gemacht.
Er springt aber immer zu weit?

Seehofer ist der oberste Dienstherr der Polizisten. Diese wurden von einer sogenannten Journalistin einer anrüchigen, radikalen linken Gazette auf's Gröbste in ihrer Würde als Menschen und in ihrer Funktion als verbeamtete Schutzorgane herabgesetzt und beleidigt. Ich erwarte von unserem Innenminister, dass er sich unmissverständlich vor seine Polizisten stellt und natürlich hat er für diese Verletzung grundlegender journalistischer Verhaltensregeln Anklage zu erheben. Was denn sonst?Eine solche Diffamierung staatlicher Funktionsträger, die tagtäglich für unsere Sicherheit einstehen, insbesondere auch für die Sicherheit der politischen Mandatsträger, ist unerträglich und einfach nicht hinnehmbar. Es ist dann Sache deutscher Gerichte über diese "Journalistin" und über diese Zeitung zu entscheiden. Herr Seehofer, tun Sie endlich das, was Ihr Amt von Ihnen fordert!

hat Herr Seehofer einem notwendigen und guten Entschluss gefasst, den der dann - wie man von ihm gewohnt ist - schnell zurückgenommen hat. Ist er vor dem Druck von Links-Grünen "Weltverbesserern" zurückgewichen? hat er kein Rückgrat? Dann sollte er sein Amt einem kompetenteren Menschen überlassen!

Klaus-Peter Götze | Sa, 4. Juli 2020 - 21:28

Wer Ulrike Meinhof einordnen will,sollte das Buch von Bettina Röhl lesen. Stefan Aust könnte auch etwas dazu sagen. Macht er aber nicht. Warum nicht? Political correctness? Mir tun Polizisten und Rettungsdienste leid. Wohin soll das führen. Ich fürchte das Schlimmste, aber ich verfüge, Gott sei Dank, über die Gnade der frühen Geburt.Armes Deutschland.

...schreibt in seinen sehr lesenswerten Erinnerungen "Leben, - oder gelebt werden" :
"In den 1970 Jahren wurde die Bundesrepublik zum Schauplatz einer neuartigen Form
politischer Gewalt: die Terroristen setzten bei ihren Anschlägen konsequent auf die Macht der Massenmedien, um den fehlenden Rückhalt in der Bevölkerung durch die
Publikumswirksamkeit ihrer Aktionen wettzumachen".

Markus Michaelis | Sa, 4. Juli 2020 - 22:18

"Im Deutschland von gestern ging das linke und linksliberale Milieu samt seinen Medien stets verständnisvoll-nachsichtig mit Ulrike Meinhof um – sie war ja eine Linke, letztlich beseelt vom moralisch Guten, also ein tragischer, ein bedauernswerter Fall."

Ja, das scheint mir auch so. Zwar wird die Welt zum Glück in den großen Strömungen bis jetzt immer friedlicher, aber noch ist es auch heute so, dass es den Menschen neben Gewaltfreiheit auch um höhere Werte geht.

Es geht um Wahrheit, Gerechtigkeit, Nation, Religion etc. Schwierig wird es dadurch, dass verschiedene Gruppen verschiedene höchste Werte haben.

Es gibt die Opfer der starken Mehrheitsgesellschaft oder von individueller Bereicherung (im weiteren Sinne), aber oft greift das nicht.

Konsequent wäre es daher zu sehen, dass die eigenen Toten/Opfer nur in der eigenen Gruppe als "ultimatives" Argument wirken, da jede Gruppe ihre Toten/Opfer aufzählt.

Joachim Kopic | Sa, 4. Juli 2020 - 22:26

... - wer es die letzten Jahre nicht bemerkt hat, der scheint nicht in der Realität angekommen zu sein:
Was irgendwie "rechts verwertbar" ist, wird ausgeschlachtet mit Sondersendungen etc. - sind es aber "Linke" oder "Flüchtlinge", wird es am besten totgeschwiegen oder ein neuer Begriff erfunden.
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen.

... könnte man darüber lachen."

Ja, es ist ein absurdes Theaterstück, das in Deutschland jeden Tag mit sich verstärkendem Enthusiasmus aufgeführt wird - noch nicht ganz so lange wie die "Mouse Trap" von Agatha Christie in London (68 Jahre), aber immerhin schon einige Jahrzehnte lang.

"Links gut - Rechts schlecht!" - so lautet der schlichte Tenor dieses "tollen" Stückes.

Leider aber gibt es in Wahrheit nichts zu lachen.
Wenn sich der sog. Mainstream in Politik und Gesellschaft immer mehr von der
Realität entfernt und in eine derartige Schieflage gerät, wie sie jetzt bei uns erreicht ist, dann bringt das Verwerfungen mit sich, die letztlich einen Zerfall des Gemeinwesens bewirken; denn die Realität hat noch immer alle Ideologien besiegt u. ihre Anhänger unsanft zum Erwachen aus ihren "Spinnereien" gebracht. Dann waren sie gezwungen, entweder in Verzweiflung o. Depression zu versinken oder ihren (eigentlich) gesunden Verstand wieder zu entdecken, ihn zu benutzen u. neu zu beginnen.

Das Stück bzw. dessen Aussagen hatte ich bisher nicht gekannt. Hingegen das Gefühl schon, das Sie am Ende beschreiben: Einerseits einfach dieses ganze einseitige Gedöns hinnehmen (was mit depressiven Gedanken einher geht) oder sich doch rühren, was ich mein Leben lang (v.a. auch im Job) gemacht habe (... für Gerechtigkeit einstehen, auch wenn vom "Chef Loyalität nach "oben erwartet wird). Nicht zuletzt ist das mein Grund, Medien wie Cicero mit Abo zu unterstützen - v.a. wenn es "GEZ2" geben sollte!

Dr. Kai Wonneberger | Sa, 4. Juli 2020 - 22:57

 «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»

die Ermächtigung einer Gruppe, für das Ganze zu stehen und zu herrschen?
Ich nehme an, dass dies auch in der DDR der Fall war.
Alle sind aber nur als Alle Alle und Alle sind nicht an einem winzigen Punkt Alle sondern auf alle Punkte zusammen hin gesehen.
Wie sich das regelt, sollte man auch Allen überlassen und nicht Punkt BXA über Punkt AXZ ermächtigen im Sinne von Alle oder Gott.
- Gott ist niemals Zwang, Macht oder Tücke, vielleicht das Unabweisliche nach umfassender Einsicht? Viel zu negativ gesagt, das Sinnigste, das einander durchschreitend Verbundene? Das Zauberhafteste? Okay, es ist kein Geheimnis, ich bin nach wie vor bei der Zauberflöte und dem Requiem. -
Ich dachte immer, dies geschehe friedlich in internationaler Zusammenarbeit.
Ich will dem nicht vorgreifen.

Karsten Paulsen | So, 5. Juli 2020 - 08:17

Herzlichen Dank für diese schnörkellosen klaren Worte.

Ellen Wolff | So, 5. Juli 2020 - 11:16

„Die Reaktionen im linksliberalgrünen Milieu wären, wie sie zu sein hätten: Mediensturm, Politikerprotest, Demonstrationen, Mahnwachen, Bischofserklärungen, Kirchengeläut. Umgekehrt wird es geduldet.“
Und jeder, der es wagt, wegen „Linksradikalen Müll“ auf die Strasse zu gehen, bzw. dagegen zu protestieren wird in die rechte Ecke gestellt, der Lächerlichkeit preisgegeben oder er wird künftig ignoriert. Nur wenige haben derzeit Den Mut, sich offen gegen dieses ganz offensichtliche messen mit zweierlei Maß zu positionieren. Möglicherweise merken die „moralisch höher stehenden“ noch nicht einmal, das das ganze verlogen bis zum Anschlag ist. Oder ist es Machtkalkül? Nur wenn die „Guten“ mit unlauteren Mitteln an die Macht gelangen, sind sie dann noch die „Guten“? Ihre Glaubwürdigkeit haben sie Für mich schon lange eingebüßt.

Hans Schäfer | So, 5. Juli 2020 - 11:17

Nein, "Deutschland" misst nicht mit zweierlei Maß. Wohl aber die, die Political Correctness als Fahne vor sich hertragen. Von denen wiederum einige selbst nicht frei von Diskriminierung sind.
Die messen mit zweierlei Maß.

Manfred Sonntag | So, 5. Juli 2020 - 11:43

Ob die Extremisten am rechten oder linken Rand - immer sind sie menschenverachtende Ideologen. Und der Übergang ist schleichend, fast unmerklich, vielleicht sogar unbewusst. Vor ca. einem Jahrzehnt wurde das Sachbuch eines verdienten Beamten dem medialen Scheiterhaufen übergeben, und dass, ohne dass die handelnde Person es je gelesen hat. Nachdem der gleiche Beamte eine Gesichtsoperation überstand, beschrieb ihn die linke Kolumnistin Meli Kiyak: "als lispelnde, stotternde zuckende Menschenkarrikatur". Und Deniz Yücel schrieb in der "taz" einen Text, in dem er wünsche "der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten". Selbst enge Kontakte zu faschistisch islamistischen Organisationen werden RRG von den Medien nachgesehen (Cicero 05/2019 Genosse Muslimbruder). Es ließe sich endlos fortsetzen.
Mit der Duldung derartiger menschenverachtender Handlungen und Äußerungen entlarven sich die Linken & Linksliberalen ebenfalls als Fassadenträger bösartiger Ideologien.

Dagmar Kluth | So, 5. Juli 2020 - 11:57

wenn die Aussage: "aus Worten werden Taten" nicht nur auf Rechts, sondern gleichermaßen auf die Linken angewandt würde. Dass das nicht der Fall ist, lässt sich wunderbar im Bundestag konstatieren. Wenn dort Helge Lindh (warum nur, erinnert er mich immer so an Rumpelstilzchen?) zu hören ist, feiert der Hass fröhlich Urständ und wird dafür heftig beklatscht.Schlechte Aussichten für die Meinungsfreiheit in Deutschland!

Dirk Weller | So, 5. Juli 2020 - 12:28

Ja.
Ich lehne Hass und Hetze generell ab, egal ob von "Rechts", "Links", "Religiös" oder sonstwas.
Fast alle Medien und die Bundestagsparteien (ausser der AfD) jedoch lehnen lediglich Hass von "Rechts" ab.
Linker Hass ist in deren Augen okay. Oder gar notwendig ?
Dies führt zur Spaltung der Menschen, da Menschen, die auch linken Hass ablehnen, reflexartig als "Rechts/AfD-nah" eingestuft werden. Da hält man doch lieber den Mund.
Das Resultat ist, das in Umfragen 60%-70% der Deutschen sagen, das man seine Meinung nicht mehr offen sagen dürfe.

Christoph Kuhlmann | So, 5. Juli 2020 - 12:57

welche die Politiker ermorden. Der Terror der Migranten hüllt sich eher in ein religiöses Mäntelchen. Wobei die Feigenblätter die Scham kaum noch verdecken. Das Nachrichtensystem lebt von Neuigkeiten und es ist halt keine Neuigkeit, dass in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um Gewalt von links oder im Migrationsmilieu geht. Bei linken Migranten wirkt also ein doppeltes moralisches Tabu. Offenbar müssen die Scheuklappen für die verzerrte Wahrnehmung der links-liberalen Gutmenschenideolgie von fundamentaler Bedeutung sein. Wer sich in die Niederungen des populistischen Moralismus begibt, der reduziert sich halt selbst auf genau das schwarz-weiß Denken, welches er seinen politischen Gegnern unterstellt. Es bleibt nur noch der Ausweg emphatischer also subjektiver Gewichtung bei der Bewertung vergleichbarer Tatbestände. Womit wir beim Gegenteil von Recht und Gerechtigkeit angelangt sind und der Kreis sich schließt, der mit der Kritik an der Ungerechtigkeit begann.

Cornelia Oles | So, 5. Juli 2020 - 13:08

fehlen schon lange, es ist schon sehr verwunderlich wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Aber 2/3 der Journalisten hier haben ja linksgrüne Meinungen.

Manfred Schmidt | So, 5. Juli 2020 - 18:25

Die wirtschaftliche Hochkonjunktur ist längst einer Hochkonjunktur der Entrüstung. gewichen. So stellt es sich dem Betrachter außerhalb der politischen Lager dar. Geschürt wurde die Konjunkturlage zuletzt durch die Autorin der TAZ, mit der Intension es bedürfe einerseits weiterer stimulierender Anstöße zur Steigerung der Entrüstung für die Andersdenkenden und andererseits einer emotionale Aufrüstung für zurückgebliebenen Anhänger um sie nicht auf dem begonnen Weg zur Transformation zu verlieren.
Aus konservativer Sicht zunehmend beängstigend ist, in welchem Umfang linke Ideologen in Politik und Medien durchaus vernünftige Ansätze schon so moralisch überhöht haben, dass es für den Skeptiker unangenehme Folgen zeitigt. Je hartleibiger die Ablehnung je drastischer die Sanktionen.
Dies sind hohe Hürden, sie zu überspringen gelingt wohl nur dann, wenn sich die irtschaftliche Lage drastisch verschlechtert und man aus linken Blütenträumen erwacht. Andereseits schlimmer geht immer.

Norbert Heyer | Mo, 6. Juli 2020 - 11:42

„Es ist nicht das gleiche, wenn zwei dasselbe tun“ pflegte meine Großmutter schon vor Jahrzehnten zu sagen, wenn vermeintliche oder tatsächliche Ungerechtigkeiten erörtert wurden. Tatsache ist: Was von links geäußert wird, ist gut und richtig. Gleiche Aussagen aus dem rechten Spektrum sind grundsätzlich indiskutabel, unterste Schublade, „Nazi“ usw. Woher kommt das? Ich glaube, dass die meisten Menschen, die politisch rechts sind, aus Angst vor einer „Hexenjagd“ lieber den Mund halten, als ihre Kritik zu äußern. Außerdem hat man ja erlebt, wie Leute mit rechten Aussagen hinterher diffamiert, beleidigt und isoliert wurden. Schon Mao wusste: „Bestrafe einen, erziehe hunderte“. Die alten Rezepte der Meinungsunterdrückung funktionieren immer noch und warum sollte ein „alter weißer Mann“ sich öffentlich wegen einer rechten Aussage vorführen lassen? Da beschäftigt man sich lieber mit den Enkeln, genießt das Rentnerdasein und beobachtet das weitere Geschehen mit einer gewissen Gelassenheit.

Heidemarie Heim | Mo, 6. Juli 2020 - 12:05

Ich denke, das es nicht nur um verschiedenes Maß geht, sondern um die Methode die öffentliche Meinung zielgerichtet zu beeinflussen. Gestern sah ich zum wiederholten Mal im TV interessante Dokumentationen über die Helfer des Bösen und wie man den "Volkswillen" sozusagen langsam aber sicher gleich zu schalten vermag. Man dosierte die propagandistische Hetze sehr geschickt, indem man am Anfang sehr genau von seinen Schergen beobachten ließ, wie weit man gehen konnte mit der Gewalt gegen vermeintliche Gegner, da diese ja bisher als normale Bürger galten. Und selbst diese sich anfänglich nicht vorstellen konnten, das man ein ganzes Volk und somit ihre Mitbürger in Masse derart manipulieren kann mit Mitteln der Propaganda, Hirnwäsche per Volksempfänger und Mein Kampf zur Hochzeit. Als das Volk dann reif gehetzt, der Moral sozusagen entbunden, die Sündenböcke ausgemacht und für jedermann ersichtlich markiert waren, ging man über zum ungehinderten vernichten. Heute niemals möglich!??

Ernst-Günther Konrad | Mo, 6. Juli 2020 - 14:43

Ich habe die RAF-Zeit erlebt. Ich habe die Angst der Menschen, aber vor allem der Politik und der Wirtschaftsbosse gerochen. Gepanzerte Fahrzeuge, tägliche Polizeikontrollen, Aufrüstung des Staates, mehr Personal, bessere Bezahlung, schärfere Gesetze. Überall machte sich Panik breit. Unzählige Menschen schauten in Maschinenpistolen von uns Polizisten, weil sie "unwissentlich" einen Ford 17m fuhren mit Kölner-Kennzeichen und damit Schleyer transportiert worden sein soll. Überall Fahndungsbilder, es wurde über nichts mehr anderes geredet. Mit Herzklopfen Nachrichten ansehen, hoffentlich nicht wieder ein Banküberfall der RAF. Wen hat es jetzt erwischt? Politik reagierte zum Teil hysterisch und erlaubte Dinge, hart an der Grenze von Recht und Ordnung. Wenn es keine Polizei mehr gibt, die BW teilweise aufgelöst und mit der Polizei vielleicht auf der Müllhalde "spielt", wer schützt dann die Polizei vor NSU und linken Terroristen? Ach stimmt, die finanzieren ja die ANTIFA, die kann übernehmen

Gunther Freiherr von Künsberg | Mo, 6. Juli 2020 - 14:53

Dass solche journalistischen Auswüchse, wie sie in dem taz- Artikel zum Ausdruck kommen ist nicht alleine der Redaktion der taz anzulasten, sondern dem sogenannten Mainstream, der von der 4. Gewalt im Staate, den Medien, ausgeht.
Schon Lenin stellte zutreffend fest, nichts vereinfacht das Leben so nachhaltig wie die Diktatur. Auch die kompromisslose Definition der Inhalte der “ Political Correcness“ wie sie in dem taz Artikel zum Ausdruck kommt, führt zur Diktatur in der Meinungsbildung, und damit zur Abschaffung der Meinungsfreiheit. Diese Anpassung vereinfacht das Leben in der Tat gewaltig.
Dieses Umstands sollte sich die 4. Gewalt im Staate vergegenwärtigen, denn bei Fortschreiten dieser Tendenz des Mainstream-Journalismus macht sie sich selbst über kurz oder lang überflüssig.