Polizisten und Rettungskräfte stehen am 19.12.2016 vor der Gedächtniskirche in Berlin
Polizei und Rettungskräfte im Einsatz vor der Gedächtniskirche in Berlin / picture alliance

Anschlag in Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt – zwölf Tote

Ein LKW raste am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Dabei gab es zwölf Tote und viele Verletzte. Innenminister Thomas de Maizière geht von einem Anschlag aus. Ein Verdächtiger wurde festgenommen

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Nach Angaben der Polizei wurden 12 Menschen getötet und 48 verletzt, nachdem ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gerast ist. 

Das Fahrzeug, ein schwarzer Sattelschlepper der Marke Scania, fuhr am Montagabend gegen 20 Uhr auf einen Gehweg nahe dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg in der Nähe der Gedächtniskirche. Die Polizei geht davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gesteuert wurde.

Ein Verdächtiger wurde am Montagabend an der Siegessäule festgenommen. Ein weiterer Mann polnischer Herkunft, der auf dem Beifahrersitz saß, war erschossen in dem Lastwagen aufgefunden worden.

Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen 23-jährigen Pakistaner namens Naved B. handeln, der als Asylbewerber nach Deutschland eingereist ist. Laut Sicherheitskreisen leugnet er die Tat, derzeit wird er in Berlin verhört. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte, er habe keine Zweifel mehr, dass es sich bei dem schrecklichen Ereignis um einen Anschlag handle. Der Tatverdächtige sei am 31. Dezember 2015 nach Deutschland eingereist und registriert worden. Sein Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen, nachdem mehrere Versuche einer Anhörung nicht zustande gekommen seien. De Maizière vermied den Begriff „Terroranschlag“, bisher habe sich die Terrororganisation Islamischer Staat nicht zu der Tat bekannt.

Stand: 13:12 Uhr

Sven Bergmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 23:15

2km von hier, man konnte die Sirenen hören.

Die Gedanken sind jetzt bei den Opfern und ihren Familien und Freunden.
Wir haben hier alle schon zu lange befürchtet, als dass noch irgendwer von der Nachricht überrascht wäre.
Ein Freund von mir war mit seinen Kindern gestern auf dem Weihnachtsmarkt, er sagte mir, er sei extrem aufmerksam gewesen, Weihnachtsmarkt sei nun mal Risikoareal.

Die Gedankengänge sind mir nicht fremd, jedes mal in der Ubahn denke ich, wie leicht wir angreifbar sind. In den letzten Monaten waren die Attentäter bloss meist zu blöd zum Töten, der Typ heute konnte immerhin einen Laster fahren.

Wir werden uns von dem plüschigen Deutschland, wie wir es einmal kannten, verabschieden müssen.

Es wird wieder krachen.
Und wieder.

ich fürchte, Sie haben [leider] Recht - die Zeit des "plüschigen" Deutschlands sind vorbei - und das ein für allemal.
Schauen Sie mal in die No-Go-Areas, wie Marxloh - auch von dort werden früher oder später Angreifer, die Verlierer und Abgehängten der Gesellschaft, kommen - siehe Brüssel. - Doch was wollen wir tun - ich sehe keine andere Lösung, als sich selber zurück zu ziehen, nach dem Motto "Rette sich, wer kann . . ."!
Und, ja, Herr Bergmann, wissen Sie, was Sie nach Ihrer "Verabschiedung aus dem plüschigen Deutschland" machen werden . . . ?

Hans von Massow | Di, 20. Dezember 2016 - 00:24

Ich wünsche mir, dass wir die Souveränität besitzen, notwendige politische Folgerungen oder gar Forderungen nach dem erschütternden Ereignis erst dann formulieren, wenn die dafür notwendigen wahren Informationen öffentlich verfügbar sind. Aber ich bin mir sicher, dass eine Gesellschaft, die ihre Wertvorstellungen offen und anhaltend debattiert und den gemeinsamen Nenner am Ende immer wieder klar benennt, Radikalisierungstendenzen wirksam entgegentreten kann.
Dieser Abend wird zeigen, dass Friedrich Merz mit seiner damaligen, leider vergeblichen Forderung nach einem Bekenntnis zu einer Leitkultur auf freiheitlich demokratischer Grundlage recht hatte und einen elementaren Punkt benannte, dem sich die CDU unter ihrer derzeitigen Führung über Jahre verschlossen hat.

Tonicek Kolot | Di, 20. Dezember 2016 - 14:32

In reply to by Wolfgang Lang

. . . in welcher Welt leben Sie denn?
Noch ein Einzelfall - klar! War ja auch nur EIN Täter!
Wenn Sie heute um 11.04 Uhr Merkel auf Phoenix zu ihrer ersten Stellungnahme gesehen und gehört haben, eine Jammergstalt vor dem Herrn! Lange werden Ihre Berater und Redenschreiber die Worte, die sie dort sagte, auserwählt haben - vielleicht, das ist meine Hoffnung, wird sie merken, welchen grandiosen Fehler sie per Masseneinwanderungs-Doktrin gemacht hat.

Einen positiven Aspekt bemerkte ich: Der Erziehungs-Journalismus "bitte nicht von diesem Fall auf die Menge der Flüchtlinge / Asylbewerber schließen und zu verallgemeinern", blieb aus und war plötzlich nicht mehr zu vernehmen - hat hier etwa ein Umlernprozess, das Volk nicht mehr erziehen zu wollen, begonnen?

Peter Bigalk | Di, 20. Dezember 2016 - 09:45

Neben der Trauer muss die politische Aufarbeitung endlich ehrlich erfolgen. Reine Beschwichtigungen, wie nach den bisherigen Vergewaltigungsfällen, Köln usw. bringen uns nicht weiter. Die Bevölkerung hat ein Recht auf Sicherheit, sie zahlt nicht nur Steuern für sogenannte "Werte", deren Kollateralschäden man tagtäglich beobachten kann.

Christa Wallau | Di, 20. Dezember 2016 - 10:37

Seit langem spreche ich nur noch von Kollateralschäden, welche die "hochmoralische" Entscheidung Merkels, ungezügelte Einwanderung nach Deutschland zuzulassen, zeitigen. Bestenfalls kann man bei ihr u. den Menschen, die ihr weiterhin die Stange halten, von gesinnungsethischer Haltung sprechen. Mit VERANTWORTUNGSETHIK, die bei jedem Politiker und vernünftigen Menschen vorausgesetzt werden sollte, hat dies nichts zu tun.
Es gibt Zwangslagen, in denen Mittel angewandt werden m ü s s e n, die auch heftige negative Nebenwirkungen haben (Man kennt dies von Medikamenten zur Behandlung schwerer Erkankungen), aber im in diesem Falle (Flüchtlinge in Ungarn) handelte es sich keinesfalls - entgegen allen offiziellen Verlautbarungen - um eine
Situation, die zu einem derartigen Handeln zwang. In akuter Todesgefahr war in Ungarn niemand! Stattdessen befinden sich Sicherheit und Wohlfahrt UNSERES Landes nun in einem desolaten Zustand. Was nützen den Opfern in Berlin die Beileidsbekundungen???

Hans Beyer | Di, 20. Dezember 2016 - 16:18

Auf allen Kanälen wird versucht, das Massaker zu verharmlosen.
Das ist erbärmlich.

Es gibt ein Problem.
Es gibt ein massives Problem.
Und dafür sind auch einige Leute persönlich verantwortlich!
Es reicht.

Stephan Herget | Mi, 21. Dezember 2016 - 09:00

sind noch nicht beerdigt. Anstatt für sie und die Familien zu beten und deren Trauer mit Schweigen zu ehren, beginnen die "christlichen Abendländer" mit ihrer politischen Hetze.
Anstatt die Reihen zu schliessen, macht man den IS glücklich, indem man nicht mehr unterscheidet zwischen Guten und Bösen, sondern nur noch zwischen "uns" und "denen".
Winter is coming.

Reiner Jornitz | Do, 22. Dezember 2016 - 15:01

Ich habe das Gefühl, das Islamisten wie pubertierende Kinder sind , die prüfen wollen wie weit sie die Grenzen hochschrauben können. Man sollte diese Menschen nicht als psychisch belastet oder im Internet radikalisiert abtun. Diese Leute wissen was sie tun : nämlich die Bekämpfung und Vernichtung der Ungläubigen egal wo sie sind. Es lebe die deutsche Einfältigkeit und die Verantwortungslosigkeit der meisten Politiker, die eines perfekt können lamentieren!

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