Bei Sammlern demnächst begehrt? Ein handsigniertes Exemplar des Baerbock-Buches / dpa

Plagiatsaffäre - Annalena Baerbock zieht ihr Buch zurück

Wegen zahlreicher Plagiate in ihrem Wahlkampfbuch geriet Grünen-Chefin Annalena Baerbock in die Kritik. Jetzt haben Verlag und Autorin entschieden, das Buch aus dem Handel zu nehmen.

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Cicero Cover 12-21

„Wie wir unser Land erneuern“, werden die Leser ab jetzt nicht mehr erfahren. Das ist nämlich der Untertitel des Buches „Jetzt“ von Annalena Baerbock, der Co-Bundesvorsitzenden der Grünen und möglichen künftigen Außenministerin. Das Werk wird jetzt nämlich aus dem Handel genommen. Grund dafür ist eine Plagiats-Kontroverse: Baerbock (oder ihr Ghostwriter) soll zahlreiche Passagen abgeschrieben haben, ohne die jeweilige Quelle anzugeben.

Ursprünglich hatten Ullstein-Verlag und Autorin geplant, das Buch in überarbeiteter Form neu herauszubringen und die fehlenden Quellenangaben in der E-Book-Ausgabe nachzureichen. „Aus Gründen der Transparenz“, wie der Verlag es formulierte, „auch unabhängig von der rechtlich zulässigen Übernahme von Passagen aus Public Domains“ – also ohne ein Engeständnis, plagiiert zu haben.

Doch jetzt hat Baerbock erklärt, dass eine zeitnahe Überarbeitung des Titels nicht realisierbar sei: „Der Wahlkampf und die nachfolgenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen haben nicht den Raum für die notwendigen Ergänzungsarbeiten gelassen. Es ist absehbar, dass sich dies in den kommenden Monaten nicht ändern wird.“

Nun wird „Jetzt“ also komplett aus den Buchhandlungen verschwinden. Wer allerdings gehofft hat, demnächst auf dem Ramschtisch ein verbilligtes Exemplar ergattern zu können, wird enttäiuscht: „Die noch im Handel befindlichen Bücher bleiben preisgebunden“, heißt es.

Die Meldung im „Buchreport“ finden sie hier.
 

 

Karl-Heinz Weiß | Do, 18. November 2021 - 12:56

Für die deutschen Medien sollte das der Anlass sein, nicht nochmals (nach Schulz und Baerbock) einen Personenkult zu entfachen. Bei Scholz und Merz besteht diesbezüglich zwar keine Gefahr, aber wer weiß……..

Tomas Poth | Do, 18. November 2021 - 13:00

Bleibt als Schaden all die gefällten Bäume die für die Buchproduktion gebraucht wurden!
Und dann noch die CO2-Emission die die verbrannten Bücher in der Müllverbrennung produzieren!
Annalena, das ging gründlich daneben, in alle Richtungen.
Das gibt vom Nabu den Umweltschutz-Preis "Dinosaurier des Jahres" in Goldbronze, von FfF überreicht.

Christa Wallau | Do, 18. November 2021 - 13:35

ist Annalena Baerbock aus zeitlichen Gründen also nicht möglich.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen; denn sie müßte quasi fast das ganze Buch neu schreiben, d. h. mit e i g e n e n Gedanken, Überlegungen und Vorschlägen füllen.
Daß sie dazu nicht in der Lage ist - weder zeitlich noch geistig - leuchtet ein.
Ihre Promotionsarbeit hat sie ja auch - trotz Unterstützung durch 40 000 Euro von der Heinrich-Böll-Stiftung - n i c h t zum Abschluß gebracht.

Ungeachtet dieser Unfähigkeiten ist sie jetzt aber prädestiniert für jegliches Amt in der kommenden Regierung.

Armes Deutschland!

...werte Frau Wallau.
Als Ersatz wird der Verlag sich bestimmt das neue Buch "Meine ersten 100 Tage als Außenministerin oder wie ich D ins endgültige Verderben führen kann", gesichert haben.
Heute in der NZZ ein Beitrag über Proporz und Quotendenke zum Schäden der Demokratie.
Und Schnatterlinchen vorne dabei.

Martin Falter | Do, 18. November 2021 - 13:39

Wahlkampf ist vorbei, wen interessieren da noch die alten Plakate und Wahlkrampf Pamphlete. Wieder ein Beitrag zur Umweltverschmutzung durch Papierverschwendung.

Rob Schuberth | Do, 18. November 2021 - 16:15

Nur nützt ihr das nun auch nichts mehr.
Ihr Drops ist gelutscht.

Eine negative Krönung könnte nur noch sein, sie würde tatsächlich zur A.Min. gekürt werden.

Dann dürfen wir uns auf viele "lustige" also eher peinliche Vorfälle freuen.

Unserem Land würde das deutlich mehr schaden, als "ihr" peinliches Buch.

Fritz Elvers | Do, 18. November 2021 - 17:33

Ich wollte das Buch noch an meine ziemlich besten Freunde verschenken.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 19. November 2021 - 16:23

Der einzige Ausweg, sich aus der Misere halbwegs herauszulavieren. Und wenn eh das meiste von anderen abgekupfert war, bleiben die potenziellen Leser dieses Buches, die es eigentlich gekauft haben, weil sie sich auf dem Niveau von Schnatterinchen wohl fühlen und sich auskennen, die Erkenntnis, dass sich intellektuell überfordert fühlen müssen, wenn sie es verstehen wollen. Aha. Sie hat keine Zeit für eine Überarbeitung. Das glaube ich gerne. Sie lernt ja gerade die Weltkarte auswendig, damit sie weiß, wo sie künftig hinlaufen, mit dem Lastenrad oder der Bahn reisen kann. Wegen mir schon morgen und ohne wenn es geht, ohne Rückfahrkarte am besten ins Land des Lächelns.

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