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Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Foto: Christian Mang/dpa

Baerbock-Debatte - Wie hältst du es mit dem Eigentum?

Hannah Arendt bemerkte einmal, es sei nicht so, dass der Dieb das Eigentumsrecht nicht kenne. Er gestattete sich eine Ausnahme zu seinen Gunsten. Dasselbe tat Baerbock. Sie wusste, Autoren hatten für die Texte gearbeitet, die sie sich aneignete. Sie gestattete sich eine Ausnahme zu ihren Gunsten.

Autoreninfo

Julien Reitzenstein befasst sich als Historiker in Forschung und Lehre mit NS-Verbrechen und Ideologiegeschichte. Als Autor betrachtet er aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

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Die Debatte der vergangenen Woche um Annalena Baerbock sind ein Spiegel der Gesellschaft in unserer Zeit. Die eine Seite führt Unwahrheiten im Lebenslauf, erfundene Mitgliedschaften und wörtliche Übernahme von Texten anderer Autoren ins Feld, um nahezulegen, die grüne Politikerin sei für das Kanzleramt charakterlich nicht geeignet. Baerbocks Unterstützer meinen, dass die wörtliche Übernahme von Texten in ihrem Buch „Jetzt: Wie wir unser Land erneuern“ kein Plagiat sei, da es sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handele.

Zudem gehen zahlreiche Verteidiger von einer gezielten Kampagne gegen Baerbock aus. Einige sind gar überzeugt, dass Frauenfeinde am Werk seien, die mit allen – vor allem unfairen – Mitteln versuchten, die abermalige Übernahme des Kanzleramts durch eine Frau zu verhindern. Die Absurdität mancher Behauptung der Verteidiger hat Don Alfonso jüngst in der Welt erklärt. Wie sehr die Argumente der Baerbock-Kritiker am Kern der Affäre vorbeigehen, wird bei einer Veränderung des Blickwinkels offenbar.

Wie geht der Staat mit Eigentum um?

Die Grünen werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit an der Regierung beteiligt sein. Viele Stimmen im politischen Berlin meinen, dass die Grünen vor allem ein zusammengelegtes Bau- und Umweltministerium anstreben. Beide Ministerien verfügen nicht nur über gewaltige Etats, die dort getroffenen Entscheidungen wirken in der Regel lange über eine Legislaturperiode hinaus. Vor allem aber haben sie erheblichen Einfluss auf eine wichtige Frage vieler Bürger: Wie geht der Staat mit ihrem Eigentum um? In Artikel 14 des Grundgesetzes gewährleistet der Staat das Eigentum. Allerdings wird dort ebenfalls bestimmt, dass der Inhalt und die Schranken dieser Gewährleistung von Gesetzen bestimmt werden. An der grünen Basis ist beispielsweise die Forderung populär, Mietsteigerungen bei Neuvermietungen gesetzlich zu begrenzen.

Dabei gehören rund 60 Prozent der Mietwohnungen in Deutschland nicht Konzernen, sondern Privatleuten, die keine hauptberuflichen Vermieter sind. Ihre zumeist ein bis zwei Wohnungen sind das, was die Politik seit Jahrzehnten fordert: private Altersvorsorge. Wer von diesen Privatvermietern würde nicht demjenigen Bewerber mit dem besten und solidesten Einkommen den Mietvertrag geben? Wohl nützt die Mietpreisbremse weniger den sozial Schwachen, aber sie sorgt auch dafür, dass viele sich jetzt sehr genau überlegen, ob sie eine Mietwohnung als Teil der Alterssicherung kaufen – die Vergrößerung des Wohnungsangebots wird so jedenfalls nicht erreicht. Erreicht wird vor allem die Erschütterung in die Eigentumsgarantie des Staates.

Schmaler Grat

Sie wird noch verstärkt durch die Bestrebungen, Immobilieneigentum durch neue Vorschriften und Auflagen in einer Weise zu belasten, die de facto einen Vermögensverlust nach sich zögen. Das träfe jedoch nicht nur die Kleinvermieter, sondern auch all jene, die ihre Ersparnisse in Immobilienfonds angelegt haben oder deren Banken und Lebensversicherer Kundengelder in Immobilien investiert haben. Der Grat zwischen politischer Steuerung und Beschneiden von Eigentumsrechten könnte bei einem von den Grünen geführten Bauministerium recht schmal werden.

Daher ist eine Frage essenziell: Wie halten es die Grünen, wie hält es ihre Kanzlerkandidatin mit dem Eigentum? Die Philosophin Hannah Arendt hielt 1965 eine vierteilige Vorlesung mit dem Titel „Über das Böse“. Darin bemerkt sie, dass es nicht so sei, dass der Dieb das Eigentumsrecht nicht kenne. Er gestatte sich nur eine Ausnahme zu seinen Gunsten. Die Grünen fordern: „Kulturschaffende sollen angemessen vergütet und sozial besser abgesichert werden.“ Und auf der Website ihrer Bundestagsfraktion ist zu lesen: „Wir Grüne im Bundestag haben uns stets dafür eingesetzt, dass die berechtigten Interessen der Urheber*innen auf Vergütung (…) rechtlich sauber gelöst werden.“

Kulturschaffende gehören nicht zu den Spitzenverdienern

Nicht alles, was nicht verboten ist, steht im Einklang mit der Vorbildfunktion jener Menschen, die in höchsten Ämtern den Staat repräsentieren und lenken wollen. Ob die Aussage des Medienanwalts der Grünen zutrifft, dass es sich bei den diskutierten Passagen in Baerbocks Buch weder um Plagiate noch um Urheberrechtsverletzungen handele, werden gut ausgebildete Juristen trefflich zu beurteilen wissen. Allerdings führt diese anwaltliche Behauptung kaum zur „angemessenen Vergütung“ und Wahrung der „berechtigten Interessen der Urheber*innen“ jener übernommenen Texte.

Die Mehrheit der Kulturschaffenden gehört nicht zu den Spitzenverdienern. Es ist deshalb wichtig und richtig, dass sich die Politik gegen die Umsonstkultur auf dem Rücken von Musikern, Autoren und Künstlern wendet. Es ist gesellschaftlicher Konsens, dass Ladendiebstahl nicht richtig ist. Mancher argumentiert, dass „die Konzerne“ doch genug Geld hätten, da falle eine Aneignung von ein wenig Eigentum doch kaum ins Gewicht, gar wenn der Dieb aus sozial schwachen Verhältnissen kommt. Was aber, wenn sich jemand einfach Eigentum von jemandem aneignet, der zu den unteren Einkommensgruppen gehört? Und was, wenn er dabei selbst zu den Spitzenverdienern gehört? Annalena Baerbocks Jahreseinkünfte liegen im sechsstelligen Bereich. Das wird niemand unangemessen finden, der die Arbeitsbelastung in der Politik und die ungleich höheren Vergleichsgehälter in der Wirtschaft kennt.

Vertrauen in die Demokratie schwindet

Unangemessen ist etwas anderes: Das Eigentumsverständnis einer privilegierten Frau, die als Parteichefin die Führung unseres Staates übernehmen will, ist die eine Sache. Die andere Sache ist es, wenn es zu den politischen Zielen dieser Parteichefin gehört, dass Kulturschaffende, die Texte ersinnen und oft sehr mühsam erarbeiten, angemessen bezahlt werden sollen. Gerade weil Frau Baerbock durch die Formulierung dieser Ziele um die Situation der Kulturschaffenden weiß, ist es – um zu Hannah Arendt zurückzukommen – nicht so, dass sie nicht wusste, dass irgendwer für die Texte gearbeitet hatte, die sie sich angeeignete. Sie hat sich nur eine Ausnahme zu ihren Gunsten gestattet.

Das ist deshalb besonders bemerkenswert, da die Kulturschaffenden durch die digitale Revolution und die Umsonstkultur wirtschaftlich immer weiter unter Druck geraten, nun aber zusätzlich mit den existenzbedrohenden Pandemiefolgen zu kämpfen haben. In solchen Ausnahmezuständen sind nach Hannah Arendt jene Menschen die zuverlässigsten, die von sich aus sagen: „Das kann ich nicht tun“ und nicht diejenigen, die sich auf eine Vorschrift berufen und sagen: „Das darf ich nicht tun.“ Und Zuverlässigkeit ist das, was der Wähler zuallererst von den Regierenden erwartet, denn daraus entsteht Vertrauen. Egal welcher Politiker von welcher Partei sich Ausnahmen zu seinen Gunsten gestattet: Dieser Umgang Privilegierter mit Werten zerstört bei vielen das Vertrauen in die Demokratie und jene, die sie repräsentieren. Eine junge, zuverlässige und motivierte Kanzlerin wäre eine Chance auf einen Mentalitätswechsel in der Politik gewesen.

Autoren können sich von Baerbocks Buch nichts kaufen

Der Kern der Diskussion um das Buch von Annalena Baerbock besteht deshalb aus zwei Wesenselementen: Da ist das tatsächliche Verhältnis der Grünen und ihrer Spitzenkandidatin zur Eigentumsfrage. Und da ist die Aussage des Medienanwalts der Grünen, der für seine Mandanten behauptet, dass die Übernahme von Textpassagen keine illegale Urheberrechtsverletzung gewesen sei. Selbst wenn das zuträfe: Diejenigen, deren Texte Baerbock durch ihr Buch zu klingender Münze macht, können sich davon nichts kaufen. Sie werden also – aus Sicht des Medienanwalts der Grünen legal – um die Früchte ihrer Arbeit und damit um ihr Eigentum gebracht.

Romuald Veselic | Mo, 12. Juli 2021 - 18:41

sind dann ebenso keine Plagiate, denn es sich nur um Karikaturen handele.
Z "Zuverlässigkeit ist das, was der Wähler zuallererst von den Regierenden erwartet, denn daraus entsteht Vertrauen." Amen.
Für mich hat Fr Bearbock jedes Vertrauen verwirkt, als ich noch nichts über ihre Existenz wusste. Die Grünen waren für mich das, was die Kommunisten (SED-DDR) hier unterstützten. Ein Aspekt des kalten Krieges - nützliche Idioten im Klassenkampf. Zersetzung der westlichen Gesellschaft. Was ihnen in 2 Generationen gelungen ist. Deshalb ist es begreiflich, dass die Greens im ehemals Ostblock, keine Chance haben. Die Menschen dort, haben genug von mentalen u. materiellen Gängelung/Experimenten an der durch Jahrhunderte aufgebauten Zivil-/Kultur-Gesellschaft. Es ist für mich unerträglich, mein Lebensstil von Politikern o. sonst wem vorschreiben lassen.

Ich sehe zwei weitere Gründe dafür, daß die Grünen im Osten nicht fußfassen können. Zum einen der Wohlstandsunterschied, (Links-)Grüne sind ein Wohlstandsphänomen, vor allem wenn es ererbter Wohlstand ist.

Ein weiterer Hauptgrund sehe ich in der Tatsache, daß die linke 68er-Bewegung im Westen gezielt die Schlüsselbereiche Medien, Justiz und Bildung unterwanderte. Hier trieben und treiben sie bis heute ihr Unwesen der Umgestaltung dieser Gesellschaft durch gezielte Umerziehung. Sie entfernten das verhaßte alte Fundament (insbesondere Werte, Moral, Traditionen) der deutschen Gesellschaft, ohne daß sie ein Ersatzfundament lieferten.

Dieser Prozeß ist schleichend, er braucht viele Jahre, bis er fruchtet, diese Jahre „fehlen“ den Bürgern der ehem. DDR, diese sind so auch weniger empfänglich für das verlogene und realitätsferne Gedankengut der Grünen sind.

Was mit Gesellschaften ohne Fundament passiert, kann aktuell eindrucksvoll in diesem Land beobachtet werden – sie zerfallen.

Frank Bodenstedt | Mo, 12. Juli 2021 - 18:41

"Wie hälst du es mit dem Eigentum?"
Wenn ich das als Artikelüberschrift lese, mag ich mir diesen gar nicht erst zu Gemüte führen. Der passt zwar zum Dummchen, aber hier muß das nicht auch noch lesen.
Ich jedenfalls, halte sehr viel vom Eigentum, genauso viel, wie von sauberen Hälsen und weißen Westen. Folglich wenig bis gar nichts von Bierbock und ihren politischen und berufsständischen Kollaborateuren.

Christoph Schwennicke bezeichnet heute Frau MdB Annalena Charlotte Alma Baerbock als Kunstprodukt - und in der Tat:
Wenn ich überlege, wann mir die Dame erstmals besonders aufgefallen ist, dann war das anlässlich der Kanzlerkandidatur bei deren Verkündung durch den der Dame selbst oder den GRÜNEN erkennbar geneigte Medien.
"Beides kannst du dir nicht leisten, beides musst du auch nicht haben", war damals meine Überlegung.
Das ist sie verstärkt heute noch.

Ingo Kampf | Mo, 12. Juli 2021 - 18:46

Der Autor hat in seinem abstrakten Beitrag natürlich Recht. Aber die Kultur zu kopieren, was das Zeug hält fängt ja im Lehrbetrieb bereits an. So ein Copyright ist ja oft nur lästig. Wenn man den sozial Schwachen Bildung vermitteln will, ist kopieren eine läßliche Sünde. Weshalb den großen Verlagen Geld in den Rachen werfen? In den ersten 15 Jahren haben Etablierte Online-Magazine die „Umsonst-Kutur“ so befördert, daß es ihnen später schwer fiel, Geld für redaktionelle Inhalte einzusammeln. Diese Umsonst-Kultur wird durch die Textbeiträge der ÖR-Rundfunkanstalten im WWW noch befördert. Die vielen hochmotivierten jungen Mitstreiter in der Grünen-Bundes-Geschäftsstelle haben infolgedessen noch nicht einmal ein Unrechtsbewußtsein. Sie werden auch noch durch einen „Star“-Anwalt bestätigt. So zieht sich das ins Land. Schwarz-fahren, Containern, Müllentsorgung in fremden Tonnen, Abschreiben in der Schule. Es ist immer ein Leistungsverzehr ohne zu zahlen. Diese Leute dürfen nicht regieren!

Annette Seliger | Mo, 12. Juli 2021 - 19:06

Liebe Foristen, ich wette mit ihnen dass die Dame keinen einzigen Satz in dem Buch selbst geschrieben hat. Das war zu 100% ein Ghostwriter, und da die Dame das nicht zugeben kann, hängt sie jetzt am Fliegenfänger. Ich nehme weitere Wetten an, dass ihre damalige "Doktorarbeit", an der sie so viele Jahre aufopferungsvoll gearbeitet hat, nach dem gleichen Schema bearbeitet wurde. So viel wir ja jetzt wissen hat die Dame ihre Dissertation abgebrochen, und die muss ja noch irgendwo rumliegen. Ich wette dass die für jemanden anderen weiterverwertet wurde. Was lernen wir daraus? Hier sind Blender am Werk! Menschen, die von der Angst und dem Geld anderer leben! Diese Blender wissen wie das "System" funktioniert und wie man die Futterplätze anzapft. Ein anderes Beispiel gefällig? Claudia Roth ist auf Staatskosten in die Südsee geflogen, um sich vom nahenden Untergang der Inseln zu überzeugen? Wer`s glaubt wird selig. Aber Roth weiß wie`s funktioniert. Klimakrise, Corona! Folge dem Geld!!

Ernst-Günther Konrad | Di, 13. Juli 2021 - 10:15

In reply to by Annette Seliger

Verehrte Frau Seliger, ich muss Ihr Wettangebot ausschlagen. Unsere beiden Kommentare sind genau mit 12 Minuten Unterschied verfasst worden, da war noch keiner der beiden veröffentlicht. Unser beider Kommentare haben die gleiche Hauptaussage zum Inhalt, obwohl wir uns nur aus dem Forum kennen und nichts abgesprochen haben. Wollte ich wetten, will ich gewinnen. Mir ist die Gewinnchance zu gering. Vielleicht erleben wir es demnächst, dass sich jemand aus dem Umfeld von AB outet und die Wahrheit zum Buch veröffentlicht und uns mit unserer Vermutung, mehr ist es ja nicht, bestätigen wird.
Je länger das Thema AB und ihre Verfehlungen medial zugegen ist, besteht die Chance, dass jemand aus ihrem Umfeld umkippen wird und die Wahrheit sagen wird.
Schon interessant. AB ist bei keiner Talk-Show mehr zu sehen, keine weiteren Interviews, keine öffentlichen Reden, sie wird regelrecht versteckt. Warum wohl? Nun die Lösung liegt auf der Hand, sie und ihre Berater haben Angst vor weiterer
Entdeckung.

Rob Schuberth | Mo, 12. Juli 2021 - 19:16

Ich teile die Ansicht des Autors, dass es eben nicht i. O. ist wie sich die Grünenspitze (Annalena B.) nicht nur in der Affäre i. S. ihres - großenteils abgeschrieben - Buches verhält.

Und ich bin sauer, wenn der ÖRR mittels geframter Berichterstattung, indem er z. B. einfach durch Gäste behaupten lässt, es sei heutzutage quasi normal in seinem LL zu beschönigen u. stark zu kürzen (da angeblich nur noch 1 Seite erlaubt sei).

DEM ist aber nicht so.
Was AB sich da herausgenommen hat war u. bleibt Betrug.
Jeder AG darf so eine MAin, die er aufgrund falscher LL-Daten eingestellt hat, fristlos entlassen.

Der Charakter von AB ist erkennbar für das Kanzleramt ungeeignet!

Ernst-Günther Konrad | Mo, 12. Juli 2021 - 19:18

Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker bin ich überzeugt davon, dass dieses Buch eine Auftragsarbeit war. Sie wollte neben Habeck auch als Autorin brillieren, ihr EGO und ihre ganz persönlichen Berater haben ihr dazu geraten. Ein Ghostwriter, Herr Ebmeyer und Helfer?, hat auf die Schnelle ein Buch zusammengezimmert und in Folge Eile sich dieser geistigen Diebstähle bedient und den persönlichen Teil der "Autorin" aus ihrem Lebenslauf und vielleicht ein paar Interviews und Vorgaben, ebenso falsch übernommen, wie sich der Lebenslauf eben auch darstellte. Ich bezweifele stark, das AB in der Lage ist, die gestohlenen Inhalte selbst inhaltlich zu argumentieren, geschweige denn eine solche Rhetorik aufzubauen. Die Selbstüberhöhung fand ja schon Jahre vorher in Wiki und auf der Seite der Grünen statt, lange bevor sie Kandidatin wurde. So, wie sie für mich nie eine Promotionsarbeit ernsthaft selbst begonnen hat, genauso wenig ist sie intellektuell in der Lage ein solches Buch zu basteln.

Ich traue nicht den dunklen Mächten der Macht.
Und mögen auch viele der Grünen Träumer von Links-Utopien sein & manche gefährliche Gedanken-Terroristen sein. Aber wie sie sich selbst zerlegen - Nein 🤔.
Es bekommt mich immer öfters das Gefühl, dass die Medien-Politik ihre Spielchen mit uns Wählern treiben. Eine starke Grüne Partei als Gegenpol zu den ganz Linken sowie den Rechten, weil diese durch nichts durch die Macht zu kontrollieren sind!
Aber - & jetzt kommt das Aber:
Bitte nicht zu stark. Wir - AM & ihre Helfer - bestimmen, wo es lang geht.
Die führende Rolle der CDU steht im Mittelpunkt aller Ziele.
Alle Mittel & Zauberkunststücke dienen einen klaren Ziel:
MACHTERHALT DER CDU-IDEOLOGIE ALLA ANGELA MERKEL!
Dazu müssen mit Allen Mitteln die anderen Parteien kleingehalten werden, egal ob mit Zersplitterung durch freie Wähler, Werte-Union & /oder Turbo-Verblödung durch Grün (obwohl inhaltlich Umweltfragen für die meisten ein wichtiges Thema ist - nur nicht für die Macht & die 💗

Ich sehe das genau so. Baerbock hat nicht eine Zeile zu "ihrem" Buch beigesteuert. Dieses Buch ist 100%-ig eine Auftragsarbeit für irgendeinen Ghostwriter, der für wenig Geld angeheuert wurde. Der Grund ist ganz einfach: Baerbock ist weder mit irgendwelchen Geistesgaben noch mit so etwas wie Fleiß ausgestattet, um sich über einen gewissen Zeitraum mit einer Sache (und sei diese noch so trivial) beschäftigen zu können. Deshalb glaube ich auch nicht, dass sie sich länger als eine halbe Stunde mit ihrer sogen. Promotion beschäftigt hat. Das Problem ist aus meiner Sicht, dass sich die Dame neben mangelndem Intellekt und fehlendem Fleiß durch ein überbordendes Selbstbewußtsein auszeichnet, was sich dann in maßloser Arroganz gegenüber Dritten äußert (ich denke an das Video mit Habeck, wo sich ihre Verachtung für Habeck zeigt). Vielleicht ist Baerbock nur eine Repäsentantin von Teilen ihrer Altergruppe, die häufig durch Nichtwissen glänzen, daraus aber eine Tugend machen.

Peter Lutz | Mo, 12. Juli 2021 - 19:39

Sehr geehrter Herr Reitzenstein,

besten Dank für Ihren Artikel. Von dieser Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet. Sehr wahrscheinlich wäre ich niemals auf diese (Ihre bzw. Hannah Arendts) Gedanken gekommen.

Nochmals besten Dank, dass muss ich mir die nächsten Tage mal durch meine grauen Zellen gehen lassen.

Schönen Abend noch

In einem Punkt hätte ich einen Änderungswunsch zu der Aussage von Hannah Arendt, dass in Ausnahmezuständen jene Menschen die zuverlässigsten seien, die von sich aus sagen: „Das kann ich nicht tun“ und nicht diejenigen, die sich auf eine Vorschrift berufen und sagen: „Das darf ich nicht tun.“

Etwas nicht können klingt für mich wie ein Unvermögen, also etwas Passives, ich/Du/er/sie/es KANN halt etwas nicht. Ist das denn ein Verdienst, ergo verdienstvoll?

"Das WILL ich nicht tun (selbst wenn ich könnte!)" wäre dagegen etwas ganz anderes. Und mir wäre so eine Haltung nicht nur in hohen Ämtern viel lieber.

Kurt Walther | Mo, 12. Juli 2021 - 20:36

Immer gut, wenn überhitzt diskutierte Aufreger wie Annalenas umstrittenes Buch und die links-grüne Forderung nach Miethöhe-Begrenzung mal etwas genauer unter die Lupe genommen werden.
Betreffs Miethöhe-Begrenzung wurde schon vielfach moniert, dass dadurch nicht mehr Wohnraum geschaffen würde. Julien Reitzenstein nennt einen weiteren Aspekt: die Gefährdung der Altersvorsorge so mancher kleiner Privatvermieter. Sie werden besonders in die Zange genommen. Was als soziale Wohltat der Links-Grünen für die eine Gruppe verkauft wird, geht auch zu Lasten einer anderen Gruppe - keinesfalls unbedingt reichen Gruppe.
Im Großen aber ist es die Niedrigzinspolitik der EZB, die den kleinen deutschen Sparer ausplündert, um die überschuldeten Süd-EU-Staaten zu retten.
Annalenas Plagiat-Buch ist da vielleicht nur eine Kleinigkeit, indem nur eine überschaubare Zahl originärer Texte-Schreiber nicht honoriert wird. Moralisch, auch unter dem Eigentums-Aspekt, ist das aber unakzeptabel.

Ingofrank | Mo, 12. Juli 2021 - 20:42

Ist genau der Punkt.
Auf der einen Seite geistiges Eigentum anderer als seine eigenen Ergüsse ausgeben und andererseits
auf der Web- Seite der Grünen setzt sich die Partei für sich für Urheberrechte ein.
Ist Fr. Baerbock schon ihrer eigenen Partei so weit entrückt? Sie ist nicht irgend eine
Hinterbänklerin, sondern Kanzlerkandidatin. Wobei, warten wir mal ab, wo die Grünen am Ende landen. Ob sie die 10% reißen? Der „Verdopplungstaraum“ scheint ausgeträumt. Und das ist gut so!

Ingofrank | Mo, 12. Juli 2021 - 20:44

Ist genau der Punkt.
Auf der einen Seite geistiges Eigentum anderer als seine eigenen Ergüsse ausgeben und andererseits
auf der Web- Seite der Grünen setzt sich die Partei für sich für Urheberrechte ein.
Ist Fr. Baerbock schon ihrer eigenen Partei so weit entrückt? Sie ist nicht irgend eine
Hinterbänklerin, sondern Kanzlerkandidatin. Wobei, warten wir mal ab, wo die Grünen am Ende landen. Ob sie die 10% reißen? Der „Verdopplungstaraum“ scheint ausgeträumt. Und das ist gut so!

Hans Meiser | Mo, 12. Juli 2021 - 21:48

„ Annalena Baerbocks Jahreseinkünfte liegen im sechsstelligen Bereich. Das wird niemand unangemessen finden, der die Arbeitsbelastung in der Politik und die ungleich höheren Vergleichsgehälter in der Wirtschaft kennt.“
Wir lassen die „Arbeitsbelastung“ mal unkommentiert …
Aber was soll dieser dämliche Vergleich zur Wirtschaft? Und was hindert Frau B., in die selbe zu gehen (ok, ich hätte da so eine Vermutung bezüglich der dort geforderten Leistungen und Kompetenz …)?
Was erzähle ich übrigens der Putzfrau, die nachts um 3 Uhr aufsteht und sich den Ars.. abarbeitet für Mindestlohn statt sechsstellig entlohnt zu werden? Klar, ich verstehe das Argument, dass sie nicht die ausreichende Qualifikation für eine Job in der Politik hat - aber Moment: fehlt da bei Frau B. nicht auch was … ???
Ne große Klappe wird die Putzfrau auch haben - sollte sie vielleicht auch als Kanzler-Kandidatin geeignet sein?!
Und nun würde ich mich über mindestens 1 Gegenargumente freuen. Viel Glück!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 12. Juli 2021 - 23:57

was Frau Baerbock gemacht hat oder zuliess, aber dass es diese Dimensionen annimmt, die Herr Reitzenstein meint, in seinem Artikel aufmachen zu können, "Sie gestattete sich eine Ausnahme zu ihren Gunsten", das will ich nicht hoffen.
Ich hatte einige Nachrichten über den Vorfall eher so verstanden, dass niemand finanziell geschädigt wurde, dass es sich um allgemein zugängliche Werke handelte, die, so dachte ich evtl. naiv, auch vergütet worden waren.
Weggefallen wäre dann eine Art "Mehrverdienst", der durch die Nennung der Autoren in so einem prominenten Buch einer Kanzlerkandidatin, diesen eben möglich geworden wäre, alleine durch bekannt werden.
Die Textstellen schienen mir unbekannterweise so nebensächlich, dass sie nicht einmal als Quellen angegeben wurden.
Aber genau das kann ich nicht beurteilen.
Geistiges Eigentum wiegt schwer, ich will auch keine Schlammschlacht, aber was Herr Reitzenstein hier argumentativ vorbringt, erfüllt evtl. den Tatbestand einer öffentlichen Anklage?

Ich wiederhole, evtl. öffentliche Anklage, und frage mich, ob man das öffentlich unbeantwortet lassen sollte, da es sich langfristig um einen evtl. schwerwiegenden Vorwurf mit vlt. strafrechtlichen Konsequenzen durch eventuelle Klagen Betroffener handeln könnte?
Hilft es, wenn man sich den Co-Autor genauer anschaut, der doch sicher für das Handwerkliche des Buches zuständig war, zudem den Verlag?
Was ist üblich, was eindeutig ein Rechtsverstoß, was im Graubereich?
Und nach so einer Debatte schaue ich dann gerne noch einmal auf den Artikel von Herrn Reitzenstein.
Mit Hannah Arendt gegen die Grünen?
Vielleicht hätte die sich angesichts eines solchen Artikels von Herrn Reitzenstein entschlossen, etwas genauer oder breiter zu argumentieren, je nach dem?
Ich greife jedenfalls zu Hernando de Soto "Marktwirtschaft von unten", verweise dort auf den "informellen" Sektor und gebe meiner Hoffnung Ausdruck, dass wir lernend voranschreiten, die Gesellschaft auszubalancieren.
AB könnte spenden?

Christian Schröder | Di, 13. Juli 2021 - 07:11

Ist eigentlich noch niemandem aufgefallen, dass der Slogan, den die Grünen jetzt verwenden, stark an den Kampfruf des FDJ Nachwuchses erinnert. Die jungen Pioniere in der DDR riefen: Seid bereit, immer bereit.

Der „Gruppenratsvorsitzende“ stand vor der Klasse, ihr zugewandt, die nach Klassengröße in mehreren Reihen angetreten war. Mit erhobenen Arm, die offene rechte Hand etwas seitlich auf dem Kopf, der Klasse zugewandt erfolgte der Aufruf: Sein bereit . Die Klasse antwortete im Chor mit : immer bereit. Dann begann der Fahnenappell, nachdem alle Klassen ihre Bereitschaft signalisierten.
Das Prozedere fand zu meiner Grundschulzeit jeden Montag statt.
Und natürlich mit blauem od. rotem Halstuch (= Brieffreundschaft mit russischen Pionieren ) und später mit FDJ Hemd. War übrigens auch blau.
Das waren Zeiten ….. Aber dann Abends im Dunkeln unters Dach gekrochen und die Antenne gedreht von der einen Markierung Ost auf West gedreht.
Alles klar? Das waren Zeiten …..

I.Frank geb. 1954 mit freundlichsten Grüßen aus der Erfurter Republik

Alexander Brand | Di, 13. Juli 2021 - 07:24

na und?! Die angebliche "Kampagne" fußt auf mehrfaches grobes Fehlverhalten der Baerbock, die immerhin Kanzlerin werden will und "Kampagnen" sind eine links-grüne Standardmaßnahme gegen politisch Andersdenkende – egal wie dreckig und verlogen sie sein mögen!

Texte sind das geistige Eigentum desjenigen, der sie erdacht hat – PUNKT! Diese (vor allem im Sinne des eigenen Profits) im eigenen Namen zu veröffentlichen, ohne darauf hinzuweisen ist natürlich eine Urheberrechtsverletzung, grün-linken Interpretationsspielraum gibt es da nicht.

Selbstverständlich sieht es Annalena mit dem Eigentum anderer Menschen nicht so eng, bei ihrem eigenen „Eigentum“ sieht sie das sicher anders. Respekt vor fremdem Eigentum ist keine links-grüne Eigenschaft, im Gegenteil.

Ich zitiere einen mir unbekannten Autor: „Sozialismus ist, das Eigentum/Geld anderer Leute zu verteilen, um irgendwann festzustellen, daß nichts mehr da ist“!

Walter Bühler | Di, 13. Juli 2021 - 09:04

Ich vermute den Ursprung des Übels bei Frau Baerbock, bei Frau Giffey und bei Herrn von Guttenberg in ihrer akademischen Ausbildung.

Es gibt Studienfächer, die werden - in der ungeheuren Flut von Studenten und Publikationen - fast nur noch von informellen Netzwerken und Zitierkartellen bestimmt. Wie im 16. Jahrhundert muss man die wichtigen Autoritäten in der richtigen Weise bauchpinseln und ansonsten die von diesen gebilligten altbackenen Wahrheiten in immer neue Schläuche ("Projekte" oder "Artikel") gießen.

Dieses unendliche Recycling der herrschenden Banalitäten, bei dem selbstständiges Denken nur stört, lässt sich am besten in Teamarbeit erledigen: einer schreibt tatsächlich, die anderen lesen durch und unterschreiben am Schluss. Solche Studenten verhalten sich so, wie sie es als Schüler gelernt haben, und diese erfolgreiche Arbeitsweise behalten sie natürlich auch nach dem Studium bei.

Sie reproduzieren nur, was sie gelernt haben.

Natürlich: Es gibt Ausnahmen.

Christian van der Ploeg | Di, 13. Juli 2021 - 09:30

Völlig d´accord mit dem Inhalt des Artikels. In Bezug zu H. Arendts Überlegung des nicht dürfen vs. nicht können stößt mir auch das Stipendium sehr auf: Diese Stipendien sollte für fähige eher unterprivilegierte Menschen sein, die sich ein Studium oder Promotion finanziell nicht erlauben können. Warum wird eine privilegierte Politikerin von einer Stiftung, die sich mit Steuergeldern finanziert, in ihrer Promotion unterstützt? Und wieso hat Baerbock dieses Geld, das eher Ärmeren zur Unterstützung gegeben werden sollte, beantragt und angenommen? Weil sie es „durfte“, aber sie hätte es nicht „können“ sollen.

Urban Will | Di, 13. Juli 2021 - 11:34

Auch wenn der Tatbestand des Mundraubes nicht mehr im Gesetz zu finden ist, so gilt es noch immer als nicht sonderlich strafbewehrt, wenn man sich zum Zwecke des direkten, dringend notwendigen Bedarfes geringe Mengen an Dingen aneignet, von denen man selbst nichts hat. So etwa das Klauen eines Apfels vom fremdem Baum oder – bei uns in der Südpfalz jeden Frühherbst zu beobachten – das Pflücken einiger Trauben aus den Weinbergen beim Spaziergang.

Wobei man bei Annalena durchaus die Frage stellen muss, ob es denn zum Überleben notwendig war.
In ihrem Falle war es wohl sogar das genaue Gegenteil, aber wer weiß sowas schon vorher...

Klassisches Eigentor.
Mats Hummels wird mit ihr mitfühlen.

W.D. Hohe | Di, 13. Juli 2021 - 12:07

Ich möchte, Herr Meiser, Ihrem Kommentar ergänzend hinzufügen...
Der schmerzhaft monoton immer wieder aufgeführte Vergleich
Politik mit Wertschaft
hinkt nicht nur, das ist schon eher eine Querschittlähmung.
Unterschiedlicher können diese "Berufs"zweige schließlich gar nicht sein.
Den "Arbeitssuchenden" sind die jeweils branchentypischen Anforderungen bekannt. .
Das bis zum Exzess wiederholte Scheinargument : " In der Wirtschaft würde ich viel mehr verdienen... " ist "hirnrissiger" kaum möglich, weil...
"Warum dann Politik ?
Aus ethischen Gründen ?
Alles für DAS Volk?
Schande dem Geld?
Aus Ekel vor dem wirtschaftlichen Mammon den politischen ???
Ekelallergie ist bei Letzterem eine seltenere Diagnose
In beiden Fällen wissen die Vertragspartner - hoffentlich - was sie tun.
Falls nicht, sind beide gleichermaßen fehl am Platz.

Robert Friedrich | Di, 13. Juli 2021 - 14:17

Alles was man ihr vorwirft ist sicher nicht entscheidend, ihre zutage getragene Selbstüberschätzung. sich das hohe Amt zuzutrauen ist das Brisante. Man kann ihr und den Grünen nur raten, Finger weg von dem Abenteuer. Wir als Wähler sollten mit unserer Stimmer verantwortungsvoll umgehen.

Dr. Pal Francz | Di, 13. Juli 2021 - 20:59

zeigt ja schlicht das ganze Phänomen dieser Partei der Grünen:
Wer da irgendwo am besten Labern kann (ohne besondere Faktenkenntniss, kommt halt an die Spitze. Und heutzutage dann gäbe es ja noch viele weitere Fragen, etwa zu diesen grünen Delegierten, die diese Hochstaplerin zur Kanzlerinkanditatin gewählt haben. Sind diese intellektuell womöglich noch mehr beschränkter als eine Baerbock? Da muss dann es bei den Grünen ja schlecht aussehen.

Bei den den Grünen ist Vieles möglich:
Im Deutschen Bundestagtag sitzen viele Abgeordnete der Grünen auf Kosten der Steuerzahler seit Jahren:
Ohne Abschluss:
- Claudia Roth, Göring-Eckardt usw.
Kommunisten:
- Trittin (ein Mao-Verehrer)
- Ströbele (schätzt die RAF bis heute offenbar)
usw. usf.
Wer heute die AfD ablehnt, Rechtsextreme, sollte heute auch solche Figuren bei den Grünen nicht vergessen.

Wer die heute die Grünen heute wählt, wählt solche extreme Personen wie Trittin und Ströbele immer mit. Also, Vorsicht ist dabei immer angebracht!