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Die Regierenden sind keine Eltern schwer erziehbarer Kinder / dpa

Lockdown verlängert - Wie man Bürger nicht erzieht

Der harte Lockdown geht in die Verlängerung. Grund dafür ist auch, dass zu viele Bürger sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Warum eine solche Haltung der Regierenden aus erziehungswissenschaftlicher Sicht pures Gift ist.

Autoreninfo

Ewald Kiel ist Ordinarius für Schulpädagogik an der LMU München, und war Direktor des Departments für Pädagogik und Rehabiltation sowie Mitglied des Universitätssenats. Er hat ein Inklusionskonzept für die Stadtschulen Münchens entworfen.

So erreichen Sie Ewald Kiel:

Die Corona-Pandemie wird üblicherweise als ein medizinisch – epidemiologisches, wirtschaftliches oder juristisches Problem betrachtet. Dabei wird übersehen, dass im Zuge der steigenden Infektionszahlen ganz nebenbei das größte Erziehungsexperiment in der Geschichte der Bundesrepublik stattfindet. Die Kanzlerin, bisweilen liebevoll als „Mutti“ bezeichnet, und die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten möchten nämlich – so eine wissenschaftliche Definition von Erziehung – psychische Dispositionen der Bevölkerung so verändern, dass die Menschen endlich das Richtige tun.

Also machen sie Vorschriften und beklagen sich dann lauthals, wenn die uneinsichtigen Bürgerinnen und Bürger trotzdem unvernünftig handeln. Eltern kennen dieses Problem: Das, was Kinder tun sollen, ist nicht das, was die Kinder wollen! Deswegen tun es die Kinder häufig nicht. Wissenschaftlich spricht man hier von Reaktanz: Auf die Einschränkung von Entscheidungsspielräumen reagieren die Kinder und Jugendliche mit Widerstand. Wie müsste man die Bürgerinnen und Bürger erziehen, damit es nicht zu diesem Widerstand kommt oder sich mit dem Widerstand zumindest leichter umgehen lässt?

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helmut armbruster | So, 10. Januar 2021 - 09:44

wenn die Regierung von der Notwendigkeit einer Maßnahme überzeugt ist, dann muss sie ein Gesetz erlassen und sie muss muss dafür sorgen, dass das Gesetz befolgt wird. Zu diesem Zweck ist die Regierung (Exekutive) mit Autorität ausgestattet.
Niemand muss deshalb erst erzogen werden.
Jeder weiß, dass die Nichtbefolgung strafbar ist und jeder vernünftige Bürger wird deshalb das Gesetz achten.
Er wird es aber nicht mehr achten, wenn er sieht, dass die Regierung zwar Vorschriften erlässt, aber nicht willens oder nicht fähig ist diese auch durchzusetzen. Das ist dann geradezu eine Einladung zur Nichtbefolgung des Gesetzes.
Nicht der Bürger muss also erzogen werden, sondern die Regierung sollte nur dann Gesetze erlassen, wenn sie zu deren Durchführung auch fähig und willens ist.

Das beinhaltet selbstverständlich den Schutz vor Covid-19. Es ist jedoch völlig falsch, von rebellischen Kindern auf realitätsverweigernde Erwachsene zu schliessen.
Wenn bei uns mittlerweile 40.000 Menschen an Covid-19 verstorben sind, wenn in Teilen Kaliforniens alle 15 Minuten dank Covid ein Mensch stirbt, wenn in London das Gesundheitssystem - ebenfalls dank Covid - kurz vor dem Kollaps steht, dann gibt es eigentlich nichts mehr zu diskutieren.

Sollte man jedenfalls meinen.

Tatsächlich wird dann versucht, Gefahren herunterzuspielen, indem man auf Zahlen in einer bestimmten Altersgruppe in Baden-Württemberg verweist. Auf Erfolge in Tübingen, die nur zum Teil bestätigt sind. Auf Wissenschaftler, die X-fach widerlegt wurden, die man aber noch immer als Autorität für die Richtigkeit der EIGENEN Meinung anpreist.
Hätte jeder Mensch in Deutschland brav Maske getragen und Abstände beachtet, gäbe es jetzt vielleicht keinen Lockdown.

Unverbesserliche neigen eben nicht zur Vernunft.

So ist es eine schöne Welt: Immer schön brav sein. Also sind wir doch wie kleine Kinder, die erzogen werden müssen. Wir haben uns nicht an die Regeln gehalten (Maske getragen und Abstand gehalten) und darum werden wir jetzt bestraft. Also, jeder der infiziert ist, der war nicht brav....... Herr Spahn war nicht brav, diverse Regierungschefs waren nicht brav usw., oder? Sie waren höchst unvernünftig und durften deshalb nicht Weihnachten mit der Familie feiern. Und wenn wir weiter so machen, also nicht brav sind, dann dürfen wir auch nicht Ostern zu Oma und Opa.

Annette Seliger | So, 10. Januar 2021 - 09:47

Die rationale Betrachtung der Fakten passt einfach nicht dem panikartigen Handeln zusammen und das fördert den Verdruss der Menschen. Wir haben es nicht mit einem Virus zu tun, das Alt und Jung gleichermaßen dahinrafft. Das sollte auch in diesem Forum einmal zur Kenntnis genommen werden. Wenn man an einer eingeschränkten körperliche Verfasstheit (chronische Erkrankung) leidet oder ganz einfach die Abwehrbereitschaft des Immunsystems altersbedingt eingeschränkt ist, dann ist man gegen jedes Virus anfällig. In den Altersgruppen 0-75 Jahre sind seit Beginn der Pandemie in Baden Württemberg 1.121 Menschen mit/an Corona verstorben. Das sind noch nicht einmal 1% aller über ein Jahr in BW sterbender Menschen. In der Gruppe 0-59 Jahre sind es ganze 185 Menschen, die an/mit Corona verstorben sind!

Das sind die Fakten und da fragt sich jeder rational denkende Mensch was hier los ist?! Der "Corona Tot" findet doch in den Altenheimen statt, da wo die Menschen auf engen Raum zusammensitzen!!

Unsere Erzieher weigern sich konsequent die von Ihnen aufgeführten Tatsachen anzuerkennen. Es finden doch auch gar keine Diskussionen aufgrund von neuen Erkenntnissen mehr statt ohne sie in die Verschwörungsecke zu stellen.
Ziel muss es endlich sein die Risikogruppen zu schützen, anstatt alle anderen dafür verantwortlich zu machen. Aber dieser Bevormundungsdrang kann bei einigen Politikern auch schon mal zu einer krankhaften Sucht ausarten.
Wo hat ein Lockdown eigentlich zu einer Verbesserung geführt, außer viel Aufwand ohne Nutzen und der Zerstörung wirtschaftlicher Existenzen?

Wichtig ist: Das Machbare einzufordern, statt kleinteilig in einem Verordnungsdurcheinander stecken zu bleiben. Augenmaß! Ertüchtigung von (Alters-, Flüchtlings-)Heimen, Unterstützung der Krankenhäuser.
Richtig ist: Es sterben zu 50% Menschen über 85 Jahren, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Corona ist ein Virus wie viele, tückisch ist seine Übertragung vor Auftreten von Symptomen. Es werden andere kommen. Neu ist, dass wir ihn mit einem Test tracken können. Immunität wird voraussichtlich durch niederschwelligen Kontakt und die zu erwartenden Impferfolge entstehen, wie immer also. Weder bei der Kinderlähmung noch bei AIDS kam irgendwer auf die Idee, einen Lockdown überhaupt nur zu erwägen, geschweige denn die Schulen zu schließen oder die love parade zu verbieten! Unsere Mentalität hat sich verändert. Die alten Politiker, die in den jungen Jahren nach Nepal reisten und allen möglichen Infektionsgefahren von Typhus über Malaria bis zur alltäglichen Ruhr ausgesetzt waren, ford...

Klaus Damert | So, 10. Januar 2021 - 09:51

Das Menschen-Tier ist jetzt noch schlechter dran, es hat keinen Herrn, sondern eine arrogante, gefühlskalte Frau über sich.

Ernst-Günther Konrad | So, 10. Januar 2021 - 10:06

Autoritäre Eltern werden über kurz oder lang ihre "Kinder" verlieren, weil diese sich, je nach Altersstruktur innerlich von ihrem zu Hause trennen, eine "neue" Umgebung suchen und sich denen anschließen, die ihnen die Freiheit bringen.
Immer mehr Bürger misstrauen der Politik, entwickeln Abneigung und suchen neue Wege, neue gleichgesinnte Gruppen. Man darf seine Meinung nicht mehr offen sagen, wird sofort stigmatisiert, kritische Wissenschaftler werden totgeschwiegen oder öffentlich denunziert. Immer neue vermeintlich "böse" Gruppen in der Bevölkerung werden offen an den Pranger gestellt, weil sie angeblich Corona Leugner sind. Die völlig sinnbefreienden Maßnahmen in Teilbereichen führen sich selbst ad absurdum. Trotz Lockdown keine Besserung wegen Menschen die zu dritt oder zu viert irgendwo das Virus verbreiten? Die Bürger sind erwachsen und werden, wenn es ihnen ganz persönlich hart trifft und nicht nur "andere", aufmüpfig und rebellieren. Söder will die Maßnahmen noch vertiefen.

Richtig. Ein guter Artikel zum Thema „Erziehung“ selbstständiger Erwachsener. Mir kam das Thema „Wissenschaft“ zu kurz. Es wird von Fortschritten berichtet, bleibt allerdings bei dem Wort. Was an neuen Erkenntnissen gewonnen wurde, was daraus in die Maßnahmen einfließt, bleibt dem Bürger verborgen. Er muss das Gefühl haben, wissenschaftlich gebe es keinen Fortschritt. Zu Infektionsquellen und -wegen gibt es gefühlt nichts Neues, es scheint auch kein Interesse daran. Wen wundert es da, dass die Infektionen dort am höchsten sind, wo die rigidesten Maßnahmen sie verhindern sollen. Trotzdem sind die Maßnahmen „alternativlos“!
Wenn der Wähler erst einmal mitbekommt, was alles im Zuge von Corona so vom „Volksvertreter“ durchgewunken wurde, wird das „vertraut uns Regierenden“ noch weniger gehört werden. Schließlich verheimlichen Politiker wie Schäuble in ihrer Überheblichkeit dies nicht einmal.
Mich erinnert der Umgang mit den Menschen an Kisslers „Infantile Gesellschaft“.

Urban Will | So, 10. Januar 2021 - 10:11

dürfen, bezweifle ich, dass das im letzten Absatz aufgeführte Zitat hier passt.
Mir erscheint es eher so, dass sich Kant auf eine allgemeine Gesetzgebung bezieht, die dem Menschen „aufgezwungen“ werden muss. Das macht Sinn, ohne Gesetze wäre ein Zsleben nicht möglich.
Aber er spricht auch von der Freiheit, diesen zu gehorchen. Und da, das maße ich mir an zu sagen, kommt die Vernunft ins Spiel.
Wenn ich mir ich mir die Entwicklungen in D anschaue, dann fehlt es mir so langsam an jeglicher Vernunft.
Ich schrieb das schon öfters: der Teufelskreis. Viele Menschen erkennen keinen Sinn mehr (völlig zu Recht! Vieles ist reinster Schwachsinn!) machen quasi „eigene“ Regeln, passen auch anderweitig nicht auf, die Zahlen bleiben hoch, die Maßnahmen werden verschärft, weil die unfähige Obrigkeit sonst keine andere Strategie kann.
Söder spricht schon von der „Corona – RAF“... Was droht uns da noch von oben? Fußfesseln für alle?
Wir müssen zurück zur Vernunft.
Aber mit wem?

welches man im Eiltempo verabschiedet hat, ist die Politik in der Lage jeden Schwachsinn am Parlament vorbei zu beschließen.
Im Grunde wissen sie garnicht, mit welchen Verordnungen man die Corona-Zahlen wieder runter bringt.
Also beschließt man nach Lust, Laune und Willkür einfach mal alle einzusperren.
Stubenarrest für alle.
Wir werden euch schon noch erziehen!
Obwohl, wir wissen leider nicht ob unsere Maßnahmen richtig sind.
Diese Politiker haben vom Wähler den Auftrag erhalten dieses Land zu regieren, aber nicht das Volk zu erziehen.
Und wenn ein Herr Söder Menschen die ihre freie Meinung äußern als Corona-RAF bezeichnet, so ist er nicht viel besser als ein gewisser Schlagersänger, der vor kurzem auch eine Äußerung (die ich hier nicht wiederholen möchte) von sich gab und dafür für sein ganzes restliches Leben gebranntmarkt wurde.
Die RAF hat schließlich Menschen ermordet, und so einen Vergleich zu ziehen von einem aktiven Politiker ist schon heftig.
Hört endlich auf damit.

Ich hatte mir bsw im Frühjahr viel von der Corona-App versprochen und die auch immer dabei gehabt, wenn ich raus bin. Mache ich schon lange nicht mehr. Ich glaube zwar immer noch, dass die App in der Theorie sinnvoll ist, aber die Reigierung hat das zusammen mit Google / Apple und den Datenschützern verbockt. Dabei wäre jetzt, wo die Gesundheitsamter nicht mehr nachkommen, die Zeit gewesen wo die App hätte deren Arbeit übernehmen sollen. Tja. Hat auch niemand versucht die App doch noch zum Laufen zu bringen. Wahrscheinlich hoffen die Verantwortlichen das sie vergessen wird.

beim Nachdenken.
Zunächst gilt es Kant, das Gesetz unverbrüchlich zu behaupten, es bedarf der Gesetze, es bedarf der Vernunft, sozusagen des göttlichen oder kosmischen Gesetzes, da wir Menschen sind. Eher ein problematischer Gedanke, dass Kant den Menschen klar an der Spitze der Schöpfung sieht. Selbst wenn, macht ihn/Gott das eben nicht zum Herrn* der Schöpfung
Kant endet aber mit dem Gesetz in unserer Brust und dem gestirnten Himmel über uns. Diesen Gang haben Sie sehr schön dargestellt Herr Will.
Ein anderer Forist zitiert Kants klare Verurteilung paternalistischer (maternalistischer) Gewalt über ein Volk, besser eine Versammlung vernunftbegabter Wesen.
Die monarchistischen, ja religiösen Beiordnungen zu Merkel empfinde ich als alarmierend, auch weil sie der Verfertigung der Gedanken eher nicht fähig scheint.
Ist das dann, gepaart mit dem Zwang zum göttlichen Gesetz ganz etwas anderes als ein Gottesstaat in der Person Merkels?
Der ZWANG zum göttlichen Gesetz ist nicht Kant # Zugang?

heißt ja jetzt eine digitale Frau, wenn ich den Neuesten Geistesblitzen unserer einfallslosen Polit-Darsteller folge.Ich mache jetzt mal große Politik und rufe Ostern als neues Ziel für ´ Lockerungen´ aus. Dafür möchte ich jetzt 20.000€ im Monat, X-Büros, einen fetten Dienstwagen und eine unvernüftige Rente die sich gewaschen hat. Dazu möchte ich eine Imunität das ich labern kann bis sich die chinesischen Bambusbalken biegen.Hab ich noch was vergessen? Ach so, sollte ich nach X-maligem Bockmist richtig peinlich geworden sein, lasse ich mich von Mutti oder dem Nachfolge-Faschingsprinzen nach Brüssel in die Kommision verschieben.

Klaus Funke | So, 10. Januar 2021 - 10:54

den geht das ganze Problem, zumindest dasjenige, was die Kinder direkt betrifft, ohne innere Kenntnis und Empathie kaum etwas an. Kinder werden dann wie "eine Sache" behandelt. Ich stimme dem Artikel in großen Teilen zu. Und da das Handeln einer Regierung im Innern wie auch im Äußeren immer auch die reine Psychologie ist, so muss man in unserem Corona-bedingten Fall sagen: Die Regierung tut das Falsche, so wie manche Eltern sich später wundern, was aus ihren Kindern geworden ist oder wie sie so widerborstig reagieren konnten. Die restriktive Pandemie-Politik geht mittelfristig und besonders langfristig nach hinten los. Vertrauen und Autorität werden leichtsinnigerweise verspielt und können wiederum nur wieder mit Gewalt und Repression zurückgeholt werden. Ein zerstörerischer Kreislauf. Am Ende liegt die Demokratie am Boden und irgendein Diktator ersteht aus der Asche. Das alles hat mit Merkel zu tun. Diese Kinderlose trägt unsere Gesellschaft zu Grabe. Es wird sich bitter rächen...

und steigert sich trotzdem seit Monaten immer mehr in die Rolle eines "Gruppenführers SEK zur Endlösung der Corona-Frage" hinein. An den Kindern liegt es also nicht. Sondern wohl eher am Charakter. Es ist inzwischen ja offensichtlich, daß die Sommermonate nicht genutzt wurden, um die gebetsmühlenartig vorhergesagten Schreckensszenarien gründlich durch-und zu Ende zu denken. Zugeben, daß man an vielen in der Verantwortunge der Regierung liegenden Stellschraubenversagt hat, kann man nicht, und deshalb stürzt man sich jetzt in Aktionismus, der nicht nur aber zu einem nicht unerheblichen Teil in Ge-und Verboten besteht. Reine Strafmaßnahmen für das ungehorsame Volk, deren Wirksamkeit ich etwa im Bereich des Blutes von Hühnern sehe, die bei Vollmond von Jungrafeun geschlachtet wurden. Mit in Altötting geweihten Messern.

hermann klein | So, 10. Januar 2021 - 11:02

Bei mir in der Straße (Kleinstadt in NRW) darf ein Blumengeschäft öffnen und nebenan ein kleines Schuhgeschäft u. kleines Textilgeschäft müssen schließen.
Dazu fehlt mir jedes Verständnis. Willkürlicher und unverantwortlicher geht’s nimmer.

Dana Winter | So, 10. Januar 2021 - 17:45

In reply to by hermann klein

In Berlin darf kein Blumenladen öffnen. Öffnen darf aber ein Buchladen. Nichts gegen Buchhandlungen, doch in den meisten meiner Umgebung (in denen die Kunden sich im Schnitt länger aufhalten) ist es mindestens so eng wie in den meisten Blumenläden. Logik? Und von diesen kleinen Beispielen gibt es viele.

Regeln, die von den Bürgern als absurd empfunden werden, führen zu Frust und Vertrauensverlust.

Das haben schon die Nationalsozialisten und die ostdeutschen Sozialisten genau anders gesehen. Es hat also in D Tradition - im dritten Fall darf man doch schon davon sprechen? Volkscharakter als Untertanen?

gabriele bondzio | So, 10. Januar 2021 - 11:22

dass die Menschen endlich das Richtige tun.“...holla, Herr Kiel, das ist doch mal ein Satz! Setzt jedoch voraus, dass „Mutti mit ihren Vatis“ im Besitz des „Richtigen“ sind. Sonst werden sie von ihren Kindern „eines Besseren“ belehrt.
Die volle Kontrolle, ohne Rücksicht auf Wünsche/Belange, ausbleibenden Erklärungen, soll ja in der Erziehung schon des öfteren in die Hose gegangen sein.
„Eine Gefahr besteht darin, dass die Kinder auch im weiteren Leben von den Anweisungen und Entscheidungen anderer abhängig sind und dadurch... unselbständig und unterwürfig bleiben.... Damit verbunden sind häufig ein sehr geringes Selbstbewusstsein (bis hin zur Versagensangst) und mangelndes Vertrauen in die Mitmenschen (trotz der Abhängigkeit).“ ...

Jens Böhme | So, 10. Januar 2021 - 11:30

... Verschwörungstheoretiker oder Querdenker werden Veränderung herbeiführen. Es wird die "schweigende Masse" sein, die das bestehende System ungewollt zu Fall bringt. Sich über den Corona-Wahnsinn aufregen? Nur Bluthochdruck, schadet der Gesundheit. Herbst 1989 in der DDR kam für Ost und West völlig überraschend.

Markus Michaelis | So, 10. Januar 2021 - 12:00

Mehr als um den Erziehungsstil geht es glaube ich um die öffentlichen Diskussionen, auch und gerade im Parlament. Bei politischen Fragen geht es auch nur zum Teil um mehr Kenntnisse, die die Regierung gegenüber vielen Bürgern hat. Wäre das ausschlaggebend, müssten die Bürger auch die Regierung erziehen, weil es auch viele Bürger gibt, die mehr Kenntnisse als die Regierung haben. Es geht zuerst um das Austarieren verschiedener Vorlieben und Zielsetzungen.

Merkel würde ihren Stil multilateral (=autoritativ?) nennen. Aber sie setzt ihre Werte dahinter zu sehr als absolut, nicht als ihre Vorlieben. Wie der Artikel sagt: alles andere ist dann unchristlich, unmenschlich oder sonstwie nicht teilnahmefähig am politischen Diskurs.

Da es viele solche Themen gibt, nicht nur Corona, spaltet das die Gesellschaft, da sich ein Teil um die Regierung schart, zur Aufrechterhaltung der guten bürgerlichen Ordnung. Andere hätten gerne mehr Offenheit.

Roland Pabst | So, 10. Januar 2021 - 12:08

Kurzum, die Politiker lernen gerade verspätet und auf die harte Weise, was jeder Lehramtskandidat in Nachkriegswestdeutschland spätestens im Referendariat lernt: Wer als Lehrer Dinge nur verordnen will, erntet in einem Land wie Deutschland, in dem jeder Buchstabe des Wortes DEMOKRATIE groß geschrieben wird, Widerstand und Leistungsverweigerung bei den Schülern und zerrüttet sein Verhältnis zu ihnen.

Und wenn ein solcher Lehrer gar Dinge anordnet, deren Einhaltung er nicht kontrollieren kann, macht er sich unglaubwürdig und verspielt den letzten Respekt. Gleichzeitig ermuntert er dadurch zum "Petzen" und spaltet so die Klassengemeinschaft.

Christa Wallau | So, 10. Januar 2021 - 12:10

muß davon geprägt sein, daß grundsätzlich alle erwachsenen Bürger ernst u. in die Pflicht genommen werden. Ihre Argumente müssen ruhig angehört u. zur Kenntnis genommen bzw. mit Gegenargumenten schlüssig widerlegt werden.

Wo es Unklarheiten gibt, schlägt die Stunde der
sog. Experten, von denen allerdings nicht nur immer dieselben gehört werden dürfen, sondern eine größere Anzahl von Fachleuten, die u. U. auch gegensätzliche Standpunkte vertreten.
Der Autor schreibt richtig: Im Sommer 2020 hätte es Parlamentsdebatten über verschiedene Konzepte geben müssen, mit denen man der Pandemie begegnen kann.
Stattdessen fuhren die Parlamentarier in die Ferien, als ob nichts geschehen u. nichts für die Zukunft zu besprechen sei. Unsere "Volksvertreter" haben sich total in die Hände der Exekutive begeben u. suggerieren damit: Alles ist alternativlos!
Genau das ist es aber nicht.
Intelligentere u. weniger Schäden verursachende Löungen (wie z.B. in Tübingen) gilt es mit aller Kraft zu suchen!

Norbert Heyer | So, 10. Januar 2021 - 12:14

Von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten Erfahrung im Umgang mit Kindern und in Erziehungsfragen zu verlangen, ist sehr, sehr schwierig. Viele sind nämlich kinderlos. Es wird von oben herab entschieden: „Wir haben angeordnet“ oder „Das ist alternativlos“ und ganz herrisch: „Zügel anziehen.“ Derartig arrogant, abgehoben und überheblich kann man nur mit einem Volk umgehen, dass Befehlsgehorsam über Jahrhunderte eingetrichert bekam. Nur nicht auffallen, immer anpassen, buckeln und den größten Mist noch schönreden, darin sind die Deutschen groß. Erst nach dem großen Knall werden alle wach, wenn es ans Eingemachte geht, dann war jeder im Grunde schon von Anfang an dagegen. Mitläufer werden zu Widerstandskämpfern, zuletzt schön zu beobachten bei der Wiedervereinigung. Wir akzeptieren auch noch 5 km Bewegungsfreiheit, nächtliches Ausgangsverbot, Masken im Wohnbereich und verschobenes Impfen. Unsere vielen Neubürger sind da wesentlich ungezwungener im Umgang mit Corona, Staat und Polizei.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 10. Januar 2021 - 12:18

geschrieben.
Der Artikel legt schön dar, aber Frau Merkel wäre mindestens jetzt Oma oder Uroma(in der DDR), die Kinder sind volljährig und haben eigene Eltern, vielleicht galt das nicht für die DDR.
Merkel wurde gewählt, vielleicht von einigen eher ängstlichen als "Mutti, Oma oder Uroma", sie ist wahrlich nicht die einzige ihrer Generation und in meinen Augen eine der "Unfähigeren".
Kant darf man dagegen sicher als Nachfahre vom Ende her lesen, das Apriori ist eine Art Frage an die zu untersuchende Materie, in der Annahme selbstständigen Denkens, das im Folgenden dargelegt und bewiesen wird.
Wenn Frau Merkel darin wurzelt, verkürzt sie evtl. doch stark.
Mein Gott, ist denn nichts sicher vor "Merkelanhängern"?
SAPERE AUDE
Bedauerlich, wenn Frau Merkel sich selbst als je von einem Ende wohl dann doch verlängern möchte?
Das gab es auch nicht in Monarchien.
Herr Kiel, vielleicht lesen Sie Kant noch einmal, indem sie seiner Argumentation folgen?
Andere tun das mit Begeisterung immer wieder.

Gisela Fimiani | So, 10. Januar 2021 - 12:32

>>Niemand darf mich zwingen auf eine [bestimmte] Art... glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt... Eine Regierung, die auf dem Prinzip des Wohlwollens gegen das Volk... errichtet wäre, d.i. eine väterliche Regierung (imperium paternale)..., ist der größte denkbare Despotismus... << (Kant) (Eine spätere und viel weiter entwickelte Staats- und Freiheitstheorie Kants, die den Staat nicht stärker wollte als unbedingt nötig, um die Freiheit des Staatsbürgers so wenig wie möglich einzuschränken.)
Es geht um unterschiedliche Menschenbilder. Die Ehrfurcht vor der (gern wohlfeil beschworenen) Menschenwürde, die die individuelle Freiheit des Einzelnen einschließt will den mündigen Bürger. Die paternalistische, selbstherrliche Arroganz, erklärt den Menschen zum unmündigen Untertan, zum menschlichen Gattungswesen, um ihn in unmündiger Abhängigkeit manipulieren und beherrschen zu können. Welches Menschenbild ist das unsere?

Peter Saulus | So, 10. Januar 2021 - 13:18

Besser wie Prof. Kiel könnte ich das nicht beschreiben. Danke für diese Perspektive, die viele nicht im Fokus haben, welche aber einen elementaren Aspekt beleuchtet. Meine Befürchtung ist, dass das Vorgehen der Autoritären als Blaupause für andere "Erziehungsprobleme" verwendet werden könnte. Bin da fast schon sicher, bei dem Erfolg.

Claudia Biegler | So, 10. Januar 2021 - 13:39

Danke Herr Kiel für diesen tollen Artikel. Als Mutter und Lehrerin kann ich Ihnen in allen Punkten zustimmen. Die Bevölkerung wird wie kleine Kinder behandelt. Manchmal gibt es eine Belohnung, meistens aber eher eine Bestrafung, weil sich viele wieder nicht an die Regeln gehalten haben. Das wird zu einer Kollektivbestrafung, die sowohl bei meinen Kindern als auch bei den Schülern und Schülerinnen nicht gut ankommt, zu Recht! Doch warum wehren sich so wenige "ungezogene Kinder"? Warum nehmen viele dieses Spiel von Bestrafung und (ein ganz wenig) Belohnung so ernst und machen mit? In der Erziehung der Kinder sind wir doch auch schon weiter und meistens finde ich mit meinen Kindern einen Kompromiss, mit dem jeder leben kann. Doch das bedeutet, dass man sich beide Standpunkte anhört und auch eine andere Meinung zulässt. Genau das wird aber in der Debatte nicht gemacht. Eine andere Meinung als der Mainstream wird abgelehnt. Vielleicht regt sich doch bald mehr Widerstand bei den "Kindern".

Albert Schultheis | So, 10. Januar 2021 - 14:32

Ihr Versuch, der Regierung Merkel Vernunft beizubringen, ist ehrenwert, allerdings ist bereits Ihre grundlegende Prämisse falsch. Es ist gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben einer demokratisch gewählten Regierung, den Bürger zu erziehen, noch viel weniger ihn zu belehren und am allerwenigsten, ihm in öffentlichen Diskursen das Maul zuverbieten oder ihn gar als Mob oder Verschwörungstheoretiker zu diffamieren. Schon Ihr Bild ist schräg: Der Bürger ist kein unmündiges Kind und weder dieKanzler*In noch ihre Minister sind mit einer überlegenen Erwachsenenvernunft gesegnet. Jeder kann und DARF irren und in aller Regel hältdas eine Bürgerschaft aus. Eine Regierung hat den ihm vom Bürger aufgetragenen Auftrag zu erfüllen. Gefährlich wird es immer dann, wenn eine in Hybris befangene, sich selbst verklärende und selbsternannte politische "Elite" anfängt, Ziele zu verfolgen, für die es nie beauftragt wurde, inbesondere Ziele, die NGOs und Gruppen von Zeloten allen aufoktroyieren.

Walter Bühler | So, 10. Januar 2021 - 16:50

... leider doch auf zwei wenig realistische Utopien führt:

1. Es ist utopisch, dass der Staat jeden einzelnen Bürger durch Verhandeln überzeugen kann.

2. "Man ist autoritativ, verhandelt, ist transparent und verlässlich, in dem man sich an das hält, was man verspricht und bietet Alternativen an." Man betrachte im Lichte des Schlusssatzes unsere leibhaftigen Politiker. Eine schöne Utopie ...

Sabine Müller | So, 10. Januar 2021 - 16:52

Als die Kinder Spaß beim Rodeln hatten, bekamen sie was auf die Finger: verschärfte Kontaktverbote, einen reduzierten Bewegungsradius und ganz viel Schelte (trotz virologischer Unbedenklichkeit des Rodelns).

Fritz Elvers | So, 10. Januar 2021 - 16:59

ein Widerspruch in sich.

Das Ideal wäre, wenn der Bürger, kraft eigenen Verstandes, das Vernünftige tun würde. Das ist aber nicht unbedingt der Fall. Vernünftig wäre z.B., im innerstädtischen Bereich eine Maske zu tragen. Das ist ganz sicher keine Freiheits-beraubung, im Gegenteil.

Dass die Regierung auf die zweite Welle nicht vorbereitetet war, ist in der Tat skandalös. Es war vorausberechenbar!

Darüber kann man streiten und man muß nicht einer Meinung sein, aber Zwang und somit Beraubung der eigenen Entscheidungsfreiheit ist es dennoch.

Tomas Poth | So, 10. Januar 2021 - 17:07

Der Lockdown wie er nun schon seit bald einem Jahr gehandhabt wird ist eine falsche Vorgehensweise der Regierenden.
Wir wissen alle, anhand der statischen Daten läßt es sich auch leicht nachvollziehen, es sind alle über 60 Jahre die besonders gefährdet sind, sie stellen mit über 96 % die Todesfälle in Verbindung mit Corona. Hier versagen alle die, die uns in unsinnige Lockdowns zwingen ohne sich auf die wenigen Problembereiche zu fokussieren. Leider versagt hier auch die öffentliche Aufklärung über die Medien.

Brigitte Simon | So, 10. Januar 2021 - 17:47

Ein hervorragender Artikel lieber Herr Kiel. Sie be-schreiben unsere Demokratie wie sie derzeit ist. Wie sieht diese aus? Was wird uns befohlen?

"- Ihr müßt das tun, was man Euch sagt, damit es
Euch später besser geht".
"- Schuld sind immer die Anderen".

Wir sind "alternativlos" sagt die Kanzlerin. Das sa-
gen, auch die sich profilierenden Ministerpräsidenten sowie ein krankmachender Gesundheitsminister.
Und Frau Merkel wird zur "Mutti" und erzählt uns:

"Wenn ihr artig seid, kommt zu euch das
Christkind.
"Wenn ihr eure Suppe eßt und das Brot auch nicht
vergeßt.
"Wenn ihr ohne Lärm zu machen, still seid bei den
Siebensachen,
"Beim Spazierengehen in den Gassen, von Mama
euch führen läßt,
"Bringt es euch Guts genug und ein schönes
Bilderbuch.

"Der Struwwelpeter"
von Heinrich von Hoffmann

Mir bleibt nur noch Zynismus.

Wolfgang Jäger | So, 10. Januar 2021 - 17:55

Man darf diesem Gebaren der Politik nicht länger zusehen. Spätestens bei Wahlen muss die Rechnung präsentiert werden! Man muss dieser letztlich demokratiefeindlichen, sich alternativlos gebenden Umerziehungsideologie, die sich in den letzten 16 Jahren in diesem Lande und in den Köpfen breit gemacht hat, endlich mal Grenzen aufzeigen. Aus dem ursprünglich antiautoritär konditionierten Haufen der 68-Generation und deren Kindern hat sich nun eine wohlstandsverwöhnte autoritäre und intolerante, hysterische und verbotsverliebte Generation herausgebildet, weil sie offenbar begriffen hat, was man mit der Befehl- und Gehorsam- "Didaktik" so alles bewirken kann. Man erreicht Meinungshoheit und Macht. Debatte und Diskussion sind nicht mehr zielführend. Stattdessen Bevormundung, Entmündigung, Einschüchterung. Jeder weiß, dass das bei Kindern auf Dauer schiefgeht. Insofern ist Herrn Kiel nur zuzustimmen.

Robert Friedrich | Mo, 11. Januar 2021 - 16:31

Die Argumentationen im Zusammenhang mit Covid 19 werden oft von Personen vorgetragen die fern von fachlicher Kompetenz sind und denen man folglich mißtrauen muß. Fachleute mit wissenschaftlichem Hintergrund operieren zwischen Wissen, Glauben und dem oft gewählten Konjunktiv. Das schafft eben nicht die Basis für blindes Vertrauen(wer sagt gehorchen).