Karin Prien, schleswig-holsteinische Bildungsministerin, spricht bei der Vorstellung des «Zukunftsteams» der Union in der CDU-Parteizentrale
Karin Prien bei der Vorstellung des Zukunftsteams am 3. September / dpa

Bildungsministerin Karin Prien - „Scholz musste ja einfach nur nichts falsch machen“

Seit Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zu Armin Laschets Zukunftsteam gehört, sorgt sie für Schlagzeilen – zum Beispiel mit einem Gendererlass an Schulen. Gibt es keine wichtigeren Themen?

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Karin Prien (CDU) ist Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und in Armin Laschets Zukunftsteam für die Abteilung Bildung zuständig. In den vergangenen Wochen sorgte sie wiederholt für Aufsehen. Zum Beispiel mit einem Gendererlass an Schulen oder mit Kritik an Hans-Georg Maaßen. Bei Markus Lanz deutete sie an, sie würde lieber den SPD-Kandidaten wählen als ihren Parteikollegen – woraufhin dieser ihre Entlassung aus dem Zukunftsteam forderte. Über Maaßen möchte sie allerdings nicht sprechen, sagt sie vor dem Interview, dazu habe sie bereits alles gesagt.

Frau Prien, wie sehr glauben Sie auf einer Skala von eins bis zehn noch an Platz eins?

Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen werden. Vielleicht erst auf den letzten Metern, aber wir werden das schaffen.

Alle Umfragen sprechen deutlich dagegen.

Der Trend ist gebrochen und die Demoskopie ist in einer schwierigen Phase. Die vielen Gespräche, die ich täglich führe, und die Tatsache, dass wir am vergangenen Wochenende den Turnaround in den Köpfen geschafft haben, stimmen mich zuversichtlich. Jetzt ist allen klar geworden, dass wir die bessere Alternative für die nächste Legislaturperiode sind. Und zwar mit Armin Laschet, der im Triell argumentativ stark und menschlich überzeugend aufgetreten ist.

Laut Umfragen hat Scholz das Triell gewonnen.

Mein Eindruck ist, und das bestätigen die Umfragen, dass Armin Laschet die meisten Menschen positiv überrascht hat. Scholz musste ja einfach nur nichts falsch machen. Armin Laschet musste wirklich überzeugen. Und die Umfragen zeigen, dass ihm das bei vielen Menschen gelungen ist.

Haben Sie sich oder auch Herrn Laschet nicht gefragt, warum er das Zukunftsteam erst drei Wochen vor der Wahl vorgestellt hat, als die Briefwahl schon lief? Die Idee bestand schließlich schon im Mai.

Es ist müßig, darüber zu philosophieren, ob es zwei oder drei Wochen vorher sinnvoller gewesen wäre. Es ist jetzt so; und ich glaube, dass wir die Breite der Partei, aber auch die Breite an Zukunftsthemen abdecken, das ist ein gutes Signal.

Sie haben sich doch bestimmt gefragt, ob es vor der Briefwahl nicht besser gewesen wäre.

Ja, natürlich fragt man sich immer, was man anders und besser hätte machen können. Aber es ist jetzt, wie es ist, und wir machen das Beste daraus.

Wie sieht die Zukunft des Zukunftsteams nach der Wahl aus?

Nach der Wahl wird es erst einmal darum gehen, zu sondieren, welche Koalitionsoptionen bestehen, und es wird um Inhalte gehen. Ich gehe davon aus, dass ich als Co-Vorsitzende des Bundesfachausschusses Bildung und Forschung auch weiter intensiv mitarbeiten werde.

Als Teil des Zukunftsteams? Oder ist das nur für die drei Wochen vor der Wahl angelegt?

Nein, als Teil des Zukunftsteams. Die Notwendigkeit, in inhaltlichen Fragen zu beraten, wird ja nicht geringer werden, nachdem wir die Wahl hoffentlich als erster Sieger gewonnen haben werden.

Und wenn es die Opposition wäre?

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Manfred Bühring | Do, 16. September 2021 - 13:44

Karin Prien ist die einzig vernehmbare Politikerin, die öffentlich diesem Genderwahn etwas entgegen setzt. Auch, wenn es vielleicht wichtigeres in der Bildungslandschaft D zu regeln gäbe, sie setzt damit unüberhörbar ein Zeichen, dass man sich nicht mehr länger gängeln lassen will von einer ausufernden und spalterischen Gender-Diskussion. Dafür geührt ihr großer Respekt, denn andere kneifen devot bei diesem Thema oder schwurbeln rum.

Gabriele Römer-Scheuermann | Do, 16. September 2021 - 13:46

Verwunderlich finde ich tatsächlich bei der Gesprächsführung, dass mehrfach nachgefragt wird, warum sich Frau Prien mit dem Gendern beschäftigt, wo es doch wichtigere Themen gebe.
Insgesamt bekomme ich hier den Eindruck, dass Frau Prien, die ziemlich gelassen die Rechtslage erläutert (in den Medien wurde das ja mit dem "Verbot" auch tatsächlich falsch dargestellt), mehrfach genervt mit den Augen rollte, weil der Fragesteller einfach nicht lockerlassen konnte.
Womit letztlich irgendwie der Eindruck entsteht, es sei ihm eben doch total wichtig, auch wenn er ja das Gegenteil behauptet.

Kurt Walther | Do, 16. September 2021 - 14:18

Also keine Sonderzeichen in Texten, zumindest nicht im Schulbereich. Ich konstatiere: In den Schulen gilt unverändert "das Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung". Kein Mitleid also mit dem kleinen Gendersternchen ...
Ansonsten ein knallhart geführtes Interview, schon fast etwas penetrante Fragestellungen. Die SH-Bildungsministerin, zugleich Mitglied in Armin Laschets Zukunftsteam, hat sich aus meiner Sicht gut geschlagen, indem sie sich auf bekannte CDU-Positionen bezog. Neue Aspekte oder gar Argumentationsketten tauchten da nicht auf. Immerhin, jetzt weiß ich, das Gendersternchen wird am Schultor gestoppt. Und das ist gut so.

Rob Schuberth | Do, 16. September 2021 - 14:59

...dann besser auch intern bleiben.

Frau Prien war mutig als sie das Gendern deutlich infrage stellte und an den Schulen/Unis quasi verbot.
Fand ich gut.

Aber wer interne Kritik, die durchaus berechtigt sein kann, in der Öffentlichkeit austrägt (nichts anderes hat sie ja getan) der ist für das Amt das sie innehat eigtl. nicht geeignet.

Es gilt überall, nicht nur in der Familie, oder unter Freunden: Schmutzige Wäsche wird nie außen gewaschen.

Da hat sich Frau Prien einen schweren Fehler geleistet, zumal nun jeder weiß, auf diese Dame ist kein Verlass. der darf man nie etwas anvertrauen, da die das in die Öffentlichkeit posaunt.

Gut, ein Lanz freut sich nat. über solche schwachen Menschen die seiner Fragetechnik, also seiner plumpen, dreisten Art, auf den Leim gegangen sind.

Sie sagen es. Interne Meinungsunterschiede sollten dort , wo sie entstanden sind, diskutiert werden. Frau Prien gerade erst in Zukunftsteam geholt, hat bildungspolitisch nichts Konkretes gesagt. Offenbar gab es in SH bei Schulen, trotz des Erlasses aus 2006, die ein oder andere Bestrebung, dem Genderwahn zu verfallen und sie hat ihrer Dienstherrenpflicht genügt, wenn sie genau nochmals an diese bindende Erlasslage erinnert hat. Ja, da nehme ich ihr ab. Das wurde mit Sicherheit absichtlich von linken Lehrern an die Presse gesteuert, damit ein sog. Shitstorm gegen diesen Erlass erzeugt wird. Und ja, es ist aktuell in den Medien ständig Thema. Der ÖRR ist ja auch teilweise auf den Zug gesprungen.
Was Maaßen anbetrifft wollte sie nichts mehr weiter sagen. Offenbar hat man ihr intern gesagt, wie unüberlegt und schädlich diese Aussagen für den schwachen Laschet sind. Wahlkampf geht anders. Dieses Team hätte seit der Wahl von Laschet bereits bestimmt gehört und kompakt agieren müssen.

Stefan Bauer | Do, 16. September 2021 - 15:07

Gefühlte 2/3 des Interviews (ja, es ist weniger - gefühlt!) besteht aus impertinenten Nachbohren bzgl. der klaren Entscheidung, die deutsche Sprache zu wahren und Gendern an Schulen zu unterbinden.

Cicero, was soll das? Ich bin normalerweise wohltuende Toleranz und faire Interviews gewohnt.

Markus Michaelis | Do, 16. September 2021 - 15:08

Ich finde es gut, dass Herr Thiele entsprechend seiner eigenen Überzeugungen in den Fragen nachhakt. Allerdings erfahren wir dadurch auch weniger Aspekte jenseits dieser Überzeugungen - aber dafür gibt es dann verschiedene Interviews. Was ich nicht nachvollziehen kann, dass er Frau Prien Phrasenantworten vorwirft. Sie hat eigentlicht ziemlich klar gesagt, was sie warum gemacht hat - was war daran eine Phrase?

Ein kurzes Interview kann vielleicht nur Phrasen im Sinne schon verfestigter Denkmuster anstoßen, das gilt hier aber mindestens so für die Fragen.

Fritz Elvers | Do, 16. September 2021 - 15:10

Gute Antworten, teilweise irrelevante Fragen.

Ich wähle erstmals CDU, trotz Maaßen. Er ist ein völlig bedeutungsloser AfD-Versteher.

Maria Fischer | Do, 16. September 2021 - 15:33

"Friedrich Merz verbinden die meisten Menschen nicht gerade mit Frische."
Hmmm, was ganz neues, Herr Thiele
Super frisch!

Herr Scholz und Frau Eskens "Frische", erinnert mich an abgestandene Austern, die vor dem Verzehr in gesalzenes Wasser getaucht und ausgelöst serviert werden.
Da kann man echt Pech haben.

Bernd Muhlack | Do, 16. September 2021 - 15:44

Diese Frau hats drauf!
Warum taucht sie erst jetzt auf?

Egal, ich werde mir gleich ne Pizza bestellen -
da weiß man was man hat.
Schönes Wochenende ...

... hoffentlich mit lesenswerteren Artikeln!

Joachim Baumeister | Do, 16. September 2021 - 15:56

Ich habe tatsächlich gedacht, dass der Interviewer entweder vom Neuen Deutschland oder von der taz kommt. Cicero, wen haben Sie sich denn da eingehandelt? Die Fragerei war unterirdisch, bin ich als Cicero-Abonnent nicht gewohnt!

Heidemarie Heim | Do, 16. September 2021 - 16:19

Ich kann diesem Geschwätz entweder für oder gegen Kapitalismus, über unverschämt Reiche, deren meist als leistungslos erworbenes Wohl/-Besser-Leben den Sozialneid aller anderen erwecken soll, die bis auf die Steuerbetrüger ihrem hohen Einkommen gemäß zusammen mit der von allen gern vergessenen, im Gegensatz s.a. Beispiel USA NOCH vorhandenen Mittelschicht den ganzen Sozialladen und dessen stetig steigende Ausschüttungen und Umverteilungen am laufen halten, wirklich nicht mehr hören! Wenn es bei uns alles so besch...n und asozial, strukturell rassistisch, rücksichtslos und abseits aller gerechten Verteilung zugeht, frage ich mich, warum so viele Zuwanderer in unser Land streben. Sämtliche Sozialleistungen, die für jeden zugängliche kostenlose Bildung bis hin zum Studium, alle Lebensfreiheiten geschützt durch unser GG , die noch relativ vorhandene Sicherheitsarchitektur, was sollen die Leistungsträger noch alles schultern? Schnauze halten, weiter malochen sonst setzt`s was von links??

W.D. Hohe | Do, 16. September 2021 - 16:36

ein Interview jedenfalls nicht...
Für die ausschließlich gegen eine einzige Partei gerichteten Fragen des Herrn Frager hat sich Frau Prien recht gut gehalten.
Ich weiß nicht wann mir der Kragen geplatzt wäre.
Das derzeit öffentlich als Maßstab repräsentierte Niveau hat Herr Frager erreicht.
Dies als Ziel unterstellt erhält Kandidat 100 Punkte

Manfred Westphal | Do, 16. September 2021 - 18:05

Gerade SCH.-H. hat großen Nachholbedarf im Deutschunterricht. Viele Schüler leiden noch unter der SPD-gepriesenen Methode "Schreiben nach Gehör". Da ist es doch nur gut, das Frau Prien Klarheit schafft und die Rechtschreibung erleichtert, auch und insbesondere für die Zuwanderer.

Gerhard Lenz | Do, 16. September 2021 - 20:41

hat Frau Prien ja zweifelsfrei dafür verdient, auszusprechen, was viele CDUler denken, aber ihr oberster Walkämpfer Laschet nicht zu sagen traute: Dass ein Maaßen nicht wählbar ist und schon gar nicht in den Bundestag gehört.

Damit ist aber auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht. Wirtschaftspolitische Rezepte wie zu Zeiten Adenauers. Die Wirtschaft muss brummen, dann ergibt sich der Rest wie von selbst.
Herr Thiele hat das klug zusammengefaßt: "Sie (Prien) setzen auf Wirtschaftswachstum und sagen, dass das Soziale von alleine mitschwingt." Was von Frau Prien zwar zurückgewiesen, im nächsten Satz aber dann doch irgendwie bestätigt wurde.
Ansonsten viel Geleier rund um Gendersternchen "and the like", was vielleicht noch hilfreich ist, den gemeinen, unterkühlten Cicero-Foristen besonders schnell auf Betriebstemperatur aufzuheizen, den meisten Menschen im Lande aber nicht so wichtig ist, wie der berühmte Sack Reis, der gerade in China umfiel..

Werner Endres | Do, 16. September 2021 - 23:05

Nachdem Herr Thiele auf seine Fragen nicht die erwünschten Antworten bekommen hat, ist er im "Interview" in den Nahkampf gewechselt. Ohne Zahlen, Daten und Fakten und nur ausgerüstet mit seiner erhabenen Meinung, hat er jedoch gegen die gut informierte Frau Priem schlecht ausgesehen, wie ein Boxer, der in arger Bedrängnis nur noch Luftschwinger zustande bringt.

Max Müller | Fr, 17. September 2021 - 01:18

Wichtiger als ideologisierte Sprachmanipulation an unseren Kinder?

Aber warum nicht, lassen wir den Pseudo-Marxisten an unseren Schulen doch freie Hand. Was soll passieren...

Ich kann wirklich nur noch den Kopf schütteln über soviel Naivität.