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Die „Teamplayer“ Armin Laschet und Jens Spahn / dpa

Kandidaten für CDU-Vorsitz - Teamplayer gegen Einzelkämpfer

Armin Laschet kandidiert zusammen mit Jens Spahn um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz und Norbert Röttgen versuchen es alleine. Der CDU steht nun ein zweimonatiger parteiinterner Wahlkampf bevor.

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

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Die Spiele sind eröffnet, die Kandidatenliste fürs Erste geschlossen: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will CDU-Vorsitzender werden und tritt im Team mit Gesundheitsminister Jens Spahn an, der Vize-Vorsitzender werden soll. Das erklärten die beiden Politiker am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Kurz danach trat am selben Ort – der Berliner Bundespressekonferenz – Friedrich Merz vor die Kameras und erklärte seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz. In der vorigen Woche hatte schon der frühere Umweltminister Norbert Röttgen seine Kandidatur bekanntgegeben.

Wer führt die CDU aus der Merkel-Ära?

Damit stehen der CDU zwei Monate des parteiinternen Wahlkampfs bevor: Am 25. April will die Partei auf einem Parteitag in Berlin entscheiden, wer sie aus der Merkel-Ära und in den Bundestagswahlkampf 2022 führen soll. 

Laschet und Spahn präsentierten sich – im Unterschied zu den beiden anderen Bewerbern – als Teamplayer. Immer wieder sprach Laschet von der Wichtigkeit des „Zusammenführens“ – ob es nun um die Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie, Stadt und Land, Ost und West – oder eben um die CDU selbst ging. „Ich bedauere, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Teamgedanken anschließen konnten“, stichelte Laschet gegen die Mitbewerber Merz und Röttgen. Spahn lobte den NRW-Ministerpräsidenten Laschet dafür, dass er „Liberale, Soziale und Konservative zusammenführen“ kann. Spahn selbst präsentierte sich als konservativen Teil des Doppel-Gespanns, sprach von seiner Vision eines „weltoffenen Patriotismus“, der „Heimat, Familie und Tradition“ wertschätzt.

„Kontinuität und Aufbruch“

Laschet, der in NRW seit 2017 in einer Koalition mit der FDP regiert, bezeichnete dies in Abgrenzung von der Großen Koalition in Berlin als Modell, das „aus Düsseldorf die Bundespolitik bereichern kann“. Eine schwarz-gelbe Koalition auf Bundesebene wie in guten alten westdeutschen Zeiten geben die derzeitigen Umfragewerte allerdings bei weitem nicht her. 

Nur wenige Minuten später trat dann Friedrich Merz vor die versammelte Journalistenschar. „Wir haben die Wahl zwischen Kontinuität und Aufbruch und Erneuerung“, erklärte Merz. Er stehe für den Aufbruch. „Es geht nicht so weiter wie bisher“, so Merz. 

Konservative Akzente

Im Kontrast zu Laschet und seinem Mantra des Zusammenführens präsentierte Merz sich als Weichensteller für Deutschland, das man bei Bildung, Rente und Digitalisierung „fit für das 21. Jahrhundert“ machen müsse. Zwar sprach sich Merz außenpolitisch ähnlich wie Laschet für „mehr Europa“ aus, gleichzeitig wählte er deutliche Worte bezüglich des Grenzschutzes: Die Außengrenzen müssten ausreichend geschützt werden. Wenn die EU im Falle einer neuen Flüchtlingskrise die Grenzen nicht schützen könne, müsse „die territoriale Integrität der Bundesrepublik geschützt werden.“

Merz setzte in seinem Auftritt konservativere Akzente: Eine seiner ersten Aufgaben sieht er darin, ehemalige enttäuschte Mitglieder – er sprach von 100.000 bis 150.000 - zur CDU zurückfinden. Liberale und konservative Wähler müssten wieder eine Heimat in der CDU haben. “Wir müssen die Wähler auf beiden Seiten gewinnen. Wir müssen uns mit den Grünen streiten, wie wir den Klimawandel lösen wollen. Wir müssen Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden. Gleichzeitig müssen wir die Konservativen wieder anbinden.”

Röttgen ruft sich in Erinnerung

Kaum Unterschiede fanden sich in der Frage der Kanzlerkandidatur: Sowohl Merz als auch Laschet erklärten, dass diese Frage nach dem Parteitag mit der CSU geklärt werden müsse.

Merz erinnerte immer wieder an die 48 Prozent der Stimmen, die er auf im Kampf um den Parteivorsitz auf dem Parteitag Ende 2018 bekommen hatte - und die große Zustimmung in der Öffentlichkeit, die er erfahre. Damit spielte Merz auf die guten Umfragewerte in der Bevölkerung an, die ihn von seinen Mitwerbern unterscheiden. Aber was Merz schon im Dezember 2018 schmerzhaft erfahren musste, wird auch diesmal gelten: Über den CDU-Vorsitz wird nicht die Bevölkerung, sondern werden Ende April die Delegierten des Parteitags entscheiden.

Während Merz seine Kandidatur bekanntgab, rief sich per Twitter auch noch Norbert Röttgen in Erinnerung und brachte einen weiteren Farbtupfer in das nun eröffnete Kandidatenrennen: „Die zweite Person in meinem Team wird eine Frau sein“, schrieb Röttgen. 
Mögen die Spiele beginnen.
 

Eine ausführliche Kommentierung der Kandidaturen folgt in Kürze hier auf cicero.de.
 

Stefan Bosel | Di, 25. Februar 2020 - 12:51

Da hat der Armin Laschet aber einen Termin gewählt, wo er überzeugen kann: Den Faschingsdienstag... tritt da Büttenredner an? Die Medien haben Friedrich Merz bisher recht stiefmütterlich behandelt. Klar, dieser Kandidat ist am wenigsten nach Muttis Geschmack. Und die Medien sind immer noch Muttis Medien. Auch den Röttgen mögen sie nicht besonders. Trotzdem, das Duell Merz vs. Röttgen wird wohl das entscheidende sein. Ich tendiere für Merz, Röttgen hat m.E. trotz Außenpolitik zu wenig Profil. Die Teamplayer, Muttis Lieblinge, sind nicht besonders ernstzunehmen. Also, Fasching geht in die Verlängerung. Unterhaltung pur.

sehe ich anders. Er dürfte sehr nach Muttis Geschmack sein. Er ist Wachs, ja sogar Schmierenseife in Muttis Zangengriffhänden sein. Auch als ausgedientes Wrack be-
hält Merkel nicht nur den wachsweichen, ihr ständig nach dem Mund redenden und handelnden Armin Laschet, sondern auch ihre Strippen aus biegsamen Eisen in ihren Fäusten.

Hallo Frau Simon, ich denke, dass Sie Herrn Bosel missverstanden haben.

Er geht sehr wohl davon aus, dass Laschet dem Gusto der Kanzlerin entspricht, hält jedoch dessen Erfolg für unwahrscheinlich.

Sie haben mit Ihrer Bewertung von Herrn Laschet jedoch vollkommen Recht.
Wie sagte meine Oma immer so trefflich über solche Zeitgenossen?
"Dä kann nix selwer, dat is nur e Abziehbildche."

Ich präferiere Merz, jedoch gehe ich davon aus, dass Herr Laschet die größte Truppe um sich scharen wird.

"Muttis Zangengriffhändchen" ist eine sehr gelungene Formulierung!

Wehe wenn die Raute zugedrückt wird!
Kein Entkommen, keine Chance = ALTERNATIVLOS!

Brigitte Simon | Mi, 26. Februar 2020 - 07:55

In reply to by Bernd Muhlack

Sie haben so recht lieber Herr Muhlack. Meinen Fehler bemerkte ich später in der Hoffnung, niemand stellt diesen fest. Dennoch verzeihe ich mir. Es muß alles so schnell gehen. Heute ist Aschermittwoch, Asche auf mein Haupt. Ihnen jedoch einen fröhlichen Aschermittwoch.
Bis zum nächsten Fehler,
liebe Grüße aus dem grauen München
Brigitte Simon

werden wohl (leider) das Rennen machen, genau wie Sie es befürchten, Frau Simon.
Laschet, von Muttis Gnaden gewillter Höfling, winselt jetzt schon wie der Wackeldackel. Und J. Spahn ist auf dem anfahrenden Zug gesprungen, seine einzige Chance, weiter oben mitspielen zu dürfen. Wie man sich doch verrenken kann, um der Macht willen!
Die Staatsratsvorsitzende wird dann ja weiter das Zepter in der Hand halten. Wohl aus dem Hintergrund aber dort die Weichen stellen. Ihren Erzfeind F. Merz zu verhindern, wird wohl ihre nächste Erfüllung finden. Hat ja mit AKK auch geklappt.
Und die Klatschnasen in der Partei werden ihrer großen Vorsitzenden wieder den Gefallen tun. Leute ohne Rückrad & eigener Meinung. Sind ja in 14 Jahren weichgespült worden.
Bevor diese Partei je meine Stimme bekommen sollte, wird der Papst eher das Zölibat abschaffen. So ein charakterlosen Haufen, ist meiner Stimme nicht würdig (klingt abgehoben !).
Salute

Sie sind nicht überheblich lieber Herr Völkel, sonst müßte ich es auch sein. Bei dieser Mischpoche kommt mir das große Gruseln, aber auch Verzweiflung. Was ist Merkel
für ein Mensch? Ist sie überhaupt ein Mensch?
Liebe Grüße,
Brigitte Simon, München

Merkel läßt sie spielen. Muttis Kindchen Laschet kann zwar Vorsitzender werden und die CDU Konkurs zu Ende führen. Kanzler wird er nie. Wie man in Brüssel sagt. Er wäre für Gabelfrühstück verspeist.
Jetzt baut sich ein Schutzwall gegen Merz auf. Ob er durchbtechen kann?

Medienunterstützung, liebe Frau Eva. Auf Merz stürzen sich die fake news. Diese tra-
gen bereits ihre Blüten und Triebe. Merz ist für sie ein gefundenes Fressen.
Wir hören morgens auf dem Deutschlandfunk die Presseschau. Alle, aber wirklich alle Zeitungen, schwärmen vom Duo LS. Heute auf dem Titelblatt der linkslastigen SZ ein großes, retuschiertes Foto L/S auf aktuell getrimmt, sahen wir in die Ge-
sichter des zukünftigen Schlaraffenland Deutschland. Merz fanden wir auf Seite 2,
rechts unten.

helmut armbruster | Di, 25. Februar 2020 - 13:54

Nur Männer, das darf nicht wahr sein.
In unsere verweiblichte Welt passt so etwas überhaupt nicht mehr.
Oder ist es eine Rückbesinnung auf männliche Tugenden und Qualitäten nach so vielen Merkel-Jahren?

...lieber Herr Armbruster,
diese finden Sie unter dem Tisch, behütet von Alice Schwarzer. Ich kämpfe
unter Lebensgefahr für die Männerquote. Gnade uns Gott vor den Amazonen.
Liebe Grüße aus München, Brigitte Simon

Christa Wallau | Di, 25. Februar 2020 - 13:58

Leider hängt für Deutschland zu viel von dieser Personenwahl ab, als daß man sie als "Spiel" bezeichnen könnte. Das zukünftige Schicksal unseres Landes wird davon bestimmt, welche Richtlinien der Kanzler nach Merkel konsequent vorgeben wird. Da kann man sich als kritischer Bürger auf keinen Fall ein "Weiter-so!" mit Laschet u.Spahn wünschen. Merz und auch Röttgen sind Männer mit klareren Vorstellungen von dem, was sie wollen: Beide wissen, daß weitere Immigration in die Sozialsysteme gestoppt werden muß und sie sind sich auch außenpolitisch einig: Die enge Bindung an die USA ist unverhandelbar.
Aber genau wegen dieser Übereinstimmung werden sich Merz und Röttgen gegenseitig Stimmen wegnehmen, so daß das "Team" Laschet/Spahn (welchem sowieso die Mediensympathie sicher ist) der lachende Dritte in dieser Auseinandersetzung sein dürfte.
Der AfD kann es recht sein - m i r allerdings graut
davor; denn ich weiß ja: Die Zeit für den dringenden Politikwechsel läuft uns Deutschen davon!

zu Ihrem Kommentar muß ich "leider" schreiben, Sie haben erneut in diesem "leider" Recht. Die vorgelegte Pressekonferenz Laschet/Spahn vor Merz´s angekündigter Pressekonferenz entsprach exakt Merkels schmutzigem Vanbanquespiel. Ihr uner-gründliches schwarzes Loch für Intrigen überrascht sie, da bin ich mir sicher, selbst.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 25. Februar 2020 - 13:59

Nur eine kleine Korrektur meinerseits, es handelt sich nicht um Spiele.
Ich würde das als Politik bezeichnen und für die CDU gilt mehr als für andere Parteien das Prinzip der "qualifizierten/qualifizierenden" Wahl gegenüber Mitgliederentscheiden, die vielleicht auch mit erheblich mehr Aufwand verbunden sind.
Immerhin müssen sich Delegierte in den Parteigremien/Ortsvereinen durchsetzen.
Ob das ausreichen wird?
Für die CDU sicher, denn da ist man nicht mal so drin, das Delegieren bedeutet also auf keinen Fall einen Vertrauensverlust?
Die SPD ist sehr viel stärker Basispartei und kommunal stark verankert, da setzt man mehr auf die Kraft und Überzeugung der einzelnen Mitglieder.

Ingofrank | Di, 25. Februar 2020 - 14:01

Da können sich wieder alle Geisteswissenschaftler trefflich um das Wort Team streiten.
Ich stamme aus einer Generation und aus einem Land wo man sich auf Grund von Mangelwirtschaft und fehlender Meinungsfreiheit gegenseitig half. Das fing in der Schule an und setzte sich im Berufsleben fort. Trotzdem mußte man sein Leben in die eigene Hand nehmen um Erfolg zu haben. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Letztlich geht es doch um die Frage: Fr. Merkel bleibt da, oder Fr. Merkel muß weg! Diese Frage hat bisher keiner vom Team od. Den Einzelkämpern beantwortet.

Gruß aus Thüringen

P.S. Frau W. Ich muß immer noch schmunzeln über Ihre Zeilen zum Team.

Werner Kahn | Di, 25. Februar 2020 - 14:02

Sind die politischen Akteure bei der CDU nicht lernfähig oder ist es einfach Dummheit? Sie haben doch den selbstverschuldeten Niedergang der SPD miterlebt und sind nicht in der Lage aus diesem vorgelebten Debakel etwas zu lernen. Nämlich, wie man es nicht machen sollte.
Merz macht es, Laschet bleibt Ministerpräsident und Spahn bleibt Gesundheitsminister. Die Wähler werden dankbar sein und nur so kommt die CDU aus dem Tal der Merkeltränen.

Tomas Poth | Di, 25. Februar 2020 - 14:14

Im Gegensatz zur SPD soll es immerhin nur zwei Monate dauern.
Ab 01.Juli übernimmt Deutschland die RU-Ratspräsidentschaft.
Laschet bedeutet WeiterSo, Merz oder Röttgen werden die Kanzlerin einnorden, wenn sie bis dahin überhaupt noch Kanzlerin sein will.

Weiter so, ist schon richtig, aber nicht mit dem Merkel-Kurs, sondern mit dem Kurs verschiedene Strömungen der CDU einzubinden. Laschet und Spahn müssten jetzt noch versuchen die Mittelstandsvereinigung einzubinden. Darüber wie das dann nach der nächsten BTW weitergeht, ist noch nichts entschieden, allerdings wird es sicher keine Koalition mit der AFD geben.

Tomas Poth | Di, 25. Februar 2020 - 16:57

In reply to by Robert Müller

Das wird eine Zerreißprobe. Und ich erwähnte schon mal das die jetzige Wahl zum Vorsitz nur ein Übergang/Zwischenschritt ist.
Es ist gut möglich das Laschet/Spahn mit einer Merkel-Lite Variante versuchen zu Punkten. Es ist nicht mal ausgeschlossen dass sich Merkel nächstes Jahr noch mal selbst aus den Hut zaubert, in den Farben Schwarz/Grün/Rot.

Robert Müller | Di, 25. Februar 2020 - 18:09

In reply to by Tomas Poth

Ich glaube auch, dass es auf Merkel-lite oder Grün-Rot-Rot hinaus laufen wird. Jedenfalls sind beide Optionen die wahrscheinlichsten, weil dazu der Kurs nur minimal geändert werden muss, was politisch wünschenswert ist. Merz hingegen würde eine große Kursänderung versuchen. Mit wem? Meiner Ansicht nach wäre eine Merz-FDP Koalition mit AfD-Unterstützung am wünschenswertesten, doch die Chance dafür dürfte bei Null liegen.

Elfrun Christiane Schmidt | Di, 25. Februar 2020 - 14:34

Herr Laschet steht für ein „Weiterso“. Damit würde die CDU in der Wählergunst weiter fallen. Um Menschen wieder für diese Partei begeistern zu können, sollte sie sich auf ihre alten Werte besinnen. Wenn man das „Aufbruch“ nennen will, okay. Wäre bei dem heutigen Stand der CDU sicher ein Aufbruch.

Norbert Heyer | Di, 25. Februar 2020 - 14:42

Herr Merz wäre unter den Kandidaten die beste Wahl. Wenn Frau Merkel ihre Partei noch weiter im Würgegriff hat, wird das Tandem Laschet/Spahn das Rennen machen. Damit wäre das Schicksal der CDU besiegelt, denn zumindest Herr Laschet steht als treuer Merkelfan ganz klar für „Weiter
so.“ Keiner der Kandidaten ganz umfassend überzeugen, jedoch ist bei Herrn Merz davon auszugehen, dass er die konservative Seele seiner Partei mehr ansprechen wird als das Tandem. Er würde zumindest der AfD Stimmen abjagen, aber auf Dauer nur dann, wenn starken Worten auch Taten folgen. Bis zur Bundestagswahl fließt noch viel Wasser den Rhein herunter und Frau Merkel wird keine Gelegenheit auslassen, Herrn Merz nachhaltig zu schaden. Ihre eigene Partei interessiert sie überhaupt nicht - nur der Machterhalt ist ihr wichtig. Deshalb wird Herr Merz wohl nach seiner Wahl alles daransetzen, die Kanzlerschaft von Frau Merkel vorzeitig zu beenden. Aber persönlich glaube ich, das alles auf das Tandem hinausläuft.

Hubert Sieweke | Di, 25. Februar 2020 - 15:01

das Ego von Spahn und Laschet muss ungeheuer sein. Gerade Laschet, der durch die Fügung des SPD Schicksals in NRW in den Sessel fiel glaubt tatsächlich, er wäre jemand, der die CDU ohne Merkel führen könnte. Keiner, aber auch keiner in der NRW CDU traut dem Leisetreter zu, sich gegen Merkel durchzusetzen. Hat er nie getan, immer der Dame und ihren falschen Entscheidungen seinen Aachener Segen gegeben. Er hat in Umfragen und in der Partei keinerlei Chancen und spielt nun Merkels Spiel, die ihn sicherlich gebeten hat, dieses fiese Spiel mit Spahn zur Merz Abwehr zu spielen.
Wenn noch eine kleine Chance für eine Erneuerung der CDU besteht, dann mit Merz.... der sich von Angela nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Spahn und Laschet haben keine Chance, Röttgen sowieso nicht, zumindest nicht in NRW oder bei der JU. Merkel zieht fleissig die Strippen, mit AKK, Merz solle Minister werden, mit Laschet mit Spahn.... aber bald wird sie aus dem Rennen sein, oder die CDU von der AFD überholt.

Ernst-Günther Konrad | Di, 25. Februar 2020 - 15:07

So sehr es sich ehem. CDUler oder derzeitige Frustwähler der CDU es sich wünschen. Ich bin skeptisch den ganzen Bewerbern gegenüber. Insbesondere gegenüber Herr Merz.
Aha, ......ehemalige enttäuschte Mitglieder – er sprach von 100.000 bis 150.000 - zur CDU zurückfinden."
Liberale und konservative Wähler müssten wieder eine Heimat in der CDU haben."
Will er wirklich Gesindel als Wähler zurück? Üble blaue Gesellen mit braunen Gedanken sollen jetzt die schwarze CDU mit roten Gedanken retten? Man sieht doch, wie die CDU mit der Werte-Union umgeht. Wie Maaßen und andere wenige, die sich öffentlich äußern, von den CDU-Merkelgetreuen wie Heckenschützen niedergemacht werden.
Laschet/Spahn - wer zieht das Röckchen an? Also doch irgendwie Doppelspitze, wie bei den anderen. Jetzt will Röttgen auch noch eine Frau ins Boot holen. Leute, Leute, was glaubt ihr eigentlich, was der Wähler über Euch denkt? Nein, das wisst Ihr nicht. Warum? Ihr habt völlig die Bodenhaftung verloren und verleugnet Euch.

Brigitte Simon | Di, 25. Februar 2020 - 17:20

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Genauso sieht unsere Zukunft aus. Nein, man habe sich nicht mit Merkel abgestimmt. Mag sein. Merkel hatte alles vorher bestimmt.
Merz´s Pressekonferenz war längstens für 11.00 Uhr bekannt. Heute morgen zeigte sich sogar der Deutschlandfunk überrascht: Eine Eilmeldung: Laschet/Spahn halten ihre überraschende PK um 9:00, also vor Merz, ab.
Angela Merkel sowie Privatdemoskope Jung kurbeln ihre "asymmetrische Wahl-kampfführung" an.
Merz überraschte dieses CDU-Timing . Sinn war, ihn psychisch unter Druck zu setzen. Was sprechen die Beiden? Wie kann oder muß ich reagieren? Merz als erfolgreicher Egomane konnte nicht agieren, er mußte reagieren. Vor der Presse sprach
er über diesen Schachzug mit dem Hinweis, sein Programm war auf agieren, nicht auf reagieren abgestimmt. Diesen Überfall löste er souverän. Seine herhervorragen-
de Rhetorik, gespickt mit Realitäten, Analysen, Lösungen, Europa, EU, Nationalität, Internationalität, Umwelt mit Bezahlbarkeit, Global, Trump, China..und WIR!

Gisela Fimiani | Di, 25. Februar 2020 - 15:40

Als Bürger bin ich der Theatervorstellungen, die mir die Parteien präsentieren überdrüssig. Zumal es sich um schlechtes Theater handelt, denn es gibt kein Drehbuch, das Stück sind die Schauspieler selbst und das Publikum ist zum Zuschauen gezwungen, denn es sitzt im Staats-Theater.

F.Oldenburg | Di, 25. Februar 2020 - 15:56

Ich empfinde es immer wieder als "framing", sprich Beeinflussung durch Überschrift und Bildauswahl, leider auch hier im Cicero. Trotz tagesgleicher Pressekonferenz nur Spahn und Laschet, kein Merz - so ähnlich bildet sich das in den anderen Medien auch ab. Und "Teamplayer" sind natürlich in heutigen Zeiten überall gefragter als verstiegene Einzelkämpfer. Als hätte Herr Merz beizeiten nicht auch einen "Vize". - Framing halt, Meinungsmache.

Joachim Kopic | Di, 25. Februar 2020 - 17:38

In reply to by F.Oldenburg

Leider ist Cicero nicht konsequent genug, dem Framing innerhalb seiner Grenzen ein Ende zu bereiten ... was zur Folge hat, dass ich immer noch zwischen einem Abo von Cicero und NZZ schwanke, eigentlich schade ... aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Man muss allerdings Cicero zu Gute halten, dass es die entsprechenden Meldung nicht unterdrückt ... das ist z.B. bei den ÖRlichen (Volkmarsen...) total anders und der wichtigste Unterschied: Die MUSS ich mitfinanzieren :(

Heidemarie Heim | Di, 25. Februar 2020 - 16:17

Das ist genau die richtige Frage werter Herr Gathmann! Bei Team-Weiter höre ich wenig Kritik was die eigene bisherige Marschrichtung betraf. Und noch weniger was das "Krisenmanagement" unserer Kanzlerin betrifft. Auch keiner der anderen Kandidaten sagt offen und ehrlich, das egal und für wen man sich letztendlich entscheidet, die Eine ihren Plänen die Partei wieder zu alter Stärke und Geschlossenheit zu verhelfen, massiv im Weg steht. Verdeckt wird das mit der Aussage: "Eins nach dem anderen." Erst mal Vorsitz, EU-Ratspräsidium, Bundesparteitag
und dann sehen wir weiter. Wenn Sie mich fragen, mehr als genug Zeit wirklich Jeden mit Ambitionen
wider Frau Merkel in Flammen aufgehen zu lassen.
Unsere Medien werden derweil genüsslich wie schon bei Frau AKK, nach Entzug des Wohlwollens Ihrer Majestät, m.E. Anfang der Werkstattgespräche, jede Äußerung der beiden wenig Merkel- affinen misfits ausschlachten. Beim showdown "Kanzler" kommt dann Überraschung!, wer aus der Kiste? MfG

und ich würde es bis kurz vor dem letzten Fünfer ausreizen, liebe Frau Heim. Am Schluß heißt es wieder: and the winner is...wie schon DIE, bei den letzten vier Wahlgängen!
Und die Band auf der CDU-Titanik spielt unverdrossen weiter und ein stundenlanges Standing Ovation begleitet die Kür, äh Krönung.
Erinnert mich immer mehr an den Film: Der Untergang!
Salute

"Dann wähle ich Ausgang 5;-)".
Ich hoffe inständig , das Ihre Prophezeiung oder soll ich sagen Hiobsbotschaft nicht eintrifft lieber Herr Völkel! Gegebenenfalls Ihre Glaskugel einen Sprung aufweist?;-)
Mit einem Überraschungsgast aus der Kiste dachte ich eher an ein uns bekanntes Szenario bezüglich Besetzung des EU-Präsidiums, wo man eine Staffage aus angeblich wählbaren Kandidaten rund um Frau von der Leyen errichtete.
Wobei man allerdings streng betrachtet bei dem gemeinen Wähler eigentlich einiges voraussetzen könnte was derlei Erfahrungen betrifft! Die er nämlich anhand vieler nationaler Wahlgänge sammeln konnte, wo ebenfalls das von ihm auf der politischen Menü-Karte gewählte nicht serviert wurde. "Es wird gegessen was auf den Tisch kommt! Schluss!"
Alles Gute!

Alfred Simon | Di, 25. Februar 2020 - 16:48

Wenn sich zu einer vereinbarten Uhrzeit der PK
ein "Gespann" unangekündigt sich vordrängt,
ist das kein Coup, sondern eine Unverschämtheit.
Doch dies wurde zu einem Eigentor, obwohl der
Gegner nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren kann.
Wären Laschet, Spahn und Merz gemeisam auf-
getreten, hätte Merz als eindeutiger Sieger das
"Spielfeld" verlassen.

Merz zeigte die für Deutschland längst erforder-
liche Umsetzung seiner Visionen auf, also
"Aufbruch und Erneuerung" :
-Digitalisierung
-Technologien
-Klima
-Bildung
-Einwanderung
-Rechtsradikalismus

Bei Laschet und Spahn"
"Konturinität"
-Zusammenleben
-Zuversicht
-Heimat
Viele unverständliche, schwammige Aussagen,
die Deutschland kaum voran bringen.

Bei einem Parteivorsitzenden Laschet würde sich
ein Kanzler Laschet nach den Vorgaben Merkels
richten.

-

Alfred Simon | Di, 25. Februar 2020 - 17:03

Ein Parteivorsitzender und Kanzler Merz würde
Merkel endlich aufs Altenteil schicken.
Sicherlich sehnen viele europäische Länder diese
Zeit längst herbei.
Dem kann ich mich sofort anschließen.

Lisa Werle | Di, 25. Februar 2020 - 18:34

Wer Laschet für einen Teamplayer hält, hat schon verloren. Mit Spahn wurde ein Deal gemacht – und der hat sich dazu hergegeben, vermutlich für Zusagen, die ganz sicher nichts mit dem „Wohle Deutschlands“ zu tun haben. Und genau das ist Politik a la Merkel: Hinterzimmer-Absprachen und scheinheilig von Team - vom WIR - reden. Dabei gibt es nichts, was diese sog. ‚Teamplayer‘ (die sich im zweitgrößten Parlament der Welt bestens versorgt eingerichtet haben) weniger interessiert als das Wohl der Steuer-zahlenden Bürger in diesem Land.

Ulrich Jarzina | Mi, 26. Februar 2020 - 10:15

Alle Kandidaten stammen aus dem größten Landesverband der CDU, aus NRW. Das ist ungewöhnlich. Offenbar will man z.B. aus dem zweitgrößten CDU-Landesverband (=BaWü) keinen Kandidaten aufstellen. Landesvorsitzender Strobel hält sich hier sehr bedeckt. Gibt es keine Kandiaten? Oder will man abwarten, weil man dem neuen Vorsitzenden eh keine großen Chancen ausrechnet?

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