Debakel bei Impfstoff-Beschaffung - Satt, müde und phantasielos

Deutschland macht auch in der Pandemie Dienst nach Vorschrift, wie das aktuelle Impfstoff-Debakel zeigt. Israel dagegen demonstriert eindrücklich, wie es besser funktioniert. Höchste Zeit, dass die Deutschen ihre Luxustour beenden und wieder lernen, effizient zu sein.

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seiner Corona-Impfung am 19. Dezember / picture alliance

Autoreninfo

Rafael Seligmann wurde in Israel geboren und lebt seit 1957 in Deutschland. Zuletzt schrieb er die Familien-Biographie „Lauf, Ludwig, lauf!“ und „Hannah und Ludwig. Heimatlos in Tel Aviv“, LangenMüller Verlag.

So erreichen Sie Rafael Seligmann:

Das deutsche Gesundheitssystem versagt in der Pandemie. Es ergeht ihm ähnlich wie der Fußballmannschaft Real Madrid: Man besitzt eine glorreiche Vergangenheit, hervorragende Spieler, bewährte Experten, einen ausgewiesenen Trainer, bzw. eine Trainerin, unvorstellbar viel Geld und noch mehr Schulden. Alle Voraussetzungen für Spitzenleistungen sind gegeben. Doch aus einem scheinbar unerklärlichen Grund erzielt man nur dürftige Ergebnisse. Der entscheidende Unterschied: Wenn die Königlichen verlieren, jammern die Fans und der Präsident beißt in den Teppich – wenn das deutsche Gesundheitssystem „ruckelt“, also zu wenig leistet, sterben unnötig viele Menschen. Die verantwortlichen Politiker geben wortreiche, doch nichtssagende Erklärungen ab. Dieser Missstand ist nicht hinnehmbar, denn es ist kein Spiel, sondern ein Kampf um Leben und Tod.

Wenn ich mit meinen israelischen Freunden über den Corona-Notstand hierzulande spreche, ernte ich Unverständnis. „Der Impfstoff von Pfizer ist in eurer Firma Biontech entwickelt worden. Ihr habt die besten Intensivstationen, die meisten Betten pro Bewohner, hervorragende Ärzte und Krankenpersonal. Warum seid ihr dann nicht fähig, eure Bevölkerung mindestens so schnell durchzuimpfen wie wir?“

Permanente Bedrohung

In Israel ist die Regierungskoalition geplatzt. Die vierten Neuwahlen in zwei Jahren stehen an. Premier Benyamin Netanyahu ist wegen Korruption angeklagt. Die Corona-Pandemie drohte aus dem Ruder zu laufen. Doch die Israelis wissen mit Kriegen, Terror und Krisen umzugehen. Bereits im Moment der Staatsgründung im Mai 1948 wurde das Land von den Armeen aller seiner arabischen Nachbarstaaten attackiert. Seither haben die Israelis unzählige Waffengänge und Anschläge durchgemacht. Sie wurden angegriffen und sind selbst in die Offensive gegangen. Zum Dasein als Israeli gehört die permanente Bedrohung. Da entwickelt man aggressive Überlebensstrategien und lernt, ständig zu improvisieren. 

Als bestes Armee-Corps gilt die Einheit 8200, zuständig für elektronische Kriegsführung. Hier bleibt keine Zeit für Theorie, unverzügliche praktische Lösungen sind gefragt. Der Geist des wirksamen und schnellen Machens beherrscht das Land. So wurde Zion zur erstrangigen Start-Up-Nation. Mit dieser Einstellung gingen Regierung und Gesundheitssystem, Krankenhäuser und Ärzte gemeinsam die Corona-Seuche an. Die Bevölkerung ist vielfach undiszipliniert. Nicht alle beachten die Abstand-und-Maske-Regeln. Daher muss die Israelis möglichst schnell vollständig gegen das Virus geimpft werden. Getreu dem Talmud-Lehrsatz: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“

Weltrekord beim Impfen

So kaufte die israelische Regierung auf dem Weltmarkt zum überhöhten Preis den Pfizer-Biontech-Impfstoff in einer Menge, die für die gesamte Bevölkerung ausreichte. Wenn es um Menschenleben geht, wird nicht geschachert. Gleichzeitig wurden mit maximaler Geschwindigkeit Impfzentren im ganzen Land aus dem Boden gestampft. Sie sind rund um die Uhr geöffnet. Auch am heiligen Schabbat. Wiederum gilt, Menschenleben hat Vorrang. Auf diese Weise erreicht der Neun-Millionen-Staat eine Kapazität von 150.000 Impfungen täglich. Die Zulassung erfolgte zugleich mit der US-Arzneimittelbehörde FDA. Und los ging’s! In wenigen Tagen wurden eine Million Menschen gegen das Corona-Virus in Israel geimpft. Das ist Weltrekord.

Im gleichen Zeitraum wurde in Deutschland mit seinen 83 Millionen Menschen gerade mal 250.000 Personen der Impfstoff gespritzt. Aber genau nach Plan. Zuerst die über 80-Jährigen und das medizinische Personal. Dann sollen die über 70-Jährigen folgen. Bei diesem Tempo wird es bis in den Herbst dauern, bis eine Herdenimmuinität erreicht ist. Warum geht dies im Schneckentempo voran?, fragte ich eine Ärztin im Gesundheitsamt – ohne den Vergleich mit Israel zu erwähnen. „Weil in Deutschland alles regelkonform seinen bewährten Weg geht!“ 
„Auch im Notfall?“ 
„Da erst recht!“
Eine Reihe von Medizinern hat vergeblich den Impfstationen angeboten, unentgeltlich mitzuarbeiten. Ihre Offerte wurde zurückgewiesen. Es fehlt an Impfstoff und Plänen.

Brav so, Deutschland! 

Das deutsche Glück, nach der bedingungslosen Niederlage im Zweiten Weltkrieg eine historisch beispiellose 75-jährige Phase des Friedens erleben zu dürfen und sich in dieser Zeit einen nie gekannten Wohlstand zu erarbeiten, hat die Teutonen satt, müde und phantasielos gemacht. Krieg, erst recht Pandemie, kennt faktisch kein Entscheidungsträger. Man meint, alles mit maximaler Sicherheit und Regelung betreiben zu müssen. Der Schutz der Olme ist wichtiger als der Aufbau der europäischen Tesla-Fabrik.

Vor allem aber ist man der Musterknabe Europas. Die Zulassung des in Deutschland von einem Werk unter der Leitung eines deutsch-türkischen Ehepaares entwickelten Impfserums muss warten, bis Malta und Zypern ihr OK gegeben haben. Man hat sich eine Woche länger Zeit gelassen als US-Amerikaner und Briten. Brav so. Doch in dieser Zeit hätte man mit Impfungen tausende Menschenleben retten können. Erst dann wird  nach bewährtem 08/15-Manier begonnen, das Serum zu verabreichen.

Diese Luxustour muss ein Ende haben! Je schneller desto besser. Wir benötigen im Alltag glücklicherweise keine alarmistische Mentalität wie die kampferprobten Israelis. Aber Corona-Zeiten erheischen keine Normalität. Jetzt muss mit aller Kraft gehandelt werden. Ausreden gelten nicht. Effizienz ist wichtiger als die haargenaue Beachtung der letzten Vorschrift und des EU-Gänsemarsches. Da ist Wirksamkeit gefragt. Schnelligkeit ist keine Hexerei, sondern unverzichtbar.

Not kennt durchaus ein Gebot. Es gilt, Menschenleben zu retten. Auch um einen hohen Preis. Der Witz: „Die Juden haben gelernt, Krieg zu führen und die Deutschen Geschäfte zu machen“, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Nachkriegsdeutschland muss erwachsen werden und lernen, in der Krise verantwortungsbewusst zu handeln.

Walter Bühler | Mo, 4. Januar 2021 - 12:07

... auch wenn ich annehme, dass auch in Israel keineswegs alles glatt läuft.
Aber es stimmt, was Sie sagen: "Aber Corona-Zeiten erheischen keine Normalität. Jetzt muss mit aller Kraft gehandelt werden. Ausreden gelten nicht. ... Da ist Wirksamkeit gefragt. Schnelligkeit ist keine Hexerei, sondern unverzichtbar."

Deutsche Politiker und Beamte sind sozialisiert, dass man Verantwortung delegieren kann. In diesem Fall an die EU-Kommission, Frau v.d.Leyen und Frau Kyriakides. Deshalb meinen Frau Merkel und Herr Spahn dass sie, eigentlich, nicht mehr verantwortlich seinen. Sie wissen aber nicht, dass man nur Handlungsvollmacht delegieren kann, dass man aber dafür verantwortlich bleibt (1) an wen man delegiert hat, und ob dieser jemand kompetent war, und, (2) dass man denjenigen, die die Vollmacht in erster Instanz erteilt haben, weiterhin verantwortlich bleibt. Rechtlich und politisch. Ein Rücktritt von Herrn Spahn wäre das mindeste das passieren müsste.

Herr Bühler!
Wie kann es sein, dass in dieser Krise, am Wochende nur unzureichend getestet wird bzw. Gesundheitsämter keine Daten übermitteln.
Sicher wären Mitarbeiter gewillt, auch am Wochenende zu arbeiten (in den Ämtern)oder zu testen. In den Nachrichten heißt es dann: "die Zahlen KÖNNTEN nicht vollständig sein, da..." Es muß heißen: Die Zahlen SIND NICHT vollständig...Traurig.
Aber was will man anders erwarten, wenn noch mit Faxgeräten, Karteikarten und Umlaufmappen hantiert wird?
Das Sprichwort: "Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit!" wird hier ad absurdum geführt! Hier heißt es: "Wir haben Zeit..."
Für das "ehemalige" Ingenieurland D. ein Armutszeugnis!!!

Seit einiger Zeit werden uns die taufrischen Coronazahlen der John Hopkins University vorenthalten. Diese Spitzenuniversität vereint Forschung und Lehre
nach dem Vorbild deutscher Universitäten, insbesondere nach dem Modell Heidelbergs. Die John Hopkins University erkannte den deutschen Intellekt, die genialen Forscher und Denker. Merkel jedoch nicht, v.d.Leyen schon gleich nicht.
Und Spahn - wer ist das- ? Ein gelernter Bankkaufmann auf der "rue da madame Merkel".
Was macht Merkel mit dem weltweit bekannten und gefragten Serum BionTech? Sie schweigt.
BionTech bot der EU 500 Millionen Dosen an. Gesundheitskommissarin Kyriakides schlug dieses Angebot aus. Sie benötige nur 200 Millionen, desweiteren könne sie bei Bedarf Angebote von Impfdosen von anderen Anbietern wahrnehmen.

Bei der Verwendung von bionTech sieht Merkel deutschen Impfnationalismus.

Ich interpretiere das Problem anders. Es ist nicht die fehlende Schnelligkeit hierzulande, sondern der fehlende Impfstoff im Dezember und Januar. Warum haben wir weniger Impfstoffe als Israel, GB und USA? Die EU hat im Sommer den konventionellen Impfstoff bestellt, aber der ist noch nicht lieferbar. Der Impfstoff, der jetzt und demnächst lieferbar ist, ist aber unkonventionell und wurde von der EU erst Mitte November bestellt. Zu der Zeit hatten die oben genannten Länder ihre Bestellungen schon ein halbes Jahr vorher gemacht gehabt. Infolgedessen bekommen wir auch nur kleine Teile der aktuellen Produktion. Das heißt, die EU und auch die Bundesregierung hatten kein Vertrauen in Biontech und Moderna. Ich wette, als Trump im Sommer bei Biontech und Curevac bestellte, haben Merkel und Co gedacht klüger zu handeln, weil sie zb zu Sanofi gingen, die aber erst im Herbst einen Impfstoff haben werden. Oder auch nicht. Falsch beraten worden, würde ich sagen. Wieder einmal.

Wolfgang Seifert | Di, 5. Januar 2021 - 16:30

In reply to by Robert Müller

Biontec hat seit Monaten eng mit dem Paul-Ehrlich Institut zusammengearbeitet. Über keinen Impfstoff wusste die deutsche Zulassungsbehörde so gut Bescheid wie über diesen. Man wusste auch, dass er äußert wirksam ist lange bevor es in den Medien verbreitet wurde. Die Studien wurden parallel mit Biontec geprüft. Man hätte weit vor den USA genehmigen können. Aber- die Politiker trauen den deutschen Instituten nicht. Zu rational, technisch und objektiv war die "Beratung" wohl - oder man da gar nicht nachgefragt - auch vorstellbar. Die aktuellen Ausreden, dass man nicht wusste wie die Impfstoff-Entwicklung bei den verschiedenen Herstellen vorangeht, mag für alle gelten, aber nicht für Biontec.

Christa Wallau | Mo, 4. Januar 2021 - 12:32

Was Sie, lieber Herr Seligmann hier beim staatlichen deutschen Gesundheitswesen beklagen, habe ich schon vor vielen Jahren, nämlich in meiner aktiven Zeit als Lehrerin, im Bildungswesen schmerzlich vermißt:
das Bemühen um strikt zielgerichtetes, schnelles und an der positiven W i r k s a m k e i t ausgerichtetes Handeln.
Stattdessen gab es endloses, ideologisch geprägtes Gelaber u. jede Menge Strohfeuer von immer neuen methodischen Heilslehren, deren Effizienz niemals eruiert wurde.

Inzwischen sitzen überall in D zum großen Teil unfähige, nach Parteizugehörigkeit ausgewählte u. sich vor jeder vernünftigen Entscheidung duckende Minister, Staatssekretäre u. unzählige nachgeordnete Beamte in ihren bestens dotierten Planstellen u. wursteln vor sich hin ...

Die meisten Deutschen haben in den letzten Jahrzehnten g a r nichts mehr gelernt! Sie werden nicht erwachsen werden, lieber Herr Seligmann. Im Gegenteil: Sie dürften noch kindischer (naiver) handeln.
Verlassen Sie sich drauf!

auf unser schönes Deutschland. Wäre nur die Hälfte war von dem, was die Foristin kübelweise an vernichtender Kritik hier täglich verspritzt, war, hätte uns längst jede Bananenrepublik längst überholt.

Wer so schreibt, verachtet Deutschland und die Deutschen.

Und macht gleichzeitig ständig Werbung für eine Partei, deren Mitglieder sich gerne als gute Patrioten aufführen.

Aber das sind halt nur die, die richtig wählen_ die AfD. Der Rest pennt.

Richtig: Die Impfstoffbeschaffung ist schlampig. Vermutlich hat man mal wieder nicht den erforderlichen Mut aufgebracht. Oder fürchtete die Reaktion der üblichen Querulanten, wenn man zu viel eingekauft hätte oder die Wirkung nicht die gewünschte gewesen wäre.

Dann hätte man genölt: Wie konnte unsere unfähige Regierung nur solche Mengen eines solch mangelhaften Impfstoffes einkaufen?

Sie schreiben wie die Jungfrau vom Kinde! Ich bin nach vielen Jahren in der Industrie als ehemaliger Gymnasiallehrer in den deutschen Schuldienst gegangen, weil ich noch mal für einige Jahre einen Beitrag zu leisten. Ich kann nur sagen, dass sich meine Erfahrungen bezüglich Effizienz und Effektivität an den Schulen mit denen von Frau Wallau zu 100% decken. Als externer Berater in der Industrie war ich auch über einige Zeit in einem führenden deutschen Ministerium in Berlin tätig, ich kann Ihnen nur grob versichern, dass ich selbst dort - also im Herzen des Herzens - die gleichen Erfahrungen machen musste: Bei ganz vielen Verantwortlichen (nicht bei allen!) kommt zuerst die eigene Karriere, die Selbstdarstellung und erst viel, viel später das Projekt, das Vorhaben, die Aufgabe. Aus nichtigen, meist persönlichen Gründen werden Verzögerungen verursacht, die immense unnötige Kosten generieren - zu Lasten des Steuerzahlers. Vergleichsweises habe ich in der Industrie selten erlebt.

Was uns hier täglich seitens der Politik vorgesetzt wird ist schon "voll krass". Den Beamtenapparat/Öffentlichen Dienst und die Ministerien sowie den Bundestag sollte Roland Berger oder McKinsey einmal auf Produktivität durchleuchten. Hier würde ich ca. 50% ansetzen wollen. Gern wäre ich bei dem Beraterstab dabei.-

In der Industrie war es früher so, wenn McKinsey kam, so waren ca. 25% Personalkosten stets drin.-

Lieber Herr Schultheis, ich glaube im Falle Lenz müssen wir davon ausgehen, dass er im Besitz der einzigen richtigen Einstellung ist, die sich zu fasst allen Kommentatoren in diesem Forum bewegt. Man muss ja auch nicht alles ernst nehmen, was da geäußert wird. Provokationen sind halt der Stiel von Leuten, die von anderen nicht viel halten. Man darf sie ruhig ignorieren, ohne dass man in der publizistischen Hölle landet.

Sehr geehrter Herr Schultheis, finden Sie nicht, dass man auf ein solches Pamphlet nicht antworten sollte. Solche Menschen sollte man nicht bekehren wollen. Das wäre Perlen vor die Säue geworfen, wie eine alte Redewendung bezeugt. Wenn solche Zeitgenossen ihr eigenes Posting nicht nochmal durchlesen, dann kann man auch nichts machen . Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Zeilen eine gewisse Erheiterung beschert haben, trotz des sehr ernsten Hintergrunds . Ungewollte Komik sozusagen.

Ist das Ihre Antwort auf die Frage, wann wir in ausreichender Menge Impfstoff haben? Wann wir wieder unsere Unternehmen betreiben, unsere Geschäfte öffnen und einigermaßen gafahrlos leben können? Sorry, aber ich finde Ihre Worte zu diesem sensiblen Thema Menschenverachtend, zynisch und bitter. Geht es Ihnen wirklich so schlecht?

Mir scheint, dass Frau Wallau mit Bezug auf den Staatsapparat völlig recht hat. Im Sommer wurde versäumt, alle Risikogruppen abzuschirmen und auf die zweite Welle vorbereitet zu sein. Wir erleben das Desaster seit November, und, mindestens die Hälfte aller Cocid-19-Toten seit November geht direkt auf die Kappe der Regierung, Bund und Länder. Das war grobe Fahrlässigkeit mit tausendfacher Todesfolge. Die aktuelle Überlastung der KH in Teilen des Landes sind das weitere Ergebnis. Die weitgehend vermeidbaren Lockdowns ebenso mit all den Folgen und Kosten. Die Impfstoffbeschaffung ist der nächste Fall von grob-fahrlässiger Inkompetenz mit tausendfacher Todesfolge, und, der Unmöglichkeit durch schnelles Impfen von ca. 20 Millionen Risikobürgern, die Gesundheitskrise wesentlich zu entschärfen. Wieder gigantische Folgekosten für alle. Schauen auf die Sterbezahlen am 30. Juni und dann am 31. Dezember. Ineffektivität resultiert in " politisch-bürokratischen Massenmord ".

Na Sie sind doch ein EU-Patriot wenn nicht sogar EU-Nationalist.

Nur eine kurze Anmerkung:

" ... hätte uns längst jede Bananenrepublik längst überholt."

Werter Herr Lenz, die Bananenrepubliken überholen uns natürlich nicht -
die Bewohner der Bananenrepubliken kommen einfach zu uns, täglich -
sie überholen uns im eigenen Land!

Alles so schön bunt hier!

Sehr geehrte Frau Wallau, präzise, wie gewohnt, nur eine Spur schärfer.
Dies ist auch notwendig, denn gegen soviel Unfähigkeit hilft nur noch grober Keil.
Bleiben Sie uns erhalten und mit den besten Wünschen für eine diffuse Zukunft.
W.Schuckmann

Liebe Frau Wallau, präzise wie gewohnt, nur diesmal eine Spur schärfer, was angesichts der Sachlage völlig gerechtfertigt ist. Bleiben Sie uns erhalten und gesund damit das Forum auch in 2021 fundierte Kommentare lesen kann, die die Dinge auf den Punkt bringen. Seien Sie gegrüßt,
W.Schuckmann

Albert Schultheis | Mo, 4. Januar 2021 - 13:14

dafür muss man sich ja den A**** aufreißen. Diäten und Sold bleiben stabil, auch unter Corona. Selbst wenn die Wirtschaft abkackt. Die Polit-Aristokratie bleibt. Es geht um die eigene Karriere, um Außendarstellung, um Medienpräsenz. Alles gemacht. Dafür sorgt die Hofberichterstattung - die sich wie ein feines Netz von Mehltau über die gesamte Medienlandschaft gelegt hat. Deutschland ist ein schlagender Beweis wie Reichtum zerstört, wie Geld kaputtmacht, korrumpiert, wenn man es so benutzt wie diese Kanzler*In: Zum Totschmeißen von Problemen. In ihrer gesamten Kanzlerschaft hat sie nicht ein einziges Problem gelöst. Sie hat alles nur immer mit viel Geld totgeschmissen, zugedeckt, erstickt - aber die Glut schwelt weiter. Und die Linken Grünen dazu im Chor: Wir sind ja so reich! - Während der Sozialstaat zunehmend austrocknet und der Rechtsstaat im gleichen Sog versackt. Für unsere Kinder und Enkel wird's mit jedem Tag düsterer, enger und beklemmender.

Heidemarie Heim | Mo, 4. Januar 2021 - 13:33

Vielen herzlichen Dank geehrter Herr Seligmann!
Auch unserer Redaktion!
Das absolut Beste, was ich bisher an Abrechnung mit unserem und dem trögen Apparat der EU lesen durfte!
Um so mehr sollten sich "die" Medien und ÖR-Sender schämen, die diese Lügengespinste und Ausreden fördern und überdies zulassen, das die Schuld auf die "Disziplinlosen" und sonstige Leugner geladen wird! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Mir fehlen sowieso, was selten vorkommt, mehr und mehr die Worte angesichts dieses Debakels! MfG

Reinhardt O. Cornelius-Hahn | Mo, 4. Januar 2021 - 14:06

Ich möchte nicht mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen "angeben", komme aber nicht umhin, mich zu äußern. 1973 stand ich vor E. Honecker, war junger Funktionär und gut geschulter Genosse, der Ideen hatte, der nur ideologisch denken konnte und war bereit, für den Sozialismus mein Leben einzusetzen. Ist ja bekannt, das Zitat, ...erfasst die Idee die Massen, so wird sie zur materiellen Gewalt.. Ich kannte (kenne) mich aus mit Ideen, mit Ideologie, mit Feindbildern und vor allem, wie ein alles beherrschender Gedanke jede vernünftige Entscheidung untergräbt, hilft sie nicht dem WIR, damals der Partei, eben der Idee.
Das, was ich eben beschrieb, ist das, was Brüssel und Berlin politisch lebt. Man ist erfasst und begeistert, ist enthusiasmiert. So einfach ist das, und da sterben eben mal einige tausend oder zehntausend Menschen, weil die Idee...usw. Ich bin 1980 ausgetreten (aus der SED). Deutschland wird sterben, wie die DDR. Anders kann ich es nicht sagen. Ein Dexit ...Wer?

Gerhard Hellriegel | Mo, 4. Januar 2021 - 15:29

Die Kritik am bürokratischen Schlendrian teile ich. Ganz so einfach ist es denn aber doch nicht.
Denn das wäre ja nur dann richtig, wenn Impfdosen zwar zur Verfügung stünden, aber nicht genutzt würden. Davon ist mir nichts bekannt.
Zu Ihrer Kenntnis: Impfungen wirken bei Ausländern genau so gut wie bei Deutschen. Es geht also lediglich darum, sich Zugangsprivilegien zu verschaffen. Was der Artikel indirekt auch zugibt: "Der Impfstoff von Pfizer ist in eurer Firma Biontech entwickelt worden..." Was will er damit sagen? Es wurde also kein einziges Leben weniger gerettet. Einen Anlass zum Pathos "Leben retten" gibt es nicht.
Nicht falsch verstehen: man kann durchaus diskutieren, ob man sich nicht Privilegien verschaffen sollte. Nur sollte man es dann auch sagen und nicht wohltönend verstecken.

Charlotte Basler | Mo, 4. Januar 2021 - 16:22

würde zum Desaster führen. Ich würde Ihnen ja gerne recht geben, lieber Herr Seligmann, aber nur unsere Wirtschaft ist leistungsfähig. Politik und Behörden arbeiten weder effektiv (wirksam, nutzbringend) noch effizent (hohe Wirksamkeit mit geringem Aufwand). Eher umgekehrt, mit riesigem Aufwand wird oft genug wenig bis nichts erreicht. Leider fürchte ich, dass wir im Prozess Corona-Verhinderung nichts mehr im Griff haben. Was wird passieren, wenn wir den Schwierigkeitsgrad = Fehleranfälligkeit erhöhen? Wenn die geplanten Impfungen (Portionierung 6 statt 5, Verlängerung der Wartezeit bis zur 2. Impfung, Einsatz verschiedener Impfstoffe mit unterschiedlichen Anforderungen usw)? Das Chaos wird ausbrechen. Da unsere Verantwortlichen die Prozesse jetzt schon nicht beherrschen, dürfen wir die Aufgaben keinesfalls komplizieren.

Albert Schultheis | Mo, 4. Januar 2021 - 16:53

habe mal gegugelt, wie viele Menschen in D in diesem Jahr an und mit Corona gestorben sind und zwar in den Alterssegmenten 0 bis 49 Jahre - also in dem Segment das die tragende Stütze unserer Wirtschaft und Verwaltung stellt.
Mich hat es umgehauen: Es sind gerade mal ca. 300 Menschen! (Disclaimer: Der Tod eines jeden einzelnen Menschen ... liegt mir fern, das Andenken von Verstorbenen zu instrumentalisieren ...!) Gleichzeitig legen unsere Kanzler*In und ihr Herr Spahn die Wirtschaft und Verwaltung in weiten Teilen auf Eis, ja, um was eigentlich? Verursachen Schulden in Hundert-Milliarden-Höhe wozu eigentlich? Um die zu schützen, die tatsächlich betroffen sind - die Alten ab 70? Warum schützt man diese nicht ganz besonders, fokussiert und rettet damit Leben? Stattdessen Panik für ALLE, macht generellen Lockdown, verursacht Kosten, richtet immense Schäden an - und die Alten sterben umso mehr, weil man sie nicht angemessen, fokussiert und mit besonderen Maßnahmen schützt.

Ich kann ihren Frust nachvollziehen, Herr Schultheis. Weil ich auch nicht verstehe, warum man DE in den Sand setzt. Statt den Schutz auf die Schützenswerten zu implantieren. Da wären Gelder drinnen gewesen, die gleichzeitig unsere ganze Pflege im positiven Sinne beeiflusst hätten. Im Wochenbriefing von Reitschuster las ich gerade, dass hinter den Kulissen, im Regierungsviertel, die Aufregung groß ist.Man(n)/frau habe sich so auf die harte Linie festgelegt, dass der Rückwärtsgang nicht mehr möglich ist. Wenn sich herausstellen würde, dass es doch hätte anders gehen können, würde der Regierung alles um die Ohren fliegen.
Was ich gerne glaube.
Gleiches könnte auch eintreten, wenn der Impfstoff nicht liefert.
Denn dann könnte das "große Impfwunder", mit dem man aus der Chose rauskommen will, nicht greifen.

hermann klein | Mo, 4. Januar 2021 - 17:43

Die deutsche politisch-mediale Elite lebt in einer Parallelgesellschaft, weit entfernt von der Realität.
Dazu heute in der Süddeutschen: „Merkel und Spahn haben richtig gehandelt“.
Wer mochte auch gerne der autoritären Machtentfaltung unserer Weltretterin widersprechen.

Tomas Poth | Mo, 4. Januar 2021 - 17:45

Ich denke eher total gelähmt und verschüchert durch RotGrüne Selbstgeiselung.
In der Tat wir können von Israel lernen für die eigene Sache zu kämpfen, aber das ist nicht gewollt. Das Credo der Regierenden Europa first, Deutschland soll überwunden werden.

Juliana Keppelen | Di, 5. Januar 2021 - 11:00

In reply to by Tomas Poth

Wo sehen sie Rot-Grün? Ich sehe Schwarz-Rot und dabei eher viel Schwarz. Im nachhinein betrachtet erkenne ich immer mehr, dass Rot-Grün mehr für unser Land getan hat als die "Schwarzen" in 15 Jahren. Ich kann mich noch erinnern, dass die Medien aller Couleur nicht müde wurden Rot-Grün zu kritisieren, es wurde noch gestritten im Bundestag und es gab Streitgespräche innerhalb der Parteien all das ist heute undenkbar. Heute herrscht Hofberichterstattung in Vollendung, im Bundestag gibt es keine Opposition und das Volk wurde durch das betreute Denken auf Linie gebracht.

Bernhard Marquardt | Mo, 4. Januar 2021 - 18:01

Laut der RKI Statistik vom 17. 9. 2020 finden die massenhaften Infektionen in privaten Haushalten statt, in größerem Umfang in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen, in Flüchtlings- und Asylbewerberheimen, gefolgt vom Arbeitsplatz. Dagegen sind die Infektionen in gut organisierten Gaststätten und Hotels unerheblich. Ob die Schließung der Gastronomie und der Hotels mit dem offenkundigen Ziel, aus purer Ratlosigkeit die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung massiv einzuschränken, einen legitimen öffentlichen Zweck darstellt, ist höchst zweifelhaft. Diese drastischen Maßnahmen sind weder i.S. des Infektionsschutzes geeignet oder erforderlich und mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe (und für die damit belasteten Steuerzahler) schon gar nicht verhältnismäßig. Das „Infektionsschutzgesetz“ ist diesbezüglich schlichtweg rechtswidrig. Eine Fortsetzung erst Recht. Die offensichtlich gescheiterte Impfstrategie der Regierung macht die Lage nur schlimmer

Markus Michaelis | Mo, 4. Januar 2021 - 19:45

"Hier bleibt keine Zeit für Theorie, unverzügliche praktische Lösungen sind gefragt."

Das könnte ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg sein. In Deutschland ist vielleicht mehr als die Trägheit im Luxus das fehlende Feedback das Problem. Wir haben durchaus engagierte Menschen, die aber eher als an praktischen kleinen Dingen gleich an der Rettung der Welt und sehr progressiven gesellschaftlichen Zielen arbeiten. Das System funktioniert (noch) und genügend Feedback, ob die Ideen zu den hochgesteckten Zielen führen oder eher Unsinn sind, fehlt.

Wolfgang Schuckmann | Mo, 4. Januar 2021 - 19:58

Schaue ich da richtig hin wird mir angesichts der Ansage richtig übel.
Mir fällt dazu nur ein die ordentlichen Gerichte mit diesem Versagen an Kompetenz zu befassen. Es kann nicht sein, dass man im eigenen Land ein Serum entwickelt, dass dann zur Abwendung noch größerer Verluste an Menschen im eigenen Land nach Zulassung nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Dies ist ein Anschlag auf die älteren Menschen in unserem Land, und alle anderen Bürger, denn als etwas anderes kann ich dieses Desaster nicht erkennen.
Diese Unfähigkeit muss auf die Anklagebank und sonst nirgendwo hin. Angesichts der reibungslosen Impfungen in diversen Ländern, kann ich nur noch wütend sein. Da braucht man sich nicht mehr über Staatsverdrossenheit zu beklagen, denn diese wird zumindest für diesen Part der Politik hier hoffentlich zum Stolperstein für diese Nichtskönner!

Dr.Andreas Oltmann | Mo, 4. Januar 2021 - 20:21

Wie recht Herr Seligmann hat, konnte man heute Abend im DLF um 19.10 Uhr im Kommentar hören:
Peter Kapern findet die Debatte um fehlenden Impfstoff „ekelhaft“. Die EU habe alles richtig gemacht und konnte gar nicht anders entscheiden, da sie nicht über die nötigen Informationen verfügte.
Ein Hoch auf den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und ein dreifaches Hoch auf unsere Entscheidungsträger!