04.03.2018, Niedersachsen, Lohheide: Angehörige und Besucher legen Blumen an einer Tafel in der Gedenkstätte Bergen-Belsen ab. Mit einer Gedenkveranstaltung wurde hier an den Völkermord an den Sinti und Roma während des Nationalsozialismus erinnert. (zu dpa "Gedenkveranstaltung erinnert an Völkermord an Sinti und Roma" vom 04.03.2018
„Mit einer Wohlfühl-Erinnerungskultur ist keinem geholfen“ / picture alliiance

Holocaustleugnung in Gedenkstätten - „Das Hausverbot für die AfD in Buchenwald ist richtig“

Immer häufiger werden die deutschen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus mit Holocaust-Leugnern konfrontiert. Der Leiter des ehemaligen KZ Bergen-Belsen spricht sich gegen „Pflichtbesuche“ aus und fordert ein Umdenken in der Erinnerungsarbeit

Antje Hildebrandt

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin bei Cicero.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Jens-Christian Wagner ist Historiker. Seit 2014 leitet er die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten, die unter anderem das ehemalige KZ Bergen-Belsen betreut. 

Herr Wagner, Ihre Mitarbeiter werden immer häufiger damit konfrontiert, dass Besucher den Holocaust leugnen oder relativieren. Welche Fragen müssen sie sich gefallen lassen?
Dass Besucher Fragen stellen, das wollen wir ja eigentlich. Wir wollen das Geschichtsbewusstsein fördern. Wer etwas wissen will, muss Fragen stellen. Dagegen haben wir nichts. Wir haben aber etwas gegen Provokationen. Die fördern den Diskurs nicht, sie verhindern ihn. 

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Christa Wallau | Mo., 27. Januar 2020 - 14:30

- das also ist die Antwort auf heutigen Antisemitismus? Und dies befürworten auch
jüdische Interessenvertreter, obwohl es auch
Juden in der AfD gibt?

Auf diese Weise wird mitnichten der Juden-freindlichkeit Einhalt geboten. Im Gegenteil:
Man heizt die die potentielle Antipathie gegen
Juden damit an.

Es war und ist heute die ARROGANZ bekannter jüdischer Personen (wie etwa M. Friedmann) im Schulterschluß mit der sog. deutschen "Intelligentia" aus Politik und Medien, die den
Widerwillen wachkitzeln. Es scheint fast so zu sein, als wolle man das, um seinen Opferstatus nicht zu verlieren.

Anstatt zunächst einmal das Angebot anzunehmen, daß auch Menschen aus der AfD
mittrauern wollen über das Leid und das Unrecht, das einstigen jüdischen Mitbürgern angetan wurde, unterstellt man der AfD sofort Heuchelei.
Woher nimmt man dazu die Berechtigung?
Hat man aus der Geschichte nicht gelernt, daß das
strikte Ausschließen ganzer Teile eines Volkes immer zu schlimmen Unruhen führt?

wird hier gerade diskutiert? Über jüdische Menschen, oder die AfD?

Ansonsten: Die übliche Entrüstung. Den Nationalsozialismus als Vogelschiss verniedlichen, auf die Taten der Wehrmacht stolz sein wollen (beides Gauland) und dann einen Typen wie Gedeon (Der Flügel) in der Partei dulden.

Und richtig, wie viele Juden gibt es denn nun bei den "Juden in der AfD"? Zwei, drei, oder weniger? Seltsamerweise gibt es darüber keine Zahlen.

Gerhard Lenz | Mo., 27. Januar 2020 - 17:28

Antwort auf von Wilfried Düring

In der Tat, eine solche Seite gibt es. Aber Sie finden dort keine Informationen über die Zahl der Mitglieder dieses seltsamen, von jüdischer Seite vielfach kritisierten. Zusammenschlusses.

Wilfried Düring | Mo., 27. Januar 2020 - 18:03

Antwort auf von Gerhard Lenz

Ach Herr Lenz, Sie sind doch sonst nicht so unbeweglich.
Gute und seriöse Webseiten haben ein Impressum.
Und bei (ehrlichem) Interesse, schreibt man an die angegebene Adresse eine höflich formulierte Mail.
Aber Sie wissen das doch selber!

(Soll ich die Mail für Sie schreiben ?)

dürfen Sie Ihrem eigenen Vorschlag folgen. Ich wäre allerdings nicht zu optimistisch, dass Sie auch eine Antwort bekommen.

Die dürfte nämlich beschämend für die AfD ausfallen...

Aber ich warte dann mal auf das Ergebnis.

Günter Johannsen | Di., 28. Januar 2020 - 08:42

Antwort auf von Gerhard Lenz

Was die Marxisten gestern wie heute verschweigen: der marxsche Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in Polen, Tschechien, Ungarn, China Nordkorea und in der DDR über Hundertmillionen Morde an Andersdenkenden und auch an Juden zu verantworten! Auch den Marxisten ist der Antisemitismus nicht fremd, denn schon ihr großer Vordenker Karl Marx schrieb in einem seiner Briefe an Friedrich Engels über den Juden Ferdinand Lasalle: „Es ist mir völlig klar, dass er, wie auch seine Kopfbildung
und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen …. Diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen … niggerhaft“ (nachzulesen in „Marx & Engels intim“, Random House Audio Verlag, München 2009).
Was soll also die Hetze gegen die AfD, die mit den Verbrechen der Nazis nicht in einen Topf geworfen werden darf. Will man von den eigenen Verbrechen ablenken?

Günter Johannsen | Di., 28. Januar 2020 - 09:30

Antwort auf von Gerhard Lenz

„Allein im sogenannten Großen Terror von 1936 bis 1938, der auch als „Große Säuberung“ bezeichnet wird, erreichten die politische Säuberungen (von Klassenfeinden und Andersdenkenden) ihren Höhepunkt: in dieser Zeit wurden jeden Tag etwa 1000 Menschen ermordet. … Eine zweite Säuberungswelle setzte zu Beginn des Jahres 1948 ein. Sie war hauptsächlich gegen Juden gerichtet, die als „wurzellose Kosmopoliten“ denunziert wurden. Die Kampagne führte zunächst zur Auflösung des Jüdisch Antifaschistischen Komitees, erreichte ihren Höhepunkt in der sogenannten Ärzteverschwörung …“ (Wikipedia)

Gibt es Zahlen bei den Grünen oder Linken?
Schon gleich nach dem Krieg & zu DDR-Zeiten "instrumentalisierte" man die Juden. Einseits gehörten Sie den bösen Kapitalismus an, aber im Kampf gegen Rechts - ebend dieser böse Kapitalismus jenseits der Grenze - waren die Juden wieder gerade "vorzeigefähig", solange sie sich in die Reihen der "Sozialisten" eingliederten.
Herr Johannsen, Sie haben mit Ihren vielen Kommentaren so Recht.
Das "Übel" liegt bei allen "Extremen", egal ob Links oder Rechts. Robert Merle nannte Sie die "Ereiferer" wie schon zu den Religionskriegen. Erkennungsmerkmal dieser, keine Argumente & keine Tolleranz zu lassen, bis das "Gegenüber" mundtot gemacht wurde oder er ab schwor. Wenn ich das so nochmal lese, dann fallen mir glatt ein paar Beispiele ein ;-)
Aber Ihnen zur Freude als Atheist werde ich heute ein stilles Gebet für die sinnlosen Opfer meiner "jüdischen Brüder" als konventionsloser Christ halten. Einfach mal bitte mehr Respekt zollen, auch wenn man ....MfG

denn was passiert, wenn AfDler KZs oder andere Gedenkstätten besuchen, war vor nicht allzu langer Zeit in Sachsenhausen zu erleben.
https://www.welt.de/geschichte/article181374850/Eklat-in-Sachsenhausen-…
Sie können hier gerne mehr erfahren.
Im Übrigen "hausieren" Linke oder Grüne nicht damit, dass sie jüdische Mitglieder machen. Nur die AfD macht das.

Und wo hat Gauland gesagt dass er auf die Taten der Wehrmacht stolz sei?... Und seien wir froh für unsere spätere Geburt. Sonst hätten wir vielleicht auch als Landser in Russland kämpfen müssen.Aber Sie hätten sich ja bestimmt geweigert, oder?

bruno leutze | Mo., 27. Januar 2020 - 19:00

Antwort auf von Maik Schau

Da hört einen dann keiner mehr zu. ABER Herr Schau, Ihre (zynische) Antwort auf Herrn Lenz ist einerseits hinterfotzig (Kriegsdienstverweigerung) und andererseits einfach nur interessiert dämlich in Anbetracht des Themas.

Judenvernichtung unter dem Genossen Stalin: „Allein im sogenannten Großen Terror von 1936 bis 1938, der auch als „Große Säuberung“ bezeichnet wird, erreichten die politische Säuberungen von Klassenfeinden und Andersdenkenden ihren Höhepunkt: in dieser Zeit wurden jeden Tag etwa 1000 Menschen ermordet. … Eine zweite Säuberungswelle setzte zu Beginn des Jahres 1948 ein. Sie war hauptsächlich gegen Juden gerichtet, die als „wurzellose Kosmopoliten“ denunziert wurden. Die Kampagne führte zunächst zur Auflösung des Jüdisch Antifaschistischen Komitees, erreichte ihren Höhepunkt in der sogenannten Ärzteverschwörung …“
Ob von linksfaschistisch oder von rechtsfaschistisch: Mord bleibt Mord!

Frage an die Redaktion, wird dieser Diskussionsstil (hinterfotzig, dämlich) der Beleidigungen weiterhin geduldet?
Auffallend, dieses respektlose Verhalten tritt verstärkt -durch CICERO geduldet- bei den AfD-Hater G.L. auf. Jetzt hat er zu diesem Thema- allerdings nur, wenn man eine Verbindung zur AfD herstellen kann, Verstärkung vom Gutesten b.l. erhalten. Was bei mir zu dem Verdacht geführt hat, es handelt sich hier um ein und dieselbe Person. Untermauert wird dieses Indiz durch den Schreibstil.

Es wäre zu wünschen, Sie würden jeden Politiker so unter die Lupe nehmen wie die Vertreter dieser Partei (Afd). Stattdessen missbrauchen Sie das Thema "Opfer des Nationalsozialismus" um gegen politische Gegner herzuziehen. Wer von den Politikern im Bundestag betreibt denn antiisraelische Politik? Wer stimmt bei der UN für fast jede Resolution gegen Israel? Wer unterstützt die antiisraelischen Terrorregime?

Gerhard Lenz | Di., 28. Januar 2020 - 09:14

Antwort auf von Georg Czech

Aber erleuchten Sie uns ruhig mal, von wem Sie reden.

Davon abgesehen, geht es im Moment um die AfD, die sich so gerne als Interessenvertreter der Juden aufspielt, aber gleichzeitig jeden Versuch unternimmt, die Untaten der Nazis oder antisemitische Aggression am rechten Rand zu relativieren.

Es wurde übrigens vor einiger Zeit vom Landesgericht Mainz entschieden, dass in der AfD auch Hetze gegen Juden zuhause ist

Nachzulesen u.a. hier: https://www.migazin.de/2016/04/21/mainzer-landgericht-afd-niederlage-re…

Aber ich nehme an, Sie sind ein Anhänger von Herrn Gedeon?

Liebe Frau Wallau,
ich möchte Ihren Beitrag gerne mit einem Hinweis ergänzen.
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) führte ein ausführliches Interview mit Prof. Michael Wolffsohn: Erinnern ohne Zeitzeugen: "Die Toten leben in uns weiter". Das Interview ist auf den Seiten des RND online verfügbar.
Einige Sätze von Michael Wolffsohn möchte ich zitieren:

'... Mit den üblicherweise ritualisierten Reden erreicht man ohnehin niemanden. Bei fast allen Rednern zum Thema Holocaust kann ich Ihnen vorhersagen, was sie sagen. Kein Wunder, dass kaum noch jemand hinhört. ...'
'... Es gibt heute drei Quellen des Antisemitismus in Deutschland und Europa: den rechtsextremistischen, den linksextremistischen und den islamischen in seiner traditionell religiösen Variante sowie in der Variante, die auf den Konflikt mit Israel und die Diasporajuden als vermeintlich verlängerter Arm des jüdischen Staates abzielt. Der zuletzt genannte Antisemitismus wird als Antizionismus ... verniedlicht. ...'

dazu las ich gestern Abend eine recht interessante Studie "Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus" von der Universität Bielefeld.
In der u.a.steht:
•Rund ein Drittel der Befragten beschreiben die Täterund Täterinnen dieser Vorfälle als ihnen unbekannt. Sie werden im linksextremen und rechtsextremen Spektrum zu gleichen Anteilen vermutet und benannt. Für einen großen Teil der Beleidigungen und Übergriffe werden muslimische Täter und Täterinnen aufgeführt.

AfD'lerin im Gewande der guten Tante. So, so Frau Wallau, den durch die Nazis u. deren Helfer vernichteten Menschen ist "Leid" und "Unrecht" angetan worden. Ihre Lebensvernichtung ist "Leid" nicht die Ermordung widerfahren? Und da wurde sich glatt mörderseits vertan mit ihnen, sie waren nicht die Übeltäter am Untergang Deutschlands und damit die Ermordung Unrecht, da haben sie einfach nur Pech gehabt, man hat sich vertan - aber im anderen Fall wäre die Massenvernichtung zu Recht getan ... - oder wie ist Ihre Sichtweise der Massemmorde an staatlich definierten Feinden zu verstehen?

Ach ja, noch eins: daß Friedmann und Co. mit ihrem Gejammer und immer wieder auf deutsches Unrecht pochendes Geschimpfe dafür mitverantwortlich sein sollen, daß die Stimmung in D. sich zunehmend gegen die Juden richte, spiegelt letztendlich IHRE Sorte von Holocaust-Leugnung + dem zugrunde liegenden Antisemitismus, der sich in Ihrem Hirn und deren Ihrer (nationalistischen) Mitstreiter festgesetzt hat

Ihre Auslegung des sehr guten Beitrages von Frau Wallau würde ich mal unterstes Blockwart – Niveau nennen.

Wie um alles in der Welt können Sie Frau Wallau unterstellen, dass sie den Holocaust leugnet oder Antisemitin ist?
Sie baden im lauwarmen Wasser des Mainstreams und können solche unerhörten Dinge daherreden, ohne eine Anzeige oder anderes befürchten zu müssen.

Beschimpfungen in die „richtige“ Richtung sind dort ja „ok“, da bekommt man Klatscher.

Ich finde dieses Wagner – Interview ebenfalls äußerst schwach, wohl auch der „Fragestellerin“ geschuldet.
Jetzt werden also Juden und Moslems auf eine Stufe als „Sündenböcke“ im offensichtlich immer noch rechtsradikalen Deutschland gehoben.
Einen größeren Blödsinn habe ich selten gelesen.

So langsam frage ich mich, wie weit man diese Verallgemeinerungen noch treiben möchte und ob man auf der „guten“ Seite wirklich so schwer von Begriff ist in Sachen Geschichtsbewusstsein.

bruno leutze | Mo., 27. Januar 2020 - 18:26

Antwort auf von Urban Will

Mag sein, daß ich bei der Interpretation (subjektiv, wie das Wort schon sagt) einen Löffel drauf getan habe.
Doch der in den Worten W. liegende Sinn ist wie er ist. Ich unterstelle nichts, ich versuche zu verstehen, was jemand sagt. Sollte die Guteste es so nicht gesagt bzw. gemeint haben wollen: nur zu, korrigieren. Ich korrigiere mich auch. Aber bitte Herr Will, machen Sie sich nicht zu dem Versteher und Rechtfertiger der Frau W.. Das kann sie selbst sehr gut. Und wie so oft liegt in dem freundlichsten "Wort" alle Härte menschlicher Verbrechen. Da müssen Sie nur mal ihre Erinnerung bemühen.

Bernhard Jasper | Mo., 27. Januar 2020 - 18:45

Antwort auf von Urban Will

Kategorien wie Freund/Feind, Wir/die Anderen, höherwertig/minderwertig wird propagiert. „Blut“ wird wichtiger als Staatsbürgerschaft. Den Faschismus kann man auch als eine Ersatzreligion definieren, eine Art Glaubensgemeinschaft mit Erlösungscharakter. Die Sehnsucht nach dem Vergangenen, nach apokalyptischen Phantasmen, nach Götterdämmerung und Tod ist dem Faschismus inhärent. Im Ergebnis bedeutet Faschismus immer die Zerstörung des Menschen.

75 Jahre nach der Befreiung von Ausschwitz, erinnern wir uns an das größte Menschheitsverbrechen, den systematischen Mord am europäischen Judentum und „Anderen“.

Heute wird diese Zeit des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ bezeichnet, oder es wird sogar eine Wende dieser Erinnerungskultur um 180 Grad gefordert. Es sind rechte bis rechtsradikale Kräfte, die erneut ihr völkisches und rassistisches Weltbild präsentieren.

Wehret den Anfängen!

Es ist für mich keine Frage, ob es die Vernichtung von Juden und Andersdenkenden gegeben hat. Es gibt doch genügend Zeugnisse, dass dieses Verbrechen stattgefunden hat. Mich stört diese plötzliche Überhöhung, das sie wie eine Monstranz von politischen Partein vor sich her getragen wird. Das eine einseitige Schuldzuweisung von Antisemitismus an den politischen Gegner erfolgt, mit dem Ziel ihn und seine Wähler mundtot zu machen. Dabei ist der heutige Antisemitismus nicht nur ein Problem weniger-unbelehrbarer Rechter. Wenn eine Erinnerungskultur Erfolg haben soll, muss man alle Faktoren einbeziehen, die Antisemitismus hervorrufen. Und dazu gehört eben auch der linke und mitgebrachte Antisemitismus. (Siehe auch die von mir weiter oben genannte Studie)

Christa Wallau | Mo., 27. Januar 2020 - 20:37

Antwort auf von Urban Will

daß man mir böswillig fast a l l e s unterstellt. Nur Kindesmißbrauch war noch nie dabei. Ich mußte so alt werden wie jetzt (76), um ein derart dickes Fell zu bekommen, das mich die ungerechtfertigten Anwürfe ertragen läßt,
ohne mutlos u. deprimiert zu werden.
Selbstverständlich leugne ich weder die Ermordung der Juden u. anderer Menschen, die den Nazis nicht paßten, noch zweifle ich Zahlen an.
Als ich als Kind die ersten Bilder aus den Lagern sah, war ich tief betroffen, ja erschüttert. Ich bin es bis heute.
Mein Großvater (bekennender Katholik), in dessen Familie ich
überwiegend aufwuchs, war ein Hitler-Gegner, der nur deshalb der Verhaftung entging, weil er im Dorf zu viele Verteidiger hatte.
Nach dem Krieg machten ihn die Franzosen zum Bürgermeister.
Ich bin zu Nächstenliebe u. Gewaltlosigkeit erzogen worden u. halte daran bis heute fest. Aber Gott hat mir auch einen klaren Verstand gegeben, den ich frei u. dankbar benutze, wenn es um die Beurteilung polit. Prozesse geht.

1) Ja, jüdische Interessenvertreter befürworten offenbar das Hausverbot, obwohl es auch Juden in der AfD gibt, denn - unfassbar, dass man solche Dinge erklären muss: Juden sind nicht alle gleich!!! Sie sehen und bewerten ihre Umgebung durchaus unterschiedlich. Anders ausgedrückt: Nur weil eine (sehr überschaubare) Zahl von Juden AfD-Mitglieder sind, heißt das nicht, dass die Mehrheit der Juden in Deutschland die AfD nicht sehr kritisch sieht.
2) Dass Sie im Rest Ihrer Ausführungen suggerieren, die Juden würden letztlich selbst dazu beitragen, ausgegrenzt zu werden (und "schlimme Unruhen" herbeizuführen), weil einige ihrer prominenten Vertreter „ARROGANT“ [Hervorhebung im Original von Ihnen] seien und Sie glauben, sie wollten vielleicht den „Opferstatus“ nicht verlieren, auch das ist Antisemitismus in Reinkultur.

Michael Sachs | Mo., 27. Januar 2020 - 17:17

Ich finde es vollkommen richtig das über die Gräuel der Nazizeit gesprochen wird, aber man kann darüber reden oder damit Schuldgefühle erzeugen mit dem wie man etwas sagt. Seit Jahrzehnten werden doch alle die nicht Links denken mit Nazi, Neonazi u. Rassisten beschimpft zu was soll das denn führen, es gibt kaum noch einen lebenden Menschen in der heutigen Bevölkerung der sich persönlich schuldig gemacht hat u. nur darum kann es gehen, es gibt keine Kollektivschuld auch nicht für die AFD, was der Artikel etwas vermittelt.

Ich werfe doch den Kindern eines Kriminellen der andere Menschen umgebracht hat auch nicht 70 Jahre lang vor was er getan hat, wenn sie kriminell werden ist das etwas anderes, man kann es ihnen aber schlecht einbläuen das stumpft eher ab. Es fragt sich doch ob man den Türken 70 Jahre lang den Mord an den Armeniern vorwerfen sollte, genau das passiert doch bei uns mit Hitler, Schuldgefühle führen meistens genau zum Gegenteil.

habe mit der dt. Politik durch die Nazis nicht zu tun, weder habe ich sie gewählt, noch an den Kriegen teilgenommen noch deren Rassismus geteilt. Ich brauche mir persönlich den Schuh nicht anziehen. Aber es geht hier um den nationalistischen Schuh der Deutschen schlechthin, um die Staatsschuld, die nicht vergessen werden soll, kann und darf. So die offizielle Lesart und deshalb die Veranstaltungen.
Anders gesagt: Sie Herr Sachs sind nicht gemeint als der Bürger, der um seine Existenz sich sorgt, Steuern zahlt, Familie hat usw. sondern um den Staatsbürger Sachs, der als solcher fester Bestandteil staatlicher Kalkulation und Interessen für diePolitik mitverantwortlich ist. Ich meine natürlich, nicht wirklich, aber der Form und der staatlichen Definition nach, daß Deutschland für die Schuld der Väter mitverantwortlich ist, zumal in Zeiten eines erstarkenden demokratischen Deutschnationalismus, was noch zu erklären wäre. Doch das ein anderer Mal.

Ja Herr Leutze ist ja alles richtig, doch das Ganze muß doch an der Realität gemessen werden, wir hatten ja nach dem Krieg Millionen von echten Nazis u. Neonazis, logischer Weise die wurden ja nicht umgebracht, trotzdem hatten wir nach dem Krieg die beste Demokratie aller Zeiten u. das beste Wirtschaftssystem der Welt, wie konnte denn das sein mit Millionen von Nazis die auch wirklich schuldig waren, ich denke die Ursache war ganz einfach wir hatten mit Amerika, England u. anderen Ländern die besten Politiker der Welt die haben nicht jahrelang auf den Holocaust gedeutet sondern Deutschland wieder aufgebaut u. demokratisiert, Adenauer wurde ja gefragt warum er die Neonazis nicht alle einsperrt, daraufhin sagte er ich stehe zu unserer Geschichte, so wird etwas aufgearbeitet, nach dem Krieg gab es ein Buch mit dem Titel die Unfähigkeit zu trauern ich denke das ist was uns fehlt, man sollte daran erinnern aber Schuldgefühle verteilen erzeugt das Gegenteil.

und da sollte man niemanden ausschließen, richtig Herr Sachs.
Die "echten" Nazis gehen ja sowieso nicht dahin-also.
Soll man etwa ein Schild an den Gedenkstätten anbringen so wie beim Bäcker oder Metzger: "Mitglieder der Afd müssen draußen bleiben" (gilt auch für Pegida)?
Da bekommt man echt die Motten, bei den Problemen, die wir uns selber schaffen!

Verantwortlich für das staatliche Handeln sehen sich insbesondere die nationalen Gemüter, wie die von der AfD. Nur anders. Da wird zuviel auf D. geschoben, was die Schuldfrage betrifft, da gab's keinen Holocaust, das ist doch eine Erfindung von Deutschlandfeinden, die Deutschland madig machen wollen! Usw. usw..

Diese Sorte von Deutschlandverantwortlichen will der Demokrat auch nicht.

Kann man verstehen. Der macht keinen guten Eindruck in der sonstigen Staatenwelt, weil seine Sicht allzu irrsinnig ist in Anbetracht der geschichtlichen Realität.

Ihr sogenannten "Guten" nehmt euch das Recht heraus, eine ganze Partei & ihrer Wähler zu Verunglimpfung. Wir als Christen nehmen die Gebote Gottes ernst, weil wir uns trotz Gegenwindes & Verhöhnung den nicht immer einfachen Weg Jesus Christus auserwählt haben. Wir Christen streben danach, die Gebote Gottes einzuhalten (
was nicht heißt, dass wir keine Sünder sind, aber....) & kein falsch Zeugnis zu reden.
Wenn Sie, nennen wir Sie mal die "Atheistische Linke" mit Liebe & Argumenten den ca. 3-4% "ewigen Gestrigen" aufzeigen würden, wieviel Liebe die TERRORISTEN der Nazizeit verbreitet haben, da würde die Welt heute anders aussehen.
Aber nein, ich der "Gute" - gegenüber der "Böse"
Schwarz-Weiß Fernsehen, ohne Grautöne :-(
So wird das nichts mit uns Menschen....

Dr. Roland Mock | Mo., 27. Januar 2020 - 18:07

Mir fallen spontan zwei Fragen an den Leiter der Gedenkstätte ein: 1. Thematisiert er auch, daß das KZ Buchenwald unmittelbar nach der Befreiung von der Sowjetunion als KZ weitergenutzt wurde? Und 2. Haben die Abgeordneten der Linkspartei, in der sich bekanntermaßen viele Antisemiten tummeln, auch jemals Hausverbot erhalten?

bruno leutze | Mo., 27. Januar 2020 - 22:09

Antwort auf von Dr. Roland Mock

Zu1): es spielt doch keine rolle, ob nach den Massenmorden durch die Nazis andere Mächte die Einrichtung für gleiche Ambitionen nutzten. Das macht die einen Morde nicht weg, schon gar nicht besser oder richtig.
Also was soll diese Frage, Gutester Herr Dr. Mock?
Für Sie scheint es jedoch wichtig zu sein, weil sie damit die Massenmorde rechtfertigen wollen, die die Nationalsozialisten begangen haben, mit dem Argument, andere, hier natürlich die russischen Mächte nutzten die gleiche Einrichtung für ihre Morde.
Mir fällt es schwer in Anbetracht solcher Ideen, Unterstellungen und Rechtfertigungen sachlich ruhig zu bleiben. Aber auf grobe Klötze gehören grobe Keile. Daher meine Frage an die Welt: Wie verkommen muß ein Verstand sein in seinem politischen Interesse politisch-rassistisch motivierte Massenmorde mit einem Vergleich relativieren zu wollen? - Ein AfDafiner Anhänger?!

Mein Gutester b.leutze alias G.L.
Mir fällt es schwer in Anbetracht Ihrer Unterstellungen ruhig zu bleiben. Das der CICERO einen solchen hasserfüllten mit Beleidigungen gespiekten Kommentar veröffentlicht, erschüttert mich.
Frage an die Redaktion: Kennen Sie Ihre eigenen Kommentarregeln nicht oder messen Sie mit zweierlei Mass?
Gutester b.l., Ihre gegenüber Dr. Mock geäußerten Unterstellungen, er rechtfertigt mit seinen Fragen die Massenmorde der Nazis erfüllen meines Erachten
einen strafrechtlichen Tatbestand! Diese Frage werde ich einen Strafrechtler stellen. Und Gutester b. l. beantworten Sie Ihre Frage an die Welt erstmal selbst, bevor Sie die Welt damit behelligen.

Heidemarie Heim | Mo., 27. Januar 2020 - 18:27

Ob und wie ich zu diesem Interview einen persönlichen Kommentar verfassen sollte. Meiner Einschätzung nach hat man sich mit dem Hausverbot und dem Ausschluss einer im Parlament vertretenen Partei keinen Gefallen getan seitens der Verwalter. Es macht bei allen
aktuellen Verwerfungen und Polarisationen unserer Gesellschaft den Eindruck einer politischen Instrumentalisierung. Ist unsere Demokratie wirklich so schwach geworden, das man zu diesen Mitteln greifen muss? Bei meinem ersten Besuch des Holocaust Mahnmals in Berlin war ich entsetzt wie wenig man da den Respekt und das Gedenken an dieses Menschheitsverbrechen schützte. Und ich werde ewig an das Unverständnis und die Antwort erinnert beim Thema Gedenken, die ich von der offiziellen Aufsichtsperson,die 3 m nebenan stand bekam. Meine Nachfrage ob es denn richtig und rechtens wäre auf und über die Stelen lautstark Nachlauf zu spielen (Erwachsene!), seinen Abfall zu hinterlassen usw. brachte mir fast einen Platzverweis ein. Berlin?

ich würde diese Entscheidung der Hausherren* als legitimen Selbstbehalt sehen und als Mahnung für die AfD.

Rudolf Martin | Mo., 27. Januar 2020 - 21:17

Zwischen Holocaust-Leugner, Geschichtrevisionismus und Kritik an den Formen der Erinnerungs-Politik gibt es schon Unterschiede. Kritik, auch an der Erinnerungs-Politik, ist demokratisch legitim und erwünscht.

Werner Terhaag | Mo., 27. Januar 2020 - 23:41

"Nein, das hatten wir in Bergen-Belsen zum Glück noch nicht."

Vom Leiter einer solchen Gedenkstätte hätte ich wesentlich mehr Intelligenz erwartet !!!

Man muß die AfD'ler nicht mögen ... aber in einer Demokratie zumindest akzeptieren. Wenn jemandem die Aussagen einzelner AfD-Mitglieder nicht gefallen - OK. Aber deswegen gleich die ganze Partei mit einer solchen Aussage diffamieren ... einfach nur abstoßend.
Möchte Herr Wagner vielleicht demnächst bei den Besuchern eine Gesinnungsprüfung durchführen und bei AfD-Sympatisanten Hausverbot erteilen ?
Dann bitte auch gleiches bei wirklichen "Nazis", Antifa und anderen komischen radikalen Linken.
Möchte Herr Wagner sich vielleicht aussuchen ("selektieren") wer die Gedenkstätte besuchen darf und wer nicht ?

Ich glaube Herr Wagner ist mit dieser Einstellung (zum Glück waren bestimmte Leute noch nicht da) für diese Position absolut nicht geeignet.

Bernhard Kaiser | Di., 28. Januar 2020 - 02:51

"Dann können sie sagen: „Ja, dieses Buch kennen wir. Es ist in einem rechtsextremen Verlag erschienen und entspricht überhaupt nicht wissenschaftlichen Standards.“ Ja super, ein absolut überzeugendes und vollkommen durchdachtes "Gegenargument"! Wenn man Holocaustleugnern nichts Überzeugenderes entgegenzusetzen hat, als Platitüden wie "rechtsextrem" und - angeblich, kann ja schließlich jeder behaupten - "unwissenschaftlich", hat man entweder selber keine Ahnung von der Geschichte oder die Holocaustleugner haben tatsächlich Recht, was wir ja nicht hoffen wollen!

Gerd Kistner | Di., 28. Januar 2020 - 08:30

Herr Wagner, was soll dieses Gerede über die Rheinwiesen? Das Rheinwiesenlager war ein Beispiel für die Banalität des Bösen (H.Arendt), ebenso wie das Vergewaltigen, Töten von Kriegsgefangenen, Kolloborateuren, denunzierten angeblichen Nazis usw. ohne jede rechtliche Grundlage. Mein Schwiegervater, der als Kraftfahrer einer Luftwaffeneinheit im Norden Norwegens keinen einzigen Schuß während des Krieges abgegeben hat, überlebte als 22-jähriger die Rheinwiesen, er war in Schwerin in Kriegsgefangenschaft „gerannt“ - nur weg von den Russen. Dieses Lager war Menschenverachtung pur. Das darf man durchaus mit Bergen-Belsen vergleichen, gleichsetzen niemals.
Das „niemals wieder“ gilt für alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Geschwätz von der Einzigartigkeit der Naziverbrechen verstellt uns den kompromisslosen Blick auf das „nie wieder“, so kann man das Böse nicht zügeln und im Keim ersticken.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 28. Januar 2020 - 09:47

PFLICHT-BESUCHE.
Wer das Grauen gesehen hat, muss sich doch sehr anstrengen, es zu LEUGNEN.
Bei Freiwilligkeit besteht immer die Möglichkeit, sich selbst zu betrügen nach dem Motto, das habe ich nicht gewußt.
Die VERNICHTUNG der Juden war PLANMÄßIG von Seiten des STAATES.
Dem antwortet als höchste Sicherheitsstufe staatliche Bildung.
Was ein jeder aus dieser ihm mitgegebenen Bildung macht, ist dann fast seine Sache, aber wissen muss es jede/r.