AKK und Merkel
Ziehen Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel als Tandem in den Wahlkampf? / picture alliance

CDU - Das AKK-Dilemma

Für viele Christdemokraten ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Annegret Kramp-Karrenbauer Angela Merkel beerbt und Kanzlerin wird. Wenn sie sich da mal nicht täuschen

Autoreninfo

Christoph Seils war Ressortleiter der „Berliner Republik“ bei Cicero bis Juni 2019. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Über keine Frage wird im politischen Berlin derzeit mehr diskutiert als darüber, wann Annegret Kramp-Karrenbauer Kanzlerin wird. Wann übergibt Kanzlerin Merkel den Staffelstab? Schon im Sommer? Ende des Jahres? Oder doch erst 2021? Vor allem in der CDU hoffen manche, die neue Parteivorsitzende könne irgendwann in dieser Legislaturperiode Angela Merkel ablösen und mit Amtsbonus in den kommenden Bundestagwahlkampf ziehen. Doch diese Hoffnung trügt. Nach Lage der Dinge wird Merkel vielmehr so lange Kanzlerin bleiben, bis die Legislaturperiode 2021 regulär zu Ende geht. Es sei denn, die Große Koalition zerbricht. Dann allerdings wäre die Legislaturperiode vorzeitig beendet. Es gäbe vorgezogene Neuwahlen. Das heißt: Kanzlerin kann AKK erst nach Neuwahlen werden, wenn überhaupt.

Es gibt zwei Szenarien, mithilfe derer AKK doch noch in dieser Legislaturperiode ins Kanzleramt kommen und den Staffelstab von Angela Merkel einfach übernehmen könnte. Entweder mit den Stimmen der SPD-Bundestagsabgeordneten. Oder in einem Jamaika-Bündnis mit Unterstützung von FDP und Grünen. Doch beide Szenarien erscheinen nach Lage der Dinge unwahrscheinlich.

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Sandra Richter | Di., 23. April 2019 - 17:41

Genauso kann oder muss man es sogar sehen, wenn man die CDU als prinzipienlose Kanzlerinnen-Wahlpartei ansieht, was sie zweifellos auch ist. In einem solchen Umfeld hat es jeder prinzipientreue Kandidat erstmal schwer, den Wald vor lauter grün-linken Bäumen noch zu sehen, also dem links-liberalen Milieu, dem sich die CDU in den letzten Jahren angebiedert hat, um Merkel auf ihrem Kanzlerthron zu behalten.

Aus diese Miserie wird die CDU nur herauskommen, wenn sie ähnlich wie ihre Schwesterpartei ÖVP unter Kurz in Österreich einen radikalen Schnitt vollzieht und sich dem linksgrünen Zeitgeist der veröffentlichten Meinung entledigt, um wieder zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Dann würde sie auch sofort wieder Zuspruch von der breiten Masse der in der Realität zurückgelassenen Wähler bekommen und auf die 40 Prozent zusteuern.

Mit AKK ist das natürlich volkommen ausgeschlossen, da sie noch weiter links als Merkel steht.

Aus diese Miserie wird die CDU/CSU nicht rauskommen mit Manfred Weber, als „stellvertretend“ von Jarosław Kaczyński und Richard Grenell. Ich war mal SEHR begeistert von EU. CDU war ich auch s.Jahrzehnte Stammwähler. Damals. Was zur Zeit das Gebilde EU vor Sicht hat, passt Einfach nicht mehr in meine Welt . Bin eventuell zu alt, aber wählen gehe ich doch trotz allem, nur nicht für CSU/CDU. „Europa - das sind 28 Länder", sagte Weber. „Wenn man an Europa denke, müsse man an die Unabhängigkeit von russischem Gas denken.“ Hatt doch Herr Weber etwas mit "EU und Europa" nichts am Hut? „Wenn ich meine Gedanken zu Ende denke, so muß ich sagen, daß die ehnkommenden Jahreentweder den Frieden organisieren oder die Nationen Europas an den Rand desallerschrecklichsten Krieges führen müssen. Diesen Termin sollte kein Staatsmann aus den Augen verlieren, der nicht ein Verbrecher ist.“- Paul Painlevé (1863 - 1933). AKK ist da unschuldig. Ich kriege Angst von der zukünftiger EU. Was habe ich gewählt...

Bruno Weizen | Mi., 24. April 2019 - 20:58

Antwort auf von Marie Werner

Liebe Kommentatoren: Ich teile Ihre Meinung nicht.
AKK steht nicht links von Merkel sondern ist deutlich konservativer um nicht zu sagen reaktionär. Siehe Äusserungen zur Homo-ehe etc. von ihrer peinlichen Büttenrede zum Fasching ganz zu schweigen....

Auch eine Meinung Herr Weizen, aber nicht meine. AKK wird Bauernopfer sein, wenn es bei den Wahlen nicht klappt. Im Moment versucht sie sich als Sirene mit konservativen Gesang, nur hat sie dauernd Stimmbruch.

Ich glaube das funktioniert so nicht. Eine Politik zurück zu CDUpur ist nicht möglich, das zeigt das Beispiel CSU. Ich glaube das Wählerspektrum ist breitere geworden und zwar nicht nur in Fragen der Einwanderungspolitik. Im linken Spektrum träumt man von Verstaatlichung und Teile der Wähler würden heute kein Problem mit einer radikale Klimapolitik haben. Hinzu kommt auch noch die starke Einwanderung, die dazu führen wird, dass Millionen neue Wähler mit gänzlich anderen Vorstellungen bedient werden wollen. Oder wie kann man eine Zukunftspolitik machen, wenn die Wähler immer älter werden?

Die Frage scheint mir zu sein, wie eine Partei mehrere dieser Themen glaubwürdig abdecken kann. Übrigens, die ÖVP hatte bei den Wahlen 2017 nur 31% bekommen, Merkel hatte 32%. Was ich konkret meine? Könnte z.B. die AfD ihre Einwanderungspolitik mit Gleichberechtigung und digitaler Technik verbinden? Die Baden-Württemberg-Grünen sind erfolgreich links-alternativ und konservativ.

Das können Sie der Bundeswehr schenken, da läuft im Moment gar nichts. Die haben für die Waldbrände in Osthessen keinen Löschhubschrauber parat, der muss erst einsatzfähig gemacht werden. Vielleicht können die mit Ihrem Fahrrad Wasser dorthin fahren.

Ernst-Günther Konrad | Di., 23. April 2019 - 18:37

verehrter Herr Seils. Es gibt das alte Sprichwort: " Ertsens kommt es anders und zweitens als man denkt."
Ich habe inzwischen in vielen Medien etliche Artikel zu Spekulationen zu diesem Thema gelesen. Ich beteilige mich deshalb nicht daran. Nach meiner Ansicht hängt alles von der EU-Wahl und den vier Landtagswahlen ab. Solange bleibt die SPD auf jeden Fall in der Regierung. Sie wollen doch alle versorgt bleiben. Es herrscht Stillstand in der Politk.
Kleine Scheingefechte ja, aber nichts wirklich greifbares. Warum? Denen geht allen die Düse wegen des Abschneidens der AFD in der EU und bei den L_Wahlen. Niemand will Flagge zeigen, man weis ja nie, ob man nicht irgendwann gemeinsam eine Regierung konstruieren muss, nur um eine AFD irgendwo in Verantwortung zu verhindern. Ich schrieb schon einmal, AKK ist das vorgesehene Bauernopfer, wenn' s schief geht. Merkel zieht heimlich die Strippen. Da wird jemand kommen, der die "Lösung" bringen soll. Im Hintergrund wird er/sie bereits aufgebaut.

Dem stimme ich vollkommen zu. Außerdem wird die SPD unter keinen Umständen die macht freiwillig aus der hand geben, weil den GenossInnen klar ist, dass sie im Falle einer vorzeitigen Neuwahl unter die fünf Prozent rutschen könnten?! Wer sich auf die Linke Einheitsfront einlässt, kommt darin um. Willy Brandt hatte es seinerzeit nur etwas diplomatischer und deutlicher formuliert. Es wäre wünschenswert für unser Land, wenn die Phase des Nach-Links-Triften recht bald ein Ende finden würde, aber ob das mit Frau Kramp-Karrenbauer so wäre, steht in den Sternen! Ich vertraue da lieber auf Gottes weise Führung, denn letztlich gewinnt das Gute gegen eine menschenverachtende Ideologie des Marxismus immer wieder die Oberhand - siehe 1989 !

Es scheint für Herrn Seils nur 2 Alternativen zu geben: Schwarz-Grün oder eine Kombination unter grüner Beteiligung. Für beide Alternativen ist ein anhaltender Wirtschaftsboom erforderlich. Sobald sich die Wirtschaft abschwächt – und das ist bereits zumindest für 100-tausende Jobs in der Automobilindustrie absehbar – beginnt der Konkurrenzkampf der „abgehängten Industriearbeiter“ um die „Hilfsjobs“ mit den neu zugewanderten Menschen. Dann wird es auch die Eliten treffen, die um ihre gut bezahlten Jobs fürchten müssen.
Eine Alternative findet sich – wie in anderen Ländern - ganz schnell. Die früheren Volksparteien haben spätestens 2015 ihr uneingeschränktes Vertrauen verloren, insbesondere das zur Lösung von Problemen.

um es auf den Punkt zu bringen: Deutschland kann so nicht weitermachen. Die von Herrn Seils beschriebenen Alternativen blenden das Tabuthema aus:
Eine Koalition mit der AFD! In den neuen Bundesländern ist dies absolut möglich.
Mir geht diese ganze Schnappatmung in der Gesellschaft auf die Nerven, denn die gesamten Altparteien haben schon längst den Stillstand bewiesen, denn sie sind es die keine Antworten auf die Zukunft und den Kontrollverlust haben.
Mit Gesinnungspolitik lässt sich nun mal keine sachliche Politik nah am Volk machen.

Heidemarie Heim | Di., 23. April 2019 - 19:04

Richtig Herr Seils! Nur wie tief ist tief genug aus parteipolitischer Sicht? Seinen Stolz hat man ja schon vor und insbesondere bei der Regierungsbildung an der Garderobe abgegeben. Es ist doch schon lange keine Frage mehr in welchem Abschnitt die Mäntel zu hängen kommen und wer sie abholt, Hauptsache es kommen genug zusammen, das ein Erhalt des Jobs
der Garderobiere gerechtfertigt werden kann.
In dem einträchtigen Nebeneinander farblich abgestimmter Mode ist nahezu alles erlaubt, bis auf "Blau"! Und damit ist wohlgemerkt nicht der lustige smart-Tarif gemeint! Auch Schlümpfe müssen daher draußen bleiben! MfG

Norbert Heyer | Di., 23. April 2019 - 19:22

Wenn man diese politischen Konstellationen genau analysiert, kann es nur einen Schluss geben: Die amtierende Kanzlerin macht einfach weiter - und ich lasse mich nicht davon abbringen, dass Frau Merkel genau dieses plant. Nach den Vorhersagen ist nur eine weitere Machtsicherung der Union mit den Grünen als Koalitionspartner möglich. Die SPD ist ausgebrannt, die FDP zu wankelmütig. Hat die Kanzlerin nicht schon seit Jahren ihre Politik grün ausgerichtet, ist ihre Migration- und Energiepolitik nicht eine maßgeschneiderte Einladung für die Grünen als Koalitionspartner? Eines muss man Frau Merkel lassen: Sie denkt ihre Schachzüge wirklich vom Ende her, nicht zum Nutzen ihres eigenen Volkes, aber dafür ganz bestimmt für ihren Machterhalt. Sie wird ihre Partei zum geeigneten Zeitpunkt davon überzeugen, dass nur sie den Futtertrog für die Union sichern kann - und Frau AKK wird in diesem Ränkespiel eine Episode am Rande des Geschehens bleiben. Der Deutsche liebt eben das Beständige über alles.

Helmut Schmidt | Di., 23. April 2019 - 20:18

Antwort auf von Norbert Heyer

Stimme Ihnen vollends zu. Merkel will unbedingt mit den Grünen, und wird eine weitere Kanzlerzeit wollen. Alternativ geht sie in die EU, noch lieber zur UN.

Sabine Cavallini | Sa., 27. April 2019 - 17:50

Antwort auf von Norbert Heyer

Ja und viel später wird gefragt "wie konnte das passieren."

gabriele bondzio | Di., 23. April 2019 - 20:07

und auch nicht für ein politisches Linsengericht an die Union verkaufen,“...wenn Sie sich da mal nicht irren, Herr Seils. Für ein »Sozialstaatskonzept« wird Geld und davon nicht wenig gebraucht. Aber derzeit schlägt eher Nervosität bei den deutschen Unternehmen durch. Brexit, Handelsstreit,generell nachlassende weltweite Nachfrage lassen sich nicht wegreden.Die Industrieproduktion ist im Januar merklich zurückgegangen. Auch die sprudelnden Steuerquelle wird es nicht so weitersprudeln. Bei ZeitOnline unter Stellenabbau ist nachzulesen was hier 2019 geplant ist. Und es ist nicht wenig. Seit 2011 sind offiziell, mindestens drei Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert. Die Zahl dürfte inoffiziell weit aus höher liegen. Die Sozialkassen sind voll ausgebucht, wie lange nicht.
AKK steht in der CDU zwischen zwei Lagern. Sitz allso nicht fest im Sattel. Merkel ist für viele Wähler noch Garant für wirtsch. Stabilität. Bricht die weg, sind sie auch weg.

Bernd Muhlack | Di., 23. April 2019 - 21:23

Na klar: LORIOT!
Kürzlich schrieb ein Mitforist, dass er alle aktuellen Bilder von Frau Dr. Merkel, diese zurzeit immer noch amtierende Bundeskanzlerin (WIR, von Gottes und meiner eigenen Gnaden omnipotente, jedoch nicht immer omnipräsente, Herrscherin von Deutschland und Europa) bis zum Limit zoomen würde.
Ich erkundigte mich nach dem Zustand seines Flatscreens und nach dem Foristen himself; dieses Bild dürfte wohl das "finale grande furioso" sein, nicht wahr?
Es ist nur noch eine "hochnothpeynliche Sach" was WIR abliefern, darstellen.
Also: eine Frau, eine Tochter, viele tolle Freunde/innen und dergleichen. Wir sind natürlich nicht immer einer Meinung und das ist auch GUT so (WOWEREIT!)
Einige waren auf dem "Refugees-Welcome-Trip", mittlerweile rudern sie allmählich, stekum zurück … ohne es zuzugeben!!!

Herr Seils, ich könnte Ihnen zwei weitere, jedoch in der Tat kompetente Frauen nennen: Die Damen Wagenknecht und Weidel: "Gegensätze ziehen sich an", nicht wahr?
WHY NOT?

Also zunächst einmal – ohne jeden Sachbezug – ein Kompliment an Herrn Bernd Muhlack für seinen sprachlich makellosen Beitrag. Die Beherrschung von Rechtschreibung und Zeichensetzung ist nach 68 offenbar zu einer raren Kunstform geworden.
Zur Sache: eine Kombination der Dres. Wagenknecht und Weidel wäre in der Tat ein Lichtblick und zwar nicht nur in inhaltlich-akustischer, sondern auch in optischer Hinsicht. Zwei Klassefrauen, die wissen, worüber sie reden und die inhaltlich – insoweit stimme ich Ihnen, Herr Muhlack nicht zu – meines Erachtens keineswegs so weit auseinander liegen. Beide sind von hohem ökonomischem Sachverstand. Denn nicht ohne Grund hat Frau Wagenknecht doch erhebliche Probleme in ihrer eigenen Partei. Leider wird es bei einer interessanten Idee bleiben, schon allein wegen des „unbändigen Hasses der Mittelmäßigkeit auf das Besondere“. Der Hosenanzug sagt da dem mittelmäßigen Geschmack mehr zu.

Brigitte Simon | Di., 23. April 2019 - 22:05

Merkel wird auch eine unreguläre Legislatur- tragödie Nachdem sie noch solche Beliebtheits-
werte dank der Merkel-Bertelsmann-Stiftung erhält, läßt sie sich erneut als Kanzlerinkandi-
tatin aufstellen, lieber Herr Seils. Hoffentlich muß ich 2021 zu mir nicht sagen "Ich habe es ja ge-
wußt. Sie ist und bleibt Kanzlerin. Deutschland, unsere Heimat, hat sie noch nicht "ad acta" gelegt. Das erledigt sie mit grün oder rot, oder
gelb. Wie es ihr farblicher Instinkt zuläßt.

Petra Führmann | Di., 23. April 2019 - 22:29

und das nicht erst hier und heute, hat eigentlich nichts mit Politik und dem, wozu Parteien gewählt werden, zu tun; ich erkenne ausschließlich Selbstbeschäftigung zum Selbstzweck, Taktieren, Machterhalt um jeden Preis, um sich damit zu zum Selbstzweck zu schmücken. Von dem, was in Berlin eigentlich stattfinden sollte, sehe ich nichts. Und das von immer mehr Abgeordneten. Die Entscheidungen treffen ohnehin die Lobbyverbände. Und da es scheinbar um nichts anderes geht als darum, was man anstellen muss, um an der Macht zu bleiben, darf man sich fragen, weshalb sollte man diese Leute wählen?Dabei wäre die Antwort ganz einfach: Tut endlich Eure Arbeit, und macht sie gut. Aber es geht Euch nur ums Aussitzen, ums Be- und Verhindern.

Es steht hier aber auch zu lesen, dass die meisten immer noch Merkelfans sind, mehr als die Kritiker, und daher erneut meine Frage: Weshalb wählen? Vor allem, weshalb diese Parteien? Für mich der reine Alptraum. Aber ich gehe natürlich trotzdem hin.

herbert binder | Mi., 24. April 2019 - 16:12

Antwort auf von Petra Führmann

Von dem, was da stattfinden sollte, sehe ich genauso wenig,
liebe Frau Führmann. Und das wird sich auch in Zukunft
nicht ändern, völlig Wurscht, wem da mal die "Zügel" in
die Hände geraten. Deutschland ist auf Dauer unregierbar -
was das klassische, eigentliche, ursprüngliche Regieren
betrifft: das an der Verfassung (Grundgesetz) ausgerichtete.
Wer hätte dazu die Kraft? Es ist für mich insofern müßig, über Parteienkonstellationen zu spekulieren. Alles nur noch
"geradeso wie geradeso". Oder wie Jürgen Becker schon mal
kalauerte: "Dat is f'r misch persönlisch uninteressant." Die
Polizei wird weiterhin Unfälle protokollieren, das Finanzamt
Steuerbescheide ausstellen, vermutlich wird auch der
sorgfältig getrennte Müll pünktlich abgefahren - sowas wird
noch laufen. Aber sonst? Ich sehe hauptsächlich nur noch eine
Art von Verrottung. Allerdings wird Deutschland eins nach wie
vor erhalten bleiben: der Status eines Stückes Geographie.

Wolf-Dieter Hohe | Do., 25. April 2019 - 00:19

Antwort auf von Petra Führmann

@ Frau Führmann,
... dazu Bedienungsanleitung für Meinungsbildung und Abstimmungen. Für Ersteres werden Probeabstimmungen exerziert, für Zweiteres laufen Videokameras. Wofür auch immer eine Stimme erhoben, wird sie von der jeweiligen Gegenseite überschrillt. Dezibelmäßig. Nicht inhaltlich. Auf Zustimmung stünde Exekution de polit. = keine Plauderschauen , keine Interviews,keine Auschussposten bzw. Verlust all dessen.
Zähne fletschen gegen Rudelführer für jene die nichts mehr zu verlieren oder längere Zähne haben. Bleibt das Nebeneinander im Geschirr. Und schauen ob wer ins Stolpern gerät. Zwischendurch knallt eine Peitsche. Trifft hoffentlich nen Anderen. Entscheidungen fallen im Ausschuss, bei gerader Besetzungszahl und doppeltem Stimmrecht für den/die welcher/welche die Tagesordnung diktierte.
Die Verantwortung trägt... das Protokoll.

Wie kommen Sie Herr Hohe zum Handbuch praktischer politischer Arbeit im Bundestag? Das ist doch Verschlusssache oder? Kennen Sie einen Whisleblower? Bin ein bischen beigeistert von ihrem Kommentar.

Helmut Bachmann | Di., 23. April 2019 - 23:03

Die These vom Verlust der Mitte und dass die Hinwendung zum Konservatismus der Grund für die Verluste der CSU sei ist doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Die CSU hat wegen Merkel verloren, die Grünen von der SPD gewonnen. Die CSU regiert mit Mehrheit durch die Freien Wähler, die eigentlich auch zur CSU gehören. Schade wenn Autoren so sehr auf grüne "Narrative" reinfallen.

Yvonne Pfeiffer | Mi., 24. April 2019 - 09:15

Frau Clinton war auch schon "Präsidentin der USA" ! Zumindest in der deutschen Qualitätspresse.

Christoph Kuhlmann | Mi., 24. April 2019 - 09:41

Momentan wird sie eher von der Schwäche von CDU/CSU und SPD an der Macht gehalten. Niemand in diesen Parteien möchte die aktuellen Umfragen in einem Wahlergebnis realisiert sehen. Merkel hat einen Malus, die FDP weigert sich mit ihr noch einmal zu koalieren. Der Mann spricht aus Erfahrung. Die SPD hatte wohl ähnliche Erfahrungen, denn sie weigerte sich ja auch zuerst in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Da fallen dann schon mal ca. 25% weg. Ob die gegenwärtige Schwächer der CDU der Regierung oder AKK geschuldet ist lässt sich nur vermuten. Allerdings ist AKK bisher noch relativ unbekannt und wird von vielen Befragten gar nicht wahrgenommen. Alles hängt davon ab, ob die SPD sich traut angesichts miserabler Wahlergebnisse die Koalition zu beenden oder noch einmal kräftig draufsattelt und sich die Fortsetzung der Koalition teuer bezahlen lässt. Mit einem SPD - Finanzminister setzt das allerdings eine Gegenfinanzierung voraus. Ich tippe auf Letzteres und eine weitere Schwächung der CDU.

der CDU/CSU nach sich ziehen würde.
Es gibt in jeder Partei und je nachdem in der CDU/CSU Politiker, die daraus je auch versuchen würden, Kapital zu schlagen, aber jede Koalition - bei der AfD bin ich mir nicht sicher, weil es evtl. unberechenbare Fliehkräfte bzw. Positionen gibt - kann eine Stärkung parlamentarisch-demokratischer Politik in Deutschland sein und damit evtl. eine Schwächung Merkels.
Persönlich interessiert mich Frau Merkel nicht, als amtierende Kanzlerin ist man aber notgedrungen mit ihr befasst.
Ich weiss nicht, was Juncker glaubt zu sehen, ich persönlich halte überhaupt nichts von ihr.
Aber ich setze auf Sachverstand und Integrität der CDU/CSU, wie auch der meisten anderen Parteien, selbstverständlich auf die SPD.
Die AfD ist mir zu sehr Protestpartei, dann aber auch zu fokussiert national-konservativ UND national-liberal, zeigt kaum Nähe zu anderen Parteien als der CDU/CSU.
Ich fremdle stark mit ihr, sehe aber kein Recht, sie auszugrenzen.

da sind wir uns sicher, dass nicht Frau AKK diejenige ist, an der sich Frau Merkel jetzt ausrichtet?
Man schaue auf Körperhaltung und seit wann hat Merkel die Hände in den Hosentaschen?
Man neigt unwillkürlich dazu, Haltungen des Gegenüber anzunehmen.
Auch mit zunehmendem Alter?

Europa ist eine Kultur- und Wertegemeinschaft. Die selbsternannte Moral-Elite kann Geschichte klittern, aber wegleugnen kann sie diese nicht! Nicht ohne Grund sprach Alt-BP Köhler für den Gottesbezug in der EU-Verfassung: „Wir brauchen eine ethische Grundlage … Das Christentum weist uns auf den richtigen Weg.“
Wer weiß denn heute noch, dass die Europafahne mit den zwölf goldenen Sternen ein mit Fleiß gewähltes Motiv aus der Bibel ist (Offenbarung 12,1)?!
Steht die CDU heute nicht mehr für den Bezug zur christlichen Tradition, sondern zur
Verwässerung unserer Werte? Ehrlicher wäre doch vielleicht für die CDU (und CSU?), das C gegen ein I (für Islam) einzutauschen?!

Sehr geehrte Frau Dorothee Sehrt-Irrek,
ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber wie kommen Sie zu der Annahme, dass diese Parteien mit Sachverstand arbeiten?
Und die AFD eben nicht?
Als Ökonom muss ich doch irgend wie was falsches gelernt haben !?
Seit Jahrzehnten regieren(sind an der Macht)diese, ohne das für das einfache Volk auch nur ein Dukaten raus springt. Wäre der einfache Bürger an dem Wachstum der letzten 20Jahre beteitigt gewesen(was ja allen in den 90-ern versprochen worden ist), so hätte sich jeder Bundesbürger seinen "After" vergolden lsssen können. Aus den "versprochenen-Ost wie West" ist nur die Arbeit für wenig Lohn & unmöglichen Arbeitsbedingungen für die einfachen Unternehmen geworden. Die Vorgehensweise der Politik und Ihrer Säulen der Macht ähnelt sehr der Art & Weise der DDR. Und dies auf allen Gebieten, nicht nur der Grenzsicherung, wo nach vier Jahren immer noch Flüchlinge mit verloren gegangenen Papieren zu uns nach Deutschland kommen.
(Teil 1)

Koalition zurück, weshalb ich ganz besonders an der SPD festhalte.
Den Euro, Europa etc. hat die SPD alias Gabriel gemanagt. Merkel stand immer daneben.
Sobald es um wichtige korrespondierende Politik im Inland ging, war Merkel schnurstracks an der Seite "ihrer Mannen" oder sagte gar nichts.
Für den Euro und die EU mußte die SPD die Prügel einstecken, Merkel war nach einer dezenten Pause des SPD-Bashings, dann die große Europäerin.
Was soll ich groß erzählen.
Ich halte Merkel für eine politische Katastrophe.
Sie ist der Grund, warum ich nachvollziehen kann, dass es die AfD gibt.

Erinnern möchte ich Sie, Frau D. Sehrt-Irrek auch daran, dass Ende der 90-er Jahre damals von SPD & CDU wie Grüne versprochen wurde, den Fiskalpakt einzuhalten. Wenn man sich als Ökonom diese Schuldenberge ansieht, dann können diese Menge an Geld vom "kleinen Mann" nur Kopfschüttelnd wahr genommen werden.
Hinzu kommt, ja - Ihr (die etablierten Parteien) legen & leiten die Grundlagen für eine saubere Welt so, dass sich unsere Erde vom "Wirtschaftswachstum" erholt. ;-). Das Gift wird jetzt in Asien produziert & entsorgt.
Applaus für den Umweltschutz.
Aber die etablierten Parteien nehmen ja eine Menge Geld in die Hand, damit unsere Zukünftigen Fachkräfte "Alle" ordentlich ausgebildet werden, damit Sie dann in die "Hand" spucken" können, um dann alles "Richtig" zu machen, vom Umweltschutz bis Wirtschaftswunder.
Bei einem weiteren Aspekt sollten Sie mal hin schauen! Eine hohe, überwiegende Zahl der AFD-Mitglieder haben fertig studiert & kommen aus der CDU und SPD.

Wie würden Sie, Frau D. Sehrt-Irrek den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt aus heutiger Sicht einschätzen?
Würde er vielleicht heutzutage auch als ein "Rechter" gelten?
Wie Sarazin?
Ich bin in der DDR groß geworden & es gab auch dort viele gute Lösungen. Das Hauptproblem der Linken Ideologie ist ja nicht die Analyse (siehe Sahra Wagenknecht), sondern dass überall auf der Welt das "linke Gedankengut" nicht mit Geld umgehen kann. Das Wort "sparen & Gerechtigkeit" bedeutet für das linke Gedankengut (Ausdrucksform ist die zentralistische Vorgehensweise) und bedeutet in Wirklichkeit "Enteignung" & "Ausgrenzung der Argumente".
Sehen Sie vielleicht eine Parallele?
Um eine Sache besser zu verstehen, sollten Sie es mal wie "Einstein" versuchen. Der Blickwinkel eines Betrachters kann zu ganz anderen Ergebnissen führen.
Hochachtungsvoll (da Sie keine Person sind, der es um Argumente geht, und nicht um das "fertig machen" der anderen Anschauung)
Ronald Lehmann

nicht immer glücklich.
Das Entscheidende war aber m.E. meist Merkels einsame Entscheidung, die ich nicht als eine kluge Zusammenführung der SPD und CDU/CSU Argumente empfand.
Ich erinnere nicht mehr die einzelnen Punkte, kann nur sagen, dass da, wo ich mal auf den Sachverstand der CDU stärker setzte, Merkel im Laufe der Zeit die SPD noch links überholte, sie sehr oft gar nichts machte, selbst wenn sich die Parteien stritten, so dass keine wichtigen Weichenstellungen und Entscheidungen fielen, sondern alles nur ablief, wo Politik gefragt war.
Wenn dann alles in den Brunnen gefallen war, "täuschte Merkel zwar rechts/konservativ an", setzte das aber nie im Sinne der CDU/CSU um.
Zusammengefasst hatte die CDU/CSU in den letzten Jahrzehnten keine Kanzlerin, eigentlich nicht einmal die SPD.
Dadurch entstand der Eindruck, dass Politik versagt. Dem war nicht so, alle Argumente waren vorhanden, Entscheidungen möglich.
Ich resümmiere also wie folgt: Merkel wollte es genau so.
Ich nicht

Vielleicht ist das eine sinnvolle Weise des Umgangs mit Frau Merkel, dass man nicht darauf schaut, wie andere Politiker bislang Entscheidungen trafen und kommunizierten, sondern als Fan von ihr die Entscheidungen akzeptiert und sich zu ihr gesellt?
Deshalb sind die vielen Kommunikatoren der Merkelschen Politik für Alle diejenigen notwendig, die die Entscheidungen entweder nicht nachvollziehen, nicht verstehen können oder aber darüber diskutieren möchten.
Im nicht klinischen Sinne! könnte bei Frau Merkel eine Art "politischer Autismus" vorliegen?
Hohe Intelligenz wird ihr von sehr vielen bescheinigt, zu denen ich nicht gehöre, hinauslaufen wird es aber doch darauf, ob Menschen sich mit Frau Merkel solidarisieren und ihre Sicht für sie vertreten?
Mit denen müssen Diskussionen möglich sein und andere Sichtweisen sowieso.
immerhin spricht diese Sicht Frau Merkel frei von jeder Form von Narzissmus oder einer narzistischen Kränkung.
Sie ist halt so?
Aber kann Politik so funktionieren?

sich politisch bewegen, wenn er auch zuviel von sich selbst bewegt war.
Er konnte eine Linie vertreten.
Das Problem mit ihm war weniger seine lange Regierungszeit als so manche seiner Überzeugungen.
Ich kenne keine einzige Überzeugung, keine Programmatik von Merkel.
Lange Zeit dachte ich, sie wolle sich nicht angreifbar machen. Das sicher auch, aber da Sie Frau Wagenknecht ansprechen, ich denke an eine Regine Hildebrandt, Christine Bergmann etc., jede von ihnen hätte Rede und Antwort stehen können und vermutlich nicht wieder aufgehört.
Ich verstehe nicht, was eine Person Merkel in der Politik will.
Da hätte sie doch lieber "Jesus" und "Göttin" versuchen sollen.
Ich habe die DDR gleich ab dem Fall erlebt und früher auch ein, zweimal.
DDR-Fernsehen habe ich immer gesehen, mal mehr mal weniger.
Bitte sehen Sie es mir nach, ich dachte, dass die Intelligenz geflohen wäre.
Ich habe dann vor allem wegen Christa Wolf gemeint, dass sie sich nicht entfalten konnte.
Der Osten lebt

Zuerst einmal vielen Dank für Ihre aufrichtige Antwort, Frau D. Sehrt-Irrek.
Glauben Sie wirklich, dass nur eine Frau Merkel Schuld an dem Versagen bei SPD & CDU hat.
Ich wähle immer über mein Gefühl, aber 2005 hatte ich nicht wieder Herrn Schröder gewählt, sondern die CDU, obwohl ich damals schon nicht verstanden habe, warum Sie so eine Karriere in der CDU macht.(Heutzutage habe ich Gedankengänge, die zu den Verschwörungstheorien gehören). Aber beim letzten Parteitag der CDU höre ich noch immer die Klatschorgie wie zu Honeckers Zeiten. Und es sind genau diese Menschen (egal welche Partei), die die Steigbügelhalter für "Unangenehmes" & "undemokratisches" sind.
Das bedeutet für jeden einzelnen, dass man Konsequent in seiner Haltung sein sollte. Und dies bedeutet, dass man dieses Spiel nicht mit macht und den anderen zu erkennen gibt: "diese Meinung teile ich nicht".
Man Vater z.B. war mit allen Konsequenzen bei der Zwangsvereinigung aus der SPD ausgetreten.

Wenn man bedenkt, der Osten die Wiege der Sozialdemokratie...
Da geht doch noch was, aber es wird schwer werden.
Gleichwohl erkenne ich aus Ihrem Beitrag, dass Sie ein Vorhandensein der Sozialdemokraten nicht nur für möglich halten, sondern ihr zumindest familiär einmal zurückliegend nahestanden.
Ich kann Ihnen sagen, es beisst die Maus keinen Faden ab, wenn man konstatiert, dass im Forum überwiegend AfD-Wähler schreiben, ich dadurch verstehe, dass es sie gibt, aber auch im Abgleich nicht übereinstimme.
Im Osten gab es keine liberale, wohl aber eine nationale Identität, sonst wären wohl alle ausser den Regierenden und ihrem Umfeld abgehauen.
Letzteres war nicht möglich, eine liberale politische Identität konnte nicht gelebt werden, nur das meist innere Kämpfen um Freiheit.
Das macht für mich summa summarum die Stärke der AfD, die hinzugewinnt dadurch, dass das Konservative nur eine kleine Geschichte in der DDR hatte und Merkel "alles aus der CDU treibt, das nicht ist wie sie"?

Willy Ehrlich | Do., 25. April 2019 - 12:41

Alle Spekulationen über künftige Regierungsmehrheiten sind Makulatur, wenn die AfD zur Europawahl - womit ich persönlich rechne - zwischen 20 und 25 Prozent bekommt. Da führt die Schnappatmung zu alsbaldiger Bewusstlosigkeit.

Wolf-Dieter Hohe | Mo., 29. April 2019 - 18:47

@ Herr Konrad
...lag im Briefkasten.
Absender: "Frusti" ohne Geschlechtsangabe.
Ich wurde wohl für einen Journalisten gehalten.
Habe sofort Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Geheimnisverrat erstattet.
Wurde eingestellt wegen Mangels an öffentlichem Interesse.
"Real"-Satire ist die einzige Alternative zu Cocaine oder ....... Spahns Sterbehilfe :-)