Arbeiterwohlfahrt Frankfurt - Das System Feldmann

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann kämpft um sein politisches Überleben. Seine engen Beziehungen zur Arbeiterwohlfahrt könnten den Sozialdemokraten das Amt kosten. Für die SPD wäre das ein Desaster. Die Awo kämpft angesichts des grassierenden Postengeschachers um ihren Ruf

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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann muss sich Fragen zur Awo stellen lassen / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Gräber hat die Awo-Affäre für die Frankfurter Neue Presse aufgedeckt. Heute arbeitet er bei den Badischen Neuesten Nachrichten.

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Daniel Gräber

Im Kaisersaal des Frankfurter Rathauses trafen wir uns 2017 das erste Mal. Die römisch-deutschen Herrscher vergangener Jahrhunderte blickten von den holzvertäfelten Wänden herab. Peter Feldmann trug seine goldene Amtskette um den Hals. Er hatte gerade in einer Rede die traditionelle Weltoffenheit der Händlerstadt Frankfurt gelobt, in der Konflikte seit jeher durch friedlichen Interessenausgleich gelöst würden – durch ein Geben und Nehmen.

Als Lokalreporter war ich neu in der Stadt. Feldmann beantwortete meine Fragen freundlich lächelnd und sehr ausführlich. Nur sprach er so leise, dass ich ihn kaum verstand. Ich musste sehr eng an ihn heranrücken, dadurch entstand ein unangenehmes Gefühl der Nähe. Diese Nähe ist wesentlicher Teil seines Systems. Nun ist es ins Wanken geraten.

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Martin Hansen | Fr, 13. Dezember 2019 - 13:55

Wenn die AWO an der Vielzahl von Flüchtlingsheimen der letzten Jahre finanziell maßgeblich partizipiert, und eine enge Verknüpfung zur SPD besteht, stellt sich die Position der SPD in der Flüchtlingspolitik plötzlich in einem völlig anderen Licht dar.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 13. Dezember 2019 - 14:25

das es die AFD erstmals öffentlich machte und die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten als rechtspopulistisches Gedankengut von den anderen Parteien abgetan wurde. Wenigstens sind Sie so fair Herr Gräber und erwähnen das in ihrem Artikel. In der örtlichen Presse hier bei uns im Rhein-Main-Gebiet kommen täglich neue Details heraus zur SPD-Versorgungsanstalt AWO. Mein Mitgefühl gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, die Zeit, Geld und Engergie in eine soziale Tätigkeit einbringen und von den Verwantwortlichen so getäuscht und hintergangen wurden. Natürlich weis der Ehemann Feldmann nicht, was seine Frau verdient, das sie einen "Dienstwagen" hat und wer an welcher Stelle die Rädchen dreht. So ein OB hat da wichtigeres zu tun. Die Erzieherinnen und Leiterinnen von Kita's die ich kenne, die lehnten alle Dienstwagen ab, die ihnen die klammen Kommunen anboten. Haben Sie eigentlich die Wohnung bekommen Herr Gräber? Ich denke mal nein, sie hatten wohl Charakter und sich nicht darauf eingelassen.

Tomas Poth | Fr, 13. Dezember 2019 - 14:28

Amtsmißbrauch oder wie nennt man das noch? Oder Bonzokratur oder das sozialdemokratische Halleluja singen und die eigenen Taschen voll streichen.

Wolfgang Tröbner | Fr, 13. Dezember 2019 - 14:49

Feldmann nicht. Ein Mann mit Ehre und Anstand hätte längst sein Amt zur Verfügung gestellt, wenn er mit derartig gravierenden Vorwürfen konfrontiert worden wäre und wenn er nicht vermocht hätte, diese Vorwürfe zu entkräften. Aus Respekt vor dem Amt. Oder was Politiker in solchen Fällen gern von sich geben. Feldmann ist halt nur ein typischer Bonze, der versucht, sich wegzuducken. Ein Raffke, dem das Portemonnaie und Privilegien viel wichtiger sind als Moral und Anstand. Und man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass er, so wie er sich der Öffentlichkeit jetzt präsentiert, ein typischer SPD-Bonze ist. Wasser predigen, aber selbst nur Wein saufen. Die Wähler merken es und wollen solche Typen und Parteien nicht mehr. Wundert sich noch da noch einer, dass die SPD am Abgrund steht?
Ich danke Cicero, dass die Causa Feldmann nicht so ganz aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit verschwindet. Solchen Raffkes darf man es nicht zu leicht machen.

Gisela Fimiani | Fr, 13. Dezember 2019 - 15:35

In einem Staat, den sich die Parteien längst „zur Beute“ gemacht haben, sollten uns derartige Skandale nicht mehr überraschen. Wir Untertanen werden von einer neuen politischen und medialen Kaste regiert, die mittels Selbstermächtigung, sowie Selbstüberhebung ihren Souverän längst zum Gattungswesen degradiert hat.

Willy Ehrlich | Fr, 13. Dezember 2019 - 16:12

Vielleicht recherchieren Sie zur Ergänzung mal die Stichworte "Hamburg" und "Neue Heimat". Sicherlich gibt es in den Archiven noch genügend "Vergleichsmaterial".

Hans Krüger | Fr, 13. Dezember 2019 - 17:01

Was für eine Geschichte wie ein selbsternannter Anwalt des kleinen Mannes letztendlich diesen in
einem Partei Filz System belügt und betrügt.
Es ist in solchen Positionen zu einfach Steuermittel zu missbrauchen und unter den Genossen zu verteilen.

Klaus Ramelow | Fr, 13. Dezember 2019 - 18:32

nicht um finanzielle Zuwendungen.
Bei solchen Beratungen gilt es (auch in Hamburg) als selbstverständlich, dass Zuwendungen für die Awo nicht hinterfragt werden.

gabriele bondzio | Sa, 14. Dezember 2019 - 08:39

„Rufen Sie mal Herrn Junker an und sagen Sie ihm einen Gruß von mir“...ist eine typisch-hoheitsvolle Geste und auch so eine Art Bestechung. Da kann man sich als Leser auch locker mehr vorstellen. Mal abgesehen davon, dass Herr Feldmann schon das zweite Mal dem Verdacht der Begünstigung ausgesetzt ist.
Die SPD ist momentan nicht zu beneiden, siehe auch Esken. Aber wer hochmoralische Debatten vom Zaun bricht, muss sich auch der Messlatte stellen.

Ms Frei | Sa, 14. Dezember 2019 - 13:15

Korrupte linke Bonzen.
Wundert das irgend jemand?
Wasser predigen, Wein saufen -und vor allem anderer Leute Ged ausgeben.

SIehe RRG Berlin.
SPD? Norbert wer? Saskia mit der Qualifikation einer nervtötenden Elternsprecherin?

Bei solchem Personal braucht man keine poltischen Gegener mehr.

dieter schimanek | Sa, 14. Dezember 2019 - 17:15

....funktioniert in Köln prima, da wird doch eine reiche Stadt wie Frankfurt das locker aushalten können. Eigentlich ein feiner Zug wenn man seinem Nächsten gedenkt, gerade zu Weihnachten. Ist mir trotzdem nicht so ganz sympathisch aber immer noch lieber, als wenn man 1,5 Mill. Nichtberechtigte in unsere Sozialsysteme integriert.

dietmar thorhauer | Mi, 18. Dezember 2019 - 11:47

Nahezu die gesamte Politikerkaste, insbesondere die linksgrüne, leidet durch das ständige Drehen des Kopfes nach "rechts" bereits an ausgeprägten HWS- Syndromen und ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung tut es ihnen gleich. Während permanent die Furcht vor einer unmittelbar bevorstehenden Machtübernahme durch die "Rechten" geschürt wird, lassen es sich die salonlinken Heuchler richtig gut gehen, füllen sich die Taschen und kommen ihrem Ziel, diesen Staat zu ihrem zu machen, immer näher.