Cicero im November - Kanzler gesucht

Wer in der Union kandidiert für die Kanzlerschaft? Dieser Frage gehen wir unserer November Ausgabe nach. Neben Annegret Kramp-Karrenbauer gibt es vier mögliche Gegenkandidaten. Und obwohl das Rennen offen ist, ist eine Tendenz zu erkennen

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Wer wird der Kanzlerkandidat der Union?

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Sie habe nur ein knappes Jahr, um sich zu behaupten und von der Kanzlerin freizuschwimmen: Das sagten im November vergangenen Jahres auch jene, die sich gefreut hatten, dass Annegret Kramp-Karrenbauer sich in einem Dreikampf als neue Vorsitzende der CDU durchgesetzt hatte.

Dieses Jahr ist vorbei, und die Nöte der AKK sind größer, nicht kleiner, ihre Spielräume kleiner, nicht größer. Emanzipationsversuche gegenüber Angela Merkel blieben im Ansatz stecken, Fehler kamen dazu, die Fäden der Macht hält immer noch die Dame im Kanzleramt in der Hand, die inzwischen ihre Enttäuschung über ihre vormalige Wunschkandidatin streuen lässt – nebst dem Hinweis, dass sie schon allein klarkommen müsse, wenn sie denn die Eigenschaften nachweisen wolle, die es für eine Kanzlerschaft braucht.

Damit könnte AKK als jüngstes Opfer auf dem großen Friedhof landen, den Angela Merkel in der CDU nach und nach mit Gräbern bestückt hat. Zur historischen Wahrheit gehört ohnehin, dass AKK in dem Moment als ihre Lieblingskandidatin ausgerufen wurde, als eine Dame namens Ursula von der Leyen zu viele Ambitionen auf das Kanzleramt an den Tag legte.
AKK war also seinerzeit eine handliche Bowlingkugel, um eine Kontrahentin wegzukegeln. Jetzt ist sie selbst ein Kegel, der bald fallen könnte.

Ein offenes Rennen

Umso mehr recken andere das Kinn. Die Kanzlerkandidatur wird AKK von mindestens vier Kontrahenten streitig gemacht. Wer von ihnen wird der nächste Kanzler?, fragt sich Cicero auf dem Titel dieser Ausgabe und bietet dazu vier Cover im Handel an. Nicht, weil wir unentschieden wären, sondern weil das Rennen offen ist. Allerdings haben wir einige Exemplare mehr mit Armin Laschet auf dem Titelbild drucken lassen als mit Markus Söder, Friedrich Merz und Jens Spahn. Wer mag, darf darin einen Hinweis auf den von uns, Stand heute, angenommenen Ausgang sehen.

Neben unserer Reportage aus dem Bauch der Union kommt einer zu Wort, den die Kanzlerin im Lauf der Jahre in der CDU auch beiseitegedrängt hat: Roland Koch macht sich Gedanken über die Schwäche der CDU und benennt bei der Suche nach der Verantwortung dafür auch Ross und vor allem Reiterin. Ohne zu viel zu verraten: Sie heißt nicht Annegret Kramp-Karrenbauer.

Lesen Sie hier die Titelgeschichte des aktuellen Cicero.

IllustrationDieser Text ist in der November-Ausgabe des Cicero, die Sie am Kiosk oder direkt bei uns portofrei kaufen können.

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Außerdem in dieser Ausgabe: „Die Partei hat immer recht – In immer mehr Städten regieren parteilose Bürgermeister. Haben Parteilose Chancen im Bundestag?“

„Stolz und Vorurteil – Eine Reise durch den Südwesten der Vereinigten Staaten zeigt: Kaum ein Trump-Anhänger lässt sich von den Skandalen des amerikanischen Präsidenten beeindrucken“

„Europäische Entgleisungen – Trotz Klimadebatte scheitern die EU-Staaten bei einem zukunftsfähigen Eisenbahnnetz“

„Doch die Idee war stärker als ich“ – Die Bestsellerautoren Sebastian Fitzek und Peter Prange im Gespräch

Brigitte Simon | Di, 29. Oktober 2019 - 15:32

Mein Wunsch ist die erforderliche und vor allem erfolgreiche Männerquote innerhalb der Regie-
gierung. Nach gründlichen Reserchen ist der
absolute Feminismus nicht unbedingt ein Gewinn.
Siehe Merkel, AKK, von der Leyen (aussortiert)
Bär(?), Klöckner usw. Nicht zu vergessen Merkels
QuotenBildungsministerin Anja Karliczek - ehemals tätig als Bankkauffrau und Hotelkauffrau - .

Nun nehmen sich die Feministinnen das EU-Parlament vor. Feministinnen an die Brüsseler
Front!
Ich plädiere für den erforderlichen Maskulismus.
Maskulismus für Merz, Koch! Sie haben die
Chance, aus dem zweigeteilten Deutschland
eine Einheit wieder herzustellen.

Klaus Peitzmeier | Di, 29. Oktober 2019 - 15:45

Sg H. Schwennicke, ich hoffe u glaube, daß es ganz anders kommt. Zuerst einmal gehört es sich, daß man sich bei Angela Merkel bedankt. Sie hat DE etliche Jahre unaufgeregt, ohne Profilneurose u Effekthascherei allseits anerkannt gut vertreten.
Das mit den Migranten sieht sie heute vielleicht auch etwas anders. Vielleicht war es unvermeidbar. Daß nun der "Andenpakt" seine Chance sieht sich zu revanchieren, ist zwar verständlich aber jämmerlich. Eigentlich gibt es nur zwei Personen die die charakterliche Eignung besitzen, in Merkels Fußstapfen zu treten. Daniel Günther u Jens Spahn. Beide sind sachlich, stur, fleißig, haben eine eigene Meinung, sind unaufgeregt u keine eitlen Schaumschläger.
H. Merz gibt leider immer zu früh auf u bietet durch seine politische u berufliche Vergangenheit zu viel Angriffsfläche. H.Söder soll sich erst mal in Bayern beweisen u H.Laschet zeigt in NRW auch nur durchschnittl. Qualitäten. AKK wäre gut beraten einzusehen, daß Kanzlerin eine Nr. zu groß ist.

Günter Johannsen | Di, 29. Oktober 2019 - 16:39

Ein Kanzler-Kandidat muss nicht nur die eigenen Mitglieder begeistern und motivieren. Wichtiger ist Akzeptanz und Ausstrahlung auf die Wählerschaft. CDU/CSU werden sich nicht erholen können, wenn sie sich nur noch auf ihr Feindbild AfD konzentrieren. Die Wähler im Osten erkennen sofort, dass es den Parteien nur noch darum geht, eine mächtige Konkurrenz auszuschalten, nicht "um der Stadt Bestes"! Wichtig ist nicht die Gunst der Parteimitglieder für einen bestimmten Partei-Apparatschik, der nur verwaltet statt zu regieren, sondern dass Fokus und Wertschätzung wieder auf dem Souverän - dem Volk - liegt. Nur daran werden Parteien gemessen. Wer die eigene Bevölkerung permanent ignoriert, weil er sie offenbar nicht für kompetent hält, wird nicht mehr gewählt! Demokratie ist, wenn der Souverän entscheidet!

Maria Fischer | Di, 29. Oktober 2019 - 20:04

Never.
Er gehört zur engsten Merkel Entourage.
Wenn sie fällt, fällt er auch.
Die CDU wird "Schuldige" brauchen um das Ruder glaubhaft umreißen zu können.
Wenn ich Herrn Laschet höre oder sehe, denke ich immer an Karl Lagerfelds Zitat:
„Ich misstraue kleinen Männern. Sie sind von allen die boshaftesten, verbittertsten, nachtragendsten, die es gibt.“
Trifft nicht auf alle zu aber auf sehr viele.

Brigitte Simon | Mi, 30. Oktober 2019 - 08:34

Auch dieses Fiasko übersteht Merkel. In ihr "schlummern" ungeahnte dämonische
Machtgelüste. Als Schutz für sich wählte sie
AKK. Merkel bestimmt ihr eigenes Ende.
Sie wird als Alphatier das von ihr zerstörte
Deutschland sich selber überlassen.

Werner Peters | Mi, 30. Oktober 2019 - 09:57

Verstehe die ganze Diskussion nicht. Die CDU verliert seit 2015 eine Wahl nach der anderen, verliert gut ein Drittel der Stammwähler und ist mitnichten mehr Nummer Eins. Aber man diskutiert über die K-Frage. Das ist so, als würde jemand, der in H4 abrutscht, schnell noch einen Porsche bestellen.

Tonicek Schwamberger | Mi, 30. Oktober 2019 - 14:52

... die Titelgeschichte ist unter dem Link: " Lesen Sie hier die Titelgeschichte . . ." nicht abrufbar - bin enttäuscht !!!

Susanne Dorn | Do, 31. Oktober 2019 - 22:09

Die CDU-Kanzlerin Merkel hat in verschiedenen Regierungskoalitionen dem deutschen Volk in 14 Jahren einen Gesamtschaden von 10 Billionen Euro zugefügt (täglich 2 Mrd. Euro!). Allein uns Sparern ist ein Zinsschaden seit 2010 von 358 Mrd. Euro entstanden. Ein „freischwimmen“ ist nicht mehr möglich, denn der Schaden bleibt bestehen!

Ich kann mich nicht erinnern, von diesen vier angeblichen CDU-Kanzlerkandidaten jemals eine Kritik dieser, in der deutschen Geschichte beispiellosen Enteignung unseres Volkes, gehört zu haben.

Die CDU ist schon aus diesem Grund unwählbar! Daran wird auch ein Friedrich Merz (BlackRock!) nichts ändern, denn es werden lediglich Köpfe ausgetauscht. Die Strategie zum Nachteil unseres Volkes, unseres Landes und Europas, wird die selbe bleiben. Egal, wer der Kandidat der CDU ist…

Die mächtigen Strippenzieher wechseln nur die Marionetten in den etablierten Parteien aus!

Günter Johannsen | Fr, 1. November 2019 - 11:15

Die Hetzkampagn gegen Friedrich Merz ist im vollen gange, wie zu erwarten war. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Merkel, die das Land spaltete in ihrer Amtszeit mit ihrer "Modernisierung" der CDU, die in Wirklichkeit eine Ausrichtung nach links war, hat das Land in zwei große Lager gespalten: in gute linke Menschen (auch mit meinem gewissen Unterton als Gutmenschen bezeichnet) und böse rechte Menschen (die eine eigene andere - eigene - Meinung haben)!
Das hatte der CDU bisher geholfen, an der Regierung zu bleiben. Nun hat sich das Blatt gewendet und immer mehr unabhängig denkende Menschen beugen sich nicht mehr der linken Dominanz und Vorherrschaft. U nd das ist gut so. Friedrich Merz ist der Hoffnungsträger für eine Rückkehr der Demokratie und des Rechtsstaates. Muss er deshalb jetzt im großen Stil angefeindet werden? Dabei geht es diesen Linnemanns, Günthers und Röttgens nur um ihren eigenen hochbezahlten Sessel, den sie mit einer Kanzlerschaft von Merz verlieren könnten?