Wird er der nächste Regierende Bürgermeister? Kai Wegner (CDU) / picture alliance

Die Berlin-Wahl und ihre Folgen - Ein Gewinner ohne Strategie im Haifischbecken der Verlierer

Am vergangenen Sonntag erlebte Berlin ein politisches Erdbeben. Händeringend suchen die Parteien nun nach einer überzeugenden Erzählung, wie sich aus den Ergebnissen ein Regierungsauftrag herauslesen ließe. Der Kampf um das Amt des Regierenden Bürgermeisters ist längst eröffnet.

Autoreninfo

Jens Peter Paul war Zeitungsredakteur, Politischer Korrespondent für den Hessischen Rundfunk in Bonn und Berlin, und ist seit 2004 TV-Produzent in Berlin. Er promovierte zur Entstehungsgeschichte des Euro: Bilanz einer gescheiterten Kommunikation.

So erreichen Sie Jens Peter Paul:

Drei Tage nach Schließung der Berliner Wahllokale hat sich der Pulverdampf aus der kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung der Kandidaten noch nicht verzogen. Vielmehr vernebelt er nun sogar die Köpfe der Präsidien und Vorstände hinter verschlossenen Türen, so schwer fällt es ihnen, von den eigenen Parolen umzuschalten auf Realpolitik. Verbissen bis verzweifelt suchen sie nach einem Narrativ, wie sich aus den Resultaten ein erneuerter oder ein neuer Regierungsauftrag herauslesen ließe, eine Erzählung, die nicht Stunden später schon in Hohngelächter von Medien, Bevölkerung und Konkurrenz untergeht oder an den Tatsachen vor der Tür zerschellt.

Angetestet wurde bereits einiges – funktioniert hat bisher nichts. Auch nicht bei der CDU übrigens. Der folgende Beitrag kann damit nur eine erste und sehr vorläufige Zusammenstellung der Daten, Ereignisse und Äußerungen sein, wie sie auf uns seit Sonntag 18:01 Uhr niederprasseln – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder gar so etwas wie Objektivität. Dazu ist die Entwicklung noch viel zu ungewiss.

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Karl-Heinz Weiß | Mi., 15. Februar 2023 - 11:29

"Eine vierte linke Partei braucht niemand " - perfekt auf den Punkt gebracht. Und eine Partei, deren langjährige Kommunalpolitikerin und kurzzeitige Militärexpertin sowohl den Kanzler als auch den potentiellen Koalitionspartner übelst beschimpft, auch nicht. Eine freiheitliche Partei mit Alleinherrscherallüren an der Spitze ist schlicht überflüssig- "isch over, Lindner".

Albert Schultheis | Mi., 15. Februar 2023 - 11:44

Rot-Grün-Rot hat gewonnen! Trotz Abrissbirne, Kahlschlag und Gedönse. Der Wähler will das so bzw lässt das so geschehen, ohne Mucken. Und eine CDU? Ich bitte Sie, die haben unser Land 16 Jahre ang ausgesaugt, kaputtgespart, durch Mismanagement ruiniert - sowohl in der essentiellen Infrastruktur als auch in den politisch-demokratischen Mechanismen. Sollen die jetzt die Roten ersetzen in dem endzeitlichen Trio - oder die Roten? Ich bitte Sie, Herr Paul, das ist doch sowas von egal. Weiter so ... bis der Souverän mit der Schnauze durch den Dreck rutscht.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 15. Februar 2023 - 11:53

Nun machen Sie aber mal halblang, Herr Paul.
Ich bewerte die politische Situation anders als Sie, das macht aus mir noch keinen Haifisch.
Sicherheitshalber schaute ich mir aber nun den Wikibeitrag zu Herrn Wegner an.
Er kommt sympathisch rüber und ich betone, dass meine Analyse, nebst Schlussfolgerungen daraus, aber auch gar nichts zutun hat mit der Person Kai Wegner.
Herrn Wegner und Frau Giffey kann ich mir gut zusammen vorstellen und wenn er sich an seine Aussagen hält, ist ein Zusammengehen von CDU und SPD sicher möglich, zumal ich Frau Giffey überhaupt nicht machtorientiert sehe.
Jedoch geht es m.E. auch um politische Gerechtigkeit.
Der Fehler beim Urnengang waren viele, so dass die Gerichte entsprechend entschieden; das heisst aber keinesfalls, dass das Wahlergebnis im September dadurch auch ein anderes gewesen wäre.
Loyalität und Vertrauen sind in der Politik auch hohe Güter, vielleicht aus der Mode gekommen.
Ich verkürze, indem ich Frau Giffey ein glückliches Händchen wünsche.

machtorientiert? Nun da kann ich nur auf eine Kolummne in Focus online verweisen. Ulrich Reitz: „ in Wahrheit hat es Franziska Giffey bereis geschafft“
Ich glaube, da gehen Ihnen die Augen über wenn Sie das lesen. Da müssten sich aber selbst bei überzeugten SPD Wählern die Haare senkrecht stellen!
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

aber Danke für den Hinweis auf diesen Artikel von Herrn Reitz.
Ich möchte fast sagen, dass Herr Reitz und ich in zwei verschiedenen Welten leben.
Ich habe mir Frau Giffey angesehen, schon Buschkowskys Kritik an ihr missfiel mir, Herrn Reitz´ens finde ich sehr überspitzt und im übertragenen Sinne, Demokratiebezogen fast """vernichtend""".
Mir stehen die Haare nicht zu Berge, mir ist einfach nur schlecht.
Wie man sich politisch nur so versteigen kann?
Ich fand früher Herrn Reitz hochinteressant als Teilnehmer des Presseclub.
Ich wiederhole, Frau Giffey ist meines Erachtens nicht machtorientiert.
Sie ist im Gegenteil politisch engagiert und jetzt versteige ich mich wahrscheinlich, wenn ich sage, EINE SEELE VON MENSCH, laut DWDS "eine gutmütige, verständnisvolle, hilfsbereite Person".
Für solche Wesen ist es keine Schande zu scheitern.
Das möchte ich Frau Giffey mit auf den Weg geben, bevor sie sich verbiegen muss in ihrer Lauterkeit, möge sie Aufgabenfelder finden, die sie belassen.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 15. Februar 2023 - 18:56

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Ich bin der letzte Frau Sehrt-Irrek, der Sie persönlich angeht. Ich habe großen Respekt vor Ihrer Meinung und schätze Ihre Kommentare, auch wenn ich oft nicht Ihrer Meinung bin, nehme ich Sie hin. Wenn Sie Frau Giffey so sehen wollen, dann ist das okay. Nur ist Ihre Sicht auf die Betrügerin Giffey doch sehr Partei lastig und für mich nicht nachvollziehbar. Nein, man sollte niemanden per se etwas Böses unterstellen. Man sollte aber immer vorsichtig sein, wenn jemand nach Ihrem Kommentar kurz vor der Heiligsprechung steht. Frau Giffey ist heilig=Scheinheilig. Ich könnte drastischer formulieren, will aber vermeiden, das Sie sich gekränkt fühlen könnten. Große Gefühle scheinen der SPD zeitweise immanent zu sein, wenn es denn um deren Personal geht. Alles Gute und bleiben Sie mir gewogen.

Lisa Werle | Mi., 15. Februar 2023 - 22:24

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Hallo Frau Sehrt-Irrek, ich frage mich beim Lesen Ihrer Kommentare, ob das ernst gemeint ist. Frau Giffey ist kein Machtmensch bzw. eine Seele von Mensch? Wen haben Sie vor Augen? Eine Frau, die zweimal betrogen hat, ist ganz gewiss keine Seele von Mensch. Im Anschluss an diese 'Offenbarung' geht sie schulterzuckend nach Berlin, spuckt dort weiter große Töne, setzt alles das nicht um, was sie so groß verkündet und will im Anschluss an diese verlorene Wahl auf ihrem Chefsesselchen sitzen bleiben. Das nennt man Machtmensch! Evtl. ist es ja inzwischen 'normal' geworden, dass Politiker trotz aller Lügen, aller Betrügereien, aller Mauscheleien, trotz allem sich nicht mehr erinnern können... weiterhin an ihrem Amt kleben, aber ich möchte es nicht mehr hinnehmen müssen. Insofern fangen wir doch mal mit den kleineren Brötchen für Giffey und Jarasch an. Denn diese beiden haben unisono in Berlin nur Mist gebaut. Berlin ist unsere Hauptstadt und nicht eine Stadt im Eigentum von rot-grün.

Stefan Forbrig | Do., 16. Februar 2023 - 01:28

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

… aber wenn ich Ihre Lobhudelei auf Frau Giffey lese, dreht sich mir der Magen um.
"EINE SEELE VON MENSCH", "gutmütige, verständnisvolle, hilfsbereite Person", "bevor sie sich verbiegen muss in ihrer Lauterkeit"…
Gott, wie kann man denn so dick auftragen. Ich möchte Sie höflich daran erinnern, daß Frau Giffey sich nachweislich strafbar gemacht hat mit der Erschleichung eines Dr, -Titels und nach Ihrem Rücktritt als Familienministerin auch noch die Chuzpe hatte, als regierende BM zu kandidieren, als wäre da nichts gewesen. Anscheinend liegt die kriminelle Energie auch in der Familie, ihr Ehemann wurde wegen Spesenbetrug im schweren Fall verurteilt und ihm sogar die Verbeamtung aberkannt. Sowas bekommt man nicht für 30 € Schummelei, das ist harter Tobak.
So, jetzt können Sie nochmal überlegen, ob man das Loblied der "ehrenwerten Frau" nicht doch besser etwas realitätsnah verfassen könnte.

Wenn Sie "kriminelle Energie" wie ich in Anführungsstriche setzen, dann setze ich "Lauterkeit" in selbige.
Ich wollte Frau Giffey nicht zur "Jungfau Maria" erklären, das würde sie nicht wollen.
Sie wird ihren Anteil an "Verbrochenem" bedacht haben, sonst wäre sie nicht mehr in der Politik.
Ich bezog mich auf den Zusammenhang der Macht, in dem ich sie als lauter empfand.
Sogenannte "Ossis" bekommen von mir einen langen Vorlauf.
So übrigens auch recht lange und teils immer noch Frau Merkel, obwohl mir bei ihr die Haare zu Berge standen.
Ich war gespannt auf Frau Giffey und fand sie in einem Ausmass offen und zugewandt ihren Mitmenschen gegenüber, dass es mich zutiefst berührt hat.
Ich sage auch gerne dazu "ohne Argwohn" und beneide sie darum.
Mir ist nur wichtig, dass sie sich das erhalten kann - als seelische Balance - und wenn es den Weg raus aus der Politik bedeutet.
Ich muss in der SPD damit leben, dass Andrea Nahles ihren Hut nahm, wir werden sehen, wie es für Frau Giffey ausgeht...

Romuald Veselic | Mi., 15. Februar 2023 - 11:55

die Wählerschaft ebendies nicht will. Das ist nur eine andere Variante davon, wenn die Hunde spielen wollen, aber die zweibeinige Spielpartner, etwas anderes vorhaben, für den Moment.
Die Theorie, die Erwachsenen werden nicht mehr erwachsen u im Kindsein-Syndrom immer länger stecken, geht in Erfüllung u ist Beweis dafür, dass die R-G-R Typen, nur an der Macht bleiben/kleben wollen, damit die auf dem Markt die nicht mehr vermittelbaren Kompagnons, wenigstens als Sub-Sekundanten am Senats-Trog bleiben dürfen.
So sind wir beim zwanghaften Verhalten der Politiker gelandet, indem jeder denkt, alternativlos zu sein.

Die durchgeknallte Annalena B sagte doch selbst vor einigen Monaten, dass sie ihre Wähler nicht interessieren. Nach dem Prinzip, man muss es nur wollen, u dann kann sogar eine Hacke als Hitech-Instrument gelten.

Ich erlaube mir, Ihre Aussage zu komplementieren. Sie wollen doch sicher nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, der Leser in ihrer Meinungsbildung beeinflussen könnte.

Ihr Zitat:
"Die ...Annalena B sagte doch selbst vor einigen Monaten, dass sie ihre Wähler nicht interessieren."

Richig, nachzulesen ist das z.B. auf der Seite des WDR:

Außenministerin Baerbock hat diese Woche ihre Solidarität mit der Ukraine bekräftigt, "egal, was meine deutschen Wähler denken".

Natürlich ist auch dieses Zitat in einem Zusammenhang entstanden, den jeder nachlesen kann - der überhaupt daran interessiert ist.

Sie dürfen das gerne als "Haltung" abtun. Damit unterscheidet sie sich beispielsweise von jenen Foristen, die Putins Überfall zunächst kritisierten, aber ganz schnell ihre Meinung änderten, als Hoecke & Co nicht Putin, sondern die USA als Schuldige an Putins Vernichtungskrieg ausmachten.

Wenn Sie deren "Nicht-Haltung" bevorzugen, bitteschön!

Sicherlich, Sie sehen das anders als ich u es ist okay.

Annalena B bewegt sich in einer Pro-Grünen-Parallelwelt, besonders dann, wenn sie eine feministische Außenpolitik betreibt. Dann sollte sie damit bei den Taliban-Femizid-Burschen beginnen, bei den Mullahs-Finsterlingen fortsetzen u bei Clit-Beschneidungen enden.

Was Annalenas Wähler angeht, sollen zuerst ihre Wähler mit ihr klären, wenn sie fähig sind, selbstständig zu denken. Mir sind die Grünen sowas von egal, wie das Rad an der Schubkarre.
?

Es ist wie es ist, Baerbock interessiert nicht, was ihre Wähler denken. Von daher ist es exakt so, wie es Herr Veselic formuliert hat, der Kontext spielt überhaupt keine Geige, Herr Lenz. Erbsen zählen, manchmal durchaus sinnvoll, macht um des Zählens willen eben nicht immer einen Sinn.

... ändern, wenn die AfD genau so stramm putino-phob wäre wie Sie? Würden Sie dann Seite an Seite mit der AfD gegen das Böse in der Welt kämpfen??

Das würde mich jetzt aber echt überraschen! Wahrscheinlich müsste sich Hoecke und die AfD auch noch zur tiefen Baerbock-Philie durchringen, oder verstehe ich Ihren obigen Kommentar falsch?

"dass sie von den Medien so in Schutz genommen wird (das Gleiche gilt auch für Robert Habeck)" - das ist einfach zu erklären: das ist das 'Kindchenschema" dieser "Kinder-ins-Parlament"-Phalanx, das reflexartig bei ihrer infantilisierten Jugendorganisation verfängt - und dieser Reflex macht auch vor alten Simpeln nicht Halt, wie wir hier im Forum erleben.

Bernd Windisch | Mi., 15. Februar 2023 - 12:59

Ich habe selten einen unaufgeräumteren Artikel im Cicero gelesen.

• Es hat kein politisches Erdbeben in Berlin gegeben. Punkt.
• RRG hat nach wie vor eine komfortable Mehrheit. Punkt.

Die Lesart vieler Medien die CDU habe die Wahl gewonnen ist schlicht und ergreifend falsch. Sie hat lediglich von zu Wenigen die meisten Stimmen erhalten. Das war es aber auch.

Mich würde vielmehr interessieren wie der Cicero aktuell zu den Panzerlieferungen an die Ukraine steht.
Aktuell steht Deutschland mit der Bereitschaft zur Auslieferung von Kampfpanzern so ziemlich allein da. Polen kann und will augenscheinlich nicht liefern. https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kampfpanzer-fuer-die-ukrain…
„Dieser Vorgang hält eine Lehre für die deutschen Medien bereit, vor allem für deren ak­tivistisches Lager. Man sollte außenpolitische Entscheidungen nicht von den Forderungen und Stimmungen an­derer Staaten abhängig machen, nicht einmal von denen der Ukraine.“

... nachdem ich gestern Abend schon mit einem Freund darüber diskutierte: gewonnen hat hier meiner Meinung nach die Partei, die in der WAHL die meisten Stimmen = Prozente erhalten hat. Ob die dann auch Regieren kann, hängt von was ganz anderem ab, nämlich, ob sie Partner:innen (soviel Spaß muss sein!) findet, mit denen sie dann die Mehrheit zum Regieren zusammenbekommt (von einer tolerierten Minderheitsregierung red´ ich hier mal nicht).
Oder, wie´s so schön, aber hier umgedreht und leicht verändert heissen müsste: viele Hasen können des Hundes Tod sein - und dafür, dass sich das Original-Sprichwort auf der tierischen Ebene abspielt, kann ich nichts.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 15. Februar 2023 - 12:59

Wieder ein fluffiger und leicht zu lesender Artikel lieber Herr Paul. Sie haben den Finger in die Wunde gelegt. Ich habe mehr zufällig auch das Statement von Herrn Wegner im ÖRR gesehen. Ja, er war sprachlos und fast schon traurig, weil er gewonnen hat. Er sah fast so aus, als wolle er, aber kann nicht. Ich bin sehr zwiegespalten, ob und ggfls. was ein OB Wegner tatsächlich ändern kann und mit wem. Die 466 "vergessenen" Stimmen, egal wer dann mehr hat, ob die es letztlich ausmachen werden? Giffey will unbedingt und die GRÜNEN auch und die LINKEN sowieso. Ob berechtigter Anspruch oder nicht für CDU, wenn sie tatsächlich führen will muss da mehr kommen, als die Aussage man sei sprachlos. Ja, es ist schon erschreckend wie letztlich farfblos Wegner nach dem "großen Wahlsieg" auftritt. Ich fürchte fast, da wird sich unter ihm auch nicht viel nennenswertes ändern, wenn GRÜNE mit ihm regieren. Warum? Die Merkelisten werden ihn schon im Zaum halten und nötigenfalls wird er gestürzt. Mal sehen.

Tomas Poth | Mi., 15. Februar 2023 - 13:24

Versuch des Genderns - Haifisch*innenbecken?
Na, Politik ist ja auch Komödienstadel und ein echter Polit-Charmeur würde die Chance der Wahl, eine von zwei Frauen ins Koalitionsbett zu locken, genießen und damit spielen, daß sich letztlich beide darum reißen die Auserwählte sein zu dürfen!
Also Hr. Wegener, einen Crash-Kurs bei den großen Verführern des Filmgenres belegen. ;-)

Christopherus | Mi., 15. Februar 2023 - 13:28

Passend zusammengefasst. Der einmal erlebte Rausflug der FDP aus dem Bundestag hat der Partei offenbar nicht genügt, ihre Lehre daraus zu ziehen, was passiert, wenn man nicht im Sinne der eigenen Wähler handelt. Nur ist es diemal noch schlimmer: Es wird nicht nur nicht geliefert, es wird die falsche Politik mitgeliefert.

Wolfgang Tröbner | Mi., 15. Februar 2023 - 13:51

Ich bin seit Merkels unseligen Tagen kein Fan der CDU. Ich bin auch kein Fan des zögerlichen Taktierens von Merz. Aber die Wahlen haben das bestätigt, was sich vorher schon in zahlreichen Umfragen angedeutet hat: Der Wähler in Berlin wünscht sich einen konservativen Bürgermeister. Der Wähler will weder die SPD-Tante Giffey noch die grüne Jarrasch im Amt. Und auch keine Beteiligung der Mauerschützenpartei. Also keine der Parteien, die Berlin in die desolate Position gebracht haben, in der sich die Stadt befindet. Was genau hält die CDU also ab, das Bürgermeisteramt zu ergreifen? Das zu erwartende links-rot-grüne Gekeife? Vielleicht muss man diesen Damen und Herren einfach nur begreiflich machen, dass sie fürderhin keinen Cent mehr aus dem Länderfinanzausgleich bekommen, wenn sie sich querstellen? Ohne dieses Geld ist Berlin vollkommen aufgeschmissen.

Ingo frank | Mi., 15. Februar 2023 - 13:52

Berlin gehöht nicht zu Ostdeutschland …. territorial ja, das war’s dann aber auch.
Ostberlin war kein Teil der DRR sondern seine privilegierte Hauptstadt in der alles was der Westen nicht brauchte hingekarrt wurde um den Ickes den Sozialismus schmackhaft zu machen.
Und der Westen der Stadt genau so privilegiert wie der Ost Berlins, als nicht selbstständige Enklave des Wesrens. Die haben sich doch die Mauer vergolden lassen als „Spähposten in Feindesland.“ Aber ich denke, da wissen die älteren Kommentatoren aus Westberlin mehr über die Privilegien, die dem Teil der Stadt eingeräumt wurden.
Im übrigen, sonst ein wunderbarer Artikel der unsere Politikkaste und deren „Taten“ trefflich beschreibt. Vielen Dank.
Und , ich wette auf RRG ob mit oder ohne Giffey.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Dr. Michael Bauer | Mi., 15. Februar 2023 - 15:11

Solche Artikel liest man gern: knackig und auf den Punkt gebracht. So macht Journalismus Laune und den dreisten Politikern Beine. Bravo!

Thomas Hechinger | Mi., 15. Februar 2023 - 15:53

Es mag ja sein, daß die übergroße Mehrheit der Wähler den Regierungsauftrag bei der CDU sieht. Dann kann ich diesen Wählern nur sagen: Dann gebt dieser Partei auch eure Stimme. Und wenn ihr es nicht tut, sondern die rot-grün-rote Koalition mit der Mehrheit verseht, dann akzeptiert bitte euer eigenes Votum, akzeptiert eine rot-grün-rote Chaos-Regierungskoalition. Sonst fast immer mit Herrn Paul einer Meinung stimme ich hier nicht zu. Die CDU hat mit 28 Komma noch was Prozent keinen Regierungsauftrag. Es fehlt ihr ein Partner für die Regierungsmehrheit. Und vor einem Bündnis mit linken Parteien kann man die CDU nur warnen. Das würde höchstens zu einer linken Politik mit bürgerlichem Aushängeschild reichen.
Ich habe kein Mitleid mit den Berlinern. Wer so wählt, soll auch bekommen, was er gewählt hat.

Heidemarie Heim | Mi., 15. Februar 2023 - 16:43

Habe gerade auf t-online gelesen, dass die SPD nach öffentlicher Auszählung der liegen gebliebenen Briefe ihren Vorsprung von 105 auf 113 Stimmen zu den Grünen ausbauen konnte. Da sage noch einer, dass Kleinvieh nicht auch Mist machen kann;)! Doch dann erblickte mein inzwischen trübes Auge eine ebenfalls dort erschienene Meldung der Berliner Morgenpost, wonach es in Friedrichshain-Kreuzberg wohl zu einem vertauschen grüner und linker Stimmen kam und die Grünen mit 150 richtig zugeordneten Stimmen nun den Linken einen Sitz in der BVV abjagen können. Ach ja, während im roten Rathaus u. Parteizentralen die Köppe rauchen, hat man begleitet vom linken u. sonstigen dem Auge des Gesetzes nicht übermäßig zugetanen Milieu feierlich eine Polizeiwache direkt überm Kotti eingeweiht, die rund um die Uhr eine 3-Mann/Frau/Divers-Schichtbesetzung aufweist, was wie man durch die Polizeigewerkschaft vernahm auf wenig Begeisterung stoße was die dort Dienst machenden Kollegen angeht. Dit is Berlin, wa?
FG

Gabriele Bondzio | Mi., 15. Februar 2023 - 17:09

Können die Politiker in DE überhaupt noch Realpolitik, werter Herr Paul?

Habe da von in den letzten Jahren nicht viel gemerkt.
Corona und der Krieg in der Ukraine haben da auch noch die letzten Reste getilgt.

Nicht wenige unsere Verbündete (rings um DE und über dem großen Teich) sind da viel schneller in Entscheidungsfindung für Deutschland und den gehörigen Druck dahinter.

Frau könnte aus ihren (gut gewählten) Sätzen über Giffey-"Diese Frau würde selbst dann noch am Chefsessel kleben..., – herunterfallen kann sie so immerhin nicht."

Klebepraktiken bzw. Betreuungsverfügungen für manch anderen Politiker ableiten.

Zum Beispiel, bei der hochgelobten Energiewende, die bisher auf der Verfügbarkeit von vergleichsweise günstigem Erdgas basierte. Jetzt ist es nicht in ausreichender Menge verfügbar, viel teurer (was noch lang dauern kann) und ökologisch deutlich belasteter.
oder
die meist von außen aufgezwungene Waffenlieferung an die Ukraine.

Sabine Lehmann | Mi., 15. Februar 2023 - 19:00

Muhamed Remo, Neffe des schwerkriminellen Clan-Chefs Issa Remmo, wegen Mordversuchs an einem Polizisten und schwerem Raubüberfall erst vor einem Jahr zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt, wurde gestern entlassen und auf freien Fuß gesetzt, weil im Knast kein Platz mehr war, er befindet sich jetzt als freier Mann in der Türkei.
Noch Fragen? Dit is Berlin, oder besser gesagt das Ergebnis links-grüner Frauen-Quoten, deren Qualitätsmanagement aus politischen und rhetorischen Luft- und Nullnummern besteht, Männer nicht ausgeschlossen. Involviert an dieser "Nummer": mehrere Vertreter des weiblichen Geschlechts aus dem links-grünen Berliner Sumpf, sowohl auf Seiten der Politik als auch der Administration und Justiz. Menschen, die tatsächlich noch glauben Berlin sei de facto kein "failed-state", denken vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Brigitte Simon | Mi., 15. Februar 2023 - 22:48

"Wahlen werden nicht an der Urne, sondern beim Auszählen gewonnen".
Josef Stalin

Chris Groll | Do., 16. Februar 2023 - 08:46

Wußte gar nicht, daß Berlin so schwer zu regieren ist. Fast unmöglich, Änderungen beim politischen Personal vorzunehmen. Das geht wohl lediglich bei Bundestagswahlen. Heute ein sehr interessanter Bericht darüber auf Achgut, wie die Stadt/Land Berlin funktionieren bzw. nicht funktionieren.
Titel: "Wer Berlin wirklich regiert"
Wer die politische Konstruktion von Berlin nicht kennt, erfährt da viel über die Strukturen der Stadt.