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Von der Klimasünderin zur Heldin: Die ARD setzt der Kanzlerin ein Denkmal / dpa

Themenabend Klimakrise: Ökozid - Wie die ARD den Hunger nach Moral stillt

Wer ist Schuld an der Klimakrise? Das ARD-Drama „Ökozid“ stellt die Kanzlerin als Klimasünderin vor Gericht. Am Ende verlässt sie die Bühne aber als Heldin. Der Dramaturg Bernd Stegemann über ein Tendenzdrama, das an moralischer Bräsigkeit kaum zu überbieten ist.

Bernd Stegemann

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspiel (HfS) Ernst Busch. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschienen von ihm das Buch „Die Öffentlichkeit und ihre Feinde“ bei Klett-Cotta und „Identitätspolitik“ bei Matthes & Seitz (2023).

So erreichen Sie Bernd Stegemann:

Andres Veiel ist ein berühmter Dokumentarfilmer. Nun hat er sich an einem Dokumentarfilm über eine Klima-Klage im Jahr 2034 versucht. „Ökozid“, das am Mittwoch zur Primetime in der ARD ausgestrahlt wurde, zeigt, wie 31 Staaten des globalen Südens Deutschland vor einem Weltgerichtshof verklagen. Gegenstand des Prozesses ist das deutsche Versagen in der Klimapolitik und eine Mitschuld an den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels vor allem für die Südhalbkugel. 

Soweit, so interessant. Leider hapert es der Veielschen Inszenierung an den elementarsten Qualitäten, um dieses anspruchsvolle Unternehmen umsetzen zu können. Sein Film tappt in die älteste und tödlichste Falle, die das Drama kennt: Es ist ein Tendenzdrama geworden.

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gabriele bondzio | Fr., 20. November 2020 - 08:57

Helden werden heutzutage gemacht, ob es nun gegen Rechts ist oder in der Regierung.
Dabei sind Presse und vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender an vorderster Linie. Habe meinen TV auf diesen Sendern absolute Ruhe verordnet, sonst steigt mein Blutdruck. Ob der tendenziösen (immer mehr framing-ähnlichen Berichterstattung). Und in diesen Zeiten soll man(n) die Ruhe bewahren. Ist ja schlecht zu viele Stresshormone zu entwickeln.
Brauche daher kein „Ökozid“ oder andere Phantasiegebilde, lese momentan Dmitry Orlow.
Denn der wirtschaftliche Zusammenbruch erscheint mir glaubhafter als der Klimatische. Sollen Andere sich manipulieren und nostalgisch verklären, lassen.
Die Parallelen zu einer „früheren Zeit“ fallen mir trotzdem ins Auge.

"In der Behauptung einer großen Sache unter Widerwärtigkeiten und Gefahren bildet sich der Held."(Lepold von Ranke)

Ein Propagandafilmchen für sehr simple Gemüter.
Die Intelligenz der deutschen Bevölkerung wird von den Machern, wie es aussieht, nicht sehr hoch eingeschätzt.
Aber nur 3,11 Millionen Menschen sahen sich das Machwerk an.
Das lässt immerhin hoffen!

wie Sand am Meer. In den USA mag es ein Typ wie Orlow sein, wir haben unsere Ottes und Weik/Friedrichs und Müllers.....es gibt was für jeden Geschmack.

Es darf sich in der Tat jeder nach ganz persönlichem Geschmack "manipulieren" lassen. Menschengemachten Klimawandel gibt es nicht? Corona gibt es nicht? Die Wirtschaft kollabiert spätestens morgen früh?
Die passenden Propheten dazu gibt es an jeder Ecke. Und werden ab sofort als absolute Autorität gehätschelt.

Die Praxis zeigt: Diejenigen, die anderen vorwerfen, manipuliert zu sein, sind meist selbst am vollständigsten und wirkungsvollsten manipuliert.

Und ausgerechnet diejenigen, die andere zum "Denken" auffordern, haben ihren Verstand durch irgendwelche "höheren Erkenntnisse" verdunkelt.

Sie haben recht, Frau Bondzio, auch mir scheint der wirtschaftliche Zusammenbruch (unseres Landes) wahrscheinlicher als der Klimatische (der Erde). Mit diesem Film wurde dann gleich der Grundstein für künftige Klagen gelegt. Man kann dieses Werk als Beweis und Aufforderung anführen. China, USA, Indien und Russland, sie alle sind unschuldig an der Klimakrise. Nur unser Land hätte sie verhindern können?
Früher, als es noch einen Stolz auf die Nation und das Geleistete gab, wären Filmemacher, Politiker und Medienschaffende, die sich verächtlich über das Land äußern, ganz schnell in ihrer Funktion erledigt gewesen. Heute gilt es als Berufung zu höherem, schließlich hat unser Land außer der Sprache keine Kultur, wurde von Migranten wieder aufgebaut usw. Da passt doch eine um Verurteilung bittende Merkel voll ins Bild.
Wie sollen die Bürger dieses Landes da selbstbewusst die großen Probleme der Zukunft bewältigen?

gabriele bondzio | Fr., 20. November 2020 - 14:11

Antwort auf von Hans Jürgen Wienroth

Wenn die Wirtschaft zusammenbricht...werden die Meisten mit sich zu tun haben.
Orlov analysiert ja auch kein Untergangsszenario für morgen, als Ingenieur seziert die Schwächen ökon. Prozesse, wie ein Arzt bei einer Sektion. Mathias Bröckers (deutscher Journalist, der vor allem für die taz und Telepolis schreibt) hat über Orlov geschrieben: "So unbequem die Auseinandersetzung mit dem Tod für uns als Individuen ist, so schwer fällt es auch bei der Analyse unserer gesellschaftlichen Systeme, die Unausweichlichkeit ihres Zusammenbruchs zu erkennen."
Orlov selbst: "... benennt auch gleich das Haupthindernis für das Erfassen der Bedeutung eines Crashs: Es ist nicht intellektueller, sondern psychologischer Natur."

“Es wäre ein gewisser Trost für die Schwäche unseres Selbst und unserer Werke, wenn alle Dinge so langsam vergingen wie sie entstehen; aber das Wachstum ist langsam, der Weg zum Ruin ist schnell.“ (Seneca)

wie lange Deutschland dieses nicht-deutsche Gedankengut um sich herum noch erträgt und wann es wieder militärisch über seine Nachbarn herfällt. Im Grunde lässt es sich moralisch ja schon lange nicht mehr rechtfertigen, den Rest der Welt nicht der deutschen Oberhoheit zu unterwerfen.

Manfred Bühring | Fr., 20. November 2020 - 09:15

Was soll man auch anderes erwarten von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, der sich durch systemkonformen Haltungsjournalismus auszeichnet und mit solchen Beiträgen an das Staatsfernsehen totalitärer Regime erinnert.
Da hilft nur Abschalten oder gar nicht erst einschalten.

Heidrun Schuppan | Fr., 20. November 2020 - 14:58

Antwort auf von Manfred Bühring

tue auch ich bei den meisten ÖR-Sendern, ARD und ZDF sowieso – nur den "Tatort" schaue ich mir (fast) regelmäßig an, die meisten jedenfalls. Und ich stelle mir gerade vor, dass demnächst nicht nur der Hamburger dermaßen moralinsauer daherkommt, sondern dass das künftige Niveau diesem hier besprochenen Filmchen entsprechen könnte.

Den Tatort habe ich mir auch früher regelmäßig angesehen. Aber seit ein paar Jahren gibt es auch im Tatort subtile oder auch weniger subtile Botschaften deren Richtung immer eindeutig ist. Daher habe ich mich von Tatort entwöhnt denn Gesinnungsfernsehen oder -kunst sind das ödeste was es gibt. Braucht man nicht.

Johan Odeson | Fr., 20. November 2020 - 09:24

Meine Bewunderung für den Autor diesen Beitrag so ruhig und abgewogen zu besprechen. Ich habe es seit Längerem aufgegeben mir Nachrichtensendungen, Journale und Solche Filmbeiträge anzusehen. Meine Lebenszeit ist mir zu kostbar mir das antun zu müssen. Sowas kommt auch nur zu Stande wenn man die Menschen vergewaltigt dafür zu bezahlen und diese Klientel mit Macht und Geld zu versorgen. Nach Nachfragemechanismen wären sie längst pleite. Ich bewundere diejenigen die die Kraft aufbringen immer wieder dagegen anzuschreiben. Mir bleib5 die letzte Möglichkeit des Protests, lass diese Leute in den luftleeren Raum senden, die ihre Blase ausmacht.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 20. November 2020 - 09:24

Habe zu dem Film verschiedene Medien gelesen. Ihr Artikel ist der tiefgründigste, fachlich und sachlich fundierteste Artikel. Anschauen tue ich so etwas nicht.
Frau Merkel wäre im Jahr 2034 bereits 80 Jahre. Würde sie noch leben? Wäre sie am Ende schwer krank? Dement? Wir wissen es nicht. In der Manier von "Siegermächten" eine Bundeskanzlerin wegen des Klimas anzuklagen und zugleich den hypermoralischen Duktus der Schuldkultur zu pflegen kann nur im ÖRR produziert werden. Wenn 92% der ÖRR Angestellten grün-rot-rot wählen ist doch alles gesagt. Die sichern ihnen exorbitante Gehälter und Pensionen über das GEZ-Konto.
Mir wäre lieber, Frau Merkel würde jetzt zurück treten und ihre Fehler öffentlich eingestehen und irgendwo Asyl suchen. Vor Gericht wollte ich sie nicht sehen. So große Gerichtsäle haben wir nicht und für einen solchen Mammutprozess sind wir nicht gerüstet. Denn dann müssten alle Politiker und Helfershelfer und am Ende die sie gewählten Bürger angeklagt werden. Absurd.

Wilfrid Düring | Fr., 20. November 2020 - 21:52

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Ich will mir eine boshafte Replik nicht verkneifen.
Dieser Staat stellt inzwischen 90-jährige vor 'Jugend'-'Gerichte', die 1944/45 als 18-jährige Wehrpflichtige in KZ’s abkommandiert wurden (als Wachposten, Sanitäter, Telefonisten und sonstige Befehlsempfänger). Die Betroffenen stehen nicht wegen KONKRETER und belegbarer eigener Taten vor Gericht, sondern wegen allgemeiner 'Beihilfe' zu den NS-Morden - also für die Wahrnehmnung einer Dienststelle, zu welcher der NS-Unrechtsstaat, die damals 'jungen Menschen' 'verpflichtet' hatte.
Das macht eine Staat, der sich gegenüber vielen WIRKLICHEN Tätern viele Jahrzehnte lang als vglw. großzügig erwies!
Sehr gut möglich, daß in 20-25 Jahren wieder über 80-jährige vor Gericht stehen. Natürlich nicht WIRKLICH Schuldige.
Da war doch noch ... - richtig!
Wenn alle WIRKLICH Schuldigen an Mauer, Bautzen, Hoheneck, Stasi usw. endlich verstorben sind; werden alte Leute vor Gericht stehen, die als 18-jährige - als 'FDJ-Sektretär' 'gedient' hatten!

Reinhardt O. Cornelius-Hahn | Fr., 20. November 2020 - 09:31

... wie man eine gute dramaturgische Idee umsetzt. Auch kann man die Antiheldin zur positiven Gestalt mutieren lassen, falls ein Reifeprozess vorausgesetzt wird. Doch dieser Vorgang fand nur im Kopf eines Dokumentarfilmers statt, der wahrscheinlich heutig-zukünftige Tantiemen sichert. Das Vorauseilende, verdeckt Unterwürfige der Drama-Idee ist eine Geschäftsidee der üblichen Konformität von servilen und devoten Typen, die es schon immer gab.
Bravo dem Autor des Artikels, der eigentlich eine prächtige Kolumne geschrieben hat, die den grün-roten Untertanengeist der ÖRR und zuweilen auch die "allmächtige" linke Presse bloßstellt. Seit zehn Jahren wählt Deutschland die Mitte, die von den linken Medien nach rechts geschoben wird, und obwohl die Linke in der gesamten Kultur und Bildung alle Pfründe und Vorzüge auf sich vereinnahmt hat. Was ist nur mit den Deutschen los? Tun sie nur so, als hörten sie auf Merkel und Veiel? Warum belügt das Volk sich nicht? Oft geübt hat es ja, bis auf 1989

Andre Möller | Fr., 20. November 2020 - 09:54

sind die Artikel von Herrn Stegemann. Ich lese sie immer mit Gewinn. Auch sein Artikel im Freitag der letzte Woche, wo er den "Möchtegern"-Linken den Spiegel vorhielt war beeindruckend: Habe Mut dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen. Das wird immer aktueller! Dankeschön!

Matthias Menzel | Fr., 20. November 2020 - 10:00

Dank an Herrn Stegmann für die feine Analyse.
Könnte doch eigentlich für jetzige und zukünftige Journalisten und Politiker eine gutes Anleitung sein. Wenn ich solche Artikel lese, keimt in mir dich noch ein bisschen Hoffnung für dieses Land. Der Tag beginnt gut!

Reinhard Getzinger | Fr., 20. November 2020 - 10:16

Herr Stegemann ist hervorragend, wie immer.
Aber wenn die Tendenz der Öffentlichrechtlichen unmündige Bürger hervorbringen soll, dann kann das auch nur bis zu einem gewissen Punkt funktionieren.
Wenn Volkserziehung in Albernheit kippt, dann ist die Luft draussen.
Ich nehme an, daß es in der DDR ähnlich war.
Die Partei hat das Land mit Volkspädagogik geflutet, die aber an mehr und mehr Leuten wie auf Teflon abgeperlt ist.
Die DDR Medien haben verbissen an ihren Narrativen festgehalten und nicht bemerkt, daß sie längst nur noch Treibgut der Geschichte waren...

Markus Michaelis | Fr., 20. November 2020 - 13:14

Antwort auf von Reinhard Getzinger

Ganz so ist es nicht, dass die Öffentlichrechtlichen nur noch Treibgut sind. Wer Augen und Ohren offen hat, sieht, dass eine Mehrheit des (zumindest politisch sichtbaren) Bildungs- und staatstragenden Bürgertums dem mehr oder weniger zustimmt. Auch die 92% links-grünen Nachwuchsjournalisten wurden nicht dahin gezwungen, sondern sehen das aus eigenem Antrieb so und würden eigentlich gerne noch schärfer in "diese" Richtung gehen.

Der Vergleich mit der DDR hinkt daher etwas in wichtigen Punkten. Wichtig wäre eine Diskussion mit dem Bildungsbürgertum, um zu verstehen, warum sie so denken, welche Realität sie wahrnehmen, welche Tendenzen sie für die Zukunft erwarten, solche Dinge. Es hat schon Gründe, die man wahrscheinlich auch verstehen könnte, wenn man erklärt bekommen würde, welche Wahrnehmungen und Projektionen in die Zukunft zu so einem Weltbild führen.

Solche Diskussionen sind nur schwierig und selten.

Reinhard Getzinger | Fr., 20. November 2020 - 15:34

Antwort auf von Markus Michaelis

Damit meinte ich die Ostmedien, die vielleicht selbst gar nicht merkten,wie ihnen die Meinungshoheit zwischen den Fingern zerrann.
Die Westmedien sitzen als Teil der Machtstrukturen noch fest im Sattel, gebrieft von den besten Sozialpsychologen, die man für Geld kaufen kann.
Und doch hab ich den Eindruck, daß der Ton immer schriller wird.
Man kann aber die Schlagzahl nicht endlos erhöhen, ohne daß man ins Absurde driftet und albern wird.
Die 92% linksgrüne Nachwuchsjournalisten sind eher ein Handikap für die Medien.
Mit denen wird man den nicht urban-akademischen Teil der Bevölkerung vermutlich kaum erreichen?
Das staatstragende Bildungsbürgertum wär nicht staatstragend, wenn
es nicht Interesse an Beibehaltung des Status Quo hätte.
Aber jenseits dieser Funktionseliten wird die Stimmung wohl kippen, wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen der Merkelpolitik beginnen so richtig weh zu tun.

Ulrich Mende | Fr., 20. November 2020 - 11:41

ist mir da unterlaufen. Ich hatte mit nur einem Auge gelesen, dass Merkel in diesem Film vor Gericht stehen soll, und hatte deshalb in meiner (in diesem Fall) grenzenlosen Naivität geglaubt, dass sie sich wegen der Flüchtlingskrise, also wegen nicht geschützter deutscher Grenzen, verantworten müsste.
Tief enttäuscht und resigniert habe ich dann sehen müssen, wie sie „als Heldin die Bühne verlässt“, nachdem sie ihr eigenes Land zum Schuldigen für die weltweite Klimakatastrophe erklärt hat.
Die Ursachen für die Entstehung eines solchen „Films“ wurde im Artikel gut benannt.
Was ich mich frage: warum geben sich gute Charakterdarsteller wie Edgar Selge, den ich aus „Unterwerfung“ in guter Erinnerung habe, für solche Sachen her? Glaubt er das wirklich? Fühlt er sich irgendwie unter Druck?

Romuald Veselic | Fr., 20. November 2020 - 11:49

gelesen. Nur so viel zum Thema: Solche Agitpropschmiere, ist der beste Spalter der Gesellschaft. Dieser zwanghaft-manische Trieb der permanenten Belehrungen u. Umerziehung, wird irgendwann den Kessel bersten lassen. Ökozid, was für ein vulgärer, faschistischer Terminus, der mir wie Endlösung vorkommt.
Generell: Themenabende der D-Prägung, sind für mich unerträglich und kommen mir vor, wie Zwangsbekehrung zur ideologischen Orthodoxie der übelsten Sorte. Die Demagogische Republik erreichte schon die Overdrive Stufe.
D-Themenabende, sind für mich wie Etiketten-Warnung auf dem Giftschrank einer Chemiefabrik.

"Die Endlösung der Klimafrage" kam mir auch in den Sinn. Man hat aber nicht gewagt, das Filmchen "Klimacaust"zu nennen. Ökofaschismus in Reinform. Wen hätten man wohl vor 300Jahren, in Mitten in der" Kleinen Eiszeit", wegen Missernten, Hungersnot und Katastrophen verklagen können? Ach richtig, da hat man ja Hexen deswegen verbrannt.

Klaus Funke | Fr., 20. November 2020 - 11:55

In allen Sendern und Medien besonders bei derartig politisch tendenziös aufgeplusterten Machwerken wie diesem "Ökozid" oder auch dem Kanzlerinnenfilm zur Migrationskrise mit dergleichen Kanzlerinnen-Darstellerin, überall spürt man den Goebbel´schen Geist. Als ob er wieder auferstanden wäre und in den Filmstudios wie einst umherwandelte. Das ist das unsäglich "Deutsche Wesen", das wir überwunden glaubten. Merkel wird zur moralischen Instanz aufgebläht. Sie erhält eine Bedeutung, die sie nie hatte oder je haben wird. Pfui! Natürlich wird es in der ARD gesendet. Einfach ekelhaft. Sind diese Speichellecker nicht in der Lage eine richtige Literaturverfilmung neben all den lebensfremden Tatort-Filmen herzustellen. Gibt es keine Vorlagen? Keine guten Schriftsteller? Und wenn es die Maron wäre? Stattdessen werden wir zugemüllt mit Propagandafilmen in Goebbels-Manier. Unser Land ist vollkommen "vermerkelt". Die Dame ist zu lange an der Macht. Das ist die Ursache.

Robert Müller | Fr., 20. November 2020 - 13:54

Antwort auf von Klaus Funke

Ich glaube eigentlich nicht, dass Frau Merkel über derartige Filme glücklich ist, da ich sie für recht intelligent halte. Der Film hat auch meiner Ansicht nach mit der realen Person wenig zu tun: Frau Merkel würde nie einen Fehler eingestehen. Das macht sie nicht anders alle alle Führungspersonen in Wirtschaft und Politik. Das Ganze hat deshalb mehr mit dem links-grünen Geist des ÖR zu tun, wo offenbar diese Leute in allen Gremien sitzen und nur derartige Filme finanziert und gesendet werden. Kann mir übrigens nur schwer vorstellen, dass so ein Film ins Ausland verkauft werden könnte. Was dann auch erklärt warum die Sender so viel Geld brauchen, da sie selber nichts erwirtschaften.

Gisela Fimiani | Fr., 20. November 2020 - 12:08

Danke, Herr Gathmann, für Ihre treffliche Analyse. Bestürzt habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, wofür sich „hochkarätige“ Schauspieler hergeben. Deren kritischen Intellekt habe ich offenbar überschätzt.

Es ist für Schauspieler eine Frage der Existenz, gut bezahlte Rollen zu bekommen, daher gebietet es der Selbsterhaltungstrieb, bei der zu 90% vorherrschenden politischen Meinung in den ÖR TV Medien mit den Wölfen zu heulen, statt gegen den Strom zu schwimmen.
Andererseits: "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" (K.H.Deschner)

Markus Michaelis | Fr., 20. November 2020 - 12:58

Ich fand den Film aber auch ganz informativ gemacht - rein auf D bezogen hat er schon Aspekte von verschiedenen Seiten vorgebracht. Natürlich mit der moralischen und weniger pragmatischen "Endbewertung".

Wenn der reiche Westen mehr profitiert hat und reiche Länder mehr CO2 ausstoßen, müssten moralisch auch zwingend die Reichen jetzt die moralische Schuld auf sich nehmen und die Strafen bezahlen?

Was nicht beleuchtet wird ist die "Schuld" der dritten Welt: man will zwar auch in die Moderne aufbrechen, hat auch schon die hohe Bevölkerung dafür (die "klassisch" nicht so hoch sein könnte), hat aber zur Gesellschaftsordnung, Rechtssystem, Technik, Medizin etc. nicht entsprechend beigetragen (auch im Westen wurde das oft schmerzlich erkämpft - Millionäre waren wenige). Mit reinen Forderunghshaltungen wird es heute noch schlimmer.

Alternativ könnten wir es weniger identitär sehen und pragmatisch besser machen - das ist aber heute eher verpönt.

Maik Harms | Fr., 20. November 2020 - 13:28

Nach dem Tendenzjournalismus hält jetzt auch die Tendenzkunst Einzug in die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Diese untergraben fröhlich weiter ihren Qualitätsanspruch, denn sie glauben es sich angesichts der Zwangsalimentierung durch den Bürger leisten zu können. Bei fortgesetzter Spaltung der Zuschauer in gut und böse wird aber irgendwann (und zwar bald) ein Punkt erreicht sein, an dem ihre Legitimität auch auf breiter Front verloren geht.

Vielleicht sollten Redakteure und Anstaltsgremien noch mal neu erlernen, was ausgewogenes, intelligent forderndes Fernsehen (und Radio, lieber DLF) ausmacht.

Lisa Werle | Fr., 20. November 2020 - 15:13

Ich bin ein ÖRR-Verweigerer. Deshalb bleibt mir so ein Machwerk erspart. Danke an Herrn Stegemann für die Information dennoch, denn ich zwangszahle für diesen Dreck. UND DAS MUSS EIN ENDE HABEN. Was können wir tun? Die nächste Klage gegen die Zwangsgebühren muss erfolgreich sein. Ich finde diese Situation UNERTRÄGLICH.
(Sätze in Großbuchstaben sind eine Unart. Hier muss es sein.)

Karl Ernst Roß | Fr., 20. November 2020 - 18:10

Wenn 92% der ARD-Volontäre eine rot-rot-grüne Regierung wählen würden, dann sieht man wie schlecht unser Bildungssystem geworden ist. Werter Herr Stegemann danke für die treffende Beschreibung des Zustandes der öffentlich-rechtlichen Sender.

hermann klein | Fr., 20. November 2020 - 19:55

Was das derzeit tägliche Klimaschutz-Geschwafel, der deutschen Wirtschaft angeht, gibt es bereits seit langen gleichgeschalteten Medien und alle Parteien tragen den Klimaschutz wie ein Banner vor sich her.
Die deutsche Selbstverstümmelung bei Klimahysterie ändert jedoch nichts daran, dass fossile Energieträger den Großteil des Energiebedarfs auf der Welt noch Jahrzehnte befriedigen und Atomkraftwerke der Umwelt zu Liebe weiter überall gebaut werden.
Das schlimme ist, nicht der Klimawandel bedroht die Erde, sondern die ANGST vor dem Klimawandel bedroht den Weltfrieden und verursacht damit eine Wirtschaftskrise ohne Gleichen samt Anstieg von Armut und Hunger in der Welt auf bisher ungekannte Dimensionen.

Werner Fritsch | Fr., 20. November 2020 - 20:17

Unglaublich, was wir mit unseren Zwangsgebühren ohne demokratische Kontrolle mitfinanzieren. Ernsthaftes Fernsehen, kritischer differenzierter Journalismus sieht anders aus.

christoph ernst | Fr., 20. November 2020 - 20:37

Der Abgleich mit Schlageter-Machwerk trifft es auf mehreren Ebenen. Wegen der eilfertigen Gleichschaltung der Propagandisten, ihrer tiefen Verachtung für die Restintelligenz des Publikums und ihres streng nach Diederich Hessling duftenden, deutschen Sendungsbewusstseins. Das kommt gepaart mit der Scham, dass ich früher selbst mal grün gewählt habe. Ist lange her. Vor Claudia Roth. Und so sehr ich dicke, alte Frauen für ihre grenzenlose Bösartigkeit gern vor Gericht gestellt sehen würde, so wenig mag ich meiner strapazierten Magenschleimhaut die selbstanklagegeile Flagellationswut mentaler Masturbierer vom ÖRR zumuten. Weiße Schuld und toxische Maskulinität reichen mir. Bevor das globale Klima die Grätsche macht, gehen ganz andere Essential den Bach runter. Gretas Panik ist da meine geringste Sorge. Obwohl die Corona-Lock-Downs natürlich der Aufgalopp in die Öko-Diktatur sind.
Bleiben Sie trotzdem stark.