Fastenmotto der EKD - Lasst uns unseren Pessimismus, Ihr Moralapostel!

Fasten bedeutet, auf Annehmlichkeiten zu verzichten. Dass für die Evangelische Kirche in Deutschland darunter auch Pessimismus fällt, ist natürlich völliger Unfug. Hinter dem Lebensberatungsgefasel und Coachinggeschwätz offenbart sich geistige Leere.

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD: Neues Fastenmotto intellektueller Tiefpunkt / dpa

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Wann immer man meint, nun aber habe die Evangelische Kirche in Deutschland intellektuell den absoluten Tiefpunkt erreicht, da mehr süßliche Sprechblasen, aufdringliches Moralin und zeitgeistiges Geschwurbel kaum möglich sind, wird man umgehend eines Besseren belehrt. So auch in diesen Tagen.

Denn schließlich steht die Fastenzeit vor der Tür. Mit dem Fasten jedoch hat es der Protestantismus traditionell nicht so. Aus gutem Grund übrigens, hat die ganze Fasterei aus lutherischer Sicht doch den faden Beigeschmack von Selbsterhöhung und Werkgerechtigkeit.

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gerhard hellriegel | Sa, 22. Februar 2020 - 14:43

Grundgesetz Artikel 140:
Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes. ---
Die Verfassung des Deutschen Reichs („Weimarer Reichsverfassung“) vom 11. August 1919:
Art. 137. Es besteht keine Staatskirche.

Herr Alexander Grau, danke für diesen Artikel. Ich stimme ihnen voll zu. Besonders hier blutet mein Herz, wie man so schön sagt.
Der linkspopulistische Bischof Bedford-Strohm ist nicht DIE KIRCHE, er ist nur ein SPD-Mann, der sich hochspülen ließ. In den Gemeinden ist die christliche Botschaft noch sehr lebendig. Aber man muss die Augen und Sinne offen halten für das Eigentliche: nämlich Gottes Wort! Denn Christen glauben nicht an einen Bischof, auch nicht an einen linken oder rechten Zeitgeist, sondern allein an den dreieinigen Gott, der in Jesus Christus in unsere Welt kam. Aber einige linkspopulistische Kirchenfunktionäre können sich nicht entblöden, auch Irrlehren in die Welt zu setzen, die wenig mit dem zu tun haben, was sie eigentlich verkündigen sollten!
Aber es bleibt dabei, auch wenn die nun Kirche gesundschrumpft:
„In ihm (Jesus Christus) hat sich Gott am deutlichsten vor uns hingestellt.“
Albert Einstein

Wer das Neue Testament zu lesen (noch) fähig ist, dem sind Marx ismus und Bedford ismus nichts anderes, als täte der SATAN Jesus erneut auffordern, doch vom Kirchturm zu springen ..!

In der LUTHER-Übersetzung vieler Bibeln meiner Vorfahren läßt sich lesen.

Also sagte der HERR: gemeint ist Jesus Christus als öffentlicher "Redner":

MEIN REICH IST NICHT VON DIESER WELT

Kirchenfunktionäre legen natürlich gerne mal ihr "KREUZ" ab, ohne daß damit die Überbevölkerung von AFRIKA barfuß über ein Mittelmeer läuft.

Die Verlogenheit der beiden Bischöfe Marx und Strohm ist natürlich POLITIK.

"Gebt dem KAISER, was des KAISERS ist" ergo 10%, lese ich in meiner BIBEL.

Und ich kenne das NEUE Testament möglicherweise besser als Kardinal Marx und Bischoff Bedford-Strohm es gelesen haben ...

Dem Beitrag von Herrn Johannsen kann ich nur unterstreichen. Ich bin evangelischer bekennender Christ und habe nicht die Absicht von meinem christlichen Weltbild Abstand zu nehmen. Ich trauere über jedes Terroropfer egal welcher Nationalität oder Herkunft. Vor Gott sind nun mal all Menschen gleich (geschaffen zu seinem Ebenbild) Es bedarf nicht einer besonderen Trauer, wenn zu den Opfern eingewanderte Menschen zählen. Ich könnte nicht erklären, wie mann ethnische Unterschiede bei den Opfern von Gewalttaten unterschiedlich bewerten kann. Natürlich gibt es unterschiedliche Gefährdungsgrade, die wir alle versuchen müssen zu entschärfen. Mit unserem Reden und Handeln. Wir dürfen nicht Opfer erster oder zweiter Klassen entstehen lassen und müssen das auch in der Berichterstattung deutlich machen. Es gibt keine Mordtaten die tolerierbar wären und andere, die besonderer Verfolgung verdienten. Nach göttlichem Gebot sind alle Menschen gleich und haben das gleiche Recht auf Leben.

Christa Wallau | Sa, 22. Februar 2020 - 14:50

Das "Wir kriegen das schon hin" ist das genaue Gegenteil von dem, was in der Bibel steht.
Wenn es eines Beweises bedürfte, daß die Menschen auf Dauer selber n i c h t s richtig hinkriegen, dann ist es ihre Geschichte seit dem Sündenfall.
Jesus Christus ist dafür in die Welt gekommen, um den Menschen den einzigen Weg zu zeigen, auf dem sie ihrem Dauer-Elend entgehen können: Sie müssen all ihre Hoffnung auf Gott setzen, der ihnen das ewige Heil im Jenseits verspricht.
Aber davon ist in den Predigten der Bischöfe und Pfarrer (protestantisch wie katholisch) kaum noch etwas zu hören.
Diese vertrauen lieber auf die "Gutmenschen", zu denen sie sich selber natürlich auch zählen.
Die Lehre lautet: "Wir Menschen können und müssen die Welt retten."
So sieht eine christliche Häresie aus!

Gut herausgearbeitet.
Es geht der Amtskirche neben dem Glauben wohl besonders um ihre ganzen Hilfsdienste und die damit verbundenen Hilfsgelder aus Steuermitteln.
Sie könnte natürlich ihr Vermögen dafür einsetzen, aber die Kirche weis auch, wie jedes Unternehmen, wer von der Substanz nimmt geht pleite.

Joachim Kopic | Sa, 22. Februar 2020 - 18:38

In reply to by Gast

... und zum noch größeren Glück muss ich neuerdings nicht mehr indirekt Kirchensteuer an die evangelische (über meine Frau) zahlen.
Von Erbsünde über dauerndes Einmischen mit Geldern von BürgerInnen, die nicht diesem "Verein" angehören ... ich kann es nicht mehr hören.
Man sollte diese Institutionen (wie auch die ÖRlichen) nicht mehr zwangsfinanzieren, sondern eine Art "Paymodus" für entsprechend erhaltene Leistungen einführen!

Fundamental-Christen, wenn auch nicht gleichfalls gewalttätig, erheben den gleichen absolutistischen Wahrheitsanspruch wie fundamentalistische Muslime.
Gefangen in einem muffigen Rückwärtsdenken, verstecken sie sich hinter buchstabengenauer, aber dennoch subjektiver Auslegung von Bibeltexten oder dessen, was angeblich Gottes- oder Jesus-Willen sein soll, nach ihrem Verständnis, selbstredend. Am liebsten würden sie ihr religiöses Weltbild allen anderen Menschen überstülpen.
Andererseits beschweren sich diese Menschen über die angebliche ständige Bevormundung durch Grüne oder andere, deren Ziel es ist, die Schöpfung zu schützen. Und überhäufen jene mit Haß, die tatsächlich im christlichen Sinne Nächstenliebe zeigen und den Schwächsten der Gesellschaft, Flüchtlingen, praktische Nächstenliebe zukommen lassen. Aber wahrscheinlich basiert dieser Hass auf einem unbewussten Schuldeingeständnis, nicht selbst in eigentlich christlichem Sinne zu handeln.

Werter Herr Lenz,

was haben eigentlich fundamentalistische Christen mit jenen Menschen zu tun, die berechtigte Kritik an den Grünen und ihren Anhängern üben? Diese Analogie scheint mir ehrlich gesagt, ziemlich wirr und konstruiert zu sein.

Gerhard Lenz | Mo, 24. Februar 2020 - 11:01

In reply to by Gast

Nachzulesen auch hier, beinahe täglich in diesen Spalten.

Auf Ihre Wertung, diese Kritik sei "berechtigt" gehe ich nicht ein.

kann man nicht im Supermarkt kaufen. Es ist auch nicht „politisch korrekt“. Die „political correctness“, eine Erfindung der SED/LINKE-Ideologen, reduziert unser Leben, unsere Sprache, unsere Bewusstheit, unser Dasein auf einen engstirnig-ideologischen Denkhorizont, der Menschen keinen Spielraum zum geistigen Wachsen und Reifen zugesteht. Das Reich Gottes, für das wir Christen uns in der Nachfolge Christi einsetzen, ist nicht der politische Staat, oder eine Nation, oder eine linke oder rechte Ideologie. Wir sind von Gott in diese Welt hineingestellt und haben hier und jetzt unsere Aufgabe zu erfüllen, aber wir gehen in dieser Welt mit ihren ideologischen Irrwegen nicht auf. Das Reich Gottes wird in dieser Welt nicht in Erfüllung gehen, aber es beginnt und wächst schon dort, wo wir mit Worten und Werken Gottes gute und frohmachende Botschaft sichtbar werden lassen: miteinander und füreinander beten; Barmherzigkeit üben - auch gegenüber Menschen, die nicht unserer Meinung sind!

Gisela Fimiani | Sa, 22. Februar 2020 - 15:29

Eine, die Regierung stützende, staatsversorgte Kirche, ist der Geistlichkeit entkleidet. Der christliche Geist kann von einer, in eine Institution gegossene Religion nicht erfasst werden. Der Kirche war und ist der Anspruch auf Macht nie fremd. Deshalb schmiegt man sich an den Staat. Man versteht sich inzwischen als Erfüllungsgehilfe der Regierung. Die verweltlichten Vertreter dieser EKD stehen Politikern an Eitelkeit, Einbildung, Arroganz und Besserwisserei nicht mehr nach. Derart „geschmeidige Opportunisten“ müssen zu moralischen Erziehern im eigenen Sinne und Interesse werden. Nur die moralische Selbstüberhebung schützt sie vor ihrer Entlarvung durch sich erfrechende, kritische Christenmenschen, deren Gottes-Reich nicht von dieser Welt ist.

Gerade Ihrem ersten Satz, möchte ich ausdrücklich zustimmen, werte Frau Fimiani.

"Die" Kirche, resp. ihre Führung hatte immer das primäre Int. sich "ihre" Gemeinde, also die Menschen, möglichst dumm u. ehrfürchtig zu (er-)halten, denn so konnte u. kann man sie leichter lenken, was schiere Unterdrückung bedeutet.

Heute wird dazu auch gerne die Moral missbraucht.
Gerade von so Typen wie Bedford-Strohm, der mehr als Politiker, denn als Geistlicher auftritt.

Mir ist keine Institution bekannt die so heuchlerisch u. von Doppelmoral bestimmt ist wie unsere Kirche(n).

Frau Fimiani > da haben Sie die Nägel auf die Köpfe getroffen.
Grüße aus Bayern
Gilt natürlich für alle Hilfeleistungen gegen irdische und jenseitige Höllen

Die Kirche ist ein Unternehmen, wie jedes andere auch.
Sie nutzt das Bedürfnis der Menschen nach Glaube, Hoffnung, Schutz und Himmel möglichst schon auf Erden und bietet dafür verschiedene Produkte an. Dienste am Menschen die Gebäude, Fuhrpark und Personal usw. erfordern, die bezahlt werden wollen. Keiner in der Kirche arbeitet für Gotteslohn.
Gleichzeitig muß man erleben dass diese Kirche gegen Grundsätze der Bibel verstößt, sie grenzt aus und redet falsch Zeugnis gegen andere.
Die Kirche ist menschengemacht und nicht Gotteswerk.

Vorweg: Ich habe keine Ahnung von Religion!
Aber meines "WIssens" gibt es nicht DIE Kirche, weder DIE katholische noch DIE evangelische, sondern z. T. sehr unterschiedlich ausgerichtete Strömungen; wie überall, wo Menschen zusammenkommen und sich organisieren. Deshalb halte ich es für falsch, DIE Kirche als "Erfüllungsgehilfen" der Regierung, andere Gläubige als "geschmeidige Opportunisten" und sich selbst(?) als "kritischen Christenmenschen" zu bezeichnen, der über diesen Dingen steht - was jene Form von Anmaßung darstellt, die Sie regelmäßig anderen vorwerfen, die nicht Ihrer Meinung sind.
Apropos: Meinungsfreiheit (Artikel 5 GG) gilt natürlich auch für Kirchenvertreter, und ich glaube, Herr Grau, Frau Wallau und Sie würden sich nicht so abfällig äußern, wenn Bedford-Strohm u.a. sich in Sachen Flüchtlingskrise anders positioniert hätten. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.

Roland Völkel | So, 23. Februar 2020 - 11:34

In reply to by Gast

als ich ihren Satz las:"...was jene Form von Anmaßung darstellt, die Sie regelmäßig anderen vorwerfen, die nicht Ihrer Meinung sind." Das kommt aus ihren Mund? Arroganter geht es wohl nicht mehr.
Und wieder haben sie ihren "Lieblingsfeind" hier erwähnt: Frau Wallau ! Sie können es einfach nicht lassen.
An die Redaktion: wird wahrscheinlich eh nicht veröffentlicht, wenn es um die Herren Lenz & Hügle geht? Die dürfen die rote Linie überschreiten! Haben wohl Narrenfreiheit.
Trotzdem mit freundlichen Grüßen an die Redaktion

Freut mich, dass ich Sie erheitern konnte. Sie können sich revanchieren, indem Sie mir erklären, welche "rote Linie" ich hier überschritten haben soll.
Und gerne können Sie natürlich auch inhaltlich auf meinen Beitrag eingehen und mir erklären ob es DIE Kirche gibt, ob ihre Vertreter von der im GG verankerten Meinungsfreiheit ausgenommen sind, ob Frau Firmiani die Deutungshoheit darüber hat, wer ein Christ und wer ein Opportunist ist oder ob man Marx und Bedford-Strohm hier sehr viel wohlgesonnener wäre, wenn sie sich für sichere Grenzen und konsequente Abschiebung ausgesprochen hätten. Und wie letzteres mit christlicher Nächstenliebe zu vereinbaren wäre, würde mich als religiös Ungebildeten aufrichtig interessieren.
Ach ja, steht Frau Wallau eigentlich unter Artenschutz oder warum darf man sie nicht erwähnen und auf ihre z. T. höchst fragwürdigen Kommentare eingehen?

auch solange höflich im Ton und auf den Inhalt eines Kommentares bezogen - und nicht persönlich diffamierend - bereits das Überschreiten einer roten Linie?

Aha, sehr interessant. Dann werden hier fortlaufend rote Linien überschritten.

Darf ich aus Ihrem Kommentar schliessen, dass Beiträge, die nicht nach Ihrem Geschmack sind, hier also besser nicht erscheinen sollten?

Weil, was nicht dem eigenen Geschmack entspricht, automatisch eine rote Linie verletzt?

Im Übrigen müssen Sie wohl damit leben, dass Frau Wallaus permanente Werbung für ihre AfD hier kritisiert wird. Sie ist schliesslich nicht nur bekennendes Mitglied, sondern äußerte wiederholt Sympathien für Hoecke und den Flügel, für die rechtsradikale Pegida, ja sogar für die vom VS überwachten Identitären. Das m u s s man kritisieren dürfen.

Was ja kein Angriff auf die Person Wallau darstellt, sondern nur auf das, was sie hier schreibt.

Sie sprechen mir aus dem Herzen. Beide von ihnen erwähnten Herren ,insbesondere der Erstgenannte mit einem erstaunlichen Output an Kommentaren, scheinen einen dicken Stein im Brett der Moderation zu haben. Wenn ich da meine sehr moderaten Kommentare die nicht durchkamen anschaue z.B. zur CSU oder zum Islam, dann scheint dort doch mit zweierlei Maß gemessen zu werden.

Können Sie, Frau Firmiani, mir erklären, warum in einem (einst) wertkonservativen "Magazin für politische Kultur" Kirchen regelmäßig dafür kritisiert werden, moralische Prinzipien (z. B. christliche Nächstenliebe) zu vertreten und der Begriff "Moral" eigentlich nur noch verwendet wird, um Andersdenkende zu diskreditieren?

Klaus Funke | So, 23. Februar 2020 - 12:38

In reply to by Gast

Für Sie, verehrter Herr Hügle, hab ich zwei Sätze:
1. Sagen Sie mir, wofür oder wogegen Sie stehen. Das ist aus keinem Ihrer Beiträge ersichtlich.
2. Zu den Kirchen, besonders der evangelischen: "Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing!"

Kai-Oliver Hügle | So, 23. Februar 2020 - 19:44

In reply to by Gast

Zu 1)
Im September hat Sie das nicht davon abgehalten, mich als "hetzerischen Schwätzer", "hassverzerrt und dümmlich" zu bezeichnen, und ich muss sägen, aus Ihrem Munde fühle ich mich damit auch heute noch sehr zutreffend beschrieben. Mehr müssen Sie nicht wissen von mir.

Gregor Kühn | So, 23. Februar 2020 - 17:35

In reply to by Gast

Ich schätze sie als klugen, nachdenklichen Mann. Könnte es denn nicht sein, dass die von ihnen so bezeichneten Werke der Nächstenliebe der EKD im Grunde Werke verantwortungsloser Gesinnungsethik sind, für die man sich noch gut bezahlen lässt. So kann man das durchaus sehen, dafür gibt es leider gute Gründe.
Und es ist äußerst bedenklich, dass die Spitze der EKD jeden, der den Begriff
"Nächstenliebe" mit anderem Inhalt füllt, in die rechte Ecke und damit in die soziale Ächtung stellt. So werden keine Brücken gebaut, sondern abgerissen. An dieser unglaubwürdigen Doppelzüngigkeit der EKD stoßen sich viele Mitforisten und sie haben damit leider recht. Wir stehen alle in der Gefahr, Andersdenkende zu diskreditieren - aber der gesellschaftliche Schaden, den die Heuchelei der EKD-Spitze anrichtet, ist ungleich viel größer als manchmal einseitige Betrachtungen der Foristen im Cicero. Auch sie, Herr Hügele, argumentieren oft einseitig

In den Gemeinden - an der Basis- ist die christliche Botschaft sehr lebendig!
Aber: Als bekennender evangelischer Christ erwarte ich von meiner Kirchenleitung, dass sie sich nicht einseitig und staatstragend gegen Menschen mit eigener Meinung positioniert. Kirche muss, wenn sie in der Nachfolge Christi stehen will, ein offenes Ohr für Andersdenkende haben und sich hinter diese Menschen stellen. Wenn ein Bischof seine herausgehobene Stellung dazu missbraucht, einer linken parteipolitische Position (er ist SPD-Mitglied) zur Dominanz zu verhelfen, macht er nicht nur sich selbst, sondern auch die gesamte Kirche unglaubwürdig. Eine kirchliche Amtsperson in herausgehobener Stellung (Bischof & EKD-Vorsitzender!) darf sich nicht zum Gürtel fremder Hosen(anzüge) machen. Staatsnähe ist keine zuträgliche Aufgabe der Kirche, bestenfalls eine Einträgliche. Deutliche Kritik erwarte ich vom Bischof, wenn die Bundesregierung Waffen an kriegsführende Länder liefert. Da schwieg Genosse Bedford-Strohm!

Herr Bedford-Strohm ist eine Art MITZENHEIM unserer Tage.
(Vergleich sind schwierig und manchmal boshaft; ich weiß).

Als Evangelische bräuchten wir aber einen wie Dibelius, einen wie Thielicke, einen wie Krummacher, einen wie Rathke, einen wie Krusche, einen wie Forck ...
Vorbei?

Klaus Funke | Sa, 22. Februar 2020 - 17:04

Käme der Sohn Gottes heute noch einmal in die Welt, widerführe ihm dasselbe wie einst. Vielleicht kreuzigte man ihn nicht, aber er würde behandelt z.B. wie Julian Assange. Man würde ihn wegsperren und totschweigen. Und es wären wieder die Funktionäre der Kirchen, die ihn verrieten. Solche Leute wie der Ratsvorsitzende der EKD oder Kardinal Marx zuallererst. Wer sich zu Dienern und Erfüllungsgehilfen einer staatlichen Macht aufschwingt, weil er von diesem Staat alimentiert wird, hat jedes Recht verwirkt, den Menschen das Heil zu predigen. Wenn man dann noch herrschende politische Strömungen fördert und unterstützt, sich sogar denen annähert, die jede Religion und Gott ablehnen, dann ist jede Glaubwürdigkeit dahin. Insofern kann man Botschaften aus solchen Mündern wie denen des Herrn Bedford-Strohm getrost überhören.

Alexander Mazurek | Sa, 22. Februar 2020 - 17:34

… war von Anfang an nur Erfüllungsgehilfe der jeweiligen Machthaber, die häufig genug auch Oberhäupter ihrer "Kirchen" waren und sind. Das gemeine Volk hatte zu gehorchen. Darüber hinaus hat der Martin sie entjudet, indem er den "Glauben" von der Tat trennte, den Juden hat er die Ablehnung seiner Gnadenlehre nie verziehen. Da aber "ein kleiner Fehler im Anfang am Ende ein großer wird", so Aristoteles, brauchen wir uns heute nicht zu wundern.

Bernd Muhlack | Sa, 22. Februar 2020 - 17:47

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Versuchen Sie es später nochmals.

Herr Bedford-Strohm ist einer meiner allerbesten Freunde!
Unvergesslich sein Benehmen beim Kirchentag zusammen mit Barack Obama und Kanzlerin Merkel auf dem Podium.
Dieses ewige gekünstelte Lachen. Wie beim Zahnarzt: bitte möglichst weit aufmachen!

Was soll ich zu diesem Unsinn schreiben?
Ich meine natürlich nicht Sie, Herr Grau!

Wir gehen jetzt "zum Chinesen" und bestellen "die sieben Köstlichkeiten".

Anna Seghers: Das siebte Kreuz.
Das wär doch was für Herrn Bedford-Strohm, oder?

Beste Grüße von einem Atheisten!

christoph ernst | Sa, 22. Februar 2020 - 20:08

vielen Dank. Die Hybris der Flachdenker wirkt wie aus der Feder von Marty Feldman als Igor in Mel Brooks' "Frankenstein". Grotesk. Dass Bedford Strohm den spirituellen Tiefgang einer leck geschlagen Waschschüssel hat, bewies er allerdings schon bei seinem Jerusalem-Besuch, wo er vor Betreten des Tempelbergs sein Kreuz ablegte. Überall sonst hätte er das Ding ablegen dürfen. Genau da gerade nicht. Das offenbarte, wie wenig Achtung er vor dem eigenen Glauben hat.
Solche Art Kirchenfürsten sind die perfekten Wegbereiter für eine feindliche Übernahme durch Konkurrenzbekenntnisse.

Ernst-Günther Konrad | So, 23. Februar 2020 - 07:31

der Schwund der Kirchenmitglieder lässt sich nicht verleugnen. Obwohl, da soll es ja mal wen gegeben haben, der hat dann doch den Mann am Kreuz verleugnet. Seit 2000 Jahren lassen sie ihn dort hängen. Keiner nimmt ihn ab. Die Kirchenfürsten dieser Tag, sie verleugnen schon lange die christlichen Werte. Pädophilie, fragwürdige Arbeitsverhältnisse, moralische Epressungen in vielen Lebensbereichen. Sogar Ordinariatsbeschäftigte im Messdienergewand dürfen an Fastnacht Politik als Sitzungspräsident im Fernsehen machen. Dieser Mann bestimmt also, wer in D regieren darf und wer nie die "Macht" in die Hände bekommt. Da konnten alle die Christen der Neuzeit im Fernsehen bewundern. Wie sie in Großteilen bräsig, nur bei Kamerablick aufgesetzt lachend politischer Moral huldigten und pflichtschuldig klatschten. Ich bin nach einer Stunde ins Bett, las den Rest im Regierungsmedium Bild und seiner kleinen Schwester Focus. Hab gehört, Bedorf-Strohm sitzt noch immer dort und wartet auf Erleuchtung.

Dieter Erkelenz | So, 23. Februar 2020 - 07:44

"Ihre Werke der Liebe wiegen es nicht auf.
Glaubt nicht, dass ich fasele, dass ich dichte.Geht hin und findet andre Gestalt: Es ist
die ganze Kirchengeschichte ein Mischmasch von Irrtum und Gewalt." (Goethe)

Tomas Poth | So, 23. Februar 2020 - 15:14

In reply to by Gast

zu zitieren ist gut, man erkennt was wir alle wissen oder ahnen, es war auch schon früher so.

helmut armbruster | So, 23. Februar 2020 - 08:55

und einem Jahresverdienst von 130.000€ (plus Zulagen. Wieviel?), bezahlt vom Staat, also von Ihren und meinen Steuern.
Ist das nicht ein unmöglicher Zustand?
Ich bin in keiner Kirche, werde aber durch solche Zustände zum Mitfinanzierer eines Bedford-Strohm und vieler anderer. Das ist nicht gerecht. Sollen ihn diejenigen bezahlen, die Mitglied seiner Kirche sind.
Und bitte keine Zwangsfinanzierung durch alle.

Horst Sulz | So, 23. Februar 2020 - 11:00

Ich bin Protestant. Unter dieser Leitung ist die Evangelische Kirche immer weniger 'meine' Kirche. Anstatt sich auf ihre Kernaufgabe , die Glaubensverkündung, zu konzentrieren, flüchtet sich die EKD in politisch fragwürdige Ersatzhandlungen - etwa der
' Flüchtlingsrettung ' im Mittelmeer. Das ist ein ein kritikwürdiger Mißbrauch von Kirchensteuer-Geldern.
Horst Sulz

Klaus-Dieter Buss | So, 23. Februar 2020 - 18:24

Die Kirche zu kritisieren ist nicht schwer, wenn nicht sogar billig. Schließlich ist es eine Eigentümlichkeit von Religion, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinanderfallen.

Tomas Poth | So, 23. Februar 2020 - 21:19

Vielleicht ist die Anbiederung der Kirchen an den Zeitgeist auch den Austritten aus den Kirchen geschuldet. Man sucht a) einerseits Ersatzeinkommensquellen (Hilfsdienste)und b)versucht eine "Leimspur" zu legen um die Austritte zu verhindern.