28.10.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält auf einem Festakt anlässlich des Wechsels an der Spitze der EZB eine Rede.
Noch ist sie Kanzlerin, aber für ihre eigene Partei ist sie schon jetzt unerreichbar / picture alliance

CDU in der Krise - Erde an Merkel

Die Regierungspartei CDU franst aus. Der Parteichefin fehlen Kraft und Autorität, und die Kanzlerin schwebt scheinbar unberührbar und unbeteiligt über allem. Warum läuft das, was Roland Koch und Friedrich Merz der Bundeskanzlerin ankreiden, trotzdem ins Leere?

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Der präzise beobachtende Reporter Alexander Osang, Ost-Berliner Zeitzeuge vor 30 Jahren, hat einmal über Angela Merkel geschrieben, sie habe sich die CDU als Partei ausgesucht wie andere Leute eine Eissorte. Das ist allerliebst formuliert, zumal man sich die Kanzlerin in der Tat mindestens ebensogut in der SPD wie bei den Grünen vorstellen könnte. Trotzdem gibt es einen guten Grund, dass sie sich gezielt für diese Geschmacksrichtung entschieden hat. Die CDU, das erkannte die junge ehrgeizige Frau aus dem Osten blitzschnell, ist die beste Trägerrakete für jemanden, der/die ganz nach oben will. 

Das Kalkül ist aufgegangen, und lange Zeit haben die Kanzlerin und die CDU gegenseitig voneinander profitiert. Das ist aber seit einigen Jahren vorbei. Die CDU leidet unter Merkel und verliert eine Wahl nach der anderen. In Abgrenzung von Merkels Politik hat sich eine Konkurrenzpartei breitgemacht, die inzwischen wie etwa zuletzt in Thüringen höhere Wahlergebnisse als die CDU erzielt. 

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Henning Magirius | Mo., 4. November 2019 - 07:40

Sehr geehrter Herr Schwennicke, ich sehe die Situation überhaupt nicht so hoffnungslos. Denn wir haben ein gewähltes Parlament, den Bundestag. Wenn sich eine Mehrheit von Parlamentariern findet, ist jederzeit ein (konstruktives) Mißtrauensvotum möglich. Vielleicht sollten die Abgeordneten (der CDU) endlich mal anfangen zu "arbeiten" und i n h a l t l i c h sondieren, wer von den restlichen Abgeordneten im Bundestag denn zu ihnen passt. Dann werden sie sehr schnell feststellen, dass es dort im Moment eine liberal-konservative Mehrheit gibt (CDU, FDP, AfD). Also - los geht´s.

Hans Page | Mo., 4. November 2019 - 15:35

Antwort auf von Henning Magirius

Ein konstruktives Misstrauensvotum ist der einzige Weg die Kanzlerin zu entlassen. Voraussetzung ist dass es einen Kandidaten gibt der genügend Stimmen auf sich vereinen kann damit Merkel angewählt wird. Gegenwärtig fällt mir außer Schäuble nun wirklich niemand ein, egal von welcher Partei, der das könnte. Das ist ja der Grund warum Merkel die Unruhe in der CDU ziemlich gleichgültig ist. Ich bezweifle dass AKK jemals genügend Stimmen im BT zusammen bekommen würde, wohl keine von der SPD und auch nicht alle von der CDU/CSU. Und dass die SPD die Koalition aufkündigt und Neuwahlen erzwingt bezweifle ich sehr, denn die nächste SPD Fraktion wäre noch kleiner. Letztlich ist Deutschland in Geiselhaft, von Merkel, und daran wird sich vor der BT Wahl nichts ändern, außer SPD und CDU/CSU schlussfolgern dass der Stimmenverlust bei vorgezogenen Wahlen geringer ist als in zwei Jahren. Den Mut und Weitsicht traue ich aber nur den wenigsten zu. Also eher ein weiterso, deshalb ist M ja recht ruhig

Jürgen Keil | Mo., 4. November 2019 - 15:52

Antwort auf von Henning Magirius

Außer vielleicht den Mitgliedern der Werteunion, die jetzt den Kopf ein wenig aus dem Schützengraben heben, liegen alle anderen auf der Grabensohle und haben sich ihren Stahlhelm über Augen und Ohren gezogen. Erst wenn der Kopf der Königin weithin sichtbar vom Hackstock rollt, werden sie aus dem Graben hasten, ihre langen Nasen hoch in den Wind halten und sich vor dem neuen König in den Staub werfen. Sie werden ihm die Stiefel putzen, ihm ihre ewige Treu schwören und zuflüstern, sie hätten Wissen, welches für ihn von großem Nutzen sei. Herr Magirius, ich habe in meinem langen Leben schon zu viele feige Karrieristen gesehen, um diesbezüglich noch Optimismus haben zu können.

Klaus Reinhardt | Mo., 4. November 2019 - 17:08

Antwort auf von Henning Magirius

Wer könnte denn ein(e) neue(r) Kanzler*in sein? Haben Sie einen Kandidaten?

Brigitte Simon | Mo., 4. November 2019 - 21:59

Antwort auf von Klaus Reinhardt

Ja mich, lieber Herr Reinhardt, aber nur, wenn das Ihnen paßt.
Nein, ich ziehe mein Angebot zurück. Nicht schon wieder femi-
nistisch, ohne Quotenfrauen ecetera und, und, und.
Ich wünsche mir einen Kanzler und gehe auf Männerfang!!!
L.G.

Henning Magirius | Mo., 4. November 2019 - 22:24

Antwort auf von Klaus Reinhardt

nach eingehender Sichtung und Anfrage bei Google (z.B. Wikipedia) scheint es so zu sein, dass ein Bundeskanzler nicht Mitglied des Bundestages sein muss (Kiesinger war z.B. kein Abgeordneter). Nach aktuellem Stand der veröffentlichten Meinung kann ein Kandidat aus meiner Sicht (zunächst / für’s erste) nur Friedrich Merz (nicht Mitglied des Bundestages) sein, denn es gilt hierbei zu bedenken, dass auch die kompletten Fraktionen der FDP und der AfD zustimmen müssen (in der CDU, zumindest an der Basis, - und auch bei INSA und Dimap - ist Merz ja schon die Nummer 1).

Günter Johannsen | Mi., 6. November 2019 - 17:58

Antwort auf von Klaus Reinhardt

Zwei gute Kandidaten mit Rückgrat und guten Chancen, die das Ruder herumreißen können und Deutschland aus Merkels endgültiger "Modernisierung" nach kommunistisch-links retten können:
1. Friedrich Merz
2. Roland Koch

Wolfgang Dewor | Di., 5. November 2019 - 11:49

Antwort auf von Henning Magirius

Da scheinen Sie einem ziemlichen Trugschluss zu unterliegen. Zunächst haben "unsere gewählten" Parlamentarier die Sicherung ihrer Arbeitsplätze im Kopf. Wer will da schon Königsmörder werden. Wie kann es sonst sein, dass ein Großteil dieser Leute ihren "Führungskräften" lemmingartig hinterher rennt. Das einzige, was sie beflügeln könnte, wäre, dass sie bei der nächsten Wahl nicht mehr dabei sind.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 4. November 2019 - 08:22

Das sehe ich genauso Herr Schwennicke. Einzig die SPD könnte Merkels Kanzlerschaft frühzeitig beenden, wenn sie aus der Groko aussteigen. Da habe ich aber nach wie vor meine Zweifel. Es gäbe zwar theoretisch noch die Möglichkeit eines Misstrauensvotums, aber wer sollte es stellen und wo käme die Mehrheit her? Es sieht also alles danach aus, dass das Trauma Angela bleiernd über dem deutschen Volk schweben wird, bis jemand 201 das Fenster öffnet und bei den BT-Wahlen den Merkelgeist puffend und krachend entfleuchen läßt. Bis dahin lebt die Königin vor sich hin, läßt sich in Indien feiern und missachtet gekonnt, wie seit Jahren schon ihr eigenes Volk. Sie sitzt fest im Sattel. Die Medien und ihre Jünger sie halten schon aus Machterhaltungsgründen fest zu ihrer Chefin.
Und ja, sie bestätigen das, was ich seit Monaten hier schreibe. Mit AKK hat sie geschickt einen Blitzableiter am CDU-Haus anbringen lassen. Da sie selbst darin nicht mehr wohnt, spürt sie auhc keine Spannungen mehr.

Günter Johannsen | Mo., 4. November 2019 - 14:01

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

auf dem sie sitzen! Die führenden Genossen wissen, wenn sie jetzt die GroKo aufkündigen, haben sie die nächsten Jahre mit der Fünf-Prozent-Hürde zu kämpfen. Außerdem sind die hochbezahlten Sessel für viele Jahre verloren. Wollen die das? Ich glaube nicht. Da steht wohl Eigennutz vor Moral. Wie sagte Brecht so schön: "denn erstens kommt das Fressen, und dann erst die Moral!"!

Günter Johannsen | Di., 5. November 2019 - 11:16

Antwort auf von Günter Johannsen

Frau Merkel hatte der CDU bisher dazu verholfen, an der Macht zu bleiben. Deshalb konnte sie sich so lange halten. Nun hat sich das Blatt gewendet und immer mehr unabhängig denkende Menschen beugen sich nicht mehr der linken Dominanz einer früheren FDJ-Sekretärin. Und das ist gut so. Friedrich Merz ist der Hoffnungsträger für eine Rückkehr der Demokratie und des Rechtsstaates. Muss er deshalb jetzt im großen Stil angefeindet werden? Dabei scheint es diesen Günthers, Kauders und Röttgens nur um ihren eigenen hochbezahlten Sessel zu gehen, den sie mit einer Kanzlerschaft von Merz verlieren könnten?

Tonicek Schwamberger | Mo., 4. November 2019 - 16:36

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

... da bin ich voll Ihrer Meinung: Wer sollte ein Mißtrauensvotum stellen u. wo käme die Mehrheit her? Die Bundestagsabgeordneten sind froh, dort sein zu dürfen u. warten geduldig auf das sich selbständige Auflösen der Kanzlerin.
Aktive Politik u. aktive Politiker sind rar geworden, ich würde es begrüßen, wenn Merz sich noch etwas mehr engagiere u. ein vorzeitiges Ende der Merkel-Ära forcieren könnte - das Zeug dazu hat er auf alle Fälle. - er ist in meinen Augen eine "kleine Kopie" des österreichischen Kurz. Und ja, er hätte das Zeug dazu, wenn er denn wollte.

Nicole Waldhuber | Mo., 4. November 2019 - 17:54

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Leider kleben Politiker heute mehr an Macht und Pfründen, als an politischen Idealen. Die SPD wird bei ihrem derzeitigen "Höhenflug" Koalitionsbruch u. Neuwahlen meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Daß das noch mehr Wähler verprellt, können oder wollen sie nicht sehen. Deshalb gute Reise in noch tiefere Wahlergebnisse oder wie wir in Österreich liebevoll sagen: Ba,ba un foalds net!

Dr. Eduard Gloeckner | Di., 5. November 2019 - 10:50

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Wer das Buch des Zeitzeugen Hans-Bernd Gisevius vor Jahrzehnten gelesen hat, weiß, wie schwierig es ist, ein Denkmal ( und sei es das eines Tyrannen wie Hitler) zu stürzen. Das ist keine Gleichsetzung beider Systeme. Aber auch der Umschwung vor 30 Jahren oder jene Volksbewegung wie unter Macron stimmen uns ein auf eine neue zeitgeschichtliche Phase unserer Demokratie: Der psychologische "breaking point" ist längst erreicht. Ich wünsche mir Führungspersönlichkeiten wie Friedrich Merz oder Norbert Röttgen, die sich von gesteuerten Linksmedien nicht in die Knie zwingen lassen - ich weiß, wovon ich rede, da ich als Diktaturkritiker seit Jahrzehnten von Mischa Wolfs gesteuerten Netzwerken öffentlich herabgesetzt und eingeschüchtert werde. Wir sind eine "streitbare" Demokratie, keine Hängematte, liebe Volksvertreter in CDU und anderswo. Wir kritischen Bürger sind "das Volk", nämlich der Sauerteig im großen Brei der Massendemokratie. Die Bürgergesellschaft sollte selbstbewusster werden.

Norbert Heyer | Mo., 4. November 2019 - 09:00

Man muss - selbst wenn es einem zuwider ist - diese harte kleine Frau aus dem Osten bewundern. Nur ganz kurze Zeit hat sie sondiert, welche Partei ihren Höhenflug begleiten soll. Dabei kam sie auf die Union, eine Partei, die immer einen Anführer hatte, dem alle folgten ... jedenfalls solange, wie die Wahlergebnisse stimmten. Wenn das nicht mehr der Fall war, wurde blitzschnell die Spitze demontiert. Frau Merkel hat durch ihre Politik der Beliebigkeit allen anderen Parteien die Themen weggenommen, wichtige Schaltstellen innerhalb der Partei mit ihren Günstlingen besetzt und gute Wahlergebnisse eingefahren. Jetzt kippt es langsam, dem Niedergang der SPD folgt jetzt die Union. Die unaussprechliche Partei holt trotz ständiger Hetze mehr als die CDU. Jetzt ist der Fuchs im Hühnerstall. Wenn die katastrophalen Fehlentscheidungen der Kanzlerin jetzt immer deutlicher zutage treten und die immensen Kosten der eingegangenen Verpflichtungen sichtbar werden, geht es schnell in Richtung Neuwahlen.

Bewunderung wäre persönlich etwas zu hoch gegriffen lieber Herr Heyer! Doch ich erkenne an, was Erlangung von Macht und die Ausübung dergleichen ausmacht. Insbesondere eine Macht, die ohne große Darstellung und Demonstration nach außen erfolgt und leise erlangt wurde. Ich habe mal irgendwo gelesen, das Frau Dr. Merkel angeblich u.a. Katharina die Große als Vorbild sähe. Nimmt man deren Voraussetzungen und Hintergrund zu Aufstieg und Macht historisch gesehen in Zusammenhang, könnten sich durchaus gewisse Parallelitäten ergeben. Alles Gute! MfG

@Heidemarie Heim
Bei ihrem Amtsantritt in 2005 hieß es, sie hätte ein Bild von KdG auf Ihrem Schreibtisch stehen. Aber zurück zum Problem: Nach siebzig Jahren BRD und GG zeigen sich deren politisch-organisatorische Schwächen. Diese, ihre Wirkungen und Konsequenzen waren von den Vätern und Müttern des GG damals nicht vorherzusehen. Eines der diesbezüglichen Hauptübel sind Überhangmandate und Landeslisten welche zu Errodierung des politischen Systems führen. Gerade die Landeslisten produzieren doch die, die "auf der Grabensohle liegen" und sich als folgsame Parteisoldaten ihren Stahlhelm über Augen und Ohren gezogen haben und die Methode Kreisssaal-Hörsaal-Plenarsaal hochleben lassen.

Gerhard Weißenberger | Di., 5. November 2019 - 11:34

Antwort auf von Alfred Zielinski

Schon die Väter der amerikanischen Verfassung waren so weise, die Amtszeit des Präsidenten auf 2 Perioden festzulegen.
Warum die Mütter und Väter des GG beim Bundeskanzler nicht? Dem politisch unbedeutenden Bundespräsidenten wurden auch nur zwei Amtsperioden zugestanden.
Wahrscheinlich hat Adenauer seine Amtszeitbegrenzung hintertrieben und das rächt sich jetzt fürchterlich. Es bleibt nur noch die Hoffnung auf ein biologisches Ende der Regentschaft Merkels.

Natürlich vergrößert sich der Hofstaat um so mehr Günstlinge bedacht werden müssen. Aber es sind nicht nur Stellschrauben wie Landeslisten und Überhangsmandate, die eine immer weitergehende Aufblähung des Apparates verhindern. Ein probates Mittel dagegen wäre z.B. eine Amtszeitbegrenzung für all Jene, die eine Günstlingswirtschaft überhaupt erst erschaffen und unterhalten können. Glaubwürdiger wäre Politik z.B. auch bei der Frage nach Handhabung von "Wartezeiten" im Übergang von politischer Arbeit in die wirtschaftliche "Nachverwendung"! Das man der Hand die unbedingte Treue hält die Einen füttert ist da nur der allzu menschliche Faktor innerhalb eines Machtapparates, bzw. ein Teil seiner Klaviatur. Die Parteien haben sich entgegen den Vorstellungen der Mütter und Väter unserer Verfassung den Staat untertan gemacht, wobei wir wieder bei KdG angelangt sind;-). Das bleibt aber bitte unter uns! Denn ich zweifele inzwischen ob solche Äußerungen lt. Art.5 GG noch pc sind. Alles Gute!

Heidrun Schuppan | Mi., 6. November 2019 - 18:00

Antwort auf von Heidemarie Heim

Amtszeitbegrenzung – all das wird nicht passieren, weil der Bundestag mit samt seinen Büroangestellten zu einem Selbstzweck herunter gekommen ist. Es erfüllt kaum noch eine Funktion, es bietet einfach nur Posten, die jeder Inhaber behalten möchte. Und er tut alles, um über die Liste wieder einziehen zu können.

Christoph Kuhlmann | Mo., 4. November 2019 - 11:46

Die Richtlinien des Koalitionsvertrages wurden vor zwei Jahren festgelegt. Bezeichnenderweise ist das größte Risiko für die GroKo die Grundrente, bei der die SPD weit über das Vereinbarte hinaus geht. Die Abgeordneten der CDU/CSU Fraktion würden ihre eigenen Berufsaussichten schmälern, wenn sie die Regierung jetzt stürzten. CDU und SPD verlören beide weitere Stimmanteile Insofern erwartet nach den Erfahrungen 2015/16 niemand eine (verspätete) Reaktion auf die seit Jahren absehbare Veränderung des Wahlverhaltens. Zudem mangelt es an Alternativen. AKK übt noch und Merz kann zwar reden, ist aber nicht in der Position für eine Kanzlerkandidatur. Insofern sind da noch etliche taktische Manöver notwendig um eine Alternative zum bisherigen Kurs personell Umsetzen zu können. Auch weiß niemand, ob rechts mehr Stimmen gewonnen werden würden als links verloren gingen. Solange eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen wird gibt es rechts der Mitte keine Mehrheit.

können Sie diesen Ihrigen Satz: " AKK übt noch und Merz kann zwar reden, ist aber nicht in der Position für eine Kanzlerkandidatur. " begründen?
Zum ersten Teil: AKK übt noch - wird aber nix werden, sie kann es einfach nicht - da hilft auch kein Üben mehr und zum zweiten Teil: Wieso ist Merz nicht in der Position für eine Kanzlerkandidatur? Ich finde, er ist es sehr wohl und das zu 100 % - nur mal so meine Meinung.-
Und ja, Herr Schwennicke, Dank sei Ihnen gesagt f. d. Würze in diesem Artikel - wieder mal ein "echter" CICERO - Beitrag; so wie man sich Journalismus wünscht.
Und nein, der Song von D. B. sagt mir nicht zu - ist aber Geschmacksache - vielleicht bin ich für solche Musik schon ein zu alter, weißer Mann.

Klaus Funke | Mo., 4. November 2019 - 12:17

Wenn schon in der Subheadline formuliert wird, dass Kritiken an Merkel - i.d.F. von Merz und Koch - ins Leere liefen, so ist das eine Richtungsbestimmung im Vorhinein. Da wird eine (vielleicht) gewünschte Tendenz geschaffen. Dafür von mir, Herr Schwennicke, die gelbrote Karte. Warum wird die Kritik, über die CICERO schon mehrfach berichtete und die mehr als berrerchtigt ist, in dieser Weise abgewertet? Oder verfügt CICERO über Informationen, die zu einer solchen Aussage berechtigen? Der Artikel bleibt da ziemlich mehrdeutig. Ich wünschte mir, dass Kritiken an der verfehlten und inzwischen stetig falschen Politik der Kanzlerin aufgegriffen und verstärkt werden. Die Stimmung im Lande ist eindeutig Contra-Merkel. Das kann beliebig getestet werden. Ich kenne niemanden, der sie verteidigt oder gar noch halbwegs gut findet. In Grunde hat ein ganzes Volk von dieser Kanzlerin die Nase voll. Merz und Koch, in entscheidenden Phasen Feiglinge und Drückeberger, sind jetzt Ventile geworden.

Aber ich leider viel zu Viele lieber Herr Funke! Das von Ihnen beschriebene Contra-Merkel wird hier im Westen und speziell den ÖR-Medien und Großteils der Presse sowie mit freundlicher Unterstützung der üblichen Meinungsumfrageinstitute nach wie vor anders abgebildet. Genau aufgrund dieser Contest-Bewertungen "beliebteste Politiker" und derlei "Bewusstseinserweiterungen;-)" des Wählers, verbindet man die Politikerpersönlichkeiten nicht mehr mit ihrem TUN oder NICHTTUN. Eine für alle sehr bequeme Trennung, nicht wahr? Stimmungen kann man daher sehr gut in eine bestimmte und genehme Richtung umlenken sowie mit angeblichen Mehrheiten noch unterfüttern! Das nennt man Macht, oder?
Herr Schwennicke beschreibt m.E. nichts anderes als den nach wie vor bestens funktionierenden "Lotus-Effekt" vergangener wie aktueller und auch nach wie vor "minder störanfälligen" Politik. Zu meinem und Ihrer Bedauern;)! Alles Gute! MfG

Hubert Sieweke | Mo., 4. November 2019 - 13:13

Weniger erhalten, als AKK, die es, vermutlich mit AM, geschafft hat , einem no Name Kandidaten den Sitz als General zu versprechen und so die Bastion für Merz bei der jungen Union zu brechen. Die JU ist aber wieder strickt auf Merz Kurs. Der größte Teil der Partei auch. Diejenigen, die dies unterbinden wollen, melden sich nun täglich in der Presse, hätten gegen Merz jedoch NIE eine Chance. Das Gerede und Geschreibe über Söder, Laschet oder Spahn soll nur ablenken.
Hinzu kommen die Rufe eines CDU MPs, man solle mit der Linken in TH koalieren.... einer Partei, die im Kabinett gestandene DDR / SED Politiker sitzen hat und den Staat in eine DDR 2.0 umbauen möchten. Trotz all dem Wissen über die größte Pleite eines Satellitenstaates in Europa.

Merkels Entthronisierung als Kanzlerinnenmonarchin bestimmt sie. Sie läutet das Ende unaufgeregt und geräuschlos auf. Ihrer Chancenkalkulation ist blind zu vertrauen.
Neuwahlen kommen nicht infrage, solange sie nicht die Vertrauensfrage stellt.
Während dieser Zeit bleibt sie im Amt. Ein Mißtrauensvotum seitens der SPD bekäme
nie die Mehrheit. Nur, was bringt ein Rückzug? Nicht viel. Als neue Oppositionspartei
macht sie sich noch lächerlicher.
Die schleichende Verwandlung der repräsentativen deutschen Demokratie in eine ei-ne Demoskopie, die wir unter Merkel erleben, genießen die Medien. Ihr Privatdemos-kope , Matthias Jung, konstruierte für sie die erfolgsversprechende "Asymmetrische Demoskopie.
Wenn ich mir vorstelle, daß Merz und Koch ihre gelegten Feuer doch mit Öl zu lö-schen, bezweifle ich, daß sie die besseren Brandbekämpfer zu sein als jene Frau, an der sich der Haß in den letzten Jahren entzündet hat. Der Parteitag naht!

Das glaube ich ganz sicher nicht! Das Gegenteil ist richtig ... Wenn man die Basis entscheiden lässt, bekommt Friedrich Merz eine satte Mehrheit. Die CDU-Mitglieder haben längst die Nase voll von den Günthers, Kauders und Rüttgers, die sie überrumpeln und die Partei nach links "modernisieren" lassen.
Merkel hat fertig!

Maria Fischer | Mo., 4. November 2019 - 14:30

Die Entkernung der Demokratie mit Wahlen als Beschäftigungstherapie für den „Pöbel“.
Egal wen man wählt, man bekommt Merkel.
Was für eine Dekadenz, was für ein Zynismus.

Andreas Oltmann | Mo., 4. November 2019 - 17:11

Es hilft nur, weiter sachlich begründete Kritik an Merkel und ihrer abgehobenen Ignoranz zu üben, ohne polemisch und persönlich zu werden. Ihr Schweigen zu allen wichtigen Fragen muss immer wieder in die Öffentlichkeit gebracht werden, bis auch die Unterstützer und Vasallen kalte Füße bekommen und sch der Kritik stellen, weil sie sonst ihre Jobs verlieren - nur das zieht!

Gunther Gaida | Mo., 4. November 2019 - 18:49

Das schlimme an der Sache ist,die CDU braucht die SED NachfolgePartei nicht um an die Regierung zu kommen,sondern sie biedert sich förmlich an als
Juniorpartner Ramelow im Amt zu halten.
Genosse Günther läßt grüßen.

Wolfgang Schneider | Mo., 4. November 2019 - 19:24

Es amüsiert inzwischen, dass eine Vielzahl von Journalisten die Ansicht vertritt, Frau Dr. Merkel werde bei der nächsten Bundestagswahl nicht wieder antreten. Sie ist viel zu gerne Kanzlerin, und so hat sie sich, wie oben beschrieben, aus den Niederungen der Alltagspolitik zurückgezogen. Sie ist nur noch Regentin.

Juliana Keppelen | Di., 5. November 2019 - 10:15

Antwort auf von Wolfgang Schneider

Wenn ich unsere Regentin bei Staatsempfängen sehe, inzwischen auch Teil-Sitzend, denke ich sie verkörpert perfekt das "Altersheim Deutschland". Wir bräuchten aber dringend einen "Ruck".

Günter Johannsen | Di., 5. November 2019 - 17:25

Antwort auf von Wolfgang Schneider

Das glaube ich wegen der damit verbundenen Macht & Pfründe schon, aber sie kann gar nicht anders, denn sie hat einen Partei-Auftrag zu erfüllen!

Klaus Peitzmeier | Mo., 4. November 2019 - 19:37

Warum denn immer wieder mit der Vergangenheit beschäftigen? Merkel war gut! Jetzt ist aber auch gut! Die CDU hat tolle junge Leute. Daniel Günther, Tobias Hans, Jens Spahn. Da muß man doch nicht auf die Racheengel zurückgreifen. Und die CDU soll so schnell wie möglich aus der Koalition aussteigen u bloß keine weiteren Kompromisse machen. Die SPD versucht nur noch mit der Gießkanne auf unsere Kosten Stimmen zu kaufen. Wie Andrea Nahles schon vor dem Einstieg in die Koalition sagte: "Und das wird richtig teuer". Nach dem Koalitionsbruch ist die SPD doch erledigt. Egal welches Duo Vorsitzende wird, die "reißen" beide nichts. Die GRÜNEN würden Koalitionspartner der CDU u Habeck Vizekanzler unter Daniel Günther. Paßt doch. Lief in Schleswig-Holstein auch ganz gut. Wir brauchen etwas "grüne" Politik, aber mit dem bremsenden Realpolitiker Günther. Das wäre eine Koalition, die positive Spannung verbreitete. Als i-Punkt Cem Özdemir als Außenminister, der klare Stellung zu Erdogan bezieht. TOLL!

Das meinen Sie nicht ernst, lieber Herr Peitzmeier, oder? Das ist sicher bloße Ironie? Günther aus SH! Was kann der schon? Und Habeck? Dieser Schönredner und Tiefflieger. Gerade der soll froh sein, wenn er weiter "Opposition" machen darf, andernfalls müsste er ja beweisen, was er drauf hat. Die CDU hat tolle Leute?? Das sind doch durchweg Luschen. Merkel hat mit ihrer "Kaderpolitik" bewiesen, dass sie eben kein Staatsmann ist und nicht die Bohne an das Land denkt. Echte Staatsmänner ziehen sich die Nachfolger heran, um sicher zu gehen, dass ihre Politik fortgesetzt wird. Da Merkel aber weder Prinzipien noch Grundsätze hat, macht sie immer nur "Kader-Schach". Sie schiebt die Figuren hin un her, wie jetzt AKK. Wer Profil zeigt, wird kaltgestellt. Dieses Land hat unter Merkel einen katastrophalen Niedergang erlebt. Die Generationen nach uns werden es auszubaden haben. Ja, diese kleine und dicke Frau will weiter Kanzlerin sein. Wetten, dass sie es so hinbiegt. Nach ihr die Sintflut...

Vollkommen richtig Herr Peitzmeier, Merkel muß ihren Thron verlassen, von ihm herab-steigen um endlich Verantwortung für das, ihrem Volk unter Eid geschworene Wohl- ergehen, einzulösen.

Man kann sich auch durch Abgänge verstärken. Wer baut der Königin endlich die Sänfte, um sie aus dem Kanzleramt zu tragen? Das können nur wir Wähler sein. Wir müssen dafür aber eben auch noch lauter werden. Sollten wir demonstrieren? Gefährlich, da werden uns schnell unliebsame Mitarbeiter einer Bundesbehörde unterwandern und uns alle "braun" aussehen lassen. Es geht nur durch medialen Druck. Doch die Medien scheuen sich, Volkesmeinung abzubilden. Sie haben jahrelang der Königin gehuldigt. Wie sollten sie jetzt erklären, das Merkel plötzlich gar nicht so toll ist, wie sie immer dargestellt wurde. Ich sehe nur den Weg über die AFD und den Druck auf die CDU, endlich wieder ihre eigenen konservativen Ziele nachzulesen. Immerhin stehen die alle 1 zu 1 im AFD-Programm mit drin.

"Jetzt ist aber auch gut! Die CDU hat tolle junge Leute. Daniel Günther … "
Ist das als Satire gemeint? Günther ist für meinen Geschmack ohne Vision und blass. Wo ist der gut? Er hat das Format eines Kreisklasse-Spielers ...
Mir scheint, der Mann hat weder eine eigene Meinung, noch Substanz oder gar Vision. Dann kann ich doch gleich Claudia R. oder Gregor G. wählen. Wenn ich kommunistisch wählen wollte, würde ich das Original - DIE LINKE - wählen!

Markus Michaelis | Di., 5. November 2019 - 08:21

Ich sehe das so: Merkel hat in D stark beschleunigt, was auch in vielen anderen westlichen Ländern passiert, nämlich dass sich ein alter bürgerlicher Konsens auflöst und die Weltsicht in viele verschiedene Gruppen zerfällt. Durch die Diskussionsblockade unter Merkel und das Vorgaukeln einer klaren Weltsicht unter einer klaren bürgerlichen Mitte-Mehrheit ist das Kind weit in den Brunnen gefallen. Nimmt man die Veränderungen durch Migration, die Weltsituation, die Technologie dazu, wird sich auf absehbare Zeit kein neuer "bürgerlicher Konsens" einstellen.

Der Einfluss darauf wann und wie sich irgendwann soetwas wie ein neuer Konsens einstellen wird, ist wohl jetzt für alle Parteien begrenzt - ob Merkel nun bleibt oder geht.

Wilfried Nauck | Di., 5. November 2019 - 11:09

Zitat einer Lesermeinung: Ich kenne niemand, der Merkel gut findet. Ich persönlich kenne auch niemand. Aber die Meinungsumfragenden kennen offenbar eine Mehrheit, die Merkel gut findet. Da fällt mir nur noch das Churchill zugeschriebene Zitat ein: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."
Noch eine praktische Bemerkung: Es ist nicht ganz leicht, bei der Leserzuschrift Schreibfehler zu vermeiden. Das liegt m.E. daran, dass man seinen Text nach Vollendung nicht vollständig (ohne scrollen) lesen kann. Ev. Schrift deshalb verkleinern.

Dr. Eduard Gloeckner | Di., 5. November 2019 - 11:13

Bislang sind so wertvolle Beiträge hier erschienen, dass es nur kurzer Ergänzungen bedarf. Mein Eindruck trügt mich sicher nicht, wenn wir vom baldigen Ende dieser seltsamen Erscheinung im Kanzleramt sprechen. Der psychologische "breaking point" für Frau Merkel ist längst erreicht. Die neue Bürgergesellschaft fordert demokratische Führungspersönlichkeiten. Die kritische (nicht links gesteuerte) Öffentlichkeit zeigt Profil. Wir als "streitbare" Demokratie sind in der Pflicht, unseren Rechtsstaat auch im Parlament zu erneuern, nicht stets von Neuem niederzuschreien. Unser Erscheinungsbild in Europa und der Welt muss wieder deutlicher profiliert werden - jeder weiß, dass wir gute Außen- und Sicherheitspolitiker in Reserve haben, die aber nicht zum Zuge kommen. Der Wind hat sich aber bereits gedreht - wir werden verhindern müssen, dass unser Deutschland willenlos dahinsegelt und ziellos ist. Auch Europa braucht ein starkes Land, das mit anderen Demokratien kooperiert - mit Führungsstärke.

Armin Latell | Di., 5. November 2019 - 11:19

In klassischer Konkurrenz können nur Parteien sein, die die grob die gleichen Ziele haben, diese aber über verschiedene Wege erreichen wollen. Vor 15 Jahren hätte es in etwa gestimmt. Die CDU wird nicht umsonst als Kanzlerwahlverein bezeichnet, und vor nicht allzu langer Zeit gab es auf Bundesparteitagen vom Hofstaat ewige standing Ovations für diesen Menschen. Es mögen die Wahlergebnisse für die CDU zwar schlechter sein als in früheren Zeiten, insgesamt aber sind sie aus meiner Sicht trotzdem noch viel zu gut. Der bürgerliche Wähler hat immer noch nicht erkannt, was ihm diese Frau eingebrockt hat. AKK soll jetzt der Sündenbock für die desaströse und rechtswidrige Politik sein? Das ist genau so, wie man gerne den Zustand im Land der AfD in die Schuhe schiebt, dabei ist sie nirgendwo Mitglied einer Regierung. Echte Widerständler gegen Merkel, aggressive Hardliner, sehe ich nicht. Der Staatsrat führt noch immer, der 'Widerstand' ist ein Sturm im Wasserglas.

volle Zustimmung zu ihrem Kommentar.
anmerken will ich noch:
Es waren nicht die Linken, nicht die Gelben, nicht die Grünen die diese Dame bis jetzt fast 30 Jahre (was gerne vergessen wird, sie war schon Familienministerin und Umweltministerin allerdings scheint aus dieser Zeit nicht viel hängen geblieben zu sein) auf den Schild gehoben haben. Nein es waren die Konservativen die CDU/CSU einschließlich der neuen "Lichtgestalten" die neuerdings als Retter der Konservativen aufgepeppt werden (Röttgen, AKK und auch von Merz war bis vor kurzem nichts zu hören)die dieser Dame bedingugslos zugejubelt haben und bei all ihrem Tun klatschend dabei standen und die CSU hat regelmäßig gebrüllt wie ein Löwe um dann als Bettvorleger zu landen. Ich habe mir mal die Bilanz der CDU/CSU Regierungs-Riege unter Merkel angeschaut und habe nicht viel positives gefunden.