Diesel - Feinstaubfilter für das Räuchermännlein

Die Diskussion um Diesel, Grenzwerte und Fahrverbote hat absurde Züge angenommen. Die Debatte wird so hitzig geführt, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass es hier gar nicht um saubere Luft geht. Worum dann?

Autofahrer werden zu Staus und Umwegen gezwungen, die noch mehr Feinstaub und Stickoxid verursachen / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Politik ist irrational. Denn Politik wird von Menschen gemacht. Und Menschen sind emotionsgesteuert. Das allerdings wollen die wenigsten zugeben. Mehr noch: Die meisten Akteure des Politischen halten sich geradezu für Bollwerke der Rationalität. Das macht die Sache nicht einfacher. In welchen Irrsinn sich so ein ganzes Land hineinmanövrieren kann, zeigt die seit Jahren vor sich hin köchelnde Diskussion um Grenzwerte und Fahrverbote. Denn schon längst ist aus der Debatte um sauberer Luft in den Städten ein Hochfest des amoklaufenden Unfugs geworden.

Von der Zukunftstechnologie zum Auslaufmodell

Dabei könnte alles so einfach sein. Schließlich wurde der Diesel – die meisten von uns erinnern sich – noch vor wenigen Jahren aus guten Gründen als ökologische Alternative zum Benziner gepriesen: geringerer Verbrauch, geringerer Kohldioxidausstoß. Und dank entsprechender Filtertechnologien gehörten Dieselfahrzeuge mit rußgeschwärzten Heck – jeder der älter als 30 ist, wird sich noch daran erinnern – der Vergangenheit an. Aus dem alten Stinker wurde dank modernster Motorentechnologie ein zukunftsträchtiges Antriebsaggregat.

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Michaela Diederichs | Sa, 24. November 2018 - 13:01

Klasse Beitrag! Die Debatte hat bedrohliche Ausmaße angenommen.

Jens Rotmann | Sa, 24. November 2018 - 13:25

Um frische Luft ging es noch nie, sonst würde am Fraport kein Flugzeug mehr starten und sein Kerosin in XXL Tonnen über unseren Köpfen ablassen dürfen. Dieses Land ist hysterisch !

dieter schimanek | Sa, 24. November 2018 - 13:34

Es geht um grüne Ideologie in allen Lebensbereichen. Objektivität, Ratio und Wissenschaft sind bedeutungslos, wenn es um das Brett vor dem Kopf geht. Nicht nur die Idiotendichte in der Politik wird immer größer, sondern auch die in der Bevölkerung. Wie sonst kämen die realitätsfernen Grünen auf 23%
Die Grünen haben die intelligentesten Wähler, so,so und der Rest der Welt ist doof.

Alexander Mazurek | Sa, 24. November 2018 - 15:08

... an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten - und sie kommen in Scharen, so G. K. Chesterton, und der Mann hatte Recht, oder? Aktuell ist tiefer Glaube angesagt an Grenzwerte, den (unbedingt menschengemachten!) Klimawandel, gender science, ... Und wer "nicht wie alle ist, nicht wie alle denkt", wird ausgegrenzt und eliminiert, DIE Errungenschaft der Moderne, von Robespierre über Stalin, Hitler, Mao, bis zu ihren heutigen kunterbunten Erben. Gleichschaltung und Unterwerfung sind angesagt, da sind sich der Leviathan und das Kalifat einig.

Jürgen Keil | Sa, 24. November 2018 - 16:33

Ich las heute in Peter Sloterdijks neuen Buch "Neue Zeilen und Tage" ein Bonmot "eines klugen anonymen Kopfs": "Religionen sind Schuldgefühle mit verschiedenen Feiertagen." Die grüne Religion hat ja noch nicht einmal Feiertage!

Klaus Schmid | Sa, 24. November 2018 - 17:04

Das Ziel ist eine Mischung aus Morgenthau-Plan und Thomas Barnett.
Und bei diesen geplanten Bevölkerungszahlen für Deutschland ist tatsächlich für Autos kein Platz mehr:
EU-Studie von 2010 mit dem Namen “Study on the Feasability of Establishing a Mechanism for the Relocation of Beneficiaries of International Protection”:

In Tabelle 12 des Annexes auf der Seite 112, gut verborgen, wie es sich für ein EU-Dokument gehört, wird von Wissenschaftlern festgehalten, dass in das Hoheitsgebiet von Deutschland auf dem zum Zeitpunkt der Studie 82 314 906 Einwohner erfasst wurden, insgesamt 274 539 094 Einwohner leben könnten. Also genau 192 224 188 mehr!
Immerhin Frankreich trifft es noch schlimmer. Einer Bevölkerung von 63 623 209 Einwohnern will man auf 486 376 791 Einwohner bringen.

Reto Cahn | Sa, 24. November 2018 - 17:22

Solange der Strom aus der Steckdose kommt,
das Geld aus dem Automaten rutscht,
die Bildung das Smartphone ist
und die Zukunft Fahrrad fährt,
wird in diesem Land weiterhin an dem Baum der Existenz gesägt werden.

Jörg Meyer | Sa, 24. November 2018 - 17:28

Man muss nicht Politikwissenschaften studiert haben, um zu bemerken, dass die Dieseldebatte ueber Bande ein Angriff gegen den motorisierten Individualverkehr ist, und die verantwortlichen Autobauer waren so dumm, diese Flanke zu öffnen. Es ist ein Krieg des städtischen Juste Milieu gegen die Peripherie, wo das Auto unverzichtbar ist. In wenigen Jahren wird man den Energie- und Ressourcenverbrauch von Elektromobilen ins Visier nehmen. Zurück zum Lastenfahrrad, die Wirtschaft war eh von jeher das Feindbild der Linken. Ein Teil der Mitte ist so dumm, diese ökodiktatorischen Tendenzen nicht ernst zu nehmen.

Erwin Schwarz | So, 25. November 2018 - 06:30

Danke Herr Dr. Grau - wie immer Volltreffer.
Das Wort Alltagsprogressiven finde ich köstlich.
Es klingt so harmlos, was dahinter steckt ist es aber nicht. Aber diese Herrschaften meinen es
doch nur sooo gut...MfG

Claudia Overmann | So, 25. November 2018 - 11:29

Vielen Dank für diesen Bericht, der wieder einmal belegt, in welch einem ideoligisierten (Wahn-))Zustand sich dieses Land mittlerweile zu befinden scheint. Ist unsere Gesellschaft tatsächlich schon so ideologisch verblendet, dass wir es zulassen, dass rationale Denkprozesse durch irrationale Entscheidungen lahmgelegt werden? Ein Indiz hierfür scheinen die für mich nicht nachvollziehbaren Stimmenzuwächse für die Grünen zu sein. Schade, dass Sie diesen Bericht nur für Cicero-Abonnenten zugänglich gemacht haben, denn er wäre es wert gewesen, Denkanstoß für eine breite Gesellschaftsschicht zu sein.

Heiner Hannappel | So, 25. November 2018 - 11:52

Was kommt denn bald noch? Verbot der Ölheizung, ach ja Gas heizt ja auch die Atmosphäre auf, oder igittigitt die widerlichen Benziner, oh Gott nein, auch die vielen Weihnachtskerzen und Teelichter! Huch, ich vergaß den Menschen, ups, das bin ja auch ich zu erwähnen, der an allem schuld ist und die Umwelt mit seinen Flatulenzen und na ja, ich will nicht näher darauf eingehen, abzuschaffen.Gelänge das alles, wäre die Erde und ihre Natur zufrieden. Also zur Sache! Mir geht dieses links grüne Meinungsmanagement gründlich auf den Keks, dass wenn man nicht darauf hört seine Meinungsmafia (ANTIFA) jedem Missliebigen , der anders zu denken wagt, auf den Hals hetzt.Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hängt an der Autoindustrie, einem industriellen Aushängeschild Deutschlands!! Warum prangern diese Umweltfanatiker denn nicht ebenso die anderen europäischen Politiker und Autobauer an, die sich über Deutschlands suizidalen Gebaren geradezu totlachen.Der Fisch stinkt bei uns vom Kopfe her!!!

Gisela Fimiani | So, 25. November 2018 - 15:39

Die Freiheit der individuellen Mobilität, soll zu Gunsten einer paternalistischen Grppenidetität geopfert werden. Dafür wird der Bürger mit der Sorge um dessen Gesundheit belogen. In Wahrheit wird die Freiheit des Einzelnen, planmäßig und gewollt, immer mehr diffamiert, um sie letztlich beseitigen zu können.

Horst Weber | So, 25. November 2018 - 17:27

Vorgestern gab es im HR II Rundfunk eine Befragung von wissenschafltichen Experten zum Thema : "warum immer mehr Lastwagen auf den Straßen - warum seit 10 Jahren ständiger Rückgang der Bahntransporte" ? Es liegt an den staatlich festgelegten jeweiligen Kosten, die die Bahn unattraktiv machen.
Der Blick auf die Benzinversorgung an den Tankstellen zeigt seit Wochen Mangelsymptome - obwohl die Ölpreise sinken. Angeblich können die Transportschiffe nicht genug laden, da die Flüsse (z.B. der Rhein) Niedrigwasser führen.
Dann die stolze Meldung vor ca. 1 Woche, dass in
2016 oder 2017 ca, 51 Millionen Menschen in Deutschland Flieger (z.B. Jumbos) benutzt haben ! Kerosin ist sozusagen Petroleum, also ebenfalls ein Produkt der Benzinherstellung.
Wieso gibt es a) dabei keine Engpässe und wieso gibt es b) keinerlei Diskussion über den Wahnsinn des Fliegens ? Trotz der nachlesbaren Umwelbelastungen durch Kerosin-Abgase ???
Flieger werden immer noch staatlich subventioniert !!!

Peter Wagner | Mo, 26. November 2018 - 01:56

Wir deutsche machen alles 100-Prozentig. Die Messstationen werden da platziert, wo sie zu 100-Prozent, die höchsten Messwerte anzeigen! Es wäre doch gelacht, wenn wir uns nicht auch auf diesem Gebiet, selbst schweren Schaden zufügen könnten! Mit der Energiewende und der unkontrollierten Aufnahme von Millionen Menschen, die uns unter anderem, viele Milliarden an kosten verursachen, haben wir bereits unseren Hang zur Selbstzerstörung, unter Beweis gestellt!
Wir schaffen das!

Kostas Aslanidis | Mo, 26. November 2018 - 07:36

Der Staat braucht Geld und der Autofahrer muss wieder "ran". Diese Klima und Dieselhysterie, vorlallem in Deutschland, ist nur noch grauenhaft. Diesel und Benzinpreisangleich, neue "Umweltplaketten", Auflagen. Das sind dutzende von extra Milliarden. Und der Clou, die Menschen fallen darauf rein. Es gibt keinen Klimawandel, es sind ganz normale Wetteränderungen die es immer gab. Auch in der Antike schrieben Gelehrte über diese Wetterwandlungen. Was ist mit den Flugzeugen, Grossindustrie? Bessere Luft! Das Geld wird aus den Tasche der Menschen gezogen und durch die Propaganda, klatschen dieselben Menschen Beifall. Unglaublich. Nichts wird sich verändert, den es sind normale Klimawandlungen.

Norbert Heyer | Mo, 26. November 2018 - 07:57

Die Zeit der Hexenverfolgung glaubte man überwunden, dann kamen die Weltverbesserer an die Macht. Hier geht es nicht nur um den Diesel oder Benziner, es geht um die Abschaffung des Individualverkehrs. Sollte sich das Elektroauto in einigen Jahren durchsetzen, wird plötzlich festgestellt werden, dass die Herstellung und Entsorgung der benötigten Batterien sehr umweltschädlich ist. Das nächtliche Laden der Batterien mithilfe von Kohlekraftwerken verbessert die Luftqualität nicht, sie wird nur verlagert. Interessant ist die Frage, wie lange sich die Autobesitzer eine derartige Gängelung noch gefallen lassen. Neuwertige Fahrzeuge - von Seiten der Politik ausdrücklich empfohlen - verlieren dramatisch an Wert. Betrogene werden weiterhin geschädigt und eingeschränkt, für die Autobranche werden Konjunkturprogramme aufgelegt. Die jetzt eingetretene Situation war seit Jahren bekannt und nichts ist geschehen ... und noch eins: Nur in Deutschland ist die Luft so schlecht oder messen andere fairer?

Peter Huber | Mo, 26. November 2018 - 09:49

Deutschland schwingt in vielen Dingen, mit geradezu krankhaftem Eifer, zum Retter der Welt auf. Schaut man "dahinter" ist es nur "heiße Luft". Atomkraft abgeschafft - Kohlekraftwerke an. Windparks im Watt - aber keine Leitungen. Verschrottet eure Diesel oder nicht - die Erde wird sich weiter drehen. Und nehmt euch nicht so wichtig ! Eure Exporte sind übrigens zum größten Teil nicht bezahlt und werden sie auch nicht. Target II bei der Bundesbank.

Karin Zeitz | Mo, 26. November 2018 - 18:29

die Grenzwerte für Feinstaub an einem Büroarbeitsplatz höher sind als an einer innerstädtischen Straßenkreuzung gibt das zu denken. Vielleicht geht es tatsächlich darum, der deutschen Autoindustrie “das Wasser abzugraben“.

Guido Schilling | Mo, 26. November 2018 - 19:44

In Oldenburg wurde diesen Sommer an einem schönen Tag ein Marathon gelaufen. Die Strasse (Laufstrecke) mit dem Messgerät war den ganzen Tag für den Verkehr gesperrt. Ergebnis: Grenzwerte überschritten. Noch Fragen?