SPD vor dem Parteitag - Die Drama Queen

Die SPD macht es spannend: Nach dem erfolgreichen Ergebnis der Sondierungsgespräche könnten die Delegierten des Parteitags am kommenden Sonntag eine erneute Große Koalition noch verhindern. In der Rolle des klassischen Unholds: ein junger Mann namens Kevin Kühnert. Und der hat gute Argumente

Kevin Kühnert mit erhobener Faust beim Juso-Bundeskongress
Kevin Kühnert gibt sich siegessicher auf dem Juso-Bundeskongress 2017 / picture alliance

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Die Rolle der Drama-Partei reklamiert mit großen Erfolg stets die SPD für sich. Selbst wenn sich das eigentliche Drama in der CDU abspielt, die seit mehr als zwei Jahren eine Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende nicht abschütteln kann und deshalb mit einem verheerenden Wahlergebnis im September abgestraft wurde. 

Mit schlafwandlerischer Sicherheit aber lenkt die SPD die Lichtkegel auf sich. So auch jetzt nach den Sondierungen mit der Union über eine dritte Große Koalition unter Angela Merkel. Das inner-parteiliche Drehbuch, das die Sozialdemokraten sich gegeben haben, sieht vor, dass sich die mögliche Peripetie, der Kulminations- und Wendepunkt der klassischen Tragödie, bei ihnen abspielt. Erst soll am kommenden Samstag ein Parteitag über eine dritte Amtshilfe für Merkel befinden. Dann müssen noch alle Mitglieder darüber abstimmen. Die Stimmung ist aufgeladen. Wie gesagt: Drama, das können die Genossen. 

Die Aufständischen machen mobil

Erste Landesverbände, wie jener Sachsen-Anhalts, haben sich schon mit hauchzarter Mehrheit von einer Stimme (Drama!!!) gegen das Bündnis ausgesprochen. In der Rolle des klassischen Unholds: ein junger Mann namens Kevin Kühnert. Weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen, agitiert er gegen den Vorsatz des Parteivorsitzenden Martin Schulz und die gesamte Parteispitze, geschlossen in die Große Koalition zu gehen. Oder fast die gesamte Parteispitze. Denn SPD-Vize Ralf Stegner, die SPD-Maschinenpistole mit dem gegen sich selbst gebogenen Lauf, tut seit der durchwachten Nacht im Willy-Brandt-Haus das, was er am besten kann: Er stegnert. Stegnern, das ist die autodestruktive Kunst, in scheinbarer Loyalität („Ich will die Große Koalition“) größtmögliches Unheil („aber nicht so“) anzurichten. 

Eine Woche Zeit haben die Stegners und Kühnerts noch, den nicht etwa latent, sondern stark vorhandenen Widerwillen des Ochsen SPD gegen das Joch Merkel so zu steigern, dass der Parteitag in Bonn am kommenden Sonntag für Schulz schief geht und ihm keine Prokura zum Weiterverhandeln gibt.

Kühnert nimmt Schulz beim Wort

Kühnert geht konsequent vor und argumentiert gar nicht so sehr inhaltlich, arbeitet sich gar nicht so sehr an all dem ab, was aus Sicht der SPD in den 28 Seiten Sondierungspapier fehlt. Er argumentiert vor allem damit, dass ein weiteres Bündnis mit Merkel für die SPD politisch tödlich wäre. Damit attackiert Kühnert Schulz mit einem sehr guten Argument. Und obendrein dessen eigenem. Denn Martin Schulz höchstselbst hatte unmittelbar nach der Wahl genau das gesagt, was Kühnert jetzt auch sagt: dass die Große Koalition die Wahl verloren habe und die SPD für die nächsten Jahre besser in der Opposition aufgehoben sei. 

Das stärkste Argument aber führt Kühnert gar nicht im Munde. Wenn die SPD am kommenden Wochenende Martin Schulz die Gefolgschaft verweigert, dann ist sie ihn als Parteivorsitzenden los. Gar nicht wenige in der SPD würden das nicht als Kollateralschaden sondern als Kollateralnutzen begreifen, als Korrektur eines einzigen großen Missverständnisses. Und obendrein würde die SPD so das Geschäft der schwächlichen und wenig mannhaften Widersacher Angela Merkels in der CDU gleich mit erledigen.

Es wird spannend

Die politische Tragödie, die sich seit dem 24. September auf der Berliner Bühne abspielt, strebt also einem Höhepunkt zu. Vielleicht sollten in der Zwischenzeit die Chips- und Biervorräte aufgefüllt werden. Das wird ein Wochenende mit doppeltem Kick. Am Sonntag Phoenix einschalten und live dabei sein bei der Peripetie. Das, was beim SPD-Parteitag an Nervenkitzel in der Luft liegt, kann sogar mit dem Abfahrtsklassiker, der Streif in Kitzbühel, konkurrieren, der am Samstag vorher aufs Fernsehsofa lockt. Vor dieser höllisch steilen Piste am Hahnenkamm haben sogar die verwegensten Fahrer ungefähr so viel Bammel wie Martin Schulz vor seinem Parteitag.

Zu Recht.    
 

Michael Bodef | Mo, 15. Januar 2018 - 11:59

Kühnert und andere haben, genau genommen, die einzigen Argumente, die im Ergebnis ein echtes Weiterleben der SPD ermöglich, aber natürlich nicht den Marsch durch "das Tal der Tränen" ersparen...
Allerdings: auf dem Parteitag sitzen vor allem die Funktionäre, die ihre "Lebensversicherung" bei der SPD abschlossen habe, und zunächst einmal JETZT gesichert "ernährt" werden wollen..

Das Unbehagen innerhalb der SPD ist spürbar.
Es kann und darf der Parteispitze allerdings nicht wieder einmal darum gehen, Pöstchen und Positionen sowie die Altersversorgung von gewählten Abgeordneten sicherzustellen, sondern eine soziale Politik für die Kleinen Leute zu gestalten.
Das hat die SPD seit Jahrzehnten verlernt.
Deshalb kann die Entscheidung der Delegierten nur lauten: wir stimmen dem Sammelsurium, das durch Martin Schulz und die beteiligten Vorstandsmitglieder ausgekungelt wurde, nicht zu.
Wir verweigern uns, damit sich die Partei in der Oppositionsrolle regenerieren kann.
Ansonsten dürfte die Zustimmung auf unter 20 Prozentpunkte fallen, nicht erst bei der kommenden Bundestagwahl.
Eine Partei verfolgt keinen Selbstzweck, sondern sollte ihren Wählerinnen- und Wählerauftrag quasi wie eine Monstranz vor sich hertragen.
Und der Auftrag lautet: Wir wollen eine andere Politik, und zwar eine sozial-gerechtere.
Ob dies die Verantwortlichen in ihre Köpfe bekommen werden?

Eckhard Fell | Mo, 15. Januar 2018 - 12:26

Eine Groko in Folge mit Fraktionszwang bei allen Abstimmungen erübrigt das Parlament.

Eine Mission hat Herr Kühnert gewiss, er übernimmt die Aufgabe die eigentlich von den Unions-Abgeordneten geleistet werden müsste.

Hoffen wir, dass der erste Domino-Stein fällt, die weiteren fallen mit Sicherheit, und dann ist der Weg frei für die überfälligen Erneuerungen unseres schönen Landes.

Elisabeth Ellermann | Mo, 15. Januar 2018 - 12:26

Irgendwie fällt es mir schwer, diesem tatsächlichen Drama den Unterhaltungswert abzugewinnen. Verfolge ich Merkels "Regierungsstil" seit Jahren, die meinungslose CDU, die durchsetzungsschwache CSU und dazu den Oberwendehals Schulz (mit Juncker, Macron und Tsipras als Einflüsterer), dann wird mir permanent Angst und bange, mich treiben Ohnmacht und Wut, da bleibt mir vorm TV schon der erste Chip im Halse stecken.

Rolf Pohl | Mo, 15. Januar 2018 - 16:25

In reply to by Elisabeth Ellermann

... indem Sie Merkels "Regierungsstil"-losigkeit in Anführungszeichen setzten.

"mich treiben Ohnmacht und Wut" An der Stelle gehts mir wie Ihnen.
Aber, wir sollten festhalten: Die, die diese Ohnmacht und Wut verursachten und verursachen wurden und werden immer noch er- und gewählt. Das wiederum macht mich noch mal wütend auf die Lämmer die sich sozusagen sprüchwortlich, aber dennoch freiwillig, zur Schlachtbank führen lassen.

Seit Gründung unserer Republik haben wir keine schlechteren Politiker gehabt. Das ist es, was mir die Füße weghaut. Selten habe ich so verantwortungslose, irre geleitete, an Macht und Posten klebende Menschen erlebt. SPD und CDU sind auf unterstem Niveau gelandet. Und weit und breit ist keine (Ab- oder Er-)Lösung in Sicht. Mir fällt spontan kein einziger Politiker ein, der es richten könnte, wirklich keiner. Das alles in Zeiten, die unruhiger und instabiler nicht sein könnten. Es ist zum Verzweifeln.

Frau Diederichs, Sie glauben gar nicht wie sehr Sie mir aus der Seele sprechen! Mir ist nur mittlerweile überhaupt nicht mehr nach Kommentieren.
Ich warte nur noch auf den großen Knall, es erscheint mir alles sehr sinnlos in diesem Land und eigentlich möchte ich hier nur noch weg!

Anton Butz | Mo, 15. Januar 2018 - 12:31

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Prima Darstellung!

Allerdings hat Martin Schulz eine gute Chance, Parteivorsitzender zu bleiben, wenn er der Basis das Ergebnis der "Sondierungsgespräche mit offenem Ende" neutral darstellt und eine demokratische Entscheidung herbeiführt.
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Georg Egger | Mo, 15. Januar 2018 - 12:47

Der wahre Grund, dass alle Parteien nicht mit der Union koalieren wollen hat einen Namen: Angela Merkel. Das hat Cicero schon laaaaaange verstanden. Die Hofberichterstatter aus ARD, ZDF und noch einiger dazu leben hingegen in einer eigenen Welt...

Jochen Frieler | Mo, 15. Januar 2018 - 12:52

Man muss als Partei schon sehr versagt haben, wenn die Kritiker aus den eigenen Reihen argumentieren, man wollte künftig lediglich nicht sterben.
Und bei aller historischen Ehre und sicher gutgemeinten Solidarität der SPD, wie lange will man sich noch der linksradikalen Agenda hinterherwerfen und bei deren scheitern ständig neue Projekte beginnen?
Warum nicht lieber Freiheit und Liberalismus als eine Bekämpfung von rechten Inhalten mit linken Inhalten? Wer sagt eigentlich, die SPD müsse nur links sein?

Gunvald Steinbach | Mo, 15. Januar 2018 - 12:54

Prima Vorschlag, Herr Schwennicke! Nun werden wir also mit frisch aufgefüllten Chips- und Biervorräten (*zisch) dabei mitfiebern (was bleibt jetzt auch noch anderes übrig?), ob die SPD-Deligierten des Parteitages und die SPD-Mitglieder die GroKo noch abwenden wollen. Eine GroKo, die D unweigerlich weiter an den Abgrund und darüber hinaus führen wird. Was in diesem Land gerade läuft, werden zu viele von uns wohl erst feststellen, wenn die Chips- und Bierregale (bzw. Shrimps- und Weinregale) tatsächlich leer sind. Das kann noch viele Jahre dauern, denn man muss das Wahlvolk ja bei Laune halten. Solange werden wir zwischen Comedy, Talk, Doku-Soaps und WhatsApp-Stress auch mal kurz schauen, was die Politik so macht und unser Schicksal weiterhin vertrauensvoll in die Hände der Führungselite legen. Selber schuld! Ich geh noch mal zum Kühlschrank (*plopp), mir kommt das Gro.. Ko....! Hut ab vor Leuten wie Kühnert, die wenigstens aufbegehren. Ob es der SPD noch helfen wird? (*zisch/gluck)

Udo Dreisörner | Mo, 15. Januar 2018 - 12:56

Ich bin auch gespannt und wünsche mir das komplette Drama.

Christa Wallau | Mo, 15. Januar 2018 - 12:56

Ich kann mir vorstellen, lieber Herr Schwennicke, wie Ihnen als dieser Partei Nahestehendem angesichts der desaströsen Lage der SPD das Herz blutet u. Sie sich nur noch mit Begriffen wie "Drama" u. "klassischer Tragödie" zu helfen wissen. Das soll Fallhöhe andeuten.
Meines Erachtens sind alle diese Begriffe viel zu beschönigend. Auch für die CDU, wo sich ja ähnliche Abstiegsprozesse abspielen, gilt dies. Längst sind beide "Volksparteien" degeneriert. Die "alte" SPD und die "alte" CDU mit ihren Markenkernen und ihrer Orientierung am Wohl des deutschen Volkes gibt es schon l a n g e nicht mehr.
Persönlichkeiten wie Adenauer und Schumacher
würden sich mit Grausen von den Heutigen in
"ihren" Parteien abwenden.
Was sich jetzt abspielt, ist ein Akt in einem miserablen S c h m i e r e n t h e a t e r, das sich noch demokratisch legitimiert nennt, dies aber schon lange nicht mehr ist; denn die Kritiker
(= Abgeordneten) werden ihrer Aufgabe nicht gerecht; sie sind zu Claqueuren verkommen!

... demokratisch, legitimiert nennt, dies aber schon lange nicht mehr ist"
"Schmierentheater", ich ergänze um, mit schlechtester Besetzung, kennzeichnet die Lage gut liebe Frau Wallau.

Allerdings, demokratisch legitimiert sind die Beteiligten trotzdem. Wurden sie etwa nicht mehrheitlich in freien Wahlen jeweils er und gewählt?

Also, auch mal die eigene Nase/Seite betrachten. "Eigene" ist in dem Fall nicht zwingend, persönlich gemeint. ;-)

lieber Herr Pohl.
Die freie Wahl der Bürger, von der Sie sprechen, bezieht sich nur
auf Parteien und Personen, die sich hinterher nicht so verhalten m ü s s e n,
wie sie es vorher zugesagt haben. Es ist ein Fehler des deutschen Systems, welches sich demokratisch nennt, aber nichts anderes ist als eine Pseudo-Demokratie.
Jeder einzelne Bgeordnete müßte sich immer bei seinen Entscheidungen rückkoppeln an die Wähler seines Wahlkreises. Das geschieht aber nicht. Im Gegenteil: Fraktionsdisziplin und das Wohl der Partei "an sich" sind die entscheidenden Faktoren für ihn bei Abstimmungen. Wie das Entstehen der Meinung in der Fraktion abläuft, ist meistens völlig intransparent.
So verkommt Demokratie zu einer Attrappe.

... die sich hinterher nicht so verhalten m ü s s e n, wie sie es vorher zugesagt haben."
Wenn z.B. "Sie, ich" diese Erfahrung mit Parteien und Personen machten, müssen "wir" die doch nicht erneut wählen.
Am Beispiel Regierungs und Kanzlerinnenversagen im Herbst 2015 ist`s leicht zu erkennen. Dennoch wurden, wenn auch mit ziemlichen Verlusten, CDU-CSU-SPD soweit in ausreichender Zahl gewählt, dass sie imstande sind ggf. erneut eine sog. große Koalition zu veranstalten. Das sogar wieder mit der vor gut zwei Jahren Verantwortlichen Nr. 1 an der Spitze.
Das ist gemeint mit dem "auch mal an die eigene Nase und Wahlentscheidung denken".
Die Verluste waren eben nicht derart hoch, dass etwa ein gravierender Politikwechsel anstünde. Das ist schlicht und ergreifend ein zwar wenig plausibles Ergebnis einer aber doch immerhin geheimen und freien Wahl, ohne jeden Zwang.

Jeder Abgeordnete müsste sich stets rückkoppeln. Na ja, das wär ziemlich umständlich.
Es genügt künftig Vertrauensentzug

Hans Voegtle | Mo, 15. Januar 2018 - 12:58

Einfach nur grossartig! Gratulation zu diesem Artikel und Grüsse aus der Schweiz
Hans Voegtle

Nur Hamanda | Mo, 15. Januar 2018 - 13:05

...wann bekommt die SPD schon die Gelegenheit eines solchen Blattschusses. Blöd, wenn sie das nicht nutzen würde.
Blöd aber auch, dass es ihr nichts nutzen wird. Die SPD ist fertig, wenn sie eher die Interessen von dubios Zugewanderten vertritt, von europäischen Schuldenstaaten und die eigene Klientel sich mit Centbeträgen abgefüttert fühlt. Das geht nicht gut.
Insofern hilft sie damit mehr der CDU die Dame Merkel loszuwerden.
Und außerdem erfüllt sie einen gottgesandten Auftrag: Die AfD darf nicht stärkste Opposition sein.
Im Endeffekt aber dann doch: Win Win Win = but lost.

Reinhard Czempik | Mo, 15. Januar 2018 - 13:16

Anstatt die alten Zöpfe noch länger wachsen zu lassen,wären die SPD-Mitglieder gut beraten auf die Jugend zu hören und einen Neuanfang à la Macron zu wagen. Nach einer Ablehnung der GroKo wünsche ich mir Neuwahlen ohne die 3 alten Knacker und Wahlverlierer Merkel, Seehofer und Schulz. Junge unverbrauchte Leute mit frischen Ideen müssen her, die die Fenster aufreissen, damit wir alle nicht im abgestandenen Merkel-Mief ersticken. Aber wer solls machen?

andere Ideen hat als die Parteivorsitzenden. Sie tragen alles mit, seit Jahren. Wahrscheinlich haben sie bemerkt, daß mit der neuen Groko, die SPD, marginalisiert wird.
Nachdem Schulz wieder eine grosse Lippe, Bach dem Wahldesaster riskiert hat. Irgendwas von Nie!
Inhaltslose, leere Patronenhülse ist die SPD. Die Jusos waren die Teddynärenwerfer von 2015. Nur wenn sie entgegensteuern, haben sie noch eine geringe Chance. Die illegale Migration, vor allem Muslimisch, ist das alles beherrschende Thema. Wenn es nicht mal erkannt wird, ist alles nur Show.

Simon Tanner | Mo, 15. Januar 2018 - 13:59

Im Grunde müsste die SPD die nächsten Jahre in eine Art Selbstfindungsseminar abtauchen. Was will diese Partei eigentlich? Politik gestalten offenbar nicht wirklich. Herr Schulz hat die Standfestigkeit eines Wetterhahnes, die Mindesthaltbarkeit seiner Verlautbarungen - Überzeugungen wäre zu hoch gegriffen - haben ein rasches Verfallsdatum. Einzige Konstante: er will ein wichtiges Amt. Diesen Wunsch teilt er mit Frau Merkel und Horst Seehofer. Unterdessen dreht die Welt sich weiter und drei ältere Herrschaften führen ein mäßig interessantes Schauspiel auf. Die Bürger, die Zuschauer, sind zunehmend gelangweilt. Könnte man nicht einfach eine Art Präsidialdemokratie einführen und Merkel auf Dauer inthronisieren? Das Ergebnis wäre das gleiche (Die Kanzlerin bleibt auf immer und ewig) und es wäre weitaus preiswerter.
Die Queen ist doch auch mit über neunzig noch im Amt...
Dienstwagen und Posten für alle Mitglieder des Bundestages, für die SPD-Mitglieder zusätzlich Therapiestunden.

nayerhans | Mo, 15. Januar 2018 - 14:01

DIE Streif, nicht 'der Streif'. Folglich auf der Streif, nicht auf dem Streif. Allerdings kann man da auch neben DER Streif einen guten Butter essen. LG

Sepp Hager | Mo, 15. Januar 2018 - 15:21

In reply to by nayerhans

Das Hahnenkamm - Abfahrtsrennen auf der Streif findet traditionsgemäß immer
an einem Samstag statt.
LG
Sepp Hager

Constantin Wissmann | Mo, 15. Januar 2018 - 15:22

In reply to by nayerhans

Guten Tag Herr Nayer, 

 

Sie haben Recht! Vielen Dank für den Hinweis, haben wir korrigiert. 

Beste Grüße (CW, Online-Redaktion)

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 15. Januar 2018 - 14:02

In der SPD war die einhellige Meinung, die nächsten 4 Jahre in der Oppositionsrolle zu verbringen. Der Wähler (und damit auch die eigene Klientel) hat sie dafür abgestraft, die spontanen politischen Entscheidungen Merkels ohne Beteiligung des Parlaments widerspruchslos zu unterstützen. Dadurch entstand der Eindruck der Koalitionäre als „Einheitspartei“.
Während sich „abgehängte“ Wähler Sorgen um Ihre Zukunft in dieser bunten Republik machen, kümmern sich die Regierenden dem Empfinden nach nur um das Thema Integration. Jahrelang war für dringend notwendige Sanierungen kein Geld da, jetzt erfährt der Wähler, dass trotz der großen Summen für die Flüchtlinge ihm nichts genommen würde. Dabei fehlt es an Lehrern, Polizisten, Ärzten und sogar an Studienplätzen für Medizin, weil die über die Jahre reduziert wurden.
Was steht in dem Sondierungspapier? Nur Wohltaten, die Städte, Gemeinden und Länder zu zahlen haben. Was kann der Bürger von dieser neuen Regierung erwarten?

Joachim Wittenbecher | Mo, 15. Januar 2018 - 14:20

Kevin Kühnert ist anders als bisherige JUSO-Vorsitzende; er scheint pragmatisch zu sein. Er vermeidet den ganzen linken Theorie-Schwulst und ist deshalb umso gefährlicher für den GroKo-Flügel der SPD; Herr Schwennicke bemerkt zu recht, dass er - Kühnert - weniger inhaltliche sondern strategische Vorbehalte gegen die GroKo hat. Hier kommen wir zu des Pudels Kern - und der heißt Merkel; keiner in der Staatsspitze sagt es, alle wissen es: Keiner will mit Merkel regieren - deren Doppelstrategie aus Besetzen fremder Programmpunkte und Verhungern lassen des Koalitionspartners ist dessen Untergang. Merkel hat noch 3 Hürden vor sich: SPD-Parteitag, SPD-Mitgliederbefragung und geheime Wahl des Bundeskanzlers. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass bei einer dieser Hürden etwas nicht planmäßig läuft; es wäre Merkels politisches Ende. Und dann wäre sogar der deutsche Michel von dem Vorwurf der Schlafmützigkeit befreit, denn er hätte das Wahlergebnis produziert, über das Merkel gestolpert wäre.

Kostas Aslanidis | Mo, 15. Januar 2018 - 16:51

In reply to by Joachim Wittenbecher

strategische Vorbehalte geht und nicht um Inhaltliche, ist er eine totale Fehlbesetzung. Die Groko kommt, die SPD ist am Ende. Die SPD ist unwichtig. Wichtig ist das wieder vernünftige Leute regieren. Es schlittert richtung Eisberg. Das die eigenen Leute nicht geholfen werden, stattdessen Wildfremde, ist Realsatire. Menschen die dieses Land aufgebaut haben, werden mit einem Butterbrot abgespeist und in die Ecke gedrängt. Schändliche Politik. Pfui Teufel. Die Zeit der schönen Worte sollte vorbei sein. Die Angst überwinden und auf die Rechte beharren.

ferdinand Amberger | Mo, 15. Januar 2018 - 17:53

In reply to by Joachim Wittenbecher

Herr Wittenbecher,
Sie machen mir wenigstens noch etwas Mut

Uwe Dippel | Mo, 15. Januar 2018 - 14:25

Gefehlt hat in Ihrem Kommentar, Herr Schwennicke, allerdings dass Stegner jetzt das grosse Wort als Sprecher für 'Nachverhandlungen' führt.

Derselbe Stegner, der in der letzten Verhandlungsnacht aus lauter Langeweile beim Skatspiel ertappt und photographiert wurde.

Man sollte meinen, er könnte auch den Pin gezogen und statt der Handgranate weggeworfen haben.

Ich denke, dieser Herr wird maßlos überschätzt. Man sollte (auch die kleinen) Politiker nicht am vorgeblich "hohen" show- Wert messen und der daraus resultierenden "Medien- Aufmerksamkeit". Es würde nichts fehlen, wenn der Mann von heute auf morgen in den Vorruhestand verschwände.
Für mich ist es eher ein "Lautsprecher", dem nur noch der mißmutige Ton einer mittlerweile ausgeleierte Schelllackplatte entweicht... Ich denke, das ermüdet nicht nur den letzten abgestumpften SPD- Wähler, sondern auch seine früheren "follower". Die SPD muß sich langsam entscheiden, wohin es gehen soll: will sie sich nun wirklich weiter in Richtung einer Funktionärspartei mit 10-15 % Nostalgie-wählern entwicklen, oder als "Volkspartei" neu definieren. Wenn sie das Letztere will, braucht sie allerdings ein komplett erneuerte Führung, nicht nur auf Bundesebene, aber auch in vielen Bundesländern...
Damit dieser Kommentar nicht als SPD- "bashing" erscheint.. : die CDU Probleme sind vermutlich noch größer.

Achim Scharelmann | Mo, 15. Januar 2018 - 14:28

Man darf nicht vergessen, daß Schulz immer noch einer der größten Interessensvertreter der Brüsseler Europapolitik ist und er sich bei Eintritt in eine erneute große Koalition direkt deren Interessen zu Nutze macht was zwar Brüssel nützt, aber dem normalen Sozi im Ruhrgebiet relativ wenig. Dieser Mann ist eigentlich aufgrund seiner jahrelangen Aktivitäten in Sachen Europa innerlich gespalten und somit nicht der perfekte Sachwalter Deutschlands, was aber für die nächsten 4 Jahre absolut erforderlich wäre. Einige haben dies innerhalb der SPD erkannt und wollen einen weiteren Abstieg unter Schulz und seiner Politik verhindern, denn eines ist auch klar, er hat nur durch den Verlust seines Amtes Anschluß gesucht und das dürfte deshalb weniger Herzensangelegenheit gewesen sein, vielmehr Selbsterhalt und den Vogel hat er noch mit der Bemerkung abgeschossen, wenn es halt mehr Flüchtlinge sind, dann sind es halt mehr. Das zeugt nicht vordergründig von deutschen Interessen, eher auf eigene.

Hanno Woitek | Mo, 15. Januar 2018 - 14:33

Nach dem von MartinSchulz am meisten genannten Argument im Kanzler-Kandidaten Duell "da hat Frau Merkel Recht", muss man sich nicht wundern, so gut wie keine Kernthemen der SPD im Sondierung Papier wieder zu finden. Da hat sich der SPD-Chef ganz fein selbst zum Herrn Würselen-Wurz deklassiert. Hoffentlich sind die Delegierten so mutig und lehnen ab.

Karin Zeitz | Mo, 15. Januar 2018 - 14:39

war der größte Fehlgriff der SPD. Wie konnte sie einen Politiker, den sie selber einst nach Brüssel “entsorgt“ hatte und der nun von dort wieder “weggelobt“ worden ist, jemals an ihre Spitze stellen? Mit seiner “Richtigstellung“ der Sondierungsergebnisse im ZDF macht er sich völlig unglaubwürdig. Zur nächsten Bundestagswahl wird die SPD glücklich sein, wenn sie in die Nähe von 20 % der Wählerstimmen kommt. Der Niedergang der einst so stolzen Arbeiterpartei scheint mit solchen Spitzenfunktionären unaufhaltsam.

Sepp Kneip | Mo, 15. Januar 2018 - 15:05

Aber, Herr Schwennicke, haben sie denn noch nicht begriffen, dass Schulz und die SPD nur der vom Bundespräsidenten eingeforderten "Staatsbürgerlichen Verantwortung" nachkommen? Nur deshalb nimmt man die Mühe auf sich, wieder in eine Regierung mit Merkel zu gehen. Aber Spass beiseite, was sich unsere "großen" Parteien derzeit liefern, ist wohl an Schwachsinn nicht zu überbieten.

Natürlich will die Union eine GroKo, weil Merkel wieder Kanzlerin werden soll. Und die SPD hat ihren ersten Schritt nach der Wahl in die Opposition wieder zurück gemacht. Dabei weiß man doch, dass die erste Reaktion nach einem solchen Ereignis immer die richtige ist. In der Tat hätte die SPD zwei Fligen mit einer Klappe erledigen können. Die verhasste Merkel abservieren und Schulz gleich mit. Aber was die Partei-Granden nicht konnten, können vielleicht die Jungen und die Basis. Es wäe ihnen zu wüschen.

Reinhard Oldemeier | Mo, 15. Januar 2018 - 15:13

Nichts ist in der Politik so gefährlich, wenn man sich vorzeitig aus der Deckung traut.
Martin Schulz hat diesen Fehler begangen. Herr Schwennicke hat recht, wenn der Parteitag den Koalitionsverhandlungen nicht zustimmt, kann Martin Schulz gleich von Bonn nach Würselenen fahren ohne den Umweg nach Berlin zu nehmen. Was soll er da noch?
Seine Vorhaben sind gescheitert. Somit ist seine Tätigkeit als Vositzender der SPD nur Makulatur und die Partei in eine neue Zukunft zu führen passe.
Wer behauptet er könne als Vorsitzender bleiben macht ihn nur lächerlich und schadet dem Amt.
Aber wer meint die Partei würde bessere Ergebnisse erzielen, der irrt sich gewaltig. Die Verzwergung der SPD geht dann nur in eine neue Runde. Wer dann auf das Schafott geführt wird, ist klar, der Juso–Vorsitzende Kevin Kühnert. Denn die Jusos sind zwar die Spasstruppe der SPD aber das würde Ihnen nicht verziehen werden. Somit gilt der gute alte Satz man liebt den Verrat, aber man hasst die Verräter.

Herr Oldemeier, in einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen. Im Jahr 2005 stürzte die ehemalige Juso-Chefin Andrea Nahles den damaligen SPD-Vorsitzenden Müntefering dadurch, dass sie um die Position des SPD-Generalsekretärs in eine Kampfkandidatur mit dessen Personalvorschlag gegangen ist. Ihre These, dass der Verräter gehasst wird, scheint wohl im richtigen Leben zu gelten, bei der SPD scheinen aber andere Gesetze zu wirken. Der Karriere von Frau Nahles hat es nicht geschadet, vermutlich wird sie sogar bald Herrn Schulz als SPD-Vorsitzende nachfolgen.

Tim Cramer | Mo, 15. Januar 2018 - 15:27

...das würde sicherlich nicht schaden. Ich verstehe nicht, warum deutsche Politiker und Medien es nicht schaffen, den Blick beispielsweise nach Österreich zu richten. Die Verhältnisse und Entwicklungen, mit denen wir uns gerade herumschlagen, haben die Österreicher schon durchlebt. Daß der Widerstand in der SPD gegen eine neue Regierungsbeteiligung zunimmt, scheint mir der größeren Weitsicht von einigen (jüngeren) Protagonisten geschuldet zu sein. Doch auch die CDU/CSU sollte nicht frohlocken: Man muß kein Prophet sein, um den Absturz bei der nächsten Wahl vorauszusehen. Vier Jahre geschwollene Worte und das Lavieren bei grundsätzlichen Problemen werden allen etablierten Parteien schaden...

Wilhelm Maier | Mo, 15. Januar 2018 - 15:43

nach 24 Stunden Maraton!- kann („Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“) oder muss doch auch was schief gehen. Warum nicht 3-mal oder auch 5-mal 8-(Acht) Stunden ?.
Für mich immer unverständlich.

Wolfgang Tröbner | Di, 16. Januar 2018 - 11:15

In reply to by Wilhelm Maier

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Und da das ja nicht das erste Mal ist, dass Merkel solche Marathon-Sitzungen abhält (man erinnere sich an zahlreiche ähnliche Sitzungen, z.B. um den Euro zu "retten"), kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dies zum Teil der Show gehört. Um dem Volk vor Augen zu führen, wie man sich abrackert und müht! Merkel inszeniert sich gern als Arbeitstier und Macron als absolutistischer Herrscher.

Rudolf Bosse | Mo, 15. Januar 2018 - 15:55

Hat eigentlich das ganze Drama was mit der AfD zu tun??

Bernhard Kopp | Mo, 15. Januar 2018 - 16:38

Wir haben gewählt, der Bundestag ist konstituiert - und wird mit ca. 100 Mio € Gesamtaufwand pro Monat von allen bezahlt - wir haben das Recht eine adequate Gegenleistung zu verlangen. Diese werden wir nur bekommen, wenn der konstituierte Bundestag, der allein das Mandat der Wähler hat, und damit die demokratische Legitimation, verpflichtet wird, innerhalb von 30 (40, 50 ?) Tagen nach Konstituierung einen Bundeskanzler zu wählen und eine Regierung zu vereidigen. Sollten sich die gewählten Abgeordneten weigern dies zu tun, dann müssten sie das Mandat unter Verzicht auf Bezahlung zurückgeben - Neuwahlen. Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit, Programme und Kandidatennominierung, nach den Wahlen hat aber nur der Bundestag die Macht, die vom Volke ausgeht. Wir dürfen den Parteien nicht erlauben mit dem Land 'Schlitten zu fahren' oder ihre taktischen Schaukämpfe vorzuführen.

... solange es "Tafeln" gibt und der gutmütige Durchschnittsbürger ohne Gegenwehr für die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast aufkommt und er freilich nach "unten" treten kann u. ihn Privilegien (Mittelschicht) einräumt, wird nix passieren!

Ohne direkte Mitgestaltung in den politischen Entscheidungen wird es aber keine Politik geben die dem Mehrheitsinteresse entspricht. Deswegen will Merkel auch keine Minderheitsregierung, die dem Parlament ausgeliefert ist. Merkel & Schulz machen Basta-Klientelpolitik - zuerst für sich und dann für die Arbeitgeber, Beamten, Vermögenden, Besserverdienenden und sonstige Lobbyisten.

Hanns Baum | Mo, 15. Januar 2018 - 16:53

Oha, Herr Schwennicke, die Formulierung ist in Gender-Zeiten sehr gewagt, im Hinblick auf die vor Frau Merkel Kuschenden aber treffend. Im übrigen eine köstliche Betrachtung, wenn der ernste Hintergrund nicht wäre. SPD wie CDU haben sich in eine Sackgasse manövriert, aus der beide, weil sie wenden müssen, nur noch mit heftigen Blessuren herauskommen können; das Wundenlecken und der Neuanfang werden beide lange beschäftigen... Staat und Gesellschaft jedenfalls müssen die nächste Zeit im Krisen-Modus verbringen und man kann nur hoffen, dass von außen oder innen keine Probleme auftauchen, welche zum Desaster führen.

Armin Latell | Di, 16. Januar 2018 - 11:02

In reply to by Hanns Baum

Herr Baum, der Staat befindet sich faktisch seit 2015 im Krisenmodus, ein Zustand, in dem die Oberregierende "auf Sicht" fährt. Innere Probleme, wer wüsste das nicht, gibt es genügende, man könnte das auch als "Desaster" umschreiben. Ihre Formulierungen sind im Wortsinn richtig, nur bei Zeit und Grammatik muss ich widersprechen, Konjunktiv und Zukunft stimmen nicht.

Wolfgang Schneider | Mo, 15. Januar 2018 - 16:57

Ein wunderbarer Kommentar! Meiner Meinung nach kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in dem propagandistisch aufbereiteten Sondierungstheater die SPD eigentlich gar keine Koalition eingehen möchte. Herr Schulz hatte das ja von vornherein verkündet. Dann soll man es eben lassen!
Köstlich die Definition von "stegnern"! ich empfehle die Aufnahme in den Duden.

Gottfried Meier | Mo, 15. Januar 2018 - 17:09

Das wäre eine gute Chance Merkel los zu werden. Eine Minderheitsregierung würde nicht lange gut gehen. Ich hoffe die SPD enttäuscht mich wenigstens dieses Mal nicht!

Volker Simoneit | Mo, 15. Januar 2018 - 17:33

sind an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten. Sie wollen einzig und allein ihren Job nicht verlieren und in der Bedeutungslosigkeit versinken. Sie sind sich auch nicht zu schade, ihre rechnerische Mehrheit als Wählerwillen zu deklarieren. Da ist Herr Kühnert erfrischend anders. Seine Meinung, insbesondere in der Flüchtlingspolitik, teile ich überhaupt nicht, aber er hat in dieser Phase eine klare Richtung. Ein Minus von 14% ist eine klare Aussage des Wählers. Ein Votum von fast 13% für die AFD ist ein weiteres klares Zeichen. Das ergibt einen Wählerwillen, der den Politikopas nicht gefällt, aber einen Wählerwillen ausdrückt. Erstaunlich die Position des Parlaments, das seine Rolle als bestimmende Legislative fast aufgegeben hat. Herr Kühnert, räumen Sie auf mit den Sozis und eigensüchtigen Politikergreisen. Vielleicht kommt hier ein deutscher Kurz.

Jacqueline Gafner | Mo, 15. Januar 2018 - 17:44

der SPD-Fraktionspräsidentin und den vollmundigen Ankündigungen von "Martin-Martin-Martin" noch am Abend der klatschenden Wahlniederlage zur künftigen Rolle der GenossInnen im Bundestag? Doch egal, über die SPD noch viele Worte zu verlieren, erübrigt sich nicht erst seit der jüngsten Wendung im angestrengten Versuch, Neuwahlen um jeden Preis zu verhindern. Weit ärgerlicher und auch gefährlicher für den Glauben der Bevölkerung in die Werthaltigkeit der deutschen Parteien-Demokratie und das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen darauf, das vergleichsweise hohe Wohlstandsniveau in Deutschland annähernd halten zu können, ist das Verhalten der Union, die sich inzwischen selbst von eigentlichen Kernstücken ihres offiziellen politischen Credos gelassen lächelnd verabschiedet hat. Hauptsache, ihre sattsam bekannten Exponenten bleiben im Amt, an der Seite von wem und zu welchem Preis spätestens ab 2022 auch immer. Das ist eine politische Bankrotterklärung, die ihresgleichen in Europa sucht.

Helga Raun | Mo, 15. Januar 2018 - 18:19

nicht einmal eine Grundrente schafft nach 35 jahren (in Ösiland ist das schon nach 30 Jahren) aber dafür Millionen ins Land läßt auf Kosten der Armen um die 17 Mio. und auf Kosten (halbe Billion ) der noch arbeitende Bevölkerung, dann ist das Ende nicht mehr weit...
Es ist auch egal, der nicht so sieht...

Klaus Jürgen Bremm | Mo, 15. Januar 2018 - 18:41

alten Tante "SPD" nicht verstanden. Ohne neue Köpfe nutzt ihr auch die Opposition nichts. Da eine Regeneration mit Schulz, Gabriel und Nahles niemals gelingen wird, egal ob in der Opposition oder in einer GroKo, ist es doch für sie besser, sich noch ein paar gute Momente zu verschaffen und schnell zu "Mama Merkel" auf das Heck der Titanic springen.

Manfred Gimmler | Mo, 15. Januar 2018 - 19:45

Weder die Granden der „Volksparteien“ noch deren Funktionäre noch die angeblich den Aufstand probende „Opposition“ befinden sich untereinander in einem Wettbewerb der Ideen zur Lösung der durch die Irrfahrt der Kanzlerin entstandenen Probleme des Landes. Alle erweisen sich jedoch als ausgewiesene Kenner des politischen Betriebes, wo die Behandlung von Scheinproblemen dem unter Apathie und schwindender Urteilskraft leidenden Bürger als Weitsicht und Tatkraft vorgegaukelt wird. Und mit Blick auf das Zeilengeld begleiten viele deutsche Journalisten diesen politischen Unsinn, statt zu recherchieren, zu kontrollieren und zu hinterfragen.

Ein Student der Politikwissenschaften – noch ohne große Lebenserfahrung, aber immerhin schon JUSO-Vorsitzender – avanciert nicht nur zum Hauptdarsteller im Merkel-Schulz-Drama, sondern sogar zum Hoffnungsträger feiger CDU’ler, müder SPD’ler, ehemaliger Jamaika-Sondierer und quacksalbernder Journalisten.

SPD-Parteitag auf Phoenix? Mit mir gewiß nicht!

Heidemarie Heim | Mo, 15. Januar 2018 - 20:35

Selten so gelacht! Der gute Mann schaffte es kürzlich, die Nachfragen der Presse bezgl. der Sondierungsergebnisse auf die immense Summe von "3" zu begrenzen, indem er auf jede mit einem 10-minütigen Monolog antwortete, woraufhin sich der konzentrierteste Zuhörer hinterher nicht mehr an die Ausgangsfrage erinnern konnte. Das hat er wirklich ( EU-Training? ) drauf! Ich empfehle daher in Bonn für Delegierte wie Besucher des Parteitages die Installation sogenannter Müdigkeitserkennungssysteme auf den Plätzen, sowie nach deren s i c h e r e n Aktivierung zusätzlich einen Totwinkelwarner. Für den couch-surfer statt Bierkiste lieber Energy-Drink-Vorrat mit Koffeinvergiftungspotential;-). Doch bei aller wie auch immer getroffenen Vorsorge, genießen werden dieses Spektakel am meisten die 3.stärkste Partei und ihre Wähler, me too. MfG

Ulrich Jarzina | Mo, 15. Januar 2018 - 22:25

Ich denke, seit dem 24.9. kann es nicht mehr um eine "Große", sondern lediglich um eine "schwarz/rote" Koalition gehen. In der Geschichte der BRD gab es dreimal eine Große Koalition, zweimal mit Merkel als Regierungschefin, einmal unter Kiesinger. Jedes mal hat die Regierung eine komfortable 2/3 Mehrheit und war in diesem Sinne "lagerübergreifend", da sich zwei Riesen zusammentaten.
Aktuell kämen Union und SPD auf 53,4 %. Das ist weit entfernt von dem, was in der BRD bisher für eine große Koalition üblich war. Es liegt sogar weit unter dem, was in Weimar als "Große Koalition" galt. Stresemann I & II, sowie Müller II waren alle bei 57-58%. Also sprechen wir doch einfach von schwarz/rot und reservieren den Begriff "Große Koalition" für Bündnisse wie Union+FDP+AfD oder SPD+Linke+Grüne. Anders ist eine verfassungsändernde Mehrheit derzeit nicht zu erreichen.
Das was gerade in Berlin stattfindet sind keine Verhandlungen zwischen Riesen, sondern zwischen zwei gerupften Hühnern.

Holger Stockinger | Mo, 15. Januar 2018 - 22:27

und schon erhöht sich das Kindergeld.
Ein schweizer Rappen ist kein schwarzer Gaul.

Die JUSOS mit Nahles "an der Spitze" wollen uns Mutti verhindern?

Wenn die FDP eine Umfallerpartei war, ist es die SPD dreifach ein Hoch auf Würselens Genosse unter uns!

Fritz - Ulrich Hein | Mo, 15. Januar 2018 - 22:51

Martin Schulz war bei den Sondierungsgesprächen die EU immer wichtiger, als die BRD mit ihren Bürgern - man muss ihn nur reden hören. Auf jeden Fall war es der Aufwand wert, was die Sondierung für die SPD hergab. Darum NEIN zur GroKo. Soll doch Frau Merkel selbst die Politik in einer Minderheitsregierung der deutschen Bevölkerung und den Abgeordneten erklären und auf Zustimmung hoffen. Macht sie eine vernünftige Arbeit, wird man ihr auch folgen. Aber kann Frau Merkel Politik? Den Nachweis ist sie bis jetzt schuldig geblieben - andere haben die Arbeit gemacht und sie hat nur abgenickt und sich mit dem Erfolg gebrüstet.

Ulrich Jarzina | Mo, 15. Januar 2018 - 23:13

Die großen Parteien unseres Landes, allen voran die SPD, befinden sich in einer tiefen Identitäts- und Relevanzkrise. „Wir müssen die Frage beantworten: Wofür braucht es die SPD heute noch?“, sagte Frau Ueckermann einmal. Ähnliches gilt auch für die Union, deren Krise vollends dann ausbrechen dürfte, wenn Merkel eines Tages ihren Posten geräumt haben wird.
Die Krise dominierte auch die Sondierungen, bei denen ich übrigens bis heute nicht verstanden habe, wie man Verhandlungen als "Sondieren" bezeichnen kann, wenn deren wichtigsten Vertreter sich jeden Mittwoch am Kabinettstisch treffen.
"Sondieren", so dachte ich bisher, findet zwischen zwei Seiten statt, die bisher wenig miteinander zu tun hatten und daher nicht wissen, ob sie gut miteinander können.
Man kann nun aber beim besten Willen nicht sagen, dass die Spitzen von Union und SPD sich nicht kennten, im Gegenteil.
Eher hat man in den vergangenen Wochen gesehen, wie sehr sich die Parteispitzen von ihrer Basis entfremdet haben

Hubert Sieweke | Di, 16. Januar 2018 - 01:25

Es geht um die einzige Triebfeder der MdBs und ihrer vielen Mitarbeiter: Geld, Ämter, Pfründe...
Gabriel will Minister bleiben, Oppemann und Stegner sowie Schulz es werden. Die Mehrheit steht längst. Ob die Mitglieder zustimmen?

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 16. Januar 2018 - 09:39

In der SPD 'stegnert' es gewaltig, deshalb NEIN zur SPD!

Armin Latell | Di, 16. Januar 2018 - 10:02

Eine treffliche Um- oder Beschreibung der Eigenschaften und Fähigkeiten des Sympathieträgers der SPD Stegner. Der Ochse SPD gegen das Joch Merkels, da habe ich mich echt amüsiert. Danke dafür. Nicht so amüsant ist der tatsächliche Versuch, die abgewählte GroKo wieder aus der Asche aufsteigen zu lassen. Ich hoffe, dass der Wind kräftig genug ist, diesen Phönix in alle Winde zu zerstreuen. Besser eine schwache SPD in der Rolle des Oppositionsführers im Parlament denn als mitverantwortliche Regierungspartei. Destruktive Politik können m.M.n. beide Protagonisten der Bevormundung und Entmündigung der Bürger gleich gut. Ich wünsche uns eine Minderheitsregierung der Merkel, deren alternativloses „weiter so“ nicht mehr widerspruchslos möglich wäre, weil es jetzt eine wirkliche Opposition im Bundestag gibt, und zwar nicht nur eine.

helmut armbruster | Di, 16. Januar 2018 - 10:05

Die SPD wurde 1863 gegründet, hat mehrere politische Systeme in D miterlebt und überlebt. Jetzt scheint sie am Ende zu sein.
Das müsste nicht sein, denn an sozialen Themen ist in D kein Mangel, auch wenn es uns angeblich so gut geht wie noch nie.
Hier zwei Vorschläge für welche sich die SPD einsetzen sollte und eigentlich auch müsste:
1. lt. OECD-Bericht hat D die zweit höchste Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Abgaben
http://www.oecd.org/berlin/presse/belastung-durch-steuern-und-abgaben-i…
2. in Europa ist D das Land mit der zweit niedrigsten Wohneigentumsquote. Nur 51,7% leben in eigenen vier Wänden
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigen…
Und das soll das reichste und wohlhabendste Land in der EU sein?
Hier wäre die SPD gefragt etwas zu unternehmen. Aber nichts geschieht. Deshalb, RIP (resquiescat in pacem = Ruhe in Frieden).

Christoph Kuhlmann | Di, 16. Januar 2018 - 10:32

keine Mehrheit mehr. Dies ist also die letzte Gelegenheit zur zweiparteien Koalition. Die Sondierungen haben kein Überraschung ergeben. Es wird einfach weiter gemacht, solange es eine Mehrheit gibt. Die Lernfähigkeit setzt bei den relevanten Akteuren offenbar erst beim Verlust der Mehrheit ein.

Günter Pfannes | Di, 16. Januar 2018 - 10:34

Ein treffenderes Bild hat noch keiner skizziert (Maschinenpistole ...).
Hab mich gebogen vor Lachen, aber der Möchtegern-Wehner wird sich trotzdem nicht versenken lassen, obwohl, auch nicht aus anderen Parteien, keiner effektiver am Untergang seiner Partei sägt - als er.
Mit solchen Leuten als Aushängeschild ist ein ewiges Trauerspiel garantiert, aber keine Regierung mit Format ...

Norbert Meier | Di, 16. Januar 2018 - 11:57

Bei aller überaus berechtigten Kritik an Schulz, Stegner & Co. - man sollte dabei nicht übersehen, welche Rolle ein gewisser Herr Steinmeier in der aktuellen Entwicklung gespielt hat. Schließlich kam es erst durch seine direkte Intervention zum plötzlichen Umfallen der Möchtegern-Oppositions-Parteispitze. Und dabei bleibt das ungute Gefühl zurück, dass sich ein Bundespräsident hier mehr als Herzensfunktionär der SPD und der von ihm mitverantworteten alten GroKo denn als überparteilicher Staatspräsident verhalten hat.

Renate Aldag | Di, 16. Januar 2018 - 14:23

Der Wähler hat die Politik der 3 Regierungsparteien: CDU/CSU/SPD, insbesondere die verfehlte Ausländerpolitik, mit herben Verlusten abgestraft und die meisten können die Parteivorsitzenden nicht mehr sehen. Dadurch, dass FDP und AfD in den Bundestag gewählt wurden, stellt sich die Situation für mich so dar, dass diese 3 Weitermacher und Rücktrittsverweigerer solange in einem Wackelpudding-Drama verweilen und auch keine Regierung zustande bringen, solange bis Neuwahlen eine ähnliche Politik wie Österreich herbeiführen werden. Deshalb wäre es wünschenswert, dass die SPD-Basis ein Weiter so verhindert.

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 16. Januar 2018 - 17:16

Die GroKo wird kommen, auch, wenn der SPD-Parteitag mit 50,001% für die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen stimmt. Jetzt hat die SPD vollste mediale Aufmerksamkeit, diejenige, der man medial ständig auf die 'Füsse treten sollte', verkrümelt sich wieder still heimlich und feixt sich wahrscheinlich eins in die Handtasche...

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 16. Januar 2018 - 17:17

Die GroKo wird kommen, auch, wenn der SPD-Parteitag mit 50,001% für die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen stimmt. Jetzt hat die SPD vollste mediale Aufmerksamkeit, diejenige, der man medial ständig auf die 'Füsse treten sollte', verkrümelt sich wieder still heimlich und feixt sich wahrscheinlich eins in die Handtasche...

Jörg Wiedmann | Di, 16. Januar 2018 - 17:30

Das Nein zur GroKo am Wahlabend war absolut richtig. Der Schulz Salto rückwärts hat die SPD nun in eine loose - loose Situation gebracht. In einer Groko kann und wird die SPD nur verlieren und dann völlig zurecht im einstelligen Prozentbereich landen. Bei Neuwahlen werden der SPD die von Schulz proklamierten "Vereinigten Staaten von Europa" auf die Füße fallen, die nun wirklich niemand braucht und will. Ohne neues glaubhaftes Personal an der Spitze ist die SPD erledigt und das völlig zurecht. Das selbe gilt auch für die Union, sollte sie sich nicht schleunigst von Frau Merkel an der Spitze trennen. "Zuerst das Land dann die Partei" aber im Moment haben wir zuerst ICH (Merkel, Schulz, Seehofer) dann lange nichts und ob dann zuerst das Land oder die Partei kommt spielt eigentlich keine Rolle.

Eberhard Thamm | Do, 18. Januar 2018 - 05:47

Wo leben denn die SPD-Anhänger? Denn es liegt nur an der Unfähigkeit der Mitglieder und Parteivorständen, den wahren Grund für den Niedergang der SPD zu erkennen, weil sich ihre Partei über ihren erheblichen Anteil an der Mitverantwortung an dieser Flüchtlingskrise und dem erkennen wahrer Missständen verweigert, z.B.Armenspeisung (Tafel), wo teilw. aggressives Konkurrenzverhalten zwischen bedürftigen Bürgern und Flüchtlinge herrscht. Ein unkontrolliertes Sozialversicherungsabkommen mit der Türkei und den Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens besteht. mangelhafte Sicherheit Innen u. Außen, Migration, Integration, Abschiebung, Not und Mangel an allen Ecken. Vollzugsproblemen der Behörden wegen Überlastung durch Verbrechen, Asylmissbrauch und Familiennachzug usw., sondern anstelle all dieses sogar noch die Themen falsch besetzt, mit Bürgerversicherung, Familiennachzug und natürlich trotz all der Mängeln noch wichtiger als Deutschland selbst, die Vereinigten Staaten von Euro

Peter Bierwirth | Sa, 20. Januar 2018 - 11:38

Was lese ich da, dass die SPD..."seit mehr ale schuldenhalber verschs zwei Jahren eine Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende nicht abschütteln kann". Na, wenn es nur zwei Jahre gewesen sein sollen, dann würde es ja eher zur Kommödie statt zum Drama am Parteitag der SPD kommen. Es waren ja ganze 12! Aber keine Angst, der kühne Kevin wird's schon richten, dass die 'Umfaller-Partei' nicht an ihrem Umfallen zugrunde geht wie ihre französische Schwerterpartie PS (Parti Socialiste) in Frankreich, die auf 6,2% landete und jetzt ihren schicken Parteihauptsitz in Paris für 4,5 Mio. schuldenhalber verscherbeln musste. Kevin, rette, was noch zu retten ist!

Timo Grassi | Mo, 5. März 2018 - 12:54

Deutschland, Deine Märtyrer! Nach Horst Wessel über Claus Schenk Graf von Stauffenberg bis hin zu Kevin Kühnert: Der Deutsche kann nicht verlieren, deswegen muss er stets den "gescheiterten Widerstand" lange vorbereitet inszenieren, um sich für höchste Ämter zu bewerben. Keine Sorge, selbst bei 4,9% bleibt die SPD die deutsche Nationalpartei Nr.1 !

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