Vorwahlen in den USA - Joe Biden läuft sich für den „irren Hahnenkampf“ mit Trump warm

In den USA suchen die Demokraten weiterhin nach einem Kandidaten, der gegen Präsident Trump im November antreten soll. Momentan läuft alles auf Joe Biden hinaus. Der gilt als potentieller Risikopatient. Wie geht der Wahlkampf in Zeiten von Corona weiter?

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Alt und aus der Zeit gefallen, aber beliebt: Joe Biden / picture alliance

Autoreninfo

Daniel C. Schmidt ist freier Reporter. Er studierte in Manchester und London (BA Politics & Economics, MSc Asian Politics) und lebt zur Zeit in Washington, D.C.. Schmidt schreibt über Pop, Kultur und Politik.

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Daniel C. Schmidt

Die Frage war gar nicht mal so trickreich, eher mondän: Ob er sich für das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten starkmachen wolle, fragte die Frauenstimme aus dem Hintergrund. In dem Moment wurde aus dem eingeblendeten „Illinois for Biden“-Standbild ein Livebild. Joe Biden stand vor einer USA-Flagge, in der rechten Hand hielt er ein Mobiltelefon, in das er sprach. Er schaute nicht in die Kamera, sondern sah an ihr vorbei, während er antwortete. Er machte eins, zwei Schritte nach links, und plötzlich war er für eine Sekunde aus dem Bild verschwunden, dann ging er wieder zurück, als ob ihm jemand hinter der Kamera verdeutlicht hätte: Wir sind auf Sendung, Mr. Vice President. 

Die erste virtuelle Bürgerbefragung der Biden-Kampagne am Freitag vergangener Woche lief noch nicht ganz reibungslos. Da war zum einen der Kandidat, dem niemand sagte, dass oder wann er im Bild war, zum anderen warteten zugeschaltete Bürger, die um ihre Frage gebeten wurden, aber keine Ahnung hatten, wann sie dran waren. Dazu kamen wiederkehrende Tonprobleme, die Bidens Antworten verschluckten.

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Klaus Funke | So, 22. März 2020 - 17:10

Lieber CICERO, zwar sollten neben der Corona.Kriose auch andere Themen vorgestellt werdem, aber der amerikaniscnhe Wahlkampf ist für mich völlig uninteressant, zumal Mr. Biden sowieso keine Chance hat. Unsere Medien stellen durch häufige Meldung zwar Herrn Biden in eine aussichtsreiche Position - das ist aber nicht die Lage in den USA. Gott bewahre uns vor diesem alten Mann.

Auch wenn Trump aktuell und in den nächsten 6 Monaten ein Füllhorn von zum Teil sehr zweifelhaften Geschenken an die Amerikaner verteilt, die Amerikaner werden wahrscheinlich keinen " Trump in Santa Claus gear " wieder wählen. Die Erkenntnis, dass das Aufpumpen der Wirtschaft mit gigantischen zusätzlichen Staatsschulden, was Trump seit 3 Jahren macht, keine strukturellen Themen von Gesundheit, Bildung und Infrastruktur ernsthaft angeht, dürfte von mehr Wahlberechtigten verstanden werden als je zuvor. Biden könnte mit 60:40 gegen Trump gewinnen, und auch das electoral college dürfte für Biden sein.

Sie lesen und kommentieren eine "Meldung" (die keine Meldung ist), die Sie für "entbehrlich" halten, weil der amerikanische Wahlkampf für Sie "völlig uninteressant" ist. Und obwohl Sie das Theme nicht interessiert, glauben Sie, die "Lage" besser einschätzen zu können als ein in Washington D.C. lebender Journalist.

Eigentlich könnte der Cicero Herrn Schmidt ja sofort aus den USA abberufen und Ihnen das Ressort Ausland überlassen. Zumindest aber sollte Herr Schmidt Sie vorher fragen, ob seine Themen relevant sind, oder?

Herrn Funke ein Resort, vielleicht gar Führungsaufgaben beim Cicero zu übertragen. Schliesslich weiss er besser als die Cicero-Redaktion, welche Themen bevorzugt werden müssen.

Und sicherlich ist Herr Funke, vereint mit anderen Kommentatoren, prädestiniert, die drohende Übernahme der Bundesrepublik durch die SED in die Öffentlichkeit zu bringen - samt zahlreicher dunkler Verschwörungen, die nur er und vielleicht noch sein Gehilfe aus dem "Hessischen" erkennen.

Auch wäre sicher uneingeschränkte AfD-Werbung endlich höchst willkommen. Herrn Hoecke und anderen "Patroten" könnte man gar eine permanente Kolumne einrichten!

Wolfgang Tröbner | Di, 24. März 2020 - 06:36

In reply to by Gast

Mir deucht, die streben Sie an, Wertester. Sie kritisieren doch immer wieder, dass der Kommentarbereich des Cicero zu AfD-lastig sei. Im Umkehrschluss: Kommentare der "Guten" (solchen wie Ihnen?) kommen zu kurz. Das lässt sich eigentlich nur ändern, wenn Sie die Deutungshoheit über den Kommentarbereich erhalten. Wäre das nicht toll? Wo Sie doch über fast alles viel, viel besser Bescheid wissen als alle anderen ...

Natürlich dürfen Sie anderer Meinung sein wie Herr Funk. Nur, welche vertreten Sie eigentlich in Anlehnung an den Artikel? Sie kritisieren Herr Funke, Sie selbst haben zur Sache aber keine eigene Meinung? Oder vielleicht doch? Lassen Sie uns doch mal an Ihren Ansichten teilhaben. Wie Ihr Kollege Lenz stürzen Sie sich zwar gerne auf die Inhalte der Kommentare, zu den Artikeln selbst kommt so gut wie nichts. Warum?
Die Artikel sind doch leicht verständlich und der Cicero lässt ein breiztes Spektrum an Meinungen durchaus zu. Sie müssen halt nur respektvoll formuliert werden.
Also, wie denken Sie über Biden und Trump als "Hahnenkämpfer?

Meine Meinung zu Trump dürfte Ihnen hinlänglich bekannt sein. Ich halte weder Biden noch Sanders für gute Gegenkandidaten, nicht zuletzt wegen ihres Alters. Biden zeigt tatsächlich Ausfallerscheinungen und Sanders hatte vor einigen Monaten eine Herzattacke. Hinzu kommt, dass er (Sanders) Positionen vertritt, die gemäßigte Wechselwähler in den Swing States, und auf die wird es ankommen, abschrecken. Insofern halte ich Biden für die bessere Wahl.
Ich hoffe sehr, dass die Demokraten sich nicht wieder gegenseitig Steine in den Weg legen und ihnen klar wird, dass nochmal vier Jahre Trump den USA politisch, sozial und fiskalisch möglicherweise irreparable Schäden zufügen würden.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 23. März 2020 - 08:36

Mir ist egal, wer in den USA gegen Trump antritt. Alle kritisieren Trump nicht zu unrecht wegen mancher Formulierungen die er via Twitter so vom Stapel läßt. Offenbar ist Biden nicht besser. „You’re full of shit.“
Nur, derzeit haben wir in D ein großes Problem. Unsere Rechte werden massiv eingeschränkt. Es gibt nicht mal die im IfSG geforderten Gefahrenabwehr - Verordnungen in den Ländern, so wie das nach dem IfSG geregelt ist. Da wird ein Volk massiv in seiner Freiheit eingeschränkt ohne ausreichende gesetzliche Grundlagen und wir sollen uns da Gedanken über Biden machen?
Trump wird für mich gewinnen. Warum? Nicht weil er der Beste ist, sondern weil sie keinen besseren haben. So what.

Wir haben einen Bericht über den Vorwahlkampf, der trotz allem irgendwie weiter geht. Deshalb beschäftigen wir uns hier damit. Der von Ihnen zitierte Satz von Biden klingt in der amerikanischen Umgangssprache nicht so grob wie die deutsche Übersetzung (im Kopf), man kann es auch als " Unsinn " übersetzen. Biden ist bekanntermaßen kein großer Rhetoriker und Wahlkämpfer, er ist aber kein pathologischer Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung wie der gegenwärtige Amtsinhaber. Deshalb ist " foul language " von Biden nicht mit Grobheiten von Trump vergleichbar.

Katharine Schön | Mo, 23. März 2020 - 18:17

Was ich von den Auftritten von Joe Biden gesehen habe, schreitet er Zielgerade in Demenz. Gott hüte uns Alle von einem dementen amerikanischen Presidenten!

Dorothee Sehrt-irrek | Di, 24. März 2020 - 12:24

In reply to by Gast

aber Sanders kam mir sehr viel wacheren Geistes vor und eigentlich insgesamt vitaler, während ich von Herrn Biden irgendwie das Gefühl bekam, dass er froh sei, sich am "Mikro" festzuhalten.
Das spräche aber nicht grundsätzlich gegen eine Amtsführung, da er ja über ausreichend Mitarbeiter verfügen wird.
"Demenz" wäre aber wirklich etwas anderes, was dann aber doch überprüft würde.
Vielleicht meinten Sie es aber nur im übertragenen Sinne und also bissig.
Mir gefiel Herr Buttigieg, aber auch der könnte in seinen jungen Jahren zunächst mit einem Amt bedacht werden, um weltpolitische Erfahrung zu sammeln.
Ich bin eigentlich schon von einem Sieg Trumps ausgegangen, aber jetzt kann er wegen Corona verlieren, wenn sich Herr Biden als der bessere Krisenmanager erweist.
Ich schaue auf die US-amerikanische Politik und erwarte mir mit Biden, dem wahrscheinlicheren Gegner Trumps, wieder eine bessere Zusammenarbeit mit der EU.
Aber die Amis wählen nicht der EU zuliebe.