Ukrainische Truppen bei Charkiw
Ukrainische Truppen nahe der Stadt Charkiw / picture alliance

Ukrainekrieg - Warum ein Ende nicht in Sicht ist

Seit fünf Monaten schon herrscht Krieg in der Ukraine – doch jegliche Hoffnung auf ein baldiges Ende ist trügerisch. Denn Russland hat zunehmend Erfolg damit, sich neue Verbündete zu suchen und die Sanktionen des Westens zu umgehen. Außerdem wäre ein Friedensschluss bei jetziger Lage für keine der beiden Kriegsparteien vertretbar. Und die westlichen Ukraine-Unterstützer haben auch kein Interesse an einem Status quo.

Autoreninfo

Allison Fedirka arbeitet als Analystin für die Denkfabrik Geopolitical Futures. Sie hat mehrere Jahre in Südamerika gelebt. 

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Abgesehen von dem zermürbenden Krieg in der Ukraine, deuten die diplomatischen Schritte Russlands darauf hin, dass es in naher Zukunft keine Verhandlungslösung anstrebt. Seit den ersten Tagen der Invasion bemüht sich Moskau um den Aufbau eines Bündnisses. Als Zielscheibe westlicher Sanktionen muss Russland weiter exportieren, um seinen Haushalt stützen und der angeschlagenen heimischen Industrie beispringen zu können. Und weil es von westlicher Hochtechnologie abgeschnitten ist, braucht es Partner, die bei der Einfuhr strategischer Güter über Drittländer helfen. Die Bemühungen des Kremls um den Wiederaufbau einer stabilen wirtschaftlichen Basis, die „unfreundliche“ Länder ausschließt, sind für den künftigen Verlauf des Krieges nicht weniger wichtig als das, was auf dem Schlachtfeld geschieht.

Die erste Verteidigungslinie Russlands ist der bekannte postsowjetische Raum. Die von Russland geführte Eurasische Wirtschaftsunion spielt dabei eine entscheidende Rolle. Trotz des Krieges hat sich Wladimir Putin die Zeit genommen, um die wirtschaftspolitischen Leitlinien für die Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion für die Jahre 2022 und 2023 zu entwickeln und zu überwachen. Die Allianz verstärkt auch ihre Bemühungen um den Ausbau ihrer Handelsbeziehungen, zuletzt mit Indonesien und dem Iran. Letzte Woche wurde ein Abkommen über eine erweiterte Zusammenarbeit mit der Regierung Usbekistans unterzeichnet, das Beobachterstatus hat.

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Gerhard Lenz | Do., 21. Juli 2022 - 08:56

mit dem Kriegsverbrecher Putin Geschäfte macht, unterstützt dessen imperialistische Politik.
Deutlich wurde das am Abstimmungsverhalten in der UNO, bei dem nur noch einige gescheiterte, von Russland abhängige Staaten dessen Überfall auf die Ukraine guthießen.
Staaten wie Indien oder Südafrika kann man kaum als russische Verbündete bezeichnen.. Brasilien wird seine Position ändern, wenn die Trump-Kopie Bolsonaro abgewählt ist.
Gleichwohl geht bei diesen Ländern das Interesse an wirtschaftlicher Entwicklung über die Solidarität mit dem Westen, dessen Werte man möglicherweise nur bedingt teilt.

Realistisch betrachtet besteht im Moment wohl keine Chance auf Frieden. Putin hat überhaupt keine Lust auf irgendwelche Zugeständnisse, für ihn ist sicher nur die endgültige Niederlage der Ukraine eine Option. Denn alles andere könnte ja als Schwäche ausgelegt werden. Die Tatsache, dass die Ukraine so lange relativ erfolgreich Widerstand leistet, dürfte bereits Blamage genug sein.

Russland hat seine Interessen bez der Ukraine mehrfach klar und deutlich dargelegt und verdeutlicht, was für sie absolit inakzeptabel ist. Für jeden denkenden Menschen ist das nachvollziehbar. Aber der Westen, insbesondere der korrupte Biden, Selenskyj und die EU wollen den neuen Hitler in die Knie zwingen. Damit ist ein langjähriger, sinnloser und ausschließlich zerstörerischen Konflikt vorprogrammiert. Dann eben weiter so, bis von der Ukraine - und womöglich vom Rest Europas - nicht mehr viel übrig ist. Nur macht euch kichts vor: Die Menschen hier in Deutschland wollen das nicht und die Menschen in der Ukraine noch viel weniger. Der status quo belli lässt sich nur durch extremen Zwang und Gewalt in der Ukraine und die bekannte Propaganda und fake news im Westen aufrecht erhalten.

hinten aufgezäumt! Richtig betrachtet, hat sich Europa gewaltig verzockt, wenn es darum geht, Putin in die Knie zu zwingen. Daß die Sanktionen nicht wirken würden war jedem klar, der über etwas Sachverstand verfügt. Rußland handelt mit begehrten Rohstoffen, was wir aus moralischer Überheblichkeit und falschverstandener Solidarität nicht abnehmen kaufen andere gerne.

Warum sollte Putin jetzt nachgeben, er ist am längeren Hebel?

Die Sanktionen und der Krieg schaden neben der ukrainischen Bevölkerung primär Europa und das ist seitens der VSA auch so gewollt, denn man profitiert von einem schwachen Europa! Energieknappheit führt zu Verteuerungen, diese wiederum dazu das Industrien abwandern – nach China und die VSA, wo es billige Energie gibt! Die Genesung der VSA erfolgt auf Kosten Europas!

Sie blenden auch komplett aus was zu diesem Krieg geführt hat, es waren die gebrochenen Versprechen und Provokationen des Westens gegenüber Rußland!

Sie werden der Sache wie immer nicht gerecht.

Das böse Erwachen wird es mit Sicherheit geben, wenn IHR „Guter Hirt“ aus der Ukraine Mitglied in der Europäischen Union und Nato auftritt und dort die Richtlinien bestimmt.
Deshalb die Warnung; Hütet euch vor falschen Propheten“.

auf irgendwelche Zugeständnisse, ... wie ich lesen konnte hat er seine Zusage zur Gaslieferung (nach Wartung) nach DE eingehalten. War doch auch ein Zugeständnis.

Woraus ich schließe, ihre (und Presseseitige) Verallgemeinerungen sind nicht hilfreich.
Beziehe mich hier auch auf Philosoph Sloterdijk: "Es liegt in der Natur der Dinge, dass die ukrainische Seite versucht, den Westen in den Krieg hineinzureden. Dabei finden sie in den deutschen Journalisten willige Mitarbeiter. Wie enttäuschte Theaterbesucher, die gern mehr Spektakel sehen würden..."

Da frage ich mich doch, wo meine Antwort wieder geblieben ist....Etwa wieder im digitalen Reißwolf verschwunden? Deswegen: Hier mein zweiter Versuch, genauso zahm wie der erste:
Herr Schultheiss: Sie sprechen von Propaganda und Fake-News des Westens, haben aber keinerlei Scheu, die Position des Kremls zu Ihrer eigenen zu machen? Immerhin, in einem haben Sie Recht: Die Ukrainer wollten diesen Krieg nicht. Sie haben es sich nämlich nicht ausgesucht, von Putin überfallen zu werden.
Herr Brand: Sie betreiben mal wieder die übliche Opfer-Täter-Umkehr der Putinisten. Und natürlich ist nur der Westen an allem Schuld. Geschenkt.
Herr Klein: Sündbenbock Selensky? Auch von Ihnen, wie gewohnt, kein Wort der Kritik an Putin.
Frau Bondzio: Na wenn der Sloterdijk sowas orakelt, sind die Bombardierungen, Erschießungen, Vergewaltigungen und sonstigen Kriegsverbrechen ja nur halb so schlimm. Der Herr Philosoph hat also konkludiert, dass eine Fortdauer des Krieges im Sinne der Opfer ist. Sehr "weise".

Christoph Kuhlmann | Do., 21. Juli 2022 - 09:04

Die Sanktionen scheinen Europa und insbesondere Deutschland härter zu treffen als Russland. Das liegt auch an der EU. Die gibt den Markt frei und die Wirtschaft ist grundsätzlich nicht in der Lage weiter als bis zum eigenen Tellerrand zu sehen. Deswegen habe wir auch keine LNG Gas Terminals. Aber auch den Demokraten im globalen Süden scheint die Ukraine nicht so wichtig zu sein, wenn sich ein Geschäft machen lässt. Indien, Brasilien und Südafrika sind Demokratien. Ich kann in dieser Situation keine amerikanische Hegemonie entdecken. Selbst die Saudis machen Geschäfte mit russischem Öl. Wie sich das wohl auf die Versorgung mit amerikanischen Waffen auswirkt? Wer sitzt am längeren Hebel) Finanzministerin Yellen will einen globalen Ölpreis festlegen, der gerade die Deckung der Förderkosten erlaubt. Wie sie das wohl machen will? Man liest nichts darüber, was die Sanktionen in Russland anrichten. So ergibt sich das Bild eines Westens, der sich selbst schadet ohne Russland zu treffen.

Manfred Bühring | Do., 21. Juli 2022 - 09:12

Ein informativer und - soweit man das beurteilen kann - objektiver Beitrag zur Sanktionspolitik des Westens gegenüber Russland. Danach ist es ein durchaus realistisches Szenario, dass Russland nach einem hoffentlich baldigen Ende des Krieges wirtschaftlich und politisch gestärkt ist. Ein Alptraum für den Westen und alle Putin-Basher.

Jens Böhme | Do., 21. Juli 2022 - 09:25

Russland hält ein Fünftel der Ukraine besetzt und russifiziert es mit Administration, Währungsumstellung, Ausweispapieren und Sprache. Wäre Russland in einer schlechten Position, wäre seit März 2022 vom Ukrainekrieg keine Rede mehr. Die vollmundigen Ansagen des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Krim rückzuerobern oder für August eine große Gegenoffensive zu starten erinnern an Ardennen 1944. Was die wirtschaftliche Sanktionspolitik gegen Russland den Verbündeten an Kollateralschäden kostet, erleben wir gerade hautnah bei steigenden Getreide- und Energiekosten, die auch in andere Bereiche greifen (höhere Transportkosten). Die damit einhergehende, propagierte Abwicklung des PKW-Sektors lässt erahnen, dass in naher Zukunft in Deutschland ganz andere Dinge Thema sein werden, als Geländegewinnmeldung von dreissig Metern auf einer ukrainischen Wiese. Vielleicht ist das Zögern für Unterstützung der Ukraine der größte weltpolitische Reinfall des Westens. Afghanistan wirkt nach.

Joachim Kopic | Do., 21. Juli 2022 - 09:35

Weil der "Westen" darauf wartet, dass die Ukraine den Krieg gewinnt ... was so unwahrscheinlich ist, dass man wahrscheinlich bis zum "St. Nimmerleinstag" darauf warten muss. Leider Fakt ... aber es sind ja nur junge Männer, die täglich ihr Leben verlieren :(

Albert Schultheis | Do., 21. Juli 2022 - 09:55

Der Krieg kann munter weitergehen, die GrünRotGelbSchwarzen Bellizisten frohlocken: "Mehr Waffen für noch mehr Frieden!" Es werden Städte zerstört, Soldaten und Zivilisten sterben, Menschen fliehen - alles für unsere Freiheit und Demokratie! - Meine nicht! Munter geht es weiter ... die Bach hinunter, ohne Ziel, ohne Plan ... was wollen wir eigentlich? Ein weiteres Vietnam, ein weiteres Afghanistan? -Sorry, aber meine Ziele sind das nicht! Russland ist unser Nachbar und wird es bleiben. Putin war immer klar und verlässlich in seinen Zusagen. Die Russen waren und sind die einzige ehemal. Feindesnation des 1. und 2. Weltkriegs, die uns Deutsche ohne hinterhältige Reparationszahlungen mit Respekt behandelt hat. Gorbatschow und Putin haben uns die offene Hand ausgestreckt. Wir werden auch in Zukunft mit Ihnen in Europa leben müssen. Warum tun wir das nicht?

Herr Schultheiß, so ist es nicht. Die Amerikaner besetzten unser Thüringen Anfang 45. Im August 45 zogen die Amerikaner ab und Thüringen wurde durch die Teilung Berlins an die Russen verscherbelt. Und glauben Sie mir, alles was nicht niet und nagelfest im Osten der Landes war, wurde nach Russland ab-transportiert. Einen Marschall- Plan für den Osten gab es ebenfalls nicht. Und trotzdem ging es der DDR „besser“ als den anderen Ostblockstaaten. Warum wohl? Ich sag‘s mal etwas vulgär: wir haben aus Schei…. Bonbons gemacht und die für billig Valuta nach dem Westen vertickt. Übrigens waren in der Mayer Werft Kränee aus der DDR. Auf die Frage warum, erklärte man mir, Russland konnte die Rechnungen für Gastanker nicht bezahlen und „bezahlte mit Ausrüstung aus der DDR“ Noch Fragen? Davon hat man im Westen nichts gewusst. Oder?
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

so gut wie immer bei Ihnen, auch hier verstehe ich Ihren Punkt. Ich denke aber Herr Schultheiß zielt auf die Nachwendezeit ab und hier wiederum teile ich seine Auffassung.

Rußland war nach der Wende ein rel. verläßlicher „Partner“, gleiches kann man von den VSA ganz sicher nicht behaupten. Die VSA haben Europa immer instrumentalisiert/ausgenutzt, Deutschland mit seiner „besonderen“ Vergangenheit (wir haben nach wie vor keinen Friedensvertrag) mußte die Spielchen der VSA immer schön begleiten, fast immer zum Nachteil Deutschlands.

Ich bin kein Freund Rußlands, das gilt für jetzt und erst recht für die Vergangenheit. Allerdings gäbe es diesen Konflikt nicht hätte Europa unter Federführung der VSA sich an die Versprechen der Wendezeit gehalten und Rußland nicht immer und immer wieder provoziert, vorgeführt, beleidigt, ignoriert.

Rußland ist unser Fastnachbar, die VSA nicht, sie gießen Öl ins Feuer, verbrennen tun aber wir uns, sie sind weit genug weg, ihnen wird nur mollig warm!

der Reparationszahlungen nach WK II.
Im übrigen betrachte ich die Russen als Bürger anders als das Regime. Schon bedingt dadurch, dass ich in Russland im Austausch gearbeitet und später einige Reisen quer durch Russland gemacht habe. Im übrigen war der Ort in dem ich geboren wurde und heute noch lebe, „Verlade- Bahnhof“ für das russische Militär bis 89. Beim Abzug des Militärs nach der Wende wurde ein Panzer, samt Besatzung „vergessen“ und kampierte von okt. bis Nov. im Freien ohne Wasser, Nahrung usw. Ohne meine und die Hilfe unserer Nachbarn hätte die Besatzung schwer überlebt. Aber irgendwann wurde der Panzer verladen. Mit: „wir haben den Krieg zum 2. verloren“ verabschiedete sich der Panzerkommandant im reinsten deutsch. Auch deswegen habe ich vor diesen Menschen Achtung. Und, das hat mit Putin- versteher nichts aber auch gar nichts zu tun.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

...aber:

"...Russen waren und sind die einzige ehemal. Feindesnation des 1. und 2. Weltkriegs, die uns Deutsche ohne hinterhältige Reparationszahlungen mit Respekt behandelt hat..."

Das ist so einfach nicht richtig. Stalin hat damals in der Zone alles mitgehen und abschrauben lassen, was nicht bei 3 auf dem Baum war. Und nach Gründung der DDR 1949 hat der ganze Produktionsstätten von uns nach Russland abtransportiert. Dann noch das Technologie-Embargo des Westens gegen die DDR hat uns den Rest gegeben. Sorry, muß einfach mal richtig gestellt werden.

hermann klein | Do., 21. Juli 2022 - 10:47

Die verehrenden unnötigen Sanktionen gegen Russland haben der deutschen Industrie bereits vor dem Ukraine-Krieg gewaltig geschadet.
2014 wurden nur noch Waren im Werte von 2,3 Milliarden nach Russland ausgeführt, das waren laut Statischem- Bundesamt 28,2 Prozent weniger als noch im Vorjahres Monat.
Von Januar bis August 2014 sanken die deutschen Ausfuhren nach Rußland um 16,6 Prozent auf einen Wert von 20,3 Milliarden Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bereits 2013 waren die Exporte nach Rußland um 5,2 Prozent zurückgegangen. 2010 bis 2012 registrierten die Behörden dagegen noch deutliche Ausfuhrsteigerungen.
Besonders stark brach damals bereits der Verkauf von Autos und Autoersatzteilen (minus 27,3 Prozent) sowie Maschinen (minus 17,2 Prozent) ein.
Was die neuerlichen Sanktionen seit dem Ukraine Krieg für den Industrie-Standort - ehemaliger Export-Weltmeister - Letzt Endlich bedeuten, ist noch gar nicht absehbar.

Urban Will | Do., 21. Juli 2022 - 11:13

macht angesehene D von einem selten schwachen, jegliche Führungskompetenzen missen lassenden Kanzler und einer völlig ahnungslosen, irrlichternden, rein moralisch und gefühlsgesteuert agierenden Außenministerin im Rennen ist.
Der Krieg „muss“ um jeden Preis gewonnen werden.
Selenskyj, dessen Testosteron – Spiegel angesichts toller Waffen aus d Westen immer mehr zu steigen scheint, spricht nun von der Versenkung d Schwarzmeerflotte (die wohlgemerkt schon immer a.d Krim liegt, also nicht im Rahmen d Krieges dahin kam). Ebenso v d Rückeroberung d Krim, die Russland als sein Territorium ansieht. Das bedeutet: Angriff auf russisches Territorium und somit, wenn man sich hierdurch existenziell bedroht sieht, Inkrafttreten d Nuklear – Doktrin.
Ist aber unseren Ober – Moralisten offensichtlich alles egal.
Das Ziel, Russland „zu ruinieren“ wird krachend verfehlt. Die schwachsinnigen Sanktionen schaden v.a. uns und man erreicht nicht nur nichts, sondern d genaue Gegenteil dessen, was man wollte.

Martin Falter | Do., 21. Juli 2022 - 11:57

der Pudel kauft sich seine "Feunde" und verschleudert dabei das Tafelsilber seines Landes.
Wie das so mit gekauften Freunden ist, wenn das Geld / Rohstoffe weg sind, sind die Freude weg.

Der Untergang von Pudolf hat mit dem Einmarsch in der Ukraine begonnen!

Bernd Windisch | Do., 21. Juli 2022 - 14:55

Antwort auf von Martin Falter

Ein sehr kluger Kommentar, der sich auch auf Deutschland anwenden lässt. Ist das Tafelsilber erst einmal fort wird sich Deutschland vor Freunden und Solidarität nicht mehr retten können.

Mit Kindergeld aus Rumänien und Hartz IV Unterstützung aus den anderen EU Staaten werden wir die Sanktionen noch ewig weiterführen können. Der Pudolf soll sich warm anziehen. Seine Öl- und Gasvorkommen halten schliesslich nicht ewig.

Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen auch das!

ingo Frank | Do., 21. Juli 2022 - 12:36

Warum sollte es? Machen wir in uns doch nichts vor. Russland sitzt nun einmal am längeren Energiehebel. Wie bescheuert muß ein Land sein, anders gesagt, bescheuert waren die uns „regierenden“, aus der Atomkraft, und wenige Jahre später aus der Kohle, auszusteigen. Unter einer CDU geführten Regierung die sich schlicht und ergreifend dem Grünen Zeitgeist verschrieben hat. Uns dem Wahlvolk verkauft als „Modernisierung“ Natürlich ist perspektivisch eine Energiewende erforderlich aber ich kann doch nicht, rd 50 % selber abschalten und es verbleibt 30 % Gas und 20 % erneuerbare Energie wenn denn die Sonne scheint. Soll mir einer ein Land zeigen, welches diesen energetischen Selbstmord, einhergehen mit der Abschaffung der industriell Basis, mitmacht. Es tut mir leid, Deutschland ist das einzige Land. Ich hoffe nur auf einen richtig richtig strengen Winter mit wochenlangen „-„ Temperaturen damit in Wolkenkuckucksheim wenigstens einige erwachen.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republ

Johan Odeson | Do., 21. Juli 2022 - 13:10

Eine gute und zielführende Analyse. Sie zeigt allerdings auch, dass sich Russland allenfalls temporäre Allianzen schafft, die es mit billigen fossilen Rohstoffen teuer erkauft. Übrigens interessant. Die Abnehmer haben alle das Pariser Klimaschutzabkommen unterschrieben und setzen weiterhin massiv auf fossile Brennstoffe. Wieder sind wir Deutschen ziemlich alleine mit unseren nahezu wirkungslosen klimabezogenen Alleingängen, die global null Wirkung haben, außer uns selbst zu schädigen. Wie man sieht, spielen Menschenrechtsverletzungen und systematische Kriegsverbrechen im Rangeln um den eigenen Vorteil keine Rolle. Dennoch wird man registrieren, dass Russland geschlossene Verträge nur nach Gutdünken einhält. Völkerrechtliche Verträge schon gar nicht. Wie vertraut man so einem neuen Partner? Momentan geht es darum schnell einen Reibach mit billigen Rohstoffen zu machen. Sich langfristig davon durch Allianzen mit Russland abhängig zu machen, kommt keinem in den Sinn-nur Naiv-Deutschland.

Christoph Kuhlmann | Do., 21. Juli 2022 - 13:56

Gerade las ich in der Zeit ein Interview mit Catherine Belton die zwanzig Jahre über den Kreml recherchierte. 2020 ein Buch darüber veröffentlichte und prompt von einem halben Dutzend Oligarchen nach britischem Recht verklagt wurde. Sie hat die kriminelle Energie Putins und seines Systems sehr schön zusammengefasst. https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-07/catherine-belton-wladimir-putin-…

Worum es mir aber eigentlich geht, am Rande erwähnt sie, dass 90% aller russischen Betriebe auf westliche Technik angewiesen sind und dass dies in wenigen Monaten zu erheblichen Produktionsausfällen führt. Russland möglicherweise in die 90er zurück wirft. Meines Erachtens sollte jeder Artikel über die Folgen der Sanktionen im Westen auch einen Hinweis auf die Konsequenzen der Sanktionen in Russland beinhalten, da er sonst wie Kreml-Propaganda wirkt.

Bernd Windisch | Do., 21. Juli 2022 - 15:30

Antwort auf von Christoph Kuhlmann

Die Ausführungen von Bolton lesen sich mehr wie Hörensagen als nach kompetenten Insiderwissen.

Gerd Schröder ist 78 Jahre alt und im dreistelligen Bereich millionenschwer. Wie sollte ihn der Kreml mehr in der Hand haben als Sie und mich?

Was hat Putin vor? Bolton, ich weiß es nicht genau.
Wann wirken die westlichen Sanktionen? Bolton, In ein paar Jahren. Vorher trifft die Energieknappheit den Westen mit voller Wucht.
Wann endet der Ukraine Krieg? Bolton, kann ich nicht sagen.

Insgesamt also ein Interview ganz auf der Höhe der Zeit.

Westliche sprich deutsche Technologie wird aktuell weltweit im atemberaubenden Tempo ersetzt. Mit ein Grund dafür, dass wir nicht mehr Exportweltmeister sind. Aktuell gibt es keinen Hinweis darauf, mit welchen Produkten ein mit Energieproblemen kämpfendes Deutschland zukünftig auf den Weltmärkten bestehen will.

China ist bereits jetzt der mit Abstand größte Produzent von Energie aus Wind, Sonne und Erdwärme. Vielleicht Autos? (Spaß)

Bernd Windisch | Do., 21. Juli 2022 - 14:35

Dass Solidarität zwischen konkurrierenden Volkswirtschaften Putin besiegen kann ist eine Mär, die besonders gern im grünen Milieu beziehungsweise in Teilen der EU Kommission geglaubt wird. Erfolgreiche Wirtschaft ist immer von Interessen geleitet.

Kein Land, in dem die Politik den Interessen ihrer Bürger verpflichtet ist zerlegt freiwillig seine eigene Volkswirtschaft aus Solidarität mit anderen Staaten. Das funktioniert auf Dauer nicht einmal in in Diktaturen.

Das wird auch in Deutschland nicht funktionieren.

Die unterkomplexen Betrachtungen unserer Adreanalin gesteuerten Außen— und Wirtschaftspolitik werden in dem Artikel eindrucksvoll widerlegt.

Russland wird noch mit Europa Geschäfte machen wenn sich an Baerbock und Habeck niemand mehr erinnern kann. (Oder will)

„Der Westen“ existiert nicht. Deutschland steht allein.

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ Funktioniert aktuell sehr gut überall auf der Welt. Besonders zärtlich sind gerade Russland, USA und China.

Jochen Rollwagen | Do., 21. Juli 2022 - 15:06

Die Motivation der Ukrainer, für Herrn "Pandora Papers" Zelensky und seine verbliebenen Kumpanen in's Donbass zu gehen war schon immer Nahe Null. Nach seinen letzten Gesetzen zur Homo-Ehe - in der Ukraine ein echter Brüller - und dem absurden Verbot - bei hohen Strafen - der russischen Sprache ist sie jetzt - Null. Außerdem gehen den Zulieferern die letzten Reste an Munition aus der UDSSR aus, damit schießt die Ukraine noch - nach 8 Jahren Aufrüstung durch die NATO.

Ist also demnächst zu Ende.

Tomas Poth | Do., 21. Juli 2022 - 16:32

"die westlichen Ukraine-Unterstützer haben auch kein Interesse an einem Status quo"

Die Sätze sprechen für sich und machen klar worum es eigentlich geht.
Russland und die USA führen hier einen Stellvertreterkrieg.
Seit 2004 schwelt der Ukraine-Konflikt, der Kampf der Oligarchen und ihre jeweiligen politischen Sprechpuppen, pro oder kontra Russland.
Es ist ein Kampf um die Vorherrschaft, zu Lasten der ukrainischen Bürger & anderer.
Die imperialistische US Politik der Supermacht-Dominanz, kämpft gegen den Verlust ihrer Position, fürchtet den Untergang. Sie will keine andere Macht auf Augenhöhe neben sich dulden.
Dafür blutet die Ukraine. Ihnen wird eingeredet für ihre Freiheit zu kämpfen. Ist das wirklich so, müßten sie dann nicht verstehen daß die Oblaste Luhansk/Donezk auch für ihre Freiheit kämpfen, die vom Kiewer-Regime mit Krieg überzogen werden?
Werden die Ukrainer irgendwann merken, daß sie sich für die Interessen anderer billig benutzen lassen?
Volksabstimmung für die Ukraine!!

Dr.Andreas Oltmann | Do., 21. Juli 2022 - 21:40

Eigentlich ist bereits alles gesagt.
Der Artikel hat mir nochmals vor Augen geführt, dass die Politik der USA und der EU incl. GB keinen Nutzen gebracht hat, sondern uns nur schadet. Vor allen Dingen sehe ich, dass die westliche Überheblichkeit vom Rest der Welt nicht geteilt wird, sondern die großen Staaten der Mehrheit der Staaten weder von den Werten der USA/Europa überzeugt sind, noch sich solidarisch zu zeigen bereit sind.
Und wie alle Stellvertreterkriege der letzten 70 Jahre (Korea, Vietnam, Irak, Afghanistan) wird auch dieser scheitern.
Wie kann man den Werten des Westens zustimmen, wenn sich die USA herausnehmen, dass nur sie definieren, was Recht ist, wenn es von US Politikern ohne Anklage, Gerichtsverfahren, Verteidigung und Anhörung zu gezielten Tötungen, z.B. im Irak kommt?