Spanien fühlt palästinensisch: Demonstration in Barcelona / dpa

Spanien und die Palästinenser - Eine lange Freundschaft

Spanien erkennt heute Palästina als unabhängigen Staat an. Die regierende Linkskoalition kommt damit einem zehn Jahre alten Entschluss des Parlaments nach. Die Beziehungen zu Israel sind nach einer bereits seit Monaten währenden Krise auf einem historischen Tiefpunkt.

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Autoreninfo

Julia Macher lebt als Journalistin in Barcelona und berichtet seit vielen Jahren von der iberischen Halbinsel.

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Wenn das spanische Kabinett heute in seiner Sitzung Palästina als unabhängigen Staat anerkennt, möchte Premier Pedro Sánchez von der sozialistischen PSOE das als Teil einer Friedensinitiative verstanden wissen. „Es gibt nur einen Weg zum Frieden, und der führt über die Zweistaatenlösung“, so der Sozialist bei der Ankündigung letzte Woche. „Auf Augenhöhe verhandeln können beide nur, wenn sie den gleichen Status haben.“ Nur so könne sich Palästina künftig von Terrororganisationen wie der Hamas befreien. „Die Anerkennung Palästinas richtet sich nicht gegen Israel“, betonte Sánchez. „Wir wollen Frieden und Sicherheit rings ums Mittelmeer.“ 

Wie gegensätzlich die Interpretation der Regierung Netanjahu ist, machte der israelische Außenminister Israel Katz in einem Video klar. In dem auf der Plattform X veröffentlichten Clip sind Sequenzen von mordenden Hamas-Terroristen an Aufnahmen von Flamenco-Tänzern geschnitten; darüber liegt der Schriftzung: „Hamas: Danke, Spanien“. Als „skandalös“ und „verabscheuungswürdig“ bezeichnete Katz’ spanischer Amtskollege José-Manuel Albares den kurzen Film. 

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Jens Böhme | Di., 28. Mai 2024 - 16:05

Vielleicht will Spanien ganz viele palästinensische Flüchtlinge aufnehmen. Warum hört man von solch Angebot nichts?

Helmut Bachmann | Di., 28. Mai 2024 - 18:23

ekelhaft wie hier ein Terrorstaat anerkannt wird. Der Antisemitismus ist also in Spanien nicht nur sozialistisch, sondern auch traditionell? Macht es nicht besser. Was erkennen die überhaupt an? Bekommt die Hamas demnächst eine Botschaft?

Chris Groll | Di., 28. Mai 2024 - 19:03

Denke einfach mal, die Spanier haben die 800 Jahre der mohammedanischen Unterwerfung (zwischen 711 und 1492) vergessen. Vielleicht wünschen sie sich diese Zeit ja auch zurück. Nicht zu vergessen, die stellvertretende Regierungschefin Yolanda Díaz ist Kommunistin.

Ronald Lehmann | Di., 28. Mai 2024 - 19:09

Führend im Kampf gegen die Juden, die mit den Mauren nach Fall Jerusalem nach Hispanien kamen

welches später durch West &Ost-Goten besiedelt/besetzt wurde

nach 3 Konzil von Toeldo(589) erfolgte jedoch gezielte Verfolgungen, Zwangstaufen, Kindesraub an den Juden

ab 638, nach Konzil, wurden Sabbath/Beschneidung
„im Namen des Herrn“
VERBOTEN
(JA, liebe AFD & Wähler, ihr seit nicht die ersten)

später wurde diesen das Bleiberecht endgültig entzogen
die dann wie Verbrecher vogelfrei waren
& wo dann Pogrome, Vertreibungen & Versklavung folgten
> Höhepunkt der Versklavung der Juden war nach 1150 durch Islam

& bereits 300 n. C. auf Geheiß christl. Macht & bevor Christentum Staatsreligion war
> wurden zugewiesene, getrennte Judenviertel in Hispania errichtet

711 für die Juden empfundene Befreiung durch Araber & Berber & bis 1050
FÜR JUDEN das goldene Zeitalter

1150-1320 Unterdrückung der Juden d Islam
ab 1500 Pogrome, Ausrottung der Juden in SPA
>Verfolgung/Inquisition

1939-78 FALANGE-PARTEI 👹

Schöne Darstellung, der ich in einem Punkt widersprechen möchte. Die Berbereroberung 711 war für die jüdische Bevölkerung im Grunde ein" vom Regen in die Traufe" kommen. Wenn man den Büchern von Künzel, Nagel und der Ägypterin Bat d' Or glauben schenkt, war das sog. goldene Zeitalter kurz und eventuell ein Mythos("Das Land wo Blut und Honig floss" )Wie jede muslimische Herrschaft führte sie auch hier in die Dhimmitude. Also das intellektuelle Aussaugen und die Diskriminierung ( z.B. durch das Tragen müssen merkwürdiger Hüte, gelber Abzeichen!!Verbot des Reitens auf Pferden, sondern nur auf Eseln( um nicht höher zu sitzen als die" Herren"). Maimonides trieb man so in die Flucht. Die andalusische Erzählung soll Mitte des 19.Jahrhunderts dann von europäischen jüdischen Bürgern aufgebracht worden sein. Die in Europa einsetzende Judendiskriminierung scheint solche Formen angenommen haben, dass Al-Andalus sogar noch besser erschien.

Albert Schultheis | Mi., 29. Mai 2024 - 09:54

Spanien - ein verirrtes, verlorenes, aber pragmatisches Land. Mit einem Bein läuft man den neumodischen linksgrünen Regenbogen-Ideologien hinterher, nichts was die linken Stimmungsmacher in den Rathäusern oder in Brüssel vortanzen, wird offen kritisiert - man steckt auch gerne die Subventionen der EU ein. Mit dem anderen Bein steckt man tief in den althergebrachten katholisch und regional geprägten Traditionen, feiert die ehemaligen Kirchenfeste, sie schaffen Identität und Zusammenhalt. Aber der zugrundeliegende Glaubenskern ist weitestgehend erodiert und verloren. Es sind Feste und Traditionen ohne tiefere Bedeutung, sie werden von der großen Mehrheit durchaus mit Stolz goutiert, wie ein schmalziger Kinoschinken aus der "guten alten Zeit". Dazwischen herrscht ein durchaus vernünftiger Pragmatismus, der eine gut eingepegelte Äquidistanz aufrecht erhält zwischen linksgrünem Dünnschiss und dumpfschwarzer, katholischer Verstopfung. Israel, die Juden gehen den meisten am Gesäß vorbei.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 29. Mai 2024 - 09:57

Das ist ja nicht erst seit gestern so. Will man Spanien jetzt aus der EU und der NATO werfen? Will man politisch im Land intervenieren und eine andere Regierung installieren? Mit Hilfe der USA? Ach stimmt ja. Quer durch alle Parteien geht diese Palästina Zuneigung. Mögen die das Volk oder auch die HAMAS? Müssen wir jetzt die Spanier ächten? Warum haben die ihre besondere Zuneigung nicht genutzt und versucht die Zweistaatenlösung voranzutreiben? Kein Interesse oder doch kein Einfluss auf die Hamas? Ja, man kann die Haltung Spaniens kritisieren, sie gar verurteilen, völlig anderer Meinung sein. Und hilft das letztlich in diesem Konflikt?
Ist das vielleicht auch nur ganz pragmatisch gedacht, wenn man Palästina auch anerkennt, so wie Israel, auf diese Weise eine Zweistaatenlösung zu erzwingen? Es gibt viele weitere Fragen, auch an Spanien. Nur welche Lösung ist derzeit aussichtsreich? Wenn die Hamas gleich die Palästinenser vertritt wird es fast unmöglich einen friedlichen Weg zu finden.