Emmanuel Macron - Einsamer Aufbruch

Emmanuel Macron hat es versäumt, sich für seine europa-politischen Vorhaben neue Verbündete zu suchen. Das rächt sich nun. In Straßburg löst er kaum Begeisterung aus, in Berlin droht der Offenbarungseid

Emanuel Macron bei seiner Europarede in Brüssel
Viel Beifall erhält Emmanuel Macron bei seiner Europarede in Straßburg nicht / picture alliance

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Eric Bonse berichtet seit 2004 aus Brüssel über Europapolitik. Er betreibt auch den EU-Watchblog „Lost in Europe“.

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Diesmal fiel der Beifall verhalten aus. Statt mit stehenden Ovationen, wie noch bei seiner Rede in der Pariser Sorbonne, wurde Emmanuel Macron im Europaparlament in Straßburg mit Zwischenrufen und Protestplakaten begrüßt. „Stop the war in Syria“, forderten die Linken. „Bekennen Sie sich zu den Spitzenkandidaten für die Europawahl“, verlangten die Konservativen. 

Der französische Staatschef löst keine Begeisterung mehr aus. Dabei ist seine Botschaft die Gleiche geblieben. Macron fordert weiter eine „Renaissance“ der EU, die sich von einer Wirtschafts- und Währungsunion zu einem „souveränen Europa“ weiterentwickeln soll. „Bis Ende der Legislaturperiode 2019 müssen wir spürbare Ergebnisse einfahren“, sagte der französische Präsident in Straßburg. Das war eine Mahnung an Deutschland, wo sich auch nach Bildung der neuen Großen Koalition europapolitisch kaum etwas bewegt. Es war aber auch ein Seitenhieb gegen die Osteuropäer, die sich zunehmend zum Bremsklotz in der EU entwickeln und zudem die europäischen Grundwerte infrage stellen. Der „illiberalen Demokratie“ nach Viktor Orban erteilte Macron in Straßburg eine klare Absage.

Deutliche Worte

Demokratie und Rechtsstaat müssten obenan stehen, sagte der liberale Franzose. Die Abkehr von diesen Grundsätzen sei „der schwerste Fehler“ den Europa begehen könne. „Die Antwort ist nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität der Demokratie.“ So deutlich hat es schon lange keiner mehr gesagt auch nicht in der EU-Kommission in Brüssel, die eigentlich über die Einhaltung der europäischen Werte wachen sollte.

Doch viel Beifall bekommt Macron für diese überfällige Mahnung nicht. Auch seine praktischen Vorschläge eigene EU-Steuern auf die Internet-Konzerne, ein eigenständiges EU-Budget, ein neues europäisches Urheberrecht werden zurückhaltend aufgenommen. Die Abgeordneten begrüßen, dass Frankreich sich wieder aktiv in die Europapolitik einbringt. Doch gegen Macrons Stil gibt es viele Vorbehalte. Er konzentriere sich zu sehr auf die deutsch-französische Zusammenarbeit, kritisiert Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Europa ist mehr als Deutschland und Frankreich“, Macron müsse auch an die anderen denken. Vor allem die kleinen EU-Staaten fürchten ein „Direktorat“, in dem Paris und Berlin alles unter sich ausmachen. 

Alle Optionen offen halten

Außerdem setze Macron zu stark auf die zwischenstaatliche  Zusammenarbeit. Die EU-Ebene in Brüssel komme zu kurz, beschwert sich zum Beispiel der Chef der liberalen Fraktion, der Belgier Guy Verhofstadt. Ganz ähnlich klingt es bei Manfred Weber, der die konservative Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) leitet. Man könne nicht über Demokratie in Europa reden und das Europaparlament übergehen, sagt der CSU-Politiker.

Überraschend kommt diese Kritik nicht. Denn Macron steht mit den etablierten europäischen Parteienfamilien auf Kriegsfuß. Vor allem das Verhältnis zur EVP ist belastet der französische Präsident wirft dem von CDU und CSU beherrschten Parteienverbund vor, zu eng mit Orban zu kooperieren. Macron möchte das Europaparlament mit Bürgerdialogen mit einen europäischen Ableger seiner französischen „En marche“-Bewegung aufmischen.

Das gefällt vielen Abgeordneten nicht. Sie fürchten um ihre Wiederwahl bei der Europawahl 2019. Außerdem argwöhnen sie, Macron könne sich über das Ergebnis der Wahl hinwegsetzen. Statt den siegreichen Spitzenkandidaten zum neuen Präsidenten der EU-Kommission zu machen, will sich der Franzose alle Optionen offenhalten. Damit steht er allerdings nicht allein; auch Kanzlerin Angela Merkel lehnt einen Automatismus ab.

Frankreich gegen Deutschland

Doch es sind nicht nur diese Machtkämpfe, die die Stimmung trüben. Es ist auch die politische Strategie. Macron setzt auf ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten. Ganz vorn mitmischen soll nur, wer mit Frankreich mithalten kann. Das sorgt nicht nur in Osteuropa für Argwohn. Es stößt auch in der EU-Kommission auf Widerstand. Kommissionschef Juncker verfolgt nämlich eine ganz andere Strategie er will die „EU für alle“.

Alle Mitgliedsländer sollen der Schengen-Zone und dem Euro beitreten, erklärte Juncker in einer Grundsatzrede im September 2017. Der Luxemburger will sogar Bulgarien und Rumänien in den Euro holen. Demgegenüber vertritt Macron einen exklusiven Ansatz. Beim Aufbau der neuen europäischen Verteidigungsunion kam es deshalb sogar zum Streit mit Deutschland. Denn Merkel verfolgte eine „inklusive“ Strategie sehr zum Ärger Macrons, der nur wirklich wehrbereite Länder aufnehmen wollte.

Eine gegensätzliche Strategie vertreten Macron und Merkel auch beim Euro. Der Präsident will die Währungsunion zum „harten Kern“ der EU ausbauen. Die Kanzlerin lehnt das ab; sie möchte auch mit Nicht-Euro-Ländern wie Polen enger zusammenarbeiten. Vor allem aber blockiert Merkel  fast alle französischen Vorschläge zur Euro-Reform. Beim letzten EU-Gipfel im März sagte sie sogar kurzerhand eine fest vereinbarte gemeinsame Reform-Initiative ab.

Ein Dorn im Auge

Die soll zwar nun nachgeholt werden; bei einem Besuch in Berlin will Macron mit Merkel einen ersten gemeinsamen Impuls geben. Damit das klappt, hat er schon viel Wasser in seinen eigenen Wein gegossen. So ist das ursprüngliche geforderte unabhängige Euro-Budget mittlerweile auf eine „Haushaltskapazität“ geschrumpft, „die Stabilität und Annäherung in der Eurozone fördert“. Und für die seit 2012 überfällige Bankenunion strebt Macron nur noch einen „Fahrplan“ an, um „in Schritten“ voranzukommen.

Doch selbst diese Trippelschritte werden argwöhnisch beobachtet von CDU und CSU, die eine „Transferunion“ wittern. Aber auch von den Niederlanden und mehreren anderen nordeuropäischen Ländern, denen die ganze Richtung nicht passt. Statt mehr Integration fordern die Nordländer „weniger Europa“. Sogar die von Merkel und nun auch von Macron angekündigte Erhöhung des nationalen EU-Beitrags ist ihnen ein Dorn im Auge.

Macron braucht europäischen Erfolg

Macron hat sich zwar schon mit dem niederländischen Premier Mark Rutte getroffen, um die größten Bedenken auszuräumen. Doch er hat es versäumt, sich für seine Reformpläne neue Verbündete zu suchen. Der Franzose hat alle seine Hoffnungen auf Deutschland gesetzt und steht nun ziemlich allein in Europa. Wenn sich nun auch noch in Berlin die Bedenken durchsetzen, könnte es schnell vorbei sein mit seinen hochtrabenden Visionen. Dann droht der Offenbarungseid auch für Merkel. Denn statt des versprochenen „Aufbruchs für Europa“ hieße es erneut „Weiter so“ genau wie vor der Bundestagswahl. 

Für die Kanzlerin wäre dies vermutlich kein großes Problem, sieht man einmal vom Krach mit der SPD ab. Für Macron aber schon, denn er braucht europapolitische Erfolge, um seine innenpolitischen Gegner im Zaum zu halten. Wenn er die nicht bekommt, könnten Marine Le Pen und andere EU-Gegner bei der Europawahl triumphieren. Viel Zeit bleibt nicht mehr beim EU-Gipfel im Juni müssen die Reformen auf den Weg gebracht werden, um noch vor der Wahl im Mai 2019 ihre Wirkung zu entfalten. 

Wilhelm Maier | Di, 17. April 2018 - 19:19

Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron löst keine Begeisterung mehr aus. Und nach Bombardierung in Syrien bei mir auf Mikron- niveau gesunken.
Leider... Hatte mal eine (ja, Blöd- aber?) Hoffnung...

hatte ich bei Macron anfangs auch. Es zeigt sich aber immer deutlicher, dass er für seine Luftschlösser sehr viel Geld aus EU-Töpfen (also von uns)braucht. Reformen im eigenen Land wird er nicht durchsetzen. Mutti wird ihn aber, wie die anderen vom Club-Med und die „Oststaaten“ großzügig unterstützen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 17. April 2018 - 19:44

Kopfschmerzen.
Es reicht nun mal nicht, wenn das neue Europa einfach nur Frankreich im Großformat sein soll, ob es dann autoritär-demokratisch oder demokratisch in seiner Autorität sein wird.
Halt, das hat Macron nicht gesagt, er will die Autorität der Demokratie, genauer, er will wohl "marchons".
Was aber genau ist Frankreich, nicht doch eher ein Gemisch?
Überhaupt, reicht es für Europa, man selbst sein zu wollen?
Das sieht dann doch ein bisschen nach Napoleon aus, den ich als Identifikationsfigur für Europa ablehne.
Europa ist die Einheit der Vielfalt, die begriffen werden muss, bevor man sie verneint oder umkrempelt.
So kann man Europa verfehlen.
Der Artikel, der es gewiss nicht böse mit Macron meint, macht doch sehr nachdenklich.
Im Ergebnis der Diskussion ALLER mag aber auch durch den Beitrag Frankreichs etwas Bedeutendes hinzukommen, obwohl ich persönlich eine "Reduktion" der EU auf "praktisch" Frankreich und Detschland für einen Schritt zurück halte.
Dies am Rande

Mathias Trostdorf | Di, 17. April 2018 - 19:55

Wenn Macron mit seinen Umverteilungsideen allein dasteht, wäre es doch logisch, daß sich die EU nicht in seine sondern in die Richtung entwickelt, in die die Mehrheit der EU möchte- nämlich offenbar weniger Einmischung der EU in die inneren Angelegenheiten der Staaten und nicht nochmehr Budget für EU-Verwaltung und Umverteillung.
Herr Macron hätte damit auch mehr Zeit, sich um die großen Aufgaben zu kümmern, die in seinem eigenen Land endlich angepackt werden müßten. Damit wäre er voll und ganz ausgelastet.

Aus dem Adler ist ja wohl eher "Geier Sturzflug" geworden ...

ingrid Dietz | Di, 17. April 2018 - 20:40

will wohl auch über Wasser laufen !

Vorsicht ist angesagt .
Macron will wohl mal wieder die "heißblütige" Angie bezirzen - und das wird für die BRD wieder teuer !

Dimtri Gales | Di, 17. April 2018 - 20:43

Denn die Zeichen stehen nicht auf "mehr Europa", sondern auf "weiter so" oder gar "weniger Europa" - letzeres dürfte von einer schweigenden Mehrheit vertreten sein. Macron vergisst (er hat wenig politische Erfahrung, wirkt manchmal etwas naiv), dass es in Europa verschiedene Realitäten gibt, Interessen der Nationalstaaten und dass jedes Land unter "Europa" etwas anderes versteht. Macron wird mit seiner Europa-Vision scheitern, auch das kein gutes Omen für seine politische Zukunft in Frankreich.

Robert Müller | Di, 17. April 2018 - 20:44

Es sieht aus als ob der "Koalitionsvertrag" mit dem Abgang von Martin Schulz schon in Teilen Makulatur ist. Wenn die Berichte stimmen, dann hat Schulz den eng mit Macron abgestimmt und so ist das zu recht so gekommen. Ich glaube aber nicht, dass den Franzosen tatsächlich etwas an Macrons Europa-Plänen liegt. Meiner Meinung geht es darum, dass Frankreich und nicht Merkel im Fahrersitz sitzen. Womit ich grundsätzlich kein Problem habe, weil ich die Merkelsche Europapolitik für grottig halte. So viel wie sie in wenigen Jahren kaputt gemacht hat, ist schon ganz besonders. Allerdings ist auch Macron ein Spalter, der den europäischen Wettbewerb ablehnt, weil er dann seinen Wählern weniger zumuten muss.

Joachim Wittenbecher | Di, 17. April 2018 - 21:16

Das gute dt-frz. Verhältnis ist ein Glücksfall. Trotzdem ist Präsident Macron nicht über Kritik erhaben: Ohne mit seinen Partnerländern Rücksprache zu nehmen, verkündet er in autoritärer Weise die scheinbar unabweisliche Forderung, weit reichende vertraglich Änderungen innerhalb der EU vorzunehmen, die samt und sonders auf Souveränitätsverzichte in einem Ausmaß hinauslaufen, welche die staatlichen Merkmale der Mitgliedsstaaten quasi aufheben (Europ. Finanzminister/Bankenhaftung usw.). Dies kann nicht funktionieren, schon gar nicht als Tandem Frankreich-Deutschland - zu groß wären die Widerstände. Es liegt daher zuerst an der EU-Kommission (nicht an Deutschland!) Herrn Macron klar zu machen, dass Änderungen der EU-Statik nur durch einen gemeinsamen Willen aller Mitgliedsstaaten erfolgen können. Hierbei hat auch Präsident Macron Kompromisse einzugehen.

Michaela Diederichs | Di, 17. April 2018 - 22:38

Das Macrönchen wird erkennen müssen, dass er ziemlich allein da steht. Die Menschen wollen nicht mehr, sondern weniger EU und vor allem - keine Muslime aus Afrika und der arabischen Welt mehr. Mehr Orbán und weniger Macrönchen täten der EU gut. Sonst müssen es halt Le Pen, Wilders, Seidel, Kurz, Orbán und wie sie alles heißen richten.

Wolfgang Schneider | Mi, 18. April 2018 - 00:20

Was sollen solche Chiasmen, die jedem Primaner einfallen: " ....Autorität der Demokratie "? Fast alle Mitglieder der EU wollen die Flüchtlingspolitik Deutschlands nicht. Sie wollen auch eine EU unter französisch-deutscher Führung nicht. Ich verstehe nicht, warum man in Berlin davor beharrlich die Augen verschließt. Macron macht immer deutlicher, dass er nur heiße Luft produziert. Macht den Laden EU zu!

Ralph Barthel | Mi, 18. April 2018 - 06:31

Lieber Präsident der Franzosen.
Komm mal wieder auf den Boden der Tatsachen herrunter. Deine Umbaupläne kommen einfach zu früh. Überlass das doch einfach Deinen und unseren Urenkeln.
Z.Z. haben wir nun wirklich andere Probleme. Z.B. den Echo-Skandal. Und unsere Frau v.d.L. weis nicht wie man für die Bundeswehr ein rollenden Kindergarten realisieren könnte.
Vielleicht könntet Ihr in Frankreich eine Hänger für den Leopard bauen? Mit Buddelkasten usw. Und schon wäre ein gemeinsames Verteidigungsprojekt fertig. Verstehst Du das? Step by Step würden die Amis sagen und bestimmt ein paar Rosinenbomber beisteuern. Und glaube mir, zum Rosinenpicken kommen noch viele andere dazu, außer Dir. So wird eine Gemeinschaft draus.

Die Kindersitze für den Leo II sollten dann von Recaro kommen und für die kämpfende Truppe wird auf Antrag die 20-Std-Woche eingeführt. Selbstverständlich auch im Krisenfall, sonst geht ja niemand mehr hin. (Wer Spuren von Ironie findet, darf sie behalten.)

Dieter Erkelenz | Mi, 18. April 2018 - 06:55

"Doch in individualistischen Gesellschaften schwindet zunehmend der normative Konsens.
Das liegt in ihrer Logik. Denn wenn jeder ganz individuell und einzigartig sein will, nimmt die
Schnittmenge allgemein verbindlicher Ideale ab". (Alexander Grau).
Dieses Zitat ist ebenso auf die europäischen Länder zu übertragen. Jedes will sein eigenes "Süppchen kochen".
Deshalb gleicht für mich Macron als einsamer Rufer zur Einigkeit Europas in der Wüste. Wie recht er hat, wird die (ferne) Zukunft erweisen!

Michael Sander | Mi, 18. April 2018 - 08:52

Macron ist ein typisch französischer Zentralist, der seine Vorstellungen von einer Grand Nation nun auf Europa ausdehnt, weil er gemerkt hat, dass Frankreich es aus eigener Kraft nicht mehr schafft. Den Deutschen kommt dabei vor allem die Rolle des Financiers zu. Die "Peripherie" glaubt er hingegen abkanzeln und vernachlässigen zu können.
Irgendwie scheint der Mann den Schuss noch nicht gehört zu haben, denn in fast allen europäischen Landern haben sich europakritische Parteien etabliert. Der Brüsseler Zentralismus wird daher nicht weiter funktionieren. Auch frage ich mich, was an einem europäischen Superstaat a la Macron oder Junker noch liberal, demokratisch und rechtsstaatlich sein soll, denn all dies sind Eigenschaften, die man gerade in Brüssel am allerwenigsten findet. Daher wohl auch die Idee mit den Bürgerdialogen, die niemals repräsentativ sein können und mit denen sich folglich alles und nichts begründen lässt.

Peter Lieser | Mi, 18. April 2018 - 09:14

Soufflés lassen sich als Vorspeise, Beilage, herzhaften Hauptgang oder als süßes Dessert zubereiten. Die Kunst dabei ist, dass sich der Teig im Ofen über den Rand der Souffléform erhebt.

Nur darf man nicht hinein stechen, dann fällt es zusammen. Wie ich dabei auf Macron komme ? Weiß ich im Moment auch nicht mehr...... ;-))

Bernhard K. Kopp | Mi, 18. April 2018 - 09:47

Macron will wahrscheinlich den Brüsseler Dukatenesel mit französischen Agrarprodukten füttern, damit dieser 'EU-Mittel' an die darbenden Kommunen ausschüttet, die mit Flüchtlingen stark belastet sind. Für die darbenden Staatshaushalte von Defizit-Ländern soll dann die EZB, oder sonst ein 'superliberales Finanzvehikel' , ähnlich liberal-demokratisch funktionieren. So funktioniert liberale Demokratie aus der Sicht des Champagner-Kellers im Elysee-Palast.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 18. April 2018 - 15:19

In reply to by Bernhard K. Kopp

im Nachhinein als mögliche Option eines jeden Staates legal ist und damit Schengen oder Dublin abgelöst hat?
Das würde doch wohl bedeuten, dass Frankreich einladen kann, wen es will, wie andere Staaten auch, nur haften sollen dann alle für diese individuelle Politik?
Würde ich nicht mitmachen wollen, sprich also nur ein sehr zielgerichteter Risikoschutz, kombiniert mit Auflagen bei Schädigung europäischer Gesamtinteressen.
Ich habe keine Ahnung mit wem Merkel den Türkeideal in Europa abgesprochen hat. Die CDU hat es wie immer hingenommen?
Jedenfalls war das m.E. ein Signal für Erdogan sich als Alleinherrscher zu installieren.
Es wäre schön, wenn der Cicero zu dieser europäischen Problematik informieren würde, die ja auch im Falle Frankreichs bedeutet, Bomben auf Syrien und Waffen an Erdogan?
Macron könnte noch zuwenig selbst gedacht haben, um umfassend Dinge einschätzen zu können.
Hoffentlich ist Kurz nicht so.
Europa ist wirklich, es muss nicht erfunden oder verstellt werden

Ralf Altmeister | Mi, 18. April 2018 - 10:24

wie der der Bewohner eines verwahrlosten Hauses in einer Eigenheimsiedlung, der gern als Bauleiter und Betreiber einen gemeinsam finanzierten, großen Müllplatz bauen möchte, wo er dann auf Dauer den größten Platz für sich beanspruchen kann.

Tomas Poth | Mi, 18. April 2018 - 11:30

Der Artikel beschreibt sehr schön warum EU und Euro so sind wie sie sind und warum beides nicht funktionieren kann.
Auf zum Abbruch/Abriss des gegenwärtigen Systems.

Ralph Lewenhardt | Mi, 18. April 2018 - 12:05

Auch Reformen ala Marcron sind zum Scheitern verurteilt, wenn nicht zuvor das Demokratiesystem der EU grundlegend diskutiert und reformiert wird. Kein Regierung kann auf Dauer an den Volksmehrheiten und der Verfassung ihres Landes vorbei. Genau das aber will Macron in vielen Punkten und setzt auf Eliten-Zentralismus.

Bernd Eifländer | Mi, 18. April 2018 - 12:08

Viele Vorschläge, aber keine Lösungen die ohne deutsches Geld zu realisieren wären. Wir haben selbst viele "Macrons" im Bundestag, dass genügt für uns 80 Millionen doofe Malocher die diese Party finanzieren sollen. Wir haben für den Anfang, erst mal 2-3 Millionen ( aufsteigend ) Migranten an der Backe.

Gisela Fimiani | Mi, 18. April 2018 - 12:24

Der zutreffende Satz lautet: „Die Antwort ist nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität der Demokratie.“ Hier lesen wir, wie so häufig, eine wohlfeile Aussage, unter der sich jeder vorstellen mag, was ihm gefällt. Die Aussage ist dennoch profund und deren Inhalt sollte zwingend zur Debatte gestellt werden, zumal in Deutschland derzeit die paternalistische, autoritäre Demokratie herrscht. Würde die notwendige Debatte endlich ernsthaft geführt, ergäben sich aus ihr gewiß Antworten sowohl für die Einzelstaaten, als auch für die EU. Zunächst sollte die fundamentale Frage geklärt werden........in welcher Demokratie wollen wir demnächst leben. Wollen wir die res publica oder das imperium paternale, welches Kant als die größte denkbare Despotie bezeichnet.

Christian Bauer | Mi, 18. April 2018 - 14:18

Jedes Bild, das ich bisher von beiden gemeinsam sah, lässt bei mir alle Alarmglocken klingeln. Merkel: endlich jemand, der mich liebt; Macron hingegen, ganz im Sinn alter Heiratsschwindler: Liebe Angie, erst deine Kohle, dann sehen wir weiter. Gibt es einen grossen Unterschied zwischen der Seitenansicht eines "lächelnden" Macron und einem Haifisch? Für mich schwer zu erkennen. Stattdessen sitze ich hier, kaue auf den Fingernägeln, und hoffe, dass andere Menschen klüger sind als Merkel- vielleicht wird es dann nicht gar so teuer für mich (und meine anderen Leidensgenossen in D)

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 19. April 2018 - 12:02

In reply to by Christian Bauer

überlegen würde, was Merkels größter Anteil an dem, was wir gemeinhin als große Politik beschreiben, sein könnte, dann würde ich ganz leise sagen "piep, piep, piep, habt mich lieb".
Und das war einer der Gründe, warum ich mal bei Hedwig-Courths-Mahler nachgeschaut habe.
Die schreibt explizit über nichts anderes als Liebe und doch so viel mehr über ihre Zeit.
Ich befürchte, dass es bei Merkel umgekehrt sein könnte, wenn wir uns einmal über ihre Quintessenz Gedanken machen würden.
Okay, vermutlich eine ziemliche Einzelmeinung.
Mich dürstet nun mal nach Verantwortlichkeit.

Robert Friedrich | Mi, 18. April 2018 - 15:55

Er will die Grande Nation, dabei hofft er auf Angie. Wohl ein bisschen übergeschnallt, aber saugefährlich.

Ernst Laub | Mi, 18. April 2018 - 16:11

ist nun Trumps Gefolgsmann.....
Paris, noch lächerlicher als Berlin. Wer hätte das je gedacht. De Gaulle würde dies nicht freuen.

Hubert Vogel | Mi, 18. April 2018 - 16:26

es wird Zeit, dass die Macron-Forderungen zu seinem restaurierten Europa ausgeleuchtet werden.
EU-Finanzminister , EU-Staatsbudget ,
EU-Steuer , EU-Sozialversicherung , EU-Arbeitslosenversicherung , EU-Bankenhaftung , etc. etc. . Er benötigt dringend das Geld der deutschen Deppen , sonst geht er in die Knie.
Übrigens , Macron ist kein Liberaler er ist Sozialist .

Bernd Lehmann | Mi, 18. April 2018 - 18:06

er hat französische Interessen und sonst nichts, verschleiert hinter einen Gesäusel von Europa. Und dazu braucht er eine Einzugsermächtigung vom deutschen Steuerzahler.

Guido Schilling | Mi, 18. April 2018 - 19:24

Bestünde die EU noch aus den sieben Gründerstaaten könnte es eventuell auch trotz des Euros klappen. Aber 27 plus GB kann einfach nichts werden. Zu groß sind die Unterschiede in Wirtschaft, Recht, Bildung, Ziele etc. Macron hin (mit alten Frauen kann er ja) Juncker her.

Ursula Horvath | Do, 19. April 2018 - 07:42

hat all seine Hoffnungen auf Merkel gesetzt? Oh Gott, wie naiv muss der sein, auf Madam Merkel auch nur einen Eurocent zu setzten, denn ihre gesamte Regierungsarbeit bestand bisher aus gebrochenen Versprechen, aus spontanen im Alleingang Entscheidungen, die , Mama Merkel auch verraten hat, als ihre Macht bedroht war. Ausserdem dieser Möchtegern Napolion Macron, sollte sich um sein Land kümmern, bevor er zu den Sternen greift. in F gärt gerade die Volksseele und anders als bei uns, wird es da auch ordentlich krachen und das Ödypussi wird sein Heil bei den Rothschilds aus dessen Stall er herausgezaubert wurde, suchen! Es ist ein Glück, für Europa, dass wenigstens die Franzosen das Revolutionsgen in ihren Adern haben! Das Macrönchen wird bald Geschichte sein, denn er kann nur Visionen die Andere finanzieren sollen!

Alexander Mazurek | Do, 19. April 2018 - 09:45

… , das Europa, vor dem Rousseau bereits 1772 in "Überlegungen zur Regierung von Polen" warnte?
"Heutzutage gibt es keine Franzosen, Deutschen, Spanier und sogar keine Engländer mehr,
egal was andere sagen mögen: es gibt nur noch Europäer.
Alle haben sie denselben Geschmack, dieselben Wünsche, dasselbe Benehmen,
weil niemand mehr durch besondere Institutionen regional geprägt wurde.
In derselben Lage werden alle dasselbe tun, alle werden sie sich selbstlos nennen,
und tatsächlich Schurken sein; alle werden öffentliches Wohl predigen,
jedoch nur an sich selbst denken; alle werden Mäßigung preisen und für sich wünschen,
so reich wie Krösus zu sein.
Sie streben nach nichts außer Luxus, sie sehnen sich nach nichts außer Gold;
sicher, dass ihnen Geld alle Wünsche ihres Herzens kaufen kann sind sie bereit,
sich an den Erstbesten für Geld zu verkaufen.
Was kümmert sie, welchen Herren sie dienen und welchem Gesetz sie folgen?" ...

Alexander Mazurek | Do, 19. April 2018 - 09:54

… "Vorausgesetzt, sie finden Geld zu stehlen und Frauen zu verführen, werden sie sich in jedem Land heimisch fühlen."

Genau diese Europa haben wir jetzt. Und dies ist kein Ausdruck zivilisatorischen Fortschritts, oder?

Wenn man nun ein anderes Europa will, als es Rousseau damals schon sah - ist man dann ein hasserfüllter böser Nazi?

Ortega y Gasset sah das vor ca. 100 Jahren in "Der Aufstand der Massen" richtig: "Wie es in Nordamerika heißt: Anderssein ist unanständig. Die Masse vernichtet alles, was anders, was ausgezeichnet, persönlich, eigenbegabt und erlesen ist. Wer nicht "wie alle" ist, wer nicht 'wie alle' denkt, läuft Gefahr, ausgeschaltet zu werden."

Da stehen wir nun [in Europa da] und können nicht anders? Oder ist "anders" doch wohl besser?