Donald Tusk
Heute ist Donald Tusk der wohl einzige polnische Spitzenpolitiker europäischen Formats / picture alliance

Donald Tusk - Danziger Schimmelreiter

Noch ist unklar, wer neuer EU-Ratspräsident oder neue EU-Ratspräsidentin wird. Klar aber ist, dass die Amtszeit von Donald Tusk als EU-Ratspräsident endet. Viele liberale Polen hoffen nun auf seine Rückkehr aus Brüssel – um die autoritäre Kaczynski-Regierung abzulösen

Autoreninfo

Paul Flückiger arbeitet seit Sommer 2000 als Osteuropa-Korrespondent in Warschau. Er ist Mitglied von weltreporter.net und schreibt unter anderem für die NZZ am Sonntag. Aktuell schreibt er für die Zeitung Der Tagesspiegel

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Er reitet auf einem Schimmel und blickt väterlich, aber entschlossen drein: So präsentierte Ende vergangenen Jahres ein polnisches Nachrichtenmagazin Donald Tusk. Der bald abtretende EU-Ratspräsident schicke sich an, nach Polen zurückzukehren und dort 2020 Staatspräsident zu werden, hieß es auf dem Titel. Seither wartet Polens Opposition auf Tusks Rückkehr.

Die Titelillustration hat sich längst verselbstständigt, unter den weltoffenen Polen hat das Bild die Hoffnungen ins schier Unerträgliche gesteigert. Die Opposition indes hat es monatelang gelähmt: Statt sich zusammenzureißen und Jaroslaw Kaczynskis Regierungsmannschaft endlich geeint entgegenzutreten, wartete man auf ein Zeichen des Heilsbringers aus Brüssel. Denn dass dieser die Machtkonstellation innerhalb der Opposition auf den Kopf stellen würde, ist unstrittig. Tusk ist damit nicht zum ersten Mal zur Wunderwaffe gegen Kaczynski auf der einen, aber auch zum Fluch der polnischen Innenpolitik auf der anderen Seite geworden.

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Klaus Funke | Mi., 26. Juni 2019 - 08:29

Tusk als neuer polnischer Präsident? Der mitverantwortlich ist, dass sein Land von der EU gebeutelt wurde wie kaum ein zweites. Das wird wohl nix, Herr Flückiger, da kennen Sie die Polen nicht richtig. Wer den Nationalstolz der Polen verletzt - und dies tat Tusk mehrfach - hat keine Chance. Es mag der Wunsch der EU Getreuen sein, Tusk auf diesen Posten zu heben. Ich bin häufig in Polen, habe dort viele Freunde. Ich sage, Tusk und die EU-Lobby haben dort nicht den Hauch einer Chance. Das mögen die von außen und mit der EU-Brille anders sehen. Am liebsten würden die Polen aus der DEu austreten... wenn nicht das schöne Geld wäre, das man von dort immer wieder bekommen hat. Also, liebe Herr Flückiger, verabschieden Sie sich von ihrer Illusion...

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 26. Juni 2019 - 09:50

Antwort auf von Klaus Funke

um dann gemeinsam mit England und Norwegen, andere könnten folgen, eine Art neue politische Hanse zu bilden?
Da es aber mit dem Geld nichts werden wird, sogar England in der EU verbleiben könnte, sollte man die Politik der EU mitgestalten, statt abzuwehren.
Trotz des Fotos, das den Rücken des Buches von Frau Prof. Dr. Höhler ziert und mich arg an Tusk zweifeln liess, hat er keine schlechte politische Figur gemacht.
Dennoch, zurück nach Polen?
Wahrscheinlich nicht.
Aber die Vereinten Nationen könnten ein guter Platz für ihn sein.
Tusk gehört in Polen einer Minderheit an, den Kaschuben...
Falsch, noch einmal.
Man kann ihn von da herleiten.
Das sagt aber nichts aus über sein Zugehörigkeitsgefühl, war aber evtl. der Grund, warum ihn sein Land nicht in seinem Posten unterstützte?
Minderheiten könnten dennoch der Bereich sein, den er verstehen kann und deren Geschicke sich weltweit anzunehmen, könnte eine Berufung für Herrn Tusk sein.
Mein Ansatz ist Zu-Ordnung im Wandel.
Nu?