Donald Trumps Zweistaatenlösung - Plan ohne Partner

Im amerikanisch-israelischen „Jahrhundertplan“ für Nahost kommen die Palästinenser bestenfalls als Bittsteller vor. Unklar ist, wie viele arabischen Staaten ihn unterstützen – und wer die von Donald Trump in Aussicht gestellten 50 Milliarden Dollar Aufbauhilfe für einen Palästinenserstaat zahlen soll

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Pressekonferenz: Palästinenser in einem Café in Gaza-Stadt / picture alliance

Autoreninfo

Markus Bickel ist freier Journalist. Er war jahrelang Nahostkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Großmäulig wie sein Gastgeber sprach Benjamin Netanjahu von nichts weniger als einem „historischen Tag“: Sein Land sei „gesegnet, die Freundschaft der größten Macht auf Erden zu genießen, der Vereinigten Staaten“, erklärte der israelische Ministerpräsident am Montag an der Seite von Donald Trump, nachdem dieser Israel in seinem Friedensplan weitgehende Vollmachten zugesichert hatte. Und der sich damit rühmte, auf 80 Seiten „den detailliertesten Vorschlag, der je gemacht wurde“ für eine friedliche Zukunft Israels und Palästinas vorgelegt zu haben – eine „Win-Win-Gelegenheit“ für beide Seiten.

Doch für einen Verhandlungserfolg fehlte im Ostsaal des Weißen Hauses ein entscheidender Akteur: Zwar mangelte es bei der Präsentation der von Trump schon im Vorfeld als „Plan des Jahrhunderts“ angekündigten Vision für eine Neuordnung Israels und Palästinas nicht an israelischen und amerikanischen Ministern sowie Mitgliedern der beiden Verhandlungsteams. Auch die Botschafter Bahreins, Omans und der Vereinigten Staaten waren am Montagmittag zugegen, als Trump und Netanjahu den Friedensplan abfeierten. Nicht anwesend aber war Palästinenserpräsident Mahmud Abbas – oder ein anderer politischer Repräsentant aus der Westbank oder gar dem Gazastreifen.

Seitdem Trump im Dezember 2017 Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat, sind die Gespräche zwischen Washington und Ramallah de facto zum Erliegen gekommen. Von einer Zweistaatenlösung, wie sie seit den Verträgen von Oslo 1993 und 1995 die internationale Nahostpolitik prägten, kann beim nun vorgestellten Plan keine Rede mehr sein. Er habe Abbas einen Brief geschickt, so Trump, in dem er den Palästinensern vier Jahre Zeit gebe, sich mit den Bedingungen für einen eigenen Staat vertraut zu machen – dazu zählten „friedliche Koexistenz mit Israel“ und ein Ende der Aktivitäten von „Feinden des Friedens“ wie der Hamas und dem Islamischen Dschihad.  

Ein Angebot zu ernsthaften Verhandlungen ist Trumps 80-Seiten-Plan allerdings nicht, sondern eine Carte Blanche für Netanjahu oder dessen möglichen Nachfolger Benjamin Gantz. Jerusalem bleibe „ungeteilte Hauptstadt“ Israels, versicherte der US-Präsident unter Beifall der Anwesenden, sämtliche Siedlungen in israelischer Hand. Auch die Hoheit über das Jordantal werde weiter bei Israel liegen. Weder sprach Trump die Rückkehr Hunderttausender Palästinaflüchtlinge an noch die Zukunft des Gazastreifens. Einen Staat mit beschränkter Souveränität sollte die Palästinenser erhalten – freilich nur, wenn sich ihre Vertreter an die Vorgaben seiner Vision hielten.

Trump und Netanjahu mitten im Wahlkampf

Doch das ist angesichts der Ablehnung illusorisch, die Abbas schon beim Durchsickern erster Details 2019 durchblicken ließ. Ebenso wie die von Trump versprochene Million neuer Arbeitsplätze in den kommenden zehn Jahren, die Halbierung der Arbeitslosenzahlen und die Steigerung des palästinensischen Bruttoinlandprodukts um das Zwei- bis Dreifache. Selbst wenn bislang unklar ist, ob die wichtigste Regionalmacht Saudi-Arabien Trumps Plan nicht doch unterstützt, ist völlig unklar, welche der „vielen, vielen Länder“ die 50 Milliarden Dollar aufbringen sollen, die laut Trump teilhaben wollen an „den massiven kommerziellen Investitionen in den neuen Palästinenserstaat“.

Dass Trump dennoch von einer „Win-Win-Gelegenheit“ sprach, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Sowohl der amerikanische Präsident wie auch der israelische Regierungschef stecken mitten im Wahlkampf. Der dritte Urnengang innerhalb eines Jahres steht Netanjahu bereits Anfang März bevor, Trump nannte sie unter dem Gelächter seiner Gäste „die längsten Wahlen aller Zeiten“. Bis zu den amerikanischen Präsidentenwahlen sind es noch neun Monate, aber schon jetzt diente der Auftritt an der Seite des israelischen Rechtskonservativen nicht zuletzt dem Ziel, jüdische und evangelikale Wähler zu mobilisieren.

Als medialen Win-Win verbuchen können Netanjahu und Trump ihren Auftritt darüber hinaus deshalb, weil er für einige Tage Ablenkung verspricht vom Amtsenthebungsverfahren in Washington und den Korruptionsanklagen gegen Netanjahu in Jerusalem. Zwei mit erheblichen Machtmissbrauchsvorwürfen belastete Amtsträger als Begründer eine neuen Nahostfriedens? Auch das macht den großmäuligen Auftritt im Ostraum des Weißen Hauses nicht gerade glaubwürdiger.

Ein langer Weg

Zum Ende seiner Ansprache verglich Netanjahu den 28. Januar 2020 mit einem anderen, wahrlich historischen Tag: Am 14. Mai 1948 habe David Ben-Gurion Israels Unabhängigkeit verkündet und US-Präsident Harry S. Truman den jungen Staat als erste Großmacht anerkannt. Was folgte, war der arabische Überfall auf das ehemals britische Mandatsgebiet – und die militärische Niederlage der Armeeeinheiten Ägyptens, Syriens, Libanons, Jordaniens und Iraks gegen jüdische Truppen.

In Trümmern lag damit nicht nur der UN-Teilungsplan für Palästina, auch politisch hat sich die arabische Seite von den Niederlagen in den Kriegen mit Israel 1948 und 1967 nicht wieder erholt – ungeachtet der Dekade der Hoffnung, die mit den Oslo-Verträgen in den 1990er Jahren begann und mit der Zweiten Intifada 2005 endete. So gesehen könnte Netanjahu Recht behalten, als er davon sprach, dass Trumps Plan den Palästinensern einen Weg zu einem zukünftigen Staate biete – „sie aber sehr lange dafür brauchen könnten, überhaupt zum Beginn dieses Pfades zu kommen“.

Klaus Funke | Mi, 29. Januar 2020 - 08:48

Egal, was Donald Trump vorschlägt, Sinnvolles wie weniger Sinnvolles - alles wird reflexartig von deutschen Medien, von selbsternannten Experten und parteiischen Journalisten oder "Wissenschaftlern" niedergemacht, auseinandergenommen, kritisiert und für null und nichtig erklärt. Seltsam, beim Präsidenten Obama, dem heuchlerischsten Vertreter des sogenannten Clinton-Lagers, war Derartiges nicht zu lesen und zu hören, wiewohl dessen Vorschläge inhaltlich wie propagandistisch durchaus ähnlich bewertet werden könnten. Woran das wohl liegt? Und noch früher, bei Clinton, Reagan, Ford und Johnson gab es kaum ernste Kritik aus deutschen Medien. Warum jetzt also bei Donald Trump? Könnte es daran liegen, dass die Medien dem mächtigen Clinton-Lager hörig sind, dass vernetzte und aufgekaufte Presse gar nichts anderes bringen kann, weil unabhängige Medien ein Begriff aus der Vergangenheit ist? Freilich ist der jetzige Palästina-Vorschlag von Trump noch unausgewogen. Aber es ist ein Vorschlag!!

so lässt sich dieser Kommentar schnell zusammenfassen. Nur der letzte Satz geht auf das Thema ein, kommt zu einem durchaus teilbaren Ergebnis. Davor, fast schon wie gewohnt, das übliche Bashing der demoratischen Präsidenten Obama und Clinton, gewürzt mit ein paar hanebüchenen Aussgen über angeblich gekaufte Medien, das übliche Zeug halt. Nun gut, Trump gilt halt nach wie vor auch in Deutschland als Hoffnungsträger von politisch "Rechtsaussen", da kann seine Negativserie noch so lang sein, er bleibt Hoffnungsträger. Dabei ist er bislang eigentlich, von wenig nachhaltigen Wirtschaftserfolgen abgesehen, nur destruktiv in Erscheinung getreten (Klima, Haltung zu Verbündeten, Migration, Verständnis für Rechtsextreme, Unterstützung religiösen Fundamentalismus usw.) und ist damit beschäftigt, sich selbst als besten Präsidenten aller Zeiten zu feiern. Sein Vorschlag, was die Palästinenser angeht, kann nur als Spott verstanden werden, aber im Grunde geht es wohl wieder nur um leeren Aktionismus.

Ich habe eine recht plausible Argumentation Bickels gelesen, auf die Sie mit keiner Silbe eingehen. Stattdessen: Verschwörungstheorien über die Macht des "Clinton-Lagers", welches die Medien "aufgekauft", gleichgeschaltet und "hörig" gemacht hat - und zwar offenbar überall; was man halt so sagt, wenn man inhaltlich nichts zu einem Thema beizutragen hat.

Klaus Funke | Mi, 29. Januar 2020 - 15:44

In reply to by Gast

Gleich zwei so herausragende Kommentatoren zum Gegner zu haben, das ehrt mich: Hügle und Lenz! Die linke Avantgarde hier im Forum. Können zwar inhaltlich ebenfalls nicht punkten, behaupten aber im Besitz der richtigen Deutung zu sein. Hut ab! Ernst nehmen kann ich beide indes nicht. Gleiche Brüder - gleiche Kappen. Und sie sind in den Foren hier bei CICERO ohne einen einzigen Fürsprecher. Seltsam, nicht wahr? Aber andererseits klar - wir sind ja alles Rechte und sicher auch Nazis, was sich u.a. daran zeigt, dass wir an der Globalverurteilung von AfD und Donald Trump nicht teilnehmen. Absolut überzeugende Argumentation! Nur, wer wird überzeugt? Mir ist keiner bekannt, der die Widerworte von Lenz und Hügle überzeugend fand. Indes, Überzeugung zu versuchen, ist der Sinn jeder Diskussion. Oder nicht?

Ich fand die Erwiderungen der Herren Lanz und Hügle überzeugend. Andere womöglich auch. Und offen gesagt: Mir selbst war Ihr Kommentar - um Vergebung - ein wenig zu unterkomplex. MfG

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 29. Januar 2020 - 09:22

Jahrzehnte militärischer Auseinandersetzungen dürfte die Jugend der Palästinenser nicht wirklich begeistern.
Ebensowenig die Nachbarn der Palästinenser.
Ich bin überhaupt kein Freund von Herrn Netanjahu, aber der Trumpsche Pragmatismus und dessen Kenntnisse aus erster Hand über Wirtschaftswachstum könnten langfristig zum Erfolg dieser gebeutelten Region beitragen.
50 Milliarden Dollar sind ein Klacks für eine Weltgemeinschaft, aber eine vielversprechende Investition in einen Palästinenserstaat.
Wenn Jordanien nicht zum Palästinenserstaat werden will, wird es sich positionieren müssen und Israel hat sich positioniert, mit Israel die mächtigen USA.
Dieses Konzept des wirtschaftlichen Aufstiegs einer Region durch interessierte Staaten, bei politischer Souveränität war mir immer der angenehmere Teil US-amerikanischer Einflussnahme.
Diese Investitionen bedürfen weltpolitisch gesehen belastbarer Regeln.
Ein bisschen mutet Trump an wie der Prinz, der Dornröschen wachküsst.
Die Zeit ist reif.

Wolfgang Tröbner | Mi, 29. Januar 2020 - 10:10

Das ist die wohl alles entscheidende Frage. Der Artikel deutet sie leider nur an. An Trump hat es jedenfalls nicht gelegen. Er hat im Vorfeld mehrfach Einladungen an Abbas geschickt, die aber allesamt abgelehnt wurden. Mag sein, dass der jetzt vorgelegte Plan von Trump nicht der beste ist. Und neu ist er wahrscheinlich auch nicht. Aber welche realistischen Alternativen gibt es denn? Ich kenne keine. Warum haben denn die jahrezehntelangen Bemühungen um eine Befriedung der Region allesamt nichts gebracht? Hängt das nicht auch mit den politischen Akteuren auf palästinensicher Seite, nämlich den Vertretern von Fatah und Hamas, zusammen? Es gibt einige, die Probleme haben, den Friedenswillen von Fatah und Hamas zu erkennen. Siehe den Artikel von Alain Posener in der "Welt" (https://www.welt.de/debatte/article205426221/Trumps-Nahost-Plan..). Im Gegenteil. Herr Posener schreibt zurecht: "Konfrontation ist die einzige Legitimation für die Herrschaft von Hamas und Fatah."

Warum waren keine 'Palästinenser-Repräsentanten' da? Böse formuliert: Weil es keine gibt! Es gibt keine Palästinenser-Repräsentanten, die demokratisch einigermaßen legitimiert sind und Frieden, Ausgleich und wirtschaftliche Entwicklung wirklich WOLLEN. Es gibt (im wesentlichen) alte Männer und 'Aktivisten'. Und (fast) alle sind mit Blut befleckt - bis an die Ellenbogen!
Dieser palästinensische 'Kampf-Adel' lebt sehr gut in der gegenwärtigen Situation. EU-Europa zahlt, um dem notleidenen Volk zu helfen. Und genau diese - großzügigen - Hilfsgelder versickern in den Taschen zweier korrupter Herrschercliquen (Fatah in der Westbank; Hamas in Gaza) und werden (auch) zum bewaffneten Kampf gegen Israel mißbraucht.
Diese Cliquen leben fürstlich. Sie 'kämpfen' und hetzen gegen die Juden. Warum sollten sie die Zustände ändern wollen?

Frieden wird dann möglich, wenn sich am System der europäischen 'Hilfe' Grundlegendes ändert!
Zu Arafat: 'Unser' BP ehrt(e) einen Massen-Mörder! Wer ehrt Sadat?

Christa Wallau | Mi, 29. Januar 2020 - 11:31

Ohne eine Zerschlagung des gordischen Knotens
wird es n i e eine Lösung im Israel-Palästina-Dauerkonflikt geben! Ob dies nun ausgerechnet Trump und Netanjahu gelingen kann, ist allerdings zweifelhaft.
Eines steht für mich fest: Es müssen Mächte von außen das Heft des Handelns in die Hand nehmen, um unabänderliche Fakten zu schaffen, sonst ändert sich hier auch in weiteren 80 Jahren nichts!
Im Gegensatz zu den 1945 vertriebenen Deutschen, die letztlich ihre Niederlage eingesehen u. für sie bezahlt haben, halten die Palästinenser ihre (im Kern durchaus berechtigten) Rachegelüste am Kochen, und die Israelis andererseits - umzingelt von lauter Feinden - bauen nur auf ihre durch die USA garantierte Überlegenheit u. setzen sie in
(teils provokanten) Aktionen um.
Der Schulterschluß zwischen T. und N. bzw. ihr pompös vorgestellter "Friedensplan"
ist natürlich noch nicht der große Wurf, sondern genau das, was er vor allem sein soll: Wahlwerbung für beide, die mächtig unter Druck stehen.

mario felizzi | Mi, 29. Januar 2020 - 11:53

"Großmäulig wie sein Gastgeber sprach Benjamin Netanjahu von nichts weniger als einem „historischen Tag"

Ich würde Ihren Kommentar als großmäulig bezeichnen, Herr Bickel. Und dieser Plan ist nicht ohne Partner, wie Sie ihn sehen.

Kai-Oliver Hügle | Mi, 29. Januar 2020 - 20:58

In reply to by Gast

Trump ist ein windiger Geschäftsmann, der nicht mal weiß, wo sein Vater geboren wurde oder dass Indien und China eine gemeinsame Grenze haben. Er hält Belgien für eine Stadt und glaubt, dass Windräder Krebs verursachen. Dass so jemand keine tragfähige Lösung für den Nahost-Konflikt vorlegen würde, war klar (und ist angesichts des Scheiterns all seiner Vorgänger eigentlich keine Schande).
Dass sein Plan eine Totgeburt ist, liegt daran, dass er nicht einmal in der Lage war (oder kein Interesse hatte), als halbwegs neutraler Vermittler zwischen den Konfliktparteien aufzutreten. Stattdessen wurde die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegt und der Bau von Siedlungen in besetzten Gebieten anerkannt. Natürlich fühlen sich da die Palästinenser nicht ernst genommen und sind nicht zu Gesprächen bereit. Und so ist dieser "Plan" reine Makulatur.

Gisela Fimiani | Mi, 29. Januar 2020 - 12:16

„Ein langer Weg“, Herr Bickel. Warum verreißen Sie etwas, von dem derzeit noch niemand weiß, was daraus werden könnte? Geschieht dies nach der wohlfeilen Devise: Alles was von Trump kommt ist dumm und schlecht? Auch Herr Habeck hat diese Devise kürzlich ausgegeben. Kritik: unbedingt. Besserwisserei sollte unterbleiben. Prophetismus ist Selbstüberhebung.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 29. Januar 2020 - 12:47

Wer spricht eigentlich für Palästina? Abbas, Hamas oder Fatah oder igrendwelche Regionlafürsten?
Trump macht einen Vorschlag, nicht mehr und nicht weniger. Das sich Netanjahu und Trump überschwenglich feiern lassen wollen ist deren innenpolitschem Druck zu zuordnen. Es gibt wohl ein 80seitiges Dokument mit Details. Bevor das nicht offengelegt und mit allen diskutiert wurde, sollten die Besserwisser und Trumpgegener erstmal schweigen. Vorschläge sind Diskussionsgrundlage, nicht mehr und nicht weniger.
Netanjahu weis, was er für Israel will, was wollen die einzelnen Palästinenserräte, Regierung, Regionalfürsten?
Neben Gebietsansprüchen darf die Frage Jerusalem nicht vergessen werden. Da geht es nicht nur um das Stadtgebiet, da geht es auch um religiöse Meinungshohheit. Fanatiker aller drei dort vertreten Religionen haben Jahrzehnte einen Friedensprozeß verhindert. Es geht nämlich auch um Macht und Machterhalt und das auf allen Seiten.

RMPetersen | Mi, 29. Januar 2020 - 15:59

Dass die radikalen Araber der Region sowie die schiitische Großmacht Iran (- bald mit Atombomben) keine friedliche Einigung mit Israel wollen, haben sie hinlänglich in den Jahrzehnten seit 1948 demonstriert. Die Zahl der palästinensischen "Flüchtlinge" hat sich mit politischer Rückendeckung der UN und finanzieller Unterstützung der arabischen Staaten sowie der EU erheblich erhöht; aus den damals 650.000 teils Geflohenen, teils Verdrängten wurden inzwischen 5 bis 11 Mio. (- je nach Quelle).

Die Juden sollen "ins Meer gejagt" werden, lautet eine populäre Drohung muslimische Nachbar-Staaten. Die linken Unterstützer in der EU und in den USA fordern, dass Israel alle Palästinenser hineinlassen sollte(- reale Flüchtlinge von damals gibt es kaum noch), und natürlich dürfe es kein jüdischer Staat sein. (Dass es dezidiert islamische Staaten gibt, stört die "Antizionisten" und Israel-Hasser nicht.)

Israels kann sich nur mit Härte erhalten. Wir sollten sie unterstützen. Trump tut es.

Josef Olbrich | Mi, 29. Januar 2020 - 16:06

Seit dem 1994 Arafat, statt die Hand den Israelis zu reichen, der zweiten Intifada freien Lauf ließ, um noch mehr zu erreichen, wird jeder Versuch, gleich von wem er auch kommen mag, scheitern. Und solange irgend ein Staat in seiner Vorstellung, Israel zu vernichten, nicht aufgibt, ist der Frieden weit entfernt.

Romuald Veselic | Mi, 29. Januar 2020 - 16:16

als die Araber (Ägypten, Syrien, Jordanien) den Krieg in 144 Stunden (6 Tage) katastrophal verloren hatten, wurde das Volk der Palästinenser erfunden. Die Palästinenser mit ihrer Politik des permanenten "Neins", mich an Mr. "Njet" erinnern, Andrej Gromyko, den ewigen Außenminister der UdSSR.
Seit der Präsidentschaft Jimmy "Erdnuss" Carter - Nixx Neues. Man wird langsam dessen überdrüssig.
Jeder Friedensplan diesbezüglich, hat einen Anekdoten Wert. Wie gut, dass es Karnevalzeit gibt.

Ich teile Ihre Meinung, daß Arafat&Kumpane das 'Volk der Palästinenser' 'erfunden' haben.
Bis 1967 war es kein Problem, daß die Westbank zum Königreich Jordanien gehörte. Nach dem Sechstagekrieg verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Mitgliederorganisationen der 'Palästinensischen Befreiungsorganisation' (Republikaner) und dem jordanischen Königshaus. Und 1970/71 versuchten Paramilitärs der PLO und offen terroristische Gruppen, den jordanischen König Hussein zu stürzen. Der wehrte sich rechtzeitig und nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen siegten der König und loyale Truppen über die Arafat-Terroristen ('Schwarzer September'). Und seitdem fordern diejenigen, die Jordanien in einen Bürgerkrieg gestürzt hatten, einen eigenen Staat 'Palästina'!
Fatah, Hamas und all die kleineren Terrorgruppen der PLO sind NICHT legitimiert für die arabischen Bauern und 'kleinen Leute' zu sprechen, die sie in Geiselhaft genommen haben! (Große) Teile der Westbank sollte wieder Jordanien erhalten.

Sehr informativ zur Situation der Westbank, Danke Herr Düring. Es wirkt sehr bereichernd, wenn neben "Meinungs-Kommentaren" auch solche "Fakten-Kommentare" publiziert werden. Jedenfalls erhält man dadurch erheblich besseren Durchblick, wenn es um solch eine verworrene Lage wie in Palästina geht. Ich hatte einst schon den Krieg im Herbst 1956 geistig verfolgen können. Bei den folgenden Kriegen verlor ich langsam den roten Faden. Es erschien mir so, Israelis und Araber können und wollen eben nicht anders, die können leider nur durch hohe Mauern voreinander geschützt werden. Schade.

Lieber Herr Walther, vielen Dank für die anerkennenden Worte.
Fairerweise möchte ich anmerken:
Sie können meinen Beiträgen entnehmen, daß ich bzgl. Israel und des Nahost-Konflikts nicht wert-'neutral' argumentiere, sondern eindeutig Partei bin. Verstehen Sie daher meine Beiträge als ERGÄNZUNG und bei Interesse als Ermutigung zu eigener Recherche.
Zum Bürgerkrieg in Jordanien verweise ich auf die Wikipedia-Artikel 'Jordanischer Bürgerkrieg' und 'Schwarzer September'.
Mit seinem harten Durchgreifen rettete König Hussein nicht nur seine Macht - sondern für sich und seine Familie das nackte Leben. (vgl. Revolution im Irak; 1958). Hätten die Arafat-Putschisten gesiegt, wäre Jordanien heute eine Art 'Iran' (statt unter religiöser Flagge, unter der Flagge eines militanten, radikalen und aggressiven arabischen Nationalismus).
Die Palästinensern ist zu wünschen, daß sie eines Tages von Politikern vertreten werden, die Frieden und echte Zukunft für ihre Kinder wollen.
Sadat ist das Vorbild!

ist es mir eine Ehre, hier im Cicero-Kommentarbereich schreiben zu dürfen.
Ich werde ihr sicher nicht immer gerecht, manchmal werde ich missverstanden, ABER fast immer klüger und reicher durch faire und kluge Debatte.
Danke zum Beispiel an Sie Herr Düring

noch eine kleine Ergänzung zu Ihrem wertvollen Kommentar. Das neu gegründete Israel wurde einen Tag nach der Staatsgründung von 5 arabischen Armeen überfallen. Nach dem Waffenstillstand wurde das westliche Jordanufer von Jordanien besetzt. International nie anerkannt ,im Teilungsplan sollte der Jordan ja die Grenze sein. Bis 1948 war das Land bekanntermaßen britisches Mandatsgebiet, aufgeteilt in Transjordanien, heute Haschemitisches Königreich Jordanien und Cisjordanien. Die Besatzung dauerte fast 20 Jahre ,bis 1967(6 Tage- Krieg).N i e in diesen Jahren versuchten palästinensische Araber dort einen eigenen Staat dort zu gründen. Das fiel ihnen erst ein als Juden wieder nach 2000Jahren an der Westmauer beten durften." Nächstes Jahr in Jerusalem", das war es was Juden durch die fast 2000Jahres des Exils trug.

Klaus Funke | Mi, 29. Januar 2020 - 16:22

Lieber Herr Konrad, Ihren Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Perfekt. Danke. Natürlich wird Herr Lenz noch zu Wort kommen und, da er im Besitz der Wahrheit ist, uns sagen, was wir zu denken bzw. zu unterlassen haben. Und, nicht zu vergessen: Wer Trump nicht kritisiert, ist unbedingt ein Rechter oder ein Nazi oder mindestens AfD-Anhänger! Indes, es gilt: Ein Vorschlag ist ein Vorschlag, ist ein Vorschlag...

Juliana Keppelen | Do, 30. Januar 2020 - 14:36

Plan für einen Palästinenserstaat hat ganz eindeutig der Schwanz (Netanjahu) mit dem Hund (Trump) gewedelt. Bei genauerem hinsehen ist es eine Unverschämtheit der Weltöffentlichkeit sowas als neuen Staat für die Palästinenser zu bezeichen.

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