Nato-Gipfel in Brüssel - In Tweetgewittern

Mit seinen Tweets beherrschte Donald Trump den Nato-Gipfel. Vor allem wegen seiner Kritik an Deutschland. Doch in der gemeinsamen Abschlusserklärung einigt man sich auf einen Gegner und stimmt mehr Verpflichtungen zu. Jetzt blicken alle auf Helsinki

Angela Merkel und Donald Trump
Annäherung nach heftiger Kritik: Angela Merkel und Donald Trump / picture alliance

Autoreninfo

Werner Sonne, langjähriger ARD-Korrespondent in Washington, ist der Autor mehrerer Bücher zu diesem Thema, u.a.  „Leben mit der Bombe“, sowie des jüngst erschienenen Romans „Die Rache des Falken“. 

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Es war eine Achterbahnfahrt, die den Teilnehmern den Atem zu nehmen schien. Ein Auf und Ab von Drohungen, von Twitterstürmen aus dem Handy Donalds Trumps – 24 Stunden, wie sie die Allianz noch nie erlebt hat. Vom möglichen Auseinanderbrechen der Nato war die Rede, von Alleingängen der Amerikaner. Eine Sondersitzung wurde notwendig, und dann, am Mittag, kurz vor dem Ende des Gipfels eine Pressekonferenz des US-Präsidenten, der plötzlich Sätze sagte, die offenbar keiner von ihm erwartet hatte: „Ich glaube an die Nato! Wir hatten ein sehr gutes Treffen.“

Die Allianz sei  „viel stärker als vor zwei Tagen“. Und das habe vor allem mit ihm zu tun. Denn, ja, er sei in der Tat „extrem unglücklich“  gewesen, aber jetzt sei alles anders. „Wir wurden nicht fair behandelt, aber jetzt werden wir es“. Sein ständiges Drängen habe dazu geführt, dass die Allianz jetzt 33 Milliarden Dollar mehr zugesagt habe – vielleicht könnten es auch 40 sein, jedenfalls hätten alle signalisiert, finanziell mehr zu tun. Die Allianz sei „sehr einig, sehr stark, kein Problem“.

Donald Trump: Retter der Nato?

Noch in der Nacht hatte er getwittert: „Milliarden zusätzlicher Dollar sind auf meine Forderung vor einem Jahr von Nato-Staaten ausgegeben worden, aber das ist nicht annähernd genug“. Die USA gäben zu viel aus. „Die Grenzen Europas sind SCHLECHT!“ Und dann wieder der Schlag gegen Deutschland: „Pipeline Dollars an Russland sind nicht hinzunehmen“.
 

Aber dann, so Trump, seien die Zusagen bei der Sondersitzung gekommen, „wie eine Rakete“. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg räumte ein, dass es Trumps Drängen zu verdanken sei, dass nun mehr Geld fließen soll. Seine Botschaft sei „laut und klar gewesen“ und habe eindeutige Auswirkungen gehabt. Die Allianz sei stärker als je zuvor, und das sei Trumps Führung zu verdanken. Donald Trump also jetzt als Retter der Nato? Stoltenberg bestätigte, 41 Milliarden Dollar seien tatsächlich zusammengekommen, nannte allerdings keine genauen Zahlen, wer genau welche Zusagen gemacht habe.

Merkels Antwort auf die Trump-Kritik

Und dann der Realilty-Check. Alle Augen richteten sich auf Angela Merkel, die im Zentrum der Trump-Attacken stand. Eine feste Zusage, nun doch die von Trump stets geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, machte sie hinterher öffentlich nicht, sondern verwies auf die deutschen Leistungen für die Nato. Dann fügte sie unverbindlich hinzu, Deutschland werde sich immer wieder fragen: „Was kann man gegebenenfalls noch mehr tun?“ Die deutsche Seite wird sich jedenfalls darauf einstellen müssen, dass Trump an seinem Bemühen festhalten wird, die die deutsche Gaspipeline nach Russland zu verhindern. „Ich mag die Pipeline nicht“, sagte Trump.

Schaut man auf das Abschlusskommuniqué, dann behält Trump zumindest auf dem Papier recht. Denn darin bekennen sich alle, auch Deutschland, erneut ausdrücklich zur „unerschütterlichen Verpflichtung für alle Aspekte“ und erwarten „glaubwürdige nationale Pläne für die Umsetzung“. Das gilt also auch für 2-Prozent-Ziel. Denn, so die gemeinsame Erklärung: „Eine faire Lastenverteilung unterstreicht den Zusammenhalt, die Solidarität und die Glaubwürdigkeit“ bei der Einhaltung der Beistandsverpflichtungen der Allianz.

Nukleare Rhetorik und nukleare Abschreckung

Die Allianz hat Russland erneut scharf kritisiert. Folgt man der Abschlusserklärung, dann bleibt Moskau die Hauptbedrohung. Die Nato legt hier eine lange Beschwerdeliste vor. Es ist keine Annäherung erkennbar, vor allem in der Ukraine-Krise nicht, da man eine Duldung der Krim-Annexion ausschließt, wie Trump sie kürzlich angedeutet hatte. Dazu wird die „unverantwortliche und aggressive nukleare Rhetorik“ Moskaus verurteilt, ebenso wie die Stationierung nuklear-fähiger Raketen in Kaliningrad. Auch die Einführung einer nuklearfähigen neuen Mittelstreckenrakete gehört zum Sündenregister, das die Allianz Russland vorhält. Erstmals wird Klartext gesprochen: Moskau verletze den Vertrag über die völlige Abschaffung der Mittelstreckenraketen, ein historisches Dokument aus dem Ende des Kalten Kriegs.

Aber auch die Nato macht in dem langen Papier eines erneut unmissverständlich klar: In ihrem Kern bleibt die westliche Allianz ein Bündnis, das auf nuklearer Abschreckung beruht. Daran ließ sie in Brüssel keinen Zweifel. „So lange es Atomwaffen gibt, bleibt die Nato ein nukleares Bündnis“, heißt es wörtlich. „Die strategischen Verbände der Allianz, besonders die der USA, sind die oberste Garantie der Sicherheit der Alliierten“.

Was auf Deutschland zukommt

Dieses auch von der Bundesregierung mitgetragene Papier hat für Deutschland konkrete Bedeutung, denn: „Nationale Beteiligungen durch atomwaffenfähige (sogenannte Dual-Use-)Flugzeuge für die nukleare Abschreckung der Nato bleiben dafür zentral“. Das bedeutet: Die 20 US-Atombomben auf deutschem Boden auf dem Bundeswehrflugplatz Büchel in der Eifel bleiben dort, und die deutsche Luftwaffe stellt dafür weiter die Trägerflugzeuge. Darin verborgen ist auch die Aufforderung an Berlin, diese veralteten Tornado-Flugzeuge zu ersetzen, eine hart umstrittene Entscheidung, die im Hintergrund derzeit ansteht.

Dass die Allianz ihre Dauer-Mission für Afghanistan bekräftigt, war keine Überraschung. Das bedeutet in der Praxis, dass auch die Bundeswehr dort weiterhin mit mehr als 1.000 Soldaten der zweitgrößte Truppensteller bleibt – Ende völlig offen. Auch wenn  die Allianz herausstellt, dass die Regierung in Kabul eine „beispiellose Anstrengung unternimmt, eine friedliche Lösung für den Konflikt zu erreichen“. Hier hofft man darauf, dass die im Hintergrund laufenden Kontakte zu den Taliban endlich zu einem Durchbruch führen könnten.

Verbündete nervös: Trump reist zu Putin

Mit all diesen Beschlüssen im Gepäck wird Trump dann nach Helsinki fahren, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Putin sei für ihn kein Feind, sondern ein Wettbewerber, sagte Trump. „Wir kommen gut zurecht“.

Und was wird aus der Krim, von der Trump kürzlich angedeutet hatte, die könne man doch den Russen überlassen? So richtig eindeutig war Trump dazu auch in Brüssel nicht. Die Russen hätten ja schon Brücken dorthin gebaut, auch eine U-Boot-Basis. Und überhaupt sei das alles doch nicht in seiner Amtszeit passiert, sondern unter seinem Vorgänger Barack Obama. Die Einschätzungen zum Treffen fallen unterschiedlich aus. Angela Merkel resümiert: „Das ist gut für uns alle und für die Sicherheit insgesamt“. Trump jedoch macht manche Verbündete nervös. Er sagte im Hinblick auf Helsinki: „Was passieren wird, weiß ich nicht.“

Mathias Trostdorf | Do, 12. Juli 2018 - 18:01

Wenn man wieder sieht, wie Merkel, die 50Mias/Jahr für arabische und afrikanische Sozialhilfeempfänger übrig hat, aber kein Geld für die deutschen Nato-Verpflichtungen, hier wieder herumlaviert, wünscht man sich ihr hoffentlich bald bevorstehendes politisches Ende nochmal schneller herbei.
Es stand hier schon oft, aber: Wenn Merkel abtritt, hinterläßt sie politisch eine Schneise der Verwüstung.

Ich denke, dies weiss auch Trump und hält sich für sein Kaliber fast zurück.
Gabriel möchte ich widersprechen. Trump will keinen Regimechange, er will seine Interessen durchsetzen.
Man muss halt eigene Vorstellungen haben, um mit ihm mithalten zu können.

Bernd Fischer | Do, 12. Juli 2018 - 18:12

Die Zeiten des hinterher "äffen" oder folgsam folgen scheinen wohl vorbei zu sein.

Wer es versäumt hat in den letzten Jahrzehnten "seinem Freund" mal ehrlich die Meinung zu sagen ohne den Bruch zu riskieren , hat beim Trump sehr schlechte Karten.
Der Trump wird das schweigsame "hinterher dackeln" ( mit einigen Ausnahmen ) der europäischen "Staatsführer" gegenüber seinen Vorgängern mitbekommen haben.

Deshalb hat er leichtes Spiel.

Michael Jensen | Do, 12. Juli 2018 - 18:42

Herr Sonne gehört zum System "Merkulose". Lange hatte er mitgewirkt an der Achse "nicht immer redliche deutsche Fernsehsender". Die ARD und das ZDF leben von Zwangsgebühren und kommen ihrem Auftrag zu sauberem überparteilichem Journalismus nicht nach, damals und mehr noch heute. Zur Merkulose gehört auch die schwer einseitige links-grüne Umdeutung der Wirklichkeit in den Schulen. Es ist eine Schande, wie in Deutschland der Geschichtsunterricht verkommt. Man könnte meinen, es gab nur 12 Jahre. Wichtig, aber nicht nur! Nun zur NATO: Warum sagt Herr Sonne nicht klar, dass der Stern Merkels sinkt und sinkt? Warum sagt er nicht, dass sie mit ihren unrealistischen Einschätzungen einem Trump nicht gewachsen ist? Der mag sich daneben benehmen, ja, aber er weiß genau was er will, und er verfügt über einen Kompass, den das System Merkulose in Deutschland und in der EU verloren hat. Die Prognose heißt Schwindsucht. Es gibt nur eine radikale Therapie: Anamnese, Diagnose, Konsequenz

haben sie gelandet, Herr Jensen.
Zwischen den ÖR und Personen wie H.S. gibt es finanzielle Annehmlichkeiten die man eben nicht kappen will, da muss auf das aussprechen von unangenehmen Wahrheiten verzichtet werden. Eine Firma die ein schlechtes Produkt herstellt, verliert Käufer, am Ende kommt die Insolvenz, nicht so bei den ÖR, da sprudelt das ab gepresste Geld der Steuerzahler, welches mit periden Sprüchen begründet werden. Ein System das wenn man Worte wie Anstand und Moral ernst nimmt, abgeschafft gehört

Wilhelm Maier | Do, 12. Juli 2018 - 19:25

„Ich mag die Pipeline nicht“, sagte Trump- na und?
„Milliarden zusätzlicher Dollar sind auf meine Forderung vor einem Jahr von Nato-Staaten ausgegeben worden, aber das ist nicht annähernd genug“- usw... Selber schuld...
Schutzgelderpressung?- JA!!!
https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgelderpressung
"auch eine U-Boot-Basis."? auf Krim? , genau die, die Nato für sich schon seit Jahren in seinen Träumen will?, und dass einfach nicht geklappt hatte?. -wer erfolgreich sein will, sollte träumen.
"ein historisches Dokument aus dem Ende des Kalten Kriegs."- na ja, solt mann wirklich glauben.
"Verbündete nervös"? -.Warum? Weil er noch trotz allem was richtiges tut?...
"Dass die Allianz ihre Dauer-Mission für Afghanistan bekräftigt"..."Dauer-Mission" für die nächste 100 jahre...Prossst...

Michaela Diederichs | Do, 12. Juli 2018 - 20:55

Anschnauzen ist für mich zwar das letzte Mittel der Wahl, aber manchmal geht es nicht ohne. Wer in einer brisanten Situation meint, er erreiche etwas mit Höflichkeit, ist schlicht schief gewickelt. Trumps Tonfall ist sicherlich nicht die feine Art, aber inzwischen habe ich das blöde Gefühl, einen anderen Ton versteht die EU gar nicht mehr. Man ist so durchgeistigt, so feingeistig, dass man ohne ein: "Könnten Sie bitte freundlicherweise den Vertag einhalten" schon total angepisst reagiert. Marie Antoinette lässt grüßen - vom Schafott. Aber das ist ja inzwischen abgeschafft.

Michaela Diederichs | Do, 12. Juli 2018 - 21:16

Gerne hätte ich hier einen Beitrag von Herrn Wißmann zum Zustand und der Moral der Bundeswehr oder von jemandem, der sich auskennt. Herrn Wißmann spreche ich persönlich an, weil ich meine, mich erinnern zu können, dass er beim Bund und sogar in Afghanistan war (aber ich bin alt und vergesslich). Wie sieht man das Ganze aus dem Herzen der Truppe? Afghansiche Jungs flanieren recht gut genährt und gestylt durch unsere Innenstädte. Wie kommt das bei den deutschen Soldaten an, die ihren Po am Hindukusch - für wen eigentlich - hinhalten? Herr Wißmann, bitte übernehmen Sie! Das muss nicht im Sinne von Trump sein. Aber im Interesse Ihrer geneigten Leserschaft.

Sie mögen alt sein, aber sicher nur auf dem Papier. Und vergesslich? Die haben Ihr Oberstübchen noch ziemlich gut in Ordnung! Schreiben Sie weiter so vernünftige Kommentare, damit wir alle etwas Gutes zu lesen haben!

Jahannes Florian | Do, 12. Juli 2018 - 21:49

Trump- dieser schlaue Fuchs. Mal kurz angemerkt, dass Dtld sich in russische Abhängigkeit ob des Gasvertrags befindet und schon plärren alle los und verbitten sich Kritik am russischen Gasgeschäft.
Damit stehen Trump gegenüber Putin alle Türen offen und einem herzliches Miteinander zwischen zwei wahren Staatsmännern steht nichts mehr entgegen. Denn was wollen gerade die deutschen Einfaltspinsel noch erwidern, wenn man sich letzte Woche noch so schützend vor die Verträge mit Russland gestellt hat und Trump und Putin sich dann entgegen europäischen Gepflogenheiten wie zwei Erwachsene unterhalten? Auf das dumme, hysterische Gequatsche der Journaille im in ARD, ZDF und Deutschlandfunk freu ich mich jetzt schon.

Romano Köster | Do, 12. Juli 2018 - 22:24

Trump bestimmt den Gipfel.
So muss man über die Unbedeutenheit von Merkel, Macron oder Stoltenberg keine Silbe verlieren.
Bequem für die desolate europäische Sicherheitspolitik, wobei von der ach so unabhängigen deutschen Qualitätsmedien eh keine kritischen Nachfragen gegenüber Merkel & Co. zu erwarten ist.

Joachim Wittenbecher | Do, 12. Juli 2018 - 23:04

"Das ist gut für uns alle und für die Sicherheit insgesamt". Wow. Was ist auf dem NATO-Gipfel wirklich passiert? Merkel wurde von Trump als säumige Schuldnerin vorgeführt. Entgegen den Verpflichtungen wird das 2%-Ziel absichtlich nicht eingehalten. Die Bundeswehr ist nicht voll einsatzfähig. Die Fähigkeit, das deutsche Staatsterritorium flächendeckend zu verteidigen ist nicht mehr voll gegeben. Bis 2024 soll ein 1,5%-Ziel erreicht werden. Wie Merkel die Lücke zum 2%-Ziel schließen will, bleibt unklar. Trotzdem scheint man Trump entsprechende Anstrengungen zugesagt zu haben. Der nächste Crash scheint also vorprogrammiert. Es zeigt sich immer öfter: diese Kanzlerin reagiert nur auf die alleräußerste Druckanwendung. Sie ist somit nicht das rationale Pendant zum irrationalen Trump, sondern stellt ein vergleichbares Problem dar.

Wo geht das Geld denn hin? Wo führt die NATO Kriege? Gegen Russland? Das Geld geht in den Krieg in Afganistan, den Nahen Osten, Mittelmeer (Afrikaner aufhalten).
Trump selbst hat doch schon seinen Wählern erklärt, dass seit dem II WK kein Krieg mehr gewonnen wurde.
Warum muss der deutsche Michel solche Kriege finanzieren? Am Ende wollen alle Opfer zu uns. Da führt in den Bankrott.

Die Kanzlerin ist kein vergleichbares Problem zu Trump. Sie ist DAS Problem für Deutschland. Die Medien sind immer mit Trump unterwegs, damit wir das deutsche Problem vergessen. Frau Merkel hat noch nie eine kluge, vernünftige Entscheidung getroffen. Wenn ein Mensch völlig irrational ist, dann Frau Merkel. Trump hat ja noch eine erkennbare Strategie. Frau Merkel geht das völlig ab.

Norbert Heyer | Fr, 13. Juli 2018 - 06:37

Mittlerweile hat Präsident Trump sich auf Deutschland und Frau Merkel konzentriert. Seine Taktik ist klar: Er will Europa spalten und altes Misstrauen der europäischen Staaten gegenüber Deutschland neu beleben. Außerdem ist es seine persönliche Rache für die unangebrachten und schwer beleidigenden Äußerungen deutscher Politiker über seine Person nach der gewonnenen Wahl. Das mag kleingeistig sein, aber sein rüder Stil zeigt Wirkung: Herrn Stoltenberg hat man selten so devot erlebt wie bei seiner Abschlussrede beim NATO-Gipfel.

Michael Sander | So, 15. Juli 2018 - 14:04

In reply to by Norbert Heyer

Um das Misstrauen der anderen europäischen Staaten gegen Deutschland zu schüren, braucht es ganz sicherlich keinen Trump.

Dieter Zorn | Fr, 13. Juli 2018 - 08:18

Erfreulich faktenreicher Artikel, verglichen mit dem was in der FAZ steht. Dort nur Wischiwaschi.
Was will Trump? Mehr Geld von seinen NATO Partnern. Er sagt einfach: Leute, ihr müsst für eure Sicherheit mehr zahlen. Und offensichtlich hat er mehr bekommen. Wo liegen die geopolitischen Schwerpunkte für die USA? In Asien und Russland. Europa zählt nur insoweit, als es eine zu enge Kooperation zwischen Deutschland und Russland zu verhindern gilt, weil deutsche Technologie und russische Resourcen immer noch der amerikanische Alptraum sind. Deshalb der Druck auf Deutschland. Gleichzeitig kann Trump mit Russland dealen, weil ihm an der Krim nichts liegt und am Armenhaus Ukraine sowieso nichts. Im Übrigen haben das dort doch die Europäer versemmelt. Trump ist absoluter Realist, der nur macht, was den USA nützt. Wollen die (zerstrittenen) Europäer etwas, müssen sie zahlen. Ja, Freunde, nicht einfach, wenn der Ziehvater andere Saiten aufzieht. Aber, Zeit endlich mal erwachsen zu werden.

wolfgang spremberg | Fr, 13. Juli 2018 - 08:39

hat mehr Menschen, mehr Wirtschaftskraft als Russland und die USA, trotzdem ist es jedem deutlich militärisch unterlegen. Liegt das nur am Geld oder an unserer Bereitschaft uns mit den Realitäten unserer Welt ernsthaft auseinander zu setzen ?

Dieter Hegger | Fr, 13. Juli 2018 - 09:36

Er hält unser EU Alters-und Pflegeheim auf Trab ! Seine Gegner verunsichern mit ständigem Strategiewechsel ist seine Taktik und die Medien + Politik halten ihn für blöd. Das Gegenteil ist der Fall , der führt sie alle vor - nur es merkt scheinbar keiner.

Bernd Muhlack | Fr, 13. Juli 2018 - 10:00

Das Ergebnis dieses Gipfels erinnert doch sehr an den kürzlichen EU-Gipfel, nicht wahr? Nur dass dieses Mal die Kanzlerin total Schwammige Zusagen abgibz (schaun mer mal!) und die US-Boys die Forderungen stellen. Es wird jedoch weder zu hinreichend erhöhten Militärausgaben in Deutschland kommen, noch wird es zu dieser berühmt-berüchtigten Umverteilung von Zuwanderern in Europa kommen. --- Übrigens gibt es bei der Daily Mail ein sehenswertes Video von Herrn Juncker beim Gtpfel; er habe "Rücken" wird kolportiert; liebe Leute, ich weiß genau wie es ist, wenn man "Rücken" hat ) => der Knabe ist hackedicht; Klosterfrau Melissengeist!?! (auf "politically incorrect" gibt's das Video ebenfalls). aber die Show läuft einfach weiter: das ist also unsere selbst ernannte Elite!

... wenn man „Rücken“ hat, ist mir bekannt, mutmaßlich besser als Ihnen. Im Video gezeigte Symptomatik ist bei akuten Ischiasattacken keineswegs ungewöhnlich. Die unbelegte Behauptung, Juncker sei „hackedicht“ (die Ausdrucksweise spricht für sich) gewesen, ist ehrabschneidend und unanständig. Das passt perfekt zu „PI-News“!

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 13. Juli 2018 - 10:14

Amtszeit mit einem Bein im Lager der Demokraten gestanden haben, er wird jetzt immer mehr der republikanische Führer der USA.
Das hat fast nichts mit konservativer Gundhaltung bei Trump zu tun, aber mit den Erfordernissen des Führens im Allgemeinen.
Trump hat eine Schwachstelle, die gleichzeitig seine Stärke für die USA ausmacht, er "ist auch" Deutscher". Das macht seinen Erfolg in den USA aus, führt aber zu emotionalen Einlassungen zu Europa, speziell Deutschland väter-, England mütterlicherseits.
Sein Onkel war Prof am MIT, geht es noch bigger?
Und wenn man genau hinschaut, versucht Trump neben all seinem Einsatz für die USA, auch noch Europa zu regieren und die "konzeptionelle Leerstelle" Merkel zu ersetzen.
Trump ist ein Macher, ein Rohdiamant, aber Europa-Politik kann er nur in Europa selbst machen, von aussen kann es bedrohlich wirken.
Da ich die USA teils bewundere,habe auch Verwandtschaft dort, sage ich ihm klipp und klar, dass er seine Meinung sagen kann, mehr nicht!

Cic twitter
Wenn Trump ein solcher zu bearbeitender, zu schleifender Rohdiamant wäre, sollte er nach Antwerpen gehen, nicht wahr? Ich kann Trumps "Karat" nicht einschätzen, vielleicht sollte man an der Frisur mit dem vorsichtigen Schleifen beginnen; ist mal egal & hoffentlich findet DT Antwerpen, denn laut ihm ist Belgien ja eine schöne Stadt, gell! Jedoch hat er (unbewußt?) Recht,denn Belgien und seine Städte sind immer eine Reise wert!
Übrigens bestehen Diamanten aus Kohlenstoff, wie auch Graphit (Bleistift-/Buntstiftminen): die unterschiedliche Härte beruht schlicht auf dem Druck der ursprünglichen Lagerung/Fundortes. Alora, man/frau/sonstwas sollte nicht ständig auf Trump rumhacken, ihn verteufeln (er ist ein Hassprediger sagte unser aktueller Bundespräsident in 2017; !!!!).
Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit der Tatsache, dass Hillary Clinton und der entsprechende Clan nicht the first US-President ist --- ja, es heißt president und nicht irgendeine spinnerte genderversion!!! --

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 13. Juli 2018 - 10:38

Laut Wiki ist er auch verwandt mit Ketchup-Heinz.
Es wäre also ratsam, sich einmal vom allgmeinen Trump-bashing zu verabschieden und Trump ernst zu nehmen.
Europa darf sich nicht ein->seitig abhängig machen, auch nicht von den USA.
Europa hat keine Verpflichtung, den dienstbereiten Ausputzer für den Nahen Osten und Afrika zu spielen.
Souveränität hat etwas mit Verantwortung zu tun und zwar dieser Teilkontinente.
Die Grenzen Europas sind da, bis wohin es seine Interessen legitimieren kann.
Seine Interessen darf es leben.
Merkels verheerende Opferrolle für Europa als Laufbursche für die Konflikte in aller Welt und hier garantiertem "Sanatoriumsaufenthalt", muss von Merkels himmlischer Erhöhung auf demokratische Akzeptanz geführt werden, weg von religiöser und überhaupt Gesinnungs"inquisition".
Ob die Pipeline gebaut werden kann, hängt von Polens Zustimmung ab.
Und meine Einlassungen zu was auch immer nicht zuletzt von Schutz vor UNQUALIFIZIERTER "Anmache".
Das bin ich mir wert

Lange Zeit dachte ich ebenfalls Trump würde in D/Europa nicht ernst genommen. Mittlerweile bin ich allerdings vom Gegenteil überzeugt. Weil man Trump äußerst ernst nimmt, ihm aber nichts Substanzielles entgegensetzen kann, verlegt man sich ( hauptsächlich in den deutschen Medien ), auf Diffamierung und Bashing. So enthebt man sich der Auseinandersetzung auf Sachebene, vernebelt die eigene Unfähigkeit und verschleiert die Unwilligkeit für das eigene Volk zu regieren. Dies wird auch immer mehr Bürgern in Deutschland bewusst.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 13. Juli 2018 - 10:50

gegen eine zu unbedachte Vergemeinschaftung aller Art in Europa, ob nun militärisch, ökonomisch oder oder, weil ich z.B. nicht als Europa für Frankreichs Interessen in Mali gradestehen will, im Sinne eines Rechtsnachfolgers.
Ich empfehle entsprechende Artikel von Herrn Goergen, Herrn Metzger und Frank Schäffler? auf Tichys Einblick, nicht weil ich gänzlich die Meinung dieser Autoren teilte, sondern weil ich die Höhe der Argumentation schätze, man nennt das auch Niveau.
Frankreich kann seine nationalen Interessen solange auch national regeln, wie es nicht zur Gänze in Europa integriert wäre.
Europäische Interventionen dürfen hingegen nur solche genannt werden, auf die sich alle einigen können.
Auch hier verwechselt man in schlechter Absicht Initiativen mit Selbstermächtigungen im Namen Europas, jedenfalls innerhalb dessen Schutz und Rückversicherung.
Dieses schlechte Benehmen wurde meiner Meinung nach mit Merkel gang und gebe.
Ich hoffe auf institutionelle Klarheit, sprich REGELN.

Thorsten Rosche | Fr, 13. Juli 2018 - 11:10

Das der hochgelobte Weltenbürger Macron eine ganz andere Sichtweise auf das Verhalten von Donald Trump hatte. Französische Presse eingeschlossen. Lesen oder Hören deutsche Pressevertreter im nur was sie gerne Hören und Sehen wollen ?

Bernd Eifländer | Fr, 13. Juli 2018 - 11:22

US Trump böse, Russland unentschieden : Russland- Gas gut, aber Sanktionen gegen Russland auch gut und Putin böse ! Aber von Russland sind wir unabhängig bei ca. 70-80 % Gasversorgung durch die Russen. Pipeline muss aber gebaut werden, aus dem Reich des Bösen nach Germany. Obwohl Merkel - eigene Aussage- jahrelang unter der russischen Besatzung gelitten hat , bei den jungen FDJ Pionieren in der Schreibstube als Sektretärin. Ich kenne mich da nicht mehr aus.........

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 13. Juli 2018 - 12:00

In reply to by Bernd Eifländer

Sowenig wie ein Generalsekretär der CDU mit dem Notizblock aufnimmt, was ihm Ortsverbände diktieren.
Nach meiner Einsicht in politische Organisation war Merkel an einer Schlüsselstelle positioniert und gehörte indirekt zur Elite des Honeckersystems.
Ihre Fähigkeit zu Neusprech könnte man evtl. auf das zurückführen, was Herr Kasner im Rahmen seines Projektes in etwa "Kirche im und für den Sozialismus" gemacht haben könnte.
Das erschliesse ich mir aus dem Buch von Reuth/Lachmann.
Dass sich die CDU/CSU auf diese Weise wohl eher in die DDR integriert, halte ich für einen kapitalen Fehler.
Aber Merkel wurde "zurückgeschlagen", als sie die CDU/CSU spalten wollte?
Ich habe hohe Achtung vor den Leistungen, die die Bevölkerung der DDR trotz Honecker erbracht hat, aber unser System der parlamentarischen Demokratie hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber effizienter Machtsicherung à la DDR, es prosperiert in der Freiheit und Verantwortung seiner Mitglieder, wir leben gut und gerne so.

gerhard trautmann | Fr, 13. Juli 2018 - 11:38

Ich verstehe nicht,warum unsere europäischen Politiker so schwach gegenüber Trump auftreten.Wenn die Informationen der Presse stimmen und die Nato in 2017 das zehnfache gegenüber Russland an Ausgaben zu verzeichnen hat,warum müssen wir dann von derzeit 1,2% auf 2% erhöhen. Wäre dies nicht eine Provokation gegenüber Russland?
Verstehe die europ.Haltung nicht??

wolfgang spremberg | Fr, 13. Juli 2018 - 12:43

In reply to by gerhard trautmann

Na ja, wenn wir uns sicher fühlen können wir das ja Donald sagen...
Dann bleiben wir bei 1,5 % oder 1 % ? ....und Donald kann dann ja seine Truppen abziehen....Garantien für Europas Sicherheit ? Nicht nötig, Europa fühlt sich sicher...kommt alleine klar......Alles klar ?

Juliana Keppelen | Fr, 13. Juli 2018 - 17:21

In reply to by wolfgang spremberg

Frage wie viel sicherer sind wir dann bei 2%? Noch eine Frage wie oft wurde Deutschland in den letzten hundert Jahren von Russland überfallen (denn letztlich ist die Aufrüstungsrhetorik und das Stationieren von Nato-Einheiten an der russischen Grenze nur gegen Russland gerichtet alles andere z.Bsp. Abwehrsysteme gegen Iran ist Geschwurbel)? Noch eine Frage die Nato ist ja das Verteidigungsbündnis das uns vor einem Überfall/Angriff etc. vor Russland schützen soll also dieses Bündnis bringt es auf 900 Milliarden Dollar an Militärausgaben ab wie viel Milliarden Dollar ist dann unsere Sicherheit vor dem "Russen" gewährleistet? Und zum Schluß noch eine Frage sollte es zu einem Militärschlag kommen wo glauben wir wird der stattfinden in den USA in Russland oder in der EU? Und noch eine Frage wer verdient an dieser Kriegsmaschinerie am meisten und wer muss dafür schwitzen oder bluten?

Jürgen Lehmann | Fr, 13. Juli 2018 - 15:50

In reply to by gerhard trautmann

Herr Trautmann, Sie liegen goldrichtig mit Ihrem Argument:
Die Nato hat 3.203.000 Soldaten, Russland 831.000,
die Nato besitzt 1.860.000 Kampfpanzer, in Europa stationiert, Russland 2,950.
Die USA haben 11 Flugzeugträger außer ihres Landes, Russland 1.

Das ganze Gejammer um höhere Militärausgaben ist eine von den USA provozierte Show.
Die BRD wird nicht von den USA beschützt, sondern die Gefahr einer Eskalation wird durch falsches Verhalten dieser Nation geradezu heraufbeschworen.

Erstaunlich ist es, dass plötzlich in der TRUMPschen Politik etwas Positives zu erkennen sein soll.

Hans Pauckert | Sa, 14. Juli 2018 - 01:14

In reply to by Jürgen Lehmann

Nur Merkelsche Geschwaffel hilft da nicht. Europa braucht seine eigene Verteidigung und die kommt mit 1% locker aus, weil es im Verteidigung geht und nicht um Krieg.
Was passiert denn, wenn der große Führer in den Iran marschiert? Wird dann wieder Deutschland verteidigt?

Karla Vetter | Fr, 13. Juli 2018 - 21:13

In reply to by gerhard trautmann

Sie wissen aber schon , dass Russland 160 Millionen Einwohner hat, Europa und Nordamerika zusammen aber über 800 Millionen ? Dass für deren Schutz eine höhere Summe benötigt wird liegt auf der Hand.

peter wenzel | Fr, 13. Juli 2018 - 16:25

Sollte man dieser Person überhaupt noch Gespräche führen.!

Man sollte der USA solange Trump" Präsident der USA " ist.

Die Nutzung der US Militärischen Basen auf Deutschen Boden untersagen.

Den diese Person bricht Verträge etc. nach seinem Gutdünken.

Deutschland muß sich die Frage stellen . Brauchen wir die USA als Atomare Schutzmacht
Ist auf die USA noch verlass ?

Deshalb sollte sich Deutschland nicht Erpressbar machen. EGAL VON WELCHER Seite.

Darum ist es wichtig, das Deutschland mit der Atomare Aufrüstung beginnt.

Das wir kein Spielball von verschieden Mächten werden.

Hans Pauckert | Sa, 14. Juli 2018 - 00:53

Wann twittert auch uns ein Kanzler oder eine Kanzlerin, was sie so jede Nacht träumt, wenn sie schweissgebadet im fünf in der Früh aufwacht?
Deutschland lebt hinterm Mond.

Dirk Nowotsch | So, 15. Juli 2018 - 16:28

Auf betreiben der Amerikaner, ist Polen in die EU und NATO aufgenommen worden. Auch das "Baltikum" und die Ukraine sind/sollte auf betreiben der USA in die EU und NATO aufgenommen werden. Syrien und die Folgen, verdanken wir der USA und nun macht Trump hier solche Ansagen, nachdem sich Russland genervt zeigt! Europa sollte sich mit Putin verbünden und aus der NATO austreten! Dann leben wir ruhiger! Den fragwürdigen "Schutz" der USA, sehe ich als Schutz der eigenen Interessen, in denen Deutschland nach wie vor nur eine Versallen-Rolle spielt! Es wird Zeit, über die Interessen Europas und auch Deutschlands nachzudenken! Trump und die USA wollen nur die Nummer 1 bleiben, mehr interessiert die nicht! Putin hat Deutschland nicht bedroht und auch nicht die EU, aber er hat eine rote Linie gezogen! Wir sollten uns von Trump da nicht drüber schieben lassen! Wir sollten auch nicht traurig sein, wenn die letzten Besatzungstruppen gehen! So ein lächerlicher Erpressungsversuch, na ja Trump halt!