Nach dem G7-Gipfel - Eine Koalition der Schwachen kann nicht überleben

US-Präsident Donald Trump hat auf dem G7-Gipfel für einen Eklat gesorgt. Doch sein Auftreten ist auch eine Folge der Schwäche der EU-Staaten. Weder diplomatisch noch ökonomisch noch militärisch demonstrieren sie Einigkeit. So wird ihr internationaler Einfluss weiter schwinden

Theresa May, Donald Trump und Angela Merkel beim G7-Gipfel in Kanada
May, Trump, Merkel: Die intensive Abstimmung mit den USA bleibt unerlässlich / picture alliance

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Thomas Jäger ist Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik.

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Thomas Jäger, Universität zu Köln

An den Kuriositäten des G7-Gipfels in Kanada muss weder der G7-Prozess zugrunde gehen, noch ist der Westen schon am Samstag, dem 9. Juni 2018 historisch gescheitert. Der Gipfel dokumentierte jedoch nachdrücklich, dass die westliche Vormacht gerade einen ebenso brutalen wie situativ erratischen Kurs fährt, während die anderen sechs Staaten, allen voran die vier EU-Staaten, die Quittung für ihre jahrzehntelangen Versäumnisse kassieren. Dass Donald Trump so sein kann wie Trump ist und ihn trotzdem alle ernst nehmen müssen, liegt eben auch daran, dass die EU-Staaten keine international wirksame Eigenständigkeit entwickelt haben und deshalb auf die USA angewiesen bleiben.

Die EU bleibt von der USA abhängig

Staatlich verfasste Gesellschaften streben neben der Beibehaltung ihrer politischen Ordnung Sicherheit und Wohlstand an. Aber die EU kann ohne die USA weder ihre Sicherheit noch ihren Wohlstand sichern. Die europäische Sicherheit hängt an der Nato, und die Nato sind faktisch die USA. Der europäische Wohlstand hängt an internationalem Handel, und der ist ohne die Reservewährung US-Dollar nicht so aufrechtzuerhalten, wie er gerade läuft. Beide Karten spielt Trump erbarmungslos aus und verknüpft die Zollfragen mit den Verteidigungsausgaben. Denn er weiß: Die EU kann sich nicht selbst verteidigen und ihr geografisches Umfeld nicht stabilisieren. Und die EU hat es nicht geschafft, den Euro zu einer ebenbürtigen Währung zum Dollar werden zu lassen. Im Gegenteil, die Bedenken ihrer Währung gegenüber nehmen ja gerade wieder zu. 

Dieses maßgebende Versagen, die eigene Lebensfähigkeit international nicht absichern zu können, erlaubt es Trump gegenüber den engen Verbündeten überhaupt erst so aufzutreten, wie er es tut. Man denke sich einmal folgendes:Die EU würde über ausreichend Mittel verfügen, sich zu verteidigen und den Mittelmeerraum zu stabilisieren. Die EU wäre dann in der Lage, den Euro als vertrauensstarke Währung zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungslage würde sich für den amerikanischen Präsidenten fundamental anders darstellen. Sein Wüten liefe ins Leere, und seine Drohungen wären hohl. So ist es aber genau andersherum.

Ohne Stärke geht es nicht

Damit geht einher, dass eine der Grundmaximen deutscher und europäischer Ordnungspolitik an Durchsetzungskraft verliert: dass die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren die internationalen Beziehungen prägen soll. Das ist sympathisch, entspricht der rechtsstaatlichen Lebensweise und liegt im europäischen Interesse. Aber wer gemeint hat, dass es keiner Stärke bedarf, den Kennsatz von der „Stärke des Rechts“ durchzusetzen und durchgesetzt zu halten, wird gerade eines Besseren belehrt. Denn das Wortspiel war immer nur halb richtig: Nur mit Stärke kann die Stärke des Rechts durchgesetzt werden, indem sich die starken Staaten an Recht halten. Das tun sie aber nicht, weder Russland noch die Türkei – und jetzt auch nicht die USA. Eine Koalition der Schwachen aber wird sich dagegen nicht behaupten können. Eine Koalition der Schwachen wird keine Garantiemacht für multilaterale Verfahren werden können.

So hat der G7-Gipfel erneut das Fehlschlagen einer Außenpolitik dokumentiert, die meint, sich ohne eigene Stärke auf die miteinander getroffenen Absprachen verlassen zu können. Der Gipfel hat zudem gezeigt, dass die europäischen Staaten keine Strategie gefunden haben, wie sie erfolgreich mit dem amerikanischen Präsidenten umgehen können. Präsident Macron lässt sich auf dessen Straßengehabe ein; Premierministerin May denkt nur an ihre Position zu Hause; Bundeskanzlerin Merkel steckt gleich in mehreren Zwickmühlen; und Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte wird von Trump gelobt und nach Washington eingeladen. Dass die EU-Regierungen keine Strategie zum Umgang mit Präsident Trump haben, liegt auch daran, dass sie über keine Fähigkeiten verfügen, sich von den USA zu lösen. Weder diplomatisch noch ökonomisch noch militärisch. Das provoziert Trump geradezu dazu, sie in die Ecke zu drücken, in der sie gerade stehen.

Der Einfluss der EU nimmt ab

Kann es noch schlimmer kommen? Ja und zwar vielleicht recht bald. Die österreichische Regierung vermittelt gerade auf Wunsch von Präsident Wladimir Putin ein Treffen zwischen ihm und Trump. So berichten es die Zeitungen in Österreich. Das Treffen soll Ende Juli in Wien stattfinden. Mit seiner Russland-Initiative vor dem G7-Gipfel hat Trump ja schon laut gesagt, mit wem er weltpolitische Fragen erörtern möchte. Vielleicht nehmen sie ja noch Chinas Präsident Xi Jinping hinzu. Dann gäbe es wirklich ein anderes Format internationaler Ordnungsabstimmung. Nur wäre es nicht das, was sich Bundesaußenminister Heiko Maas gedacht hat, als er andere Bündnisse ins Spiel brachte. Die EU-Staaten müssten dann höllisch darauf achten, dass sie in Formaten der internationalen Ordnungspolitik überhaupt noch vertreten sein werden. Die Zeit der Überrepräsentation geht dann mit einem Schlag zu Ende. Das wäre nicht das Ende des Westens, sondern das Ende des internationalen Einflusses der EU-Staaten.

Deshalb ist es dringender als jemals zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nötig, die intensive Abstimmung mit den USA zu suchen. Denn es geht um internationale Ordnungspolitik und nicht um das Kleinkarierte bestimmter Zollmargen. Hier sollte man sich rasch und unprätentiös einigen. Das gilt auch, wenn Präsident Trump im Unrecht ist. Aber er hat den längeren Hebel. Und je länger er diesen ansetzt, desto mehr Wurzelwerk der transatlantischen Beziehungen hebelt er aus. Die USA würden diesen Prozess überleben. Für die EU kann man das mit dieser Bestimmtheit nicht sagen.

Zu diesem Artikel gibt es eine Umfrage
Cicero arbeitet mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Civey erstellt repräsentative Umfragen im Netz und basiert auf einer neu entwickelte statistischen Methode. Wie das genau funktioniert, kann man hier nachlesen. Sie können abstimmen, ohne sich vorher anzumelden.
Wenn Sie allerdings  direkt die repräsentativen Ergebnisse – inklusive Zeitverlauf und statistische Qualität – einsehen möchten, ist eine Anmeldung notwendig. Dabei werden Daten wie Geburtsjahr, Geschlecht, Nationalität, E-Mailadresse und Postleitzahl abgefragt. Diese Daten werden vertraulich behandelt, sie sind lediglich notwendig, um Repräsentativität zu gewährleisten. Civey arbeitet mit der Hochschule Rhein-Waal zusammen.

 

Bernhard K. Kopp | Mo, 11. Juni 2018 - 12:25

Die EU wird in ihrer derzeitigen konstitutionellen, institutionellen und operativen Ordnung nicht überleben. Trump weiss, dass sie nicht funktioniert, und warum das so ist. Es liegt an unseren Eliten dies zu ändern. Oder eben nicht. Der Euro kann möglicherweise mit dem EZB-Geldhahn länger leben als die Brüsseler EU.

Dr. Florian Bode | Mo, 11. Juni 2018 - 12:37

Madame M. muss gerade zur Kenntnis nehmen, dass Hypermoral eine Währung ist, deren Münzen in Donalds Portemonnaie keinen Wert haben.

Mathias Trostdorf | Mo, 11. Juni 2018 - 21:35

In reply to by Dr. Florian Bode

Danke für den Kommentar!

Wolf-Dieter Hohe | Mo, 11. Juni 2018 - 22:24

In reply to by Dr. Florian Bode

So ist es, Herr Dr Bode, aber weder ist dies ein Trump Gesetz noch braucht Ihnen dies Irgendwer erklären. Aber Hypermoral lässt sich nicht einmal in DE, dem Land der Erschaffer*innen dieser politischen Währung, gegen Butter und/oder Karriere eintauschen. Und was ist Moral. Im schlechten Fall eine Waffe, mit der die Menschheit gar oft zur Ader gelassen wurde und werden wird.
Mein Wissen gründet auf dem was man mir via verschiedenster Medien an Wissen ziekgerichtet zuteilt. Die Auslandskorrespondenten unserer TVs sitzen auch nur in der allg. Pessekonferenz und dürfen bestenfalls nach vorangegangener Abstimmung mal was fragen. Bei der nachfolgend zielgerichteten, zeitbegrenzten Ausstrahlung hapert es oft an korrekter Wiedergabe. Schon weil Intention einer Vokabel der jeweiligen Landesteilsprache unterworfen ist. Was ein Bayer lustig findet ist dem Norddeutschen mitunter zu blöd. Dazu addiert sich die jeweilige politische Position des Sprechenden und Hörenden.

Wolf-Dieter Hohe | Mo, 11. Juni 2018 - 22:53

In reply to by Dr. Florian Bode

Klammern wir also das dieserart schon vor seiner Wahl zumeist persönlich gehaltene herabwürdigende 24Std Thema Trump aus.
Bleibt doch nur die Frage wie gehe ich damit um.
Wie verteidige ich mich.
Wie nehme ich meine Interessen wahr.
Wie im Alltag eines jeden.
Will mich jemand unterwerfen bleibt mir nur Einschätzung indiviueller Stärke.
Über Moral wird mein Nachbar nur dann mit mir reden, wenn er mich als Gegenüber persönlich akzeptiert und Vertrauen entwickelt.
Wenn ich diesen einziehenden Nachbarn jedoch schon während seines Zuzugs beschimpfe wird es schwierig. Insbesonder wenn individuelle Münzen in gebastelte Gelbeuteln ein Rolle spielen. Währungen deren Wert jeder selbst festlegt. Jetzt hofft Nachbar Europa (Merkel) auf Unterstützung jener europäischer Nachbarn die zuvor beschimpft wurden.
Anm.:
Und was europäische Hypermoral betrifft. So waren es Europäer die Nordamerika entvölkerten und Südamerika als "Zorn Gottes" heimsuchten.
MfG WDHohe

Michaela Diederichs | Mo, 11. Juni 2018 - 12:38

Klasse Beitrag. Mit Überheblichkeit und Nase rümpfen kommt man bei Trump gewiss nicht weiter. Wenn man dann auch noch mit so ziemlich allen überquer ist, steht man rasch dumm und auch ziemlich arm da. Wir brauchen neue Köpfe, allen voran in Deutschland. Aber wo sind die?

Ich stimme Ihnen vollständig zu, sehr geehrte Frau Diederichs und frage mich, mit wem Frau Merkel überhaupt politisch noch etwas positives erreichen will - die Überheblichkeit haben Sie bereits angesprochen. Ich meine, es kommt noch eine Sterilität im Denken hinzu - sie kann sich nicht in die Schuhe des anderen stellen. Ihre Vorgänger konnten das. Wir haben die schlechteste Kanzlerschaft seit 1949 vor Augen.

Die sind überall. Nur im bestehenden Partei-Spektrum werden sie kaum zu finden sein.
Eigentlich bräuchte es "En Marche. de"
Leider legt sich Sahra Wagenknecht mit Ihrer geplanten, in Vorbereitung? "Bewegung" dezidiert einseitig auf "Links" fest :-((.

Robert Müller | Mo, 11. Juni 2018 - 13:05

Diese Regierung, und der neue SPD-Finanzminister Scholz vorne weg, haben klar gemacht, dass das eigene Militär recht weit hinten auf der Prioritätenliste stehen. Lieber erhöht man die Sozialausgaben, statt in die eigene Unabhängigkeit zu investieren. Das war vor einigen Jahren beim Abhören von Merkels Telefon ähnlich, wo man erst nach dem GAU in die eigenen Fähigkeiten investierte. Natürlich könnte man mit dem schon vorhandenem Bundeswehr-Etat mehr machen, aber auch hier haben andere Interessen Vorrang, als die Sicherheit. Irgendwie stimmen die Prioritäten vorne und hinten nicht. Das schlimmste ist, dass es Jahrzehnte braucht bis man sich bewegt. Die Probleme werden einfach nicht zeitnah angegangen, wie ich das erwarten würde.

Alexander Mazurek | Mo, 11. Juni 2018 - 13:08

… jetzt ohne UK vielleicht eine Chance, unabhängiger global-player zu werden. Bisher war dem nicht so, siehe z.B. den Artikel in Foreign Affairs vom 15.5.2018 von Jeremy Shapiro, "Why Trump Can Safely Ignore Europe? Its Leaders Readily Condemn But Never Act." Ja, warum handeln sie denn nicht, schon gar nicht im Interesse ihres Souveräns? Freiwillige Sklaverei ist zwar maximal wirksam, aber auch maximal schändlich und verwerflich.

Gerdi Franke | Mo, 11. Juni 2018 - 13:40

"Weder diplomatisch noch ökonomisch noch militärisch demonstrieren sie Einigkeit". Es ist eben einfacher, anderer Leute Geld zu verteilen und die Farbe der Pommes zu regeln. Jetzt zeigt sich das Chaos das geschaffen wurde. Und das ist mit dieser EU auch nicht mehr zu regeln. Da muss man zurück zum Start.

Fritz Gessler | Mo, 11. Juni 2018 - 13:56

... und nicht der EU! wenn frau merkel die interessen DEUTSCHLANDS ebenso forsch und konsequent verteidigte wie trump die seines heimatlandes, dann wäre auch die EU keine 'koalition der schwachen'. die EU ist nur so stark wie ihr schwächstes land - und das ist POLITISCH derzeit (dank mutti merkel!) DEUTSCHLAND. nicht griechenland oder italien.
die BRD ist ein wirtschaftlicher koloss auf tönernen politischen füssen.
hätte deutschland nur ein bisschen mehr trump, ein ganz kleines bisserl kurz (den aus össi-land:) und ein bisserl weniger merkel in seiner regierung: die EU würde es den deutschen danken!

Dimitri Gales | Mo, 11. Juni 2018 - 14:35

"rapport de force", das Kräfteverhältnis zwischen Staaten. Und dabei spielen die USA nach wie vor die dominante Rolle. Die Tragik der Merkelregierung liegt darin, dass man bisher meinte, man könne von der Wirtschaftsglobalisierung nur tüchtig profitieren, so als gäbe es keine Risikofaktoren. Das war reichlich naiv. Mit der Globalisierung wächst die Konkurrenz und jedes Land denkt dabei ganz natürlich an seine eigenen Interessen. Die "alte Welt" ist nicht mehr existent, jeder kann sehen, wie sich neue Machtblöcke bilden. Europa ist nur ein Wirtschaftsblock, mehr nicht, trotz mannigfaltiger Zusammenarbeit der Länder. Trump erkennt instinktiv die Schwächen und Stärke der Partner oder Gegner. Anscheinend hat man unterschätzt. Er wird von seiner radikalen Wahrnehmung von US-Interessen nicht ablassen. Europa ist mal wieder "Opfer" seiner Naivität und Realitätsferne.

Juliana Keppelen | Mo, 11. Juni 2018 - 15:43

Der Rat aber sich noch intensiver mit der USA abzustimmen ist falsch denn genau diese intensive "Abstimmung" hat uns dahin gebracht wo die EU heute steht. Wie kleine dressierte Tanzbärchen am Nasenring ließ die EU sich brav von Onkel Sam durch die Arena ziehen immer zu diensten jeden Blödsinn mitmachend auch gegen die Interessen der EU (wegen der Weltordung und so) nun hat ein anderer Dompteur die Arena betreten der uns hüpfen läßt mal hierhin mal dorthin und die Tanzbärchen sind ganz verwirrt und mit der neuen Situation total überfordert alles winseln, bockige Sprüche, unterwürfige Gesten, aufflackernden Wiederstand (Mainstream Sprech "kämpferisch aus der Defensive" tolle Wortschöpfung) prallen an desem neuen Dompteur einfach ab. Die Außenstehenden zum Beispiel gerade in Shanghai werden ein leichtes Grinsen kaum unterdrücken können so deutlich zu erleben wer Koch und wer Kellner ist. Die EUler und unsere Regentin sind selber schuld an diesem Fiasko.

Martin Lederer | Mo, 11. Juni 2018 - 16:02

Man muss es leider so deutlich sagen: Deutschland und die EU sind das "Reich des Bösen". Umso schwächer sie sind, umso besser für die Welt.

Heidemarie Heim | Mo, 11. Juni 2018 - 16:11

Und wieder einmal hat es Prof. Jäger geschafft meine Wissenslücken zum Thema auf klar verständliche sowie präzise Art und Weise zu schließen. Lieben Dank! Ergänzt durch die Umfrage von Civey mit dem erschreckenden Ergebnis einer Jahrzehnte langen Freundschaft, die
in Trümmern liegt. Genau wie die zu Russland, die anscheinend nur noch von Gas-Pipelines und Ex-BK`s zusammengehalten wird. Das nenne ich doch mal Diplomatie und Moderation vom Besten.
Schon meine sehr unpolitische Mutter beschrieb dieses Phänomen mit den sehr einfachen Worten:" Wenn Du mit den großen Hunden pinkeln gehen willst musst Du auch das Bein entsprechend hochkriegen!" Vornehmer dagegen die Erkenntnis, das kleinere Exemplare einen einigen Verband bilden müssen um dagegen anzustinken. Aber im Falle EU-Mitglieder kläfft man erst mal bilateral über`n Atlantik und dann interkontinental. Und wie sagte Herr Gauland? Der als von den Etablierten als Clown
bezifferte entpuppt sich wohl als "ES" a la Steven King;-) MfG

Sepp Kneip | Mo, 11. Juni 2018 - 16:30

"Die EU würde über ausreichend Mittel verfügen, sich zu verteidigen und den Mittelmeerraum zu stabilisieren. Die EU wäre dann in der Lage, den Euro als vertrauensstarke Währung zur Verfügung zu stellen."
Verfügt sie aber nicht. Und warum nicht? Weil die Euro-"Rettung" hunderte von Milliarden verschlungen hat. Eine solche Währung kann nicht vertrauensstark sein. Dieser Euro hat Europa zu dem gemacht, was es jetzt ist: Ein doppelt gespaltener und zerstrittener Haufen. Einmal gespalten in Euro- und Nichteuro-Länder und zum anderen innerhalb der Euro-Zone in Stark-Länder und Schwach-Länder, die am Tropf der Stark-Länder hängen. Wie kann ein solches Gebilde mit einer Zunge sprechen?

Mit der Einführung des Euro und den danach begangenen Rechtsbrüchen hat Europa seine Unschuld und sein Rückgrat verloren. Viele Dinge wären zur Stärkung Europas erreichbar gewesen. Das hat die Entwicklung bis Ende der neunziger Jahre gezeigt. Dann kam der Euro und Europa hauchte seinen Geist aus.

Tomas Poth | Mo, 11. Juni 2018 - 17:43

Brauchen wir wirklich militärische Stärke in Form der USA oder Russlands? Was gibt es im Europa der EU zu holen. Wegen Rohstoffe braucht keiner bei uns einmarschieren, die müssen wir selbst importieren. Wegen der Agrarprodukte? Wegen unserer Produktionsstätten? Brauchen wir Atomwaffen als Drohpotential, um einen dicken Knüppel zu zeigen falls man uns die Handelswege zu den Ressourcen kappen will?
Es wird Zeit unser Konzept zu überarbeiten, aus eigener Kraft überlebensfähig bleiben, unabhängig von "Großmächten", von "Schutzversprechungen".

wolfgang spremberg | Mo, 11. Juni 2018 - 17:49

Eigentlich ist das gar nicht so kompliziert. Man fragt sich wie naiv unsere Eliten sind, wenn sie mit so schlechten Karten so hoch pokern. Erschreckend.

Rudolf Stein | Mo, 11. Juni 2018 - 18:31

Erleben wir gerade eineZeitenwende? Die Alternative zu den Großen "Sechs" hat zeitgleich getagt: China, Russland, Indien, Pakistan, Usbekistan ... Wenn dort eines Tages auch noch die USA unter Trump auftauchen, wären die Europäer endlich dort, wohin sie gehören: auf ihrem Dorffest mit der Bürgermeisterin Merkel, die ansagt, wann abends zum Bier die Musi spielt.

Mathias Trostdorf | Mo, 11. Juni 2018 - 21:46

...ist geschockt.
Der Trump macht einfach.
Sowas kennen sie nicht in Brüssels.
Bei der EU wird erstmal eine Kommission zum Thema gewählt. Dann werden Unterkommissionen bestimmt. Dann werden Büros eingerichtet und Familienmitglieder eingestellt. Dann wird in Ausschüssen getagt. Dann werden Anträge eingebracht. Dann werden diese mit Lobbyisten verhandelt. Dann werden Resultionsentwürfe verfaßt. Die werden wieder verworfen, weil die den Lobbyisten nicht weit genug gehen, und neue eingebracht bis es paßt.
Schon nach zwei oder drei Jahren liegt für das behandelte Problem (wenn es denn ein kleines wie die Normierung von Schrauben oder Eiern war) ein theoretischer Handlungsplan vor, der- bis auf 190 bis 240 Ausnahmeregelungen- schon nach weiteren zwei Jahren in Kraft treten kann, und es meist schlimmer macht, als es vorher war.
So erlebe ich, sie unsere ExperterInnen und -InnerInnen* in Brüssels.

Harro Meyer | Mo, 11. Juni 2018 - 23:09

In dieser Welt regieren nicht das Recht oder gar die UNO, sondern allein die Macht der Herrenmenschen in den USA. Ein Militär-Etat von 700 Milliarden und 21 Flugzeugträger, bestückt mit A-Bomben auf allen Weltmeeren gibt ihnen die Möglichkeit, zu tun, was sie wollen. Und ein Atomangriff der Russen auf die USA würde auf Grund der terristischen Gegebenheiten die Welt für lange Zeit unbewohnbar machen. Das wissen Beide.

Fritz - Ulrich Hein | Di, 12. Juni 2018 - 00:46

Zitat: "die intensive Abstimmung mit den USA zu suchen. Denn es geht um internationale Ordnungspolitik und nicht um das Kleinkarierte bestimmter Zollmargen. Hier sollte man sich rasch und unprätentiös einigen." Zitatende. Mit welchen Politikern will man das machen? Der einzig respektable Mann wäre noch Markus Söder. Aber der ist ja nicht in der Bundespolitik. Ansonsten fällt mir noch Sebastian Kurz und Victor Orban ein. Eventuell jetzt aktuell den neuen italienischen MP. Alle anderen sind weichgespült.

Ralph Barthel | Di, 12. Juni 2018 - 00:47

Wenn man Jesus als Moralapostel und Weltenretter versteht, ohne das er je eine eigene nennenswerte Hausmacht gehabt hat, kann sehen wo so etwas hinführt.
Niemand kann gleichzeitig Jesus und Kaiser sein, außer man ist Politiker, Manager und Deutscher. Und vergessen wir nicht die "halbstarken" aus Brüssel.

Washington haut auf den Tisch, Moskau grinst, Peking sant ab, und Europa spielt den Samariter bis zur Selbstzerstörung.

Aber es tut sich was. Der Realismus kommt wenn auch langsam zurück.

Christoph Kuhlmann | Di, 12. Juni 2018 - 11:00

überfrachtet worden. Sei es bei der Schuldenkrise, der Migration oder der Aufnahme neuer Mitglieder, respektive der Freizügigkeit von Porto bis zum Schwarzen Meer. Erst das hat zum Erstarken nationalistischer Parteien geführt, von denen jetzt zwei das Sagen in Italien haben, auch der Austritt der Briten basiert auf einem Übermaß an geforderter Solidarität und schwächt die EU zusätzlich. Wir leben längst wieder in einem Europa der Nationen, in einer EU, die zu gemeinsamer Politik kaum noch in der Lage ist. Insofern müssen wir mit der Ausweitung des Handelskrieges rechnen, die Trump angekündigt hat. Er geht primär zu lasten Deutschlands und da wird die Kommission eine harte Haltung zeigen und keine Kompromisse "mit der Pistole auf der Brust" eingehen. Soweit hat Merkel Deutschlands Führungsrolle in Europa durch ihren Alleingang in der Flüchtlingspolitik abgewirtschaftet. Sie macht keine Anstalten, diese Führung zusammen mit Frankreich wieder zu erlangen.

Renate Brunner | Di, 12. Juni 2018 - 11:52

ist es aber nicht, wenn man geschichtsvergessen ist. Die USA waren spätestens nach dem WKII der Hegemon der Welt, militärisch und ökonomisch und auch kulturell >> Hollywood.
In Deutschland sind 34.000 amerik. Soldaten (noch immer) stationiert und Ramstein ist ein Drehkreuz der USA für Drohenangriffe. Die USA haben seit 1945 elf illegale Kriege, schlimmsten Ausmaßes geführt, den Petrodollar eingeführt, 10 oder 11 Flugzeugträger schwimmen auf den Weltmeeren und unzählige US-Militärbasen unterhalten sie. Die Golddeckung des Dollars wurde abgeschafft und den NATO-Befehlshaber haben auch immer die USA gestellt. Donald Trump
spielt diese Karten sehr deutlich, sehr brutal aus,
andere Präsidenten machten das mit sogenannten
Charmeoffensiven, siehe Barack Obama. WER ist der Feind Europas, vor allem militärisch gesehen, Russland? Ja, SO sieht es die US-Regierung und arbeitet seit 100 Jahren daran, dass zwischen Russland und Europa ein Keil getrieben wird. Das deutsche technische Know-how

Renate Brunner | Di, 12. Juni 2018 - 12:03

die russischen Bodenschätze, das musste unbedingt verhindert und wird auch verhindert.
Aggressives Russland? Die Krim, die Ostukraine?
Haben wir vergessen, wer und was der Auslöser war, wie die EU stümperhaft und einseitig versucht hat, Einfluss zu nehmen. Die Scharfschützenmorde am Maidan sind bis heute nicht geklärt. Die Interessen Russlands wurden mit Füßen getreten,
Stationierung von Flugabwehrraketen in POLEN zum Schutz vor dem Iran, wer hat dem denn Glauben geschenkt vor vielen Jahren, einfach lächerlich. Wäre Hillary Clinton die bessere US-Präsidentin gewesen, ich bezweifel das aufgrund Ihres Handels und Ihrer Aussagen massiv.
Trump spielt sich extrem nationalistisch auf und warum? Ganz einfach, weil er es (noch) kann. China steht in den Startlöchern.