Finanzminister Christian Lindner bei seiner Vereidigung im Dezember 2021 / dpa

Wirtschaftspolitik der Ampel - Die Zins-Party ist vorbei

Galoppierende Inflation und steigende Zinsen seit Beginn des Ukraine-Kriegs treiben Finanzminister Lindner zum Kurswechsel. Zu lange wurden in diesem Land Probleme mit Geld zugekleistert.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

So erreichen Sie Mathias Brodkorb:

Seit seinem Amtsantritt war es politisch einigermaßen still geworden um Finanzminister Christian Lindner (FDP). Von dem Anspruch, die bürgerliche Stimme gegen ausufernde Ausgabenprogramme des Staates in der Ampel-Koalition zu sein, war lange Zeit nichts zu spüren.

Mit der Ukraine-Krise aber scheint sich das Blatt zu wenden. Es ist die brutale Realität und offenbar weniger die eigene politische Überzeugung, die den Finanzminister zum Handeln treibt. Galoppierende Inflation und steigende Zinsen zwingen ihn zum Kurswechsel.

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Norbert Heyer | So, 26. Juni 2022 - 16:02

Selten kann man an einem Tag bei allen Medien an einem Tag Brandkommentare in voller Breitseite lesen. Die Inflation wird von Herrn Lindner augenscheinlich bekämpft, im Grund seines Herzens aber nicht: Es ist die brutale Entschuldung des Staates auf Kosten seiner Bürger. Jetzt ist die FDP noch mit zwei Parteien in Koalition, die das alles nicht sonderlich stört, die wollen weiterhin soziale Projekte ohne finanzielles Limit fördern. Ich brauche nicht die vorhersehbaren Katastrophen auflisten, die uns spätestens im Spätherbst in die Knie zwingen werden: Sanktionen gegen Russland, die nur uns schwersten Schaden zufügen - wir aber mit lächerlichen Sparmaßnahmen verhindern wollen und aus politischer Feigheit die einzige Lösung verhindern. Sagen wir es ganz brutal offen: Den uns Regierenden sind die Menschen dieses Landes völlig schnuppe, sie setzen Moral und Gesinnung höher ein als die Rettung von Menschenleben. Grün bedeutet Verelendung und Vernichtung eines ehemaligen Wohlfahrtstaates.

Die Regierenden werden weniger von Moral und Gesinnung getrieben, als vielmehr von der Ideologie der „kreativen Zerstörung“ (Klaus Schwab, WEF, The Great Reset“. Alles auf 0 und dann gerecht blabla neu aufbauen (lassen). Was diese Politik-Darsteller davon haben? Sie gehen in die Geschichte ein. Und wir wissen, das nur die schlimmsten Zerstörer in Erinnerung geblieben sind und bleiben. Diese minderbegabten Lenker sind von Eitelkeiten und Machtgeilheit getrieben. Es könnte jedoch ein böses Erwachen für diese „ Elite“ geben. Der Herbst wird heiss.

Ingo Frank | So, 26. Juni 2022 - 16:53

der die politische Seite der aktuellen Regierung beleuchtet? …. und nun wird die ökonomische Situation Bundland‘s beurteilt? Das Ergebnis ist in beiden Betrachtungen identisch, jedoch hat es auf beiden bedeuteten Felder einen Namen: M E R K E L und ihre fast immer mit im Bot sitzende SPD. Die fehlende Reformbereitschaft auf allen Feldern, das immer weiter herabgesetzte Bildungsniveau, die Fehlentscheidungen von verschlafender Energiewende über Flüchtlingskriese, Atomausstieg bis hin zur Fehlbesetzung der EZB.
Das das einer immer weiteren Steuererhöhung durch die 0 Zinspolitik entspricht und das Geldvermögen entwertet wird bis zur Konsequenz, dass z.b. Altersvorsorgungen schlicht der Sicherung der hochverschuldeten Eurostaaten komplett geopfert wurden.
Und nun die Frage aller Fragen, wer soll’s denn richten und das Steuer übernehmen? Der Friederich, der meint „D hat noch nie ein Geldproblem gehabt“ Nein, er irrt ebenso. WIR HABEN EIN. GELDPROBLEM, und das wird noch schlimmer.
M f G

Gabriele Bondzio | So, 26. Juni 2022 - 19:24

über Staatsschulden zu finanzieren ist wie Einpullern im Winter: Erst ist es schon warm und dann wird es bitterkalt.“

Die Frau aus der SPD hat noch gewusst, wo der Hase langläuft.
Die andre wahrscheinlich vom Tuten, keine Ahnung.
Oder man(n)/ frau versucht sich mit kleinen Geschenken beliebt zu machen.

Sicher ist jedoch:
"Es geht uns gut: Selbst ein in den Sumpf gesetztes Großprojekt darf gerne mal doppelt soviel kosten wie ursprünglich angeboten. Es gibt noch immer reichlich sozialversicherungspflichtige Malocher, die das stemmen können (und müssen?!).
Frank Wisniewski

Und sich die Bürger auf jeden Fall darauf verlassen können. Wenn der Staat dem Bürger in die linke Tasche etwas reinsteckt. Garantiert aus der Rechten das doppelte rauszieht.

Tomas Poth | So, 26. Juni 2022 - 20:21

Die Zinnsparty für den Kleinanleger ist schon seit 2010 vorbei.
Die ganzen Euro-Rettungsaktionen werden einen Sturz verursachen, der dem "Kleinen Mann" die letzte Butter vom Brot nimmt. Der Euro wird es vermutlich nicht überleben. Wir gehen einem Währungsschnitt entgegen.

Ingo Frank | So, 26. Juni 2022 - 21:57

In reply to by Tomas Poth

Oder 1 Brot für 1 Millionen € ?
Darauf wird’s hinauslaufen Herr Poth.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Markus Michaelis | So, 26. Juni 2022 - 20:51

Würde das wirklich Sinn ergeben - dazu müssten doch alle Euroländer gemeinsam sparen?

Peter Sommerhalder | So, 26. Juni 2022 - 21:08

ich mich als Laie immer wieder frage:
Wenn jedes Land Schulden hat, dann ist doch zwangsläufig zu viel Geld im Umlauf und dies muss doch automatisch zu einer Geldentwertung führen, oder nicht?

Und wenn jedes Land sowieso Schulden hat, spielt es dann überhaupt noch eine Rolle, ob man die Schulden zurückzahlt? Und wie sieht es der Gläubiger? Braucht der Gläubiger überhaupt dieses Geld oder wird einfach wieder neues, nicht existierendes Geld vergeben, damit die Schuldner weiterhin mit Geld um sich werfen können...?

Dieses Kartenhaus muss doch früher oder später zusammenbrechen ausser es gibt eine extreme Inflation, dann sind die Schulden plötzlich automatisch weg...

Volker Huber | So, 26. Juni 2022 - 21:52

auf nationaler Ebene läuft ins Leere, wenn sie keine Entsprechung auf der EU-Ebene hat. Es ist kaum anzunehmen, dass im Prinzip reiche Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien künftig auf Umverteilung zu ihren Gunsten verzichten. Gemeinsame Fonds sind dabei das Mittel der Wahl. Nicht zufällig betrachtet Macron einen EU-Beitritt der Ukraine mit Argwohn - dies würde neue Konkurrenz im Kampf um die Brüsseler Töpfe bedeuten. Aus dieser Perspektive betrachtet, schädigt eine isolierte deutsche Sparpolitik auch eigene Interessen, obwohl sie auf nationaler Ebene volkswirtschaftlich richtig wäre. Aus diesen Widersprüchen gibt es kein Entrinnen.

Menzel Matthias | So, 26. Juni 2022 - 22:08

Sigrid Keler - Ich weis es nicht, so einen Spruch kann nur eine Mutter machen bzw. kommen. Diese Frau benötigte keine Quote. Bitte davon mehr!

Gerhard Lenz | Mo, 27. Juni 2022 - 09:39

Gibt es nicht. So wenig wie die passende Erklärung für die jetzige Situation.

Die haben höchstens die üblichen Verschwörungsphantasten zur Hand - natürlich ist "The Great Reset" in vollem Gange, um uns Deutsche nachhaltig zu schädigen (siehe oben).

Alles Quatsch.

Man halte fest: Deutschland ist nicht alleine in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Politik des lockeren Geldes ist auch keine ausschließlich europäische Politik gewesen, selbst ein Donald Trump verfolgte sie (was in diesem Forum natürlich besser verschwiegen wird...).

Und sie hatte durchaus ihre Berechtigung. Konjunktur und Investition kann man durch leichten Zugang zu finanziellen Mitteln stimulieren.

Allerdings konnte niemand Corona oder Putins Überfall auf die Ukraine voraussehen.
Dass ein Lindner, der offensichtlich seit mehreren Jahrzehnten nichts dazu gelernt hat, und dessen Wirtschaftskompetenz zunehmend verstaubt wirkt, der Situation nicht gewachsen ist, darf man allerdings annehmen.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 27. Juni 2022 - 10:16

Bei wem nimmt der Staat den Kredite auf, wenn Banken reihenweise pleitegehen oder vor dem Niedergang mit welchem Geld gestützt werden? Sind diese Schulden nicht Anleihen beim deutschen Steuerzahler für Arbeitsleistung die noch gar nicht erbracht wurde? Sind diese ganzen Schuldenszenarien am Ende nur reines Buchgeld ohne realen Wert? Lindner wird nicht reißen. Der Euro ist am Abschmieren, die EU liegt finanziell am Boden und verschiebt "Scheingeld" in die wirtschaftsschwachen Länder der EU? Auf der anderen Seite sollen wir doch so reich sein. Wieso denn dann Schulden? Warum nimmt man denn nicht den Reichtum und bleibt schuldenfrei. Ich gebe zu, ich verstehe nicht viel von der Bankenwelt. Ich habe aber einen gesunden Menschenverstand und der sagt mir, ich kann nur das ausgeben, was ich habe. Und Lindner ist ein Blender. Die FDP und speziell er haben etliche Projekte bereits abgenickt, die das links-grüne Wählerpotential beruhigen und gewogen machen sollen. Ich glaube Lindner kein Wort.

WD Hohe | Mo, 27. Juni 2022 - 18:38

Zitat:
".. Strukturreformen im Staatswesen verschlafen."
Widerspruch Herr Brodkorb....
Muss heißen: Genutzt
Danke für Ihren aufschlussreichen Artikel