Im Hafen von Odessa wird Getreide auf einen unter türkischer Flagge fahrenden Massengutfrachter verladen / picture alliance

Ukrainekonflikt und die Folgen - Der weltweite Wirtschaftskrieg eskaliert

Nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine reagierte der Westen mit Sanktionen, die nun immer stärker auf ihn selbst zurückfallen. Aber auch die russische Wirtschaft ist zunehmend betroffen. Hinzu kommen Arbeitskräftemangel, Dürre, Probleme bei der Energieversorgung und die Inflation. Gegen Ende des Jahres wird sich die Lage noch verschlimmern, es droht eine schwere und weltweite Rezession.

Autoreninfo

Antonia Colibasanu ist Analystin bei Geopolitical Futures und Dozentin an der rumänischen National Defence University mit Sitz in Bukarest.

So erreichen Sie Antonia Colibasanu:

Als Russland im Februar in die Ukraine einmarschierte, begann nicht nur ein Bodenkrieg in Europa, sondern auch ein weltweiter Wirtschaftskrieg, an dem fast alle Großmächte beteiligt sind. Der Westen reagierte auf die Invasion mit der Verhängung von Sanktionen gegen Russland und koppelte es noch dazu vom internationalen Finanzsystem ab – in der Hoffnung, Putins Reich würde wirtschaftlich so weit ausbluten, dass es am Ende einlenkt. Umgekehrt setzt der Kreml seine Energieressourcen als strategische Waffe gegen Europa ein und sucht nach neuen Verbündeten und Abnehmern. Das Ausbleiben russischer Energieversorgung hat natürlich einen Schock in der Weltwirtschaft ausgelöst.

Nach knapp sechs Monaten ist die Welt nun in eine neue Phase des Wirtschaftskriegs eingetreten. Selbst die Großmächte haben mit steigender Inflation, einer Pandemie, Energieknappheit und einer möglichen Nahrungsmittelkrise zu kämpfen. Die anhaltend hohen Temperaturen in ganz Europa haben den Energiebedarf der Verbraucher in die Höhe getrieben, während die Industrie versucht, ihre Produktion wieder hochzufahren. Ganz zu schweigen vom bevorstehenden Winter, den Dürren auf beiden Erdhalbkugeln, der Umweltverschmutzung, den Unterbrechungen der Versorgungsketten und der anhaltenden Verwüstung der fruchtbaren Böden in der Ukraine. All dies wird die globalen Wirtschaftsprobleme noch verschärfen.

Schifffahrtsindustrie schwer getroffen

Inflation bedeutet zwar höhere Preise für alle, doch die Folgen des Wirtschaftskriegs gehen über die Preisproblematik hinaus. Die Schifffahrtsindustrie zum Beispiel ist unverhältnismäßig stark betroffen. Unmittelbar nach Beginn der russischen Invasion ging es der Branche in erster Linie darum, die mit dem Kriegsgebiet zusammenhängenden Probleme zu lösen – also etwa die Schiffe aus dem nördlichen Teil des Schwarzen Meeres herauszubringen –, bevor sie sich mit den höheren Betriebskosten befasste. 

Vor allem die russische Schifffahrtsindustrie ist alles andere als zum Stillstand gekommen. Obwohl sie nur ein Prozent der weltweiten Schifffahrt ausmacht, stellen die Russen selbst fast 11 Prozent der Arbeitskräfte in der Schifffahrt (die Ukrainer fast fünf Prozent), und so hat der Krieg einen Arbeitskräftemangel in dieser Branche verursacht. In der Zwischenzeit haben die Unternehmen Prüfverfahren entwickelt, um sicherzustellen, dass sowohl die Eigentumsverhältnisse als auch die Waren nicht unter Sanktionen fallen – was nicht nur kostspielig ist, sondern auch zeitaufwendig und die globalen Lieferkettenprozesse verlangsamt, während sie noch unter dem Einfluss der Pandemiepolitik stehen.

Die Versicherungsbranche war die nächste, die sich an das neue Geschäftsumfeld anpassen musste. Die erste Herausforderung für die Versicherer bestand darin, Verfahren zu entwickeln, die es ermöglichten, die institutionelle Gefährdung durch Sanktionen zu prüfen, sobald diese eintraten (und das in einem noch nie dagewesenen Tempo). Die Sicherstellung einer effektiven Einhaltung der Vorschriften in einem sich schnell entwickelnden Umfeld ist nicht nur teuer, sondern auch riskant, wenn man das Potenzial für Geschäftsverluste bedenkt.

 

Mehr von Antonia Colibasanu:

 

Die Geschwindigkeit der Veränderungen, die die Umsetzung der Sanktionen mit sich gebracht hat, hat dazu geführt, dass Unternehmen nicht in der Lage sind, eine sanktionierte Person zu versichern oder einen sanktionierten Versicherer rückzuversichern, unabhängig von der Art des Geschäfts. Sanktionen, die heute zum Tagesgeschäft gehören, erhöhen weiterhin die Betriebskosten und treiben die von den Unternehmen weltweit gezahlten Prämien in die Höhe – die natürlich in den Endverbraucherpreisen enthalten sind.

Rationierungen nicht ausgeschlossen

Aus all diesen Gründen werden die Rivalitäten weiter zunehmen, wenn die einzelnen Staaten darüber entscheiden, was für sie am besten ist. Sie werden ihre Politik an die massive Anhäufung kleinerer und größerer Schocks anpassen müssen, die sich aus der großen Unsicherheit ergeben, mit der sowohl Produzenten als auch Verbraucher konfrontiert sind. Dazu gehören Ausfuhrbeschränkungen, höhere Lagerschwellen, Maßnahmen zur Förderung der heimischen Produktion oder sogar Rationierungen. Dies wird letztlich zu unbeabsichtigten, unvorhersehbaren Folgen führen, die für alle Staaten schwierig zu bewältigen sind, wobei einige stärker betroffen sein werden als andere.

Die französische Atomaufsichtsbehörde gab am 8. August bekannt, dass sie fünf Kraftwerken eine befristete Ausnahmegenehmigung erteilt hat, damit sie weiterhin heißes Wasser in Flüsse einleiten dürfen (das Land ist derzeit mit einer der schwersten Dürreperioden seit Jahrzehnten konfrontiert). Kühlwasser ist für den Betrieb der Reaktoren in Kernkraftwerken unerlässlich. Doch auch wenn Frankreich ein wichtiger europäischer Erzeuger und Exporteur von Kernenergie ist, machen die Wetterbedingungen es dem Land derzeit schwer, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Letzte Woche erklärte der AKW-Betreiber Électricité de France, dass es die Kernenergieproduktion in zwei weiteren Kraftwerken aufgrund der Wetterbedingungen drosseln muss.

Dies ist auch ein Problem für Deutschland, das gehofft hatte, einen Teil der französischen Stromproduktion zu importieren, um seine Energieabhängigkeit von Russland zu verringern. Angesichts der hohen Inflation und der Erwartung einer Energieknappheit in den kommenden Monaten prüft der deutsche Gesetzgeber Maßnahmen zur Energieeinsparung. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz räumte ein, dass die steigenden Energiekosten eine potenzielle Quelle für soziale Not und Instabilität sind. Inzwischen wirkt sich die Dürre auch auf die deutsche Wirtschaft aus. Der deutsche Verkehrsminister erklärte, dass der niedrige Wasserstand des Rheins zu Problemen in der Schifffahrt führen könnte, und forderte einen Ausbaggerungsplan, um die deutsche Wirtschaft zu schützen. Einfach ausgedrückt: Für das wirtschaftliche Kraftzentrum Europas sieht es derzeit nicht gut aus. Und wenn Russland beschließt, die Erdgaslieferungen zu drosseln, wird sich die Situation noch verschlimmern.

Drohende Hungersnot

Alle diese Probleme zeigen sich auch in der Art und Weise, wie das kürzlich ausgehandelte Getreideexportabkommen im Hafen von Odessa umgesetzt wurde. Die Vereinbarung sollte sicherstellen, dass ukrainisches Getreide nach Afrika und in andere Teile der Welt gelangt, um eine Nahrungsmittelkrise abzuwenden und die globalen Getreidemärkte zu entlasten. Nur Stunden nach Unterzeichnung schlugen jedoch zwei russische Raketen im Hafen ein. Außerdem sind die Hafenbetreiber wie die Schifffahrtsindustrie mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert. Und es gibt zahlreiche rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung der Sanktionen; lokale Quellen berichten von Problemen mit dem Papierkram und den Genehmigungsverfahren.

Russland ist ein führender Exporteur der meisten Rohstoffe, sodass die Sanktionen natürlich in Häfen auf der ganzen Welt ähnliche Fragen aufwerfen. Mit Ausnahme der USA, die sich weitgehend selbst versorgen, sind die meisten Industrieproduzenten – insbesondere China – auf Rohstoffimporte angewiesen. Auch ist China auf die Vereinigten Staaten als Abnehmer seiner Exporte angewiesen. In Anbetracht seiner zunehmenden sozioökonomischen Probleme wird Peking alles tun, um nicht in den Wirtschaftskrieg zwischen dem Westen und Russland hineingezogen zu werden – es sei denn, die Ereignisse um Taiwan zwingen es zu einem solchen Schritt. Für die Geschäftswelt bedeutet dies höhere Betriebskosten und mehr Risiken in der Lieferkette, was alles zu beschleunigtem Onshoring (Inlandsverlagerung) oder Reshoring (Rückverlagerung ins Inland) beiträgt.

Für westliche Unternehmen birgt das Onshoring jedoch ganz eigene Risiken, allen voran die Inflation. Amerikanische Unternehmen müssen mit höheren Energiepreisen rechnen, aber die Europäer haben sogar mit Unsicherheit bei der Versorgung insgesamt zu kämpfen. Sogar wenn Russland die Gaslieferungen nach Europa nicht drosselt, müssen die Europäer mit Rubel einkaufen, was den Euro schwächt und die Inflation in die Höhe treibt. Gleichzeitig muss der Westen, vor allem Europa, dazu beitragen, die ukrainische Wirtschaft über Wasser zu halten. Alle diese Ungewissheit machen Europa zu einem weniger attraktiven Ziel für Unternehmensinvestitionen, ganz zu schweigen von Onshoring.

Gestörte Lieferketten

Die Herausforderungen für den Kreml sind ähnlich, wenn nicht noch schlimmer. Sanktionen und Störungen in der Lieferkette führen dazu, dass immer weniger Waren zu den russischen Produzenten gelangen, und wenn sie dort ankommen, sind sie teurer als früher. Die Regierung hat die Bevölkerung mit ihren Antisanktionsmaßnahmen beruhigt, aber die Unternehmen bekommen die Auswirkungen zu spüren. Eine Maßnahme sieht vor, dass russische Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Devisen an die Zentralbank gegen Rubel verkaufen müssen, um die nationale Währung zu stützen. Dieser Prozentsatz ist seit Beginn des Krieges deutlich gesunken, aber die strenge Überwachung der Finanzen und die Unsicherheit der Unternehmen gehen weiter.

Der Kreml war sich dieser Risiken bewusst, bevor er in die Ukraine einmarschierte, hat jedoch ein politisches Kalkül verfolgt. Putin stellte die Sicherheitsstrategie Russlands über seinen Wohlstand, denn er wusste, dass den westlichen Gegenmaßnahmen enge Grenzen gesetzt sind. Zunächst einmal ist die Aussicht auf ein schwaches und instabiles, nuklear bewaffnetes Russland weder für Europa noch für die Vereinigten Staaten sehr verlockend. Dem Kreml war jedoch auch bewusst, dass die russische Wirtschaft ohne westliche Technologie nur schwerlich das bisherige Entwicklungstempo beibehalten würde. Die Sanktionen haben begonnen, die russische Energieproduktion zu beeinträchtigen, und es gibt Anzeichen dafür, dass auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe darunter leidet. Selbst wenn Russland von den höheren Rohstoffpreisen profitiert, werden sich vor allem die technologischen Beschränkungen bemerkbar machen und könnten zu sozioökonomischen Problemen führen.

Neue Freunde in Afrika?

Der Kreml ist überzeugt, dass die Russen diese Härten ertragen werden, solange er glaubhaft vermitteln kann, dass man den Krieg gewinnt. Dabei profitiert Moskau von der Möglichkeit, im eigenen Land positive Nachrichten über neue Freunde in Afrika zu verbreiten, die das Land gegen den Westen unterstützen. Es ist zwar unklar, inwieweit die afrikanischen Verbündeten helfen können, aber für die russische Regierung könnte die moralische Unterstützung ausreichen. Gleichzeitig ist unklar, wie sich der Krieg nach den Schäden, die die Pandemie angerichtet hat, auf Russlands Arbeitskräfte auswirkt. In jedem Fall steigt das Risiko einer globalen wirtschaftlichen Destabilisierung immer weiter.

Europa und Russland werden davon als erste betroffen sein. Beiden steht ein schwieriger Winter bevor. Europas Energieabhängigkeit von Russland ist eine große Herausforderung, insbesondere während der schlimmsten Dürre des Kontinents seit Jahrzehnten. Selbst wenn es Russland gelingt, neue Absatzmärkte zu finden, versiegt der Zustrom von Schlüsseltechnologien ins Land. Gegen Ende des Jahres wird sich die Lage noch verschlimmern, vor allem, wenn man die unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt. Das Beharren Moskaus darauf, dass die Dinge gut liefen, ist beunruhigend. Denn sowohl mit Blick auf Russland wie auch auf die Weltwirtschaft ist das eindeutig nicht der Fall.

In Kooperation mit

GPF

M. Bernstein | Fr, 12. August 2022 - 13:44

Ein Ursache für die Rezession ist selbstverständlich Corona, deren Folgen noch nicht aufgearbeitet sind. Ein weiterer Grund ist aber das Fehlen jeglicher Diplomatie. Es ist nämlich auch so, dass Rußland sich an verschiedene westliche Staaten gewandt hat, die aber glaubten aus einer Position der Stärke heraus, mit Rußland nicht verhandeln zu müssen. Dieses fehlen jeglicher Diplomatie wird dem Westen auch noch sehr weh tun. Den schwarzen Peter Rußland zuzuschieben ist einfach, z.T. auch berechtigt, aber eben keinerlei Lösung. Wir sind nicht im kalten Krieg mit Rußland, wir sind schon weiter. Es wäre ein Erfolg zum kalten Krieg und der Berücksichtigung Interessen beider Seiten zurückzukehren.

Albert Josef Schultheis | Fr, 12. August 2022 - 14:07

Und wieder einmal der Griff ins Clo! - Nach dem Iran, Vietnam, Afghanistan, Libyen, dem Irak und Syrien - nun die Ukraine. Immer der gleiche Schwachsinn. Und immer geht es weiter bergab mit der sog. "Freiheit und Demokratie", mit den Werten und dem Wohlstand des Westens. Wohlverdient und hausgemacht! Schon die Prämissen von Frau Colibasanus Ansichten sind höchst zweifelhaft. Die einzigen, denen der prosperierende Zustand der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands, der EU mit Russland ein Dorn im Auge war, waren die USA, mit ihrem senil-korrupten Präsidenten Biden, und deren Wasserträger in den transatlantischen Netzwerken von Politik und Presse. Deshalb der Staatsstreich der NATO mit den Nazis in der Ukraine: man wollte, man brauchte die Eskalation! "Fuck the EU!" Und wir fallen immer wieder drauf herein, anstatt denen endlich das verdiente "Fuck the US!" vor den Latz zu jazzen. Nein, Frau Colibasanu, wir brauchen nur den Hahn am Ende der Nordstream II zu öffnen und Putin liefert

Frau Merkel und jetzt Herr Scholz (Im Gegensatz zum ehem. Kanzler Schröder!) sind nichts anderes als Schoßhündchen von "Uncle Sam".
Das ist doch so bequem und den meisten Deutschen auch noch so einfach zu verkaufen!
Unterwürfig und feige trauen sie sich nicht, deutsche Interessen ü b e r die der USA zu stellen. Damit müssen wir leider leben.

Ich verlange ja nicht einmal, dass wir deutsche Interesse ÜBER die der USA stellen - DANEBEN würde mir völlig reichen. Schröder hat's denen doch vorgemacht! Es geht. Klar geiferte Kohls Mädel aus dem "frommen" DDR-Pfarrhaus. Schon das hatte sie mir unversöhnlich gemacht. Ich liebe die USA, ihre Literatur und Sprache habe ich studiert, hab tolle Freunde dort. Aber mit den Russen verbinden mich nun mal auf ewig die vielen Geschichten meines Vaters, des einfachen Wehrmachtssoldaten in den Schützengräben von Witebsk, Smolensk und Wjasma.

Sabine Lobenstein | Fr, 12. August 2022 - 15:11

Die Rechnung der USA wird wie geplant aufgehen. USA ist zwar auch etwas betroffen, aber weit geringer als alle anderen Länder, da es weit ab vom Kriegsgeschen sicher auf dem eigenen Kontinent autark einfach weitermacht. Am Ende wird die USA wieder die größte Wirtschaftsmacht der Welt sein, so wie es von Anfang an geplant war. Der wirtschaftliche Ruin Europas und im speziellen Deutschlands wird uns Deutschd dankbar für die "selbstlosen" Wiederaufbaupläne der USA machen. Der Great Reset kann vollendet werden. Aber das ist alles nur Verschwörungstheorie, oder?

Norbert Heyer | Fr, 12. August 2022 - 15:19

Die Sanktionen gegen Russland haben bisher nur in Europa tiefe Spuren hinterlassen. Hier droht im Winter ein Supergau: Frost und kaum Energie. Daran ist aber nicht Putin schuld, er hat keine funktionierende Kraftwerke abgeschafft, das war Merkel auf Wunsch der Grünen. Der Ukraine-Krieg ist ein Gottesgeschenk für die Grünen: Sie können ihre wahnhaft-kranke Energiepolitik noch als Ausweg aus Krise verkaufen: Jetzt noch mehr Windräder, ohne Rücksicht auf Abstände und Vorgärten. Das sie zur Grundsicherung auch konventionelle Kraftwerke bauen müssen, erwähnen sie nicht. An allen kommende Mängelsituationen (Energie, Landwirtschaft, Finanzen, Migration, Gendern, Freiheitbeschränkungen) sind die Grünen an vorderster Front beteiligt. Sie sehen sich bald am Ziel: Die völlige Deindustrialisierung Deutschland-auf dem Weg zu einem Agrarstaat. Alle sind arm - aber glücklich, nur die Grünen leben dann noch mit allen Privilegien- zumindest solange, bis dann der Islam hier das weitere Leben bestimmt.

Das ist m.M. noch zu kurz gedacht. Selbstverständlich werden die Grünen im Dauerdelirium mit Krim Sekt sein, da sie ihre „Klimaziele“ viel schneller erreichen können, ohne Energieträger aus Russland deren Abschaltung ja bereits III / 22 aus grüner Sicht, erfolgen sollte. Die eine Seite der Medaille…… die andere ist die, dass in den letzten 1 1/2 Jahrzehnten keinerlei Fortführung der durch Schröder begonnenen Reformen erfolgte. Angefangen bei Rente, Steuern, Bildung, Bundeswehr, Wirtschaft, föderales System, ÖRR &&&. Ein „verschlafen“ der Zukunft, ein Ausruhen und verharren in einer von Politik und Medien propagierten „ Wohlfühlgesellachaft“ die in Wahrheit zu einer grün linken moralisch überhöhten Umverteilungsgesellschaft münden soll, kurz die als Ökodiktatur je diverser je besser, enden soll. Und der Michel beklatsch‘s in Form von steigenden Wahlergebnissen im WESTEN für die Grünen.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

In dem man eine neu gebaute Pipeline im Meer verrotten läßt? Dafür Kohlekraftwerke reaktiviert, unzählige LNG Tanker auf den Weltmeeren auf Reisen schickt um uns mit klima- und umweltschädlichen gewonnenem Gas zu versorgen, dazu noch aus Ländern wo zweifelhaften "Despoten" das Regiment führen (die die Grünen im Normalfall nicht mal mit der Beißzange anfassen würden). Bei uns wird die Nordseeküste mit LNG Terminals zu gepflastert ohne Rücksicht auf die Meeresfauna und das Nordseeufer. Richtig Politik wäre gewesen die zuverlässige preiswerte Energie aus Russland zu nutzen um peu a peu in den kommenden Jahren das Land auf Erneuerbare umzustellen. Ich kann bei den "Grünen" wertebasierten Waffennarren und Kriegstreiber (eher inzwischen Braunen) keine Klima- und Umweltpolitik erkennen.

hermann klein | Fr, 12. August 2022 - 15:31

Historiker werden einmal die Zeit von 1960 bis 2022 als „Ökosozialistisches -Volksbeglückungs-Zeitalter“ festhalten, indem der vormundschaftliche Staat seine Bürger durch immer mehr Verordnungen und Gesetze, knetete aber auch durch Beglückung, übertriebene soziale Wohltaten, Wohlfahrten, Bürokratiekosten(über 40% aller Arbeitnehmer sind Beamte), Masseneinwanderung, Ökowahn, Betreuung, Lenkung, Umschulung, Umbildung, formte und verformte, indem der Fleißige bestraft und der Faule belohnt wurde. Am Ende stand der totale Untergang aller Sozial-Systeme der Einst größten Wirtschaftsmacht der Welt, da man sich jahrelang sozialen Massen-Wohlstand leistete, der nicht zu finanzieren war, bereits vor Corona u. Ukraine Krise.
Außerdem hatte man mit der Opferung der einst stabilsten Währung der Welt, Deutschland zu einem europäischen Selbstbedienungsladen Finanztechnik verkommen lassen.

"über 40% aller Arbeitnehmer sind Beamte". ????
Lieber Herr Klein, wo haben Sie das denn her? Richtig informieren, dann framen.
Herzliche Grüße aus der Bretagne /Finistère

Gisela Fimiani | Fr, 12. August 2022 - 16:09

Es gibt nach meiner Ansicht zwei Erklärungen für den Hyper-Wahnsinn dieses Krieges, auf den der Westen sich einließ.
1. Das unfassbare, aber von Europäern, allen voran von Deutschen bereits gewohnte Politiker-Totalversagen. Ein Totalversagen, weil wir von Politikern regiert werden, deren allumfassende Ignoranz, Hohlköpfigkeit und Abwesenheit jeden Denkvermögens außerstande sind, eine Weitsicht zu entwickeln, die die möglichen Folgen ihrer Entscheidungen berücksichtigen würde. Deutsche Politiker führen Krisen selbst herbei, für deren Bewältigung sie sich jedoch - weil völlig durchinfantilisiert und wohlstandsverwahrlost - nicht verantwortlich fühlen. Es herrscht das anstrengungslose moralistische Bauchdenken.
2. Es mag Interessenten an einem derartigen Weltchaos geben, die bereit sind Menschen und ganze Gesellschaften, ihren Zielen gewissenlos zu opfern. Historisch nicht neu. Heute: „Sie werden nichts besitzen und glücklich sein.“(Schwab) Menschliches Untertan Vieh, für die neue Welt.

Gisela Fimiani | Fr, 12. August 2022 - 16:13

Man beachte, dass Nr. 2 die Nr. 1 durchaus inkludiert. Kompetenzlose Polit-Ignoranten kommen den „Interessenten“ überaus entgegen.

Dr.Andreas Oltmann | Fr, 12. August 2022 - 21:05

Die Autorin liefert eine klare und sachliche Auflistung ab. Gleich zu Beginn stellt sie fest, dass die Sanktionen des Westens die Krise ausgelöst haben.
Aber kein Politiker ist in Sicht, wie die Foristen unisono schreiben, der sich um Lösungen Gedanken macht. Schon gar nicht CumEx-Scholz oder die „ von der Völkerkunde“ kommt.
Es ist dem nichts hinzuzufügen.

Christoph Kuhlmann | Sa, 13. August 2022 - 12:30

Die Exporte in Deutschland hatten im ersten Halbjahr ein sattes Plus. Insbesondere Maschinen-und Automobilbau. Die Gaslager sind gut gefüllt und die Wirtschaft bunkert Heizöl. Die Inflation sinkt und auch aus den USA kommen gute Nachrichten. Benzin wird billiger. Das ist nicht die erste Krise, die dieses Land abwettert. Allmählich wird es zur Gewohnheit. Noch haben wir Wachstum und ich bezweifle, dass es im nächsten Jahr anders wird. Auch diese Krise wird die europäische Integration stärken und den Grundstein für eine oder zwei weitere Osterweiterungen legen. Wie heißt es so schön, es wird alles halb so heiß gegessen wie es gekocht wird. Den Pessimisten gehen langsam die Argumente aus.

Jochen Rollwagen | So, 14. August 2022 - 12:38

" Grundstein für eine oder zwei weitere Osterweiterungen legen".

Dann steht die NATO also demnächst in der Mandschurei.

Rußland hat völlig recht: der Westen ist ein hoffnungsloser Fall. Da geht nix mehr.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Ebenfalls gelöscht werden ad-hominem-Kommentare, die lediglich zum Ziel haben, andere Foristen zu diskreditieren. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Generell gilt: Pro Artikel ist pro Nutzer ein Kommentar und eine Replik auf einen anderen Leserkommentar erlaubt. Kommentare, die Links zu zweifelhaften Webseiten enthalten, werden nicht veröffentlicht. Um die Freischaltung kümmert sich die Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.