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Paolo Gentiloni 2017 / picture alliance

Paolo Gentiloni als EU-Wirtschaftskommissar - Ausgerechnet ein Italiener?

Der ehemalige italienische Regierungschef Paolo Gentiloni soll Ursula von der Leyens neuer EU-Wirtschaftskommissar werden. Heute stellt er sich der Anhörung im EU-Parlament. Reicht er als Rezept gegen Salvini?

Petra Reski

Autoreninfo

Petra Reski lebt in Venedig, schreibt über Italien und immer wieder über die Mafia. Zuletzt erschien ihr Roman „Bei aller Liebe“ (Hoffmann&Campe). Foto Paul Schirnhofer

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Für Beppe Grillo war Paolo Gentiloni der „Mann für alle Jahreszeiten“ oder besser: das „absolute Nichts, bei dem man sich nicht mal an den Namen erinnert“, sagte der Gründer der Fünf-Sterne-Bewegung einst. Dabei dürfte der Name des neuen EU-Wirtschaftskommissars, der in Zukunft über den Stabilitätspakt und die Haushaltsdisziplin der Mitgliedsländer wachen soll, wohl noch das Flamboyanteste an Paolo Gentiloni Silveri sein. Er stammt aus der Adelsfamilie der Silveri, dem Geschlecht der Edlen von Tolentino, Macerata, Filottrano und Cingoli.

Mit Gentiloni werde ein Bock zum Gärtner gemacht, tönten viele konservative EU-Abgeordnete, insbesondere aus Deutschland: Ausgerechnet ein Italiener, der aus dem Land kommt, das den größten Schuldenberg Europas vor sich herschiebt, zwei Billionen Euro, soll jetzt darüber wachen, dass die Sparmaßnahmen eingehalten werden? Nominiert von der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der Vertrauten von Angela Merkel, der Sparmeisterin Europas?

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Brigitte Simon | Do., 3. Oktober 2019 - 22:47

und gibt sich selbst die Antwort: Ich wollte schon längst wieder einmal nach Italien. Mit einem
Abstecher zu meinem Renzi und dem wirtschaft-
lichen Paolo Gentiloni. Denn Adel müßte doch verpflichten oder liebe Ursula?
Paolo ist gefügig, nicht aufdringlich, ein echter
Gärtner. Ein echter Landschaftsminister. Aus
ihm wurde der Bock zum Gärtner geschnitzt.
Wirtschaftskommissar aus Italien? Dem größ-
ten Schuldenstatt Europas? Er weiß, wie ohne Geld G e l d
ausgegeben werden kann. In Italien wird gespart
vor allem an Schulen, Universitäten, Gesund-
heitswesen. Italiens Infrastruktur wurde, gemäß
Frau Reski, verkauft.

Und Deutschland? Freundliche Grüße von uns.
Wir haben für euch unser Steuergeld parat.
"Na dann Gute Nacht", Auf immer und ewig, euere Angela M.

Brigitte Simon | Do., 3. Oktober 2019 - 22:58

Hallo Frau Reskia,

nur in Venedig läßt sich ein solch, für mich leicht ironischer Artikel, konstruieren. Danke bis zum
Nächsten. Möglicherweise wieder in diesem Jargon?

Brigitte Simon, München

Ernst-Günther Konrad | Fr., 4. Oktober 2019 - 09:14

die Frage ist aus meiner Sicht leicht zu beantworten, warum vdL Probleme hat, einige Kommissare zu ernennen. Erstens hat sie nur ein Vorschlagsrecht. Zweitens hat das Parlament dort nicht vergessen, dass sie keine offizielle Bewerberin ist, sondern "gesetzt" wurde. Drittens spielen natürlich auch die Machtansprüche der Parteienblöcke eine Rolle und deren Einfluss auf nationale Entscheidungen. Natürlich will man auf diese Weise Macron und Merkel eins auswischen, immerhin haben sie UvdL dort durch die Hintertür eingeschleust und sie als Werkzeug positioniert. Auch andere EU Politiker sind nicht blöd. Die wissen doch auch um die Fähigkeiten der Frauenärztin, wenn es um pragmatische, inhaltsvolle Politik geht. Mag ja sein, dass sie gut Fremdsprachen kann und ein EU-Kind ist, was auch immer man darunter verstehen mag. Sie ist vor allem ein Abziehbild von Merkel und die hat inzwischen gelitten. Einige Staaten lassen sich nicht mehr kaufen/bevormunden. Alle merken es, nur Merkel nicht.

Romuald Veselic | Fr., 4. Oktober 2019 - 11:29

Paolo Gentiloni kommt. Bleibt alles beim Alten, sogar noch schlimmer. Wetten wir?
Und dann wundern sich die verbohrten/bornierten/immer besserwissenden Establishment Eliten, dass man sich Verschwörungstheorien ausdenkt, als Opium/Crack für das Volk (die da Unten).
Wieso müssen die Schlüsselposten immer Leute aus dem Trio Frankreich/Italien/Deutschland besetzt werden? Aus Arroganz und Überheblichkeit.
Finanzneokolonialismus auf EU Ebene. Der nächste Nägel auf den EU-Sarg.