Dürre bei den Bauern - Teurere Pommes sind noch keine Naturkatastrophe

Das Wetter ist das größte Risiko des Bauern, gehört aber zu seinem Beruf dazu. Der Bauernverband fordert eine Milliarde Euro Soforthilfe, weil die Erträge wegen der Dürre schrumpfen. Aber muss deshalb gleich der Steuerzahler einspringen?

Ein vertrocknetes Maisfeld
Vertrocknetes Maisfeld: Wir haben Hochsommer / picture alliance

Autoreninfo

Wolfgang Bok war Chefredakteur und Ressortleiter in Stuttgart und Heilbronn sowie Direktor bei der Berliner Agentur Scholz & Friends. Der promovierte Politologe lehrt an der Hochschule Heilbronn Strategische Kommunikation. Regelmäßig schreibt er für verschiedene Medien Kolumnen zu gesellschaftspolitischen Themen und ist Buchautor.

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Der Landwirt hat es nicht leicht. Trotz reichlich Technik und modernstem Maschinenpark kennt er weder regelmäßigen Feierabend noch freie Wochenenden. Die Bauern zählen zu den letzten Malochern im Land, die auch finanziell selten auf Rosen gebettet sind. Man bringt also Verständnis auf, wenn der Deutsche Bauernverband (DBV) vom Bund eine Milliarde Euro Soforthilfe für hitzegeschädigte Ackerbauern und Viehzüchter fordert. Was ist schon eine Milliarde bei Steuereinnahmen, die von Rekord zu Rekord eilen und bald schon an der 800 Milliarden-Schwelle kratzen? Ein Lobby-Verband muss die Gunst der Stunde nutzen. 

Die CDU, die sich nach wie vor als Bauernpartei versteht, obwohl die Wählerschaft aus der Landwirtschaft mittlerweile kaum mehr drei Prozent erreicht, will auch schon mal eilig das Füllhorn öffnen. „Vor allem kleinen und mittleren Betrieben geht die Luft aus. Ihnen fehlt Liquidität“, sagt Gitta Connenmann, stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion. Sie möchte eine „rasche Entscheidung, den Notstand zu erklären“. Der nämlich ist Voraussetzung, damit staatliche Hilfen nicht gegen das Wettbewerbs- und EU-Recht verstoßen und gewährt werden können.

Ist Hochsommer ein Extrem?

Doch kann man wirklich von einem „Notstand“ sprechen, weil das Thermometer für mehr als ein paar Tage über die 30-Grad-Marke klettert und der Regen ausbleibt? Wir haben Hochsommer – und Hitzetage sollten in dieser Jahreszeit nicht gleich zum Extrem erklärt werden. Hält sich das Wetter nicht an den Kalender und die Erwartungen der umsorgten Bürger, neigen wir sogleich zu Übertreibungen. Kräftige Schauer werden zu „Starkregen“, Hitze zum „tropischen Glutofen“, heftiger Wind zum Orkan. Als Ursache wird der „vom Menschen gemachte Klimawandel“ angeführt, der ja ohnehin an allem Schuld ist und als Rechtfertigung herhalten muss, um die Steuerzahler für diese und jene Unbill in Haftung zu nehmen. Bundeswirtschaftsministerin Julia Klöckner nennt „den Klimawandel“, als Grund dafür, warum sich Deutschland und Frankreich entschieden gegen Kürzungen der EU bei der Landwirtschaft stemmen wollen. 

Die CDU-Politikerin gehört übrigens derselben Bundesregierung an, die von Brüssel zugleich mehr „Zukunftsinvestitionen“ fordert. Vor allem „in Digitales“. Dabei verschlingt der Agrarhaushalt stattliche 39 Prozent des EU-Etats und wäre auch nach bescheidenen Kürzungen noch immer der größte Etatposten in Brüssel. Von dort erhalten die Bauern schon jetzt gut 30 bis 45 Prozent ihrer Einnahmen. 

Probleme auch Folgen von Entscheidungen der Bauern

Schwer nachvollziehbar ist auch die Argumentation, wegen Ausfällen bei der Maisernte fehle nun ausreichend Futter für Rinder und Schweine. Denn wenn etwas wächst in diesem Land, dann sind es die Monokulturen an Maisplantagen, die sich in die Landschaft fressen. Bleibt für das Vieh trotzdem zu wenig, dann wohl deshalb, weil die Bauern-Kollegen das Grünzeug lieber an Biogasanlagen verscherbeln. Hier ließen sich doch Subventionen umschichten: Etwas weniger für Biogas und mehr für die Rinder. Oder wie wäre es mit einer Kürzung der horrenden Zuschüsse für Solarstromanlagen, deren Betreiber bei dieser Sonnenintensität doch prächtig verdienen müssen? Darunter sind nicht wenige Energiewirte, die jeden Flecken Dach mit Photovoltaikplatten zugepflastert haben. Und für den klagenden Bauern im ZDF („heute“, 19 Uhr vom 30. Juli), der sein Land mit Windrädern gepflastert hat, muss man auch kein Mitleid haben. 

Zudem: Etwas weniger Fleisch auf deutschen Herden und Grillen rechtfertigt noch keinen „Notstand“. Schnitzel & Co. sind ohnehin zu billig. Wenn sich mit der sommerlichen Knappheit die Preise den tatsächlichen Gesamtkosten annähern, und so das Bewusstsein der Verbraucher für den Wert von Lebensmitteln steigt, kann dies sogar als Nutzwert der aktuellen Hitzewelle verbucht werden. Etwas teurere Pommes Frites sind noch keine Katastrophe.

Erntebericht sollte abgewartet werden

Dass nun die SPD die Fahne der Marktwirtschaft hochhält, überrascht nur auf den ersten Blick. Denn Landwirte zählen nicht zur Kernwählerschaft der Genossen. Von daher kann deren agrarpolitischer Sprecher Rainer Spierling leicht darauf verweisen, dass sich die „moderne Landwirtschaft als Unternehmer in unserem Land begreift“ und Hilfen für Bauern einen „wirtschaftspolitischen Präzedenzfall“ schaffen würden. Glaubwürdiger wäre diese Warnung, würden die Sozialdemokraten auch bei ihrer Klientel diese liberale Messlatte anlegen. Die Grünen wiederum sollten erkennen, dass hitzeresistente Pflanzen ohne grüne Gentechnik so schnell nicht zu Verfügung stehen werden. Bio-Landwirte bringen bis heute kaum zehn Prozent der Lebensmittel auf den Markt. 

Vernünftig ist es zweifellos, erst einmal den Erntebericht Ende August abzuwarten. Dann gibt es Daten, ob die jetzt prognostizierten Ausfälle von bis zu 30 Prozent tatsächlich eintreffen und ob die Verluste nicht zu den natürlichen Schwankungen einer Sparte gehören, die wie etwa der Tourismus traditionell stark vom Wetter abhängig ist. Auch die Winzer haben 2017 wegen des Frühjahr-Frosts über drastische Ernteausfälle geklagt, die sich dann aber als reichlich übertrieben herausgestellt haben. Sinnvoll ist indes gewiss die von DBV-Präsident Joachim Rukwied geforderte „steuerfreie Risikoausgleichsrücklage“, mit der die Bauern selbst für schwierige Jahre vorsorgen können. Aber dazu brauchen Landwirtschaftsbetriebe eigentlich keine neue Rechtsgrundlage. Der kluge Bauer sorgt vor und hat ohnehin genügend Abschreibeposten, um die Steuerlast gering zu halten. Auch Zuschussquellen gibt es für den Nährstand genug (Die Welt, 31. Juli 2018, Seite 12). Vom kühlen Glashaus lässt sich darüber freilich locker richten.  

wolfgang spremberg | Di, 31. Juli 2018 - 11:17

sehen wir das doch mal locker....einfach zahlen....machen wir in anderen Bereichen doch auch....ohne Obergrenze.....also : warum bei den Bauern so knauserig sein....machen wir es einfach so das keiner weniger hat....geht in anderen Bereichen doch auch....oder hat jemand von uns weniger wenn die Bauern ein par Milliarden bekommen ? Ich nicht.....hüstel...

Sepp Kneip | Di, 31. Juli 2018 - 11:35

Das Wetter ist in der Tat ein Berufsrisiko der Bauern. Mir ist jetzt nicht bekannt, inwieweit sich ein Bauer gegen die Schäden solcher Hitze- und Trockenheitsperioden versichern kann. Auf jeden Fall ist das, was wir in diesem Jahr erleben, kein gewöhnliches Wetterrisiko, mit dem ein Landwirt rechnen muss. Es ist eine Dürre, die die normalen Maßstäbe sprengt. Es ist schlimm, wenn eine solche "Fast-Katastrophe" von den Grünen instrumentalisiert wird, um ihren unbwiesenen menschengemachten Klimawandel anzuprangern und den Bauern eine Mitschuld zu geben.

Andererseits können die Grünen nicht genug Migranten ins Land holen, die hunderte von Millarden verschlingen, aber für die schon länger hier lebenden Landwirte nicht mal eine Milliarde übrig haben. Die Landwirte sind den grünen Ideologisten schon lange ein Dorn im Auge. Jetzt sehen sie die Möglichkeit, ihnen zu zeigen, wer das Sagen hat. Abseits jeglicher Ideologie muss den Bauern geholfen werden, wenn ihre Existenz auf dem Spiel steht.

Thorsten Rosché | Di, 31. Juli 2018 - 11:42

Es gibt genügend andere Berufe und vor allem Selbstständige die sich auch keinen Samstag/Sonntag auf der Couch leisten können und Hitze bedingte Einbussen haben. Gibt es da auch Hilfen oder plärren wir nicht genug- wie der Bauernverband. Übrigens bei uns in Mittelhessen sind alle Felder ab geerntet, der Mais steht Mann's hoch, die Rüben /Kartoffeln im satten Grün.
Die Malocher haben übrigens GPS gesteuerte und klimatisierte Traktoren und Mähdrescher plus der Zusatzgeräte für die direkte Endverarbeitung von Korn und Stroh, Strohballen. Mehr als 2 Mann habe ich dort noch nie gesehen, Samstag, Sonntag schon gar nicht. Das hat mit Bauernwirtschaft von "gestern" absolut nix mehr zu tun. Es ist Arbeit aber kein Grund zum Jammern !

Hans Herzberger | Di, 31. Juli 2018 - 11:47

Ich finde, den Landwirten sollte dringend und schnellstens geholfen werden, da viele dieser Betriebe vor dem AUS stehen. Was ohne Aufschrei für Flüchtlinge möglich war, sollte für die eigenen notleidenden Betriebe eine Selbstverständlichkeit sein ! Ich kaufe grundsätzlich nur Produkte des eigenen Landes und keine aus Südspanien, Süditalien, Ägypten, Indien, Neuseeland, Südafrika etc. Wenn jetzt unsere eigenen Produkte nun etwas teurer werden, werde ich diese nach wie vor kaufen. Denn meine Vertrauen in die Produkte der deutschen Landwirtschaft ist am größten und ich lasse mich nicht durch Tiefstpreise (mittels Ausbeutung, Sklavenhaltung und übermäßigem Pestizideinsatz usw.) verleiten. Die Meinung der Grünen-Partei zu diesem Hilfethema ist eine nationale Schande und jeder sollte sich seine Meinung dazu bilden.

Tomas Poth | Di, 31. Juli 2018 - 12:08

schon Wetter gegeben mit dem der Bauer/die Landwirtschaft klaglos zufrieden war ohne Stütze zu fordern? Dabei wird die Landwirtschaft sowieso schon durch Subvention aus Brüssel gestützt.
Jetzt soll also das durch Subvention geförderte, in einigen Landesbereichen aber nicht erreichbare Produktionsziel, durch weitere Ausgleichszahlungen eine zweite Stütze erhalten.
Besser läßt sich eine Misswirtschaft durch Subventionssysteme nicht dokumentieren.

Klaus Dittrich | Di, 31. Juli 2018 - 12:08

„Man bringt also Verständnis auf, wenn der Deutsche Bauernverband (DBV) vom Bund eine Milliarde Euro Soforthilfe für hitzegeschädigte Ackerbauern und Viehzüchter fordert.“
Ja, ich bringe dieses Verständnis auf. Gerade, weil ich im Gegensatz zum Autor tatsächlich die von uns erzeugte Klimakatstrophe als Hauptursache sehe.
Womit natürlich die Frage verbunden ist, ob wir jetzt jährlich dieses Desaster erleben werden.

„Denn wenn etwas wächst in diesem Land, dann sind es die Monokulturen an Maisplantagen, die sich in die Landschaft fressen.“
Woher hat der Autor diese Kenntnis? Ich sehe bei Überland-Fahrten vorrangig die Monokultur Raps.
Aber, wie der Autor selbst schreibt, „Vom kühlen Glashaus lässt sich darüber freilich locker richten.“

martin falter | Di, 31. Juli 2018 - 13:09

Zumal die Bauern einen großen Anteil haben an den Klimaveränderungen. Weniger Gülle, Massentierhaltung usw würden helfen. Auch wir Konsumenten müssen Lebensmittel mehr schätzen und dafür auch mehr bereit sein dafür mehr ausgeben. Alles andere wird viel zu teuer und irgendwann wann unbezahlbar.

Wenn die Bauern einen großen Anteil an der Klimaveränderung haben, haben wir gefräßigen Auffresser einen noch größeren. Es sollte doch jedem klar sein, daß bei einer ständig wachsenden Bevölkerung keine Abkehr von Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft mehr möglich ist. Viele Konsumenten würden auch gern gesund und nur "Bio" kaufen(auch wenn vieles des eingeflogenen "Bio" ja eine furchtbare Co2 Bilanz hat), aber zum einen gibt es, wie wir wissen soviel Bio ja gar nicht, daß es für jeden reichen würde, und zum anderen lassen die Einkommen von immer mehr Leuten im einst für alle guten Deutschland das gar nicht zu.

Schabert Albert | Di, 31. Juli 2018 - 13:18

Bei uns auf dem Lechfeld sind verschiedenste Bodenarten vorhanden.Vom Lehmboden(Letten) über Sand bis zum reinen Schotter und Kies.Trotzdem wächst auch bei höchster Trockenheit und stärksten Niederschlägen immer noch irgendwas,das was uns Nahrung bietet und das in einem Abstand von nicht einmal 10 Kilometern.Wird die falsche Frucht am falschen Ort angebaut ist das Ergebnis,Sie ahnen es- N U L L.
Genmanipulierte Pflanzen brauchen wir nicht!Wir sollten mal unser Gehrin einschalten(1 x 10 hoch dreizehn Nervenzellen und 1 x 10 hoch 17 Synapsen und was immer vergessen wird in analoger Arbeitsweise.Die Verabeitungsgeschwindigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Die Bauern sind nicht dumm,aber sie sind leichtgläubig und erkennen falsche Informationen leider erst im Schadensfall.Die Spezialisierung auf ein Produkt ist der fasche Weg zum Überleben. Der Globalisierung werden viele zum Opfer fallen.
Hilfe vom Staat-da lach ich jetzt schon-leider!

Gerd Runge | Di, 31. Juli 2018 - 13:21

einen so inhaltsleeren Artikel gelesen.

Markus Gerle | Di, 31. Juli 2018 - 13:43

Auch ich verstehe nicht, warum jetzt nach dem Staat gerufen wird. Ich habe als Selbständiger in 2009 auf einmal auch keine Aufträge gehabt, weil überall "Krise" geschrien wurde. Die Krise wurde zumindest teilweise sogar durch den Staat bzw. seine Staatsbanken ausgelöst. Selbst eine Kürzung der Steuervorauszahlungen war damals schwierig bis unmöglich. Naja, ich muss gestehen, dass dann reichlich spät Herr Steinbrück die Finanzämter darauf hin wies, dass auch Selbständige von der Krise betroffen seien. Als es dann wieder lief, brauchte zumindest NRW dringend Geld. Anstatt unsereins ein wenig finanzielle Erholung zu gönnen, wartete man dann nicht auf die Steuererklärungen. Da wurde dann auf einmal geschätzt. Warum stehen eigentlich immer nur bestimmt Branchen unter besonderen Schutz, während bei anderen der Staat gnadenlos zu langt?

Bernd Fischer | Di, 31. Juli 2018 - 14:16

in der EU, zu dem noch exorbitante hohe Zölle der EU für landwirtschaftliche Produkte ( aus dem Nicht EU-Raum ) die Landwirtschaft in der EU schützen soll, ob sie nun effizient sind
( wirtschaftlich ) spielt hier keine Rolle.

Peter Rosenstein | Di, 31. Juli 2018 - 14:29

Ich als Einzelunternehmer bzw. Gesellschafter in einer Kapitalgesellschaft bin für Gewinne wie Verluste verantwortlich; kein Mensch fragt danach, ob eine eventuelle Schieflage durch natürliche Einflüsse verschuldet ist. Landwirtschaftliche Betriebe sind eben das, Unternehmen und ich wüßte nicht, warum der Steuerzahler (also, in einem naheliegenden Fall ich) einspringen müsste, die Verluste anderer Unternehmer wettzumachen. Falls es hilft: Ich bin sehr gerne bereit, mehr Geld für Lebensmittel aus regionalem Anbau auszugeben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 31. Juli 2018 - 15:06

die Ernährung einer Gesellschaft ist eine Frage höchster Priorität.
Ich brauche keinen "Arbeiter- und Bauernstaat", um die Bedeutung dieser Gruppen für eine Gesellschaft zu erkennen.
Für mich kommt das Brot jedenfalls nicht aus dem Laden.
Zudem kann man doch immer Aufgeschlossenheit signalisieren, wenn wirklich ein Notstand eintritt.
Da ist mir der Artikel ein bisschen empathielos.

macht sich der Durchschinttdeutsche keine Gedanken wo die Nahrungsmittel herkommen und wie sie prodziert werden-Hauptsache billig.Spargel aus Peru,Erdbeeren im Januar,solche Beispiele gibt es massenhaft.Ich danke CICERO uns hier noch eine Plattform zu bieten wo auch Kitiker sich äußern können.Die politische Richtung in der CICERO Artikel ist jedoch inzwischen "durchschaubar".
Taucht ein Thema in der Presse nicht auf,ist alles in Ordnung!Eben nicht!
Albert Schabert

Willy Ehrlich | Di, 31. Juli 2018 - 15:17

Es ist schon richtig, alle jammern nur; medial und politisch - zumindest mitleidig - unterstützt.

Diejenigen, die bei diesem Jahrhundertsommer die Trumpfkarten gezogen haben, sitzen auf der Sonnenliege und reiben sich die Hände. Etliche - wie heißen die man noch? Richtig: Profiteure … haben für den Winter die Weltreise schon gebucht und freuen sich ihres Lebens.

Es gibt immer und überall Gewinner und Verlierer und ich erwarte von den Steuergeldverteilern, dass sie ganz genau hinschauen, ob die Not wirklich so groß ist, wie es den Anschein haben soll oder nur groß gemacht wird.

Aber am Ende wird es wieder so sein, wie immer:
Wer am lautesten schreit, bekommt am meisten Geld.

Arne Bruhn | Di, 31. Juli 2018 - 15:32

(wenn meine Erinnerung nicht täuscht, hatten wir auch einen extrem heißen Sommer. Die Bauern (so nannte man sie damals) fuhren mit Pferdewagen(!) Wasser auf die Weiden für das Vieh. Großtraktoren, Mähdrescher gab es nicht (und damit auch keine Mega-Investitionen. Allerdings war noch etwas anders: Die Preise, z. B. für Weizen, lagen erheblich höher.
Dann aber kam die 'Industriealisierung' der Landwirtschaft: Größer, schneller, mehr war das Motto der 'Berater' - und rasch tauchte ein Berufs-Fachwort auf: "Beratergeschädigt". Das galt dann jenen, die Megaställe bauten, denen ihre Großgülletanks überliefen, die ob der Erntemangen in die Abhängigkeit der Supemarktketten geraten waren und deren Willkür ausgesetzt waren. Nur ein Beispiel: Nach Ablieferung der Kartoffelernte Anruf beim Erzeuger: "Da sind faule dabei, wir bieten Ihnen 70 % des vereinbarten Preises oder wir bringen die Ware zurück." Der Erzeuger wutentbrannt:
"Her damit." 1 Std. später hatte er sie wieder.

Rolf Mandery | Di, 31. Juli 2018 - 15:38

Vielleicht kann man innerhalb der Agrarsparte für einen Ausgleich sorgen, indem die bei diesem Wetter kräftig verdienenden Winzer ihren Kollegen zur Seite springen.

Arne Bruhn | Di, 31. Juli 2018 - 15:39

Bauer - oder Landwirt - sein ist ein schwerer Beruf - auch weil alte Bindungen weg sind. Wo gibt es denn noch den Schlachter, der selbst auf den Hof kommt, die Tiere prüft? Wo die nahe Meierei? Heute karren Tankwagen die Milch über hunderte von Km - die Kosten reduzieren den Erzeugerpreis. Und nur wer auf der EU-Suventionsklaviatur zu spielen weiß, kommt zurecht. Mir tun die letzten meiner Bauern-Nachbarn leid!

Franz Wenzl | Di, 31. Juli 2018 - 15:40

wie es mir scheint ist die Landwirtschaft ein sehr bliebtes Ziel um populistisch etwas in den Raum zu stellen, zum Vergleich ein VW Konzern plant massive Kurzarbeit wegen den Betrügereichen die gemacht wurden und den Auswirkungen die nun folgen, hab aber noch keinen gesehen der diese Kostenübernahme durch den Steuerzahler anprangern würde.

Wilhelm Gebken | Di, 31. Juli 2018 - 15:56

Ich bin Bauer. Ich stimme zu: Keine Nothilfe, aber steuerl. Risikorücklage, so wie alle Branchen.

Es ist allerdings erstaunlich, dass Sie mit einer Argumentation, die in keinem einzigen Punkt Übereinstimmungen mit der realen Welt aufweist, zu diesem zutreffenden Ergebnis kommen konnten. 1000 Zeichen reichen nicht um den Unsinn aufzudecken. Daher nur Beispiele. "Einige Hitzetage bedeuten keine Dürre?" Fragen Sie doch den Mais, der bei der Bestockung kein Wasser mehr hatte und keine Kolben bilden konnte, in manchen Regionen 70%, was der von ihrer Analyse hält. Oder Ihre Umschichtungspläne vom Biogas zu den Rindern: Eine gewollte Politik der Optimierung hat dazu geführt, dass beide Konkurrenten sind, die messerscharf kalkulieren müssen. Wenn beide zu wenig haben, wer soll dann was an den anderen abgeben? Gerne auch die 39% Saga des EU-Haushalts: Nur Landwirtschaft wurde vergemeinschaftet. Daher kommt auch fast nur das im EU-Haushalt vor, fast alles andere in nationalen Haushalten

Schabert Albert | Di, 31. Juli 2018 - 16:08

Betrachtet ein Betribswirschaftler drei Zahlen in der Landwirtschaft-Kapitaleinsatz(+Grund und Boden)seinen Arbeitsaufwand und den Gewinn-sagt der"Schmeiß den Laden hin,das wird nichts mehr"Für den geringen Gewinn,ruiniert er auch noch seinen Boden(Kunstdünger wirkt mit Wasser wie Säure,Glykosphat usw.)und der Landwirt hinterläßt seinen Nachkommen"verbrannte Erde".Das ist mein voller Ernst und beruht auf meiner 63 jährigen Erfahrung in und mit der Landwirtschaft.
Ziel ist ganz klar die kleinen umzubringen und die großen zu schröpfen.Wer Schulden macht ist eh bald weg.

Manfred Riester | Di, 31. Juli 2018 - 16:49

Meine Felder werden mit Grundwasser bewässert, alles okay, auch bei diesen Temperaturen.
Malocher mögen die Bauern mit Viehbestand heute noch sein. Ohne Vieh haben wir modernes Gerät und die Wochenenden frei, ausser es gibt mal Probleme. Was früher 20 Leute gemacht haben, macht heute einer !
Auf jeden Fall sind 2-3 Monate Sommer kein Problem für den ausgeschlafenen Bauern. Hätte es 3 Monate geregnet wäre der gleiche Aufstand. Aber man kann nie genug jammern !!!

Josef Meyer | Di, 31. Juli 2018 - 16:54

Kein Unternehmer, der einer ja auch der Landwirt ist, wird bei Misserfolg vom Staat gestützt !
Mehr ist dazu nicht zu sagen !

Juliana Keppelen | Mi, 1. August 2018 - 13:32

In reply to by Josef Meyer

Da vergessen wir mal ganz schnell die Bankenrettungen (Chefberater der Kanzlerin Herr Ackermann), vergessen wir die Abwrackprämie für Autos (Chefberater Herr Wissmann ehemals CDU Verkehrsminister), vergessen wir die Subventionen für Energie und Bahnunternehmen usw., usw.

Marianne Bernstein | Di, 31. Juli 2018 - 17:01

Prnzipiell wird der Steuerzahler = Verbraucher immer zahlen. Entweder in Form von Hilfsgeldern oder für höhere Lebensmittelpreise.
Vor einigen hundert Jahren etwas real bedeutet kleinere Brötchen zu backen. Brötchen hatten nämlich einen Festpreis, war die Ernte schlecht und der Getreidepreis hoch, dann musste halt das Endprodukt schrumpfen.

Heinrich Jäger | Di, 31. Juli 2018 - 17:32

die eine Milliarde geben was ist dies schon im Vergleich zu den über 40 Mrd die man hier jährlich an Illegale Zugereiste verteilt.
Die Bauern sorgen für billige Nahrungsmittel ,das sollte gewürdigt werden und in Notzeiten sollte die Unterstützung selbstverständlich sein.
Sollten noch so ein paar trockene Jahre folgen werden unsere Politiker speziell die Grünen merken ,das zur Photosynthese Wasser gehört und das man Digitales nicht essen kann.

Norbert Schmidt | Di, 31. Juli 2018 - 17:46

Als Flüchtlingsbub habe ich in der Dorfschule kurz nach dem Krieg den Bauernbuben das Lesen und Schreiben beigebracht, wenn die Lehrerin (als einzige Lehrkraft) mal gerade die höheren Klassen unterrichtete. Ich habe studiert, als Student auf viele Vergnügungen meiner Altersgenossen verzichtet, viele Prüfungen abgelegt, mit 27 Jahren mein erstes Geld verdient. M.a.W.: Ich war ein junger Mann, wie der Staat sich ihn nur wünschen kann. Das Ergebnis: Alle meine bäuerlichen Altersgenossen sind reicher als ich. Sie haben Gebäude- und Grundbesitz, Ferienwohnungen, Solardächer, zweite Einkommen als Nebenerwerbslandwirte
usw, usw. Warum um alles in der Welt soll ich mit meinen Steuern (ja, selbst als Rentner muss ich nunmehr Steuern zahlen) alle diese reichen ehemaligen Klassenkameraden (resp. nach Hofübergabe ihre reichen Kinder) auch noch subventionieren, wenn mal eine Ernte etwas schlechter ausfällt !?
Die Forderungen des Bauernverbandes empfinde ich als unverschämt.

Schabert Albert | Di, 31. Juli 2018 - 18:47

Sehr geehrter Her Bok!
Schöne Grüße nach Berin,aber diesmal MEIN Kommnetar auf (Halb)Schwäbisch,damits auch andere verstehen.
Ein Landwirt kommt mit 2 Tonnen(2000Kilogram)Tomaten zum Händler.Der schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und sagt"Ich hab soviel Tomaten,ich wois gar net wohie domit.Wen Du mir 20 Cent pro Kilo zalsch,brauschs nimmer mit hoimnemma.
Ein 6 järiger weiß,wer in der stärkeren Position ist.
Nix fer uguat!
Albert Schabert

Stine Bading | Di, 31. Juli 2018 - 19:15

Ich bin grundsätzlich gegen Subventionen, weil dadurch echter Wettbewerb verhindert wird. Insbesondere die Subventionierung von Forschung stößt mir sauer auf, denn ich habe noch nie gehört, dass die Konzerne diese Fördergelder zurückgezahlt hätten, wenn die Forschung erfolgreich war, und das Produkt dann Gewinn bringt.
Die Bauern sollten ihre Produkte zum unsubventionierten Preis auf den Markt bringen, und dann, wie jeder Arbeit- oder Unternehmer, Rücklagen für schlechtere Zeiten bilden. Das jährlich Jammern über witterungsbedingte Ernteausfälle finde ich mittlerweile nur noch unglaubwürdig. Mir ist klar, dass die Preise für Nahrungsmittel dann steigen, somit aber auch deutlich wird, dass die Einkommen in Deutschland seit Jahrzehnten zu niedrig sind, aber gleichzeitig hoch besteuert, damit Subventionen auch finanziert werden können. Kann ein Nullsummenspiel sein, aber das jährliche Jammern der Bauern hätte ein Ende.

Marc Gause | Di, 31. Juli 2018 - 19:56

Für die Rettung Süd Europas wurden sogar Euro Gesetze gebrochen! Ganz eindeutige Gesetze!

Für die Banker, die an der Wall Street sich verzockt haben, wurde über Nacht ein Rettungsnetz gespannt, die Gewinne für die Banker, die Verluste für uns Bürger. Banker sind keine armen Menschen! Haben die alle ihre Villen und Luxusautos verloren, nein!

Aber für unsere Bauern, die vor Ort produzieren, die harte Arbeit machen, für die haben wir keine Steuern übrig? Für Banker und Pleitestaaten schon, aber für die Bauern nicht?

Erbärmlich.

brigitte orlowsky | Di, 31. Juli 2018 - 23:18

vielleicht sollte mal gesagt werden, dass die subventionen für die landwirtschaft nach dem krieg gegeben wurden, um für etwaige notfälle vorzusorgen und nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!damit im norden
fleischfabriken entstehen,von deren erzeugnisse die
hälfte für china produziert wird, milchprodukte desgleichen und.....die scheiße und das nitrat bleibt für die deutsche bevölkerung übrig...nix gegen hilfen für kleinere bauern aber nicht für besagte großbetriebe...es ist auch lächerlich immer die deutschen zu ermahnen weniger fleisch zu essen, wenn 50 % ins ausland gegen vom deutschen steuerzahler über subventionen bezahlt....das sollte man mal laut bekannt machen!!!

Mathias Trostdorf | Mi, 1. August 2018 - 00:29

Es gibt natürlich auch Gründe gegen eine flächendeckende Ausfallzahlung für JEDEN Landwirt. Aber die Situation ist eben nicht für jeden gleich.
Ich kenne Landwirte, die haben genau für ein Jahr Rücklagen. Also, zweimal hintereinander zu heiße Sommer oder zur falschen Zeit Regen und dementsprechende Mißernten, und die Insolvenz ist da. Deswegen fände ich etwas mehr Verständnis für die Lage vieler kleiner und mittelständischer landwirtschaftlicher Unternehmen gut.
Aber unabhängig davon: Eine Regierung, die (ohne Legitimation) geschätzte 50-100Milliarden Euren für die Einwanderer in die Sozialsysteme übrig hat, sollte sich gerade bei den hart arbeitenden Landwirten nicht so knauserig geben.
Schon allein aus Gründen der Wertschätzung für die Leistungsträger dieser Gesellschaft und wenigstens ein ganz klein bißchen Ausgewogenheit bei den Steuerausgaben in dieser so eigenartig gewordenen Gesellschaft.

Wir hatten Kühe,Stiere,Kälber,Schweine,Gänse,Hüner und Tauben-alles jederzeit für unsere Nahrung zur Verfügung.Die zahlreiche pflanzlichen Nahrungsmittel will ich gar nicht aufzählen.Wir waren nicht reich,selbst wir Kinder mußten mitarbeiten-aber auf jeden Fall hatten wir sehr viel mehr Zeit und waren glücklicher als heute.
Rentenversicherung und Krankenversicherung waren erschwinglich,das Problem mit der Arbeitslosigkeit und Altenpflege gabs überhaupt nicht.Dann kam das Geld zunehmend ins Spiel,die Bauern machten Schulden um zu investieren und immer mehr Geld zu verdienen.Heute dreht sich das Rad so schnell wie ein Wirbelwind-der Verbraucher und Erzeuger lassen sich gegeneinander aufhetzen.Die Hetze wird vom Staat,der EU und der Industrie befeuert.
Keiner ist so klug wie alle!
Albert Schabert

Wolfgang Tröbner | Mi, 1. August 2018 - 10:40

Notsituationen helfen. Was sonst? Es mag ja sein, dass wir die Bauern hierzulande nicht mehr unbedingt brauchen, um Essen auf unsere Teller zu bekommen. In der globalisierten Welt finden sich ja heutzutage sehr viele Lieferanten für landwirtschaftliche Produkte. Ob deren Qualität unseren Ansprüchen in jeglicher Hinsicht genügt, sei mal dahingestellt. Ein Aspekt, warum wir die Landwirtschaft in Deutschland unterstützen sollten, wird allerdings kaum bedacht und das ist die Landschaftspflege durch die Landwirtschaft. Wollen wir tatsächlich, dass wir statt Getreidefeldern nur noch Solarfelder und Areale mit Windkraftanlagen vorfinden? Ich jedenfalls möchte das nicht. Das wäre nämlich die einzige Alternative für die Bauern, um überhaupt noch Geld verdienen zu können. Die Bauern sind tatsächlich noch die letzten Malocher und wir sollten ihnen unendlich dankbar sein. Und Geld hat dieser Staat. Und damit geht er teilweise sehr freigiebig um (EU, Flüchtlinge). Warum also nicht für die Bauern?

Juliana Keppelen | Mi, 1. August 2018 - 12:17

ein Rundumschlag er läßt keinen und niemand aus.
Trotzdem kann ich dem Artikel im gorßen und ganzen zustimmen. Zum Thema Steuerzahler nur ein Hinweis, der Steuerzahler zahlt immer zunächst die Subvention für seine als Verbraucher "billig eingekaufte Butter und das billige Schnitzel" und dann als Steuerzahler und Verbraucher den Versuch die Umweltschäden zu beheben die durch die Massenproduktion zwangsläufig entstehen. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz.

Bernd Eifländer | Mi, 1. August 2018 - 12:43

Mais, Raps und Rüben - nix davon essen wir täglich !
Mais und Raps sind für Biosprit und die Rüben gehen in die Zuckerfabrik - steht übrigens alles gut + grün da !

Reiner Kraa | Mi, 1. August 2018 - 22:07

Bei allem, was Bauern besser machen könnten und sollten. Wenn es möglich ist, von unseren Steuern zig Milliarden für Migranten über Nacht freizuschießen ohne irgendjemanden zu fragen, Frau Merkel, mal einfach so. Dann wird es doch auch möglich sein einen Bruchteil dieser Summen für unsere Bauern in die Hand zu nehmen.