Glyphosat - „Wissenschaftliche Analyse wird durch Politgeschachere überlagert“

Der Streit um das Pflanzengift Glyphosat scheint beigelegt. Dabei hatte die CSU es gerade in Brüssel durchgewunken. Der Experte für evidenzbasierte Medizin, Gerd Antes, spricht über Politiker, Behörden und gekaufte Wissenschaftler

Illustration zum Thema Glyphosat
Beim Glyphosat zu einer rationalen Gesamtbilanz zu kommen, ist sehr schwierig / Illustration: Christine Rösch

Autoreninfo

Bastian Brauns ist Ressortleiter „Kapital“ beim Magazin Cicero und Cicero Online. Davor arbeitete er im Wirtschaftsressort von Zeit Online und bei der Stiftung Warentest. Als Chefredakteur baute er das Meinungs-Startup Pressekompass.net (Opinary) mit auf, das 2014 mit dem Grimme Online Award (GOA) ausgezeichnet wurde. Danach war er Mitglied der GOA-Nominierungskommission. Seine Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Nachdem sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erst im November sein Ja in Brüssel für eine Verlängerung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat gegeben hatte, könnte nun die Wende kommen. CDU, CSU und SPD haben bei den Sondierungen besprochen, der Einsatz des Herbizids soll doch beendet werden. Warum dieses Hin und Her? Warum erst das Ja in Brüssel? Ein Gespräch über das Problem von abhängiger Forschung mit Gert Antes.

Die EU lässt das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nun für weitere fünf Jahre zu. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sagte, sein Ja in Brüssel stütze sich auf wissenschaftliche Fakten. Was sagen Sie dazu als Wissenschaftler?
Diese Aussage kann ich nicht nachvollziehen. Sie drückt aus, es gäbe eine eindeutige, klare wissenschaftliche Grundlage für seine Entscheidung. Genau das ist aber nicht der Fall. Auch ein Landwirtschaftsminister sollte sich an die Eckpfeiler jeder Technikfolgenabschätzung halten. Dann wäre er nicht zu dieser Aussage gelangt.

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Guido Schilling | Fr, 12. Januar 2018 - 19:30

alle Lebensmittel incl. Luft und Wasser enthalten Schadstoffe. Meist unter der "bedenklichen" Grenze. Aber was ist wenn ich täglich fünf Mal die Grenze nur knapp verfehle? Wechselwirkungen sind fast nicht erforscht. Die Industrie vergiftet planmäßig ihre Kunden und die Umwelt bis es nicht mehr geht. Dann schlägt die Stunde der Pharmakonzerne die dem Kranken den Rest besorgt. Hauptsache es verdient noch jemand daran. Am Ende bleibt eine Handvoll Menschen in einer völlig ruinierten Welt zurück. Well done.

Dieses Weltuntergangsgequatsche wegen 'Chemie' gibt es seit hundert und mehr Jahren. Aber wie erklären Sie sich dann, dass wir trotz all dieser bösen Chemie immer älter werden? Kennen Sie einen eindeutig von unabhängiger Seite bestätigten Glyphosattoten?

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