Energiewende - Katharsis durch Kernkraft

Die Energiewende wird zu sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Umwälzungen führen, die sich keiner wünschen kann. Es bleibt uns nur ein Ausweg. Warum sich die Konservativen vom Verbrennungsmotor, die Grünen von ihrer Atomangst verabschieden müssen

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Kühlturm des Kernkraftwerks Neckarwesteheim / picture alliance

Autoreninfo

Anna Veronika Wendland ist Osteuropa- und Technikhistorikerin.

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Das Besondere an der real existierenden Klimapolitik in unserem Land ist die Diskrepanz zwischen ihren brachialen Mitteln und ihren jämmerlichen Resultaten. Deutschland ist dabei, seine einst hochzuverlässige Elektrizitätswirtschaft zu zerschlagen und mit hohem Aufwand einen Technologiewechsel zu vollziehen. Aber wir erreichen die Klimaziele nicht. Denn wir schaffen die Kernenergie vor der Kohlekraft ab.

Geschuldet war das 2011 vor allem dem Druck der Straße nach Fukushima und strategischen parteipolitischen Gründen: Angela Merkel wollte Wahlen retten und Wege für künftige schwarz-grüne Koalitionen frei machen, und vielleicht auch mit der Pazifizierung der Atomkontroverse in die Geschichtsbücher eingehen.

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Bernd Muhlack | Fr, 1. November 2019 - 16:50

Frau Wendland, wenn unser Bundeswirtschaftsminister Ihren sehr guten Artikel liest (lesen würde), würde er sanft einen seiner gewichtigen Arme auf Ihre Schulter legen und mitleidig lächelnd sagen: "Sehen Sie … Schauen Sie … Sie müssen wissen … Ich versuche Ihnen das jetzt zu erklären … Und die Kanzlerin sagt..."
Seine beliebten Satzanfänge, nach dem Motto "Du dumm, ich schlau!"
Insbesondere der Kanzlerinnen-Beginn ist absolute Weltklasse!
Ich habe vor etlicher Zeit in Koblenz gewohnt, eine sehr schöne Stadt. Dort steht das AKW Mühlheim-Kärlich. Es war außer zum Probebetrieb niemals am Netz. Begründung: es liege in einem Erdbeben gefährdeten Gebiet.
Natürlich bemerkt man das erst, wenn die Hütte fertig ist. Ich weiß nicht mehr wie viele Milliarden (DM) das bis heute gekostet hat.

In diesem Sinne: Kerzen kaufen ist erste Bürgerpflicht; aber bitte nicht in Plastik verpackt!

und natürlich gute Besserung an Herrn Altmaier!

Clemens Tönnies: "Wir sollten KWs in Afrika bauen!" AAA+++

Peter Enders | Sa, 2. November 2019 - 04:02

In reply to by Bernd Muhlack

Altmaier hat öffentlich gesagt, dass Kohle- und Kernkraftausbau gleichzeitig nicht geht. Gute Besserung.

Heiner Hannappel | Fr, 1. November 2019 - 17:11

Lieber riskieren die Wirrköpfe in Berlin einen Blackout, als einen Irrtum zuzugeben.
Ich könnte angesichts des absehbaren Desasters in unserer Stromversorgung vor Zorn laut aufschreien, denn im Juni diese Jahres stand Europa,weil Deutschland mehr Strom brauchte, als es selbst einspeiste 2 Mal vor einem Zusammenbruch der Frequenzen. (Quelle DWN)(Kurz darauf bereitete uns eine Bundesbehörde darauf vor,(Quelle Welt) dass durch Cyberangriffe unsere Stromversorgung auch einmal länger ausfallen könnte, Ein Schelm, des sich böses dabei denkt.

Hard Richbern | Fr, 1. November 2019 - 17:27

Die grüne Ideologie und FfW geben den Ton vor und die Politik pfeift die Melodie nach.
Ihr hervorragender Artikel ist nicht kompatibel mit den „Idealen“ der einflussreich gewordenen Bewegungen und die dort enthaltenen Vorschläge dürften noch nicht einmal im Ansatz von der Politik gegen diese Bewegungen als Diskussionsgrundlage aufgegriffen werden. Danke für diese hervorragenden Impulse.

Nicht die Frau mit der Abkürzung AKK hat die Deutschlands Atomkraftwerke abschalten lassen, sonder Kanzlerin Merkel!
In ihrer Amtszeit hat Frau Merkel schon so viele gravierende Fehler begangen, dass es Zeit wird für Neuwahlen. Das Märchen von der Klima-Mutti Merkel erinnert zunehmend an "Des Kaisers neue Kleider"! Wann entdeckt man endlich in der CDU, dass der Kaiser "nackt" ist?!

dieter schimanek | Fr, 1. November 2019 - 17:56

Wir trennen uns von einer unfähigen Regierung. Oder alternativ sind wir mit der stundenweise Stromversorgung einverstanden. Wie üblich wird der erste Schritt vor dem Zweiten gemacht. Eigentlich steht nur eines fest, es wird teuer.

Gunther Gaida | Fr, 1. November 2019 - 18:57

Erst wenn unsere FFF Bewegung merkt,das
man mit Kerzen oder Talglichtern keine Smart-
phones aufladen kann findet evtl ein Umdenken statt.
Schöner wäre noch ein totaler Energiekollaps
wegen des Merkelschen Energiewahnsinns,
dann helfen nicht mal Kerzen sondern nur noch
beten.
Interressant ist auch das ca 25% der Grünen auf
einmal die Kernernergie als sehr klimafreundlich
empfinden.
Sollte die Temperatur in den Klassenzimmern am
Freitag deutlich über denen auf irgendwelchen
Marktplätzen liegen wird man/frau sehen wohin es die Jugend treibt.

Norbert Heyer | Fr, 1. November 2019 - 19:47

Danke für den hervorragenden Artikel, der uns aus der Zwickmühle einer unsicheren Stromversorgung befreien könnte. Gleichzeitig sind wir uns wohl alle darüber im Klaren, dass die Deutschen niemals einen einmal beschlossenen und abgestimmten Irrweg vor dem endgültigen Gau verlassen. Das wäre ein eklatanter Verstoß gegen unsere Mentalität, Katastrophen bis zur bitteren Neige auszukosten. Die Grünen und die hüpfenden Kinder haben mittlerweile eine derartige Meinungshoheit erreicht, dass niemals die Vernunft und die Logik die Emotion besiegt. Wir müssen - höchstwahrscheinlich die Mehrheit - eine verhängnisvolle Entwicklung mittragen und erleiden, die bei richtiger Weichenstellung im Vorfeld niemals eingetreten wäre. Pfarrerstöchter, die Entscheidungen der jeweiligen Stimmungslage anpassen, sind zur politischen Führung einer Wirtschaftsmacht denkbar ungeeignet, wobei sich ihre Fehlerkette hier noch unendlich erweitern lässt. Herr Merz hat kürzlich dafür ein Wort kreiert: „Grottenschlecht“.

Thomas Wagner | Fr, 1. November 2019 - 20:11

Das ganze Handeln der Regierung nach Fukushima ist genauso irrational wie das Abschaffen und Zerschlagen von Fensterscheiben, nur weil sich einmal jemand an einer Glasscheibe geschnitten hat.

Uwe Schröder | Fr, 1. November 2019 - 20:45

Mein Verständnis für den deutschen Sonderweg der Energieversorgung hält sich in engen Grenzen. Mir fällt nur die wirklich unschöne Verschandelung der Landschaft durch unzählige Windräder auf. Wenn man sich dann noch die Zahlen anschaut, die nötig wären um die Energiewende wirklich durchzuziehen und das dann nicht einmal mehr die Versorgungssicherheit gegeben ist, da kann ich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Woher kommt nur all diese Lust am Untergang? Warum diese Wissenschaftsfeindlichkeit? Warum ist das Vertrauen, dass der menschliche Geist in der Lage ist, Probleme zu lösen, so verloren gegangen. Woher dieser antiaufklärerische Wind der durch das Land zieht. Es scheint wirklich so etwas wie spätrömische Dekandenz in diesem Lande zu geben, auch wenn man für die Äußerung Prügel beziehen kann. Rät man seinen Kindern und Enkels sich fit für die Auswanderung zu machen? Kann das die Lösung sein?

Ernst-Günther Konrad | So, 3. November 2019 - 12:17

und nicht nur in diesem Politikfeld. Ich frage mich ohnehin Frau Wendland, wie lange Sie noch solche Artikel, unaufgeregt, ehrlich und realistisch noch veröffentlichen können. Wer weis, was man demnächst über sie liest, um sie mundtot zu machen. Ich wünsche Ihnen deshalb alles Gute und bleiben sie mutig. Sie sind nicht allein. Was Sie schreiben denken viele Menschen und dies nicht nur hier im Forum. Ihre Beschreibungen sind einfach nachvollziehbar, kann von jedem verstanden werden auch ohne Studium. Man muss es nur verstehen wollen. Und da fängt das Problem an. Dieser ganze Klimaterror würde in sich zusammen fallen, würden die Aktivisten einmal gefordert, klare Konzepte, Lösungen und vor allem Kostenmodelle vorzulegen. Staatdessen, absurde Behauptungen und Forderungen und Strom kommt ja aus der Dose. Und das machen leider auch ein großer Teil der Klimajünger mit. Selbst diejenigen, die kritisch sein müssten, zerstören die Energiewirtschaft und damit sich selbst.

Dr. Roland Mock | So, 3. November 2019 - 17:10

Eine solide Bestandsaufnahme, welche die dramatischste Folge der „Energiewende“ benennt: den Verlust von Freiheit und Mobilität. Von „Bürgerkraftwerken“ halte ich allerdings nichts. Der Markt wird es richten, wenn man ihn nur läßt und die Wirtschaft von ideologischen Vorgaben befreit. Und warum soll man sich von Verbrennungsmotoren trennen? Lassen wir doch die Konkurrenz (E-Autos etc.) gegen Otto und Diesel antreten. Und zwar o h n e Subventionen. Und auch da wird der Markt entscheiden, ob und wie lange wir die Verbrenner noch brauchen.

Horst Weber | Mo, 4. November 2019 - 12:59

Man mag von den Grün/Linken halten was man will,
aber die Abkehr von der Verwendung der Atomenergie als Stromerzeuger war notwendig und richtig - auch wenn sie von Merkel - vielleicht zu hastig vorangetrieben wurde. Es wird keine Sicherheit vor Tschernobyl-GAUs geben. Das Argument unsere Nachbarn lieferten dann - teils dicht an unseren Grenzen - den AKW-Strom und unsere Energiewirtschaft schaue in die Röhre mag "noch" ziehen. Bis dass auch jene Länder ihre kleineren und größeren GAUs erleben werden. Die Erde wird immer unruhiger. Gletscher schmelzen ab, Gebirge brechen ab, Erdbeben selbst in Bonn spürbar - sind die Zeichen für unbeeinflussbre Unsicherheit durch die Natur. Hinzu kommen die menschlichen Unwägbarkeiten, die uns schon längst gezeigt haben, dass der Mensch niemals Atomenergie wirklich beherrschen wird. Schon die Entsorgung des Atommülls stellte uns vor schier unüberwindliche Probleme. Soll das alles vergessen sein ?
Mir fehlen hier entsprechende statements !