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Michael Hüther ist der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln / dpa

Lockdown oder Lockerung? - Es gibt keinen absoluten Lebensschutz

Lockdown oder Lockerung? Die Debatten-Fronten zur Corona-Pandemie-Bekämpfung wirken immer zementierter. Dabei geraten abwägende Hinweise ins Abseits. Die Folgeschäden müssen endlich stärker thematisiert werden, gerade weil die Regierung keine absolute Sicherheit gewähren kann.

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Michael Hüther ist Direktor des Institut der deutschen Wirtschaft Köln

So erreichen Sie Michael Hüther:

Wir haben mittlerweile Übung mit dem Lockdown, doch zur Gewohnheit wird es uns nicht, stattdessen überträgt sich die Tristesse des Januars auf das Gemüt. Der gesellschaftliche Raum ist zwar leer, doch die Furchen im Miteinander sind zu Gräben geworden, und der Disput über den richtigen Weg findet kaum noch vermittelnd statt. Das Regierungshandeln scheint auf große Zustimmung zu stoßen, das hat die Kritik daran schnell radikalisiert und für viele desavouiert, sodass man mit abwägenden Stellungnahmen heute nicht nur Querdenker auf den Plan ruft, sondern ebenso Lockdown-Fanatiker.

Dahinter verbirgt sich eine Position, die den verständlichen Wunsch – manifest im Hashtag #ZeroCovid – zu einem unrealistischen und deshalb fehlorientierenden politischen Ziel erklärt. So richtig der Hinweis ist, dass jeder Todesfall menschliches Leid und Trauer begründet, so gilt ebenso, dass jedes Leben nur ein Leben zum Tode ist; ein Thema, das philosophische Diskurse seit jeher erfasst. Moderne Gesellschaften erwecken den Eindruck, dass der medizinisch-technische Fortschritt es rechtfertige, den Tod zu verdrängen. Doch wir beginnen jedes neue Jahr in Deutschland mit der Gewissheit, dass es 900.000 Todesfälle und mehr geben wird.

Das Versprechen wird sich nicht durchhalten lassen

Es gibt keinen absoluten Lebensschutz, auch nicht in der Covid19-Pandemie. Wir sind Risiken ausgesetzt, die versuchen wir einzudämmen und zu managen. Dazu gehört auch die schmerzliche Einsicht, dass wir im Miteinander bei aller Achtsamkeit oder aufgrund der im täglichen Tun immer auch unvermeidbaren Fahrlässigkeit nicht ausschließen können, anderen einen Schaden zuzufügen. Dafür schließen wir privat Versicherungen ab und deshalb treffen wir staatlicherseits Vorkehrungen und Vorsorge. Darum geht es auch jetzt, bei einem neuen Virus. Das von der Politik während der Corona-Pandemie insinuierte Versprechen des umfassenden Lebensschutzes wird sich indes nicht durchhalten lassen.

Rationale Politik versucht, sich so viel Informationen zu verschaffen, wie es möglich ist. Das ist versäumt worden, weil die soziografischen Merkmale der Infizierten nur sehr unzureichend erfasst wurden. Wichtige strukturelle Informationen über die Infektionsfälle, ihre Häufigkeit, ihre regionale Verbreitung fehlen uns. Ebenso wurde darauf verzichtet, die technologischen Möglichkeiten – über eine wirksame App und ähnliche Optionen – zur Nachverfolgung des epidemiologischen Geschehens zu nutzen. Wir wissen nichts Valides über die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen, die zur Reduzierung der Neuinfektionen beschlossen wurden; entsprechende Analysen gibt es nur ganz vereinzelt (Infektionsgeschehen in Schulen).

Differenzierende Entscheidungen sind politisch unattraktiv

Die Politik hat – nachvollziehbar – sich auf Expertise gestützt, die beruhend auf mathematischen Modellen Aussagen über den Zusammenhang eines Lockdowns mit dem Infektionsgeschehen anbot. Dass die reale Entwicklung nach dem Beschluss des Runterfahrens aber anders verlief, hat – unverständlich – bisher nicht zu der Frage geführt, ob und wie die Modelle zu überprüfen sind. Der Blick in die anderen Länder Europas bietet auch keine Erhellung. Denn schärfere Eingriffe, wie sie in einigen Ländern vorgenommen wurden, haben weder stärker noch nachhaltiger die Infektionszahlen reduziert. Die Erfahrungen in Bundesländern zeigen ebenfalls keinen entsprechenden Zusammenhang.

Dennoch sind die Aussichten für die nächste Runde der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten recht klar: Zwischenzeitliche Äußerungen lassen eine Verlängerung des Lockdowns erwarten. Differenzierende Entscheidungen sind politisch unattraktiv, da sie Verantwortung dorthin fokussieren, während die Verlängerung oder Verschärfung des umfassenden Lockdowns dies an alle delegiert. So erklären sich Forderungen, den Lockdown auszuweiten, vielen ist dabei offenkundig politische Gleichheit wichtiger als epidemiologische Wirksamkeit. Die Forderung nach einem Herunterfahren der nicht geschlossenen Wirtschaftsbereiche wird dafür ebenso gefordert wie eine Pflicht für das Homeoffice. Doch in Organisationen – wie Unternehmen – können anders als im privaten Leben die Abläufe systematisch geordnet und distanziert werden.

Viele Unternehmen stehen vor der Existenzfrage

Im Gegensatz zum Frühjahrslockdown zeigt sich die Industrie mit den verbundenen Dienstleistungen robust, die Grenzen sind offen und die internationalen Wertschöpfungsketten funktionieren, mitunter leidlich. Das gewährt der Volkswirtschaft als Ganzes Entlastung und schafft Stabilität. Hier die Axt anzulegen, führte zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten bei nur unsicherem epidemiologischem Ertrag. Die Diskussion um das Homeoffice ist – von Grenzfällen abgesehen – eine Scheindebatte, die von der Politik zur eigenen Entlastung befeuert wird. Die Privatwirtschaft hat sich flexibel angepasst, bei der öffentlichen Verwaltung ist dies bei weitem nicht in dem Maße der Fall.

Vielmehr haben jene Branchen, die wie Gaststätten und Hotels, stationärer Einzelhandel (Non Food), Kultur und Veranstalter vom Lockdown betroffen sind, alle Aufmerksamkeit der Politik verdient. Denn die groß angekündigten umsatzbezogenen November- und Dezemberhilfen sind bisher allenfalls als Abschlagszahlungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro ausgezahlt worden, was 4 Prozent des maximal verfügbaren Finanzvolumens ausmacht. Viele Unternehmen stehen vor der Existenzfrage, das Eigenkapital ist verzehrt, Kredite sind dann kaum noch zu bekommen. In einzelnen Bereichen können Geschäftsaufgaben und Insolvenzen 30 Prozent und mehr der Unternehmen erfassen. Die Hilfen versanden an unangemessenen Zugangshürden und in der Administration.

Die deutsche Wirtschaft wird zunehmend durch eine Spaltung – robuster Industrie-Dienstleistungsverbund mit überwiegend Hochlohnjobs hier, bedrohte Existenzen in den Konsum-nahen Bereichen mit vielen geringer qualifizierten Tätigkeiten dort – gekennzeichnet. Daraus können sich erhebliche strukturelle Veränderungen, aber auch soziale Folgen und Effekte für die Einkommensverteilung ergeben. Umso wichtiger ist es, dass die Hilfen nun wirklich helfen. Die Zuspitzung der ökonomischen, letztlich aber gesellschaftlichen Krise gehört mit in die Abwägung für die Frage, wie die Pandemie im Februar beherrscht werden kann.

Klaus Damert | Mi, 13. Januar 2021 - 11:04

"Dass die reale Entwicklung nach dem Beschluss des Runterfahrens aber anders verlief, hat – unverständlich – bisher nicht zu der Frage geführt, ob und wie die Modelle zu überprüfen sind." - Diese Modellierung ist doch politisch gefärbt, wie man gerade bei der LEOPOLDINA mit Entsetzen sehen kann. Dort wird Korrelation mit Kausalität verwechselt und vor allem mit einem geschlossenen System gerechnet. Das ist fern jeder Wirklichkeit und diskreditiert solche "Wissenschaftler". Neben den ohnehin arbeitsbedingten Grenzgängern sind 2020 über 100 000 Menschen illegal und vollkommen unkontrolliert ins Sozialparadies D eingereist. Wie wird das berücksichtigt? Jedes Modell für die Zukunft müsste Aussagen über seine Wahrscheinlichkeit haben, aber das würde wohl unsere Politiker überfordern. Und das größte Versagen: es geht nicht nur um Covid, es geht um Menschen, besonders die Schüler, denen z. T. ihre Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt wird.

hre Argumente sind auf den Punkt.
Wir folgen kritiklos einer Wissenschaft die mit Computermodellen simuliert.
Das war schon immer gefährlich.
Meiner Erfahrung nach, halten sehr viele Modellierer ihre Modelle für die Realität.
Eine Überprüfung an der Wirklichkeit findet nicht statt.
Etwas Ähnliches gilt bei der Klimaforschung und vor Allem der Klimafolgenforschung.
Bitte fordern sie das immer wieder ein.

Ind hier zeigt soch auch recht einfach, wie eine einfache, dahereefindene Behauptung von niemanden in Frage gestellt wird:

Fakt ist, es wurden in 2020 ca. 35T illegale Grenzübertritte registriert. Wohlgemerkt, gesamte EU (Quelle statistica).

Aber es gibt hier wohl Forumsschreiber die standen permanent an der deutschen Grenze und haben höchstpersönlich 365 Tage lang gezählt. Oder posaunen einfach mal so eine Zahl von 100T raus.
Dem Cicero ist es egal. Twitter legte bei solchen Trump ähnlichen Behauptungen zumindest einen Warnhinweis zum Wahrheitsgehalt dazu.
Aber es passt halt so schön zur rechten Ideologie....

Annette Seliger | Mi, 13. Januar 2021 - 11:16

ich unterschreibe alles was Sie hier in ihrem Gastbeitrag aufführen, aber die Politik hat sich in Widersprüchlichkeiten verrannt und meint mit absurden Anordnungen die Verbreitung des Virus eindämmen zu können. Das ist die gleiche politische Hybris, die meint die Temperatur regeln zu können. Diese Virus Bekämpfung ist jeder Rationalität entwichen und die Medien tragen dazu bei. Wenn wir uns die Sterbestatistiken anschauen, dann sehen wir das weniger als 1% bis zum Alter von 75 Jahren an Corona versterben. Und dafür entwickeln wir in Höchsteile einen Impfstoff und fahren unsere Wirtschaft vorsätzlich gegen die Wand. Die Sozio-kulturellen Schäden kann man gar nicht mehr bemessen. Irgendwie erinnert mich der mediale Hype um Corona an die Grenzöffnung 2015, als aufgrund der hässlichen Bilder vom Budapester Hauptbahnhof der moralische Imperativ ausgerufen wurde - Bergamo war das Äquivalent.

Bei aller Richtigkeit Herr Hüther, aber das war es dann wohl mit ihren öffentlichen Auftritten.

Herr Hüther?
Zugegeben: Dass Sie sich plötzlich in der Gesellschaft der Leute wiederfinden, die aus offensichtlichen Gründen Parallen zwischen der (angeblich ungeregelten) Migration des Jahres 2015 und einem potentiell todbringenden Virus sehen, kann man Ihnen nicht vorwerfen. Dahinter stecken die üblichen Merkelgegner, für die die - selbsverständlich verfehlte, weil "überflüssige" - Coronabekämpfung nur Mittel zum Zweck ist.
Gleichwohl hat Ihre Argumentation erhebliche Schwächen:
1. Sie unterscheiden nicht zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Risiken.
2. Sie steigen ab in den Bereich der Spekulation, wenn Sie behaupten, der Lockdown hätte keinen Erfolg gezeigt. Woher wissen Sie, ob die Zahlen - ohne - nicht weitaus höher wären?
3. Der Hinweise auf Versicherungen, die wir abschliessen, ist schon ein mehr als hinkender Vergleich.
Selbstverständlich und nachvollziehbar ist Ihre Argumentation interessengeleitet. Wirtschaftliche Beziehung und ein Lockdown vertragen sich eben nicht.

Hr. Lenz wird Hr. Hüther sicher beeindrucken und zu einer Rücknahme seiner Positionen veranlassen.
Haben Sie schon mal ihr Augenmerk auf die Risikogruppen (Ü60) gelegt die über 96% der Todesfälle stellen. Wenn hier gezielt der Schutz angesetzt worden wäre wäre es gar nicht zu der Situation gekommen die so viele zu recht beklagen.
Waren Sie nicht einer der die Ansätze des Boris Palmer (Altenschutz) kritisiert hatte?

Wolfgang Schuckmann | Mi, 13. Januar 2021 - 16:39

In reply to by Tomas Poth

Sehr geehrter Herr Poth,
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. u
Jemand, der so wie dieser Herr argumentiert, so jemanden gibt es vielleicht gar nicht, sondern der sitzt in St. Petersburg bei all den Anderen, die die westliche Welt quälen. In diesem Fall im umgekehrten Sinne. Aber vielleicht bin ich auch ganz falsch und dieser liebe Mitbürger sitzt viel dichter in unserer Umgebung als wir denken. Das sind aber alles Spekulationen die nicht dem wahren Leben entsprechen, steht immer am Anfang von Büchern, die man mit echten Begebenheiten verwechseln könnte. Rein zur Sicherheit.

Olli Land | Do, 14. Januar 2021 - 18:33

In reply to by Tomas Poth

Ü60 machen 30% der Bevölkerung aus. Und, wollen sie nun 25Mio wegsperren?
Wie lachen sie denn das?

Kam auch keines der anderen 195 Länder auf diese Idee. Man, hätte die Welt mal Sie gefragt....

Herr Lenz, religiöse Rechtfertigung der Handlungen der Regierungen wie Sie es betreiben machen die Situation nicht besser. Im Bundesstaat Victoria, Australien, hatte dessen Regierung in der Zeit des Frühjahrs 2020 (Sept. - Dez.) den wohl schärfsten Lockdown der Welt angeordnet. Alles war geschlossen. Gestern erhielten wir wieder Post von unseren Bekannten bei Melbourne, Corona ist zurück und alles fängt von vorn an. Masken müssen selbst in der Wildnis getragen werden. Dieser Virus ist da und wird uns in nächster Zeit nicht mehr verlassen. Neue intelligente Umgangsformen mit dieser Seuche sind gefragt. Selbst Impfen ist nicht die endgültige Rettung wie die Grippe es gezeigt hat. Wie lange soll das Theater noch gehen? Wann begreift das die Politik endlich. Ansonsten geht das Licht aus, aber nicht wegen Blackout oder Corona, sondern wegen der Borniertheit der Eliten, Fehler einzugestehen.

ob denn die Zahlen ohne Lockdown weitaus höher wären, dann geben Sie zumindest zu, dass es nicht sicher ist, ob sie denn wegen des Lockdowns tatsächlich besser sind. Es gibt keine Evidenz.

Eben das ist das Problem. Auch die Länder mit langen, härteren Lockdowns hatten keine besseren Zahlen.
Und so langsam driftet die Obrigkeit – so mein Eindruck – in einen „Lockdown – Wahn“ ab.
Bei Lauterbach warte ich nur noch darauf, dass er ganze Städte oder Landesteile abriegeln und ein generelles Ausgehverbot verhängen möchte... Gottseidank hat der nicht viel zu melden...
Und Ostern scheint ausgemachte Sache zu sein, man wartet nur noch mit dem Verkünden. Eine Katastrophe.

Sie, Herr Lenz, mögen keine direkten Folgen (finanziell) spüren, sind wohl Ruheständler und müssen sich keine Sorgen machen.

Aber der Widerstand wächst und die Wahl naht. Hoffentlich fällt Söder und Co all er Mist noch auf die Füße.
Ich befürchte aber, nicht. Dafür sorgen dann schon die Lakaien des ÖR.

Werter Herr Lenz,

ihre hier täglich vorgetragenen Assoziationsketten sind der schlagende Beweis dafür, dass neben der Asyldiskussion, der Klima- und Feinstaubdiskussion nun auch die Corona - Diskussion völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Sie leugnen die ungeregelte Massenmigration in 2015. Wird es nicht langsam Zeit endlich mal das eigene Aluminium zu putzen?

Sie haben einen schlechten Debattenstil.

Nirgendwo hat ein Lockdown zu irgendwelchen nachvollziehbaren Senkungen der Infektionszahlen geführt.

Es gibt doch gar keinen Grund für einen Lockdown. Bei den Sterbefällen spielt Corona nachweislich keine Rolle und dies bei allem Respekt vor den Toten. In den Altersgruppen 39-59 Jahren haben wir nachweislich in Deutschland eine Untersterblichkeit. Können Sie mir erklären warum Sie rational denkende Menschen hier immer wieder verunglimpfen oder versuchen in politische Ecken zu drängen?

Es gibt Gruppen, die aufgrund ihres Alters oder weil ihr Organismus mit gravierenden Vorerkrankungen zu kämpfen hat, Anfällig gegenüber einer Corona Infektion sind - aber nicht nur gegen Corona alleine.

Die gilt es zu schützen und alle anderen bitte in Ruhe lassen.

Corona rafft nicht Jung und Alt gleichermaßen dahin.

Sie sollten diesen einfachen Sachverhalt einmal zur Kenntis nehmen.

Frau Seliger, für die ihre stetige Erwähnung der Todesfälle. Ich halte diese für gleichfalls wichtig um dieser Corona Hysterie etwas Sachverstand entgegen zu bringen.
Und meinen Respekt an alle diejenigen Foristen die sich mit diesem einen Kreuz und Querdenker auseinander setzen.
Wie oben vermutet sitzt der in Russland oder irgendwo in Berlin. Vielleicht bei Heiko oder ein ehemaliger Stasi der noch nicht gemerkt hat, das es vorbei ist.
Wie ehedem in Japan. Aber auch egal. Aber gleichfalls könnte man eine Diskussion mit einer Parkuhr führen. Das Resultat wäre das gleiche. Nada.

Bernhard K. Kopp | Do, 14. Januar 2021 - 09:07

In reply to by Annette Seliger

Ich würde nicht die Ärzte in aller Welt, und auch in Deutschland, die Todesursachen zertifizieren, zu Idioten erklären, und nur meine Weisheit zum Thema gelten lassen. In D gab es im ersten Halbjahr 2020 ca. 8900 Sterbefälle, im zweiten Halbjahr aber ca. 30,000 ( Tendenz steigend ). Es sollte ausschließlich um die Fehler und Versäumnisse der Gesundheitspolitik und der Verantwortlichkeiten gehen. Wir sind in einem ziemlich tiefen Loch, und wir können und müssen uns auch streiten wie wir da herauskommen. Wenn wir aber erwiesene Inkompetenz nicht vom Hof jagen, dann wird die Aufmerksamkeit und Energie immer nur auf Details gehen, und nicht auf ein systematisches Vorankommen zum Ziel.

Beifall von der "richtigen" Seite wäre es dann sicher wenn Herr Hüther Ihren Beifall hätte Herr Lenz , oder ?

Woher wissen SIE dass die Zahlen ohne Lockdown erheblich höher wären ?
Es gibt genügend Belege und Beweise dass genau das nicht der Fall wäre!
Wissen konnte man das nicht, als das Virus neu und unbekannt war.
Jetzt weiss man es und es ist daher falsch von Spekulation zu reden wenn aus diesem Erkenntnisgewinn auch Schlussfolgerungen gezogen werden.

Das wäre eigentlich die Aufgabe der Politik.
Die macht aber genau das Gegenteil: Je weniger Erfolg der Lockdown mit sich bringt, desto härter werden die Massnahmen, welche zum Teil immer irrwitziger werden.

denn ihre "geregelten" Migranten werden recht zügig geimpft (falls Impfstoff vorhanden ist), noch weit vor den "Systemrelevanten" (Einheimische).
So kümmert sich D. um seine "Zugezogenen".
Die Arzthelferin uva. kann ruhig warten, wir müssen uns erst mal um die "Gäste" kümmern!
In diesem Land lohnt es sich zu Leben

Heidemarie Heim | Mi, 13. Januar 2021 - 12:00

um auf die Trümmer politischer Fehlentscheidungen insbesondere in einem Superwahljahr aufmerksam zu machen geehrter Herr Prof. Hüther! Und an Zahlen, Analysen, die ein differenzierteres Handeln erfordern würden bzw. Fehler belegen, oder wie Sie es ausdrücken die "Aufmerksamkeit" auf Verantwortlichkeiten lenken ist man verständlicherweise noch weniger interessiert. Dafür umso mehr das Mantra "Lebensschutz darf unter keinen Umständen ökonomisiert werden" aufrecht zu erhalten. Auch gesteuert über simple, angeblich repräsentative Umfrageaufträge, wo man sich der großen Zustimmung zur eigenen Entlastung versichert. Und natürlich bekommt man keine belastbaren Ergebnisse wenn man z.B. 1000 Rentner, Pensionäre oder Parteiaffine befragt, die aktuell sowie in der Zukunft keine größeren Einschnitte in ihrer Lebensführung zu vergegenwärtigen haben. Diese unterschiedlichen Perspektiven geschickt genutzt, verhindern m.E. den dringenden Diskurs in unserer Gesellschaft. Devise, Augen zu & durch! FG

findet schon deswegen nicht statt, weil die breite Masse auf die absoluten Infektionszahlen schaut wie ein Kaninchen auf die Schlange.
Die Bezugsgrößen, die es zur Beurteilung braucht, muss man sich mühsam zusammensuchen.
Ich erinnere noch einmal daran:
Ich brauche die Summe der durchgeführten Tests, dann die Zahl derer, die davon wirklich als erkrankt zu bezeichnen sind, und ja: wieviele sind schwer erkrankt?
Ich vermisse tragfähige Hochrechnungen, die auch die Dunkelziffer einigermaßen zuverlässig schätzen und die die Letalität auf dieser Grundlage ...auch altersbezogen...berechnen.

Das ist der Punkt, Frau Friedrich.
Ein guter Freund, Arzt im Ruhestand, berichtete von seinen früheren Hausbesuchen und Verordnungen bei Grippe. Heute, meint er, würde man bei denselben Symptomen die Leute vorsichtshalber ins Krankenhaus schicken, auch weil Angehörige, im Gegensatz zu früher, darauf drängten. Unsicherheit ist wohl auch das Ergebnis der medialen Berichterstattung? Oft wird bei Todesfällen nur von "Senioren" gesprochen, obwohl zwischen einem 60-jährigen und 99-jährigen 2 Generationen liegen. Hilfreich wäre eine Einordnung in symptomlose, leichte, schwere und dringend zu hospitalisierende Fälle. Dazu eine Erhebung der Altersstruktur. Ist es denn noch nicht möglich, zuverlässige Zahlen zur Übersterblichkeit in 2020 zu veröffentlichen? Allein das Zählen der "Fälle" hat uns doch bisher nicht weiter gebracht. Sollte man nicht auch einmal hinterfragen, ob immer die selben Experten zu Rate gezogen werden sollten?

Christa Wallau | Mi, 13. Januar 2021 - 12:08

hat völlig recht: So wie jetzt kann es auf keinen Fall weitergehen!
Immer neue, strengere Lockdowns (wie dies auch in anderen europäischen Ländern gehandhabt wird) führt offensichtlich nicht zu einer dauerhaften Abnahme des Infektionsgeschehens, ist also letztlich - das muß endlich zugegeben werden - u n w i r k s a m, wobei allerdings auf der anderen Seite enorme Schäden verursacht wurden - psychische und finanzielle.
Mit der Lockdown-Keule dennoch weiter auf die Bevölkerung einzuschlagen, ist m. E. nicht mehr zu rechtfertigen, zumal diese Keule viele Menschen tödlich trifft, während andere von ihr gar nicht berührt werden. Das ist in höchstem Maße ungerecht u. nicht länger zu rechtfertigen.
Längst hätten gezieltere Maßnahmen ergriffen werden müssen! Die Testung und Impfung der Alten u. ihrer Pfleger könnte längst abgeschlossen sein, wenn man sich früh (wie in Tübingen) darauf konzentriert hätte.
Wir müssen auch mit diesem Virus l e b e n lernen; denn es verschwindet nie mehr!

Tomas Poth | Mi, 13. Januar 2021 - 12:13

... und epidemiologischen Geschehen ...
Da ließe sich anhand der Datenlage sowohl in den Krankenhäusern als auch der vorhandenen soziografischen Daten der Landeskreise (Einwohnermeldeämter) einiges herauslesen, aber ist das gewollt, und würde das zu politisch unbequemen/unschönen Rückschlüssen führen?
Unsere Regierenden haben, so erscheint es mir, offensichtlich anderes im Kopf, als wirklich einen gezielten und wirksamen Schutz betroffener, gefährdeter Bevölkerungsgruppen, nämlich die Ü60jährigen.

Yvonne Stange | Mi, 13. Januar 2021 - 12:36

... solange die Erkenntnisse der WHO und aller Studien, incl. Stanford von unserer ReGIERung geflissentlich ignoriert werden, solange die Auszahlung der November-Hilfen auf Ende Januar angekündigt sind.... solange bin ich mir sicher, wird sich die Wirtschaft nicht mehr erholen. Es wird eine Verarmungswelle über das Land schwappen, die ihresgleichen sucht. Aber als Politiker kann einem sowas ja egal sein. Das Geld ist immer pünktlich auf dem Konto.

Evelyn Eisenacher | Mi, 13. Januar 2021 - 12:58

Sehr geehrte Frau Heim
Heute muß ich Ihnen entschieden widersprechen. Man hat in der Regel als Rentner keine finanziellen
Einbußen in dieser Krise (Wie das in den nächsten Jahren aussieht weiß noch keiner)Sehr wohl wird aber auch Rentner Lebensqualität genommen.Als geselliger und spontaner Mensch fühle ich mich durch die Maßnahmen extrem eingeengt.Z.B. habe ich seit 10 Monaten meine Enkel bzw. meinen Sohn nicht mehr gesehen da diese im Ausland leben.Auch der Kontakt zu Familie und Freunden beschränkt sich in der Hauptsache auf‘s Telefon.Das mag für Menschen,die wenig unternehmen,nicht schlimm sein,mich deprimieren diese nicht nachvollziehbaren Maßnahmen sehr.Hat jetzt nichts mit dem Artikel zu tun.Aber mich ärgern diese Argumente bezüglich der Rentner immer mehr.Geld ist nicht alles im Leben.

Heidrun Schuppan | Mi, 13. Januar 2021 - 13:38

In reply to by Evelyn Eisenacher

hinzunehmen – für viele fallen die Nebenverdienste (450 Euro-Jobs) weg, nicht wenige sind darauf angewiesen, um wenigstens mal draußen einen Kaffee zu trinken (kein Kännchen). Ist nicht überlebenswichtig, aber gehört zum Leben.

Heidemarie Heim | Mi, 13. Januar 2021 - 15:58

In reply to by Evelyn Eisenacher

Liebe Frau Eisenacher und liebe Frau Schuppan! Es tut mir leid dass meine Ausdrucksweise zu Missverständnissen führte ,bzw. wollte ich keineswegs den Eindruck erwecken, dass unsere Rentner und Rentnerinnen, gehöre übrigens selbst dazu;), weniger zu leiden hätten als andere! Ich leide zwar nicht finanziell wie die ganz richtig von Frau Schuppan erwähnten Rentner, die leider auf einen Erwerb neben der Rente angewiesen sind, aber seien Sie Beide versichert, dass auch meine Lebensqualität sehr gelitten hat und leidet. Was ich damit sagen möchte: Ich wollte auch aus eigener Position heraus mit meiner wie ich nun weiß falschen Auswahl nur verdeutlichen, wie manipulativ und wenig aussagekräftig solche Umfragen "benutzt" werden um zu solchen Zustimmungswerten zu kommen. Während Sie und ich und viele andere leiden oder daran zugrunde gehen, sind die Maßnahmen lt. Umfrageergebnisse angeblich der großen Mehrzahl an Bürgern noch nicht hart genug? Da kommen mir halt Zweifel. Alles Gute für Sie! LG

Ich gehöre nich zur arbeitenden Bevölkerung. Seit 11 Monaten in Kurzarbeit. In einr Branche die fast komplett am Boden ist. Ich bin noch privilegiert, da ich vorher sehr gut verdient habe. Kurzarbeit bedeutet für meine Branche ein Nettolohnverlust von ca. 65%! Da über meine Sozialabgaben und Rentenbeiträge die heutigen Renten finanziert werden, möchte ich mir nicht vorstellen was passiert, wenn die zu befürchteten 800.000 Firmenpleiten und 10-12 Mio Arbeitslose Realität werden. Von der Inflation ganz zu schweigen. Haben wir haben uns vor Corona geschützt. Koste es was es wolle!

Frau Heim, Ihr Debattenstil ist wertschätzend und könnte als Vorbild für viele Kommentatoren in anderen Medien dienen.
Schon sehr lange kann ich den Ausführungen von Dr. Hüther nur zustimmen. Die Evidenz dieses zermürbenden Lockdowns ist einfach zu gering. Eine Fortsetzung bis Ostern ist ein Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder und Enkel. Die Entscheider und Medien sollen die Menschen in unserem Land endlich ernst nehmen, indem sie das Entstehen einer natürlichen Herdenimmunität zulassen. Ein weiteres Schüren von Angst und Panik dient niemandem und vergrößert die Spaltung der Gesellschaft. Impfen allein wird nicht die Lösung sein. Zu verständlich ist die Skepsis gegen einen in großer Eile entwickelten völlig neuen Impstoff, bei dem noch nicht mal bekannt ist, ob der Geimpfte Covid nicht doch noch übertragen kann. Ich wünsche mir von der Politik eine besonnene Einschätzung des rechten Umgangs mit Covid! Warum wohl rät ein Ioannidis zum jetzigen Zeitpunkt strikt von Lockdowns ab?

Urban Will | Mi, 13. Januar 2021 - 13:09

dass sie nicht oder nur in geringem Maße Erfolge zeigt, die Kosten dieser Maßnahme aber in jeglicher Hinsicht den Nutzen übersteigen oder diesen gar entgegen wirken (weiterh. hohe Todeszahlen, hinzu kommen die nicht genannten „Opfer“ dieses Lockdown – Irrsinns, Einsame, verschobene OP's etc) und man dann als Folge dieser Erkenntnisse die Maßnahmen verschärft und – so verstehe ich die Andeutungen – bis auf ungewisse Zeit verlängert, dann hat das verschiedene Gründe.
Starrsinn oder Uneinsichtigkeit sind noch die harmlosen.
Dummheit gehört auch hierzu.
Aber so langsam muss man sich fragen, ob nicht noch mehr dahinter steckt und da rede ich nicht von Verschwörungen.
Für mich nehmen manche der Haupt – Agitatoren, so etwa Söder und Merkel, sowie auch welche aus der zweiten Reihe immer totalitärere Züge an.
Man ist im Bestraf- und „Koste es was es wolle“ - Modus. Das Volk muss auf jeden Fall gezüchtigt und über diesen Weg die Zahlen gedrückt werden.
"Jetzt wird's psychologisch" (der "Alte")

gabriele bondzio | Mi, 13. Januar 2021 - 13:49

Der Focus liegt bei mir eindeutig auf „erwecken“. Auch im Weiterlesen muss ich sagen, dass gerade die Einseitigkeit und starre Handhabung von etwas Unbekannten. Nicht das Gelbe vom Ei ist. Ich dachte mal, dass gerade in der wissenschaftlichen Arbeit, der klärende Aspekt aus vielen Einzelaspekten und Meinungen zusammengetragen wird. Weil Theorien nur so kritischen Überprüfungen standhalten können. Und Zeit war ja über die Sommermonate da. Königsweg oder Sackgasse, die Frage bleibt immer noch völlig offen. Unübersehbar jedoch sind die menschlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen.

Gerhard Hellriegel | Mi, 13. Januar 2021 - 14:19

"Es gibt keinen umfassenden Lebensschutz" - wer hätte jemals so etwas behauptet? Es geht darum, die Pandemie auf kleiner Flamme zu halten, sonst um nichts. "Information verschaffen" - immer gut, immer ungenügend. "Der Blick in die anderen Länder Europas bietet auch keine Erhellung". Alle haben das gleiche Problem. "Wir wissen nichts Valides". Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass Abstand-Halten die Infektionsgefahr verringert?
Wenn wir wirklich nichts wissen, dann kann niemand Alternativen begründen.
Der Lockdown ist eine Variante, Abstand zu halten. Es gilt das oben Gesagte.
"Denn schärfere Eingriffe haben weder stärker noch nachhaltiger die Infektionszahlen reduziert." Gegenmeinung: Die schärferen Eingriffe haben eine weiter Eskalation verhindert.
"Doch in Organisationen – wie Unternehmen – können ... die Abläufe systematisch geordnet und distanziert werden." Wo leben Sie eigentlich? Und warum ist jetzt Distanzierung doch erforderlich?
Wir wissen doch nichts über die einzelnen ...

Es ist offensichtlich ganz wissenschaftlich erwiesen, dass verschärfte „Lockdown“-Regimes sehr wahrscheinlich keinen signifikanten Vorteil zugunsten einer effektiveren Bekämpfung des Virus haben.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.13484 (Stanford-Studie die inzwischen ganz offiziell „peer-reviewed“ zur Veröffentlichung gelangt ist.)

Zu den gesundheitlichen Schäden der Lockdown-Hysterie gehören, wie immer wieder berichtet und diskutiert, gestiegene Zahlen von Selbstmorden, Drogenmissbrauch, Missbrauchsfälle in Haushalten (gegenüber Kindern oder anderen Angehörigen), verschobene Untersuchungen und Operationen im Blick auf andere Krankheiten etc.

Hallo Frau Grönhall,
Ihr Einwand ist berechtigt. War mir neu. Die Studie ist offensichtlich bedeutend. Allerdings stehe ich - nachdem ich sie nun kenne - einer Studie vor ihrer wissenschaftlichen Diskussion abwartend gegenüber.

Ich denke, wir sind uns weiterhin einig, dass Abstand-Halten außer Impfen die einzig wirksame Maßnahme ist. Alle Einzelmaßnahmen, sei es Mundschutz, Hände-Waschen, digitaler Unterricht, Homeoffice, Radiusbegrenzung, Lockdown so oder so sind nur Varianten, wie Abstand-Halten zu realisieren sei. Und selbstverständlich müssen diese Maßnahmen einzeln bewertet werden.

Ich werde mich also weiterhin bemühen, die Lage zu verstehen. Danke.

Ich möchte daran erinnern, dass ein Mitarbeiter des Innenministeriums, verantwortlich für die Abschätzung von Gefahren für die Gesellschaft, Kuhn mit Namen, vor ca. einem Dreiviertel Jahr einen ersten Bericht über die Kollateralschäden von Corona-Maßnahmen vorlegte - und dafür von seinem Dienstherren Seehofer seines Amtes enthoben wurde.

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 13. Januar 2021 - 14:21

Ich fange mit d. Home-Office in der öffentl. Verwaltung an. Ich habe gelesen, dass von den 2.550 Mitarb. in Berlin Mitte 2.265 Anf. d. J. wieder ins Amt mussten, weil keine Laptops zur Verfügung standen. Derweil wurden für d. Gefangenen Tablets + W-Lan im Wert von 1,3 Mio. € beschafft. Die SPD sollte dort anfangen.
Dass Infektionswege nicht nachvollzogen werden können (oder sollen?) wurde hier und bei Hart-aber-Fair genug diskutiert. Könnten die Ergebnisse auch missliebig sein, wenn man von Events liest, die nicht thematisiert werden dürften? Da sperrt man lieber ein.
Insgesamt verstärkt sich mit Corona eine Feindlichkeit gegenüber Unternehmern in unserem Lande. Da werden Betriebe monatelang heruntergefahren, gesetzl. geregelte Entschädigungen von Gerichten verwehrt, Vermögen und Rentenrücklagen vernichtet und ganze Industriezweige an den Pranger gestellt. Dafür soll die Industrie zur Beseitigung der Folgen eine Wertschöpfungssteuer zahlen. Hilft das unserer Wirtschaft?

hermann klein | Mi, 13. Januar 2021 - 14:35

Sollte die Pandemie einmal vorbei sein, werden nur noch wenige Geschäfte, Klein und Mittelbetriebe überleben.
Jedoch schon vor Corona wurden jährlich zigtausende mittelständische und kleine Betriebe liquidiert.
Das ist umso schlimmer, haben gerade diese Unternehmen unserem Land die Impulse gegeben und über Jahrzehnte kräftig Steuern bezahlt, nicht die Discounter, Aldi (Albrecht) Lidl (Schwarz beide Milliardäre) Amazon, Alibaba usw. mit ihren Stiftungen, zahlen keine Steuern. Sie rühmen sich öffentlich bei Veranstaltungen mit großzügigen Spenden für die Armen dieser Welt, welche sie durch ihre unmenschliche Einkaufspolitik und zweifelte Mischkalkulationen vorher in völliger Armut getrieben haben.
Vor Jahren waren drei Millionen Unternehmen in Deutschland davon waren 98% Klein und Mittelbetriebe. Sie beschäftigen zwei Drittel aller Arbeitnehmer. An diesen Zahlen lässt sich deutlich ablesen, die Bedeutung des Mittelstandes für die Wirtschaft, damals die wichtigstes Jobschmiede.

hermann klein | Mi, 13. Januar 2021 - 14:39

Sie wurden von der Politik in Stich gelassen, von Bürokraten drangsaliert, von Banken isoliert, von den großen Arbeitgeber gefoltert und von Steuern und Abgaben demoralisiert.
Wenn man die soziale Marktwirtschaft und das gesunde Konkurrenzverhalten der Unternehmen untereinander Zug um Zug abschafft, den Mittelstand als Deutschlands Motor steuerlich abwürgt aber berufs-, wirtschaftsunerfahrene und dazu noch unfähige Berufspolitiker Planwirtschaft spielen lässt, dann lebt man in einem Land, das von Schwachköpfen regiert wird.

Claudia Biegler | Mi, 13. Januar 2021 - 14:41

Danke für den Artikel. Gerade der Punkt mit der Freiheit und dem absoluten Lebensschutz trifft für mich den Kern der Lage. Die Menschen fordern von Vater Staat den absoluten Schutz auch wenn dieser Schutz auf Kosten anderer Menschen geht. Doch diesen absoluten Schutz gibt es nicht. Diesen Schutz will ich auch gar nicht. Das Leben ist endlich und überall gibt es Gefahr und Unsicherheit. Wenn ich wählen könnte zwischen Freiheit und absoluter Lebenssicherheit, dann wähle ich die Freiheit. Warum können so viele Deutsche nur nicht mit diesem hohen Gut umgehen und wollen sie opfern? Ich bin erschüttert! Was vermitteln wir auch unseren Kindern für ein Bild? Sei erschrocken und schütze dich immer. Was für eine schreckliche Welt. Nein, sei mutig! Habe keine Angst vor anderen Menschen und freue dich mit deinem Freund. Zur Zeit darf man als Kind ja auch nur einen Freund treffen - was für ein Schwachsinn! Meine Kinder werden nicht zu Angsthasen.

Bernd Muhlack | Mi, 13. Januar 2021 - 15:26

Ich habe dieses Wort meinem Wortschatz hinzugefügt, gefällt mir gut.

Nein ein solcher bin ich natürlich nicht, der Lockdown macht schon Sinn.
Allerdings sind die BReg u die MP der Länder sowie die Administration inzwischen so festgelegt, dass es für sie gar kein Zurück, Versuche anderer Präventionen geben kann.
Das wäre ein Schuldeingeständnis, gar eine Kapitulation. Was nicht kann sein, das nicht sein darf.
"Wahnsinn ist, wenn man immer wieder dasselbe probiert und ein anderes Ergebnis erwartet."; stammt angeblich von Albert Einstein.
Nicht weit von hier ist eine Autowerkstatt - geöffnet. Direkt daneben ist ein kleines Bistro - geschlossen.
500 m entfernt ein penny - geöffnet.

Der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises (ich wohne dort) hat einen Brandbrief an die Landesregierung geschrieben: es mangelt allüberall an Impfstoff.

"Es läuft alles nach Plan!" Spahn und Kanzlerin Merkel.
Aha, soso. Kann man diesen Plan mal veröffentlichen?

Vielerorts ist der Lockdown reiner Selbstzweck!

"Es mangelt allüberall an Impfstoff".Und wer hat Schuld, Herr Landrat? Dieser Mangel ist doch die direkte Auswirkung der Einstellung von Frau Merkel. Ihr Motto war und ist: Europa first, oder, Wir brauchen eine europäische Lösung. Ich frage mich, warum Deutschland in einer solch extremen Notlage, wie sie die Corona Pandemie darstellt, nicht selbst Impfstoffe herstellt, notfalls auch durch Beschlagnahme von Produktionsstätten und des dazu nötigen Knowhows. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man das Schicksal von Millionen von Menschen, die von Krankheit und Tod bedroht sind, in den Händen von Milliarden verdienenden Privatunternehmen beläßt.

Karl-Heinz Weiß | Mi, 13. Januar 2021 - 17:03

Der sehr abwägend formulierte Beitrag gibt den Hinweis auf einen wichtigen Punkt-die unzureichende Datenlage. Bundesweit angelegte Stichproben-Fehlanzeige.
Allgemein akzeptierte wissenschaftliche Aussagen zur Virenlast bei Kindern -Fehlanzeige. Kein Impfzwang-Skeptiker sind Egomanen, obwohl keine Langzeiterfahrungen vorliegen.
Dies sind nur einige Beispiele. Deshalb eine Bitte-mehr solche Denkanstöße.

Werner Kistritz | Mi, 13. Januar 2021 - 17:22

...hat er Recht!
Das Management ist katastrophal. Und: die Regierung als üblicherweise willfähiger Vasall der "Wirtschaft" läuft hier aus dem Ruder.
Aber: gibt es deswegen ein Identifikations-Problem für das konservative Lager? Stimmt rechts=gut nicht mehr? Entziehen Unternehmer jetzt dem bürgerlichen Lager ihre Liebe?
Ich denke: Den Managern großer Konzerne ist es letztlich egal, wer ihnen zu guten Umsätzen verhilft, ob saudische Prinzen oder Grüne. Die Kasse muß stimmen, und das ist wohl auch der wahre Hintergrund dieses Artikels.
Wie alles ausgeht?
Merkel wird mit einem Heiligenschein aus allem hervorgehen und Bundespräsidentin werden.
Queen Mum Merkel.
Weiter unten wird es wird Bauernopfer geben, aber wen interessieren schon Bauern?

Ulrike Volkmann | Mi, 13. Januar 2021 - 17:53

Vielen Dank, Herr Hüther, für Ihren lesenswerten Beitrag. Sie nennen beim Namen, was auch mich zunehmend wütend macht: Diese immer gleiche Inszenierung der immer gleichen nächsten Schritte der immer gleichen Betonköpfe. Wer A sagt, muss nicht immer wieder B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war (Brecht). Aber ehrlich gesagt, ich habe die Hoffnung aufgegeben. Stattdessen lese ich ängstlich in der Regionalverordnung nach, ob ich trotz 15 km-Regel noch zu meinem Lebensgefährten fahren darf. Das ist absurd und gleichzeitig meine Realität. Warum nur sind Merkel und Co. so komplett beratungsresistent? Ist das die Freude an der neuen Machtfülle? Bei Herrn Söder vielleicht. Und vor allem: Wo ist die Legitimation für die Zumutungen, wenn man selber weder das Impfen noch den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen auch nur annähernd organisieren konnte und kann? Aber wehe, wir halten mal eine Vorschrift nicht ein, dann kassiert das Ordnungsamt - anmaßend.

bernhard schwarz | Mi, 13. Januar 2021 - 19:30

auf dass wir weise werden.
Da wird mit ethischen Grundsätzen argumentiert, die
doch nur eine Entscheidungsfeigheit kaschieren soll.
Zu meiner prägenden Zeit haben sich die Eltern (Alten) vor die Kinder geworfen, um diese zu beschützen. Heute wird die ewige Kreuzfahrt gefordert. Die Wahlmasse von uns Alten macht es den erwachsen gewordenen, verletzten Kindern, möglich, endlich Ihre Machtfantasien auszuleben. Dafür laden Sie sogar, perfider Weise, Greta und Co ein, um auch da noch ein paar Stimmen abzuschöpfen, während Sie deren Zukunft zerstören.
Ärzte wie mein Vater, aus dem Krieg verwundet heimgekehrt, haben noch entschieden, wer gerettet wird und wer nicht. Wem das zynisch erscheint, hat das Leben nicht verstanden oder nicht gelebt oder will eigene Interessen durchsetzen. Die Zukunft der Gesellschaft für den Schutz der Alten zu opfern ist schäbig! Die Intensivbetten sollen für die "Jungen" freigehalten werden ! Uns Alte Palliativ, mit Bach oder Händel und Tropfen nach Wunsch.

Lieber Herr Schwarz,
vielen Dank für Ihre ehrlichen Worte! Sie entkräften den Vorwurf, dass ich egoistisch bin, weil ich bei dem ganzen Theater auch an meine Kinder denke. Doch ich folgen Ihren Gedanken und Ihren Vermutungen, dass vor allem der "alte" Pöbel und deren Stimmen bei der nächsten Wahl, gnädig gestimmt werden soll. Ich möchte mit meinen Kindern keine Kreuzfahrt machen, aber ich will mal wieder unbeschwerte Tage erleben, an denen sich die Kinder (unsere ZUKUNFT) wohl fühlen können und nicht ständig eingeschränkt werden.

peter luders | Mi, 13. Januar 2021 - 19:41

Dieser Satz von H. Hütter legt den Finger dahin wo es weh tut:
"Der gesellschaftliche Raum ist zwar leer, doch die Furchen im Miteinander sind zu Gräben geworden, und der Disput über den richtigen Weg findet kaum noch vermittelnd statt."
Es errinnrt mich an den Stellungskrieg im 1.Weltkrieg. Hohe Opferzahlen ohne sichtbare Erfolge. Deshalb wird es am ende auf allen Seiten Verlierer geben...
Dieses Bild des "Stellungskrieg" lässt sich leider ohne Mühe auf, ich glaube fast alle Bereiche (z.B. Klima, Immigatation...)in der es eigentlich eine öffentliche Diskussion geben sollte, übertragen.
Mit dem gleichen verheerenden Ergebnis, Verliere auf beiden Seiten....

Lisa Werle | Mi, 13. Januar 2021 - 19:42

Ich bezweifle, dass es so ‚groß‘ ist – und würde gerne wissen, aus welcher Lebenssituation heraus Menschen ständig härteren und offenbar nicht wirksamen Freiheitseinschränkungen zustimmen. In meiner Umgebung sehe ich dabei oft Menschen, die ihr Einkommen gesichert erhalten, auch ohne zu arbeiten. Was mich umtreibt: Es ist doch sonnenklar, dass Hunderttausende Existenzen und damit LEBEN mit diesen radikalen Maßnahmen vernichtet werden. Interessiert das keinen von denen, denen es im Lockdown nach wie vor gut geht?
Leben ist mehr als physische Existenz - und Verzweiflung erzeugt Wut. Die nicht gehört wird. „Sind alles nur Wutbürger und Corona-Leugner.“ Ich kann dieses Geschwätz kaum noch ertragen. Die Kritik an Maßnahmen ist berechtigt – und wird mindestens sozial sanktioniert. Es ist brutal, gerade Menschen, deren Existenz so rücksichtslos vernichtet wird, als ‚Corona-Leugner‘ abzumeiern.
Und das in einem Land, dass sich ständig politisch moralisierend über andere erhebt.

Albert Schultheis | Mi, 13. Januar 2021 - 23:16

1. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass in den Altersklassen der 0 bis 49-Jährigen, also der Menschen die im Wesentlichen Wirtschaft und Verwaltung bewerkstelligen, im vergangenen Jahr an/mit Corona nur ca. 300 Menschen gestorben sind, dann wird man es ernsthaft bezweifeln, dass ein genereller Lockdown überhaupt zielführend sein kann.
2. Gleichzeitig sterben die Alten nach wie vor ungebremst! Die gefährdeten Gruppen müssten daher unbedingt mit besonderen Maßnahmen geschützt werden. Das geschieht nur unzureichend und zu spät! Diesem Versäumnis fielen viele Menschen zum Opfer.
3. Warum hört man gar nichts darüber, dass und wie man unser Immunsystem stärken kann, um ggf. einen viralen Angriff abzuwehren bzw. Krankheitsverläufe abzumildern?
4. Nicht nur eine ökonomische Folgenabschätzung (der Kollateralschäden) der Corona-Maßnahmen wäre nötig, sondern gleichermaßen eine medizinisch-gesundheitliche und gesellschaftliche. Warum gibt es die nicht? Vermutlich, weil das Ergebnis eklatant wäre!

... vermisse ich schon seit Beginn des ganzen Wahnsinns! Und was kommt: Bleibt zu Hause in der Bude, mit Chips auf dem Sofa am besten. Rausgehen wird schwer bestraft. Das ist doch irre! Und ich bin sicher, das Ganze ist geplant um noch mehr Leute krank zu machen! Vitamine, frische Luft, Sport, gesunde Ernährung - alles Fehlanzeige. Nicht gewollt weil nicht ins Bild passend.
Dagegen immer fetter werdende Leute.... nun, dann freut sich wenigstens die Pharmaindustrie über die ganzen zusätzlichen Zuckerkranken....