Demonstration am Weltfrauentag 2021 in Berlin / dpa

Ukraine-Krieg am Weltfrauentag - Wenn die Identitätsrepublik mit dem Ukraine-Krieg twittert

Während in der Ukraine der Krieg tobt, feiert man in Berlin den Internationalen Frauentag. Zwei unterschiedliche Ereignisse, zwei unterschiedliche Themen – möchte man meinen. Doch in den sozialen Medien wird fleißig das eine mit dem anderen verknüpft, was wenig zielführend ist – und auch ein bisschen pietätlos, weil der Ukraine-Krieg eigentlich nicht als Vehikel für feministische Identitätspolitik taugt.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero. Er studierte Journalistik und lebt in München.

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Es ist mal wieder Weltfrauentag, in Berlin jedenfalls. Hier in Bayern sieht das anders aus: Bei uns im Süden wäre es ein stinknormaler Dienstag mit mittags sonnigen 5 Grad Celsius, wäre die Weltlage nicht, wie sie ist. Denn in der Ukraine herrscht bekanntlich Krieg, was derzeit auch maßgeblich den Arbeitsalltag unserer Redaktion bestimmt. Aber am Dienstag war eben auch Internationaler Frauentag und dieser auch bei Cicero Thema.

Weil dem so ist, habe ich am Morgen zwei Texte gelesen. Der eine ist von Hugo Müller-Vogg, der wunderbar pointiert über den Weltfrauentag schreibt. Der andere ist ein Interview mit dem ungarischen Präsidenten Viktor Orbán, der seine Perspektive auf den Ukraine-Krieg erläutert. Beide Texte darf ich Ihnen trotz der derzeitigen Weltlage reinen Gewissens und zwar gleichberechtigt ans Herz legen.

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Martin Falter | Di, 8. März 2022 - 18:27

sind es doch die Männer die das Land nicht verlassen dürfen und kämpfen müssen, also das hö haste Opfer bringen müssen.

Hier nur die Frauen als Opfer raus zustellen finde ich typisch für die Dauerempörten.
Und weil das so ist, kann ich das Thema schon lange nicht mehr ernst nehmen.

Romuald Veselic | Di, 8. März 2022 - 18:28

ist das Männerleben nicht gleichwertig mit Frauenleben, und insoweit ist mir das auch egal. Dabei manchmal vergessen wird, dass die Männer deshalb in den Krieg ziehen, wie aktuell, um ihre Familien; inkl. Mütter/Frauen/Mädchen zu beschützen. Ich habe bislang noch nie gehört, dass die "Feministinnen" gepostet hätten; wir brauchen keinen Schutz von Men, sondern wir erwehren uns gegen feindliche Men - selbst.

Übrigens, diese Proteste in BER, sind Komfortproteste, die einen rituellen Wert besitzen, durch saturierte NGOs finanziert und propagandistisch ausgeschlachtet, bis man dessen überdrüssig wird.
Wie wäre mit einigen gecharterten Jumbos nach Teheran/Riyad/Islamabad/Asmara/Abuja zu fliegen u. dort etwas Demo zu veranstalten. Im Rahmen des Internationalismus/Emanzipation. Das, wäre ein echtes Ereignis. Women-Power pur. In Live-Übertragung.

Advocatus Diaboli 😈

Maximilian Müller | Di, 8. März 2022 - 18:31

..die Twitter-Trends zu überprüfen. Lacher heute: Der Hashtag #Männertag trendet, was zu erheblichen Verstimmungen bei Feministinnen führt. Die Ironie: Der Grund für den Trend sind die Feministinnen selbst, die sich quasi präventiv über den Hashtag ärgern und ihn damit an die Spitze katapultieren, was sie aber nicht merken. Und so ärgern sie sich maßlos über die vermeintliche Arroganz der Männer, drohen ihnen gar mit dem "Tod durch Gurgel aufschlitzen", während nicht ein einziger Mann (außer männlichen Feministen) unter diesem Hashtag etwas geschrieben hat.

Was für eine Zeit.

Hans Jürgen Wienroth | Di, 8. März 2022 - 19:20

Wie kann man in Zeiten der Diskriminierung aller Diverser noch einen Frauentag begehen? Das grenzt doch fast an Rassismus, oder?
Danke für diese Worte. Die „Vehikel“, die man zur Durchsetzung eigener Interessen nutzt, werden immer absonderlicher. Der Ukraine-Krieg ist da für vieles ein gutes Beispiel, geht es doch nicht nur um die „Gleichstellung“ der Frau. Wollen sie tatsächlich Gleichberechtigung mit gleichen Pflichten und Rechten oder nur GLEICHSTELLUNG?
Tatsächlich muss der Krieg auch für den Umbau der Energiewirtschaft herhalten. Eine bessere Gelegenheit, den Umbau der Energiegewinnung zu den sog. Erneuerbaren als nationales Interesse herauszustellen, wird so schnell nicht wiederkommen.
Da, wie auf vielen anderen Feldern, zählt nur der eigene, ideologische Vorteil, ohne Rücksicht auf Verluste. Die tragen, wie bei Frauentag und Ukrainekrieg, ohnehin andere.

nach meiner Erfahrung bedeutet, daß die Gleichzustellenden alle Vorteile genießen wollen, die Pflichten aber strikt ablehnen, das ist insbesondere bei Feministinnen zu beobachten, aber ihnen stehen qua Geschlecht eh nur die Vorteile zu.

Was den Umbau der Gesellschaft und die willkommenen Vehikel angeht, so ist das momentan eindrucksvoll bei Herrn Habeck zu beobachten. Er nutzt die aktuelle Lage, um seine autoritären Visionen umzusetzen, er ist dabei unter dem Deckmantel der Krise möglichst alle gesellschaftlichen Freiheiten abzuschaffen.

Die Grünen outen sich als das was sie immer waren, eine linksfaschistische Partei die mit Demokratie nichts anfangen kann. Kritik am grünen Gesellschaftsumbau fehlt natürlich vollkommen, denn wir haben ja Krise und das muß man auch den Abbau der Demokratie hinnehmen.

Walter Bühler | Di, 8. März 2022 - 22:07

Wird der auch in Kiew und Moskau gefeiert? Da hätte es echt eine Sprengwirkung!

NB: Fremdwörter sind aber nicht nur für Femminist*innen schwer.

Anti-Frauensteinigungstag oder Anti-Mädchenbeschneidungstag. Zwei Dinge, die bei den dauerempörten linksidentitären Frauen oder linksidentiär korrekt und tautologisch "Menschen mit Uterus, die Kinder gebären" überhaupt keine Rolle spielen. Dafür wird der Hijab als Selbstverwirklichung der Frau gefeiert. Vielleicht demnächst auch der 1. Februar, der "World Hijab Day".

Alexander Brand | Mi, 9. März 2022 - 07:45

konservative, christliche, heterosexuelle, europäische Mensch, massiv diskriminiert wird. Er hat keine Lobby, im Gegenteil, selbst die Kirchen die über Jahrhunderte Hüter der christlich-abendländischen Werte waren, sind mittlerweile gegen ihn.

Jede Randgruppe und jede Randerscheinung einer Randgruppe sei sie noch so marginal wird in diesem Land ernstgenommen, hofiert, privilegiert, unter besonderen Schutz gestellt.

Wir haben den Punkt der Übergleichstellung längst erreicht, diese Gesellschaft kippt gerade. Das was sich über Jahrhunderte bewährt hat und bis vor kurzem noch als erstrebenswerter Normalzustand galt, gilt heute als archaisch. Menschen die nach diesem bewährten Modell leben (wollen) werden, ausgegrenzt, diskriminiert, benachteiligt.

Das heute Verpönte ist aber die Grundlage unserer Kultur und unseres Wohlstands. Gibt ein Volk seine Traditionen und seine Werte auf, so gibt es sich selbst auf, denn Werte und Traditionen sind das Fundament einer Gesellschaft!

Albert Schultheis | Mi, 9. März 2022 - 09:29

Wenn ihr verweichlichten Eierstöcke wirklich etwas tun wollt, dann tut etwas für eure Schwestern im Islam, die in unserem, ja, so allerbesten Land von wahrhaftigen Patriarchen unterjocht und im Namen der patriarchalen Ehre geschächtet werden!
Im Übrigen sollten wir endlich etwas für unsere Buben und Jungen tun. Die kacken uns nämlich reihenweise ab, weil sie in dieser Gesellschaft von einer mächtigen Phalanx von GEW-Frauen verzogen, effeminiert und entmannt werden!

gabriele bondzio | Mi, 9. März 2022 - 10:06

Die Aufschrift auf dem Plakat „Das Patriarchat geht mir auf die Eierstöcke“...sollte die Trägerin wohl eher den muslimischen Vertretern des Patriarchat unter die Nase halten.

Hatte selbst in DE daraus keine Probleme mit den Eierstöcken bzw. den mich umgebenden Männern. Respekt kann ich mir allein verschaffen.
Genauso verwundert sehe ich auch die Verknüpfung mit dem Krieg in der Ukraine. Und bei mir balancieren sie da nicht auf dünnen Eis, werter Herr Krischke ...wenn Sie sich fragen, ob der Ukraine-Krieg wirklich das denkbar schlechteste Vehikel für Identitätspolitik und entsprechende Botschaften ist.

Mein Sohn brachte nach der Arbeit 3 große Blumensträuße für seine Frauen, dass ist Wertschätzung an der ich Freude habe.