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Twitter-Besitzer dementiert - Elon Musk nennt Bericht über X-Rückzug aus Europa „ völlig falsch“

Multi-Unternehmer Elon Musk ist heute gleich doppelt in den Schlagzeilen. Den Bericht über den Rückzug seiner Plattform X (Ex-Twitter) aus Europa dementiert er. Die schwierige Lage seines Auto-Konzerns Tesla bestätigt er.

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Elon Musk hat einen Medienbericht über einen möglichen Rückzug seiner Online-Plattform X (ehemals Twitter) aus der Europäischen Union zurückgewiesen. Das sei „völlig falsch“, schrieb Musk am Donnerstag auf X. Er reagierte damit auf einen Bericht von Business Insider, wonach Musk erwogen haben soll, wegen der EU-Vorgaben den Dienst für Nutzer in der EU zu sperren. Auslöser sei die Unzufriedenheit des Tech-Milliardärs mit dem Digital-Gesetz DSA (Digital Services Act), schrieb die Website in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf eine mit dem Unternehmen vertraute Person.

Das DSA-Gesetz verpflichtet große Online-Plattformen, konsequent und schnell unter anderem gegen Hassrede vorzugehen. X bekam jüngst einen Fragenkatalog der EU-Kommission, die mehr darüber wissen will, wie der Dienst seinen Verpflichtungen nachkommt. Grund waren Hinweise auf die Verbreitung von Gewaltaufrufen und Falschinformationen nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel. EU-Kommissar Thierry Breton verwies unter anderem auf Berichte über manipulierte Bilder und Mitschnitte von Videospielen, die für echte Aufnahmen ausgegeben worden seien.

Die nun dementierte Meldung kam fast gleichzeitig mit dem Quartalsbericht des von Musk gegründeten E-Auto-Konzerns Tesla.  Dessen Zahlen für das vergangene Quartal erfüllten nicht die Markterwartungen. Im vergangenen Quartal steigerte Tesla zwar den Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf 23,35 Milliarden Dollar (rund 22,15 Mrd Euro). Doch Analysten hatten im Schnitt mit gut 24 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn sank um 44 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar. Die Auslieferungen sanken im vergangenen Quartal unter anderem wegen geplanter Auszeiten zur Modernisierung von Fabriken. Doch diese Stilllegungen waren von den Analysten bereits eingerechnet worden.

Musk sieht Tesla in einem Sturm

Musk zeigte sich bei der Präsentation besorgt über das hohe Zinsniveau, das Menschen vom Autokauf abhalte. Tesla hält mit Preissenkungen dagegen, die wiederum die Profitabilität drücken. Deshalb versucht die Firma, „gnadenlos“ ihre Kosten zu senken, wie es Chefingenieur Lars Moravy ausdrückte.

Immerhin bekräftigte Tesla das Auslieferungsziel von rund 1,8 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr. Zudem kündigte Musk die erste Auslieferung des um rund zwei Jahre verzögerten Elektro-Pickups Cybertruck für Ende November an. Voraussichtlich 2025 könne Tesla bis zu 250 000 der Wagen pro Jahr bauen, die dem Elektro-Autobauer die vor allem in den USA extrem populäre Fahrzeug-Kategorie erschließen sollen.

Musk beklagte, dass der Produktionsanlauf für den Cybertruck lange dauere, weil das Fahrzeug so ungewöhnlich sei und man erst herausfinden müsse, wie man es baut. „Wir haben uns mit dem Cybertruck unser eigenes Grab gegraben“, scherzte er in einer Telefonkonferenz für Analysten.

Musk wich dabei vielen konkreten Fragen aus. Zum Beispiel danach, wann Teslas humanoider Roboter in den Fabriken der Firma arbeiten könnte und wie die Entwicklung des von ihm in Aussicht gestellten fahrerlosen Robotaxis vorankommen. Er sei sehr mit dem Tempo zufrieden, ließ Musk wissen.

Auf die Frage nach den Ausbauplänen für die Werke in Grünheide bei Berlin und Austin in Texas sagte er, die aktuelle Priorität sei, die Produktion der bestehenden Fertigungslinien zu maximieren. Die schwierige Konjunktur verglich Musk mit einem Sturm. Tesla sei ein robustes Schiff. „Wir gehen nicht unter, aber selbst ein großartiges Schiff hat in einem Sturm zu kämpfen.“ Die Aktie, die vor der Telefonkonferenz noch im Plus lag, beendete den nachbörslichen Handel mit einem Kursverlust von über vier Prozent.

dpa

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