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Nico Rosberg: Ich denke, dass mit dem Tod alles ein Ende haben wird / Tom Ziora

Nico Rosberg über seine letzten 24 Stunden - Gutes tun bis zum Schluss

Wenn Rennfahrer Nico Rosberg an seine letzten 24 Stunden denkt, möchte er gelassen als Hundertjähriger auf ein erfülltes Leben zurückblicken: Auf einer Segeljacht an der Côte d’Azur, mit formidablem Essen im Kreis seiner Familie und engsten Freunde.

Autoreninfo

Björn Eenboom ist Filmkritiker, Journalist und Autor und lebt im Rhein-Main-Gebiet.

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Der deutsch-finnische Rennfahrer Nico Rosberg zählt zu den besten seiner Zunft. Nach dem Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft 2016 beendete Rosberg seine Karriere und ist seitdem als Unternehmer tätig.

In der Blüte meines Lebens über den eigenen Tod nachzudenken, bereitet mir großes Unbehagen. Das wäre viel zu früh und würde mich deprimieren. Wenn ich an meine letzten 24 Stunden denke, möchte ich als Hundertjähriger auf ein erfülltes Leben zurückblicken.
Es soll ein sonniger Tag im Frühsommer sein. Ich befinde mich auf einer Segeljacht vor der südfranzösischen Küste. In aller Frühe stehe ich auf, um an der Reling den Sonnenaufgang über dem Meer zu beobachten. Die Sonnenstrahlen fangen allmählich an, auf dem Wasser zu tanzen. Ich lausche dem Plätschern der ruhigen See und erfreue mich am Anblick der Côte d’Azur. Vom Festland nehme ich die intensiven Gerüche der Provence wahr, die der Wind herüberweht.

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Christa Wallau | Fr, 25. Dezember 2020 - 19:50

für den dürfte der letzte Tag allerdings wirklich kein Problem bedeuten.
Wie der junge Herr Rosberg sein Leben bisher geführt hat und auch in Zukunft zu führen gedenkt, nämlich finanziell gut abgesichert und völlig selbstbestimmt, für den wird der Todestag in seiner Vorstellung natürlich auch nichts Beunruhigendes an sich haben, sondern nur den strahlenden Schlußpunkt hinter ein in jeder Hinsicht erfülltes Leben setzen.

Ich kann Herrn Rosberg nur wünschen, daß seine
Vorstellungen Realität werden. Allerdings halte ich dies für unwahrscheinlich.

Die allermeisten Menschen auf dieser Erde müssen einen völlig anders gearteten letzten Tag ihres Leben durchstehen.

Marianne Bernstein | Fr, 25. Dezember 2020 - 21:14

Es ist gut, wenn sich ein junger Mensch mit Religion und Philosophie auseinander setzt. Aber Herr Rosberg wird noch lernen müssen, dass das Leben nicht nur auf der Überholspur stattfindet und man mit 100 vielleicht froh ist Weihnachten im Kreis seiner Lieben verbringen zu können.

Hanno Woitek | Sa, 26. Dezember 2020 - 10:03

Jetzt werden auch noch Philosophen aus simplen Sportlern gemacht, die das Glück hatten einen "guten Fuss"fürs Gas zu haben.
Dann doch lieber der wirkliche Philosoph, Gerd Müller, der auf die tiefgründige philosophische Frage "warum erst so viele Tore schießt, antwortete: "Ah - drum".

Bernd Muhlack | Sa, 26. Dezember 2020 - 15:47

Mein ganz tolle Oma Miechen sagte immer, es sei nicht schön alt zu werden. Damit meinte sie jedoch lediglich, dass sie viele Dinge gar nicht mehr oder nur mit Hilfe erledigen konnte.
Sie war bis zum bitteren Ende geistig topfit, körperlich in den letzten Jahren mehr oder weniger ein Wrack, bettlägerig. Sie wartete nur noch auf eine Nachricht: die Geburt ihrer ersten Enkelin.
Am 27.09.19x wurde Simone geboren, Oma strahlte, lächelte ein letztes Mal - dann mehrere Schlaganfälle. Sie schlief zu Hause ruhig ein, 86j.

Nico Rosberg ist jetzt aus meiner Sicht nicht so prickelnd, er ist mir egal. Im Mai 94 verunglückte Ayrton Senna tödlich beim GP in San Marino, er war ein wirklich Großer!

Übrigens sollte mMn jeder das Recht haben, den Zeitpunkt seines Endes selbst zu bestimmen, insbesondere final Erkrankte. Meine Oma hat das quasi aus letzter eigener Kraft geschafft; sie war eine sehr gläubige Frau. Vielleicht hat ihr Gott ja geholfen?
Sie war nur 1,51m, jedoch war sie eine ganz Große!