Medien zur Flüchtlingskrise - „Viele Journalisten wollen Merkel auf dem Schoß sitzen“

Der Medienforscher Michael Haller hat mit einer Studie über die Rolle der Medien während der Flüchtlingskrise für Aufsehen gesorgt. Die Moralisten hätten die Macht und den Job der Politik-PR übernommen, sagt Haller im Interview

Der Chefredakteur der Kieler Nachrichten inmitten von Schildern mit der Aufschrift "Refugees welcome"
„Refugees welcome“-Schilder der „Kieler Nachrichten“: „In den Medien übernahmen die Moralisten die Macht“ / picture alliance

Autoreninfo

Kurt W. Zimmermann ist Chefredakteur des Schweizer Journalist.

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Kurt W. Zimmermann

In der Flüchtlingskrise, so sagt Ihre Studie, verloren die deutschen Informationsjournalisten die kritische Distanz und wurden zu Erfüllungsgehilfen der Politik. Ist das ein Beleg für die Existenz der sogenannten Mainstreammedien? 
Man kann unsere Befunde so interpretieren. Wenn wir mit „Mainstream“ die vorherrschende Denkweise meinen, wie sie von der grossen Koalition in Berlin vertreten und propagiert wird, dann boten die Informationsmedien eine sehr grosse Übereinstimmung mit dieser Linie. Zudem gab es eine überraschend grosse Konsonanz zwischen den verschiedenen Medien. Angefangen bei den Online-Newssites der grossen Verlage über die Fernsehnachrichten bis zu den Tageszeitungen – und hier bis hinter zu den Lokalblättern. Überall dieser Gleichklang, überall dieselbe Perspektive.

War es eher das Klischee der Lemminge, also kollektiver Kampagnenjournalismus?
Beim Megathema Flüchtlinge würde ich das nicht sagen. Die Mainstreammedien repräsentieren das liberale Bürgertum, das darunter litt, dass Deutschland vom EU-Ausland 2014 und 2015 im Streit über den Schuldenberg Griechenlands als hartherzig und rechthaberisch wahrgenommen wurde. Sie erinnern sich vielleicht, dass die Bundeskanzlerin in ein paar südeuropäischen Medien mit Peitsche und Hitlerbärtchen dargestellt wurde. Die akute Notlage der in Ungarn festsitzenden Migranten eröffnete nun den liberal denkenden Deutschen die Chance, sich als entgegenkommende und hilfsbereite Gesellschaft zu zeigen.

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helmut armbruster | So, 5. November 2017 - 16:31

wenn in einer Diktatur alle Zeitungen über dasselbe Thema dasselbe schreiben, dann weiß man warum das so ist und wundert sich nicht.
Wenn dasselbe in einer Demokratie mit verfassungsrechtlicher Pressefreiheit geschieht, dann wundert man sich schon.
Was soll man von einer Presse halten, welche die ihr garantierte Freiheit gar nicht will?
Was soll man von Journalisten halten, welche ihre Kritikfähigkeit abschalten und es mit Tatsachen nicht so genau nehmen?
Belügen kann sich jeder selber. In Parallel-, in Scheinwelten und Blasen leben ebenfalls.
Was der Einzelne nicht alleine kann, ist sich objektive Informationen zu verschaffen. Das geht aber nur mit funktionierenden Medien. Doch wo sind diese?

Cicero, achgut.com und Tichys Einblick zum Beispiel - und natürlich auch die Auslandspresse. Ich bin aber auch schon ein bisschen schadenfroh, weil sich die Hofberichterstattung auf die Auflagen ausgewirkt hat und gewiss beim Spiegel,Stern und Zeit ein paar Jobs kosten wird.

Juliana Keppelen | So, 5. November 2017 - 19:06

sitzen.
Ich möchte dem Autor widersprechen indem ich behaupte nicht erst in der Flüchtlingskrise sondern von Anbeginn ihrer Kanzlerschaft. Kein Kanzler hätte sich so viele Wiedersprüche. Pirouetten, Fehlentscheidungen und hohle Phrasendrescherei leisten können ohne von den Medien frei In der Luft zerrissen zu werden. Jeder F....... dieser Dame wurde noch hochstilisiert zu einem Aromaevent. Selbst wenn wo überhaupt niemand erkennen konnte wo die Reise hingehen soll (selbst Merkel nicht) war man sich nicht zu bl....... zu behaupten sie denkt vom Ende her.

Christa Wallau | So, 5. November 2017 - 19:07

Die Studie von Michael Haller zeigt mit wissenschaftlichen Mitteln nur auf, was viele Menschen in Deutschland schon lange spürten, aber nicht beweisen konnten: Die meisten Medien berichteten nicht objektiv, sondern stützten nur den Regierungskurs. Sie wollten zu den vermeintlich "Guten" gehören und sich im Bewußtsein ihres Moralismus suhlen.
Daher kam die Bezeichnung "Lügenpresse" in die Welt. Viele Menschen wußten sich nicht mehr anders zu helfen als mit diesem Schimpfwort.

Was nun? Gibt es etwa Bitten um Entschuldigung seitens der Fernsehanstalten, der
BILD, der ZEIT, der SZ (Prantl!) o. anderen Printmedien bei den vielen Leuten, die jahrelang von ihnen diskriminiert wurden, obwohl sie ein gutes "Näschen" dafür hatten, daß etwas total schieflief in der deutschen Medienlandschaft?
Wohl kaum.
Das zerschlagenen Pozellan des Vertrauens in die Objektivität von Journalisten wird sich so oder so in absehbarer Zeit nicht wieder kitten lassen. Dafür war das Verhalten zu dumm und schäbig.

Sehr verehrte Frau Wallau, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Diese Hofberichterstattung mit Unterdrücken von Informationen, Manipulation von Nachrichten, Tatsachenverdrehungen, Hass- und Hetze-Kommentaren gegen politisch nicht auf dieser Konsens-Mainstreamwelle Daherkommende (Zielobjekte Trump, AfD) ist unerträglich. Das ist auch die große Manipulation der Wahlen in Deutschland durch die freiwillig gleichgeschalteten Medien, weil der Großteil der Bevölkerung nichts weiß und auch nichts wissen will und darum am Ende eben doch dem Mainstream der selbsternannten guten, anständigen Tschournalisten hinterherläuft. Ihre Einschätzung zum SZ-Prantl wird in vollem Umfang geteilt und bestätigt (ehem. SZ-Abonnenent).

Sie haben mit Ihrer Einschätzung so Recht, Frau Wallau. Leider ist das Porzellan für kritische Leser mit etwas Erinnerungsvermögen immer noch nicht gekittet. Fast täglich gibt es Informationen, die sich bei kritischem Hinterfragen als unsicher oder gar als falsch herausstellen. Ganz schlimm wird es bei statistischen Aussagen. Da bewährt sich die Aussage aus meiner Arbeitswelt: „Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“. Mit Auswahl, Stichprobe und Randbedingungen lässt sich fast jede Aussage statistisch belegen. Die Widersprüche in den Aussagen zur Umweltpolitik sind ein gutes Beispiel dafür.
Erst wenn die Veröffentlichungen sich bei kritischer Betrachtung als wahr erweisen, kann Vertrauen in die Berichterstattung wieder entstehen.
Ich würde mir bei Interviews eine etwas kritischere Herangehensweise wünschen. Wenn ein Vertreter einer großen Partei sagt, da wo wir sind ist die Mitte, sollte das nicht so hingenommen werden. Die Mitte wandert sonst leicht an den Rand.

Alfred Kastner | So, 5. November 2017 - 19:33

Erst nach „Köln“ flammte die Debatte über Immigration und Integration in Deutschland auf, weil sich die Medien dieser nun nicht mehr entziehen konnten. Insbesondere die Probleme mit den jungen männlichen Zuwanderern konnten nicht mehr geleugnet werden.
Die deutsche Presse hat sicherlich nicht kollektiv versagt, aber unbefangen ist sie in der Flüchtlingspolitik auch nicht. Die Angst, den Rechten in die Hände zu spielen ist historisch begründet. „Fürsorgliche Bevormundung“ ist für den professionellen Journalismus jedoch ein schlechter Ratgeber.
Durch ihre unkritische Unterstützung von Merkels Flüchtlingspolitik haben die Medien der Gesellschaft ein falsches Bild von der Wirklichkeit vermittelt.
So fühlte sich Merkel in ihrer Flüchtlingspolitik zusätzlich bestätigt. In ihrer Verblendung versuchte sie sogar, allen EU-Staaten die Aufnahme von Flüchtlingen aufzuzwingen, was für Spannungen innerhalb der Union sorgte und einer der Gründe für den Ausgang des Brexit-Referendums war.

Ich glaube deshalb, weil die Presse relativiert und lügt werden sich Menschen radikalisiern und nach rechts drifften, diese Machtart erreicht gerade das Gegenteil was sie bezweckt. Ich glaube man sieht es schon und man macht weiter wie gehabt. Zu gross ist die Angst die Wahrheit auszusprechen damit man nicht in die rechte Ecke geschoben wird, obwohl das die Presse war, die damit angefangen hat, jeder Kritiker war ein Rechte, wenn nicht Nazi. Bei den Politikern ist es gleich, egal was die AFD vernümpfitges vorschlagen wird, alle werden dagegen sein-aus Angst und am ende wird die AFD der Gewinner, denn nicht jeder Mensch lässt sich ewig anlügen, die Menschen haben Augen in Kopf,Cicero, TE, Achgut und internationale Presse in Internet.

Ingo Meyer | So, 5. November 2017 - 19:46

Das ist ein hervorragender Beitrag, der allein den Tagespass wert ist! Der Rundfunk war mindestens genau so. Von ARD/ZDF - TV ganz zu schweigen!

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 5. November 2017 - 22:38

evtl., dass es für menschenfreundliche, kluge Journalisten, die ich einmal von den "Einpeitschern" trennen würde, überhaupt nicht ersichtlich war wohin Merkels Reise gehen würde.
Wer versteift sich dann auf Abwehr, wenn doch auch Sigmar Gabriel mit dem Button "Refugees Welcome" im Bundestag sass?
Man lasse die Zeit einmal an sich erneut vorüberziehen.
Der nächste Schritt Merkels war zu keinem Zeitpunkt bekannt?
Es hat bei mir eine Weile gedauert bis ich m.E. diese schleichende Veränderung durch "Verschleppung" bzw. Nicht-thematisierung von Problemen und Fragestellungen bemerkte.
Keine Frage, es gibt unterschiedliche Haltungen zu Migration etc., als ich dann aber parallel zur Nicht-Thematisierung eine Art "Verteufelung" von kritischen Stimmen meinte feststellen zu können, ist mir der Kragen geplatzt.
Unfähige Kommunizierung von Politik bei Strafe dann Mit-Denkender...
Ich lasse Merkel nicht alles durchgehen, nicht wenn es dann solche Dimensionen annimmt:
Jetzt sind sie halt...

Sie kann es nicht und er hat wie so viele andere recht gehabt. Ich erinnere mich noch wie die Presse nach der 1. Wahl über ihren "unaufgeregten" Regierungsstil gejubelt hat. Aussitzen oder Abwarten wo die Mehrheiten sitzen und sich dann an die Spitze stellen, das ist ihre Strategie. Sie hat nicht nur das schlechteste Wahlergebnis seit 1949 für die CDU eingefahren - sie ist auch die schlechteste Wahl für die kommende Regierung. Ich will nicht immer meckern - aber ich muss ;-)

um sich dann an die Spitze zu stellen... kann doch eigentlich nicht so schlecht sein, denn heißt es nicht immer, es soll danach gehen, was die Mehrheit will? Insofern hat sie doch richtig gehandelt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es wirklich immer die Mehrheiten waren; ich gehörte jedenfalls nicht dazu. Und in den aller schlimmsten Fällen hat sie nicht danach gehandelt, sondern nur nach eigenem "Gutdünken". Charakter hat, wer auch Fehler eingestehen kann und sie danach berichtigt! Aber sie sieht sie ja auch nach dem Wahlergebnis nicht.

Bernhard Mayer | Mo, 6. November 2017 - 07:18

Ich hatte bisher eher den Eindruck, daß etliche Medien in der Unterhose aller Bundeskanzler_Innen eine Wanze installiert hatten/haben :-)).

Hans Page | Mo, 6. November 2017 - 09:25

Man kann dem Cicero nur danken, dass er sich von der medialen Hysterie vor allem in Deutschland nicht hat mitreissen lassen, sondern die Ereignisse mit der gebotenen Distanz beobachtete und kommentiere. Leicht und einfach wird es nicht gewesen sein, ich erinnere mich an einige Anwesenheit von Herrn Schwennicke im Presseclub, in denen man dachte: "der hat Mut". Witzigerweise hat die deutsche Mythen/Maerchengeschichte ein Analogem in dem vorausgesagt wurde was sich in Deutschland gegenwärtig abspielt Eine Schlussfolgerung gibt es jedenfalls jetzt schon: vielleicht haben wir Deutschen wirklich eine Neigung Andersdenkende zu verteufeln (unsere Geschichte bietet jede Menge Beispiele) und Traumwelten nachzuhaengen. Es wird wohl noch lange dauern, bis wir "Normal" werden, und in der Lage sind einen "Spate einen Spaten" zu nennen (call a spade a spade). Andere Nationen haben das schon lange drauf, vielleicht können wir von den Briten und Katalanen und Ungarn noch viel lernen.

Peter Lieser | Mo, 6. November 2017 - 11:07

Die "Kaiserin" ist seit ca. 12 Jahren nackt und keiner merkt es, Ciciero ausgenommen.

Willi Mathes | Mo, 6. November 2017 - 11:09

Sachliche Klarstellung !

Hofberichterstattung statt kritischem Journalismus, auch " Gefälligkeitsjournalismus " genannt !
Frau Merkel denkt vom Ende her, vielleicht betrifft es auch Ihre Kanzlerschaft !

Dank an die Herren Zimmermann und Haller

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 6. November 2017 - 11:23

machen, obwohl die Anstrengung, kritischem Journalismus verpflichtet zu bleiben schon fast "übermenschlich" war.
Vor allem darf er jetzt nicht zu negativ werden.
Irgendjemand schrieb, dass Herr Schwennicke nicht von Anfang an negativ zu Merkel stand.
Warum auch, solange die CDU sich fast "übermenschlich" anstrengte sie auf Linie zu halten.
Die Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Konservatismus, das wofür die CDU schon immer stand, wären jetzt von Interesse, eigentlich aber, denn ich glaube den Cicero viel breiter aufgestellt, eine gesellschaftliche Perspektive überhaupt im weltweiten Miteinander.
Macron strahlt bis auf seine Großmuttergeneration aus, Kurz mag fesch sein, daran kommen auch die Beiden nicht vorbei.
Machen wir es halt?
In dem Zusammenhang wäre es nett, wenn sich die gesellschaftliche Elite dem Cicero öffnete.

Claudia Westphal | Mo, 6. November 2017 - 11:36

war einmal, die vierte Macht im Staat zu sein und die Regierenden zu prüfen und zu kontrollieren.

Diese Position haben sie aufgegeben.

Ich verweise auf ein höchst interessantes Interview mit Gabriele Krone-Schmalz, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

https://www.youtube.com/watch?v=2UDZ_cXstAI

das Interview mit Frau Krone-Schmalz habe ich mit großem Interesse angesehen. Ihre Ausführungen finden meine volle Zustimmung. Allerdings hat sie nicht davon gesprochen, dass die größten Medien Liz Moon und Friede Springer gehören, die beide Angela Merkels Politik ihre Hausmacht in diesen Konzernen einsetzen, um Angela Merkels Politik aktiv zu unterstützen. Krone-Schmalz kann sich ihre kritische Haltung leisten, weil sie nicht mehr in Lohn und Brot stehen muss. Für die Mehrzahl der anderen Journalisten gilt leider weiterhin: “Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“'

konnte sich ihre kritische Haltung leisten weil sie unabhängig war.
Stimmt denn nachdem sie ihre nicht "mainstreamfähige" Meinung in einer Talkshow kund tat wurde sie quasi boykottiert wenn nicht gar von lieblichen Kollegen gemobbt und ihr Meinung war nicht mehr in den ÖR gefragt. Das gleiche passiert auch mit Herrn Scholl-Latour den man z. Teil als alten senilen Greis abstempelte.

Bernhard Jasper | Mo, 6. November 2017 - 11:39

Beide wollen uns ihre Realität vorführen, um Einfluss über andere Menschen zu nehmen. Sie wollen uns ihre Wahrheit und ihren persönlichen Wahn-Sinn verkaufen. Immer für ein Massen-Publikum gedacht. Kommunikation und Verstehen setzt jedoch eine Distanzhaltung voraus. Geschieht dies nicht, wird es zur oberflächlichen Werbung, die ist jedoch immer weniger wirkmächtig. Diese gegenwärtige Art von ausgeübter Macht (in Medien und Politik) ist dem Untergang geweiht. Sie wird entweder durch die zukünftigen technologischen Verhältnisse, oder durch sich selbst zu Grunde gehen, denn in einer sich zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft rückt das selbstbewusste Individuum (Bürgerinnen und Bürger) wieder in den Vordergrund. Und die sagen zunehmend, dass diese Formen von äußerer Macht und Unterwerfung ablehnt wird. Die Bürgerinnen und Bürger sind die wahren Kritiker.

Ruth Müller | Mo, 6. November 2017 - 12:23

Der grüne Mainstream und ihre Entourage hat die Deutungshoheit übernommen. 92% haben diesen Mainstream nicht gewählt trotzdem diktieren sie die Agenda. Wie kann es sein das Beamte, Dozenten, Lehrer, Sozialarbeiter und nicht zählbare Hilfsprojekte dieser Agenda folgen?
Verbinden tut diese Gruppe das sie alle alimentiert werden und zwar von den 92% die sie nicht gewählt haben.
Der mögliche Verlust der Alimentierung durch den unanständigen Bürger lässt sie aggressiv ihre Pfründe verteidigen.
Das heißt diese Gruppe braucht das Elend und die Minderheiten um an den Fleischtöpfen des Staates zu bleiben. Deswegen wird sie diese nie endgültig bekämpfen wollen den die eiternde Wunde ist ihr Auskommen. Und ihre Multiplikatoren (Teil der Presse) sitzen an den Beistelltischen der Macht. Eine unheilvolle Allianz.

Die Folge ist die Spaltung der Gesellschaft und Verachtung der Demokratie - ist das eigentlich diesen Moralisten bewusst, dass sie ein sehr gefährliches Spiel betreiben?

Ein eindrucksvolles Beispiel des bedingungslosen Hurra-Journalismus kredenzt in der Düsseldorfer RP regelmäßig eine ehemalige dpa-Journalistin Frau Dunz, die bundesweit schon durch ihren Merkel-treuen Auftritt beim diesjährigen USA Besuch einschlägig auffällig wurde.
Doch lesen Sie selber:
http://m.rp-online.de/politik/deutschland/nach-jamaika-aus-angela-merke…
Diese Sorte "Journalismus" gibt es in Deutschland leider wie Sand am Meer!

Martin Lederer | Mo, 6. November 2017 - 14:02

Und wenn das normale Bürger seit Jahren sagen, sie sie Dunkeldeutsche, Pack und Nazis?

Martin Lederer | Mo, 6. November 2017 - 14:07

Dieser Gleichklang der Mainstream-Medien ist bei den meisten Punkten. Ab und zu betont ein Journalist einen Punkt etwas anders. Das war es dann auch schon. Ein Grund (unter anderen) ist: Sollte es ein (Nicht-Riesen-)Medium oder ein Journalist einmal wagen, von dem allgemeinen Konsens abzuweichen, ist ihm das Bashing der linken Gutmenschen-Fraktion unter den anderen Journalisten sicher. Das will sich keiner gerne antun.

Werner Schick | Mo, 6. November 2017 - 15:28

Werter Herr Lieser,
doch doch Hr. Lieser gewusst haben das schon einige, doch sie haben sich dafür missbrauchen lassen, es nicht an die große Glocke zu hängen.
Die deutschen Staatsmedien handeln nach dem Motto, wir berichten nur das was ihr wissen dürft nicht was ihr wissen solltet.

Monika Neugebauer | Mo, 6. November 2017 - 16:29

Was steckt eigentlich wirklich dahinter? Die Medien müssen doch merken, dass sie sich selbst schaden!

Werner Schick | Mo, 6. November 2017 - 22:35

Werte Frau Neugebauer,
im Grunde haben sie Recht, denn bei rückläufigen Absatzzahlen müsste nach Adam Riese ein Schaden eintreten. Doch wenn es stimmt, was hinter vorgehaltener Hand vermutet wird, dass der Staat sprich Steuerzahler die Tendenzmedien jährlich mit Millionenbeträgen subventioniert, dann ist der Schaden vielleicht doch nicht so groß. Der Imageschaden lässt sich allerdings nicht so einfach beheben. Ironie der Geschichte, die Menschen, die täglich von den Tendenzmedien belogen und betrogen werden, subventionieren ohne es zu Wissen dieses Lügenkartell.

Robert Schmidt | Di, 7. November 2017 - 11:30

... die Herr Haller und sein Team da geleistet haben.
Denn denken wir mal ein paar Jahrzehnte weiter und wir würden in erster Linie die Bilder z.B. vom Münchner Hauptbahnhof sehen mit den Schildern "Refugees - welcome" und es würde heißen - das Volk wollte es so!
Dank Studien wie die von Herrn Haller, aber auch wegen des langen Gedächtnisses des Internets werden die wahren Urheber nicht mehr so leicht zu verschleiern sein.
Die Frage, die sich aber stellt: wie kann man "die Journalisten und die Politiker an den Machthebeln" einfangen?
Ein moralischer Appel wird die Lösung nicht sein - er würde schnell verpuffen. Wie immer ist die nachhaltigste Lösung eher eine Veränderung der Strukturen.
Und da nehme ich insbesondere den Satz mit: "In der stark föderalistischen Organisation und mit den Partizipationsformen der Referendumsdemokratie kann sich der Journalismus nicht so abgehoben inszenieren wie in einer repräsentativen Demokratie mit starker Zentralgewalt."

Günter Jäger | Mi, 8. November 2017 - 11:28

Ein ganz wicchtiger Aspekt scheint mir in der ganzen Analyse untergegangen zu sein. Die Auswirkungen auf die Medienkonsumenten. Die breite Mehrheit, die auf die manipulierende Opferberichterstattung hereinffiel, entwickelte ihrerseits eine Arte "Bashing" konträrer Meinungen. Viele kritisch eingestellte Bürger wagten es nicht mehr ihre Meinung öffentlich kund zu tun. Es entstand ein in einem demokratischen Land bisher unbekanntes Klima des offenen Meinungsterrors. Erst heute ist es wieder möglich über die Vorgänge vom Herbst 2015 zu diskutieren ohne sofort ins NAZI-Eck gestellt zu werden. Da gibt es eine ganze Menge aufzuarbeiten für die Zukunft.

Maria Bohm | Fr, 10. November 2017 - 21:27

Armer Herr Sarrazin. Ganz umsonst hat man ihn gescholten und verunglimpft. Jetzt ist alles eingetroffen, was er vorhergesagt hat. Nur schneller und schlimmer, als die meisten erwartet hatten.
Aber nicht überraschend.

Juliana Keppelen | Di, 21. November 2017 - 16:29

das erlebt man gerade hautnah wie ein Herde Lemminge stürzen sich fast alle auf Herr Lindner und Angie die ungefragt sich wieder als Kanzlerin zur Verfügung stellt bleibt außen vor. Nur ganz wenige machen sich gaaanz zaghaft daran auch mal nach der Schuld von Frau Merkel zu fragen.

Claudia Martin | Di, 21. November 2017 - 17:46

wird noch lange andauern. Polit-Aktivistinnen wie M. Slomka gibt es unzählige. Als Politiker ist man da chancenlos. Man wird unverzüglich abgestraft und in die linke oder rechte Ecke gestellt. Das funktioniert quasi reibungslos. Cicero, Tichy und ähnliche Publikationen sind doch nur wenigen bekannt. Wir dürfen daher noch ungestraft von Frau Slomka uns hier noch treffen und kommentieren. Aber wehe wenn unser Versteck verraten wird! Prantl und Freunde würden über uns herfallen.
Ich sehe daher keine Veränderung der Situation. Ich bin vielmehr der Meinung dass bereits unveränderbare Realitäten geschaffen sind. 1984 ist schon längst vorbei aber leider nicht Geschichte.

Liebe Frau Martin, Kopf hoch! Unveränderbare Realitäten gibt es nicht. In Simbabwe hat es 37 Jahre gedauert (ob es besser wird steht allerdings in den Sternen, aber immerhin, ein Anfang!)... 12 Jahre haben wir hier schon rum. Geduld! In diesem Zusammenhang finde ich unser gutes altes Grundgesetz sehr ermutigend, im Besonderen Art. 20 GG (4).

Peter Wagner | Di, 21. November 2017 - 20:09

Die Mehrheit der Journalisten sehen sich in der Pflicht, dem ihrer Meinung nach mehr oder weniger ungebildetem Volk den rechten (linken) Weg auf zu zeigen. Politische Korrektheit ist immer noch das Gebot der Stunde! Die Mainstream-Medien, die über Probleme nicht neutral berichten, die den Anspruch haben einen erzieherischen Auftrag erfüllen zu müssen, sind mitverantwortlich dass Probleme mit Migranten (Ausländerkriminalität) über Jahrzehnte verharmlost b.z.w. verleugnet wurden. Das da durch entstandene Chaos, kann besonders in Städten täglich besichtigt werden. Probleme die schön geredet oder unter den Teppich gekehrt werden, können nicht gelöst werden. Das Vertrauen in Politik und Medien ist besonders durch völlig unkritisches und gleichgeschaltetes Verhalten in der Flüchtlingskrise und hier gibt es nur wenige Ausnahmen, nachhaltig zerstört!
Das verhalten fast aller Medien u. Politiker gegenüber der AFD, kann man nur als Meinungsdiktatur bezeichnen! Wie in der Flüchtlingskrise!

Rudolf Stein | Di, 21. November 2017 - 20:13

ich kann mir nicht helfen. Es muss am Alter liegen und der mangelnden Lebenserfahrung, vor allem aber daran, nicht in der DDR gelebt zu haben und nicht ein Mindestmaß an marxistisch-leninistischer Belehrung abbekommen zu haben. Jeder, der damals wachen Sinnes durch seine Welt ging (sic!), kennt die Leninsche Lehre von der Rolle der Medien, Treibriemen der herrschenden Partei zu sein, um deren "Wahrheit" übersetzungslos den Massen einzuhämmern. Das, was sich hier seit Jahr und Tag bei und mit den Mainstreammedien abspielt, ist nichts, aber auch absolut nichts anderes - lediglich ein wenig kosmetisch frisiert. Zwischen einem Spiegel-, Welt- Journalisten und einem Journalisten gleichartig gepolter Zeitungen und denen vom Neuen Deutschland oder der Jungen Welt sehe ich keinenUnterschied. Sie alle drehten und drehen fleißig mit am Rad, das den Treibriemen in Gang hält.

Alexander Mazurek | Di, 21. November 2017 - 23:31

... geht's denn heute? Soweit ich beurteilen kann, geht's um "Söhne und Weltmacht", wie um - sponsored by Soros/Gates/Adelson/Bezos... & friends- "nation building & regime change" und insbesondere auch um ROI (return of investment), weshalb Menschen leiden und sterben. Unsere regenbogenbunten-unsozialen-unchristlichen Politiker reden drumherum, lenken ab (eine "grüne" Spezialität), machen den Ketman - Wahrheit tut weh. Libido dominandi! Nichts Neues unter der Sonne.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 22. November 2017 - 12:27

Am besten sind die Bundespressekonferenzen, da sitzt ein H. Seibert auf dem Podium(ist ungemein wichtig und staatsmännisch, kommt vom ZDF, klar doch!) wartet auf die Frage der sogenannten Journalisten. Seibert gibt den, der sich nicht in die verbale Falle locken lässt, währen die 'unten' sitzenden Fragesteller - ohnehin schon in den meisten Fällen vorher ihre Gesinnungstimulierten Nachrichten fertig haben. Mir kommt das Alles in den letzten Jahren so vor als ob alle in der BPK an Pareidolie leiden. Trugbilder jagen!

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