Der hellenistische oder kaiserzeitliche Barberinische Satyr ist in der Münchner Glyptothek zu sehen / Image Broker, dpa

Man sieht nur, was man sucht - Als der Vatikan eine lustfreudige Lasterhöhle war

Der splitternackte Barberinische Satyr bezeugt die Freizügigkeit von Papst Urban VIII. gegenüber homosexuellen Neigungen. Warum nicht heute die Flagge von LGBT+ von der Loggia des Petersdoms flattern lassen? Es täte nichts anderes bedeuten, als den unter Soutanen verheimlichten Tatsachen zu entsprechen.

Autoreninfo

Beat Wyss hat an zahlreichen internationalen Universitäten gelehrt. Er hat kontinuierlich Schriften zur Kulturkritik, Mediengeschichte und Kunst veröffentlicht. Beat Wyss ist Professor an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

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Na ja, weihnachtlich, auf den ersten Blick zumindest, wirkt das Sujet dieser Bildkolumne nicht unbedingt. Und doch passt, nach dem Scheitern des Synodalen Weges, der Barberinische Satyr ganz gut in den Kirchenkalender. Die Skulptur des nackten Flurgotts erschien mir nächtens, als ich, bekennender Kulturkatholik, Worte für meine Enttäuschung zu finden suchte. Könnte hinter dem Weihnachtswunder, wie das Lukas­evangelium berichtet, nicht auch ein Fall von Kindsmissbrauch vorliegen?

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