Lisa Eckhart über ihren Rauswurf beim Literaturfestival - „In der Kunst ist Moral fehl am Platz“

Weil ihr eine Nummer als antisemitisch ausgelegt wurde, wurde Lisa Eckhart vom Literaturfestival Hamburg wieder ausgeladen. Die Kabarettistin kann die Kritik an ihrer Arbeit nicht nachvollziehen. Aber ist die öffentliche Empörung nicht Teil ihres Geschäftsmodells?

lisa-eckhart-kabarett-literaturfestival-moral-afd-antisemitismus
Applaus von der falschen Seite: Lisa Eckhart / WDR

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Frau Eckhart, wer hat oder was hat Sie zuletzt zum Lachen gebracht?
Meine Mutter, mit der ich bis gestern noch außer Landes war. Wir teilen uns eine ähnliche Form des Humors. Narzisstisch könnte man sagen, in gewisser Form hab ich mich selbst zum Lachen gebracht. 

Die Kunstfigur, die Sie verkörpern, wirkt, als würde ihr das Lachen Schmerzen bereiten. Man denkt an eine Gräfin aus der k.u.k-Monarchie des 19. Jahrhunderts, die der Moderne ratlos gegenübersteht. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Figur zu entwickeln?
Das ist relativ organisch gewachsen. Ich will auch niemandem die Illusion einer Figur nehmen. Ich beobachte das eher amüsiert von außen, wo die Grenze zwischen Figur und Person gezogen werden, ohne das selbst zu analysieren. Das ist nicht meine Aufgabe als Künstlerin. Dieser Prozess läuft unbewusst. Das darf nicht durchstrukturiert werden. Sonst würde ich keine Kunst machen, sondern Propaganda. 

Diese Figur spricht über Dinge, über die man eigentlich nicht spricht. Über Körperflüssigkeiten, Sex mit Tieren oder Minderheiten. Woher rührt Ihre Lust an der Provokation?
Ich weiß nicht, ob das Lust an der Provokation ist. In Österreich ist es idiomatisch zu sagen: Ein Witz ist tief, also im Sinne von „unter der Gürtellinie.“ Tief heißt aber auch tiefgründig, und ich war immer schon der Ansicht, dass das Tiefgründige und das Abgründige sehr nah beieinander liegen. 

Sind die Grenzen des Sagbaren in Österreich weiter als in Deutschland?
Nein, die Grenzen des Sagbaren werden in Deutschland und Österreich gleichermaßen ausgedehnt. Was ich nicht befürworte, sofern es nicht auf einer Kabarettbühne passiert. Ich goutiere es nicht, dass sich andere meiner Narrenfreiheit bemächtigen. 

Wer nimmt Ihnen die denn weg?
Na ja, der letzte Ort, wo politische Korrektheit stattfindet, ist die Politik. Der Anstand zählt da nicht sonderlich. Als Gegenreaktion halten Anstand und Moral umso mehr Einzug in die Kunst. Da ist es aber fehl am Platz. Es wäre in der Politik eigentlich besser verortet. Aber weil der Kampf dort aussichtslos erscheint, erlegt man diesen jetzt der Kunst auf. Ein gefährlicher Weg. 

Haben Sie da jemand Bestimmten im Visier?
Wir kennen die unsäglichen Reden rechter Parteien. Es ist also keine ideale Zeit für Satire. Welche Grenze soll sie denn noch überschreiten, wenn alle Zugang zur Öffentlichkeit haben und sich derart ungeniert äußern, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? 

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,90 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
     
    0,00 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 19,60 €
    • danach 9,80 pro Monat, mtl. kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    19,60 €
Christoph Kuhlmann | Mi, 12. August 2020 - 08:49

für Kunst sein. Denn damit würde die Freiheit der Kunst unterlaufen. Persönlich kann natürlich jeder seine eigenen Ansprüche an die Kunst stellen. Man darf sich nur nicht dazu versteigen sie für allgemein verbindlich zu halten. In der Politik wird Moral gerne dazu genutzt um Macht zu legitimieren. Insofern gerät die Moral zwangsläufig in den Focus politischer Kabarettisten. Die Frage ist nur, ob sie als Machtmittel verwendet wird oder als Gegenstand (witziger) Reflexionen. Kabarettisten die sich dabei auf die Fähigkeit des Publikums verlassen, dass sie durch Provokationen zum Denken anregen wollen, sind zwar in der Regel sehr originell, aber sie gehen ein hohes Risiko ein missverstanden zu werden.

Vielleicht ergänzend. Missverstehen kann man aus mehrerlei Gründen. Z.Bsp. mangelnde Intellektualität, oder in voller Absicht, wenn der Zweck die Mittel heiligt oder einfach nur aus Ignoranz.
Eine Kabarettistin wie Frau Eckhard hat wenigstens den Anspruch ihr Publikum zum Denken anzuregen, was man von vielen anderen Vertretern dieser Zunft nicht sagen kann. Ihre, für mich liberal, konservative Haltung bringt sie sehr breitbandig, auf hohem Niveau, rüber. Das Frage - Antwort Spiel des Interviews zeigt eine sehr reflektierte Person, die sich auf der Bühne durchaus machtvoll spiegelt. Das macht doch gerade das Risiko behaftete Alleinstellungsmerkmal aus.

Klaus Funke | Mi, 12. August 2020 - 08:49

Dass Frl. Eckart nun zurückschlägt, zeugt nicht von Stärke und Überlegenheit. Sie hätte gelassen reagieren, schweigen und ihre Auftritte weitermachen sollen ebenso wie die Lesungen zu ihrem neuen Buch. Man muss sich nicht selber erklären. Man muss auch Kunst nicht erklären - Kunst muss aus sich selbst wirken. Kunst, die erklärt und begründet werden muss, ist keine wahre Kunst. Gut, Frau Hildebrandt greift das Thema nochmal auf. Das soll sie ruhig tun. Für den Journalismus eine ergiebige Quelle. Wenn das Fräulein-Wunder Lisa Eckart aber sich jetzt auf weitere und fortgesetzte Erklärungen und Kommentare einlässt, würde sie den PR-Erfolg, den ihr die Medien beschert haben, verspielen. Hoffentlich weiß sie das. Zur Sache ist nichts zu sagen, was nicht schon gesagt wäre. Das politische Kabarett darf nicht in die Comedy abgleiten und muss Politik und Medien weiter im Visier haben. Nicht Wunden lecken, sondern Wunden aufdecken, muss die Devise sein. Vorwärts immer... aber das war ja EH.

. . verpufft wie ein Witz, dessen Pointe vom Erzähler erklärt wird.
Ja - ich sehe das wie Sie, Herr Funke:
Frau Eckharts Platz ist in der Arena.
Sie wäre nicht schlecht beraten, wenn sie die Metaebene der Kritiker Leuten wie Herrn Florian Schröder überließe.

gabriele bondzio | Mi, 12. August 2020 - 08:51

Im Großem und Ganzen ist Kabarett/ Satire auf Provokation ausgelegt und soll Denkanstöße setzen. Hier die Bewegungsfreiheit bei Äußerungen zu beschneiden erinnert mich an mein Leben in der DDR. Z.B. Rolf Herricht & Hans-Joachim Preil. Die aus aus alltäglichen Beobachtungen ihre Sketche entwickelten und immer auf der Hut sein mussten, im System nicht anzuecken, was ihr aus gewesen wäre.
Mit der Lagerbildung in DE, ausgelöst durch die Migration, hat sich die Lage für Kabarett/Satire, aus der Humorlosigkeit und Über-Moralisierung gewisser Kreise zugespitzt.
Im Grunde kann Kabarett jede (noch so große) Geschmacklosigkeit bedienen (Böhmermann). Es muss nur eine systemrelevante Geschmacklosigkeit sein. Lisa Eckhart hat die dieses Tabu der linken Wortführer verletzt und wird daraus angefeindet.

Holger Jürges | Mi, 12. August 2020 - 09:10

Liebe Frau Eckhardt, zu Hamburg folgendes: Wenn sich unser Charakter aus unserem Betragen ergibt, haben sich die linken Schreihälse, welche gegen Sie zum Angriff blasen, selbst diskreditiert. - In der herrschenden Goutierungsblase hinsichtlich linksextremer Entfaltung in Deutschland, durch die Politik und weite Teilen der Medien, in dieser gewollten Dependenz, wälzen sich jene dumpfen Massen zunehmen breiter durchs Gefilde. Die Hermeneutik der Kunst ist wahrlich ein Fremdwort in diesen Kreisen; so verwundert auch nicht der spezielle Haudraufausbruch hinsichtlich Ihrer Person respektive Kunst. -
Ein Trost und Ansporn für Sie, liebe Frau Eckhart sei dieser Gedanke: Aus Nietzsches „»Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen« “: [...] ein Riese, schreibt er, ruft dem anderen durch die öden Zwischenräume der Zeiten zu und ungestört durch mutwillig lärmendes Gezwerge, welches unter ihnen wegkriecht, setzt sich das hohe Geistergespräch fort.

Brigitte Miller | Mi, 12. August 2020 - 09:11

habe ich so verstanden, wie Eckhart es beschreibt.
Hochmoral, die den Kabarettisten den Mund verbieten will, schafft eine düstere Atmosphäre der
Ausgrenzung, der Verächtlichmachung.Die gleichen Leute verteidigen sackgrobe Äusserungen wie "Oma ist ne Umweltsau" als Satire.
Den Rundumschlag von Eckhart gegen die AfD hingegen finde ich nicht in Ordnung.

Wolfgang Schneider | Do, 13. August 2020 - 19:56

In reply to by Gast

Dieser Rundumschlag gegen die AFD gehört heutzutage dazu, wird von Kabarettisten_Innen verlangt, sonst wird das Interview nicht gebracht.

Urban Will | Mi, 12. August 2020 - 09:17

Frau Eckhart kontert sehr gut, gerade beim abstrusen Vorwurf des Antisemitismus. Ihr bester Satz ist der von den Juden unterstellter Humorlosigkeit.

Ihre politische Gesinnung zeigt sie gerne und es ist Realsatire in Reinstform, dass eine Linke von Linken (unterstelle ich mal den Betreibern des Hamburger Literaturfestivals) wegen "rechter" Äußerungen ausgeladen wurde (d Begründung mit zu erw. Gewalt ist hanebüchen)

Frau Eckharts Einstellung zur Meinungsfreiheit ist befremdlich.
Wenn Sie Anstand und Moral in der Politik vermisst, sollte sie objektiv bleiben. Ihr verorteter Mangel von Anstand und Moral dort ist sicher nicht nur im rechten Spektrum zu finden.

Überhaupt wundert mich da ihre Dünnhäutigkeit. Sie sollte sich mal Strauß/Wehner – Duelle anhören.

Ihre Verallgemeinerung der charakterlichen Eigenschaften rechter Politiker, bzw. deren Verstandesniveau wertet sie kolossal ab. Hier labert sie wie eine links – grüne Göre.
Aber vielleicht war das ja Satire.

Gestern, Herr Will, sahen Sie noch Ähnlichkeiten, was Kabarettisten und Foristen dieses Forums angeht.

Meinten Sie doch, "Nicht nur Promis oder Comedians geht es so, wie Sie es hier geschrieben haben, auch hier im Forum..." usw..
Das ewig gleiche Gejammer über jene, die die Frechheit besitzen, eine eigene Meinung zu vertreten, die, Gipfel der Frechheit, nicht einmal mit der Ihrigen übereinstimmt!

Jetzt bemängeln ausgerechnet Sie die Dünnhäutigkeit von Frau Eckhardt, wenn sie verbales, rechtes Rabaukentum kritisiert.

Wer ist denn da nun "dünnhäutig"?

Ich erinnere mich: Alice Weidel wollte einst die "political correctness" auf irgendwelchen Müllhaufen entsorgen. Das brachte ihr die - in der Tag diskutable - Bezeichnung "Nazi-Schlampe" im Rahmen einer Satire-Sendung ein. Vorbei war's mit dem Humor, der rechte Empörungskessel war am Überkochen.
So wie er das verlässlich bei so ziemlich jeder Heute-Show tut.
Lustig ist nur, was den politischen Gegner auf die Schippe nimmt.

helmut armbruster | Mi, 12. August 2020 - 09:28

Sie kann nur in Freiheit gedeihen und sie muss sagen und ausdrücken können was sie will und wie sie es will.
Die Zuschauer sind die passiven Empfänger von Kunst. Auch sie müssen frei sein, weil sonst der Künstler auch nicht frei ist.
Was so ein Künstler von sich gibt, mag einem gefallen oder nicht. Man muss ja nicht hingehen, man ist ja nicht gezwungen das zu konsumieren.
Das gilt auch für die Juden. Auch sie sind keineswegs gezwungen jede künstlerische Äußerung auf die Goldwaage zu legen.
Und vor allem sind sie auch nicht die oberste Instanz zur Beurteilung künstlerischer Moral.

Christa Wallau | Mi, 12. August 2020 - 10:21

Ich stimme Lisa Eckhart zu: In der Satire sollte es keine Tabus geben. Niemand muß sich ja einen Satiriker oder eine Satirikerin anschauen/-hören, wenn er das Programm nicht mag. Über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten.

Was es aber auf k e i n e n Fall geben darf, das ist eine Differenzierung zwischen "guten" und "schlechten" Tabu-Brüchen, sprich: Den Papst darf man als Trottel mit bepinkelter Hose darstellen, einen Juden mit krummer Nase, gierig über eine Menge Geld gebeugt, aber nicht!

Die mangelnde Toleranz u. Heuchelei der meisten Menschen, die sich für ungeheuer kultiviert halten, besteht darin, daß sie ihr eigenes schadenfrohes u.
abgründiges Lachen für wertvoller erachten als das anderer. Das ist nicht weltoffen, sondern
zutiefst kleinbürgerlich.

in der Kunst liegt die Qualität nicht in erster Linie im Inhalt, sondern im KÖNNEN. Das WIE ist
entscheidend! Und in dieser Hinsicht halte ich Frau
Eckhart für eine großartige Kabarettistin.

Vieles was sich heute so aufgeklärt-zeitgenössisch bis avantgardistisch gibt, ist nichts weiter als Selbstdarstellung, dem Sich-unterscheiden-Wollen, dem heute sehr viel Raum (besonders medial) gegeben wird. Durch bestimmte kreative Zustände, fühlen sich inzwischen viele berufen „autonome“ Künstler (in) zu sein. Jedoch, jede kulturelle Äußerung, Produktion oder Konsum, enthält einen Anspruch auf Bestätigung (auch durch den Markt).

Und natürlich sprengte die Avantgarde auch immer eine gewisse Tradition. War sie jedoch einmal anerkannt, wurde sie selbst Tradition. Ich kenne das Programm der Dame nicht, jedoch die Aussagen in diesem Interview reichen mir, denn kulturelle Produkte in Bezug auf ihren Wert und Würde sind nun einmal nicht alle gleich. Und eine "Fan-Gemeinde" scheint es ja schon zu geben.

Vieles was sich heute so aufgeklärt-zeitgenössisch bis avantgardistisch gibt, ist nichts weiter als Selbstdarstellung, dem Sich-unterscheiden-Wollen, dem heute sehr viel Raum (besonders medial) gegeben wird. Durch bestimmte kreative Zustände, fühlen sich inzwischen viele berufen „autonome“ Künstler (in) zu sein. Jedoch, jede kulturelle Äußerung, Produktion oder Konsum, enthält einen Anspruch auf Bestätigung (auch durch den Markt).

Und natürlich sprengte die Avantgarde auch immer eine gewisse Tradition. War sie jedoch einmal anerkannt, wurde sie selbst Tradition. Ich kenne das Programm der Dame nicht, jedoch die Aussagen in diesem Interview reichen mir, denn kulturelle Produkte in Bezug auf ihren Wert und Würde sind nun einmal nicht alle gleich. Und eine "Fan-Gemeinde" scheint es ja schon zu geben.

Einen Künstler mit dem Blick eines Baustatikers zu betrachten führt zwangsläufig zu irritierenden Ergebnissen. Wahre Kunst kommt aus dem Selbst und stellt sich unterscheidbar dar und sie wird auch zu späteren Zeiten den Kunstsinnigen ansprechen. Der Markt ist kein Kunstsinniger!
Empfehle in diesen Zusammenhang Uwe Tellkamps Büchlein „Im Atelier“, (Edition Buchhaus Loschwitz 2020). Noch ein Satz: Zu Kunst, welche man selbst nicht gesehen oder gelesen hat, sollte man sich eines Urteils enthalten..

Herr Keil, mit „Statiker“ bin ich einverstanden. „Konstruktivist“ ist jedoch noch besser. Außerdem (-ging damals noch) „Wahl-Pflichtfach“ Kunstgeschichte (so etwa wie ein „studium generale“). Sie wissen ja, Stilanalyse, Strukturanalyse, Symbolanalyse, das Echtheitsproblem, Kunstwerk als Sprache, Möglichkeiten der Interpretation, usw..

Ich halte es übrigens auch eher mit dem von mir sehr geschätzten zeitgenössischen Bildenden Künstler Gerhard Richter. Zitat: „Später merkt man dann, dass man die Wirklichkeit gar nicht darstellen kann, dass das was man macht, immer nur sich selbst darstellt, also selbst Wirklichkeit ist.“

Derartige Aussagen haben für mich einen diskussionswürdigen Rang.

Herr Weber, vielen Dank für den „Link“. Natürlich ist die Dame in ihren Auftritten sprachbegabt und selbstverständlich kann sie als „autonome“ Künstlerin ihre Welt selbst konstruieren und in der Event-Kultur zur Darstellung bringen. Das ist gar nicht mein Thema.

Das ist jedoch nicht mein Sujet. Wahrscheinlich hatte die „Dada“-Bewegung in den 20er Jahren mehr geistigen „Witz“ (- was immer das auch ist) hervorgebracht.

Die Freude an den Dingen, sie zu genießen und aufzunehmen, ist wichtig. Wenn ich z.B. eine Melodie (Musik) höre, brauche ich sie nicht zu rekonstruieren, sie übt direkt eine magische Wirkung auf mich aus, oder eben nicht.

Lisas Welt, ist nicht meine Welt.

Grüße

Ich finde es nicht gut, den Papst (oder wen auch immer) so darzustellen wie von Ihnen beschrieben. Es ist aber ein Unterschied, ob man eine spezifische Person derart geschmacklos angreift oder die stereotypische Darstellung eines Menschen, der für alle anderen - hier "die Juden" - stehen soll. Nur weil Sie selbst einer Rassenlehre folgen und z. B. der Auffassung sind, dass "manche [Ethnien] dreister lügen und betrügen als andere", können Sie das nicht gleichstellen.

Simone Büchl | Mi, 12. August 2020 - 17:54

In reply to by Gast

ohne genau zu wissen, ob ich Ihre Meinung teile.
Wenn ein Grünwalder sich über Raucher oder ein Nur über FfF lustig macht, finde ich dies nicht nur in Ordnung, sondern auch vollkommen legitim.
Schließlich ist genau DAS für mich typisches Kabarett.
Die Meinung muss ich jedoch nicht teilen.
Wenn sich jedoch Herr Böhmermann Herrn Erogan als Opfer aussucht und diesen beleidigt, empfinde ich dies als untragbar.
Und das hat nichts mit einer persönlichen Sympathie zutun.
Hier übertritt meiner Ansicht nach der "Künstler" die Grenze zwischen Satire und Beleidigung.
Auch Frau Künast als "Schlampe" zu bezeichnen ist meiner persönlichen Ansicht nach keine Sachkritik.
Trotz persönlicher Antipathie überwiegen hier meine Moralvorstellungen.

Christa Wallau | Mi, 12. August 2020 - 19:06

In reply to by Gast

Wenn Katholiken von Satirikern diffamiert werden (also die ganze Glaubensgemeinschaft!) regt sich der heutige Kulturbetrieb in DE nicht darüber auf - Beispiel: Katholiken werden durch geile Priester dargestellt, die sich an Kinder im Beichtstuhl heranmachen. Wieso also sollen in dieser Hinsicht Juden, die auch eine Religion sind, eine Ausnahme machen?
Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit dem Argument der Judenverfolgung.Was das anbelangt, wurden u. werden weiterhin a l l e religiösen Minderheiten irgendwo auf der Welt bedroht, gequält und umgebracht. Momentan leiden erwiesenermaßen z.B. viele Christen unter Verfolgung.
Mit "Rassen" hat das alles überhaupt nichts zu tun. Bitte hängen Sie mir nicht das an, was der Verbrecher Hitler u.seine Gesinnungsgenossen verbreitet haben. Ich vertrete keine Rassenlehre. Allerdings bin ich sehr wohl der Ansicht, daß es große ethnische Unterschiede gibt, besonders im Hinblick auf moralische Kategorien.
Woher diese kommen, ist eine zweite Frage.

Es ist Ihre Argumentation, die zu kurz greift.
Katholische (und evangelische) Priester (und Pfarrer) wurden satirisch hart angegriffen, nachdem eine erschreckende Vielzahl von Missbrauchsfällen bekannt wurde sowie ein ein regelrechtes Vertuschungssystem. Hier liegt also konkretes Fehlverhalten einer Gruppe von Menschen vor, die nicht durch ihren Glauben definiert ist - niemand käme auf die absurde Idee zu behaupten, Kindesmissbrauch sei speziell unter Christen verbreitet -, sondern durch ihre Taten!
Der geldgierige, händereibende Jude mit der Hakennase, der Brunnen vergiftet etc. stellt hingegen das Jahrhunderte alte Stereotyp des "Volksfeindes" dar. Hier geht es NICHT um konkretes Fehlverhalten sondern pathologischen Hass auf Menschen, die in Deutschland systematisch verfolgt und industriell umgebracht wurden!!!
Ihre relativierende Aussage über die "Judenverfolgung" nehme ich zur Kenntnis; ebenso wie Ihre Aussage über "die Schwarzen" an anderer Stelle.

Sie können "Rasse" durch "Ethnie" ersetzen. Das ändert überhaupt nichts am Wesen Ihrer Aussagen. Hier eine Definition von Rassismus:

«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S. 81).

Kai Korrotes | Do, 13. August 2020 - 19:33

In reply to by Gast

ich weiß nicht, welcher Rassenlehre SIE anscheinend aufgesessen sind, aber um es Ihnen einmal unmissverständlich zu sagen, da bei Ihnen eine eklatante Wissenslücke zu klaffen scheint: Es gibt keine jüdische „Rasse“ wie es kein „Judengen“ gibt! Selbst die nazionalsozialistische Rassenideologie konnte letztlich nicht beantworten, wer eigentlich ein Jude ist. So wird u.a. Göring das Zitat zugeschrieben, „Wer Jude ist, bestimme ich“.
Juden sind (wie Christen und Moslems) nichts weiter als eine monotheistische Religionsgemeinschaft! Demzufolge haben Juden auch keine „kollektiven Merkmale“ welche „nicht oder nur schwer veränderbar“ sind.
Ihre unnötige Aufklärung, Herr Hügle, geht somit ins Leere, beweist aber, dass Sie offensichtlich selbst einer Rassenlehre glauben schenken, mit welcher Sie dann denken, politische Gegner belehren zu können. Das kann man nicht erfinden, unfassbar!

Kai Korrotes | Do, 13. August 2020 - 15:05

In reply to by Gast

eigentlich ein (für mich) sehr interessantes Thema, wo man (in der Kunst) eine logische, objektive und damit allgemeingültige, EXAKTE Grenze ziehen könnte („der Haufen des Eubulides“)….
Und dann muss ich lesen, wie Sie Frau Wallau in Twitter-Manier unterstellen, Anhängerin einer „Rassenlehre“ zu sein, was in sich schon an Schäbigkeit (da absolute „Überbegrifflichkeit“ ohne Beweise) kaum noch zu überbieten ist. Und auf dieses unsägliche „Argument“ stützen Sie dann auch noch Ihre „Begründung“, warum man es nicht gleichstellen könne. Enttäuschend! Ist es wirklich so schwer, Frau Wallaus Aussage zu widerlegen, ohne dabei die Person Wallau anzugreifen? Wenn Sie doch im Besitz jeder moralischen Überlegenheit sind und Frau Wallau aus der Hölle kommt, sollte der argumentative, unwiderlegbare Widerspruch doch Ihre leichteste Übung sein, Herr Hügle, selbst wenn Frau Wallau die Begründerin der Rassenlehre wäre! Unfassbar.

Kai-Oliver Hügle | Do, 13. August 2020 - 18:41

In reply to by Gast

Ich habe Frau Wallau nichts unterstellt sondern von ihr getätigte Aussagen ZITIERT (Frau Wallau selbst hat diese Aussagen bestätigt!), eingeordnet und bewertet.
Wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft pauschal bestimmte (negative) Verhaltensweisen zuschreibt, z. B. einen Hang zum Lügen und Betrügen, Fatalismus oder mangelndes Verantwortungsbewusstsein, der erfüllt eindeutig o. g. Definition von Rassismus.
Zur Einordnung: Bei Frau Wallau handelt es sich um eine bekennende Anhängerin von Höcke und Kalbitz, die sich außerdem für eine Öffnung zur "Identitären Bewegung" ausspricht.
Insofern ist das alles sehr "stimmig" und ich kann Ihre Erregung nicht nachvollziehen.

Armin Latell | Do, 13. August 2020 - 15:24

In reply to by Gast

dieses Thema ist mir im Prinzip vollkommen egal. Heute ist jede Beleidigung, Volksverhetzung oder Hassrede (wenn sie von der richtigen Seite kommt) im Anklagefall Satire. Da haben wir uns fast schon daran gewöhnt. Frau Wallau hat von einem guten und schlechten "Tabubruch" geschrieben, und dazu ein Beispiel gegeben. Es liegt ganz offensichtlich in Ihren Genen (das haben Sie übrigens mit allen Ihren Gesinnungsgenossen gemein) frei und absichtlich falsch zu interpretieren. Die Spitze der Verschlagenheit ist das Unterstellen von selbst erfundenen Aussagen. Das lernen Sie wohl von Ihren Vorbildern.

Kai Korrotes | Do, 13. August 2020 - 16:07

In reply to by Gast

Herr Hügle! In Frau Wallaus Kommentar war NICHTS von „Rasse“ auch nur angedeutet. Im Gegenteil kritisiert sie die, sich für kultiviert haltenden, „Menschen“. Mehr Gesamtheit als Bezeichnung aller Ethnien gibt es nicht! Inhaltlich bemängelt Sie die fehlende gleichberechtigt objektive Sicht auf Kunst, was ebenfalls nichts mit „Rasse“ zu tun hat. Und Sie kommentieren mit der verbalen Atombombe „Rassenlehre“!
Was ist denn Ihre Intension, Herr Hügle, wollen Sie den Foristen die Augen öffnen, indem Sie die Aussagen von Frau Wallau widerlegen oder wollen Sie erleuchten, indem Sie die Person Wallau durch stetige Strohmann- und Totschlagargumente verbal erschlagen, „auslöschen“. Letzteres ist totalitäre Methode. Das ist stalinistisch, das ist Nazi-Methode, also jenes, gegen das Sie sich hier doch immer so aufbäumen. Hat Ihr eigener moralischer Anspruch keine Gültigkeit für Sie? Ist DAS Ihre geforderte „abgerüstete“ Diskussionskultur? Scheinheiliger geht es nicht.

Zitat:" Die mangelnde Toleranz u. Heuchelei der meisten Menschen, die sich für ungeheuer kultiviert halten, besteht darin, daß sie ihr eigenes schadenfrohes u.
abgründiges Lachen für wertvoller erachten als das anderer. Das ist nicht weltoffen, sondern zutiefst kleinbürgerlich."
Nun, liebe Frau Wallau, Ihre Feststellung zieht weite Kreise: Handelt es sich vielleicht um ehrenwerte Resilienz, wenn Dieter Nuhr im Rahmen jeder seiner Auftritte in der ARD "pflichtgemäß" verbal gegen Rechts/AFD tritt ? - Einfach als eine notwendige Versicherung für die Weiterbeschäftigung. - Stefan Kretzschmar gab einst zu bedenken, dass in den Wohnzimmern solcherlei Prominenter ganz anders geredet würde - entgegen jener daseinssichernden Äußerungen im Fernsehen. - Die großen Philosophen in Deutschland sind still - im Gegensatz zu den französischen. - Merkel und das Gefolge wirken... Ihnen, liebe Frau Wallau, alles Gute !

Holger Jürges | Mi, 12. August 2020 - 10:35

Wirkliche Kunst kennt kein Korsett, das links/rechts gestrickt ist, denn sie ist frei von Dünkel und Überheblichkeit. - Dass Ihnen nun der Sturm aus dem von Ihnen als Refugium empfundenen linken Spektrum entgegen bläst, sollte tiefgründiger beleuchtet werden als mit Zitat: „...Ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich dieses Vergnügen freiwillig nehmen lassen kann. Wir sind schließlich Literaten.“
Kann es nicht sein, dass das Hofieren der Linken in Teilen des medialen Widerhalls gerade den Künstler alarmieren sollte ? - Sollten nicht künstlerische Apperzeptionen, wenn sie nach außen treten, durchaus den Zusammenhängen und der Ordnung des Wahrgenommenen, also der Vernunft, entsprechen. Dieses verbohrte Links-Rechts Denken widerspricht jeder Kunst! Kunst bedeutet für mich „geläutert etwas geschehen zu lassen“ - in ganzer Reinheit: unangreifbar in seiner Vollkommenheit wird somit der Kunstgedanke empfangen. - Und dann ist es an uns, diesen aufgefangenen Impuls geschhehen zu lassen.

Holger Jürges | Do, 13. August 2020 - 12:15

In reply to by Gast

Vielen Dank für die Frage, Herr Korrotes. Eine kurze Erklärung durch eigene Worte: Kunst ist in meinem Wirken das Ergebnis von innen nach außen strebender Impulse, die quasi ins Werk gegossen werden.. - Anders ausgedrückt: die besagten Affirmationen werden vom Künstler auf einer Kunstebene (die Intelligibilität der Künstler) wahrgenommen und möglichst verlustfrei im Werk vollendet. - Ich bitte um Nachsicht für die Fremdwörter, sie bilden hier aber in kompakter Form die beste Erklärung ab.

für die prompte Antwort, Herr Jürges! Also beschreibt Ihre Aussage, was „wirkliche Kunst“ „kennt“ bzw. nicht kennt in Ihrem (Ausgangs-)Kommentar, welche sich allgemeingültig verstehen lässt, doch eher Ihre subjektive Vorstellung von „wirklicher Kunst“. Habe ich Sie da richtig verstanden?
Zu den Fremdwörtern; Ich glaube zwar nicht, dass die Nutzung der Wörter „Bejahung“ und „nicht sinnliche, rein durch den Intellekt bedingte Wahrnehmung“ die kompakte Form Ihrer Erklärung wirklich gesprengt hätte, dafür aber etwas allgemeinverständlicher wäre, dies ist aber kein Grund um Nachsicht zu bitten, dennoch Danke für die Bitte und seien Sie mein Gast!

Holger Jürges | Do, 13. August 2020 - 22:11

In reply to by Gast

Vielen Dank für Ihre launige Einlassung Herr Korrotes. - Vielleicht sind weitere Erklärungen hilfreich.

Nun, Herr Latell irrt: Die Frage hinsichtlich der Definition zur Kunst ist eine der schwierigsten.

Ich bin selbst Kunstschaffender, und Sie haben recht, lieber Herr Korrotes, mit der Vermutung des Subjektiven. - Davon ausgehend: gewissermaßen „klopft“ das unbewusst Geschaffene an, drängt sich ins Bewusstsein und flutet die Ratio in einem Rauschzustand (klingt dramatisch ist und ist wirklich sehr befriedigend) mit seiner künstlerischen „Erleuchtung“.^ - Oftmals ist das Werk bereits
fertig entworfen und muss nur noch niedergeschrieben werden. Pathetisch empfunden ist es wie eine Geburt aus dem Nichts ins Reale. - Deshalb ist wirkliche Kunst immer frei und unanfechtbar, weil sie keiner Normierung unterworfen ist. - Kunst geschieht einfach.

Armin Latell | Do, 13. August 2020 - 15:34

In reply to by Gast

da haben Sie eine so schöne, einfache(?) Frage gestellt, und einen solchen Sermon als Antwort bekommen. So manch Einer dünkt sich intellektuell. Mir hat ihre Frage sehr gut gefallen. In De gab es mal eine Zeit, da gab es "entartete" Kunst, heute halt "wirkliche" Kunst.

Markus Michaelis | Mi, 12. August 2020 - 11:45

Ich kann Ihnen da, wie manchmal, nicht folgen, Frau Hildebrandt. Mit "Antisemitismus, gezielter Tabubruch, Applaus von Rechts" ziehen Sie das Ganze auf eine festgelegte und zu enge Sicht. Ist das nicht gerade eines der Probleme, die Frau Eckhardt vorführen will?

Das Selbstbild einer wehrhaften Mitte, die Minderheiten schützt und standhaft gegen die aufziehende Gefaht von Rechts ist, ist sicher nicht komplett falsch, aber doch so verzerrend und eingeschränkt, dass es gesellschaftlich immer schwiergier geworden ist, über die wirklich anstehenden Fragen zu reden - solche, die kein klares Gut und Böse kenne, wo niemand weiß ob etwas funktionieren kann, und wenn ja, dann wie genau.

In dem immer dichteren Minenfeld wird eigentlich wichtigen Diskussionen zu sehr ausgewichen. Der Versuch einer Auflockerung ist es wert.

die aufziehende Gefahr von Rechts. Da werden Leninstatuen aufgebaut, Reichen wird angedroht erschossen oder in Arbeitslager gesteckt zu werden, Polizisten werden in Hamburg, Berlin, Leipzig und anderen deutschen Großstädten standardmäßig von "Aktivisten" physisch angegriffen und verletzt, in Mannheim und Berlin werden Kraftwerke besetzt, ach ja, G20, aber eine aufziehende Rechte Gefahr wird herbei halluziniert...Manche leben in ihrer Blase, andere in der Realität.

Michael Andreas | Mi, 12. August 2020 - 12:05

"Wir wissen, dass diese Leute weder Anstand noch Verstand haben. Ich kann mich darüber schwer empören. Das ist genau das, was diesen Leuten ziemt. "
Die Zensoren von "links" und die aggressiven Trottel von Rechtsaußen ergänzen einander offensichtlich ganz wunderbar.

Stefan Jurisch | Mi, 12. August 2020 - 13:08

Aber Hazel Brugger? Die biedert sich doch zusammen mit Fabian Köster in der heute show bzw. deren Ableger, den (fast) nur die beiden betreiben, schon genauso der politischen Korrektheit an wie jeder andere Null-Acht-Fuffzehn-Mainstream-"Satiriker". Das ist doch zu großen Teilen keine Satire oder Kabarett mehr, sondern viel zu oft einfach nur links-politisch willfähriges Komödiantentum, wobei vielen ja inzwischen schon die FDP zu hart rechts ist. Das ist alles derart lächerlich.
Zurück zum Thema: wer Lisa Eckhart falsch versteht, der WILL sie in meinen Augen auch fasch verstehen. Damit hat sie vollkommen recht.

Sebastian Bauer | Mi, 12. August 2020 - 13:33

Zitat:” Wir wissen, dass diese Leute (AFD) weder Anstand noch Verstand haben.”
Ist das jetzt Satire oder ihre Meinung?
Wäre es Ersteres wäre es OK. Wäre es Zweiteres, muss man sich fragen ob nicht vielleicht was dran ist an den Vorwürfen. Sie hat keine Probleme eine heterogene Gruppe dem Generalverdacht auszusetzen.

Persönlich vermute ich sie ist durchaus differenzierter, aber intelligent genug Einzusehen, dass gewisse Grenzüberschreitungen in unserer Zeit auch für einen Satiriker einen zu hohen Preis haben.

Intelligent - ja. Berechnend - ja. Provozierend - ja. Ob was dahinter ist - wer weiß? Ist halt ein sog. Fräulein-Wunder! Die Dame bedient eine Masche. Die Dame sucht ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist schwer zu finden in der Branche. Man müsste mal das neue Buch lesen. Dann wird man feststellen, ob Substanz vorhanden oder nicht. An den Pranger und ausgeladen gehört sie dennoch nicht - das ist typische linke Intoleranz. Im Ganzen eine "der Greta-würdige" PR-Aktion. Bedeutet für mich: Fuß auf die Bremse. Rückwärtsgang. Wenden. Nichts wie weg.

Bernd Muhlack | Mi, 12. August 2020 - 19:51

Na klar, die olle "Fettecke" von Joseph Beuys.

Vorab: ich maße mir nicht an, "Kunst" zu beurteilen, das ist nicht mein Fachgebiet.

"Man muss auch Kunst nicht erklären - Kunst muss aus sich selbst wirken. Kunst, die erklärt und begründet werden muss, ist keine wahre Kunst."
schrieb hier ein Forist.

Nun ja, wenn dem so ist, warum werden dann Generationen von Schülern mit Bild- und Gedichtinterpretationen traktiert, "gefoltert"?
Was will uns der, die, das Künstler damit sagen?

Wenn Kunst selbsterklärend ist, braucht es doch all diese "Experten" nicht, oder?
Deutsch-Abi in 1981; GK. Ich habe genau den gewünschten Nonsens zu Stifters Bergkristall geschrieben, welcher gefordert war.
"Kunsterklärung" eben.

Ich kannte Lisa Eckhardt bisher nicht. Ich habe mir einige "Nummern" angeschaut. Das hat mMn rhetorisches und inhaltliches Niveau, etwa die Jeans aus Bangladesh und FFF.

Das "alte Kabarett" gibt es nicht mehr, und nicht nur das.
Jedoch ist Veränderung nicht zwingend Verbesserung!

"Ich weiß nicht, ob das Lust an der Provokation ist. In Österreich ist es idiomatisch zu sagen: Ein Witz ist tief, also im Sinne von „unter der Gürtellinie.“ Tief heißt aber auch tiefgründig, und ich war immer schon der Ansicht, dass das Tiefgründige und das Abgründige sehr nah beieinander liegen."

Ja diese Österreicher.

"Im Prater blühn wieder die Bäume ..." - Peter Alexander.

Alternativ biete ich Georg Kreisler - "Geh´n mer Tauben vergiften im Park!"
https://www.youtube.com/watch?v=B2PH3hXSA0Y

"unter der Gürtellinie"?

NEIN!