Jedes Jahr ein schrilles Treiben: der Karneval der Kulturen in Berlin / dpa

Karneval der Kulturen in Berlin - Bigotte Multikulti-Inszenierung

Unser Genusskolumnist freut sich auf hoffentlich sonnige und ruhige Pfingsttage. Die Berliner Innenstadt ist dafür allerdings wieder mal ein denkbar ungeeigneter Ort. Bleibt also nur die Flucht ins Umland.

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Es soll ja Menschen geben, die Berlin nicht sonderlich mögen. Aber eines ist der Hauptstadt nicht abzusprechen: Hier wird quasi rund um die Uhr für allerlei Bespaßung gesorgt. In erster Linie für die Menschen, die innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen. Das sind rund 1,1 Millionen und somit nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung. Der Rest bekommt von dem ganzen Brot-und-Spiele-Zirkus gar nicht so viel mit. Umso mehr ziehen die diversen Spektakel aber Touristen an, manchmal durchaus einige Hunderttausend.  

„Lebensfreude und Vielfalt“ per Dekret

Am Pfingstwochenende ist es wieder mal so weit. Der Karneval der Kulturen geht in die nächste Runde. Vom 17. bis zum 20. Mai kommen zum 26. Mal „Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um an vier Tagen Zugehörigkeit und Vielfalt“ zu zelebrieren, heißt es im offiziellen Infoportal der Hauptstadt. „An vier Festivaltagen erleben Berliner und Touristen die Hauptstadt von ihrer Schokoladenseite: Weltoffen und international, dynamisch und lebensfroh, vielfältig und farbenprächtig“, als „bunte und multikulturelle“ Stadt, singend und tanzend.

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Volker Naumann | Sa., 18. Mai 2024 - 10:24

Ich stelle mir gerade die jungen Damen auf obigen Bild vor, wenn dann das Kalifat eingeführt wurde. Ob sie auch noch so lustig tanzen?

War wohl ein Traum oder ein Albtraum?

MfG

Romuald Veselic | Sa., 18. Mai 2024 - 10:30

Natürlich, was sonst, wo Anti- mit Anti-Anti, sowie Pro-Neo-Immer-Alternativlos, Mit- und Gegen-Alles, auf dem orgiastischen Trip sich zusammentut u "alle" werden so "Happy" sein, dass daraus das ganze Jahr "Happy" bleibt und nicht als Happy, so wahr denen/ihnen je nach Façon, sein Gott, Nicht-Gott & Anti-Gott helfen wird.
Soweit mir bekannt, ist Karneval in Islam verboten u als heidnisch - gottlos eingestuft, mit wenig kulturell-positiven Folgen f die örtlichen Karnevalisten. Siehe Ankara, Teheran, Riyad, Kabul, etc...

Es ist die gehypte Normalität des Nichtnormalen.
Das Entdeutschen der Republik befindet sich in einer der kosmischen Geschwindigkeiten. Es ist nur Frage der Zeit, bis das D, aus der Staatsnennung verschwindet.

KGE hatte recht, D wird sich so drastisch verändern, dass es kein D mehr geben wird. Wer hätte das gedacht, dass eine niveaulose Küchenhilfe, so viel Vorsehungskraft besitzt?

PS Für nicht wenige, ist dieser "Karneval" 1 Albtraum. Welcome at Nightmare City.

Jens Böhme | Sa., 18. Mai 2024 - 10:41

...kommt mindestens ein begleitendes gesellschaftspolitisches Pseudoargument. Ist der ursprüngliche Karneval/Fasching ein reines Volksfest gewesen (siehe stattdessen Mottowagen in Köln), wird fast jedes Volksfest auch zu einem politisch motivierten Mummenschanz deklariert, in dem u.a. "queere Kultur" präsentiert wird. Wann wird explizit heterosexuelle Kultur mainstreamfähig oder mindestens sprachlich präsentiert? Oder bedarf es dazu noch einer positiven "Einordnung", um irgendwen nicht zu verletzen?

Ernst-Günther Konrad | Sa., 18. Mai 2024 - 11:27

Lasst die Spiele beginnen. Wer feiert, säuft und seinen fanatischen Gedanken nachhängt wird von den wirklichen Alltagsproblemen abgelenkt.
Diese Stadt sollte wieder eine Mauer haben. Nein, nicht quer durch die City, sondern um sie herum. Berlin ist eine große Psychiatrie und das Umland muss vor den Insassen geschützt werden.
Schöne Pfingsten.

Urban Will | Sa., 18. Mai 2024 - 11:32

es kann ihnen und dem Rest der Welt egal sein, was sie da alles zelebrieren.
Diese Veranstaltung ist charakteristisch für diese Stadt und das ganze Land.
Der Artikel zeigt ja die ganze Scheinheiligkeit und Verlogenheit dieser kläglichen Sippschaft und man kann davon ausgehen, dass Scharen links-grüner Polit-Gestalten (in Berlin gehört die CDU in besonderem Maße dazu) dort herum hüpfen, um ihre scheinbare Weltoffenheit zu „demonstrieren. Die de facto in etwa auf dem Niveau ihrer Kompetenz rangiert.

Wenn ein kleiner Junge sich zu Fasching als Indianer verkleidet, schreien sie Welt voll, diese woken Dummköpfe und nun rennen sie in bunten Kostümen durch die Gegend und imitieren was weiß ich für Kulturen dieser Welt.
Und wer räumt den Müll auf?

Die Begriffsverwendung für Berliner kannte ich noch nicht. :-))
Was treibt die Leute an sich so auf der Straße zu zeigen?
Ein bisschen seltsam muß man schon veranlagt sein.
Berlin, die Daueralimentierte, da sind sie Spitze.

Urban Will | Sa., 18. Mai 2024 - 14:47

Antwort auf von Tomas Poth

konnte, gab es „Die Anstalt“ mit Urban Priol.
Dort wiederum - in Anspielung auf den ARD Chefredakteur im Hauptstadtstudio, Ulrich Deppendorf - ab und zu die Schalte nach „ Deppendorf“.
Passte damals schon.

Das war in "Mitternachtsspitzen". Aber wie sie schreiben gutes Kabarett als die Kabarettisten noch den politischen Betrieb aufs Korn nahmen sind vorbei. Heute nehmen die Kabarettisten lieber das Volk aufs Korn das nicht spuren will und der Obrigkeit Sorgen bereitet.

dass es die BSR ist, die den Müll aufräumt, aber dafür, dass in Berlin die CDU zu den Scharen links-grüner Polit-Gestalten gehört. Möglicherweise sind Ihre Berlin-Kenntnisse noch ausbaufähig, u.a. bezgl. von Projekten des Vorgängersenats (RRG), die vom jetzigen Senat unter Führung von Hrn. Wegner (CDU) gestoppt, einer Prüfung unterzogen oder verworfen wurden. Und die da in bunten Kostümen beim o.g. Karneval durch die Gegend rennen, "immitieren" oftmals die Kulturen ihrer Herkunftsländer bzw. der ihrer Vorfahren.

danke für die Aufklärung in Sachen Müllabfuhr. Wäre ich nie drauf gekommen.
Humor, bzw Ironie scheint nicht so Ihr Ding, was ich verstehen kann, wenn man, was ich wiederum bei Ihnen vermute, in Berlin lebt.
Dass Sie die Berliner CDU nicht zu den Links/Grünen zählen, ist Ihre Sache.
Und als Indianer verkleidete ich mich früher auch nur einmal im Jahr, bzw. „imitierte“ einen solchen und fühlte mich nicht mal „oftmals“ als einer.
Nur am Rande.
Mir ist es übrigens schnurz egal, wer dort wie herum rennt. Sie sollen nur ihre arroganten Klappen halten, wenn andere das gleiche machen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 18. Mai 2024 - 12:27

mit dem falschen Fuß aufgestanden?
Ich kann Ihnen nicht generell widersprechen, weil ich mir diesen Karneval der Kulturen noch nie angesehen habe, aber vielleicht wenn, dann doch eher als die üblichen Karnevalsumzüge.
Ich bin evangelisch und habe mich katholischen "Riten" "nie" angeschlossen.
In Karnevalszeiten sahen wir immer die "Stunksitzung", auch wenn ich mich da nicht wirklich wiederfand, da nicht alternativ "veranlagt".
Es ist schade, dass israelische Gruppen ff. nicht teilnehmen und hoffentlich nur vorübergehend.
In meinen Augen ist dieser Karneval der Kulturen "größer" als Israel oder Palästina oder wo überall Konflikte derzeit ausgetragen werden.
Wowereit war doch davon begeistert?.
In Berlin innerhalb des Rings zu leben ist gewiss manchmal sehr anstrengend, aber bestimmt auch spannend.
Als Hauptstädter* muss man wohl mit Festivitäten leben.
Da kann man wahrscheinlich nicht wie Venedig eine Touristensteuer einführen?
Berlin kisses the world and the world kisses back
Schützen

Vor 15 Jahren wurde Kritik noch nicht mit Feindschaft verwechselt:
"Grundsätzlich ist die Verabsolutierung der jeweiligen Standpunkte (ob links – rechts – liberal – konservativ) weder hilfreich, noch einer friedvollen Welt-Gemeinschaft zuträglich. In einer freiheitlichen Demokratie geht es hauptsächlich um das Gelingen von Vielfalt im Miteinander aller Menschen aller Länder. Wenn wir uns nicht von radikalen Kräften auseinander dividieren lassen
wollen, müssen wir uns heute wieder stärker aufeinander einlassen und ganz neu lernen, in Toleranz und Wahrhaftigkeit aufeinander zuzugehen und miteinander umzugehen. Wir können uns dann auch wieder mit unseren verschiedenen Denkweisen und Überzeugungen gegenseitig bereichern und voneinander lernen! Tun wir es doch einfach. Es lohnt sich!"
(aus "Als das Rote Meer Grüne Welle hatte" GHV)

S. Kaiser | Sa., 18. Mai 2024 - 12:59

Wenn ich ehrlich sein soll, dachte ich zuerst, ich lese wieder einen kulturpessimistischen Text von Herrn Grau. Erst zum Ende fiel mir auf, dass dieser aber in die Rubrik „Genuss ist Notwehr“ gehört. Warum so miesepetrig? Ich verstehe ja die Kritik angesichts der momentanen geopolitischen Lage, und den Wunsch, dem zu entfliehen, aber könnte nicht gerade der Karneval der Kulturen einen inspirieren, über die reichhaltige südamerikanische Küche nachzudenken – die misslichen Aspekte der Gegenwart ausblendend? Aber gut, alternativ Pfingsten in der Datsche, im satten Grün bei Vogelgezwitscher und Spargel mit gegrillten Garnelen und Weißwein zu verbringen ist Genuss pur und ein schöner Ausblick. Viel Spaß dabei.

Ingofrank | Sa., 18. Mai 2024 - 13:49

haben vor ihrem Untergang auch nur noch „gefressen & gesoffen“ und einem dekadenten Lebensstiel gefröhnt.
Warum soll’s im Old Buntland Germany und seiner „Hauptstadt“ andere Anzeichen geben ?
Mit besten Grüßen für ein angenehmes Pfingstfest, an alle Ciceronen, aus der Erfurter Republik

in puncto Dekadenz hat Berlin längst diesen Status erreicht, auch wenn es (noch?) keine Gladiatorenkämpfe gibt. Manche Berliner Politiker würden aber sicher gerne die AfD "ad leones" wünschen.
Mir bleibt allerdings die Hoffnung auf einen Nero, der das ganze verrottete Nest in Flammen aufgehen lässt.(Ja, ich weiß, das hat er gar nicht getan, aber was nicht ist...)

maciste rufus | Sa., 18. Mai 2024 - 22:06

maciste grüßt euch. die römer waren zu keinem zeitpunkt dekadent und die römischen spiele aller art waren hochpolitische und staatstragende veranstaltungen. battle on.

Karl | So., 19. Mai 2024 - 16:26

Die kommt bald als EM in Dulliland, hoffentlich fliegt Deutschland gleich wieder raus! Alles geplante Ablenkung von der übelsten Politik, die Dulliland je gesehen hat. Eilmeldung ! Die SPD, will den nuschelnden und völlig inkompetenten Kriegstreiber Pistorius zum Kanzler küren, neben bei, werden jetzt schon weitere Milliarden für den ukrainischen Schauspieler bereitgestellt. Bis jetzt schon 7, 76 Milliarden €. Dann noch mehr Milliarden, für Menschen, die hier nichts zu suchen haben, bis jetzt 54 MILLIARDEN €, jedes Jahr und es werden immer mehr. Auch von Anschlägen, Klimaterroristen,Linksterroristen und Kalifatsterroristen werden wir sicherlich Bilder sehen die die rein Deutsche Bevölkerung endlich zum Aufwachen bewegt. Aber nur Vielleicht ! Mir reichen schon die täglichen muslimischen und afrikanischen Folklore Darbietungen vor meinem Einkaufszentrum und jeden Tag im Stundentakt, TATÜATA, TATÜTAT. Da braucht auch Niemand mehr so einen holen Schwachsinn wie in Berlin. Das schlimmste Drecksloch der Republik. Deshalb wurde Berlin wohl auch als Regierungssitz auserkoren. Dreckig, links grün verfault und hohl, genauso, wie die Protagonisten in der Glaskuppel. Im Moment weiß ich garnicht mehr wer ich bin, quer, gestreift, viereckig, bunt, durchsichtig, kriege ich dann auch so eine Schwachsinns Party ? Konzentriert euch lieber auf die Wahlen und ganz viel Reichel TV schauen das bildet ungemein. Noch frohe Pfingsten in Kingston. 😁