Der im Regen versunkene Römerberg in Frankfurt am Main / picture alliance

Flaue Adventsstimmung - Der Erlöser kommt leider wieder nicht

Bei unserem Genusskolumnisten mag sich keine echte Adventsstimmung einstellen. Zu bedrückend sind die vielfältigen Kriege und Krisen und der Zustand unserer Gesellschaft. Und so sucht er nach ganz kleinen Momenten der Besinnung und der Freude.

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Stell dir vor, es ist bald Weihnachten und keiner merkt es. Das ist sicherlich etwas übertrieben, aber von der viel besungenen Adventsstimmung ist wenig zu spüren. Das mag ein recht subjektiver Eindruck sein, aber in den meisten Straßen und Geschäften jenseits der großen Konsummeilen sind die in der Vergangenheit bisweilen arg üppigen Dekorationen auf ein Minimum reduziert oder fallen sogar komplett aus. 

Eine seit Jahrzehnten in einem Berliner Altstadtkiez präsente Blumenhändlerin beklagt, dass ihr klassisches Adventsgeschäft mit Kränzen und Gebinden quasi ausgefallen ist. Auch einige Gastronomen verzeichnen deutliche Einbußen beim Geschäft mit den Weihnachtsfeiern – wenn sie denn überhaupt genug Personal haben, um derartige Veranstaltungen durchführen zu können.

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Uli | Sa., 16. Dezember 2023 - 09:19

Kriege gab es immer. Der große Unterschied ist, dass man nicht mal mehr auf einen Weihnachtsmarkt gehen kann ohne in die Gefahr zu kommen von einem Idioten abgestochen zu werden. Natürlich können sich das auch immer weniger Leute überhaupt leisten dank der Bemühungen unserer Regierung unsere Wirtschaft zu ruinieren.

Norbert Heyer | Sa., 16. Dezember 2023 - 09:39

Die Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet sind merklich unbesucht, der Dauerregen wird eine Rolle spielen, die mehr als lieblosen Bretterbuden, aus denen misslaunige Menschen zu überhöhten Preisen drittklassigen Mist in flüssiger und fester Form anbieten. Ein kleines Pils für 4€, drei Reibekuchen 5€ - mit einem Klecks Apfelmus 6,50€, da holt man sich lieber einen Kasten Pils im Supermarkt für 8€. Auch die Musikberieselung ist unterirdisch, aber man bekam einen Parkplatz und der Besuch der Märkte ist übersichtlich. Ganz anders in Maastricht, unsere Nachbarn haben eine historische Innenstadt mit mittelalterlichem Charakter und sie verkaufen hochwertige Weihnachtsgeschenke, teuer aber gut. Im Hinterkopf haben manche Besucher auch die unheilvolle Angst, dass unseren Gästen unsere Art des Feierns nicht so recht passt und sie vielleicht Einwände dagegen haben könnten. Merkel-Poller suggerieren Schutz, aber das Gefühl vergangener Jahre von Vorfreude auf ein christliches Fest, das gibt es nicht mehr

ein deutsches, christliches Land war & wo ich als Ossi nach dem Mauerfall gestaunt habe, wie sauber & lebenstrunken der Ruhrpott im Vergleich zu Leipzig-Halle-Weißenfels (zu DDR-Zeiten) WAR,
auch wenn es schon damals zu meinen empfinden sehr viele Ausländer im Ruhrpott gegenüber andere West-Bundesgebiete gab.

Aber selbst so ein hochgejubelter Ruhrpott-Junge wie Herbert Grönemeyer, der so politisch die Fahne der Toleranz & des Kampfes gegen Rechts noch heutzutage hoch hält, hat es aber wie unserer Regierung vorgezogen, in einer nobleren Flüchtlingsfreier Gegend zu wohnen (Göttingen) & nicht in Bochum, Essen oder Herne, oder wie Berlin-Neukölln, die zu Gruselstädte mutierten & wo heutzutage Anti-Deutsch, dafür Islamisch das Hauptwort des Unwortes geworden ist

& ich hätte mir den weiten Besuch von Istanbul hätte sparen können.
Aber selbst viele gebildete Türken in Istanbul hielten von ihren Landsleuten in Deutschland nicht all zu viel

Jens Böhme | Sa., 16. Dezember 2023 - 09:46

Bei meinem Arbeitgeber wird gewichtelt. Mitarbeiter verschenken (bis 5 Euro) Tinnef an ausgeloste Beschenkte im Unternehmen. Hochkultur pur. Während in anderen Städten öffentliche Weihnachtsbäume von weißen Patrioten der Weltrettungsfront mit Farbe besudelt werden. Der Westen geht unter, hat kein Zusammenhalt, die Kultur wird vernichtet und eine große Leere namens Weltgerechtigkeit verdüster

Walter Bühler | Sa., 16. Dezember 2023 - 10:04

Berliner Pastorensohn, aus der preußischen Hofkapelle nach London geflohen, Freund und Kollege Händels, als einer der ersten als Musiker in Oxford promoviert, kümmerte sich um das Weiterleben der alt-englischen Musik, stellt eine Verbindung der deutsch-kontinentalen Musiktheorie mit der englischen her, Freund des genialen Mathematikers Abraham de Moivre.

Ja, Berlin hat zu manchen Zeiten wirklich große Persönlichkeiten hervorgebracht!

Fröhliche Weihnachten!

Albert Schultheis | Sa., 16. Dezember 2023 - 10:32

"... mag sich keine echte Adventsstimmung einstellen."
Ich wünsche Ihnen allen ein be-sinn-liches Weihnachtsfest!
Halten Sie sich fern von Kirchen, zumal vollbesetzten Kirchen, und Weihnachtsmärkten! Das dürften statististisch die gefährlichsten Orte in Deutschland sein über die kommenden Tage. ... und - wie man so fürsorglich während Corona zu sagen pflegte - bleiben Sie gesund!

Rainer Mrochen | Sa., 16. Dezember 2023 - 11:26

Für positive Gesinnung, in weihnachtlicher Atmosphäre, kann man selbst sorgen. Es sind genau diese scheinbaren Kleinigkeiten "in entspannter Ruhe" die so ungemein hilfreich sind in trüben Zeiten.
Wir veranstalten heute einen privaten Weihnachtsmarkt auf der Terrasse. Kein marktübliches Event, dafür sehr stimmungsvoll mit Basteleien, Essen und Trinken, gepflegtes Schwätzchen und, da bin ich mir sicher, wohltuendem Lachen, was unserem Immunsystem sicherlich hilfreich ist.
Gute Weihnachtszeit.

Wolfgang Tröbner | Sa., 16. Dezember 2023 - 11:38

Herr Balcerowiak, die kleinen Freuden im Alltag kann man sich auch selber schaffen. Trotz der widrigen Zeitläufte und trotz der miesen Politik in Berlin. Sehen Sie, wir waren gestern im Ballett. "Der Nussknacker" von Tschaikowsky. Wunderbare Musik eines Russen. Eine tolle Tanz-Compagnie aus Neapel mit einer hinreisenden Primaballerina, die denen des Bolschoi oder anderer großartiger russischer Balletthäuser kaum nachsteht. Und eine sehr klassische Inszenierung, die auf einen russischen Choreographen namens Pepita zurückgeht. Und das Ganze in der schwäbischen Provinz. Ich weiß, den Nussknacker gibt es natürlich nicht mehr in Berlin, da hat der woke Zeitgeist dafür gesorgt. Fahren Sie also ruhig mal in die Provinz, wenn Sie was Schönes sehen und den üblichen grün-roten Gespenstern nicht mehr begegnen wollen. Es lohnt sich und Sie bekommen -zumindest für einen Augenblick - wieder gute Laune.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 16. Dezember 2023 - 12:12

Herr Balcerowiak.
Bei mir beginnt mit der Adventszeit meine Weihnachtsstimmung, damit ich dann auch noch Platz habe für Silvester .
Wir wissen ja, dass Christus zu Lebzeiten eher nicht von den Massen gefeiert wurde, deshalb schaffe ich mir auch kleine "Besinnungsinseln" oder suche angebotene auf.
Ich hoffe, in meiner Rückbesinnung noch Augen und Ohren zu haben für weihnachtliche Ankünfte.
Liebe Grüße

Helmut Bachmann | Sa., 16. Dezember 2023 - 18:07

Als nicht kirchengebundener Christ sage ich, dass selbst wenn gar nichts funktioniert und überall Unfrieden ist, Gott ewiglich geboren wird. Es ist an uns - ein jeglicher nach seinem Stern - danach zu schauen. Man findet ihn, wenn man Bach hört, aber auch anderswo. „Wird Jesus tausendmal zu Bethlehem geboren…“ (Silesius) In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!