Selbstschädigender Aktivismus - Sarkasmus reicht nicht mehr

Klima, Rassismus oder Gender. Die Debattenstimmung wird von Tag zu Tag vergifteter. Wie fanatische Aktivismen positive Trends hemmen, die sie eigentlich verstärken wollen.

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Helfen Umsturzfantasien auf dem Weg zu mehr Klimaschutz? / dpa

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Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

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Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Wöchentlich scheint sich die öffentliche Debattenstimmung weiter zu vergiften. Gerade darf jemand seinen Job nicht antreten, weil er die Aufenthalts- und Abschiebepolitik in diesem Land verbesserungswürdig findet oder 2017 – mit vielen anderen aus dem gesamten politischen Spektrum – die opportunistische Regeländerung kritisierte, mit der die Rede eines AfD-Alterspräsidenten im neugewählten Deutschen Bundestag verhindert wurde. Ebenfalls in diesen Tagen wird eine Regionalzeitung im Netz bedrängt, eine Redakteurin zu entlassen, weil sie Argumente von Kritikern der Corona-Politik unvoreingenommen zur Sprache brachte. Eigentlich neue Fälle für einen gut eingeübten bitteren Sarkasmus.

Aber Sarkasmus reicht nicht mehr aus. Vor allem ist diese Entwicklung traurig. Denn sie schadet ja längst. Die Anmaßungen der verschiedenen Aktivismen, mit denen wir es inzwischen täglich zu tun haben, werden zum Hemmnis eines soliden Fortschritts in die richtigen Richtungen. Wichtige Fragen und Ziele verkommen zum Kabarett-Thema, werden zunehmend geschwächt und konterkariert. Der Ton, mit dem die Leute pausenlos traktiert werden, nervt.

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Karl-Heinz Weiß | Mo, 8. Februar 2021 - 18:43

Die zweifellos überzogene Debatte sollte für die zwischenzeitlich meist ergrauten 68er-Studenten Anlass sein, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern-Niederbrüllen anderer Meinungen an zahlreichen Unis und Gymnasien. Damals wurde nicht zwischen Alt-Naziprofessoren und Befürwortern einer offenen Gesellschaft unterschieden. Geschichte wiederholt sich manchmal doch.

Günter Johannsen | Mo, 8. Februar 2021 - 19:11

"Jeder „Weiße“ ist ja Rassist … Denn Rassismus ist überall, auch wenn keiner was mitkriegt."
Verschwiegen wird aber - warum wohl -, dass die linke Ikone, Karl Marx, ein übler Rassist und Antisemit war. Passagen von Marx über Juden lesen sich wie Texte von hitlergetreuen Nazis:
"Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher.“ Marx im Brief an Engels über den Juden F. Lassalle: "Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seiner Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen … Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft."
Der "weiße Rassist" Karl Marx bleibt bei dieser dummen Hetze aber leider außen vor! Ja, warum wohl … ?

Lieber Herr Johanssen,
ich freue mich über Ihren Mut, Marx zu entzaubern. Seine Verherrlichung ist für mich
Bigotterie, mit nichts zu entschuldigen. Oder ist Marx momentan en vogue, eine klas-sische Variante der Reinwaschung?

Daß ich mich Ihrem klaren Kommentar anschließe hat nachstehende Bewandtnis.
Cicero schrieb am 19.08.2018 "Kolossalstatuen sind typisch für Diktaturen, nicht
für Demokratien. Der Artikel galt der Aufstellung Marx´s Statue in Trier anläßlich seines 200. Geburtstags.

Mein Kommentar hierzu entsprach exakt Ihren Worten. Sein Haß gegenüber Lassalle,
seine Schmähungen zeigten seinen, heute vefolgten, Antisemitismus. Warum wird dieser heute unter den Tisch gekehrt? "Es kann nicht sein was nicht sein darf". Das "Kapital" Friedrich Engel´s, Sohn eines Fabrikanten, nahm er gerne an. Ergo, "Es darf sein, was nicht sein dürfte".

Waum finde ich so viele Worte? Mein damaliger Kommentar wurde nicht veröffent-
licht. MfG

Günter Johannsen | Mo, 8. Februar 2021 - 19:18

Heute redet man ja schon wieder ungehindert von Zwangseinweisung von Maskenverweigerern, Querdenkern, Andersdenkenden … Naja, die entsprechenden Lager gibt's ja noch. Man muss ja nur die Schilder am Eingangstor auswechseln!

Ich denke da liegen Sie völlig falsch. Diese Aktivisten machen das was Aktivisten halt so machen. Der Unterschied zu früher ist, dass die heute die Mächtigen auf ihrer Seite haben, zumindest scheint es so, und deshalb hat ihr "Aktivieren" eine andere Qualität als wenn sie die Mächtigen gegen sich hätten. Das Problem sind also nicht die Aktivisten, sondern die Mächtigen. Deshalb bekommen heute Minderheitenthemen und -Meinungen ein Gewicht, was alles verzerrt. Das ist das Gleiche was die SPD erleben musste, als Merkel ihre Themen übernahm oder die Kritik der Presse zur Handlungsanleitung der Politik wurde. Wäre im übrigen nicht anders wenn zB Querdenker die Mächtigen auf ihrer Seite hätten. War doch so in GB, USA und Brasilien, mit den bekannten Folgen, wie zB der britischen Corona-Mutation. Klar sagen möchte ich aber auch, dass ich kein Freund von Impfverweigerern bin und ich sanftem Druck - etwa Rückkehr zur Normalität für Geimpfte - zustimme. Die eigene Meinung kostet dann halt.

Günter Johannsen | Di, 9. Februar 2021 - 10:59

In reply to by Robert Müller

"Deshalb bekommen heute Minderheitenthemen und -Meinungen ein Gewicht, was alles verzerrt." Das ist richtig.
Doch ausgegangen ist die kommunistische Methode "haltet den Dieb"von den SED/MfS-Ideologen: also alle Andersdenkenden mit dem zu diskreditieren, was man selber ist und tut! Der sich nett und volksnah gebende Genosse G.G. (letzter SED-Vorsitzende) hat das schon vor der Friedlichen Revolution und Wende1989 (damals noch ohne Erfolg) praktiziert. Verantwortlich dafür sind also die Genossen der SED-Erben-Partei. Dass es die aktuellen Machthaber gern übernommen haben, steht natürlich außer Frage, denn es geht ja um die eigene Macht. Der Versuchung, für die Macht auch fiese und unmenschliche Methoden anzuwenden, sind nicht nur die Kommunisten erlegen. Auch das stimmt!

Annette Seliger | Mo, 8. Februar 2021 - 19:21

linearen Denken der Menschen. Dabei ist ein Merkmal immer wiederkehrend - das Spiel mit der Angst als Mittel zur Umsetzung. Und dann haben wir auch noch die Propaganda zum Vertuschen politischer Fehler - siehe die Merkelsche Migrationspolitik, die Energiewende, die Euro Rettung und natürlich Corona.
Der "menschengemachte Klimawandel" bekommt ein Gesicht mit dem bösen Treibhausgas C0² (es gibt keinen physikalischen Beweis!) und aktuell können wir bei dem Wintereinbruch sehr froh sein dass die Kraftwerke funktionieren, denn Wind und Sonne produzieren keinen Strom. Wo sind eigentlich die "Klimaaktivisten"? Die könnten doch beim Schneeräumen helfen. Die Absurdität der Thesen der Genderisten, Klimaaktivisten aber auch der Migrationsbefürworter hält eine Demokratie aus, aber wenn das Ganze mit dem Machterhalt aufgrund von politischer Fehler zusammenfällt, dann wird es gefährlich. Es wird sich erst etwas ändern, wenn Merkel endlich das Kanzleramt verlassen hat. Dann wird sich die Angst legen!

Merkels endlose, euphorisch unterstützte Präsenz erscheint mir wie ein toxischer Fluch für dieses Land, für Offenheit, furchtlosen Diskurs, klares Denken, wirtschaftliche Vernunft, gesellschaftliche Selbstachtung, Freude am Zusammenhalt. Es wird lange dauern, bis dieses Gift verschwunden sein wird, aber Deutschland wird wieder gesund werden. Darauf hoffe ich.

Da werden notwendige Massnahmen gegen den - zweifelsfrei - menschengemachten Klimawandel als ideologisch verdammt. Da wird die Corona-Pandemie geleugnet und verharmlost, um den Verantwortlichen politsches Versagen oder gar Verschwörung gegen das Volk im Rahmen einer "grossen Transformation" vorzuwerfen. Da wird der wichtige Ausstieg aus einer gefährlichen und mittelfristig ineffizienten Energiesparte in Frage gestellt, weil dieser ja die Preise in die Höhe treibe - wo der Ausstieg doch ziemlich alternativlos ist. Da wird die Rettung des Euros, von dem die BRD wie kaum ein anders Land profitieren dürfte, als massive Geldverschwendung diffamiert. Da wird eine humane Migrationspolitik als Mittel zur Umvolkung bezeichnet.
Den Pfad einer sachlichen Diskussion haben diese "Gegner" längst verlassen. "Merkel muss weg", der ständige Schlachtruf des rechten Randes, zeigt, dass es kaum noch um Politik geht.

Demnächst wird man uns erzählen, mit Merkel würde auch Corona verschwinden.

Gerhard Schwedes | Mo, 8. Februar 2021 - 19:31

Was ich an dem Artikel vermisse, sind klare Worte und nicht dieses um den heißen Brei Herumgerede. Das zeigt sich schon in der Verwendung der Gendersprache. Einerseits wird von "Professorinnen und Professoren" gesprochen, andererseits aber nur von Studenten. So etwas nenne ich den Versuch einer geistigen Halbschwangerschaft. Warum wird nicht klar gesagt, dass das Gendern der Sprache einfach nur hirnrissig ist, weil es das generische Maskulin sowieso gibt, Gendern zu absurden Sprachverrenkungen führt, es darüber hinaus unästhetisch ist - vergleichbar mit Brutalo-Architektur - und weil es den Sprachnutzer seiner inneren Freiheit beraubt, da er überall Verbots- und Tabuschilder beachten müsste. Der Autor will kritisieren, aber ja nicht in die Gefahr geraten, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Das ist pure Feigheit vor jenen totalitären Linken und Grünen, die sich schon lange einen Sport daraus gemacht haben, mittels Hexenjagd ihren versteckten Sadismus auszuleben. Es ist zum Kotzen!

So zu sagen die berühmte Einbahnstraße, die nur eine Richtung erlaubt. Sonst wird gnadenlos abgestraft. Der "Falschfahrer" ist plötzlich von allen menschenwürdigen Regeln/Schutz, welche Verbots- und Tabuschilder sonst garantieren, ausgeschlossen.

"Es würde sehr wenig Böses auf Erden getan werden, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte." (Marie von Ebner-Eschenbach)

Es muss Folgen haben, wenn man davon überzeugt ist, dass dieser Aktivismus falsch ist. Der Kommentar ist da zu weichgespült. Es wird Zeit, diesen Leuten entschiedener entgegenzutreten. Die sogenannten Aktivisten sind eine krasse Minderheit, die die Mehrheit dominieren wollen. Das ist totalitär. Und absolut undemokratisch. Unintelligent ist es sowieso...

Die Studentinnen und Studenten findet man ja noch häufig. Aber haben Sie schon mal von Verbrecherinnen und Verbrechern, Klimaleugnerinnen und Klimaleugnern oder Halunkinnen und Halunken gelesen? Komischerweise hört das Gendern immer dann auf, wenn ein Begriff negativ besetzt ist. Vielleicht ist das ja die beste Möglichkeit, das Böse endgültig zu besiegen ;-))

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 8. Februar 2021 - 19:47

Aktivisten wollen die Benachteiligung bestimmter Gruppen ausgleichen, indem sie unter dem Synonym Gleichheit den Spieß umdrehen. Dafür ist manchen von ihnen jedes Mittel recht. Mit der so hoch gelobten universitären Wissenschaft oder Gerechtigkeit hat das schon lange nichts mehr zu tun.
Überhaupt leidet die Wissenschaft unter dem Aktivismus. Das gilt für Gender wie für Rassismus, Klimagerechtigkeit oder radikale Klimawandelmaßnahmen. Abgesehen von den (wirtschaftlichen) Schäden, der Zerstörung von Geschäften, der Besetzung von Kohlegruben wird auch körperliche Gewalt gegen Menschen akzeptiert. Die Demokratie wird dabei oft als hinderlich für die Durchsetzung der Ziele angesehen.
Dass es dabei auch um Geld geht, kann man gerne glauben. Wieso dürfen Einflüsse der Windkraft auf Insektensterben oder die globalen Luftströmungen der Erde nicht wissenschaftlich untersucht werden? Schließlich lebt die Windkraft von genau den Luftströmungen, die unser Klima beeinflussen.

Christa Wallau | Mo, 8. Februar 2021 - 19:48

was er befördern will, dann ginge das ja noch an.
Viel schlimmer ist die Tatsache, daß die schrillen Töne und Aktivitäten der diversen Weltverbesserer vielen ihrer Mitbürger ungeheuer auf die Nerven gehen.
Jeder, der nicht von der absoluten Vordringlichkeit der Themen Klima-Rettung, Gender, Rassismus usw. überzeugt ist (und das sind nicht wenige!),
hält die tägliche Gehirnwäsche - trotz aller Bemühungen, sie zu ignorieren o. sich in Ironie u. Sarkasmus zu retten - irgendwann im Kopf nicht mehr aus.
Und manch einer schlägt dann um sich - verbal oder handgreiflich. In vielen Menschen weckt das Aktivisten-Trommelfeuer sogar Haßgefühle u. Mordphantasien wieder auf, die längst mit Hilfe der Vernunft besiegt zu sein schienen.

Das gesellschaftliche Zusammenleben in D wird durch die Polarisierungen u. maßlosen Übertreibungen sog. Aktivisten immer mehr zur Zerreißprobe.

Kann das die Lösung der Probleme sein, um die es diesen Leuten angeblich geht???
W e r bremst die Fanatiker???

Sarkasmus an:

Vielleicht jemand wie Maximilian Krah (AfD), inzwischen MdEP, der im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung "unter tosendem Applaus" in den Saal des Lommatzscher Schützenhauses rief: „Wir schießen den Weg frei. Es gibt nur uns - ansonsten geht alles den Bach runter.“ (zitiert in: Leipziger Volkszeitung vom 2. Juni 2019)
Wer will ihm einen Vorwurf machen? Diese Aktivisten aber auch, die sich für Klimaschutz und gegen Rassismus einsetzen. Da können schon mal "Haßgefühle und Mordphantasien" geweckt werden. Und ab und an stirbt halt jemand, nicht wahr Frau Wallau? Das ist vermutlich nur fast so schlimm wie die Tatsache, dass Ihnen und den Bürgern, für die Sie zu sprechen vorgeben, diese Aktivisten so "ungeheuer auf die Nerven gehen".

Sarkasmus aus!

Ich empfehle Ihnen, sich die wöchentlichen, etwa drei- bis sechsminütigen
Erfahrungsberichte bei der EU anzuhören, die Herr Nicolaus Fest (einer der 11 AfD-Abgeordneten in Brüssel) auf seinem Youtube-Kanal ins Netz stellt.
Da erfahren Sie Dinge, die Ihnen sonst niemand erzählt.
Selbst wenn Sie inhaltlich nichts von dem halten, was Herr Fest sagt:
Es ist schon allein eine Freude, seine geschliffene Sprache und seine Ironie zu genießen.
Nicolaus ist der Sohn des langjährigen, verstorbenen Mitherausgebers der FAZ,
Joachim Fest, der u. a. eine Hitler-Biographie und das Buch "Ich nicht." geschrieben hat, in dem er seine Kindheits- u. Jugenderinnerungen im sog. "Dritten Reich"
schildert. Sehr lesenswert.

Schöne Grüße!

Wenn ich den Europa-Abgeordneten Krah zitiere, der den "Weg freischießen" will und Sie darauf erwidern, "Ja, die AfD hat sehr gute Leute im EU-Parlament!", so zeigt das, was von Anfang an klar war; dass Sie nicht nur Verständnis für Mord- und Gewaltfantasien haben sondern diese gutheißen - natürlich nur, solange es "die Richtigen" trifft.
Nicht, dass es wirklich eines Beweises bedurft hätte, aber es freut mich und es ist überaus hilfreich, dass Sie Ihre Abgründe so offenlegen.

Wenn ein Student (Uni Senatsmitglied), Juso und Jura Student schreibt: „Vermieterschwein persönlich zu ershooten“ oder „Jungliberale ershooten wann?“, dann ist das nicht so schlimm?
Sie sehen, Verrückte gibt es auf beiden Seiten.

Vor dem Hintergrund der von Ihnen zitierten Aussaagen dieses "bösen" AfD-Menschen macht doch der Vorschlag der Linken vor geraumer Zeit in Kassel erst richtig Sinn: Was machen wir mit den Reichen? Erschießen oder Zwangsarbeit. Oder das, was vor wenigen Tagen in Berlin ein Juso mit den "Vermieterschweinen" anstellen wollte? Nichts davon gehört? Oder einfach nur vergessen, Herr Hügle?

Das alte Lied: Anstatt sich inhaltlich mit der belegten Aussage eines GEWÄHLTEN EUROPA-ABGEORDNETEN auseinandersetzen und sie als solche zu bewerten, kommt der infantile Reflex: "Aber die Anderen doch auch!"
"Die Anderen" sind hier offenbar ein Student und eine Frau (ohne Namen, ohne Amt, ohne Mandat) auf einer Veranstaltung der Linkspartei, deren unsägliche Aussage hier en passant zur Forderung DER Partei gemacht wird.
Das ist zwar intellektuell hochgradig unredlich, andererseits spricht es durchaus für Sie, wenn Sie versuchen, dadurch die unverantwortliche Äußerung eines EU-Parlamentariers zu relativieren, zeigt es doch, dass Sie es prinzipiell problematisch finden, wenn ein Politiker krakeelt, den Weg "freischießen" zu wollen - und gewaltbereite Extremisten das auch tun.
Frau Wallau hat im Gegensatz dazu offen ihre Zustimmung für Leute wie Krah zum Ausdruck gebracht, was einmal mehr beweist, wes Geistes Kind sie ist...

... noch ein paar tagesaktuelle Bemerkungen aus der schönen Stadt Berlin zur Bremsung von Fanatikern.

Sarkasmus an:

- vielleicht der Aktivist Bengt Rüstemeier (SPD, Juso, Senat HU), der auf Twitter über die Erschießung von Jungliberalen und Vermieterschweinen räsonierte,

- vielleicht der Rohrbombenleger aus Berlin-Schöneberg?

Sarkasmus aus.

Verstand und Herz an:

Wir sollten Fanatiker bekämpfen, und zwar unabhängig von ihrem politisch-ideologischen Tarnanzug. "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?"

Wolfgang Borchardt | Mo, 8. Februar 2021 - 19:57

Vielen Dank für diesen Beitrag, der das Bild unserer gegenwärtigen Gesellschaft klar darstellt. Schon traurig genug, kommt das Versagen der Poltik im täglichen Handeln ebenso so hinzu, wie deren Beförderun verschwurbelter Gedanken. Dass die Masse sich wohl nicht so dafür interessiert, solange es nicht persönlich trifft - was auch die Ergänzung des grünen Ampelmännchens um ein Ampelweibchen beträfe - mag bedauert werden, weil es eben viel mehr ist, als nur belanglos. Die Initiatoren gehen davon aus, etwa über die Veränderung von Sprache auch Hirne ändern zu können. Eben noch ist es möglich, eigene Worte zu verwenden und sich diesem Zugriff zu erwehren. Dass mit der Streichung eines Wortes, etwa "Rassismus", dieser selbst verschwindet, ist eine kindliche Vorstellung, die das Zeitbild um eine Nuance bereichert.

Bernd Muhlack | Mo, 8. Februar 2021 - 20:00

Das schreibe ich seit Monaten, prophezeie ein schlimmes 2021: sechs Wahlen, Corona u Politik nach Gutsherrenart, Gusto.
Ich bin weder ein Hellseher, Augur, Philosoph noch mit göttlichen Gaben bedacht. Jedoch bin ich des Denkens mächtig u politisch sehr interessiert.
Überparteilich u (leider) auch übergewichtig.

Wir haben inzwischen hüpfende Kinder mit Schildern "system change" (GREAT RESET!), "Jungpolitiker" welche auch gerne mal "Miethaie" über den Haufen schießen wollen, eine SPD-Vorsitzende welche sich mit "ANTIFA" solidarisiert.
Im rechten Spektrum dümpeln vergleichbare Exemplare "staatsgefährdender" Konsistenz.
Das kann man mMn nicht wie im BGB aufrechnen, abwägen!

Es gab Mahner, welche das Mene Tekel WEIMARER REPUBLIK zitierten. Ich hielt das für unmöglich. Inzwischen scheint es mir doch möglich!

Es brodelt allüberall - trotz (wegen?) Ausgangssperre.

Ich möchte meine Mutter zitieren, 86, geistig topfit: "Wat bin ich fruh, dat ich su alt bin!"
Nein, noch kein Impftermin ...

Hanno Woitek | Mo, 8. Februar 2021 - 20:19

dass die Presse, auch die Ihre, und das Fernsehen den immer einseitig geprägten Halbwahrheiten der Klimafanatiker, Rassisten und Genderen einen extrem großen unwidersprochenen Raum lassen und nie gegensteuern mit belegbaren, sachlichen Fakten. So bilden sich aus diesen von Ihnen benannten Gruppen eigentlich keine anderen Entwicklungen als egozentrisch und undemokratisch gesteuerte Fanatiker*... ha ha innen....... Bestes Beispiel sind greta Thunberg, Luisa Neubauer oder der FDP Lindner mit seiner Neo Liberalitäts Besessenheit.

Manfred Bühring | Mo, 8. Februar 2021 - 20:22

Die Geister*innen fressen ihre Kinder. Die berechtigten Anliegen der Vor-Gender-Frauenbewegung nach Schaffung gleicher Lebens- und Arbeitsverhältnisse für Frauen wurde von militanten Männerhasserinnen okkupiert und wendet sich nun letztlich gegen die Frauen. Spätestens seit dem #metoo-Tribunal ist aus der Suffragetten-Bewegung eine abstrus lustfeindliche und männerhassende Generalabrechnung mit dem awM geworden. Die "traditionelle" Frauenbewegung hat dabei ihre Unschuld verloren, weil sie diesem Treiben nicht oder viel zu zaghaft Paroli geboten hat. In dem Bestreben einer gesetzlichen Verankerung der freien Geschlechterwahl je nach Präferenz findet diese Farce ihren vorläufigen Höhepunkt, und das mit Unterstützung der Grünen und der FDP - nur noch peinlich.

Markus Michaelis | Mo, 8. Februar 2021 - 20:42

liegt es nicht im Trend solche Dinge auch offen in der Politik zu verteidigen.

Ich würde zwei Dinge trennen: Klima und Gender werden stark aus der Alt-Bio-Gesellschaft getrieben. Das sind Überschießer mit einem eigenen Demokratieverständnis, bei dem die Mittel durch den Wahrheitsgehalt des Anliegens gerechtfertigt werden. Dazu müsste man sich einigen, dass es auf der eine Seite die verschiedenen Wahrheiten und dringenden Anliegen gibt und als "Gegenspieler" (nicht als Teil zur Durchsetzung) die Demokratie, um zwischen den verschiedenen Wahrheiten und dringenden Anliegen zu Einigungen zu kommen.

Rassismus hat mit Migration zwischen verschiedenen Kulturen zu tun. Das geht tiefer und ist komplexer, die Nerven liegen noch mehr blank.

Demokratie funktioniert nur, solange alle den "Gegenspieler" zu ihren Wahrheiten akzeptieren. Gehen die Gefühle tiefer wird es demokratisch schwierig. In D versucht man die große Umarmung, politische Modelle dafür findet man aber eher woanders.

Dominik Roth | Mo, 8. Februar 2021 - 21:17

So sehr ich Ihnen zustimme, aber das ist doch alles nichts Neues. Die Freiheit des Individuums ist seit Jahren mehr und mehr in Gefahr, sei es durch PC, Umverteilung oder jetzt Corona. Der Westen hat seine beste Zeit hinter sich. Die Kollektivisten reüssieren. Die Zeichen stehen auf Tyrannei. So wie es seit Menschengedenken war. Fukuyama lag falsch. History is continuing.

Ist das nicht ein Euphemismus?
Die unspektakuläre Auflösung des"Ostens" Ende der 80er war ohrenbbetäubend im Vergleich zum Verpuffen des "Westens" in den Vergangenen Monaten.
Wenn Privatsphäre den Regierungen nur mehr im Weg steht,
wenn Grundrechte zu Privilegien erklärt werden, die erteilt und wieder entzogen werden können,
wenn die Selbstbestimmung über den eigenen Körper nicht unter die Definition von Freiheit fällt,
wenn der Souverän im Hausarrest sitzt,
wenn die Würde des Menschen antastbar ist,
dann sind wir bereits im Sozialkreditsystem Chinas angekommen.
Den "Westen" als Gegenmodell freier Bürger zu autokratischen und despotischen Herrschaftsformen ist damit obsolet. Kapitalismus gibts auch anderswo...

Der Begriff „Westen“ stand einst für etwas. Für Freiheit und Demokratie.
Und man konnte für ein paar Jahrzehnte dem Glauben erliegen, er sei anderen Systemen überlegen.
Und man könnte auch heute noch diesem Glauben erliegen, wenn die einstigen Werte noch Bedeutung hätten.
Den Osten löste letztendlich der innere Widerstand der Menschen auf. Der Sozialismus war und ist ein System, dem sich niemand dauerhaft unter Zwang unterwirft.
So gesehen kommt das „Verpuffen“ des Westens, wie Sie so treffend schreiben, in der Tat zwar auf den ersten Blick auf leisen Sohlen daher, ist aber im Vergleich zum Untergang d Sozialismus ein verheerendes historisches Erdbeben.
Der Westen vergeht an seiner Dekadenz. Die Menschen unterwerfen sich freiwillig ihrer Entmündigung, schreien förmlich danach.
China wird mit Interesse auf uns blicken, wohl erkennend, dass seinem „System“ jetzt ein jahrzehntelanger Aufschwung bevorsteht.
Aber die Geschichte endet nie.

Christian van der Ploeg | Di, 9. Februar 2021 - 06:16

Hatte gerade auf Netflix einen indischen Film gesehen, in dem der Protagonist am Ende sagte: Das Zeitalter der Weißen ist vorbei, nun kommen das Zeitalter der Braunen und Gelben (ja, so was darf man in indischen Filmen noch sagen). Und leider hat er damit so recht. Während Inder und Chinesen viel Geld und Energie in KI, Robotik, Fintech, Autonomes Fahren etc. investieren, sind wir im Westen so was von wohlstands-verschrumpelt, dass wir uns nur noch um solche Wohlfühlthemen kümmern. Als denkender Mensch sollte man FB, Twitter etc. abschalten, dann kriegt man von dem ganzen Unsinn, der sich vor allem in einer kleinen radikalen Blase abspielt, als intelligenter Ottonormalverbraucher kaum was mit.
Auch bzgl. Quote gebe ich Herrn Nordalm 100% Recht. Mir geht es jetzt schon so, wenn ich eine Frau in einer Talkrunde sehe, dass ich mich frage, ist die da weil sie gut ist, oder weil sie eine Frau ist. Sehr traurige Entwicklung für alle die guten Frauen.

Heidemarie Heim | Di, 9. Februar 2021 - 16:59

In reply to by Christian van …

Der Begriff hat was;), werter Herr van der Ploeg! Aber wie auch schon einige unserer Mitkommentatoren-klicklaut;) *innen auch bemerkten, ist mit diesen Fisimatenten spätestens dann das berühmte Ende der Fahnenstange erreicht, wenn unser Wohlstand ein Grad exponentiellen Wachstums nach unten erreicht hat, und es zu dem von Ihnen angesprochenen echten Schrumpfungsprozessen kommt. Wenn sozusagen Schluss ist mit lustig und wieder "essentielle" aktivistische Tätigkeiten gefragt sind! Vor allem in der Politik! Alles Gute! MfG

Urban Will | Di, 9. Februar 2021 - 07:40

putzig und wunderbar geeignet, ihn auf's Korn zu nehmen.
Aber das ist nur eine Seite.
Er gewinnt täglich an politischer Macht, im links – grünen Milieu und – oh Schreck – jetzt auch bei den Gelben? scheint er in vielen Teilen als Taktgeber zu wirken.
Das ist in der Tat gefährlich.
Die Schnelligkeit der Zeit und der politischen Entwicklungen, verbunden mit dem leider zeitgleich und antiproportional hierzu abnehmenden geistigen Potential der Protagonisten, lässt nichts gutes erahnen, was da noch alles auf uns zukommen wird.
Bald wird uns links – grün regieren, in Teilen erfolgt dies jetzt schon, Merkel dient diesem Zeitgeist nach Belieben, ihre Herrschsucht hat sie alle einstigen Prinzipien vergessen lassen.
Söder und Laschet sitzen ebenfalls in diesem Boot.
Die einzige Partei, die sich diesem geistigen Verfall entgegenstellt, wird kaputt gemacht und ausgeschlossen.
Ahoi Narrenschiff! Halte Kurs! Erst der Eisberg, dann vielleicht mal wieder die Vernunft...

Christoph Kuhlmann | Di, 9. Februar 2021 - 09:56

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die pauschale Zuschreibung von Rassismus in Bezug auf eine Gruppe (oder wie man die Bezeichnung Weiße nennen soll)selbst Rassismus ist. Damit hat sich die Aufregung dann für mich erledigt. Das ist ein typisches Beispiel für mangelnde Definition und Abstraktion in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, welches durch Medien unreflektiert und simplifiziert kolportiert wird.

Walter Bühler | Di, 9. Februar 2021 - 15:16

Vielleicht weil sie bei Computerspielen und bei der Lektüre von Fantasy- und SF-Literatur gelernt haben, wie toll es ist, ein Held zu sein, der im Kampf für das Gute das Böse in der Welt mit Stumpf und Stiel ausrottet?

Das wird heute schon Kindern, die mit Playmobil oder Lego spielen, per Videos (Novelmore) eingehämmert, und nimmt in vielen Köpfen heute den Platz ein, den früher Siegfried und Walhalla bewohnten. Dieser simple manichäische Religionsersatz wird ja heute nur noch bei wenigen Menschen durch christliche Vorstellungen abgemildert.

Vielleicht kann man so den monströsen Hang zur Apokalypse, zum Weltuntergang und zur fanatischen Sehnsucht nach bösen Feinden erklären, den man heute bei Politiker*innen und Journalist*innen so häufig vorfindet.

Die meisten von uns sind "tatenarm und gedankenvoll", in Wahrheit also fast immer völlig unfähig zu einem Kampf. Daher träumen wir nur von Heldentaten, und verehren Aktivist*innen, weil diese "wenigstens etwas tun".

Quirin Anders | Di, 9. Februar 2021 - 16:55

Natürlich stimmt es, dass Sarkasmus nicht reicht. Aber was bleibt klar denkenden Zeitgenossen, die Politik allenfalls über Wahlen (etwas) beeinflussen können, sonst übrig?
Klimawandel z.B. gibt es seit Jahrmillionen (nicht erst seit Beginn der Wetteraufzeicnungen in D): Kalt-/Eiszeiten werden durch Warmzeiten abgelöst und umgekehrt. Noch vor 8.000 Jahren konnte man trockenen Fusses vom heutigen Frankreich ins heutige England laufen - wo heute eine Wassertiefe von ca. 45 m zu überwinden ist. Weiter kann man wissen: 97% des CO² sind natürlichen Ursprungs; Deutschlands Anteil an den restlichen, menschengemachten 3% liegt bei gut 2% des weltweiten Ausstoßes. Trotzdem will man uns glauben machen, wir könnten den Klimawandel stoppen - was für eine Hybris! Trotzdem werden Milliarden € in Forschungen gesteckt, die keine rellen Chancen haben, den Klimawandel aufzuhalten. Natürlich ist es sinnvoll, sorgsam mit der Umwelt umzugehen; aber so ohne jedes Augenmass? Wen wundert da noch Sarkasmus?

Romuald Veselic | Di, 9. Februar 2021 - 17:05

ist Jedermannsrecht und GG Konform. Corona/Alles-Wird-Gut/Heliozentrismus/Klima - Leugner haben die gleiche Daseinsberechtigung, wie die Agnostiker, Atheisten, Esoteriker, Schafsschädelanbeter, UFO & Loch Ness Jünger, etc... Was ist daran Konterkulturell?
Wenn ich behaupte; die Sonne geht morgen im Westen auf, ists meine Meinung auf dem Level, wie die Selbstbestimmung, über eigene sexuelle Diversität nach Gefühl zu entscheiden.

Ernst-Günther Konrad | Di, 9. Februar 2021 - 17:12

Ein "falscher" Halbsatz, ein "verbotenes" Wort, die "falsche" Partei und schon ist man ausgegrenzt und wird medial und gesellschaftlich diffamiert und existenziell bedroht.
Noch vor 10 Jahren hätte ich jedem gesagt, das wird bei uns nicht gehen, niemals würden wir wieder einem demagogischen Ideal hinterher springen. Inzwischen geben sogar die Gas, die man früher als liberal und/oder konservativ bezeichnet hätte.
Die Fronten scheinen verhärtet und die vor allem die Medien mischen dabei kräftig mit. Der Druck auf Wissenschaft und Gesellschaft wird immer größer. Meine Befürchtung ist es, dass die mal explodieren könnte. Wir hatten schon einmal eine Zeit, die Ideologie vor Vernunft und Würde des Menschen, damit einhergehend Freiheit in jeder Form zerstörte. Die Schöpfung hat uns zweigeschlechtlich körperlich ausgestattet. Ich gestehe jedem zu, für sich sein Leben so zu gestalten, dass es lebenswert für denjenigen ist. Wer Sprache so deformiert will Sprachlosigkeit mit Angst herbeiführen.

Falk Ostermann | Mi, 10. Februar 2021 - 06:54

Volle Zustimmung! Schlimmer noch, wenn man es konsequent weiterdenkt: Der Aktivismus untergräbt damit das Recht.