Meinungsfreiheit - Wie der Liberalismus die Freiheit zerstört

Die Fälle Gomringer, Sieferle und Tellkamp zeigen: Der Liberalismus ist zu einem Feind der Freiheit geworden. Man predigt Toleranz, toleriert aber nur die eigene Meinung. Die wertvolle Idee des Liberalismus wird so entwertet. Von Alexander Grau

Eine Fassade mit dem Abbild der New Yorker Freiheitsstatue in Berlin
Abbild der Freiheitsstatue: Müssen wir die Freiheit vor dem Liberalismus retten? / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Freiheit, so hat man den Eindruck, wird zunehmend zur Freiheit der Gleichdenkenden. Im Namen zutiefst liberaler Werte wie Toleranz und Meinungsfreiheit gibt man sich immer häufiger intolerant und schränkt die Kunst- oder Meinungsfreiheit ein. Nur drei Beispiele aus jüngster Zeit: ein Gedicht von Eugen Gomringer, das angeblich patriarchale Strukturen reproduziert und deshalb entfernt werden soll; das Büchlein Rolf Peter Sieferles, das erst aus einer Bestsellerliste und dann aus Buchhändlerregalen verschwindet; Uwe Tellkamp, der einen „Gesinnungskorridor“ in Deutschland beklagt und danach feuilletonistisch abgestraft wird. Man könnte die Reihe beliebig verlängern.

Die Freiheit wird bedroht von ihren Anhängern

Es ist absurd: Die Freiheit wird heutzutage nicht nur durch die Feinde der Freiheit bedroht, sondern auch durch ihre erklärten Anhänger. Man predigt Toleranz und toleriert nur die eigene Meinung, man gibt sich offen, sanktioniert aber alles, was nicht in das eigene Weltbild passt. Und wer dagegen argumentiert, dem wird unterstellt, sich in eine Opferrolle zu begeben. Es ist eine hermetische abgeschlossene Denkblase. Fast hat man den Eindruck, dass der Liberalismus an seinem eigenen Erfolg zugrunde geht.

Hauptanliegen des klassischen Liberalismus ist der Schutz der Freiheit des Individuums. Entsprechend wird Freiheit definiert als die Abwesenheit von Zwang. In einer ebenso berühmten wie unglücklichen Formulierung hat der Philosoph Isaiah Berlin diese Form von Freiheit „negative Freiheit“ genannt. Negativ ist an dieser Freiheit allerdings gar nichts. Nur wer frei von Zwängen ist, ist frei.

Der missionarische Zug des Liberalismus

Folglich konzentrieren sich traditionelle Ausformungen des Liberalismus auf die Beseitigung von Bevormundung und Fremdbestimmung. Das ist das einigende Band von Wirtschafts- und Verfassungsliberalismus. Im Kern ist der Liberalismus also eine Anti-Ideologie, die das Individuum gegen Angriffe auf seine Autonomie im Namen wie immer gearteter Ideale verteidigt.

Daneben aber gab es in der liberalen Tradition schon immer, spätestens aber seit den bürgerlichen Revolutionen des 18. Jahrhunderts, deutlich aggressivere und missionarischere Tendenzen. Die Gründe dafür liegen in der Logik des Liberalismus selbst: Denn wenn die Freiheit des Individuums der Maßstab aller Dinge ist, ist es dann nicht naheliegend, den Einzelnen vor mehr zu schützen als vor physischem Zwang? Gibt es nicht auch versteckte Zwänge? Eingeschrieben etwa in gesellschaftliche Machtverhältnisse, kulturelle Traditionen und soziale Strukturen? Und ist es dann nicht ein liberales Anliegen, die Menschen auch aus diesen zu befreien?

Hypo-Liberalismus mit Denkfehler

Das war nicht einmal falsch gedacht. Denn natürlich gibt es Machtstrukturen, ökonomische etwa oder soziale, die repressiven Charakter haben. Und so entwickelte sich unter den Bedingungen der modernen Wohlfahrtsgesellschaft das, was der britische Philosoph John N. Gray jüngst im Times Literary Supplement als Hyper-Liberalismus bezeichnet hat: eine überzogene, radikale Form des Liberalismus, ein „illiberaler Liberalismus“, wie ihn Gray auch nennt, der die ursprünglichen liberalen Anliegen in ihr Gegenteil verkehrt: Freiheit wird im Namen der Freiheit beschnitten und Demokratie um der Demokratie willen eingeschränkt.

Der Denkfehler des Hyper-Liberalismus ist vergleichsweise banal: Nicht alle empfundenen Repressionen sind real und nicht jeder individuellen Befindlichkeit muss sich die Gemeinschaft oder gar der Rechtsstaat annehmen. Schließlich sind Menschen ungleich und Gleichheit nur um den Preis der Unfreiheit herstellbar. Für Liberale ist das keine Option. Denn alle gleich machen zu wollen, liefe darauf hinaus, dem Individuum im Namen des Individualismus seine Individualität zu nehmen.

Moralische Überlegenheit rechtfertigt jedes Mittel

Doch durch diese Argumente lassen sich Hyper-Liberale kaum aus der Fassung bringen. Denn für sie ist Liberalismus eben keine Anti-Ideologie, sondern eine handfeste Weltanschauung, deren angebliche moralische Überlegenheit es rechtfertigt, sie auch mit antiliberalen Methoden durchzusetzen: vom Bücherboykott bis zur persönlichen Verunglimpfung.

Was sich in den vergangenen Monaten nicht nur hierzulande abgespielt hat, ist alarmierend. Mitunter hat man den Eindruck, man müsse die Freiheit vor dem Liberalismus retten. Doch der Liberalismus, recht verstanden, ist eine viel zu wertvolle Idee, um sie paternalistischen Ideologen und eifernden Missionaren zu überlassen.

Fritz Salzmann | Sa, 21. April 2018 - 09:53

Die fanatischen Progressiven in Deutschland sind keine Liberalen. Es gehört zum Wesen des Liberalismus, abweichende Meinungen zuzulassen.

Cecilia Mohn | Sa, 21. April 2018 - 10:14

Genau so entsetzlich totalitaer laeuft es ab. Als ob alles umsonst war, was Menschen je an Fortschritt erzeugt haben. Zurueck in die Diktatur mit Riesenschritten. Man vergleiche nur die Texte der Abiturprüfungen aus den letzten zehn Jahren. Von Niveau zu Niedergang. Nur noch political correctness zaehlt - erbaermlich.

Alexander Mazurek | Sa, 21. April 2018 - 10:53

… auf Lügen aufgebaut, insbesondere auf der Verleumdung der angeblich immer dunklen Vergangenheit. Bereits der Prophet brachte angeblich Licht ins Dunkel der Djāhilīya. Die europäischen "Reformatoren" und "Aufklärer" haben in anderer Tradition dasselbe behauptet. Historisch gesehen sind das im Hinblick auf zivilisatorischen Fortschritt nachweisbare Lügen, und die heute so moderne Toleranz nur ein Mittel zum Zweck auf dem Weg zur Dominanz einer "modernen" Monokultur, siehe Voltaires Hetzschrift "Über die Toleranz". Ein technischer Fortschritt findet hingegen tatsächlich statt und kann in Toten/Minute gemessen werden. Schade nur, dass er bislang den zivilisatorischen Fortschritt zerstört.

Andreas Geisenheiner | Sa, 21. April 2018 - 11:11

was A. Grau beschreibt, ist exakt das Thema von Patrick J. Deneen in seinem neuen Buch " Why liberalism failed". Er erwähnt es leider nicht, aber die Erkenntnisse sind gleich. Deneen beschreibt das Verhalten der liberalen Eliten mit der kurzen Formel
" the noble lie"- sie glauben tatsächlich, dass sie die Guten sind, was natürlich alle Mittel heiligt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 21. April 2018 - 11:32

gegen das Gedicht von Eugen Gomringer anrennen, Sieferle kenne ich nicht oder jetzt Uwe Tellkamp?
Sind es bei Gomringer nicht Fundamentalisten, die auch noch die Vergangenheit säubern wollen?
Dann wieder, Sieferle kenne ich nicht.
Aber sind es bei Tellkamp nicht eher Leute, die sich in erneuter DDR-Manier und die dürfte Tellkamp kennen, wir aber nicht, gegen ihn erheben, um sich in der Bundesrepublik erneut an der Spitze/im Establishment festzusetzen?
Ich sehe gar keine Probleme mit Linken, Grünen, SPD, FDP, noch eingeschränkt AfD oder dann CDU.
Ich sehe nur Schwierigkeiten mit Merkel und ähnlichen Heilsverkündern bei den anderen Parteien.
Der Liberalismus lebt und wird nicht an sich zugrunde gehen.
Wir sollten an unserer wunderbaren parlamentarischen Demokratie festhalten, an sie glauben.
In Brandenburg noch 23% SPD, das kann doch noch mehr werden.
Ich glaube an die SPD und die Verständigung ALLER DEMOKRATEN.
Ist nicht alles ohne unser Fehl und Tadel, aber schön ist es hier!

Gisela Fimiani | Sa, 21. April 2018 - 12:10

Es ist nicht nur das „was sich angespielt hat“, Herr Grau. Die Zestörung der Freiheit spielt sich, auf mehr oder weniger subtile Weise, weiterhin ab. Unter dem Vorwand, ein Wohlfahrtsstaat zu sein, der sich viel auf seine Moralität und Menschlichkeit einbildet, stellt dieser in Wirklichkeit einen unethischen Angriff dar, auf das wichtigste der Menschenrechte, das Recht der freien Selbstbestimmung, des Recht auf unsere Art glücklich oder unglücklich zu werden. Kant erkannte: „Eine Regierung, die auf dem Prinzip des Wohlwollens gegen das Volk errichtet wäre, d.i. eine väterliche Regierung (imperium paternale)..., ist der größte denkbare Despotismus. Es ist der Verrat am Geist des Liberalismus, ja der Aufklärung. Die liberale Idee der Gleichheit vor dem Recht, wird totalisiert zur Gleichheit der Resultate des Wettbewerbs, dann zur Gleichheit der Lebensbedingungen, der Meinungen usf. und schließlich zu der utopischen Idee der möglichst gleichen Schicksale....

Gisela Fimiani | Sa, 21. April 2018 - 12:21

Im Hintergrund steht der Mensch als Nur-Gattungswesen. Diese Ideologie basiert offenbar auf einem völlig anderen Menschenbild als dasjenige, das dem klassischen Liberalismus zugrunde liegt. Der Minimal- gegenüber dem Maximalstaat, dem Totalstaat. Ich behaupte, dass unsere freie Gesellschaftsordnung in Gefahr ist und dringend verteidigt werden muss, um sie erhalten zu können.

Rudolf Knobbe | Sa, 21. April 2018 - 12:36

Sehr geehrter Herr Grau,
so sehr ich mit Ihren Überlegungen und Schlußfolgerungen übereinstimme, so sehr stört mich ihr Umgang mit dem Begriff "Liberalismus". Einen Liberalismus, der die Meinungsfreiheit beseitigt oder einschränkt, gibt es nicht. Die von Ihnen mit vollem Recht gebrandmarkten Bestrebungen und Tendenzen unserer Zeit dürfen nicht mit dem Begriff "Liberalismus" belegt werden, sie sind die Auswüchse einer infantilen Moralität, die sich mit allen Mitteln die Herrschaft erkämpfen will und daher das genaue Gegenteil von Liberalismus ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Rudolf Knobbe

Markus Michaelis | Sa, 21. April 2018 - 12:41

Aus meiner Sicht ist die Übertreibung nicht zuerst eine Übertreibung des Liberalismus. Ich sehe zwei Dinge vielleicht zuerst: Zum einen haben die meisten/viele Menschen einen Drang zur Wahrheit. Wir sehnen uns nach den absoluten Werten, dem Richtigen, der guten Sache, für die man sich einsetzt, der Weltsicht, die Halt gibt. Das kann der Islam sein, das GG, die Öko-Rettung der Welt. Nichts daran ist falsch, aber es gibt eben immer einen Drang das für absolut wahr und wichtig zu halten.

Der andere Punkt ist, dass wir in Deutschland die letzten Jahrzehnte eine sehr homogene und friedliche Gesellschaft waren - besonders innerhalb "besserer" Kreise. Das hat glaube ich auch dazu verleitet dieses Weltbild als "das eine richtige" anzusehen. Das wird jetzt verteidigt.

Maik Harms | Sa, 21. April 2018 - 13:07

Man könnte also vom eigentlichen/weiten Liberalismus gleicher Regeln für alle (=Gleich-Wertigkeit der Personen) und vom missbrauchten/engen Liberalismus verordneter "liberaler" Inhalte (=Gleichheit i.e.S. bzw. Identität(swunsch)) sprechen. Oder vom Schiedsrichter bei offenem Spielausgang versus dem Kurator einer bewusst gestalteten Ausstellung (zu der nicht passende Künstler keinen Zugang haben).

Werner Wirth | Sa, 21. April 2018 - 13:23

Ausgezeichneter Text von Herrn Grau!
Da der Liberalismus selber nichts aufbaut und erschafft, sondern immer nur im Sinne von Störung und Aufweichung bereits gegebener(!) äußerer Strukturen, Ansprüche und Mächte fungiert, wird er in dem Moment destruktiv, indem er dominant wird.
Man kann hier auch an das berühmte Böckenförde-Diktum erinnern … !

Anders gesagt: Liberalismus funktioniert immer nur als Korrektiv.

Herrschend geworden, dominiert beim Liberalismus das Destruktive, was zunächst gesellschaftliche Zerfallserscheinungen bewirkt. Später führt der dominante Liberalismus – im Bemühen, die üblen Folgen der Zerfallserscheinungen zu bekämpfen – aber zu autoritärem Handeln und der Unterdrückung anderer Auffassungen. Dort sind wir heute angelangt.

In verblüffender Weise bestätigt Herr Grau in diesem Artikel übrigens bereits 2013 publizierte Überlegung von Kleine-Hartlage („Die liberale Gesellschaft und ihr Ende“).

paul peters | Sa, 21. April 2018 - 15:03

ich erinnere mich noch die verfassungsrechtsstunden vor nunmehr knapp 30 jahren. in erinnerung blieb auch, dass einer demokratie viel zuzumuten ist, bevor man eine meinung oder bspw. eine partei verbieten könne.
angesichts dessen, was heute bereits ausreicht, vom mainstream als politisch incorrect und damit als verdammungswürdig gebrandmarkt zu werden (mit der folge, dass posts von dritten gelöscht oder forenbeiträge erst gar nicht veröffentlicht werden) wären die politisch korrekten seinerzeit bestimmt gefahr gelaufen, einen herzkasper nach dem anderen zu erleiden.

Joachim Wittenbecher | Sa, 21. April 2018 - 15:04

Die Freiheit wird auch heute nicht durch die Verfechter der Freiheit bedroht, sondern durch ihre Feinde, wie schon immer. Nur muss man verständnishalber klar definieren, dass die Hyper-Liberalen, zusammen mit anderen, die Freiheit bedrohen. Man sollte sie daher auch nicht Hyper-Liberale nennen, sondern Hyper-Moralisten, dann wird die Sache klar.

wolfgang spremberg | Sa, 21. April 2018 - 15:13

Oder eher "angebliche Anhänger der Freiheit" ?.
Die "rechten Gegner" der Freiheit sehen die Freiheit
durch Zuwanderung von Muslimen gefährdet weil deren Religion Werte enthält, die unsere Freiheit, wie wir sie verstehen, gefährden. Die "linken Freunde der Freiheit" .....ja, wie ist das eigentlich ? sehen die "linken Freunde der Freiheit", die Freiheit nicht durch diese Zuwanderung gefährdet ? Dafür sehen sie aber die Freiheit durch die "rechten Freunde der Freiheit" gefährdet, die sich gegen die Gefährdung der Freiheit durch muslimische Zuwanderer wehren. Beide wollen die Freiheit bewahren, sehen sie, die Freiheit, aber durch die andere Seite gefährdet.
Wenn aber die muslimische Zuwanderung die eigentliche, längerfristig wirkende Gefahr ist, dann beendet sie ganz sicher die "linke Freiheit.".
Wenn sich diese Erkenntnis durchsetzt, können die "rechten Freunde der Freiheit" ihre Freiheit in einem liberalen Rechtsstaat wieder genießen.

Sepp Kneip | Sa, 21. April 2018 - 15:16

"Moralische Überlegenheit rechtfertigt jedes Mittel"
Genau das, Herr Grau, ist de Triebfeder, die den Liberalismus zum Antiliberalismus macht. Der Glaube, man habe die Moral alleine gepachtet, führt zu solch absurden Entwicklungen. Amoralisch ist alles, was der eigenen Anschauung entgegen steht. Wenn man den Liberalismus in diese Moral kleidet, wird er zum Antiliberalismus. Liberalismus läst sich ganz klar definieren, während die Moral ein undefinierbares Konstrukt, eine Ideololgie ist.

Die Moral versucht, ein schlechtes Gewissen und damit die Menschen gefügig zu machen. Das Muster ist ganz klar bei der "Klima-Politik" als auch bei der "Flüchtlings-Politik" zu erkennen. Genau so wird jedem, der zu einer Partei außerhalb des Mainstreams tendiert, mit der Nazi-Keule ein schlechtes Gewissen eingebläut. Es werden illiberale Zwänge aufgebaut. Zwänge, die nur der Durchsetzung illiberaler Strukturen und damit dem Machterhalt dienen sollen.

Reiner Kraa | Sa, 21. April 2018 - 15:30

Was heute in Deutschland läuft und insbesondere von Linken und Grünen propagiert wird, erinnert doch sehr an die Verhältnisse in der ehemaligen DDR. Da gab es, wie auch heute, etwa bei den Medienräten, Leute, die dafür sorgten, dass dieses und jenes eben nicht an die Öffentlichkleit kam, oder dass der, der etwas nicht Genehmes sagte, zum Staatsfeind erklärt wurde. Heute wird man von solchen Leuten zum Nazi erklärt, wenn´s nicht genehm ist. Wer damals in das vorgehaltene Horn blies, war ein Held des sozialistischen Alltags. Heute ist er ein weltoffener Toleranter und alle anderen sind doof.

Samuel von Wauwereit | Sa, 21. April 2018 - 16:45

Hier von einem Versagen des Liberalismus zu sprechen halte ich für falsch. Die Ideologie, die hier kritisiert wird, hat mit Liberalismus ungefähr so viel zu tun wie Stalin oder Fidel Castro. Es handelt sich vielmehr um eine Form von Sozialismus, die nur vorgibt, liberal zu sein. Ungefähr so, wie die DDR demokratisch war. Nicht umsonst sind seine Protagonisten überwiegend das, was Hans-Hermann Hoppe als "Nettostaatsprofiteure" bezeichnet hat.

Reinhard Rogosch | Sa, 21. April 2018 - 16:51

Ich weiß nicht, ob man dem gegenwärtige gesellschaftliche Klima mit Begriffen wie "Liberalismus" und "Anti-Liberalismus" treffend beikommen kann. Mir fällt da eher die "Frankfurter Schule" als Keimzelle des Neo-Marxismus ein. Die Ideen dieser Kulturmarxisten haben sich wie ein unterirdisches Fadenpilzgeflecht durch alle Institutionen unserer Gesellschaft ausgebreitet, besonders dort, wo Meinungshoheit beansprucht wird. Nicht rein zufällig hat Marcuse den Begriff der "Repressiven Toleranz" geprägt.

Friedwart Eisenkeil | Sa, 21. April 2018 - 17:30

Die Meinungsfreiheit ist in Gefahr. Ich rede da gar nicht von solchen Leuten wie Tellkamp (der war mir schon immer suspekt, mein liebster deutscher Schriftsteller heißt Clemens Meyer!) oder sonstigen Prominenten wie Gomringer oder Sieferle (nie gehört, ich bin auch nur durchschnittlich gebildet), sondern von mir, einem unbedeutenden kleinen Licht, Steuerzahler, eigentlich eher linksliberal, dennoch besorgter Bürger.

Seit Jahr und Tag werde ich bei "Spiegel online" zensiert, und zwar bei folgenden Themen: Islamkritik (unerwünscht), Kritik am Niveauverfall im Schulunterricht und an den Universitäten (unerwünscht), Kritik an Gender und Inklusion (unerwünscht, unerwünscht), Kritik an Zuwanderung in unsere Sozialsysteme (sehr unerwünscht!), Kritik an der Rechtschreibreform (eine glatte Unverfrorenheit!).

Wie gesagt, ich stehe politisch eher gemäßigt links. Ich bin für starke Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter, ich trete ein gegen Totalitarismus und für Humanismus und die Menschenrec

Friedwart Eisenkeil | Sa, 21. April 2018 - 17:33

für die Menschenrechte, aber bei "Spiegel online" belegt man mich gewohnheitsmäßig mit Zensur, als würde ich abends zum Hobby Hunde vergewaltigen oder arme Ommas ausrauben. Eine Linke, die nicht klar gegen jedwede totalitäre Strömung aufsteht, kann ich nicht ernst nehmen.

(Durch die erzwungene Kommentarunterbrechung habe ich leider ein wenig den Faden verloren. 1000 Zeichen sind schon sehr wenig. Wir leben im Zeitalter des Twitterismus, aber gingen nicht doch ein paar mehr?)

Manfred Goblirsch | Sa, 21. April 2018 - 18:49

Der Artikel ist aufrüttelnd. Danke.
Letztes Jahr war ich in dieser liberalen Denkblase und auf der Suche nach schlüssigen Argumenten - für mich - in Sachen - Einwanderung.
Ich habe Sieferle - Das Migrationsproblem - gelesen. Kurze Zeit später ging dieser Bestsellerwahnsinn los. Der Mainstreamargumente überdrüssig war ich auf der Suche nach einer gedanklichen Alternative.
Ihr Artikel bringt mich in der gedanklichen Konstruktion des Liberalismus in anderen Facetten weiter.
Freiheit beschneiden - Demokratie einschränken. Nicht auf diese Weise !
Ich da

Walter Rupp | Sa, 21. April 2018 - 19:46

Die Fragestellung muss allgemeiner formuliert werden. Wie Hans Barth in seinem Buch sehr schön zeigte, ist jede neue Ideologie im Widerstreit mit der herrschenden Ideologie frisch, offen für Dialog, flexibel, humanistisch. An der Macht wird sie hölzern, vernebelt, intolerant und autoritär. Im heutigen Chaos der Ismen bleiben aber die ethischen Prinzipien bestehen, die unsere Kultur ausmachen. Meine Freiheit endet dort, wo die des Anderen beginnt. Keine Toleranz gegenüber Intoleranz. Hinzu kommt, glaube ich, was Voltaire formulierte. Monsieur, ich teile nicht Ihre Meinung, habe aber die Ehre sie hochzuschätzen. Die politisch korrekten Scheinliberalen haben diese Grundsätze pervertiert. Einen weiteren Dialog mit ihnen halte ich für überflüssig.

Daniel Wischer | Sa, 21. April 2018 - 20:05

Der klassische Liberalismus als Theorie (oder Ideologie) und als politisches Programm hatte in Deutschland doch nie einen guten Stand und ist heute doch hierzulande tot. Die im Essay beschriebene Geisteshaltung (oder das Diktat der Political Correctness) würde ich daher eher einem
vulgarisierten "linken" Denken zuordnen, das sich aufs unangenehmste mit Debattenfaulheit, Rechthaberei, Überheblichkeit und moralinsaurer Besserwisserei paart. Par Excellence verkörpert von etlichen Funktionären der Grünen, Linken und der SPD (sowie einigen Konservativen, die ihr Handeln als "alternativlos" deklarieren). Freies Denken, Sprechen und Handeln ist diesen mittelmäßigen Charakteren per se "verdächtig". In Konsequenz haben derartige Kreise kein Interesse am "mündigen Bürger". Festzustellen ist daher eine zunehmend "formierte Gesellschaft", die "abweichende Ansichten" zunächst pädagogisch korrigieren und, bei mangelnder "Einsicht" des Betroffenen, sodann sanktionieren will. Eben "durchregieren".

Manfred Westphal | Sa, 21. April 2018 - 20:18

Und da diskutiert jetzt die FDP eine Frauenquote für die Partei, prüft ob die FDP-Kommunikation gendergerecht ist und will die männlichen Mitglieder in Diversity-Management schulen um sie für Frauenprobleme zu sensibilieren.........

Volker Leyendecker | Sa, 21. April 2018 - 21:20

Hier in Deutschland ist nur der Liberal, der die Meinung der Eliten vertritt. Die angeblich liberalen Altparteien ( Linke, CDU, SPD und auch FDP ) haben einen Beschluss gefasst alle Anträge der AfD in den Parlamenten ab zu lehnen egal ob der Antrag gut ist oder nicht. Das ist Liberalismus in Deutschland. Was für eine Arroganz der Eliten in den Kampf um die Futtertröge das es da Bündnisse gibt von Linksaußen bis zu den Freien Demokraten. Wenn diese Haltung sich nicht ändert wird es in Deutschland bald keine Demokratie mehr geben.

Elfie Jung | Sa, 21. April 2018 - 21:27

Sehr gute Analyse Herr Grau! Danke! Dem überzogenen Liberalismus der Linken und Grünen
geht es doch nur darum die Hoheit über den politischen Diskurs zu behalten und weiterhin die Macht über die moralischen Standards des Öffentlichen zu bestimmen. Aber es regt sich
gewaltiger Widerstand,und das ist gut so.
Frau Merkel hat vielleicht auch deshalb die CDU
so weit noch links verschoben, um die überwiegend
links ausgerichteten Medien hinter sich zu haben,
was ihr ja auch gelungen ist. Aber jetzt bröckelt
es an allen Ecken und Enden -und das ist gut so.

Klaus Dittrich | Sa, 21. April 2018 - 21:29

„Man predigt Toleranz und toleriert nur die eigene Meinung, man gibt sich offen, sanktioniert aber alles, was nicht in das eigene Weltbild passt.“
Für mich steht dahinter das Problem einer Kommunikationsunfähigkeit – Können und Wollen zugleich betreffend. Die Erscheinung des Nicht-Kommunizieren-Wollens kann in Berlin (und anderswo) in allen Öffentlichen Verkehrsmitteln studiert werden - Kopfhörer auf (am besten noch auf einer Kapuze) und den Blick aufs Smartphone geheftet signalisieren: Ich will keinen Kontakt. Und mit einem insgesamt sinkenden Limit an Allgemeinbildung, besonders in Sozialtheorie, ist die Fähigkeit zum argumentativen Diskurs deutlich eingeschränkt. Was aber in einer geschlossenen Weltanschauungsblase nicht als Hindernis betrachtet wird; wohl aber beim Begegnen mit anderer Denkungsart.

Dimtri Gales | Sa, 21. April 2018 - 21:41

von 1789 wurden viele Verbrechen im Namen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit begangen. Auch die Kommunisten gaben vor, der Menschheit Glück zu bringen, das war auch die Erklärte Absicht von Stalin, Hitler und Pol Pot (Rote Khmer) und vielen anderen. Den Missbrauch des Begriffs Freiheit wird man nie ausrotten, jeder kann darunter etwas anderes verstehen und die Freiheit nach seinem Gusto interpretieren. Solange man die eigentlichen Feinde der Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit anprangern und lächerlich machen kann, ist es noch erträglich. Prekär wird es, wenn die Regierung schwach ist und dies nicht garantiert, sondern eine Art anarchische Situation generiert. Man sollte sich mal fragen, ob die Merkel-Regierung konsistent und entscheiden genug ist, um hier Ordnung zu etablieren - ich habe da meine Zweifel.

Robert Müller | So, 22. April 2018 - 05:29

Entschuldigung, "Liberalismus" meint nicht Liberalismus. Der US-Begriff "liberal" darf nicht mit dem deutschen Wort "Liberalismus" übersetzt werden, sondern mit "links", denn die Linken in der USA nennen sich so. Dann passt auch das mit der "moralischen Überlegenheit", die hier wie in der USA von den Linken vertreten wird, also den "Liberalen (USA)". Diese falsche Übersetzung wird gerne gemacht, ob mit Absicht oder ohne. Im übrigen zeigt auch das Nichtpassen mit der FDP, dass hier etwas nicht stimmt. Die FDP war politisch schon vieles, aber als moralisch überlegen hat sie sich noch nie verstanden. Ach ja, die "illiberale Demokratie" von Orban ist nicht der Gegenentwurf zur FDP, sondern zu den Linken. Und Soros ist kein Liberaler, sondern ein Linker (Milliardär).

Gerhard Hellriegel | So, 22. April 2018 - 09:31

Offensichtlich ist es die Moralität, die da mit der Liberalität kollidiert. Nun, zweifellos ist diese Liebe-Friede-Freude-Idee das soziale Ideal. Zunächst nur innergesellschaftlich gedacht, dehnte es sich dann über den ganzen Erdball aus - seitdem sind wir alle Brüder.
Aber wie gehe ich mit der Tatsache um, dass ich diesem Ideal nicht genüge? Meine Antwort: ich erkläre mich für überfordert, senke meine Selbst-Ansprüche, das Selbst-Bild sinkt mit. Wer sich solchermaßen als moralisch Zweite-Wahl erkennt, der wird auch anderen nachsehen, wenn die auf der Moralskala keine 1 erwirtschaften. Natürlich gibt es da unsere Streber, die Käß- und Drewermänner, ich respektiere das, nehme aber daran nicht teil.
Aber woher kommt dieser moralische Druck, diese moralische Gewalt, diese Lust an Gesinnungs-, Denk- und Sprachzwängen, dieses moralische Reinheitsgebot? Ständig diese Drohung mit Liebesentzug, wir sind die Guten, ihr die Bösen?

Gerhard Hellriegel | So, 22. April 2018 - 09:32

Verwegene These: wir haben die körperliche Gewalt vollständig aus der Erziehung verbannt, teils aus eigenen traumatischen Erfahrungen, teils aus Selbstbestimmungsideen heraus.
Da es aber nicht ohne Gewalt geht, haben wir sie durch verbale Gewalt ersetzt. Statt dem Klaps die ständige Drohung mit Liebesentzug. Ergebnis: unsere Kinder sind jetzt Spezialisten für moralische Gewalt. Marschieren moralisch an vorderster Front. Müssen sich ständig als die Guten ausweisen. Und setzen die Mittel ihrer Eltern ein: Moralkeule, Feindbilder der guten Art, wenn Du das nicht machst, bist Du ein böses Kind und ich bin ganz, ganz traurig. Und schon werden sie gouvernantenhaft, autoritär, ja sogar totalitär. Natürlich der guten Art. Sie können ja nichts anderes ertragen. Denn zur persönlichen Überforderung gesellt sich nun auch noch das Gefühl, nicht authentisch zu sein. Dem ist so. Und was bleibt den anderen? Der gestirnte Himmel.

Heinrich Niklaus | So, 22. April 2018 - 11:24

Hyper-Liberalisten „glauben weiterhin an das Aufziehen einer neuen Gesellschaft, wenn wir unsere Identitäten abgestreift haben und zu einem System übergegangen sind, in dem wir alle unterschiedlich und doch gleich sind.“ (John Gray)

Man versucht diese „marxistischen Lehren“ immer wieder neu verpackt unter die Menschen zu bringen. Danach braucht man nur noch einen „Obersten Rat“, der die Maßstäbe für „Unterschiedlichkeit“ und „Gleichheit“ vorgibt. Und der findet sich immer.

Christoph Wirtz | So, 22. April 2018 - 11:59

.., wie es in der Zwischenüberschrift heisst, sondern von Interessengruppen und Personen, die sich zwar gerne mit Etiketten wie "Toleranz" oder "Liberalität" exklusiv schmücken wollen, deren Handeln und Denken diesen Werten jedoch fundamental widersprechen. Die "Toleranz" wird hier nur als moralischer Persilschein gebraucht, der die eigenen Interessen und Ansichten, über andere erheben soll, und außerdem Sanktionen gegen diese anderen Menschen legitimieren soll. Nach dem Motto: Wir sind die Toleranz, jeder der uns kritisiert muss also die Intoleranz sein.

Manfred Steffan | So, 22. April 2018 - 13:04

"Die Freiheit wird heutzutage nicht nur durch die Feinde der Freiheit bedroht, sondern auch durch ihre erklärten Anhänger." Man muss sich nicht das Etikett zu eigen machen, das andere sich geben. Wenn Freiheit draufsteht, aber nicht Freiheit drin ist, dann weigere ich mich, das Freiheit zu nennen. In der Tat liegt das Problem darin, dass dass es nicht mehr, wie beim klassischen Liberalismus, nur um Freiheit von staatlicher Bevormundung und Gleichheit vor dem Gesetz geht, sondern um "Gleichstellung" und damit ausufernde Reglementierung. Wenn der Staat mehr schaffen will als Chancengleichheit (und Existenzsicherung als Mindeststandard für jeden), dann tappt er unwillkürlich in diese Falle.

Alfred Bucher | So, 22. April 2018 - 16:44

Was sich heute als Liberale bezeichnet sind meistens Links-Grüne Ideologen. Die besetzen ja bekanntlich viele Schaltstellen und auch viele Stellen in der Presse.
Wirklich Liberale gibt es nicht so viele. Die würden höchst selten des rechts, Rassist, Nazi - Instrumentarium hervorholen.

Helga Raun | So, 22. April 2018 - 17:50

und Liberalismus hat eine Höhepunkt erreicht, in dem nicht mehr wachsen kann und zerstört alles.
Deshalb ist auch die FDP nicht regierungsfähig.

Wolfram Fischer | So, 22. April 2018 - 20:11

Gratulation Herr Grau.
Es ist tatsächlich schon längst nicht mehr akzeptabel, wie der (angeblich) liberale Mainstream jede von ihrer eigenen (meist moralisch aufgewerteten) Doktrin abweichende Meinung verunglimpft, anfeindet und verleumdet. Wahlweise als "rechtsradikal", "islamophob", "unsozial", "ausländerfeindlich", "gesellschaftsspaltend" und anderes mehr... aber immer schön moralisch abqualifizierend!
Und wie praktisch ist es doch, daß man nach solch moralisch abqualifizierenden Tötschlägern inhaltlich auch gar nicht mehr zu argumentieren braucht... das unmoralische Etikett auf einer abweichenden Meinung reicht regelmäßig zum Sieg...
Voltaire rotiert in seinem Grab sicher ohne Unterlass!
(Voltaire wird zugeschrieben: "Ich teile zwar Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie diese stets offen äußern können")
DAS wäre liberal!

Thomas Radl | So, 22. April 2018 - 22:23

Die "erklärten Anhänger" der Freiheit sind sowenig liberal, wie sie in aller Regel politisch "in der Mitte" stehen. Und nur, weil sie das ständig laut rausposaunen, heißt das eben nicht, dass da was Wahres dran wäre. An den Taten soll man sie messen. Dann stellt sich raus, sie stehen politisch entweder (einigermaßen weit) links oder (genauso weit weg von der Mitte, nur) rechts. Dafür, dass auf diesen politischen Positionen ausgeprägter Liberalismus entstehen würde, kann man aus der Geschichte ja wohl kaum herauslesen oder hineindeuten. Und schon wird ein Schuh draus: Die Linken versuchen, die in China kläglich versagte Kulturrevolution hier durchzudrücken und die Rechten wollen zurück in die 30er Jahre. Beides zum Scheitern verurteilt, wie in der Geschichte bewiesen wurde!
Was mich eher wundert ist, dass sich Leute, die studiert haben und u.U. Doktortitel tragen, sich viel mit Politik beschäftigen, dauernd davon ausgehen, dass hier "Liberale" zugange wären! Sich so zu irren!

Andreas van Schyndel | Mo, 23. April 2018 - 10:36

Grundsätzlich bin ich ein Freund der Grau´schen Kolumnen, aber diesmal fehlt für mein Verständnis ein Aspekt.

Dieser Hyperliberalismus ist dadurch erst entstanden, dass nicht zuletzt durch eine Vermengung der amerikanischen Politik mit der Deutschen "Liberalismus" zunehmend politischen Richtungen attestiert wurde, die damit überhaupt nichts am Hut haben. In den USA wurde alles, was irgendwie gegen Trump war, zutreffend als nach amerikanischen Verständnis "liberal" bezeichnet. Dann haben deutsche Kommentatoren dies fälschlicherweise direkt ins Deutsche übersetzt und plötzlich waren alle AFD-Gegner "(Links)liberale". Und genau das ist grundfalsch: Die Linke ist sozialistisch, die Grünen sind eine autoritäre Verbotspartei und in der SPD ist der "sozialliberale" Flügel gerade im Aussterben begriffen. Sie alle waren aber plötzlich Teil einer "(links)liberalen Koalition" gegen die AfD.
Und genau aus dieser Ecke kommt die unheilige Tendenz, normieren zu wollen was gesagt werden darf.